Ausgabe 
(19.11.1915) 273. Erstes Blatt
Seite
101
 
Einzelbild herunterladen

7 Der Verbandslester hob ausdrücklich hervor, daß a de ber diekenigen al, die n

ing der augenblicklichen Notlage der besitzer geeignet er⸗ 0also von einer Erörterung sogenannter Kriegsnotstands⸗ maßnahmen möglichst abzusehen sei, da die Beratungen der Kom⸗ mission dazu beitragen sollen, eine Grundlage für eine dauernde Gefundung des Bodenkredits zu finden. Die Beratungen am ersten Tage waren in erster Linie auf die Prüfung der Frage ge⸗ richtet, ob die Gründung von Pfandbriefanstalten nach Art der Landschaften geeignet int, die auf dem Gebiete des städtischen Immobiliarkredits bestehenden bezw. zu erwartenden 9 zu mildern. Die Beratungen werden am nächsten Tage

* Berlin, 18. Nov(WTB. Nichtamtlich) In der heu⸗ tigen Sitzung des Bundesrats wurde 905 Nachtrag zu den Bestimmungen über die de von* mitteln für die Kriegswohlfahrtspflege die Zu⸗ stimmung erteilt. 2 a Berlin, 18. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) DerReichs⸗ anzeiger veröffentlicht die Bekanntmachung über die Vor⸗ na der Viehzählung vom 1. Dezember 1915, die Bekanntmachung über die Wiederholung der. der Bestände von Verbrauchszucker und die Ano nung zur Ausführung der Verordnung über den Verkehr mit 8 roh und Häcksel, sowie die Verordnung betreffend Einfuhr und Durchfuhr von Rindvieh und Zie⸗ gen aus der iz.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 19. November 1915.

Auszeichnung. Dem Unteroffizier Georg Kret schmer im Infanterie⸗Regiment 340, früher 116, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

Amtliche Personalnachrichten. Der Groß herzog hat Ka Entschließung vom 17. November d. Is. das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß · mütigen dem Leutnant a. D. Petri verliehen. Das Ehren⸗ zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen an Heinrich Christ, Peter Kern VII., Andreas Nepputh, Heinrich Sattig, sämtlich zu Dieburg,

* Süßrahmbutter im Sinne der Höchst⸗ preisverordnungen. Nach Festsetzung der st⸗ preise für Butter haben sich hinsichtlich der Landbutter, die durch Zentrifugieren der Milch in ländlichen Betrieben

wird, zwischen Käufer und Verkäufer wiederholt

i chiedenheiten ergeben. Es sei hierzu bemerkt,

daß lediglich die in den Molkereibetrieben herge⸗

stellte Butter als Süßrahmbutter und die im länd⸗

lichen Betrieb hergestellte Butter, ganz einerlei,

auf Weise der Rahm der Milch entnommen wurde, als Landbut ter zu betrachten ist.

* Abermalige Aenderung der Butter⸗ 4 Durch Bekanntmachung des Großh. Ministeriums

Innern vom 17. d. Mts.(vgl. das heutige Kreisblatt) sind die landesrechtlichen Anordnungen vom 30. Oktober und 2. November aufgehoben worden. Hiernach ist der mit Zustimmung des Reichskanzlers angeordnete Ab⸗ schlag don 15 Prozent gegen die Berliner Buttergrund⸗ preise beseitigt, und es bleibt für die Folge bei den pom Reichskanzler durch Bekanntmachung vom 24. Oktober festgesetzten Grundpreisen.

» Vom Frankfurter Viehmarkt wird uns ge⸗ schrieben: Die Leere des Schweinemarktes hält an. Am heutigen Markt(18. Nov.) waren nur 129 Schweine an⸗ getrieben, die glatt abgesetzt wurden. Die Preise hielten den Stand wie am Montagsmarkt. Von berufener Seite wird dazu berichtet, daß eine dauernde Zurückhaltung der Schweine vom Markte schwerlich stattfinden kann, schon im Hinblick auf den Futtermittelmangel. Man rechnet deshalb in Kürze bereits mit einer Aenderung der Lage, also mit einer nor⸗ malen Beschickung des Schweinemarktes.

