Ausgabe 
(16.11.1915) 270. Erstes Blatt
Seite
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Der Gleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: dlermal wöchentlich Sießener Familienblätter; wennal wöchentl. Kreis⸗ lattfür den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ wirischaftliche 8eitfragen Fernsprech⸗ Anschlusse: für die Schrütleunung 112 Verlag, Geschäfts stelleö! Adresse für Drahtnach richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnunumer bis zum Abend vorher.

General⸗ Anzeiger für Oberhesse

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.-Buch⸗ und steindruckerei R. cange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7.

Dienstag, 10. November 1015

Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50. durch Ubhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.: durch die Vost Me. 2.30 viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt⸗

[chriitleiter: Aug. Chetz. Verantwortlich für den polinschen Teil und das Feuille ton: Aug. Goet; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H.. Beck, sämilich in Gießen.

* (TB.) Großes Hauptquartier, 15. November. (Amtlich.) f

Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich von Ecurie wurde ein vorspringender französischer Graben von 300 Meter Breite nach heftigem Kampfe genommen und mit unserer Stellung verbunden. Auf der übrigen Front keine Ereignesse von Bedeutung.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

In der Gegend von Smorgon brach ein russischer Teilangriff unter schweren Verlusten vor unserer Stellung zusammen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Nichts Neues.

Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Im Anschluß an den Einbruch in die feindliche Linie hei Podgacie griffen deutsche und österreichisch⸗ungorisch⸗ Truppen gestern die russischen Stellungen auf dem Bestufer des Styr in ganzer Ausdehnung an. Die Russen sind geworfen. Das westliche Ufer ist von ihnen gesäubert.

5 Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Verfolgung blieb überall im Fluß. Gestern wurden im ganzen über achttausend fünfhundert Gefan⸗ 17 ne und zwölf Geschütze eingebracht, davon durch die ulgarischen Truppen etwa siebentuusend Mann und sechs

Geschütze. Oberste Heeresleitung.

***

Wir dürfen uns heute in politische Betrachtungen über die Zukunft Polens noch nicht verlieren, und es hätte auch keinen Zweck, die Eröffnung der polnischen Hochschulen

weitgehend ausdeuten zu wollen. Die deutsche Regierung hat über ihre Absichten und Ziele noch nichts verlautbart und worauf es ihr bei der akademischen Feier in Polens Hauptstadt ankam, das hat der Generalgouverneur mit ein paar kurzen Worten gesagt:Beide Hochschulen sollen die Jugend des Landes aus der Unruhe und unfreiwilligen Muße der schweren Zeit des Krieges wieder in die Bahnen friedlicher und fruchtbringender geistiger Tätigkeit zurück⸗ führen. Briefe aus Belgien haben uns schon sehr viel früher darauf ee daß dort in gleichem Sinne ge⸗ arbeitet wird. Deütsche Offiziere haben mit Lust und Liebe die zeitweilige Rolle als Lehrer übernommen, um die Ju⸗ gend von dem Gefahren bergenden Leben auf der Straße zu erlösen.. 5

Im allgemeinen ist es doch nur der Stolz auf deutsche Arbeit und Kultur, den wir als Triebfeder für diese Werke des Friedens über unserer Ost⸗ und Westgrenze erkennen wollen. Daß an den polnischen Hochschulen die polnische Sprache als Lehrsprache angewendet wird, darf nicht als ein hochpolitisches i ausgelegt werden. Es wäre sehr unklug, wenn die deutsche Verwaltung in dem besetz⸗ ten Gebiete die nationalen Eigentümlichkeiten der ansässigen Bevöllerung, vor allem die Sprache, ausblasen und beseitigen wollte. Es bleibt ihr auf alle Fälle ein sehr großes Feld, um der deutschen Kultur und dem deut chen Ansehen auch bleibende Stätten in dem eroberten Osten zu gründen. Deutschland kommt, das wird den Polen jetzt gezeigt, nicht als rauher, gewalttätiger Eroberer. Der Gegensatz zum Russentum muß in fühlbarer und anschaulicher Weise zur Geltung kommen. Der fortschrittliche Abg. Dr. Wiemer, der mit anderen Parteifreunden eine Insormationsreise in das Generalgouvernement Warschau unternommen hatte, er⸗ zählt in derVoss. Ztg. seine Eindrücke, von denen wir, un⸗ gemischt mit politischem oder kritischem Beiwerk, einiges hier wiedergeben wollen:

