Ausgabe 
(11.11.1915) 266. Erstes Blatt
Seite
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100 Kilogramm herabgesetzt worben. Wie die Erfahrung 5 hat, eignet sich ieses Hartoffelmehl vorzüglich zu ck⸗ und Kochzwecken.

* Einmalige Mehlausgabe. Wie aus der in vorliegender Nummer enthaltenen Bekanntmachung des Oberbürgermeisters ersichtlich ist, kann jeder Brotmarken⸗ empfänger demnächst gegen eine besondere Bezugsmarke 500 Gramm Weizenmehl erhalten. Die Karten wer⸗ den am Samstag von 812 und von 26 Uhr bei den Brotmarkenausgabestellen verabfolgt. Die Zeit der Mehl⸗ ausgabe wird noch besonders bekannt gegeben.

Verteilung von br

rot). Die Landesverteilungsstelle für Futtermittel hat mit Ausschreiben vom 6. November sämtlichen örtlichen Verteilungsstellen mitgeteilt, daß so bald wie möglich den Milchwirtschaften, die Frischmilch nach der Stadt liefern, Getreideschrot(hauptsächlich e e werden soll. Zwischen ländlichen und städtischen Micchwirt⸗ schaften wird hierbei kein Unterschied gemacht. Es kommt vielmehr darauf an, daß durch die Lieferung von Getreide⸗ schrot eine möglichst große e zu angemessenen Preisen gesichert wird. In erster Linie werden die ausschließ⸗ lich auf Kraftfutter angewiesenen Abmelkwirtschaf⸗ ten, die durch die Entziehung von Naßtrebern, Trocken⸗ trebern, nassen Schnitzeln usw. in eine Notlage kommen, Berücksichtigung finden. Weiter sind 1 5 5 Milchwirt⸗ schaften, die für Abgabe von Säuglings milch ein⸗

gerichtet und einer sanitären Aufsicht unterstellt sind, be⸗ sondere Beachtung zu schenken. In einem Fragebogen, der sämtlichen örtlichen Verteilungsstellen des Landes zugeht, ist längstens bis 20. November zu berichten: 1. Welche Milchviehhalter liefern Milch nach der Stadt? 2. Wohin wird die Milch geliefert, welche tägliche Menge wird abgeliefert und welche Menge Getreideschrot wird verlangt? Von einer raschen Erledigung der gestellten Fragen ist die Ablieferung des Getreideschrotes abhängig.

n Städtischer Wildbretverkauf. Der Verkauf von Wildfleisch im Laden des Hoflieferanten S Feine x am Seltersweg hatte einen so starken Zuspruch, daß heute morgen zwischen 6 und 8 Uhr der ganze Bestand, 15 Rehe, ausverkauft war. 1

* KHabale und Liebe. Einem ausverkauften Hause bot das Stadttheater gestern abend eine gang a usgezeich⸗ nete Aufführung von SchillersKabale und Liebe. Wir werden in der morgigen Nummer ausführlich darauf zu sprechen kommen.

* Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer⸗ wehren wurde verliehen an Franz Dresie, Franz Hellbauer II., Johann Wahl II., sämtlich zu Mainz- Weisenau.

e Sammelt Zeitungs⸗ Romane! Die Zei⸗ tungsabteilung des Zentralkomitees der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die im Felde stehenden Truppen und die Verwundeten in den

Lazaretten des Etappen⸗ und Operationsgebietes mit Zei⸗ tungen, Zeitschriften, kleinen Schriften und Broschüren aller Art zu versorgen, befördert seit einem Jahr regelmäßig zweimal wöchentlich Sendungen von je 50000 bis 60 000 Stück des obengenannten Lesestoffs nach sämtlichen Etap⸗ pen des östlichen und westlichen Kriegsschauplatzes. Bisher sind auf diesem Wege über 8 Millionen Exemplare ins Feld geschickt worden. Wie die Zeitungsabteilung nun aus zahl⸗ reichen Zuschriften und Danksagungen aus dem Felde und den Lazaretten entnimmt, werden gute Romane und Novellen aus den Tageszeitungen mit besonderem Interesse von unseren Truppen gelesen, weil sie die »Kämpfer auf kurze Zeit die Anstrengungen und Gefahren vergessen lassen. Die Zeitungsabteilung richtet deshalb an alle Zeitungsleser die herzliche Bitte, die Unterhaltungs⸗ blätter und die einzelnen Romanteile aus den Zeitschriften auszuschneiden, zu sammeln und, möglichst in biegsamen. Karton geheftet, an die Adresse der Zeitungsabteilung des Zentral⸗Komitee vom Roten Kreuz, Berlin SW. 11, Ab⸗ geordnetenhaus, Prinz⸗Albrecht⸗Straße, gelangen zu lassen. Es wird jedoch gebeten, um der Zeitungsabteilung, die nicht über zahlreiches Personal verfügt, die Arbeit zu erleichtern, nur vollständige, gut zusammengeheftete Romane(Angabe der Zeitung erwünscht) einzusenden. Auch ältere gesammelte Romane, sowie die illustrierten und humoristischen Beilagen der Tageszeitungen werden dankbar angenommen.

