Ausgabe 
(16.11.1915) 270. Erstes Blatt
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wendig.

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. r Ueversuht der Zahlungsergeb⸗

st bis zum 15. Dezember, eine endgültige Zusammen⸗ lung bis zum 15. Januar 1916 dem Kaiserlichen Statisti⸗ chen Amt einzusenden.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 16. November 1915.

Odenwalddichter Karl Schäfer f.

Der weit über Hessens Grenzen hingus bekannte und hochge⸗ schätzte Odenwalddichter Karl Schäfer ist am Samstag hier nach langem Leiden im Al er von 66 Jahren gestorben. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, dessen Ableben allenthalben lebhafte Teilnahme erwecken wird. Im Odenwald, und zwar in Brensbach geboren, hat er nrit innigster Liebe und Begeisterung an seiner engeren Heimat festgehalten und sie unermüdlich in Poesie und Prosa befungen. Von seiner frühesten Jugend bis zu seiner schweren Erkrankung vor mehreren Jahren hat er die herrlichen Wälder und Wiesen durchstreift, jeder Berggipfel und feder Weiler war ihm bekannt und hatte in ihm seinen reund. Er zog nicht wie die meisten Wanderer teilnahmslos durch die Fluren, sondern mit dem offenen Auge des Natürfreundes und dem tiefen Emp⸗ finden für die Schönheiten der herrlichen Gottesnatur. Und zu diefer Freude gesell e sich bei Schäfer ein tieser Sinn und neit⸗ gehendstes Verständnis für die heimatsgeschichtlichen Dinge. Wie er in zahllosen stimmungsvol en Gedich en und vaterländischen Liedern die Schönheiten des Odenwaldes besang, so schuf er in einer ganzen Reihe von Erzählungen und Romanen gehaltvolle ieschichtliche Werke, durch die auch die 5 U des Odenwaldes ich einen ehrenvollen Platz in der deutschen Literatur gesichert hat. Werke, wie derEinsiedler von Auerbach, das in der Zeit Karls des Großen spielt und dasKlosterkind, ein großangelegter Ro⸗

man aus der Zeit der Kreuzzlge, haben in der ganzen deutschen

Presse gebührende Würdigung gefunden. Karl Schäfer war Lehrer von Beruf und nahezu 40 Jahre als solcher vorzugsweise in Darm⸗ stadt tätig; als ihn ein hartnäckiges Augenleiden zum Eintritt in den Ruhestand zwang, wurde ihm außer zahlreichen anderen Ehrungen auch das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. In Darmstadt war Schäfer eine stadt⸗ bekannte und beliebte Persönlichkeit und kein Odenwaldfest verstrich ohne eine neue Gelegenheitsdichtung von ihm, wie ihn auch der Odenwaldklub bei jedem Anlaß auszeichnete. Von seinen zahl⸗ reichen Werken seien außer den schon erwähnten noch genannt: die ersten GedichtsammlungenKnospen undHeiderosen, dan! die Odenwaldgeschichten:Der Falkner vom Rodenstein, dieSage vom Rodensteiner,Die Lindelgret,Heimatlos,Eine Mond⸗ nacht im Odenwald,Die Bachprinzessin,Im Hirtenhaus, Als die Drossel sang und im Jahre 1911 die ErzählungEulen⸗ spiegel im Ode wald Als letztes seirer Werke erschien vor einigen Jahren ein Baud GedichteHeimatlieder, in denen noch einmal

seine ganze Liebe zum heimatlichen Boden ergreifenden Ausdruck findet und der Dichter zugleich in elegischen Worten mit don

Schilderungen von dem Absterben der Natur gewissermaßen das

Empfinden seines eigenen Lebensabends verknüpfte. Karl Schäfer

wird als der hervorragendste Odenwalddichter in der Geschichte

unseres Hessenlandes fortleben und in seinem großen Kreis von

Freunden und Verehrern unvergessen bleiben. n *

» Auszeichnung. Dem Vizefeldwebel der Reserve Heinrich Nicolai aus Gießen, un Infanterie-Aegiment Nr. 30(früher 116) wurde das Eiserne Kreuz verlieben.

Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ 9 hat durch Entschließung vom 10. November d. J. die

ne zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philiyos des Großmütigen dem Wachtmeister und Stationsführer Poter Berth im Großh. Gendarmeriekorps verliehen. Der Groß⸗ herzog hat am 15. November den Präsidenten der Oberrechnungs⸗ kammer Ludwig Ewald auf sein Nach suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und vorzüglichen Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1916 an in den Ruhestand versezt und ihm aus diesem Anlaß den Charakter alsWirklicher Geheimerat mit dem PrädikatExzellenz verliehen. In den Ruhestand versetzt wurde am 10. November d. J. der Lehrer Peter Göckel zu Angers⸗

bach, Kreis Lauterbach, auf sein Nach uchen, unter Anerkennung

seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 16. No⸗ vember 1915 an.

70. Geburtstag. Heute(16. November) vollendet Geheimer Kommerzienrat Dr. Adolf Clem m in Mannheim, ein Sohn unserer Universitätsstadt, einer der bahnbrechen⸗ den chemischen Industriellen Deutschlands, sein 70. Le⸗ bensjahr. Um unsere Universität, namentlich die Uni⸗ versitätsbibliothek, hat er sich durch wiederholte hochherzige Stiftungen hochverdient gemacht.

Be aufsichtigung der Jugend. Man braucht nicht lange durch die Straßen zu gehen, um die von vielen beklagte Wahrnehmung bestätigt zu sehen, daß die herrschende Kriegszeit auch auf dem wichtigen Gebiet der Jugendbeauf⸗ sichtigung böse Lücken gerissen hat. Erst kürzlich wurde an dieser Stelle im Anschluß an die beiden traurigen Straßenbahnunfälle, denen zwei Kinder zum Opfer fielen, einer Zuschrift Raum gegeben, die namentlich dafür eintrat, die Kleinen und Kleinsten von der Straße möglichst fern zu halten und sie auf die Gefahren der Straßenbahn aufmerksam zu machen. Man kann nicht gerade sagen, daß

diese Mahnung von zuständiger Stelle gerade großen Erfolg

5 hat. Nach wie vor sieht man kleinere und größere nder ihre Kapriolen vor und hinter den Straßenbahn⸗ wagen treiben, und es bleibt nur zu verwundern, daß die Zahl der Unfälle bei einem solchen Treiben nicht größer wird. Gar mancher wird zu diesem Kapitel seine eigenen Wahr⸗ nehmungen beisteuern können. Wie groß die Schwierigkeiten sind, die sich heuer durchweg dem geordneten Familienleben entgegenstellen, darf nicht verkannt werden; aber mit den gegebenen Mitteln müßte sich doch mehr erzielen lassen, als wirklich geschieht. Der Krieg darf nicht dazu führen, daß unter unserer Jugend das einreißt, was viele schon Ver⸗ wilderung und Verwahrlosung genannt wissen wollen. Wir 5 folgende Zuschrift wieder:Ueb' Herz und Hand für's

aterland! Aber nicht durch Einwerfen der Straßen⸗ laternen! Das sei den bösen Buben gesagt, welche unter dem Schutze der Dunkelheit und der Mütze einer höheren Schule sich am Samstag abend mit bestem Erfolge bemühten, an der Kinderkinlik eine Laterne einzuwerfen. Es wäre viel⸗ leicht angebracht, wenn sich die Polizei in der angegebenen Gegend umschaute, besonders nachmittags und an schulfreien Tagen. Langsam und allmählich wächst sich die unbeaufsich⸗ tigte Jugend hier und an anderen Stellen zur Landplage aus, die frisch gefüllten Löcher in der Straße werden auf⸗ gerissen, friedliche Spaziergänger, Kinder und Hunde mit Steinen beworfen, Fenster zertrümmert usw. Greift auch einmal einer der Belästigten zur Selbsthilfe und versorgt eine Bubenkehrseite kräftig mit Pfeffer und Salz, so macht das doch nur vorübergehend Eindruck. Weniger schulfrei und

strengere Beaufsichtigung könnte gerade in der Jetztzeit nichts

schaden, wo die Väter fehlen und die Mütter selbst einer Beschäftigung nachgehen, sich also um ihre Kinder meist kaum kümmern können. In der Dunkelheit sollte überhaupt Kin⸗

dern streng verboten sein, sich auf der Straße herumzutreiben.

