Herzensergüss daß die Nation
beben.
Madrid, 3. Novy.(WB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Havas“ Die deutsche Botschaft stellt formell in Abrede, daß Fürst Bülow beabsichtigt habe, mit Madrid und Washington die möglichen Grundlagen eines Friedens zu prüfen.
Der Stahlhelm bei den Engländern.
London, 3. Nob.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Preß Association“ meldet aus dem Hauptquartier: Eine gewisse Anzahl englischer Soldaten ist nach franssischeen Vorbild mit leichten Stahlhelmen zum Schutze gegen Schrapnells und Bombensplitter versehen worden.
Die holländische Ausfuhr.
Haag, 3. Nod(WT. Nichtamtlich.) Der Ackerbaumfnister bestimmt, daß die Ausfuhr von Eiweiß, Eigelb, in frischem und getrocknetem Zustande und Produkten daraus ab 5. November stattfinden kann.
Das Befinden des Königs von England. London, 3. Pov.(W B. Nichtamtlich) Den amtlichen Krankheitsberickt zufolge hatte der könig eine weniger gute Nacht; er leidet nuch au, Schmerzen. Das Allgemeinbefinden ist besser. Der König kann wieder feste Nahrung zu sich nehmen.
Der Zusammenbruch der italienischen Ossensive. 5„ 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wir r dem 1. November gemeldet: Nach dem i iche endigte die zweiwöchige Isonzo⸗ 1 Zusammenbruch des allgemeinen feindlichen An⸗ ellen Behauptung der Verteidigungsfront durch
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unfere unerfe
unsere 1 rlichen Trupyen. Di für unsere Waffen siegreiche Abschluf war natürlich kein plöhlicker. Denn die Ent⸗ cc gen im Ringen um feste Stellungen reifen häufig nur
langsam herau. mit einem Wiederaufflammen d Von einer wirklichen Offensive aber kann in nächster Zei lt es an Soldaten, die vorwärts zu
Rede mehr sein
bringen sind und an für die Angriffsporbereitung ausschlag⸗ gebenden Munitionsmassen. Für den nun abgeschlagenen all⸗ 5 einen Ang an der Isonzofront war die Hauptkraft
es italienischen Heeres eingesetzt. Zwischen dem Krn⸗Gipfel und dem Meere find neun feindliche Armeekprps mit zu⸗ ammen mindestens vierundzwanzig Infanteriedivisionen und zwei Alpinigruppen festgestelt worden. Diese Kräfte, die bekanntlich
a die Hochfläche von Doberdo angreifenden dritten Armee (Generallentnant Herzog von Avsta) und der nördlich anschließen⸗ den zweiten Armee Generalleutnant Frugoni) angehören, mochten vor der Schlacht etwa 320 000 Gewehre, 1800 Feld⸗ und Gebirgs⸗ Fb und 180 schwere Geschütze gezählt haben. An der ärntner Front stehen verhältnismäßig schwächere feind⸗ liche Kräfte. An der Tiroler Front stehen vier Armeekorns mit mindesteus elf Infanteriedivisionen, bie zusammen auf 170 000 Gewehre, 700 leichte und gegen 100 schwere Geschütze geschätzt werden können. Diese Zahlen und die gewiß nicht zu hoch angegebene Verlust ziffer von 150000 Mann ver⸗ anschaulichen am besten die Größe des Kräfteeinsaßes und die Niederlage des Feindes. Daß unser amtlicher Bericht keine Gefangenen erwähnt, ist daraus zu erklären, daß unsere Truppen in den erbitterten Verkeidigungskämpfen nicht Gelegen⸗ heit finden, viele Feinde gefangen zu nehmen. Immerhin sind vom 21. Oktober bis 29. Oktober 67 Offiziere und 3200 Mann in unsere Hände gefallen; auch sind elf Maschinengewehre erbeutet worden. An den beiden letzten Oktobertagen wurde noch an 1 Punkten der Isonzofront sehr heftig gekämpft. Am versuchte der Feind mehrmals, über die Deckungen vor⸗ zuhrechen, er wurde aber immer sofort abgewiesen. Dasfelbe Schicksal hatten wiederholte 1475 gegen einzelne Abschnitte des Tolmeiner Brückenkopfes. Der Abschuitt von Au zz a bis zum Monte Santo stand gestern nachmittag unter starkem Geschützfeuer. Abends griff die seindliche