n Unberechtigte Klagen über Na rungsmit⸗ tel. Es ist höchste Zeit, daß die unberechtigten Klagen über die Beschaffenheit der vom Kommunalverband, von der Stadt und an⸗ deren Stellen bezogenen Waren aufhören. Es ist diesen Stellen nur mit großer Mühe und mit vielen Opfern gelungen, die Waren der Bevölkerung, besonders den ärmeren Familien zu annehm⸗ baren Preisen zuzuführen. 105 Interesse der Allgemeinheit ist es daher zu wün 1 5 daß der Mund derFeinschmecker endlich verstummt. In vielen Fällen urteilen die Leute, ohne vorher die Beschaffenheit überhaupt geprüft zu haben, in der Annahme,

Lunbkreis Gießen.

u. Heuchelheim, 11. Nov. Morgen, Freitag, abends 8 Uhr, wird Herr Hofrezitͤtor Neander im Auftrag des Flotten vereins in der Wirtschaft zum Treppchen einen Vortrag über Deutschlands Feinde und Siege zur See, mil Licht⸗ bildern halten. Nachmittags 5 Uhr findet eine Schülervorstellung liber dasselbe Thema statt.

. Obbornhofen, 10. Nov. Dem Maurermeister und Landwirt Joh. Weil wurde mitgeteilt, daß sein Sohn Hermann den Tod füns Vaterland in Serbien gestorben ist. Der Tote war erst seit diesem Herbst verheiratet. Der Witwe Hahn ging ein Brief an ihren Sohn mit dem VermerkVermißt zu. Ihre beiden Söhne sind nun als vermißt gemeldet.

Kreis Friedberg.

F. C. Butzbach, 10. Nov. Von den hlesigen Realschülern

wurden wiederum 1120 Mart Gold gegen Papiergeld um-

getauscht. Kreis Wetzlar. F. C. Wetzlar, 10. Nov. In der letzten Stadt⸗ verordnetensitzung wurde beschlossen, sich an der Lebens- mittel⸗Cinkaufsgesellschaft, Sitz Limburg, mit 3500 Mk.

zu beteiligen. Hessen⸗Nassau. ra. Rodheim a. d. Bieber, 10 ov. Der Katasterkontrolleur, Steuerinspeltor König Wetzlar(früher hier in Rodheim ist durch Verügung der Königl. Regierung zu Koblenz mit der Ver- waltung des Katasteramts zu Braunfels beaustragt worden.

l! Marburg, 10. Nov. Ten Cheleuten Koppel Strauß und Frau, geb. Saun, welche heute ihre diamantene Hochzeit seiern konnten, wurde die goldene Ehejubiläums⸗ Medaille wit der Zahl 60 verliehen. Ueber das Vermögen der Gesellschat mit beschränkter HaftungKaiser⸗-Automat und Licht spiele ist das Konkursverfahren eingeleitet worden. Da- mit hat das einzlae Unternehmen dieser Art am hiesigen Platze, trotzdem es seine Räume in der verkehrsreichen Bahnhofstraße hatte, den Betrieb eingestellt.

J Biedenkopf, 10. Nov. Die in letzter Zelt in den Hinter- länder Jagdgründen abgehaltenen Treibjagden bringen reiche Jagdbeute. So wurden bei eier Treibjagd in der wemarkung Gönnern 49 Rehe, 81 Hasen, 8 Füchse. 1 Dachs und eine Anzahl Haselhübhner und Schnepfen zur Strecke gebracht.

Biedenkopf, 9. Nov. Diebe haben in einer hiesigen Metzgerei für ca. 60 Mark Fleisch und Wurst gestohlen. Gestern früh wurde das Schlachthaus eines Metzgers in Eckelshausen erbrochen und eine große Menge Wurst, Fleisch und Speck gestohlen.