u erwägen wäre auch, ob es nicht möglich ist, in den freien tunden für die Jugend Beschäftigungskurse ein⸗

zurichten. Unter Aufsicht geeigneter Persönlichkeiten könnten

sie sich dann jedenfalls nützlicher betätigen, als es jetzt viel⸗

8 sach geschieht. Dringende Abhilfe erscheint hier durchaus not⸗

Versteigerung können nur hessische

durchwehten

Stadt und Kreis

2 e Lazarettzeitung. Von diesem ver⸗ dienstvollen Unternehmen, dem kürzlich bereits einige geilen gewidmet waren, ist am 11. November die Nr. 7 er⸗ schienen. Sie enthält einen Aufsatz über die Rentenansprüche der Kriegsbeschädigten, einen solchen überFriegsbeschä digte und Buchbinderhandwerk, einen Arbeitsmarkt für Kriegsbeschädigte, Briefkasten, reichhaltige Rätselecke und gute feuilletonistische Neitpäge aus der Feder von Feld⸗ 5 Ein 9 Gedanke ist es auch, das Deutsch⸗ and aus der Zeit des Tacitus in Uebersetzungen aus dessen Germania vor den Nachfahren erstehen zu lassen. Auch die Gießener Beilage zu der Lazarettzeitung zeichnet sich durch sorgsältig gesichteten und unterhaltsamen Skoff aus. Die Verwundeten dürfte besonders die Ankündigung der mannigfachen Unterrichtskurse in der Gewerbeschule, den Lazaretten und dem Soldatenheim interessieren.

* Der Vorstand des Obst- und Gartenbau⸗

vereins war am Sonntag vormittag zur Besichtigung der an der Wollspinnerei im vergangenen Jahre von ihm verpachteten Gärten versammelt. Es wurde bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß sich die Uebernahme der her⸗ gerichteten 46 Gärten bei einzelnen Pächtern sehr lohnend estaltet hat. Diese haben es verstanden, auf dem ihnen über⸗ assenen Gelände eine vorzügliche Ernte in Frühkartoffeln sowohl wie in Gemüsen zu erzielen; aber auch die übrigen Pächter sind mit den Erfolgen, welche sie für den Anfang gehabt haben, recht zufrieden. Der Vorstand, dessen Tätig⸗ keit gleich nach Ausbruch des Krieges es besonders zu danken ist, daß das Kleingartenwesen in unserer Stadt einen kräftigen Anfang genommen hat, war sich einig, daß die Art, wie er die Sache behandelt, zum Ziele führt und be⸗ schloß, in gleicher Weise wie bisher den Kleingartenbau zu fördern und dafür einzutreten, daß auch seitens der städli⸗ schen Verwaltung die Anlage von Kleingärten kräftig in die Hand genommen wird.

Stadttheater. Mit Rücksicht auf das auswärtige Pu⸗ blikum wird die morgige Vorstellung derFünf Frankfurter schon um ½ 8 Uhr beginnen und um ¼10 Uhr beendet sein.

Oberhessischer Kunstverein. Die emälde-⸗Aus- stellung ist morgen Püttwoch von 11 bis Ullor und am Nachmittag von 2 bis 5 Uhr geöffnet, an den übrigen Werktagen, mit Aus- nahme der Samsta e, von 11 bis 1. Ubr.

e Die Verpflegungsgelder für die im Oktober 1915 in Bürgerwohnun en untergebrachten wanuschasten des Landsturm- Infanterie-Ersatz⸗ Bataillons II(5. und 6. Kompagie) werden! it woch, den 7. November, vormittags von 812 und nachmittags von 25 lIür, im Stadthaus Zimmer Nr. 4 ausbezahlt.

e Im Kreisblatt wird unter Hinweis auf die scharfen Strafbestimmungen noch einmal an die Melde- und Einsendepflicht für Gummibereifungen erinnert. Eine Bekanntmachung betr. die Meldepflicht der dienst⸗ untauglichen Wehrpflichtigen sei ebenfalls der Aufmerksamkeit der davon Betroffenen empfohlen, zumal sie bei dem einen oder andern etwa noch bestehende Unklarheiten beseitigen kann. a

. Pferdeversteigerung. Samstag, den 20, November, vormittags 10 Uhr, kommen auf dem städtischen Schlachthofe in DTarmstadt 50 Stück Beutefohlen, französischen Typs, im Aller von 5 Monaten bis 3 Jahren zur Versteigerung. An der Landwir e teilnehmen. Die Ver⸗ steigerung erfolgt gegen Barzahlung. Eine Rückvergütung auf die Steigpreise wird für diese Fohlen nicht gewährt.

