Storthing hat 21 Rechte und Freisinnige letzten g 78 Linke und Arbeiterdemo 76 und 20 Sozialisten gegen 23 sowie 4 Wilde.
Der Seekrieg.
Die Versenkung des französischen U⸗Bootes „Turquoise“. 1
Paris, 3. Non.(WTB Nichtamtlich) Das Marine⸗ ministerium bestätigt, daß das französische Unter see oo„Tur⸗ quoise“ im Marmarameer beschossen und versenkt worden ist. Zwei Offiziere und 24 Matrosen sind Fefangen.
Berlin, 3. Nov.(Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lok.⸗Anz.“ meldet aus Kopenhagen: Ein großer A Dampfer wurde gestern südlich von Stockholm bon einem englischen Unterseeboot angegriffen und verfolgt. Es gelang dem Dampfer schließlich, unbeschädigt schwedisches Gebiet zu erreichen.
Lyon, 3. Nor(WTB. Nichtamtlich.) Die hiesigen Blätter melden aus Saloniki: Englische Schiffe kaperten im Aegäischen Meere zahlreiche griechische Segelschiffe, die mit Kriegsbannware für Bulgarien beladen waren.
Die wirtschaftspolitische Annäherung zwischen Deutschland und Gesterreich⸗Angarn.
München, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der bayeri⸗ che Industriellen verband hat in einer kürzlich abge⸗ haltenen Sitzung bezüglich einer wirtschaftspolitischen p a2 1% J qun qu pip noc uspliaue un ze q y uu ungarnf lan e Beseluß g fißt: Der Gesamtoorstand des baye⸗ rischen Industriellenverbandes hält einen engeren handelspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenschluß Deutschlands mit Oesterreich⸗ Ungarn nach dem Kriege für unbedingt notwendig. Zu diesem Zwecke ist es wünschenswert, daß beide Staaten unter vorläufiger Beibehaltung der allmählich abzubauenden inneren Zollinie eine zielbewußte gemeinsame Handelspolitik nach außen verfolgen und gleichzeitig auf möglichste Anpassung der gegenseiti⸗ gen wirtschaftlichen, sozialpolitischen, verkehrspolitischen und ver⸗ waltungsrechtlichen Gesetzgebung hinwirken.
Aus dem Reiche.
Keine sofortige Berufung des Reichstags.
Berlin, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Die sozial⸗ demokratische Fraktion hat, wie bekannt, beim Reichs⸗ kanzler die sofortige Berufung des Reichstages beantragt. Obwohl die Berechtigung des Wunsches, die wichtigen Fragen der Volksernährung im Parlament zu erörtern, vom Reichskanzler nicht verkannt wird, sieht er sich doch verhindert, dem Kaiser die sofortige Berufung bes Reichstages vorzuschlagen. Ausschlaggebend ist dabei, daß das Reichsamt des Innern, wenn der Reichstag ver⸗ sammelt ist, seine Kräfte fast ganz der parlamentarischen Arbeit i muß, gerade jetzt aber für die Erledigung besonders drin⸗ gender Aufgaben auf denr Gebiete der Volksernährung und auch für die e der Reichstagssitzungen unbedingt noch einige
dagen 24 im raten gegen
barlamentsfreie Wochen braucht. Da der Reichstag ohnehin Ende
November seine Verhandlungen wieder aufnimmt, würde voraus⸗ sichtlich auch eine sofortige Berufung seinen Zusammentritt kaum um mehr als etwa eine Woche beschleunigen können.
*
Potsdam, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Prinz Friedrich Sigismund von Preußen der älteste Sohn des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, hat sich gestern in Nachod in Böhmen mit der Prinzessin Ma⸗ ria Luise zu Schaumburg⸗Lippe, der ältesten Tochter des Prinzen Friedrich zu Schaumburg⸗Lippe, ver⸗
lobt.
Karlsruhe, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Eine aller⸗ höchste Entschließung des Großherzogs beruft die Landstände auf den 30. November ein.
