Ausgabe 
(1.11.1915) 257. Erstes Blatt
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Ungarn und Bulgaren sich froh begrüßten. Und dieselbe Stimmung wird sich in ganz Deutschland und Oester⸗ reich-Ungarn verbreiten, denn es ist ein wichtiger und be⸗ deutender Sieg, den wir hiermit errungen haben. Ohne 5 1 werden jetzt Waren aller Art aus Deutschland und Oesterreich⸗ungarn nach der Türkei geschafft werden können, und ebensd wer⸗ den die Erzeugnisse der Türkei ihren Weg nach Deutschland finden. Ein reger Güteraustausch zwischen Orient und Okzident wird sich entwickeln, der in erster Linie die 5 wilttärische Widerstands kraft der Türkei steigern, dann aber auch unserem ganzen wirtschaftlichen Leben zugute kommen wird. DieLossische Zeitung sagt:Donauaufwärts fuhren die ganze Kriegszeit hindurch russische Schiffe voll⸗ beladen mit Kriegsbedarf nach Serbien. Von jetzt ab fahren Schiffe unserer Freunde donauabwärts nach Bulgarien. Die serbisch⸗russische Verbindung ist tot, es lebe die ungar⸗ isch⸗bulgarische. 0 Wie demBerliner Lokalanzeiger der Sonderbericht⸗ erstatter desAz Est meldet, traf mit dem Dampfer Berettio auch der Herzog von Mecklenburg in Viddin ein.

Die Telegraphenverbindung zwischen Nisch und Saloniti unterbrochen. Athen, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence vas. Die Telegraphenverbindung zwischen Nusch und Salo⸗ niki ist unterbrochen. Der bulgarische Bericht.

5 Sofia, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Hee⸗

resbericht über die Operationen vom 28. Oktober. Nach der Einnahme von Zajecar, Knjazeyae und Inovo fuhren unsere Truppen fort, den Feind in westlicher Richtung zu ver⸗ folgen. Am Morgen des 28. Oktober ist eine Abteilung, die in der Nähe von Pirot die Nacht zugebracht hatte, in diese Stadt eingedrungen und verfolgt den geschlagenen Feind weiter. Die englische und französische Flotte haben die Beschießung der Aegäischen Küste wieder auf⸗ genommen. Sofia, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht über die Operationen am 29. Oktober: Die bulgarischen Truppen setzten die n des Feindes auf der ganzen

Front fort. Sie erreichten westlich von Knjazevac die Wasser⸗ scheide zwischen Timok und Moxava. Slidwestlich von Knjazevac

groberten wir nach erbittertem Kampfe den Kamm des Tresi⸗ baba, von wo die Straßen nach Nisch und Bela Palanka führen. Im Tale der bulgarischen Morava nahmen wir nach Euer Kampfe die Stadt Ordeljica, Knotenpunkt der

aße Brauja Leskovac und der Straße durch das Vlassinatal.

In der Gezend von Katschanik griffen die Serben eine dort vorrückende Kolonne an, wurden aber zurückgeworfen. Im Laufe der Verfolgung des Feindes eroberten wir zwei Gebirgsgeschütze

mit Bedeckung und viel Kriegsmunition. Bisher fanden wir in Uesküb 19 000 Gewehre verschiedener Systeme, 950 Kisten mit 5 lver, 15000 Kisten Patronen und eine große Menge anderes iegsmaterial.

Das Eiserne Kreuz für bulgarische Führer.

Sofia, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ arischen Telegraphen⸗Agentur. Kaiser Wilhelm hat dem onprinzen Boris, dem Prinzen Cyrill, dem Ministerpräsi⸗ denten Radoslawow und dem Generalissimus Jekow das Eiserne Kreuz verliehen. Die Regelung der rumänischen Getreideausfuhr.