Infanterie unsere Stel⸗ lungen bei Zagora vergebens an. Ter Monte Sabotino wurde in den letzten Tagen nicht mehr angegriffen. Dagegen versuchten die Italsener, den Brückenköpfen von Görz durch neuer⸗ liche Vorstöße gegen unsere Linien bei Pevma und auf der Podgora beizukommen, wie immer, ohne Erfolg. Drangen sie da oder dort in einen Graben ein, so war der Aufenthalt dank unserer Bajonette und Handgranaten nie von langer Dauer. Der Nordabschnitt der Hochfläche von Dober do stand ununterbrochen unter schwerem Artilleriefeuer. Schon vorgestern wurde ein An⸗ marsch starker italienischer Kräfte über Kagrado und deren Ver⸗ schiebung gegen Sdraussina beobachtet. In der folgenden Nacht kam es am Nordhange des Monte San Michele zu
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heftigen Nahkämyfen. Gestern nachmittag segte hier ein seyr starker, von konzentrischem Geschügzfeuer erbt Angriff ein. Die tapferen Honved⸗Infanterie⸗Regimenter Nr. 3 und 4 kamen jedoch keinen Augenblick ius Wanken und schlugen den Feind blutig zurück, Auch gegen den Abschnitt südlich von Monte San Michela verfucl ten die Italiener noch einige Vorstöße, die aber keine Kraft mehr hatten und schon im Feuer zusammenbrachen. An der Kärntner Front kam es während Isonzoschlacht zu keinen arßßeren Tämpfen. In Tirol ist der Raum von Buchenstein ständig unter schwerem Feuer. Auf dem Col di Lang hat sich der—5 einige hamdert Schritte vor unserer Hauptstellung ein⸗ gegraben.
* 1.
* Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanel⸗ lenfront dauerte das örtliche Feuergefecht mit stärkeren gegenseitigen Artilleriekämpfsen an. Ein Torpedoboot bei Ari Bur nu und zwei Kreuzer bei Sedd⸗ül⸗Bahr nahmen an dem Feuer teil. Unsere Artillerie zerstörte zwei feindliche Maschinengewehrstellungen bei Kanlisiert, Ari Burnu und vor unserem rechten Flügel bei Sedd⸗ül⸗Bahr. Unsere anatolischen Küstenbatterien verjagten ein feindliches Transportschiff, das sich der Landungsstelle bei Sedd⸗ül⸗ Bahr zu nähern versuchte. An der Kaukasusfront schlugen wir einen feindlichen Angriff im Abschnitt von Marman zurück.— Sonst nichts zu melden.
Vom russisch⸗türkischen Krieg.
Ko nstantinopel, 3. Nov.(WTB. Nichtamt ich.) Wie die Blätter aus Er zer um erfahren, ist der gestern in dem amtlichen Bericht erwähnte Versuch eines russischen An⸗ griffes in der Umgebung von Alty unternommen worden. Die Russen wurden zurückgeschlagen und ließen eine Menge Waffen auf dem Platze. Russische Gefangene erzählen, daß zwischen russischen Truppen und denjenigen, die anderen Nationalitäten angehören, große Feindseligkeit herrsche. Die nichtrussischen Truppen würden strenge überwacht. Ein Sol⸗ dat, der gegen seinen Regimentskommandanten eine Bombe geworfen habe, sei hingerichtet worden. 5 5
Die türkischen Blätter betonen fortgesetzt die Eröff⸗ nung des Donauweges für den weiteren Verlauf des Krieges und weisen darauf hin, daß sich die Türken auch als Wacht an den Dardanellen bewährt haben, indem sie die Verbindung Rußlands mit seinen Bundesgenofsen verhin⸗ derten. Die Blätter drücken die Ueberzeugung aus, daß die Enteute, die nicht imstande war, den Weg durch die Dar⸗ danellen zu öffnen, den Weg von der Nordsee bis zum Indischen Ozean niemals werde versperren können.
i Berlin— Konstantinopel.
Konstantinopel, 2. Nov.(Zens. Frkft.) Zur Herstel⸗ lung der Verbindung mit dem Orient und der Freilegung des Donauweges übersandte Kaiser Wilhelm an den Sultan die herzlichsten telegraphischen Grüße und Wünsche unter Hervorhebung der weittragenden historischen Bedeu⸗ tung dieses Ereignisses. Der Sultan hat in gleich warmer Weise das Telegramm des Kaisers sofort erwidert.