Aus dem Dillkreis, 10. Nov. Die Erschließung der reichen Kalksteinlager des Dillkreises wird fortan im Großen betrieben werden. Die Nassauische Bergbau⸗Aktien⸗ gesellschaft verlegte ihren Sitz kürzlich von Köln nach Haiger. Sie läßt augenblicklich von Haiger nach Medenbach eine Draht⸗ seilbahn bauen, um die Medenbacher Kalksteinlager ausbeuten zu können. An die Endstation der Drahtseilbahn. in Haiger wird ein Eisenbahnanschlußgleis gebaut. Ferner sollen i

leistung von mindestens 100 Doppelwaggons aufgenommen wer⸗ den kann.

Vermischtes. Dampferunglück.

Aalesund, 10. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Stock⸗ holmer ErzdampferSkandia ist nach einem Zusammenstoß mit dem Kristiansunder DampferFreikoll, der mit Holz von Archangelsk nach Enaland unterwegs war, vor Haugsbolmen, fünf bis sechs Seemeilen von Nalesund, gesunken.Freikoll glaubie bei dem großen Abstand zwischen den Laternen desSkandia zwei Schiffe zu sehen und wollte mitten durch. Beim Kamof um die Rettungsboote sind drei Mann, eine Frau, und der Kapitän ertrunken. Dreißig Mann sind mit demFreikoll' in Aale sund eingetroffen. Die Erzlast derSkandig im Werte von 3 bis 4 Millionen Kronen war von Larvik nach Deutschland unterwegs.

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* Eine seltsame Gesandtenresidenz! Zeitungs⸗ meldungen zufolge haben sich die Gesandten der Verbündeten aus dem inzwischen von uns eroberten Kraljewo das also bisher der Sitz der serbischen Regierung gewesen zu sein scheint) nach Mitro⸗ witza begeben. Diese Nachricht muß dem, der einmal in Mitro⸗ witza war, stille Heiterkeit erregen. Denn diese keine 4000 Seelen (1300 christliche, 2400 mohammedanische Serben, 200 Alhanesen und Zigeuner) zählende Stadt hatte zur Türkenzeit nur den Gast⸗ hofHan von Jovo als Absteigequartier, und dieser war zwar rein, aber doch nur eine Herberge, in der es wenig zu essen gab. Wo da die Gesandten wohnen sollen, erscheint rätselhaft. Die Lage der Stadt ist allerdings ungemein reizend. Malerisch in einer von Bergen umschlossenen Mulde liegend, ist die Stadt im Osten von der anmutig bewaldeten Sokolska Planina(Falkengebirge) bezw. der Tsrnuscha(Schwarzviper) begrenzt, im Nordwesten von einem dem Hohenasperg gleichenden pyramidenförmigen Hügel, der eine Schloßruine trägt: Swetschan, in der serbischen Ge⸗ schichte berühmt und vormals Residenz serbischer Könige. Das Schloß war einst der Schlüssel des Ibar⸗Sitnitza⸗Tales und starke Fefkung. Denn Mitrowitza liegt am Zusammenflusse des Ibar mit der Sitnitza, welch letzterer Name sowohlWaldkirsche wieKler⸗ nigkeit bedeuten kann. Der NameMitrowitza bedeutetDe⸗ meterstadt. Jedenfalls werden die fremden Gesandten große

daß durch die billigeren Preise der Waren auch die Güte der Waren beeinträchtigt werden müßte.

[ Lerschiedene Herrschastl. 6⸗ od. 7⸗Zim.

Augen machen, wenn sie ihrer neuen Residenzstadt ansichtig wer⸗ den, in der sie übrigens sich auf lange kaum einrichten dürften.

* ra

n f 8 12 n in Haiger mehrere Kalköfen errichtet werden. Die Arbeiten sind bereits so

weit gediehen, daß der Betrieb in kürzester Zeit mit einer Tages⸗ ersten Tagen der deutsch⸗österreichischen Offensive gegen Serbien

Wiederverkäufer und Vertreter 5

für ein beschlagnabmefreies Futtermittel(holländische Zuckerrübenschnitzel) sofort gesucht. Deulsche Zuckerrüben⸗

Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. 8 Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag. den 193. November 1945: Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbaftausgang: 5.30 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschast. Gottesdienst.