Die Verwaltung der von uns besetzten Gebiete im Osten ist vor eine Fülle neuer und schwerer Aufgaben gestellt. Die Fahrt durch das Generalgouvernement Warschau hat bei den Teilnehmern der Reise den Eindruck hinterlassen, daß unter schwierigen Ver⸗ hältnissen tüchtige Arbeit erfolgreich geleistet wird. Die Schwierigkeit der Verwaltung eines okkupierten Landstrichs in der Kriegszeit, in der das erste Gebot die Wahrung deutscher und insbesondere militärischer Interessen ist, wird erhöht durch die Eigenart der Bevölkerung in Polen, durch mannigfache Gegensätze und Parteiungen im Lande, wie insbesondere durch den Umstand, daß 70 v. H. der Bevölkerung Analphabeten sind. Schon allein die Zählung der Bevölkerung, um notwendige Grund⸗ lagen für Verwaltungsmaßnahmen zu gewinnen, stößt auf erheb⸗ liche Schwierigkeiten; Versuche, wenigstens durch Strsche zu zählen, sind auch nicht völlig gelungen. In Warschau findet am 30. No⸗ vember die Volkszählung statt, die unter Mitwirkung von

5 1 von Zählpersonen mittels Zählkarten vorgenommen werden soll.

Es ist selbstperständlich, daß bei einer Bevölkerung, deren Mehrheit nicht lesen und schreiben kann, die Verwalkung in erster Reihe den Schulfragen Aufmerksamkeit und Fürsorge uwendet. Die oberste Leitung und Aufsicht über das gesamte

nterrichts- und Erziehungswesen steht der Zivilverwaltung zu und wird durch die von ihr bestellten Organe Schulauffichtsbehör⸗ den) ausgeübt. Die Einrichtung von Privatschulen jeder Art und besonderen Lehrkursen ist nur nach vorher eingeho'ter Genehmigung der deutschen Zivilverwaltung zulässig. Sämtliche Volks⸗ und mittleren Schulen im Verwaltungsgebiete sind den Kindern aller inwohner ohne Einschränkung und ohne Unterschied des Glaubens⸗ t ugänglich. 291 die Volksschulen bleibt jedoch wie

satz der Konfessionalität maßgebend.

Eine russische niederlage am Styr. 1 Eröffnung der Hochschulen in Warschau..

Die Verunglimpfungen, die uns von den romanischen Völkern entgegengeschleudert werden, wobei uns Verwi l de⸗ rung, Barbarentum vorgeworfen wird, bedürfen keiner Widerlegungen durch Worte mehr. Der Krieg ist freilich ein blutiges und hartes Handwerk, und er wird ja auch von unseren Feinden, wie so vielfach nachgewie sen worden ist, nicht mit Handschuhen gefahrt, im Gegenteil, Gefühllosig⸗ eiten, Verte gegen soldatische Moral und Ehre, waren auf der gegnerischen Seite so stark vertreten, daß die deutschen Truppen häufig in schwierigste Konflikte kommen mußten. Auch unsere Bundesgenossen vor der italienischen Front lernen jetzt die Fampfmittel unserer Feinde zur Genüge kennen, denn die Italiener haben den Franzosen gar vieles abgeguckt. So erheben die ftalsonchen Blätter jetzt ein großes Gezeter übe ö err ich ech Barba e, weil unter den Vol ben, die auf militärische Anlagen e. Hestung Veuedig gewor en wurden, eine die Kirche Santa Maria degli Scalzi mit dem darin befindlichen Deckengemälde Tiepolos beschädigte. Aus dem Wiener Kriegspressequartier werden diese Vorhaltungen durch ein paar erquickende, kräftige Sätze abgewiesen:

Zur Ehre der menschlichen Vergunft mag zugegeben werden, daß die Jaliener uur Entrüstung heucheln, um auf das sih nik verleugnende Gemüt der Barbaren zu spekul eren, denen Kunst⸗ schätze stets ein heilig Gut waren. Es möchte ihnen passen, daß wir in Hiakunft ihre ntilitärischen Rüstungs kärten aus Be⸗ sorgnis, durch Feh treffer Kunstschätze zu beschädigen, ungeschoren ließen. Di ze Sentimetalität haben uns aber die Feinde grünß⸗ lich abgewö idem sie in diesem uns aufezwaengenen Kampfe vor keinem Mittel zurückschreckten, das uns ihrer Meinung nach

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nur irgendwie schaden könnte Wir empfinden den idee en Ver ust, der die ganze geit ete Welt durch de Ver⸗ nichtung von Kunstwerken trifft, schmerzlich, doch wird

er Schmerz durch die Tatsache gemildert, daß ein tückischer Feind materiellen Schaden erleidet, wenn ihm das Erbe großer Vorfahren durch die Kriegsereignisse geschmälert wird, ein Erbe, das ihm we⸗ niger aus Kunstbegeisterung, denn als ergiebige Ein⸗ F von Trinkgeldern und als Fremden⸗ lockungsmittel lieb und teuer ist. Das klingt ganz deutsch, und der Hinweis auf die Trinkgelder wirkt so boshaft und grimmig nicht, als daß er nicht eine stille, zustimmende Heiterkeit auszulösen ver⸗

möchte.