Karlsruhe, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Großher⸗ og hat zu Mitgliedern der Ersten Kammer ernannt: Aut ie l seines richterlichen Amtes den Oberlandesgerichts⸗ räfidenten Dr. Adalbert Düring, für die Zeit bis zum Ablauf
r gegenwärtigen Landtagsperiode, anstelle des zum Minister Des tus und Unterrichts ernannten Staatsrates Dr. Wilhelm Hübsch den Zoll⸗ und Steuerdirektor Wirk Geheimen Rat Emil Seubert und anstelle des verstorbenen Mitgliedes der Ersten Kammer, Oberbürgermeister a. D. Dr. Winterer, den Wirkl. Ge⸗
heimen Rat Dr. Richard Reinhard. 5———..———
Aus Stadt und Cand. Gießen, 4. November 1915.
. Auszeichnung. Leutnant d. R. W. Knipp ⸗Abend⸗ stern, Infanterie⸗Regiment 186, früher Infanterie⸗Regiment 116, 1 r Hessischen Tapferkeitsmedaille, erhielt das Eiserne
5
2 . der Universität. Prof. Rauch wird in
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diesem Semester von Prof. Hamann(Marburg) vertreten wer⸗ den. Die von Prof. Rauch angekündigten Vorlesungen über Ein⸗ führung in die Betrachtung von Kunstwerken (Mittwoch 6—7) und über französische und deutsche Gothik(Donnerstag 6—8) beginnen Donnerstag, 4. November und Mittwoch, 10. November, Auditorium II. Außerdem finden Uebungen über deutsche Baukunst Mittwoch 7—8 statt(Beginn 10. November), und 8 nach Frankfurt und Kassel jeden zweiten Sonnabend Zu letzteren und den Uebungen i persönliche Anmeldung erforderlich vor Beginn der Vorlesungen oder bei Frau Prof. Rauch, Schiffenberger Weg 2. t „Tie Vogesen und ihre Kampffelder zeigte stern abend Redakteur A. Meyer aus Straßburg in Bild und Vorl. vom Ortsgewerbe⸗ und vom Kaufmännischen Verein beranstaltete Vortrag hatte eine solche Zuhörerschaft in die Neue Aula 4 25 daß die Raumverhältnisse bei weitem nicht genüg⸗ ten. Der Vortrag verdiente dieses Interesse vollauf. Der Redner begann mit einer kurzen Beleuchtung der Vogesen als Grenz⸗ landes und ihrer für den östlichen Nachbarn ungünstigen, für den westlichen wesentlich besseren Grenzeigenschaften. Dann führte der Weg aus der Rheinpfalz mitten in die wunderbare Welt diefes einzigartigen Berglandes hinein, dessen Schönheiten zu entdecken deutscher Wanderlust vorbehalten blieb. Auf der Leinwand er⸗ schienen in ausgezeichneten und farbenschönen Bildern burg⸗ krönte Gipfel, moränenbedeckte Hänge, stille Bergwasser, kühne Vaßstraßen, bizarre Winterlandschaften, die nur dem Schiläufer zugänglich sind: da waren zu sehen die Orte, wo die Grenz⸗ wächter ihren schweren Dient zu verrichten haben, po die Mosel entspringt, wo auf hohem Gipfel Jeanne d' Ares Reiterbild ins Land grüßt und die. Sperrforts von Belfort nach Deutschland hinunter dräuen. Verschwiegene Tälchen, uralte, reiche Städte⸗ bilder, Schlösser, Ruinen und Abteien wechselten in bunter Fülle. Und dann der Gegensatz, nachdem in die stillen Täler der Krieg gezogen war! An Hand zahlreicher Reltefkarten entwarf der Red⸗ ner ein Bild des Kampfes, der in dieser zerrissenen und zerklüf⸗ teten Welt mit ihren schroffen Berggipfeln und engen Tälern ewütet hat und noch wltet. Da sah man all die Stellen im Bilde, die vor Monaten Tag um Tag im Bericht der Heeresleitung enannt wurden, die heißumstrittenen, nun in Schutt liegenden Dötser und Städte wie Münster, Thaun, Metzeral, die großen Totenfelder des Hartmannsweiler⸗ und des Reichsackerkopfes, des Schratzmänneles und des Hilsenfirsts. Von den stummen Bildern ging eine seltsame, beredte Sprache aus, deren Wucht sich nie⸗ mand entziehen konnte. Der Redner, selber ein warmherziger Freund des Wanderns und der schönen Gotteswelt, begleitete die vielen Bilder mit packenden Worten persönlichster Art, in denen an passenden Stellen auch ein Scherz mit einfloß, und schloß mit dem Wunsch, daß dieser gesegnete Winkel unseres Vaterlandes seine nheiten bald im Frieden dem Wanderer wieder er⸗ schließen möge.