Sabbatseier an 13. November 1915: Freitag abend 4.15 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.30 Uhr Wochen ottesdienst: morgens 7.90, abends 4.00 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht. g Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 12. Nov. 1915: Borwiegend trüb, zeitweise Niederschläge, etwas kälter.

Leetzte Nachrichten.

DerSitz der serbischen Regierung.

Wien, 11. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) DieSüdslaw. Kor⸗ respondenz meldet aus Saloniki vom 9. Nov: Die serbische Re⸗ gierung hat ihren Sitz in Mitrowitza aufgeschlagen, wo sich der Ministerpräsident mit allen Mitgliedern, dem Kabinett und den Beamten der einzelnen Ministerien befindet.

Schwere Niederlagen der Italiener in Libhen.

Konstantinopel, 11. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter exfahren aus sicherer Quelle: Die arabischen Stämme in Libyen haben das Fezzan⸗Gebiet, sowie die Ortschaften Dschafra, Hun, Raddah und im Syrtegebiet die Ortschaften Zaletein, Urfele, Mysrata und Turgha, Tarhung zurückerobert. Die Italiener erlitten große Ver⸗ lu ste an Leuten und Materfal und ließen eine Anzahl Ge⸗ fangene, Geschütze und Munition in den Händen der musel⸗ manischen Krieger. Diese nahmen dem Feinde bei Fezzan 5 Kanonen und Maschinengewehre, im Syrte⸗Gebiet. 12 Kanonen und 3 Maschinengewehre und in Mysrata 3 Ka⸗

nonen ab. Die von Tripolis nach Tarhuna entsandten italie⸗

nischen Verstärkungen erlitten eine große Niederlage und mußten unter Zurücklassung einer Anzahl von toten und gefangenen Offizieren und Soldaten nach Tripolis

zurückgehen. Die Aufgabe Kitcheners. N i Amsterdam, 11. Nov. Wie aus Kreisen erklärt wird, die dem Kriegsministerium nahestehen, soll Fitchener hauptsäch⸗ lich die Rettung Serbiens versuchen. Als man in den

telegraphierte Pasitsch an mit then.

in Nisch die Lage richtig erkannte, t f Greh um Hilfe. Grey hatte darauf eine längere Beratung dem serbischen Vertreter in London. Gleichzeitig fanden in A Besprechungen zwischen den Gesandten Serbiens und Englands

und dem Ministerpräsidenten Zaimis statt. In Griechenland hatte 5

man, wie bekannt, keinen Erfolg. Nachdem dann mit Joffre in Lon⸗ don diese Frage und die Hilfeleistung Frankreichs besprochen worden war, ist Kitchener mit der Leitung der Operatio⸗ nen in Serbien betraut worden. Kitcheners Hauptaufgabe ist, zunächst wieder einen starken Druck auf die Türkei auf Gallipoli zu organisieren und den ägyptischen Kriegsschau⸗ platz lebhafter zu gestalten. Dadurch, daß Griechenland nicht an die Seite der Entente trat, welche die türkische Macht nach jener Seite abgelenkt hätte, soll jetzt verhindert werden, daß die Türken den Bulgaren Hilfe leisten. Die Bulgaxen werden so von den Truppen der Verbündeten bedroht und seien in ihrer Kraft auf dem serbischen Kriegsschauplatz gehemmt. Ein französischer General verwundet. 5 Paris, 11. Nov. WTB. Nichtamtlich.) Der ehemalige Lei⸗ ter des militärischen Luftschiffahrwesens, General Hirschauer, ist durch einen Granatsplitter verwundet worden.

Bekanntmachung. Betr.: Höchstpreise für Butter.

In der Bekanntmachung in obigem Betreff vom 8. Novemi⸗ ber 1915(Kr.⸗Bl. Nr. 99 vom 9. Nov. l. J.) ist unter I Süß⸗ rahmbutter(Handelsware I) bei dem für Händler fest⸗ gesetzten Verkaufspreise statt

nicht abgeformt 217 Mark für den Zentner zu lesen: nicht abgeformt 219 Mark für den Zentner. Gießen, den 10. Nobember 1915. 5 a Großherzogliches Kreisamt Gießen. Ar finger Betreffend: Wie oben. 5 5 An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden sowie die Großh. Gendarmerie des Kreises.

Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit auf die vorstehend erfolgte Berichtigung.

Gießen, den 10. November 1915. 5

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