***

Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht.

Wien, 15. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. November 1915. 5

RNussischer Kriegsschauplatz.

Die Kämpfe bei Czartorysk hiben gestern den vollen Erfolg herbeigeführt. Der geschlagene Feind wurde aus dem Strybogen über den Fluß zurückgeworfen. Bei seinem eiligen Rückzuge hat der Gegner alle verlorenen Ort⸗ schaften angezündet. g

Hierdurch haben die vierwöchigen zähen und ruhmvollen Kämpfe um Czartorysk ebenso zum Rückzuge der Russen in ihre ursprünglichen Stellungen geführt, wie die seinerzeit von den russischen Trupen hoffnungsvoll angekündigten Durch⸗ bruchsversuche bei Siemikowce an der. Strypa.

Die schon gestern angegebene Beute erhöhte sich.

Sonst sind keine nennenswerten Ereignisse zu ver⸗ zeichnen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die feindliche Angriffstä igkeit an der Jsonzofront hat gestern, vielleicht infolge des strömenden Regens, sicht⸗ lich nachgelassen. Im Abschnitte der Hoch läche von Doberdo wurde jedoch heftig weiter g⸗kämpft.

Am Nordhange des Monte San Michele gelang es den ee e wieder in eine durch schweres Artilleriefeuer geschlagene Lücke unserer Stellung einzudringen. Starke feindliche Kräfte, die abends nördlich dieser Einbrucßsteste

um Ang siff vorg ngen wurden blu i! abg wies en. Hier uf fette unser Angriff ein, der das verlorene Frontstück voll⸗ ständig zurückgewann und dem Feinde außerordentlich große Verluste zufügte. Auch ein starker italienischer Angriff gegen den Monte dei sei Busi brach wie alle früheren zu ammen.

Durch die n von Görz wurden bisher 58 Zivilpersonen getötet, 50 verwundet, etwa 300 Häuser und fast alle Kirchen und Klöster schwer be⸗ schädigt.

Eines unserer Fliegergeschwader belegte neuerdings Verona mit zahlreichen Bomben..

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Alle Armeen verfolgen. Nur stellenweise hält noch der Feind. Unsere Visegrader Grupye hat die Monte⸗ negriner über den Lin zurückgeworfen und Skolovac, sowie die östlichen Anhöhen erreicht.

Bei der Armee v Köveß wurden wieder 850 Gefangene eingebracht und zwei Maschinengewehre erbeutet.

Im Toplica⸗Tale ist Prokuplje erreicht.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. ***

Die Zurückwerfung der Russen über den Styr.

Berlin, 16. Nov. In einem Bericht desBerliner Tage⸗ blatt über die Zurückwerfung der Rissen über den Styr heißt

es u. a.: In Ausnutzung ihres Erfolges am Styr⸗Brücken⸗ kopf hat Linsingens Nordarmee die Russen nunmehr

vollen Monat hindurch immer wieder erneuerten Durchbruchs⸗ versuchen der Russen ein Ende gemacht. Nach manchen Wechsel⸗ fällen gelang es der durch ostpreußische und kurhessische Regimenter verstärkten kaiserlichen und königlichen Armee, bei Kalodia und bei Komarow die Russen an den sumpfigen Styr zurückzudrängen. Der Kaiser bei den Truppen in deu Pripetsümpfen.

Berlin, 14. Nov. Aus dem Großen Haupt⸗ 73 quartier wird uns geschrieben: J

Der Kaiser weilte am Anfang der letzten Woche bei unseren Truppen in den Pripetsümpfen. Nachmittags fuhr er im Bahnhof Brest⸗Litowsk ein. Der Bahnhof selbst ist eine Ruine, auf dem die deutsche Kriegsflagge weht. Vor den aufgeräumten Trümmern stand die Ehrenkompagnie, 1 von einem bei Brest⸗Litowsk liegenden Landstürm⸗ ataillon. Unter den Klängen der Nationalhymne schritt der Taiser nach Begrüßung der unmittelbaren Vorgesetzten die Front der ergrauten Soldaten ab und ließ die Kompagnie im Parademarsch vorbeimarschieren. Haltung und Ausse 5 der Leute war vorzüglich, stramm aufgerichtet blickten sie ihrem obersten Kriegsherrn ins Wige. 1 13