5 Budapest, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener Korr.⸗Bureaus. Die Verfügung Rumäniens durch die der Preis des Ausfuhrgetreides mit 100 Prozent über den Preis des rumänischen Inlandkonsums

verteuert wurde, wird als ein in der Wirtschaftsgeschichte einzig dastehendes Vorgehen bezeichnet, das, wenn die ru⸗ mänischen maßgebenden Kreise daran festhielten, den Ge⸗ treideverkehr unmöglich machen würde. Die praktische Be⸗ deutung der Angelegenheit dürfte nicht überschätzt werden, hingegen stehe fest, daß es lug um einen interessanten, aber nicht glücklichen Versuch handelt, ausländische Verbraucher zu belasten, ein Versuch, der sich jedoch durch die beispiellose Kühnheit leicht an den wirtschaftlichen Interessen Rumä⸗ niens rächen könnte. 5 8 Bukarest, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)Indépendance

Roumaine meldet: Gemüß dem amtlich verlautbarten Reglement der Zentralkommission für den Verkauf und die Ausfuhr von Getreide hat die Eisenbahnverwaltung entsprechende Maß⸗ nahmen angeordnet. Von heute an dürfen die für die Ausfuhr be⸗

reits verkauften Getreidemengen alter Ernte, deren Besitzer für

Waggons in den alten Listen vorgemerkt sind, ohne Ermächtigung

der Zentralkommission weder verladen noch befördert werden.

Die Versender haben daher durch Vermittlung der Chefs der Ver⸗

ladestationen der Kommission eine entsprechende Erklärung abzu⸗

geben. Noch nicht verkauftes Getreide wird nur durch Vermittlung der Zentralkommission verkauft, verladen und befördert.

Griechenland und die Entente.

Mailand, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DerSecolo bespricht die Erklärung, die die griechischen Gesand⸗ ten in Paris und Rom über das Verhältnis Griechenlands zum Vierverband abgegeben haben und sagt: Derartige Aufrichtig⸗ Teitsbeteuerungen Zaimis vermöchten nicht, die Entente hinsichtlich der Haltung Griechenlands zu beruhigen. Vor allen Dingen kenne man 5 solcher Versprechungen aus dem Munde balkani⸗ scher Minister allzugut. In Griechenland ständen die verantwort⸗ lichen Minister talsächlich für garnichts ein. Das beweise der Fall Venizelos. Wer wisse denn, ob König Konstantin nicht irgend⸗ welche Verpflichtung mit den Feinden Italiens eingegangen sei. In Ententekreisen zweifle man nicht mehr daran, daß ein derar⸗ tiges Abkommen unter den Souveränen bestehe Wenn Griechen⸗ land sich dazu entschlossen habe, das Angebot des Vierverbandes einschließlich Cyperns, von dem es nie zu träumen wagte, auszu⸗ schlagen, so müsse es sich notwendigerweise gegenüber jedem augen⸗ blicklichen oder zukünftigen Angriff Bulgariens wegen des Hafens von Kawalla vollständig sicher fühlen. Es dürfte sich dabei nicht um ein griechisch⸗bulgarisches, sondern um ein griechisch⸗deutsches Abkommen handeln, das vielleicht nur die griechische Neutralität 15 305 habe, aber nichtsdestoweniger Italiens Interessen be 8

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5 Kaiser Franz Josef an seine Truppen. 0 Wien, 30. Oktober. 99 l 215 Franz Josef hat an den Erzherzog Eugen da folgende Handschreiben gerichtet: Lieber Herr Vetter Generaloberst Erzherzog Eugen! In wärmster dankbarer Anerkennung der erfolgreichen Führung der Euer Lieben unterstellten Streitkräfte e 57 Ihnen meinen Armee⸗ und Flottenbefehl vom heutigen Tage. 5. Franz Joseph. Armee⸗ und Flottenbefehl. An meine gegen Italien kämpfenden Streit⸗ kräfte! Noch stebt Euch Hartes bevor, sagte ich in meinem Armee⸗ und Flottenbefehl vom 29. Juli. So kam es auch. Drei Monate voll heißer Kämpfe 151 hinter Euch. Heldenmütige Tapferkeit, zäheste Ausdauer und der bewundernswerte Opfer⸗ mut der braven Truppen, die vortreffliche Führung und das verständrisvolle, vom besten lamerabschaftlichen Geiste beseelte Zufammenwirsen aller Waffen vollb en Taten, die der treuen Wacht im Südwesten ein glänzendes Blatt in der Geschichte mei⸗ mer Wehrmacht sichern. Mit fester Zuversicht blicke ich auf Euch,

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weiß, Ihr erfüllt nicht bloß Eure Pflicht nein, mit treuem, für Euren Kriegsherrn und das teure Vaterland schlagendem Herzen leistet Ihr Großes und erweist Ihr Euch als Helden. Aus vollem Herzen sende ich Euch meinen Dank und Gruß. Wien, 28. Oktober 1915. Franz Josef.