Der bulgarische Bericht.
Sofia, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die Operationen am 1. November: Unsere Offensive ent⸗ wickelt sich weiter auf der Straße Zajec ar⸗Bolepac, wo wir die Linie Tzrvelobodo⸗Bukovo⸗Tatarskapola⸗Velisejevica— Höhe 756— Höhe 830— Dorf Skrobnica— Höhe 919— Dorf Pelipotok erreichten. Im Sorljisli⸗Timok⸗Tal nahmen wir das Dorf Sarljig und den Ples⸗Berg. Unsere Truppen gingen auf das linke User des— 15 über. Nach der Einnahme von Bela Palanka gingen unsere Truppen bis zu der Linie Grodek— Höhe 1917— Vrandol— Höhe 180— Bogov⸗Berg— Dorf Secsklik(nördlich Surdulica). Wir machten weiter Portschrüte
üche, sowie eine große
Menge Kriegsmatarial. König Peter von Serbien war an der Jront anwefend und gab feinen Truppen, um sie zu ermutigen, die Versicherung, daß die englischen und französischen Truppen im Begriff seien, der serbischen Armee zu Hilfe zu eilen. Die Lage auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz blieb unverändert, abgesehen von unserem Vormarsch gegen die Höhen Sontschka Glava⸗Kleppa, Planina und Preslab Planina, die wir einnahmen. Südlich von Strumitza nichts Neues. Wir machten in dieser Gegend 600 Gefangene, erbeuteten vier Geschütze und zwei Ma⸗ schinengewehre. Die verbündeten Truppen eroberten Grina, Gora, Budna Glava, Gorni Milanowatz, Vrilochewo, Starideo und Po⸗ povic. Am Vormittag desselben Tages setzten die Serben das Ar⸗
und eroberten vier Geschütze, eine Teldk!
Wie Gottfried Keller sein Staatsschreiberamt
antrat und wie er es beschloß.
15 Das soeben bei J. G. Cotta in Stuttgart erschienene Werk
„Gottfried Kellers Leben“, in dem Entil Ermatinger das vielgestaltige Material der Keller⸗Forschung in neuer und fes⸗ 15 r Weise verarbeitet, enthält eine anschauliche Schilderung der Amtstätigkeit des Dichters. Von keinem Dichter gilt das Wort, daß der Prophet nichts in seinem Lande gelte, weniger als von Gottfried Keller. Die Züricher Regierung bot ihm 1848 zu seiner weiteren wissenschaftlichen Ausbildung im Aus⸗ lande ein Reisestipendium an, das sie ihm vier Jahre lang im Gesamtbetrage von fast 3000 Franken auszahlte. 1854 brach⸗ ten sechs Gönner für ihn 1800 Franken zur Deckung seiner Schulden auf: und im gleichen Jahre suchte man ihn an das neugegründete Polytechnikum in Slrrich als Professor für Literatur⸗ und Kunstgeschichte zu ziehen. Ende 1835 traf der Verfasser des Grünen Heinrich“ und der„Leute von Seldwyla“ wieder in der Heimat ein, ohne, wie er gehofft hatte, als Dramatiler die Bühne erobert zu haben. In der demokratischen Bewegung während der 9 n Jahre blieb er nicht abseits, und doch war es vielen eine f te Ueberraschung, als der für einen so hohen und verant⸗ wortungsreichen Berwaltungsposten in keiner Weise vorgebildete und erprobte Schriststeller am 14. September 1861 zum Staats⸗ schreiber des Fantons Zürich gewählt wurde. Keller hatte sich auf
en Wink eines ihm wohlwollenden Regierungsrates in einer la⸗ 5 5 Anmeldung um die frei gewordene Stellun beworben. Drei Monate später ernannte ihn der heimatliche Wahrkreis Bülach auf ehrenvolle Art zum Mitgliede des Großen Rats. Und der Mann, über dessen Lebensführung die sonderbarsten Mären in Umlauf waren, dem nur wenige seiner Mitbürger die nötige Ausdauer, Fähigfeit und Arbeitskraft für sein Amt zutrauten, erlebte schen sechs Wochen nach der Wahl die Genugtuung, daß die Zeitung, die gegen ihn den größten Lärm geschlagen, nun öffentlich erklärte: Die allgemeine Meinung habe sich in Gottfried Keller ganz gewaltig getäuscht, indem sie die Kraft des Genies in Berechnung zu ziehen vergessen; denn nach allem, was man höre, dürfe aus ihm einer der tüchtigsten Staatsschreiber werden, die Zürich je besessen habe. Sehr harakteristisch für Keller sind nun die Szenen, die Ermatinger vom Amtsantritt und vom Amtsabschied — 4 1— 2 2 n dem Amts⸗ an es war kin Sonntag— war der Dichter in eine gro . llschaft, in den„Schwan“ fin Zürich, geladen. Die 7 4 weit war ja damals die Zufluchtsstätte für so viele, denen wegen ihrer freiheitlichen Ansichten und Bestrebungen der Boden in der eigenen Heimat zu heiß geworden war. Und so hatte