Landtreis Gießen. 3 Grünberg, 15. Nov. Am Sonntag fand hier im Saale desRappen eine von den Verwundeten unseres Lazarettes ausge ührteV aterländische Veranstal⸗ tung statt. Es fanden zwei Vorstellungen statt, eine am Nachmittag für Kinder und Auswärtige, und eine am Abend für die hiesigen Bewohner. Der Erlös der beiden Vorstellungen, die überaus zahlreich besucht waren am Abend etwa 500 Personen soll zum Besten des hiesigen Lazaretts verwandt werden. Den Hauptteil der Veranstal⸗ tung bildeten die beiden von echt. Geiste TheaterstückeIm Zeichen des Roten Kreuzes undWeihnachten in Feindesland, die von den Verwundeten, sowie den freiwilligen Helferinnen am Laza⸗ rett sehr gut dargestellt wurden. Einige gut vorgetragene vierstimmige Chöre der Verwundeten, sowie mehrere Duette und Sologesänge hiesiger masikalischer Kräfte bildeten eine würdige Umrahmung der wohlgelungenen, auf einen ernsten Ton gestimmten Veranstaltung.

b Kreis Büdingen. z Büdingen, 15. Nov. Tas Eiserne Kreuz erbielt der Feldvo setretär Seppelt 8 A Usenborn, 15. Nov. Das dessische Sanitätskreuz erhielt der Assistenzarzt Luzius im Landwehr⸗Infanterie-Reu⸗

ment 7. 3 A Blofeld, 15. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Wehrmann Koburger im 21. Pionier- Bataillon.

Hessen⸗Nassau.

15. Nov. Von morgen ab sind auch für arburg Höchstpreise für Speise⸗ kartoffeln festgesetzt worden. Sie betragen in der Stadt im Kleinhandel 4 Pfg. für das Pfund, bei Verkäufen von 110 Zentnern durch den Erzeuger frei Haus 3.50. Mk., durch den Händler 3.75 Mk; für den übrigen Teil des Kreises durch Erzeuger oder Händler im Kleinverkauf 4 Pfg., bet Mengen bis zu 10 Hentnern für den Erzeuger 3.10 Mk., für den Händler 3.30 Mk. Bei Stellung der Säcke dürfen für diese 10 Pfg. zugeschlagen werden. Höhere Preise dürfen weder gefordert noch gegeben werden. Bei den Ba Stadtverordneten⸗Ergänzungswahlen er dritten Wählerklasse wurden die ausscheidenden Stadtver⸗ ordneten Metzgermeister Keppler, Lohgerbermeister Weintraut und S uhmachermeister Krantz wieder⸗ gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach.

Frankfurt g. M., 15. Nov. Vor einer Wirtschaft im Stadtteil Niederrad kam es in der vergangenen Nacht zwischen mehreren Arbeitern zu Streitigkeiten, in deren Verlauf der verheiratete Eisendreher Karl Schulz von einem Gegner, dessen Persönlichkeit bislang nicht er⸗ mittelt werden konnte, durch einen Stich ins Herz ge⸗ tötet wurde. Gegen eine große Anzahl von Klein⸗ händlern, die für einzelne Sorten Kartoffeln, be⸗ sonders Salatkartoffeln, erheblich höhere Preise verlangt hatten, als durch die Höchstpreise vorgeschrieben sind, wurde das Strafverfahren wegen Wuchers eingeleitet.

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An versitäts⸗ Nachrichten. Frankfurt a. M., 15. Nov. Für die innere Gestaltung

der Unive sität sind nunmehr nach Verlauf des ersten Jahres die sesten Grundlagen geschaffen worden. Die Vorschristen für die Studierenden, die Satzungen der Fakultäten, die Promotions: und Habilitations⸗Ordnungen erhielten ihre endgültige Form. Als eine Vesonderheit der Universität muß die weiten Kreisen erschlossene Möglichkeit zu allgemeiner Bildung hervorgehoben werden, die

durch die neuen Bestimmungen üver Gasthörer und Besucher ae⸗

boten wird. In Znkunst wird Über alle wichtigen Vorkommnisse

an der Un verstat, uber ire Gelanae von der d rundung ait eine besondere Zeitschrist unterrichten, die den Titel Fran k⸗ furter Universttäts-Chrontk führt. Das erste Hest er⸗ scheint bereits in den nachsten Tagen.