An den Erzherzog Leopold Salvator hat Kaiser Franz Josef das folgende Handschreiben ge⸗ richtet:

5Lieber Herr Vetter, Feldzeugmeister Erzherzog Leopold Sal⸗ vator! Aus den mir von allen Kriegsschauplätzen zukommenden Berichten ersehe ich mit großer Befriedigung, in welch hervor⸗ scagender Weise meine gesamte Artillerie, treu ihrem alten Rufe, wirkt. Ich erfahre, wie die anderen, heldenmütigst kämpfen⸗ zen Truppen die ihnen zuteil werdende mächtige Artillerie⸗Uln⸗ terstützung anerkennen. Ihnen allen und jenen, die an der Aus⸗ gestaltung und Fortbildung der Artillerie rastlos mitgewirkt ha⸗ ben und in den erreichten Erfolgen ihren schönsten Lohn finden, 05 von Herzen Dank. Wien, 28. Oktober 1915. Franz

osef.

Desterreich⸗ ungarn und Italien.

Wien, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Obwohl die ein⸗ hellige Stimmung der ganzen Monarchie und die Sprache der gesamten österreichischen und ungarischen Presse seit dem Beginn des italienischen Feldzuges keinen Zweifel an der entschlossenen Ablehnung jedes derartigen Gedankens zu⸗ läßt, tauchen im Auslande doch noch tendenziöse Ge⸗ rüchte auf, als ob Oesterreich⸗Ungarn sich bereit finden könnte, dem Königreich Italien bei einem Frie⸗ densschluß jetzt oder später irgendwelche Gebiets⸗ abtretungen zu bewilligen. Das Wiener K. K. Telegr. Bur. ist von maßgen Stelle ermächtigt, solchen un⸗ sinnigen Gerüchten mit aller Entschiedenheit entgegenzu⸗ treten.

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Die Besetzung der deutschen Botschaft in Konstantinopel. 44 Berlin, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieNord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung meldet: Dem Vernehmen nach wurde bei der hohen Pforte für den Botschafter a. D. Graf Wolff⸗ Metternich das Agrement als Botschaf⸗ ter in außerordentlicher Mission nachgesucht.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers von gestern. An der Dar da⸗ nellenfront versenkte unsere Artillerie heute das fran⸗ zösische UnterseebootTurquoise. Wir mach⸗ ten die Besatzung, die aus zwei Offizieren und 24 Mann bestand, zu Gefangenen. Der Feind begann auf drei Teilen der Front mit zunehmender Heftigkeit Artilleriefeuer und Bombenwerfen. Wir erwiderten kräftig. Einige feindliche Schiffe nahmen an diesem Feuer teil. Bei Anaforta traf unsere Artillerie ein feindliches Transportschiff am Vorderteil. Das Schiff entfernte sich, in dichten Rauch eingehüllt. Bei Arirwarika verursachte eine unserer Bomben in den feindlichen Schützengräben einen Brand, der zwei Stunden dauerte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr zerstörte unsere Artillerie zwei Minenwerferstellungen auf dem rech⸗ ten Flügel und in der Mitte. Sonst nichts Neues.

Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Darda⸗ nellenfront dauerte das örtliche Feuergefecht auch gestern an. Unsere Artillerie, die wirksam erwiderte, zer⸗ störte einige feindliche Schützengräben und Minenwerfer⸗ stellungen. Sonst nicht zu melden.

Ein Armee⸗ und Flottenbefehl Enver Paschas.

Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der türkische Generalissimus Enver Pascha richtete an⸗ läßlich des Beiramfestes nachstehendes Telegramm an den Ches der osmanischen Flotte, Vizeadmiral Souchon:

Das heutige Beiramfest, das wir in dem brandenden Kriege um die Erstarkung unseres Vaterlandes feiern, veranlaßt mich, un⸗ seren tapferen Streitkräften zu Wasser und zu Lande sowie unseren treuen Verbündeten nochmals für die glänzenden Waffentaten zu danken, wobei ich Ihnen zum Beiramfeste die herzlichsten Wünsche entbiete. Dank dem allmächtigen Lenker der Schlachten, der unsere Waffen segnete und unsere Streitkräfte unter seinem Schutz zum Siege führen wird. Fernerhin halten wir vereint mit unseren Waffenbrüdern zusammen, bis zur Vernichtung unserer Gegner und einem segensreichen Frieden, das sei unsere Losung.

gez. Enver Pascha.

Die Bedrängnis der Engländer in Mesopotamien.

Konstantinopel, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Bagdad: Englische Soldaten, die von den Türken gefangen genommen sind, erzählen, daß überall in Indien Unruhen ausgebrochen und daß in den letzten Tagen an der afghanischen Grenze bewaffnete Konflikte vorgekommen seien. Infolge dieser Zustände halten die Eng⸗ länder die Truppen in Indien zurück und senden den in Mesopotamien kämpfenden Truppen keine Verstärkungen mehr. Die mesopotamischen Stämme beunruhigen fort⸗ während die englischen Truppen, deren Schwäche sie erkannt haben. Um die Entsendung von Verstärkungen vorzutäuschen, bringen die Engländer während der Nacht einen Teil der Truppen auf Schiffe und setzen sie am nächsten Tage an einem anderen Punkte ans Land. Es verlautet, daß die Eng⸗ 8 im letzten Kampfe am Tigris 2000 Mann verloren aben.

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Joffre und Kitchener. London, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der fran⸗ zösische Generalissimus Joffre besuchte das Kriegsamt und verließ es dann mit Kitchener. Die Menge brachte ihm lebhafte Huldigungen dar.

8 Ausgehobene Spionagenester.

Berlin, 30. Okt.(WTB. Amtlich.) In Belgien un Nordfrankreich sind in den letzten Tagen Mieder 1 neue große Spionageunternehmungen aufgedeckt norden. In Belgien handelt es sich um eine weitverzweigte Or⸗ ganisgtion, der insgesamt 21 Festgenommene angehörten. Nach⸗ dem sie sich monatelang auf die Vermittelung von Spionagenach⸗ richten über Holland nach Frankreich beschränkt hatten, gingen sie im September auch dazu tber, Sprengattentate auf Eisenbahnhauten, Brücken und andere Kunstbauten vor⸗ zubereiten. Nebenbei betrieben sie die Beförderung von Wehr⸗ pflichtigen aus Belgien nach Frankreich. Unter der Zahl der Fest⸗ genommenen befinden sich wiederum vier Frauen, die mit in erster Linie die gegen bie Sicherheit des deutschen Heeres gerichtetn Berbrochen begangen haben. l Die in Nordfrankreich aufgedeckte Spionageorganisation wurde pon der Frau eines in der französischen Armee dienenden

meine Braven, und voll Vertrauen weiß ich die schwere Aufgabe, Laber, zahlreiche Feinde zu besiegen, in Euren Hünden. Ich

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Offiziers geleitet, die in Paris persönlich von der Militär⸗ behörde für ihre Aufgaben unterrichtet und nach Nordfrankreich

entsandt wurde. Unter ihren festgenommenen Helfern befinden sich zwei weitere weibliche Personen. In welchem Maße die Spionage organisiert ist, geht aus dem Umstande hervor, daß die Festge⸗ nommenen vom französischen Nachrichtendienst unter hohen Num⸗ mern in seinen Listen geführt wurden. Auch die in dieser Sache Verhafteten sind bereits überführt, daß sie in zahlreichen Fällen durch die Beförderung militärischer Nachrichten nach Frankreich sich eines Verbrechens der Spionage schuldig gemacht haben.

In einer dritten Spionage⸗Angelegenhert in Belgien ist am 26. Oktober das Urteil gefällt worden, das gegen neun der Angeklagten auf Todesstrase lautete. Dieses Urteil ist gestern vollstreckt worden. Unter zehn weiteren zu Zucht⸗ hausstrafen verurteilten Schuldigen befinden sich wiederum drei weibliche Personen.