Kartoffeln für die Familien von Kriegs⸗

teilnehmern. Die Stadt verteilt gegenwärtig an die sind.

Familien von Kriegsteilnehmern, soweit sie Unterstützung erhalten, etwa 600 Zentner Speisekaptoffeln. Fa⸗ milien mit einer Kinderzahl bis zu 4 erhalten einen, solche mit einer Kinderzahl bis zu vieren erhalten einen, solche mit 5 und mehr Kindern zwei Zentner Kartoffeln. Die Kartoffelzuweisung soll nach Bedarf wiederholt werden. In Aussicht genommen ist, wie wir hören, auch eine Verteilung von Kohlen.

1 e. ihren g nehmen. Wi mitgeteilt wurde, sind zur Vereinfachung des Verkaufs verschiedene Bestim⸗ 4 45 deuter; Das Geld ist abgezählt mitzubringen, und die Abgabe der Ware erfolgt nur gegen die Vorlegung der Bezugsscheine und Barzahlung. In einer Bekannt⸗ machung in der heutigen Nummer werden die Aus gabe⸗ termine, die sich über fünf Tage erstrecken, bekannt⸗ gegeben.

* Der Landesverein vom Roten Kreus teilt uns mit:Es wird in der Oeffentlichkeit, wie wir hoffen, allgemeine Zustimmung finden, daß wir dem Bulgari⸗ schen Roten Kreuz 2000 Mark und dem Türkischen Roten Halbmond 3000 Mark gestiftet haben. Wir berichteten kürzlich, in welcher Weise dafür gesorgt werden wird, daß alle unsere hessischen Truppen zum Weih⸗

nachts fest rechtzeitig Liebesgaben erhalten. Es ge⸗s he

schieht dies bekanntlich mittels sogenannter Einheitskisten für je 100 Mann. Heute können wir weiterhin mitteilen, daß der Landesverein ohne dieserhalb die Zweigvereine noch⸗ mals in Anspruch zu nehmen der Verwundeten und Kranken im Feindesland noch besonders gedenken wird durch Absendung von etwa 12 500 Einzelpaketchen. Jeder Kranke und Verwundete soll erhalten eine Dose Konserven(Wurst, Fleisch usw.), ferner Weihnachtsgebäck oder Schokolade, Nüsse Usw. und endlich einen Gegenstand, z. B. Messer, Pfeife, ein Unterhaltungsspiel, eine Mundharmonika oder Aehnliches. Die großen Geldsummen, welche für 1 Zweck und für die zahlreichen anderen Leistungen des Landesvereins vom Roten Kreuz nötig sind, verdanken wir der Opferfreu⸗ digkeit unseres Hessenvolkes. Freiwillige Metallablieferung. Die bis jetzt noch nicht abgeholten Anerkenntnis⸗Bescheinigungen über freiwillig abgeliefertes Tupfer, Messing und Reinnickel sind unter Vorlage der Wiegezettel innerhalb 8 Tagen auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 7, in Empfang zu nehmen.

n Schneefall und Frost haben gestern und in der vergangenen Nacht in die trübe e des November zum erstenmal die herbe Note des kommenden Winters göbracht. Während des ganzen gestrigen Vormit⸗ 7 flockte der Schnee bald stärker, bald schwächer hernieder, und der sinkende Thermometerstand bereitete ien einen verhältnismäßig günstigen Empfang: Weiße Dächer und verschneite Bäume und Rasenflächen zeigten heute früh, daß es ernst werden will mit der Ankunft des Winterß. Stellenweise hatte der Frost schon Glatteis gebracht, so

die zur Besei⸗ de

zum erstenmalgestreut werden mußte. Auch aus und weiteren Umgebung wird reichlicher Schneefall gemeldet, so aus der Marbür r Gegend, dem Westerwald, dem Vogelsberg und der ön. Auf dem Kreuzberg hat die Schneedecke schon 10 Zentimeter Höhe erreicht. Der graue Himmel und die Temperatur von minus Gr. C, die in den Morgenstunden herrschte, lassen vermuten, daß es mit diesem ersten Wintertag noch nicht sein Bewenden haben wird.