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erschienen. Auch der Dichter Herwegh, der einige Wochen später einem Ruf auf den Lehrstuhl für Literaturgeschichte nach Neapel erhielt, war mit 9 157 amilie anwesend. Nach dem Tee begann ein Gelage, das bis in den hellen Morgen hinein dauerte, wobei die Frauen dem Champagner nicht lässig zusprachen und dicke Hapannazigarren rauchten. Keller fühlte sich aufs äußerste an⸗ gewidert, verhielt sich— 5 stumm Als jedoch in vorgerückter Stunde Lassalle seine Kunststücke als Magne iseur und Tichrücker zum besten gab und eben seinen Hokuspokus über dem Haupte Georg Herweghs machte, um denselben einzuschläfern, fuhr Gott⸗ sried Keller wütend auf und schrie:„Jetzt ist's mir zu dick, Ihr Lumpenpack,. Gauner!“ Er ergriff einen Stuhl und drang mit dieser ffe auf Lassalle ein. Eine unbeschreibliche ee„Die Frauen brachen in heftiges Weinen aus, die Männer schimpften, und der Störenfried wurde an die frische Luft gebracht. Um 8 Uhr morgens hätte er in der Kanzlei antreten sollen. Um 10 Uhr war er noch nicht da, der nächtliche Vorfall dagegen war bereits ruchbar geworden. Da eilte Regierungsrat Hagenbuch nach der Wohnung seines Schütz⸗ lings, den Schläfer zu wecken. Ein ernstlicher Verweis wurde dem Säumigen nicht erspart. Es war der erste und letzte, den Keller entgegenzunehmen hatte. Seitdem war er die Pünkt⸗ lichkeit und Plichttreue selbst. Das Amt nahm ihn aber auch so völlig in Auspruch, daß zu dichterischer Arbeit keine Muße blieb. Da benutzten seine Mitbürger den Anlaß seines 50. Ge⸗ burtstages, den Schweigsamen an feinen höheren Beruf zu mahnen. Sie brachten dem Nichtsahnenden einen glänzenden Fackelzug und führten ihn in vierspäuniger Kutsche zu einem Festkommers, bei dem ihm das Diplom eines Ehrendoktors der Hochschule über⸗ reicht wurde. Immer stärker ward nun der Wunsch im Herzen des Dichters, noch einige Jahre seine ganze Kraft der Dichtung zu widmen. Nach 15jähriger Amtsführung legte Gottfried Keller Mitte 1876 den Staatsschreiberposten nieder. Die Regierung gab ihm ein solennes Abschiedsessen und überreichte ihm einen silbernen Becher. Die Feier wandelte sich im Laufe der Stunden zu einem Akte fröhlichster Ausgelassenheit. 5 aufragenden Hoch⸗ 5917 der neugewonnenen Freiheit weihte Keller den Becher mit östlichen Weinen ein und regalierte die demokratischen Re⸗ gierungsräte mit Offenherzigkeiten.„Sie machten jedoch,“ be⸗ richtete er selbst einem Freunde.„geduldige Miene dazu; ich glaube aber, sie gäben mir jetzt den Becher nicht mehr“ So be⸗ schloß Gottfried Keller sein Ant als Staatsschreiber mit einem genialischen Exzesse, wie er es angetreten hatte. *
Darmstädter Weingartner⸗Konzerte. Unser Darmstädter Mitarbeiter schreibt uns: Seit der Uebernahme der Oberleitung über die Darmstädter
— ich an— 2 Galt 8 Volk d afaik um den gefeierten„Ferdina alle, lcharte. Gräfin Haßfeld war in roter Blufe und weißer Krinoline
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Hoftheaterkapelle durch Felix v. Weingartner haben auch die Kon⸗ zerte der ntermonate im
Kapelle, die alljährlich während der Wi
senal ron Krojujevac im Brand. Die Stadt wurde aut Nach- mittag von den Verbündeten besetzt.*
Berlin, 4. Nov. Der Vormarsch des bulga⸗ rischen Heeres über Veles hinaus dauert, wie die Blätter übereinstimmend melden, fort. Die Nachricht, daß Monastir bereits von den Bulgaren besetzt sei, ist unbestätigt.