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l 8 Kriegsmittagstische, deren Einrichtung für die Wintermonate in unserer Stadt geplant war, sind jetzt insoweit gesichert, als lich in den ver⸗ schiedenen Stadtvierteln geeignete Unternehmer zur Ueber⸗ nahme 75 haben.
e Käse ohne Sahne und Milch. Man schreibt uns: Es mag heute, da Sahne, Milch und milchhaltige Erzeugnisse lnapp geworden sind und zur Sparsamkeit mah⸗ nen, auf die Tatsache hingewiesen werden, daß es einen gutschmeckenden und durchaus bekömmlichen Käse gibt, der nur aus pflanzlichem Stoff besteht. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, wird in Japan ein „Natto“ benannter Käse gerne und viel gegessen, der keinen Milchzusatz enthält, sondern nur aus Sojaboh⸗ nen hergestellt ist. In Japan ist dieser Käse sehr beriebt und ein höchst brauchbares Volksnahrungsmittel, weil er billig und schnell von jedem verfertigt werden kann. Die Sojabohnen werden mehrere Stunden in 72 5 gekocht: die noch warme Masse wird sodann ausgepreßt, zu kleinen Stücken geformt und in Stroh gehüllt. Die so entstandenen Päckchen werden darauf im Keller aufgestapelt, wo man sie „räuchert“, das heißt, ein Feuer anzündet und sie dem Rauche aussetzt. Sind sie einen Tag und eine Nacht lang so behandelt worden, dann lönnen sie ohne weiteres genossen werden. Die Sojabohne enthält sehr viel vegetabilisches Kasein, deshalb besitzt der japanische Natto sast denselben Stickstoffgehalt, wie richtiger Sahne⸗ oder Milchkäse.
u Der allgemeine Bauverein Gießen, dem von
der Stadt bereits Gelände an der Kaiser⸗Allee zur Bebauung
mit Einfamilienhäusern verkauft wurde, hat sich nunmehr wei⸗
teres Gelände für 22 Wohnhäuser auf dem ehemaligen
Troßschen Besitztum grundbuchamtlich gesichert. Auch für die Behörde die nötigen Schritte getan worden. Sobald die neue Straße, welche von der Rodheimer Straße in der gleichen Rich⸗ tung wie die Hardt⸗Allee verlaufen soll, ihre Genehmigung ge⸗ funden und im Rohbau hergestellt sein wird, soll mit dem Bau billiger Häuschen für Arbeiter begonnen werden.
i Landwirtschaftliche Haus haltungsschule zu Lange nund Lindheim. Die Landwirtschaftskammer Darm⸗ stadt eröffnet, wie sie uns mitteilt, am 3. Januar 1916 den ersten fünfmonatigen Haus haltungskursus für das Jahr 1916 an ihren Haushaltungsschulen zu Langen und Lind⸗ heim. Der praktische und theoretische Haushaltungsunterricht er⸗ streckt sich auf die Anleitung im selbständigen Kochen mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zu⸗ bereitung und Aufbewahrung der Speisen, in der Käsebereitung, Federviehpflege, Gartenwirtschaft, im Waschen und Bügeln, Rein⸗ halten des Hauses, Buchführung. Da in diesem Kursus auch ein
sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in welchem das Stricken,
Wäsche⸗Schnittzeichnen, Wäschezuschneiden, Hand⸗ und Maschinen⸗ nähen, Ausbessern erlernt wird, da ferner auch allgemein bildende Fächer wie: Aufsatz, Rechnen, Singen, Gesundheitslehre und Kran⸗ kenpflege gelehrt werden, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur Töchtern von Landwirten, sondern auch denen des Mittel⸗ standes sehr zu empfehlen.
Silberhochzeit, Bäckermeister Aug ust Deibel und Frau feiern morgen das Fest der Silbernen Hochzeit.