Von der Jagd. Bei den in den letzten Wochen abgehaltenen Waldtreibjagden in der Provinz Oberhessen hat sich leider ergeben, daß das Ergebnis der Beute an Hasen erheblich gegen die Erwartungen zurück geblieben ist. Man schätzt dieselbe durchschnittlich heuer auf die Hälfte eines guten Jahres. Die Jagd auf Rehwild ist in geschonten Revieren ziemlich gut, im übrigen aber nur mittelmäßig ausgefallen. Die geringere Ergiebigkeit der Jagd während der Kriegszeit mag wohl auch darin einen Grund haben, daß viele ausdauernde Nimrode als Krieger in Feindes⸗ land stehen, und meistens Jäger älteren Semesters dem fröhlichen Jagen obliegen. In Jägerkreisen wird darüber geklagt, daß die Munition knapp und die von der Land⸗ wirtschaftskammer in Aussicht gestellte Abhilfe hier der ausgeblieben ist. Viele Jäger geben auch offen zu, daß er ihnen in diesem Jahre für Wild vom Handel sowohl gvie von den Städten gebotene Preis gegen frühere Jahre reich⸗ lich hoch ist. Dagegen wird darauf hingewiesen, daß die Preise für 5 und Fuchsfelle gegen früher erheblich gesunken sind.

Entfernung von Blitzableitern. Wie uns mitgeteilt wird, soll eine Reihe von Einwohnern in den an die Ueberland⸗Anlage der Provinz Oberhessen angeschlosse⸗ nen Gemeinden die Blitzableiter von ihren Häusern haben entfernen 1 um das Kupfer der Erdplatten und der Verbindungsleitungen zu verkaufen. Die be⸗ treffenden Einwohner begründen ihre Maßnahme damit, daß die auf den Häusern angebrachten elektrischen Leitungen

daß 222

mit dem geerdeten neutralen Leiter einen genügenden Blitzschuzz darstellen. Da der neutrale HR vielen Punkten des Ortsnetzes an Erde gelegt

wird, bietet die Leitung allerdings einen erheblichen Blitzschutz für die Häuser. Wir möchten jedoch darauf auf⸗ merksam machen, daß die elekrtischen Anlagen nicht zum Zwecke des Blitzschutzes angelegt worden sind und auch nicht- als vollkommener Blitzschutz angesprochen werden können, weshalb die Ueberlandanlage selbstverständ⸗ lich irgend eine Verantwortung für Blitzschäden nach Ent⸗ fernung der Blitzableiter nicht treffen kann.

Landkreis Gießen.

Oppenrod, 18. Nov. Dem Wehrmann Heinr. Scheld von hier, der mit dem Landwehr⸗Infantecie-Regiment 116 ins Feld zog, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Infolge schwerer Verwundung wurde Scheld aus dem Heeresdienste entlassen.

Kreis Friedberg.