Aus der griechischen Kammer.
Mailand, 3. Nov. WTB. Nichtamtlich.) Der„Corriere della Sera“ meldet aus Athen: Heute sollte in der griechi⸗ schen Kammer eine Anfrage betr. die Mobilisation erörtert werden. Der Ministerpräfident hatte Vertagung der Be⸗ sprechung verlangt. Da die Anfragenden auf sofortige Besprechung drangen, verweigerte Zaimis die Antwort.
Die Fahrt des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg nach Sofia. ö
Berlin, 4. Nov. Ueber die Fahrt des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg nach Sofia bringt das„Berliner Tageblatt“ einen Bericht, in dem der Donauübergang bei Orsova anschaulich schildert wird. Drei Tage dauerte die romantische rt des Herzogs durch Serbien nach Sofia. In Wahrheit habe sich der oben auch den Uebergang über die Donau mit seinen Soldaten sozusagen selbst erkämpft. Er habe als erster das Fort Elisabeth am serbischen Donauufer südöstlich von Orsova betreten, er habe eine Stunde lang mit einem deut⸗ schen Unteroffizier allein sich darin aufgehalten, und sein Adjutant, Oberleutnant Schölwinck, derselbe, der von den Franzosen als Parlamentär widerrechtlich bei Reims ge⸗ fangen genommen, als Spion zum Tode verurteilt worden war und bereits vor seinem eigenen Grabe stand, erzählte dem Vertreter des„Berliner Tageblatts“, wie der denk⸗ würdige Tag des Donauüberganges verlief. Im ersten Pon⸗ ton setzte der Adjutant des Herzogs über, mit der zweiten Bootsstaffel folgte der Herzog selbst. Hundert Fuß vom serbischen Ufer wurden die Boote wie rasend be⸗ schossen. Zwei Mann im Boot traf die tödliche Kugel. Aber die Pioniere ruderten durch; dann wurde es still. Artillerie der Verbündeten hatte ihr Feuer eingestellt, um die eigenen Leute nicht zu gefährden. Drei Tage später ver⸗ ließ der Herzog Orsova, um auf dem Landwege durch Ser⸗ bien Sofia zu erreichen. Die Donaufähre setzte ihn mit zwei Automobilen im strömenden Regen nach dem serbischen Ufer über. Tags vorher war die Donauflotille von Moldava her angekommen. In Brza⸗Palanu ka stand bereits bul⸗ garische Kavallerie. Trompetenfanfaren und Hurras ingen den Herzog. Der ganze Ort hatte in Eile mit deut⸗ schen und bulgarischen Fahnen geflaggt. An den General⸗ Apen von Mackensen wurde ein Telegramm abgesandt, das ihm die Verbrüderung der Deutschen und Bulgaren kundgab.
Die deutsch⸗italienischen Geschäftsverbindungen.
Mailand, 3. Nov.(WTB. e Professor Luzzatti beschäftigt sich im„Corriere della a“ mit den deutsch⸗italienischen Geschäftsverbindun⸗ gern und den Wüns der italienischen Geschäftsleute, von
er Regierung eine besondere gesetzliche Maßregel zugunsten italienischer Schuldner gegen deutsche Gläubiger zu er⸗ langen. Luzzatti bemerkt, daß dies gegen Artikel 23 der Haager Konvention verstoße. Italien sei Deutschland gegen⸗ über in einer merkwürdigen Lage, die vielleicht bis zum Kriegsende andauern würde. Den deuts Gläubigern ein gerichtliches Vorgehen gegen italienische Schuldner zu verweigern, würde die Suspendierung der Ar⸗ beiterpensionen, die Deutschland regelmäßig durch Vermittlung der Schweiz an italienische Arbeiter auszahle, zur Folge haben.