Märkte. f

Geben, 16. Nov. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte lostete: Butter das pid 1, 0,00, Hühnereier das Siück 1720 Pig., Käse das Stück 79 Pfg., Käsematte 1 Stück 30 Pig.) Kartoffeln der Zentner 3,75 bis 0,00 Mark, Milch das Liter 26 Pig. Aepfel der Zentner 6 bis 8 Ml., Spinat

20 2 Pig. das Pfund; Wirsing 10-15 Pfg. das Stück, Gelbe⸗ rüben 1012 Pennig das Pfund, Rotkraut 1525 Pfennig das Stück, Rotenkohl 20-25 Pfg. das Pfund, Kohlrabi 6 bis

8 Pa. das Stück, Weißkraut 1525 Pig. das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfa, bessere(0-00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 78 Pfg., rön isch Kohl 68 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 2728 Mk. Rüsse 100 Stück 4050 Pig. Blumenkohl 20-50 1g Tomaten d. Pfd. 253 Pig. Sellerie 0-10 Pig. d. St. Endivien 1012 Pfg. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.

Herborn, 15. Nov. Auf dem heute abgehaltenen 13. dies- jährigen Markte waren aufgetrieben 104 Stück Rindvieh und 56 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen 1. Qualitat 60-40 Mk., 2. Qualuät 00 00 Mark, Kühe und Rinder 1. Qualität 170120 Mk., 2. Qualität 90-95 Mark für 0 Kilo Schlacht ewicht. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 5880 ik. Läufer 100 120 Pk. und Eimlegschweine 14 210 Mk. das Paar. Der nächste Markt findet am 6. Dezember 1915 statt.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 17. Nov. 1915: Wechselnd bewollt, mein trocken, Temperatur wenig geändert.

Letzte Nachrichten.

Eine Entscheidung Griechenlands gegen die Entente?

1 16. Nov. Entgegen anderslautenden Meldungen er⸗ fährt der Korrespondent desEcho de Paris, daß die Entschei⸗ dung in der Frage er Entwaffnungder Ententearmee, falls sie auf griechisches Gebiet verfolgt werden sollte, bereits ge⸗ fallen sei und zwar gegen die Entente.

i Entspannung in Rumänien.

Wien, 16. Nov. Aus Bukarest wird gemeldet, daß ru⸗ mänische Studenten, die im Auslande studieren, und die infolge der bedrohlichen politischen Lage nach Rumänien zurück⸗

ekehrt waren, von dem Kriegsminister die Erlaubnis erhalten ben zur Fortsezung ihrer Studien das Land wieder zu ver⸗ assen.

Japanische Spione in Bulgarien.

Lugano, 16. Nod. In der Umgebung von Dedeagatsch und Porto Lagos tauchen zahlreiche Japaner auf, die über Griechenland eintrafen, anscheinend als Kriegshilfsarbeiter, Kut⸗ scher und Träger. Da sie verdächtig sind, wurden mehrere verhaftet und im Landesinnern interniert. Mehrere wurden aus Bulgarien ausgewiesen.

Lord Fisher wieder erster Lord der Admiralität?

Haag, 16. Nov. DieDaily News meldet, daß in parlamentarischen Kreisen der Plan, Lord Fisher wieder um ersten Lord der Admiralität zu ernennen, lebhaft be⸗ ee werde.

Die revolutionäre Bewegung in Indien.

Kopenhagen, 16. Nov. Die Meldungen über eine Aus⸗ dehnung der revolutionären Bewegung in Indien werden durch in Petersburg eingetroffene Berichte aus japanischer Quelle bestäligt. In Schanghai befinde sich der Hauptsitz der antienglischen Propaganda. Von dort aus sind in den letzten Monaten Flug⸗ schriften gegen die englische Regierung in Indien sowie Waffen und Munition eingeschmuggelt worden.(Nach glaubwürdigen Mel⸗

dungen sind die Japaner selbst die Schürer der Bewegung.)

Verlobung einer Tochter des Erzherzogs Friedrich. Berlin, 16. Nov. Wie derBerliner Lokalanzeiger er⸗ fährt, hat sich die Tochter des Armeeoberkommandanten Erzher⸗ og Friedrich, Erzherzogin Isabella, die als Schwester rmgard beim Roten Kreuz tätig ist, mit Professor Wil⸗ helm Albrecht, einem Wiener Arzt, verlobt. Erzherzogin Ifabella ist am 17. Oktober 1888 in Preßburg geboren Im Jahre 1912 vermählte sie sich mit dem Prinzen 1 von Bayern. Die Ehe wurde aber nach kurzer Zeit für nichtig erklärt und aufgelöst.

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