Dom Bahnhof begab sich der Kaiser im Kraftwagen zur Zitadelle. Hier hatte er beim Manöver im Jahoe 1886 alas Gast des garen gewohnt. Was die Russen bei der Schnellig⸗ keit der Räumung der Festung zerstören konnten, haben sie zerstört. Die ausgedehnten Kasernen der Zitadelle liegen in Trümmern. Auch bei dem Fort Kowaljewo, wohin die Fahrt weiter ging, sind die Betonbauten zum Teil gesprengt, zum Teil aber ebenso wie die Hindernisse noch voll erhalten. Dann ging die Fahrt am 5 7. 045 Pugatschewo vorbei

zur Stadt. Brest⸗Litowsk, noch vor wenigen Wochen eine von 60000 Einwohnern bevölkerte Stadt, ist zu vier Fünfteln verbrannt. Die Russen haben Hab und

Gut der Bevölkerung planmäßig vernichtet und die Bevölke⸗ rung mit sich ins Elend weggeschleppt. Im Bereiche der Festung gibt es keinen einzigen Landesbewohner mehr, nur Sp aller Gattungen bildeten in den Ruinenstraßen palier. 1

Am nächsten Morgen traf der Kaiser vorn in der Front in Pinsk ein. In der von den Russen für ihren Rilckzug neuangelegten Haltestelle Pinsk⸗Wald verließ er den Zug. Die trübe Novemberstimmung des Vortages hatte trahlen⸗ dem Hohenzollernwetter Platz gemacht. Auf dem Bahnhofe stand die Ehrenkompagnie, diesmal gestellt von jungen Soldaten. Hinter dem Bahnhof reihten sich in Parade 5 mehrere Brigaden der Bugarmee. Vom brausenden Hurra vieler tausend junger Soldatenkehlen begrüßt, schritt der Kaiser die Front der Truppen ab, deren Haltung und Aus⸗ sehen dem obersten Kriegsherrn die unerschütterte Kraft und den unverminderten Siegeswillen seiner T eigte, trotz der gewaltigen Leistungen der Verfolgung und

es 5 stattfindenden Stellungskampfes in unwirtlichsten Gegend. 5 75

Von hier begab sich der Kaiser zu einem kurzen der Kathedrale nach Pinsk. Auf den Straßen drängte sich, anders als in Brest⸗Litowsk, das Volk der 4050 000 Ein- wohner zählenden Stadt. Die Weiterfahrt führte den Kaiser bis in die Stellungen der Truppen östlich Pinsk, am Schilf⸗ meer der Pripetsümpfe. Auf den Sanddünen am Ostufer des Strumen und der Jasiolda waren die russischen Stellungen und Hindernisse sichtbar.

Am Abend des Tages fuhr dex Kaiser, der den Truppen 75 seine Freude über ihre vorzügliche Verfassung und seinen Dank für ihre Leistungen hakte übermitteln lassen, über Brest⸗Litowsk zu einer anderen Armee auf dem östlichen Kriegsschauplatze. 9 5

Baron Burian und Herr v. Bethmann⸗Hollweg.

Wien, 15. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) DiePolit. Korresp. meldet: Der jüngste Aufenthalt des Ministers des Aeußern Baron Burian hat ihm und dem deutschen Reichskanzler Gelegenheit zu längeren Unterredungen geboten. Solche Zusammenkünfte haben, wie bekannt, zwi⸗ schen den beiden Staatsmännern schon wiederholt statt⸗ gefunden und jedesmal erfreulicherweise die zwischen f Verbündeten herrschende Uebereinstimmung der Auffassung festzustellen gestattet. Man darf annehmen, daß auch dies⸗ mal die durch den Krieg aufgeworfenen allgemeinen Fra⸗ gen und Probleme besprochen und die Lösung, die sie er⸗ heischen können, in 1 gezogen wurden. Eine be⸗ sondere Angelegenheit oder bestimmte Abmachungen als Grund der Berliner Reise des K. und K. Ministers des Aeußern anzunehmen, liegt kein Anlaß vor. Baron Burian ist, wie verlautet, von den Eindrücken seines Berliner Auf⸗ enthalts sehr befriedigt zurückgekehrt..

Sendungen für unsere Truppen im Südosten.

Berlin, 13. Nov.(WTB. Amtlich.) Die Frei⸗ gabe des Privatpaket⸗ und Frachtstückgutver⸗ kehrs zu den Truppen in Serbien ist in absehbarer Zeit in beschränktem Maße zu erwarten. Schon jetzt sind für einzelne Verbände günstige Beförderungsmöglichkeiten vorhanden oder in Aussicht. Damit diese Gelegenheiten ge⸗ gebenenfalls ausgenutzt werden, empfiehlt es sich, besonders dringende Sendungen für Angehörige der Truppen im Süd⸗ osten unverzüglich den zuständigen Militärpaketdepots zuzu⸗ senden. Bei Zweifeln über die Zuständigkeit des letzteren wird eine Anfrage beim nächsten Militärpaketdepot mittels der bei allen Postanstalten erhältlichen grünen Doppel⸗ karten empfohlen.

über den Fluß selbst zurückgeworfen und damit auch diesen einen

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