Landkreis Gießen.
e Londorf, 3. Nov. Der Landwehrmann Karl Appel von hier, Juhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde zum Unterosfizier befördert. Der Genannte stebt schon seit Kriegsbeginn beim Landwehr-Regiment Nr. 116 im Felde.
i. Hungen, 2. Nop. Prinzessin Hermann zu Solms⸗ Braunfels, welcher die Einrichtung eines Vereinslazarettes vom güoten Kreuz in Hungen in erster Linie zu danken ist, veran⸗ staltet für die Verwundeten am nächsten Freitag abend ½8 Uhr zum zweitenmal ein Konzert im hiesigen Schloß, das allen Besuchern aus unserer Stadt und ihrer 7 einen hohen Kunstgenuß versprickt. Konzertmeister Kaufmann aus Frank⸗ furt und einige mit ihm F Künstler werden Streichguartette vortragen. Kammersänger Gura aus Berlin wird Lieder singen. Der gesamte Ertrag des Konzertes ist für das
Rote Kreus bestimmt. 5 8 Kreis Büdingen.
b Selters, 3. Nov. Das Eiserne Kreu Kaufmann Hermann Bender.
i Gettenau, 3. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Husar Hildebrand im Bonner Lusarenregiment.
Kreis Alsfeld.
= Alsfeld, 3. Nov. Aus der vorjährigen Haferernte des Kreises Alsfeld wurden in diesem Jahre noch 2046,00 Tonnen der Heeresverwaltung zur Verfügung gestellt. Bei dem Verkauf erübrigte der Kreis einen Ueberschuß von 8451 Mark. Diese Summe soll als Grundstock für eine Stiftung dienen, deren Zinsen hilfsbedürftigen Kriegern und deren Familien aus dem Kreise Alsfeld zugewendet werden soll.
* Oßer⸗Ohmen, 3. Nov. Die Sammlung für die Kriegsgefangenen in Rußland hatte in unserer Ge⸗ meinde einen schönen Erfolg. Sie erbrachte die Summe von 166.35 Mk. ein. 5
Ru ppertenrod, 3. Nov. Ein hiesiger Landwirt hatte 00 Pferd zu Kriegszwecken 2 müssen. Mehrere Monate
arnach wurde er zu einer Fuhrparkkolonne 0 Dieser Tage ereignete sich nun der Zufall, er sein Pferd in Feindes⸗ land in einer anderen Kolonne entdeckte. Er rief dem Pferde zu. Das spitzte die Ohven und ließ ein Wiehern hören, das wie freu⸗ dige rüßung klang. Es hatte seinen Herrn an der Stimme wiedererkannt.— Die Familie des Landsturmmannes Johann Kratz, Landwehr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 87, von hier, ist in Sorge um den seit dem 25. September in der Champagne als vermißt geltenden Vater. In dieser Schlacht wurde er durch einen Schuß in den Oberschenkel verwundet, kam in einen Lazarettunterstand, wo er verbunden wurde, und geriet in französische Gefangen⸗ schaft. Seit dieser Zeit fehlt jede Nachricht über ihn.
Kreis Friedberg.
— Friedberg, 3. Nov. Nach Mitteilungen des Kreis- gesundheitsamtes sind hier vor einigen Tagen zwei Todesfälle durch Genickstarre vorgelommen. Da weitere Erkrankungen bis jetzt nicht vorkamen, liegt ein Grund zur Beunruhigung nicht vor,
„ Pohl⸗Göns, 3. Nov. In dem Steinbruch des nahegelegenen Ebers⸗Göns trug sich am 2. November ein erschütternder Unglücksfall zu. Durch niedergehende Steine wurden die im Bergwerk befindlichen Arbeiter ver⸗ schüttet. Während einer der Arbeiter— von Kirch⸗Göns gebürtig— tot auf dem Platz blieb, wurden zwei andere aus Pohl⸗Göns mit schweren Kopf- und Schädelverletzungen nach dem Krankenhause zu Nieder⸗Weisel gebracht. Dort erlag der eine— Anton Schepp— heute nacht seinen schweren Verletzungen.— Der Unglücksfall ist um so trau⸗ riger, als die Arbeiter erst am zweiten Tag in dem Stein⸗ bruch arbeiteten und der Verstorbene von hier, ein 37 Jahre alter, lediger Mann, die Stütze seiner alten Mutter war.