F. C. Friedberg, 18. Nov. Der hessische Bauern⸗ verein hielt hier eine gut besuchte Versammlung ab. In der⸗ selben kam u. a. die städtische Kartoffelversorgung zur Sprache. Es wurde allgemein bedauert, dal manche Kreise ber vorübergehender Knappheit auf dem Kartoffelmarkt die Anklage gegen den dwirt erheben, als wolle dieser mit den Kartoffeln zurückhalten, bis höhere Preise erzielt werden könnten. Außer Betracht werde hierbei gelassen, daß bisher durch das Bestellen der Felder mit Brotfrucht für das nächste Jahr Arbeiten dringlich waren, die keinen Aufschub vertrugen, da sonst die Ernte für das nächste Jahr in Frage gestellt worden wäre. Hätten die Städte Gespanne aufs Land gesso wären bedeutende Kartoffelmengen

her auf den Markt gebracht worden. Das volle Verständnis für die Ursachen mancher bäuerlichen Kriegssorgen fehle leider in städtischen Kreisen, die den Landwirt in seinem Wirkungskreise nur von Hörensagen her kennen. Die Versammlung betonte ein⸗ stimmig, daß die hessischen Landwirte angesichts der jetzigen Zeit⸗ lage sich mit den anderen deutschen Berufskollegen und Berufs⸗ ständen solidarisch fühlen in dem Bestreben, alles zu tun und freudig die Opfer zu bringen, die zum Wohle des Vaterlandes notwendig

7. Butzbach, 18. Nov. In der gestrigen Gemeinderats⸗ sitzung wurden zunächst städtische Obligationen ausgelost deren Verzinsung mit dem 1. Januar 1916 aushört. Die städtischen Grundstücke auf dem Schrenzer alte Baum- anlage sollen umgegraben und wieder mit Gras eingesät werden. Alle alten, nicht mehr tragfähigen Obstbäume sollen ent⸗ fernt und durch junge Bäume ersetzt werden. Die Fasel⸗ haltung wurde dem Gastwirt F. W. Müller dahier auf die Dauer von 9 Jahren verpachtet. Bei der zuständigen Behörde soll um Ueberläaffung von zwei eroberten Geschützen nachgesucht

werden. 5 Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 19. Non Die Lese der Trau⸗ ben hat wohl ziemlich überall in den rheinhessischen Gemarkungen, mit Ausnahme vielleicht von ganz vereinzelten Lagen ihr Ende er⸗ reicht. Der neue Wein befindet sich im Keller und macht seine Gärung durch, die einen ganz normalen Verlauf nimmt. In den Weinbergen ist das Rebholz vorzüglich ausgereift und erweckt so die besten 8 für das nächste Jahr. Die Winzer richten ich auf die terarbeiten und auf die Winterbekämpfung des raubenwicklers. Das Weingeschäft erstreckt sich vor allem auf Rotweine, die sehr gesucht sind. Aber auch Weißweine werden ge⸗ . und umgesetzt. In der letzten Zeit erbrachte das Stück 1915er wein in der mittleren Provinz, so in der Alzeyer Gegend 500550 Mk., in der von Sprendlingen, Frer⸗Laubers⸗ heim, Siefersheim und Hilbersheim 530550 Mk., während 1915er Rotwein sich in dieser Gegend auf 575600 Mk., in Becht⸗ im, Heßloch und Dittelsheim auf 650760 Mk. stellte. Tür das Stück 1913er wurden in Nieder⸗Hilbersheim 540 Mk., in Siefers⸗ heim 570 Mk., für das Stück 1914er in Mettenheim 420 Mk., in Oppenheim 850 Mk., in Alsheim 750 Mk. bezahlt.

Kreis Wetzlar.

ra. Garbenheim, 18. Nov. In diesen Tagen waren es fünszig Jahre, daß durch eine große Fenersbrunst 41 Wohnhäuser, 40 Scheunen und die Kirche eingeäschert und 216 Personen obdachlos wurden. Am folgenden Honntag fand der Gottesdienst auf der Brandstätte statt. Am 16. Mai 1882 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Dorfkirche und am 31. Oktober 1883 konnte dieselbe eingeweiht werden.

ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 18. Nov. In der ernsten Kriegszeit wird eine altgewohnte Hausindustrie, das Spinnen, wieder fleißig betrieben. Mit Recht halten unsere Bauern noch vielsach am Flachsbau und der Schafzucht sest und spinnen oder weben an den Wintertagen ihr Linnen und Garn. In der Gemeinde Schwalbach waren noch regelmäßig zur Winterszeit über 100 Spinnräder im Gebrauch. Auch im Aon eimer Land und auf der Lemp kommen Spinnrad und Webstuhl nach wie vor zur Geltung; dort hat fast jede Gemeinde noch eine Schafherde.

Hessen⸗Nassau.

] Marburg, 18. Nov. Im Anschluß an scharfen Frost trat heute früh hier und im ganzen kurhessischen Oberhessen den ganzen Tag anhaltender Schneefall ein, infolgedessen Feld und Wald ein Gepräge wie im tiefsten Winter tragen.

Biedenkopf, 18. Nov. Der Höchstpreis für Nar⸗ toffeln im Kleinhandel ist im hiesigen Kreise auf 4 Pfg. das Pfund und bei Abgabe von mehr als 20 Pfund bis zu 10 Zentner auf 3.50 Mk. der Zentner frei Keller festgesetzt. Im Großhandel beträgt der Kaufpreis für den Erzeuger frei Bahn 3.05 Mk. und für den Zwischenhändler 3.25 Mk.

der Zenkner. In der betreffenden amtlichen Bekanntmachung schreibt der Königliche Landrat Daniels am Schlusse:Wer entbehrliche Kartoffeln behält, hat kein Herz für die Not unseres Volkes. Unsere Kartoffelernte ist über⸗ reich, es braucht niemand zu darben. Deshalb heraus mit den Kartoffeln.

Frankfurt a. M., 18. Nov. Der Magistrat hat heute mit Wirkung vom 22. bezw. 29. November Höch st⸗ preise für Fleisch⸗ und Wurstwaren festgesetzt. Gegen die bisherigen Preise stellen die heutigen Festsetzun⸗ gen eine erhebliche Herabsetzung dar. Es kostet fortan das Pfund Schweinefleisch mit eingewachsenen Knochen 1.52 Mk. sonst 2 Mk.), frisches Schweinefett 1.90 Mk.(2.40 Mk.), gekochtes Solberfleisch 2 Mk.(2.60 Mk.), geräucherten Knochenschinken 1.75 Mk.(2.20 Mk.), gekochter Schinken 2.90 Mk.(4 Mk.), Gelb⸗, Hausmacherleberwurst und Preß⸗ kopf 1.70 Mk.(2.20 Mk.), Fleischwurst 1.50 Mk.(2 Mk.), Leber⸗ und Blutwurst 1.20 Mk.(1.60 Mk.), Frankfurter Würstchen 1.75 Mk.(2.40 Mk.) und Wurstfett 1.40 Mk. (2 Mk.). Auch für den Verkauf der Fleischwaren nach aus⸗ wärts gelten die Höchstpreise. Für die Zufuhr von Kar toffeln durch die Landwirte nach hier bestimmte die Preisprüfungsstelle, daß die Landwirte bei direkter Anliefe⸗ rung an die Verbraucher für den Zentner nicht mehr als 3.05 Mk. nehmen dürfen, wozu noch 25 Pfg.. Fuhrlohn auf den Zentner kommen. Am hellichten Tage räumten drei verwegene Burschen eine Wohnung in der Moselstraße aus, luden die Sachen auf einen bereit gehaltenen Wagen und verkauften sie an einen Trödler. Als Täter ermittelte man noch am gleichen Tage einen ehemaligen Mieter der Wohnung und zwei Freunde. Das Trio kam in Haft.