* Die Angriffe der Russen an der Strypa⸗Front.
Berlin, 4. Nov. Die Angriffe der Russen an der Strypafront haben sich ausgedehnt, bleiben aber ver⸗ geblich. Am Styr warfen deutsche und österreichisch⸗unga⸗ rische Truppen der dortigen Nordarmee die von Nowo⸗ Sielki wieder vorgehenden Russen auf den Brückenkopf der Bahn Kiew— Kowel zurück.
Das Wahlergebnis in Norwegen.
Kristiania, 3. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Nunmehr liegt das Wahlergebnis des letzten, bisher noch zwei⸗ selhaften Wahlkreises vor; dort wurde ein Sozialdemokrat mit einer Mehrheit von 30 Stimmen gewählt. Der neue Hoftheater zum Besten eee end edenenstone ng veranstaltet werden, ein stärkeres* Interesse erweckt, und nicht nur die musikliebenden se der Stadt, sondern auch zahlreiche Gäste aus der näheren und ferneren Umgebung kamen herbei, um den weit über Deutschlands Grenzen hinaus berühmten Musikdirigenten in der Ausübung feiner genialen Tätigkeit zu bewundern. Das interessanteste der sieben von Wein⸗ gartner zu dirigierenden Beethovenkonzerte, in denen sämtliche neuen Sinfonien des unsterblichen Meisters der Töne zu Gehör gebracht werden, war zweifellos das gestrige, denn es gab Ge⸗ . den bedeutendsten der lebenden Beethovendirigen len auch als onisten näher kennen zu lernen. Der erste Teil des Konzertes, das mit der iden⸗Ouvertüre von Mendelssohn⸗ Bartholdy in vielversprechender Weise eingeleitet wurde, brachte
darnach ausschließlich neue Kompositionen von Weingartner, se Gesänge und ein Instrumentalwerk, so daß es mit Recht als ein
ausgesprochenes Weingartner⸗Konzert bezeichnet werden kann. Tas letztgenannte Werk ist betitelt„Lustige Ouvertüre“ und 505 gleich nach seinem Entstehen die Runde über den ganzen Kontinent and die großen Städte Amerikas gemacht. Als die neue Kompo⸗ sition zum erstenmal in Köln zu Gehör kam, schrieb der Mufik⸗ schriftsteller, Dr. Neitzel, daß das Ganze Laune, Humor und vollendete Grazie atme, und das Publikum bereitete dem Werk in hellem Entzücken einen stürmischen Erfolg. Tieselbe Wirkung erzielte es gestern auch hier. Es ist eine eigenartige, berückende Kunstschöpfung, die von frisch pulsierendem Leben durchzogen wird und durch feinsinnige Instrumentaltechnik und geschickten thematischen Aufbau besticht. Die Liederkomposstionen waren von sehr verschiedener Art. Während ein Lenau'sches Lied„Vergangen⸗ heit“ ganz in dem elegischen Gedanken der Dichtun gehalten ist und das Lied„Gottvertrauen“(Gräfin Stubenberg) an ergreifend ernste Stimmung auslöste, entzückten die„Frühlingsgespenster“ (Jul. Sturm) durch eine ganz prächtige Stimmungsmalerei und neckisches Wirren und Weben in der Maiennacht. 5 wirkungs⸗ vollste Komposition erwies sich das„Lied der Ghawäza“(Dichtung von Prinz zu Schönaich ⸗Carolath), das mit seinen packenden Phythmen und prächtigen Klangfarben ungemein ansprethend wirkt. Sämtliche Lieder n von der Gattin des Komponisten, Frau Lueille v. Weingartner, mit feinem Kunstgefühl und sympalh sch⸗ schönen Stimmitteln so wirkungsvoll zu Gehör gebracht, daß Sängerin und onist mit stürmischem Beifall und Hervorrufen augezeichnet wurden. Den ganzen zweiten Teil des Abends e
1 10 er einga genialer itun, hon* Bismarckfeier im Hoftheater aus Anlaß des hunderten Geburts⸗ tags das Entzücken aller Zuhörer gebildet hatte. Tie 8 dapelle ckzielte auch mit der gestrigen Wiedergabe der„Expika“ einen großartigen Kunsterfolg, der in den stürmischen Beif spenden der tief ergriffenen Zuhörer zum Ausdruck kam.
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