Pohl⸗Göns, 3. Nov. Landsturmgefreiter Johannes Röhrig bei einem Brllckentrain in Rußland erhielt das
Eiserne 17 g * Nieder ⸗Florstadt, 3. Nov. Zum Leutnant be-
fördert wurde der Vizewachtmeister Alles im Dragoner⸗Regi
ment Nr. 24. Hessen⸗Nassau. ra. Bieber b. Rodheim, 3. Nop. Im eng bewaldeten oberen Biebertal, unmittelbar am Fuße des Dünsberges, liegt die Obermühle, die Geburtsstätte des berühmten Meisters der Kupferstecherkunst Joh. Georg Wille. Vor
z erhielt der
200 Fahren, am 5. November 1715 erblickte derselbe auf dieser überaus freundlichen Besitzung das Licht der Welt. Wie die Familie Wille erzählt— Will ist bis heute der Name des Müllers geblieben—, erschrak die Mutter eines Tages über eine von ihrem talentvollen Knaben auf den Fußboden der oberen Stube naturgetreu gemalten Schlange. Wie schon manchem Leser 1 sein dürfte, war Wille Hofkupferstecher des deutschen Kaisers, des französischen und des dänischen Königs. Napoleon I. machte den geschickten Meister zum Ritter der Ehrenlegion. Die nachmals so be⸗ kannt gewordenen Kupferstecher Guttenberg, Vervie, Dunker Uu. a. waren Willes Schüler. Fern von der Heimat starb am 5. April 1808 der berühmte Mann. Seine Gebeine ruhen im Pantheon zu Paris. Eine schlichte Marmortasel mit einer sinnigen Widmung erinnert den an der Obermühle vorüber⸗ gehenden Wanderer an diesen hervorragenden Künstler. Marburg, 3. Nov. Das 8 Jahre alte Söhnchen der Eheleute Thomas in Weidenhausen[Kreis Biedenkopf) wurde beim Spielen mit einer Schußwaffe von einem an⸗ deren Kinde so in den Kopf getroffen, daß es in der hiesigen Klinik star b.— Ein auf Urlaub befindlicher Kriegsteilnehmer, der von seinem Heimatsdorfe aus Einberufene nach hier begleitet hatte, wurde bei der Heimkehr von einem Tobsuchtsanfall be⸗ troffen. In diesem Zustande bedrohte er einen Knecht mit seinem Säbel und drang dann auf einige Kühe ein. Eine Kuh mußte ab⸗ gestochen werden. Der anscheinend nervenleidende Mann wurde anderen Tags der Militärbehörde zugeführt.
Frankfurt a. M., 3. Nov. Die in den letzten Wochen viel erörterte Theaterfrage bildete in der letzten Stadtverordnetenversammlung den Mittelpunkt der Verhandlungen. Seit langem befindet sich die„Neue Theater⸗Aktiengesellschaft“ in einer üblen finanziellen Lage.
5 5 i 5 1 Vo zu Jahr stei er Feh J 3 Genehmigung der Straßenanlage sind bereits bei der betreffenden Jon. Aae Jer steigt e ener ag un don een
Jahr erhöhen sich die städtischen Zuschüsse. Für die Jahre 1915—1917 fordert die Gesellschaft eine jährliche Unter⸗ stützung durch die Stadt von rund 500 000 Mk. Magistrat und Theaterausschuß unterstützen den Antrag Hierzu war von nationalliberal⸗sozialdemokratischer Seite ein Antrag auf Verstadtlichung des Theaterbetriebs ge⸗ stellt. Ein weiterer Antrag der Fortschrittler forderte vom Magistrat, daß dieser rechtzeitig und vor Ablauf des Theatervertrages am 31. Oktober 1917 eine Vorlage über die Neuordnung der Frankfurter Theaterverhältnisse bei der Versammlung einbringe. Oberbürgermeister Voigt er⸗ klärte, daß noch im Laufe des Jahres eine Magistratsvorlage herauskäme, die die Theaterfrage behandele und zu lösen trachte, nicht nur vom finanziellen, sondern auch vom künst⸗ lerischen Standpunkte aus. Der Antrag auf Bewilligung von 502 500 Mk. Theaterbeihilfen geht an den e en en — Mit großer Mehrheit stimmte man der Errichtung eines städtischen kaufmännischen Stellennachweises bei. Einstimmig bewilligte man weitere fünf Millionen Mark für Kriegsausgaben. Der Antrag auf eine tatkräftigere Behandlung der städtischen Lebensmittelver⸗ sorgung rief einen lebhaften Meinungsaustausch hervor, in dem von allen Seiten eine schärfere Bekämpfung des Wuchers gefordert wurde.