W. Kassel, 18. Nov. Wie der Jahresbericht der Landesversicherungsanstalt Hessen⸗Nassau ergibt, hat sich trotz des Krieges das Vermögen um 5 200 073,65 Mark vermehrt. Es betrug am Schlusse des Rechnungsjahres 1914 78 973 736,49 Mark. Von der frei⸗ willigen Ehrengabe an die Hinterbliebenen der infolge des Krieges gestorbenen Mitglieder im Betrage von 250000 Mark waren bis Ende August 179 755 Mark ausbezahlt.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 20. Nov. 1915: Wolkig bis heiter, trocken, etwas kälter.

Letzte Nachrichten.

Siegeszug eines deutschen Unterseeboots.

(WTB.) Berlin, 19. Nov. Amtlich. Eines unserer Unterseeboote hat am 5. November an der nordafrikanischen Küste den englischen HilfskreuzerPara(6322 To.) durch Torpedoschuß versenkt und am 6. November im Hafen von Sollum die beiden mit je zwei Geschützen bewaff⸗ neten englisch⸗ägyptischen KanonenbootePrince Abbas(300 To.) undAbdul Menem(450 To.) über⸗ raschend angegriffen und durch Geschützfeuer ver⸗ nichtet. Dasselbe Unterfeeboot hat das Feuer eines be⸗ waffneten englischen Handelsdampfers zum Schweigen ge⸗ bracht und dessen Kanone als Beute heimgebracht.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

*

Die verzweifelten Anstrengungen der Entente an den Dardanellen.

von Gallipoli zu unternehmen. ö

Joffre in Belfort.

Basel, 19. Nov. Joffre besuchte, wie dieBasler Nach⸗ richten melden, am Sonntag vormittag Belfort. Er hielt dort eine Truppenschau ab und teilte Dekorationen aus.

Die Zukunftssorge Englands.

Amsterdam, 19. Nov.Roschery betonte in seiner Universitätsrede in London, er kenne nichts Entmu⸗ tigenderes als die Tatsache, daß Amerika eine Flotte bauen. wollte von der Größe derjenigen Englands Er könne nicht ver⸗ stehen, warum Amerika sich freiwillig eine Last auferlegen wolle, die, wie sich nach dem Kriege zeigen werde, fast das Rückgrat Eng⸗ lands gebrochen habe.

Schwedischer Besuch in Berlin.

Berlin, 19. Nov. Das Stockholmer Intime Theater beabsichtigt, einen Strindberg⸗Zyklus in Berlin bei Reinhardt aufzuführen, wobei, wie dasBerliner Tage⸗ blatt erfährt, die besten schwedischen Kräfte vertreten sein werden. 8

Die Dentschen in Indien.

Berlin, 18. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Laut Mittei⸗ lung des evangelischen Presseverbandes für Deutschland erhielt die deutsche evangelische Missionshilfe(Berlin- Steg⸗ litz) soeben folgendes Telegramm von derBasler en an e cartBasel, 18. Nov. Mit Sehn⸗ sucht wartete man auf Nachricht, wann die seit längerer Zeit angekündigte Ausweisung der Deutschen in Indien erfolgen würde. Bereits im September hatten die Deutschen zum größten Teil ihre Sachen verkauft, sich reisefertig machen und den Weg ins Gefangenenlager antreten müssen. Nach⸗ dem Anfang Oktober eine Verschiebung der Abreise tele⸗ graphisch gemeldet worden war, hat die Basler Mission aus Bellary eine Nachricht vom 18. Oktober erhalten, derzufolge die 5 der dort gefangenen Deutschen um drei Monate aufgeschoben worden ist. Bestätigt wir 15 Nachricht durch eine Meldung vom 20. Oktober aus Belgaum. Den dort internierten deutschen Frauen aus der Präsidentschaft Bom⸗ bay hat der mit der Aufsicht betraute Oberst ebenfalls mit⸗

eteilt, daß ihre Versendung bis Ende des Jahres oder nfang des nächsten Jahres verschoben worden ist.

42

eegen Felilitklzfett

Auch ais Lsebesgabe jm Fejde begehrt! im Feidpostbrlef portofrei.)