Herborn, 3. Nov. In der Stadtverordnetensitzung machte der Bürgermeister Mitteilung von einer Stiftung, die Gerbereibesiter Remy zum Andenken an seine Tochter für das Heim alter bedürftiger Herhorner Einwohner gemacht habe. Die Höhe der Stiftungssumme beträgt 100 000 Mark. 5
ul. Diez, 3. Nov. Die älteste Einwohnerin von Diez, Fräulein Anna Thorn, ist im Alter von 93 Jahren ge⸗
storben. Zwillingsschwestern der Verstorbenen stehen im 78. Lebensjahre. Gerichtssaal. Berlin, 4. Nov. Wegen Vergehens gegen das
Nahrungsmittelgesetz hatte sich vor dem Berliner Schöffen⸗ gericht gestern ein Buttergroßhändler zu verantworten. Er versorgte Kleinhändler mit Butter. Der Nahrungsmittelpolizei fiel der sehr hohe Wassergehalt der untersuchten Butter auf. Der Groß händler wurde wegen siarker Versälschung der Butter angeklagt. Der Amtsanwalt beantragte 100 Mk Geldstrafe. Das Gericht ging über diesen Antrag hinaus mit der Begründung, daß die Trieb⸗ seder seiner Handlungsweise schnöde Gewinnsucht gewesen sei, die in dieser schweren Zeit besonders verwerflich erscheine. Der An⸗ geklagte wurde zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt. —* Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 5. Nov. 1915: Wechseind bewölkt, bis auf Nebel meist trocken, etwas kälter. ——— UU:˙::
Cetzte Nachrichten.
Ein Abkommen zwischen den Zentralmächten und Rumänien? Buda pest, 4. Nov.„A Vilag“ berichtet aus Athen: In der griechischen Presse hält sich die Nachricht, daß zwischen den Zentralmächten und Rumänien vor Beginn der neuen serbi⸗ schen Offensive ein Abkommen zustande gekommen sei, wonach Rumänien zur Neutralität verpflichtet wurde und ihm bedeutende Vorteile zugesichert wurden. Rumänien verpflichtete sich auch in dem Falle, daß Rußland beabsichtige, durch Rumänien nach Ser⸗ bien zu marschieren, bewaffneten Widerstand zu leisten. Eine neue Kundgebung Zar Ferdinands.. Budapest, 4. Nov.„A Vilag“ meldet aus Sofia: In politischen Kreisen verlautet: Zar Ferdinand richtete ein neues Manifest an die bulgarische Nation, um das Auftreten Rußlands gegen Bulgarien ins wahre Licht zu stellen. Das Manifest dürfte schon in den nächsten Tagen erscheinen.
Derr serbische Staatsschat auf der Reise.
Graz, 4. Nov. Die„Grazer Tagespost“ berichtet aus Athen: Aus Saloniki wird gemeldet, daß die den serbischen Staats⸗ schatz transportierknden Truppen unter Bedeckung eines griechi⸗ schen Bataillons hier eintrafen. Er bestand aus ünztem Gold und Silber, sowie Gold⸗ und Silberbarren und nichtserbischen Wertpapieren und wichtigen Dokumenten des serhischen Herrscher⸗ hauses. Ob der Staalsschaß in Griechenland belassen werden wird ist noch nicht entschieden.
Ein neuer persischer Gesandter in Berlin.
Berlin, 4. Nov. Dem Vernehmen nach ist der bisherige serbische Gesandee Hofannis Khan zur weiteren Verwendung auf einen anderen Posten berufen worden. An seine Stelle tritt Hussein Kuli Khan Amwab der zum Gesandten in Berlin ernannt worden ist. Der neue Gesandte, der in Berlin bereits eingetrossen ist, war seinerzeit persischer Minister des Aeußern.
Neue Würdenträger der katholischen Kirche. 5
Rom, 4. Nov. Der„Osservatore Romano“ veröffentlicht die Namen der kirchlichen Würdenträger, unter ihnen den Wiener Nuntius Frühwirth, die am 26. Dezember zu Kardinälen 1 9 80 werden. Am 9. Dezember findet ein öffentliches Konsistorium tatt.