Bon der französischen Kammer

Paris, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Auf Ersuchen Briands hat sich die Ka m⸗ mer bis zum 3. November vertagt, um sodann die ministerielle Erklärung entgegenzunehmen und die Interpellation von Emile Constant über die Gefahr der Anwesenheit gewisser Oesterreicher und Deutscher in Frank⸗ reich zu erörtern. N

Die holländische Ausfuhr.

Haag, 31. Okt.(WTB. i Vom 1. bis 29. November dürfen Ausfuhr bewilligungen für höchstens 3 500 000 Kilogramm Schweinefleisch und 1 500 000 Kilogramm Wurst, die teilweise aus Schweine⸗ fleisch besteht, erteilt werden. 5

Haag, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich Eingemachter Blumenkohl kann mit Erlaubnis der Reichsgemüsekommission ausgeführt werden. 5

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Aus dem englischen Unterhause.

London, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaussitzung vom 30. Oktober. Auf eine Anfrage erwiderte Sir Edward Grey, da London die Deklaration nicht ratifiziert hat, ist es der englischen Regierung freigestellt, ob sie solche Bestimmungen davon annehmen will, die allgemein anerkannte Grundsätze des Völkerrechts befriedigend auszudrücken scheinen. Lord Charles Beresford fragte, ob England sich Deutschland gegenüber nach dessen zahlreichen Verletzungen des Völkerrechts nicht mehr an die Abkommen gebunden erachte, die England und Deutschland ge⸗ meinsam unterzeichneten, wohl aber den Neutralen gegenüber daran festhalte. Grey erwiderte, er stimme mit dem Redner darm überein, daß England gegenüber Deutschland hinsichtlich der ge⸗ nannten Erklärungen und Abkommen keine Verpflichtung mehr hat, hoffe aber, daß wir, gleichviel was Deutschland getan hat, den Rücksichten der Humanität Rechnung zu tragen haben, die von dem Abkommen und den Erklärungen unabhängig sind. Die Rechte der Neutralen müssen natürlich geachtet werden. Auf eine weitere Frage sagte Sir Edward Grey, es sei unrichtig, daß der deutsche Reichskanzler im Juli 1914 der britischen Regierung mit⸗ 1 habe, er sei von einem Flottenabkommen zwischen England und Rußland unterrichtet.(Eine amtliche Er⸗ klärung hierzu von deutscher Seite wird nicht ausbleiben, sobald der Wortlaut vorliegt. D. Red.). Kein militärisches oder Flotten⸗ abkommen bestand vor dem Abkommen, das mehrere Wochen nach Kriegsausbruch abgeschlossen worden ist. Grey führte weiter aus: Die Güter, die Deutschland erreichen oder verlassen sollen, müssen, 1 55 5 005 mene ee 19 1

üter feindli immung oder feindlichen pru gelten, und nach der soeben erlassenen Verordnung behandelt werden. Es ist gleichgültig, ob die Güter von einem neutralen Hafen nach dem anderen gehen, wenn ihre Endbestimmung Feindesland ist. Bo⸗ nar Law sagte auf eine Frage, es sei möglich, daß beträchtliche deutsche schwarze Schutztruppen in der Nähe des Lilimandscharo die britische Grenze überschritten hätten, aber der Feind sei nicht mit nennenswerter Streitmacht tiefer in das britische Gebiet einge⸗ drungen. Ein englisches Schiff habe ein deutsches Schuff in der 1 versenkt, das vermutlich Waffen und Munr⸗ tion für die deutschen Truppen geführt habe 5

Balfour sagte auf eine Frage, daß die Verteidigung von London durch Geschütze und Flugzeuge Gegenstand großer Bemühungen sei und beständig verbessert werde. Auf eine weitere Frage führte Balfour aus, die Regierung beabsichtige, London ebensogut gegen Luftschiffe zu verteidigen, wie Paris verteidigt werde, er glaube aber nicht, daß die Luftschiffe Paris leichter erreichen könnten als London. Healy fragte, ob die Mitglieder des Kabinetts dieselbe Gefahr liefen wie jedermann und daher ebenso bedacht seien, sich zu schützen(Heiterkeit), Balfour sagte weiter, Admiral Scott sei für die artilleristische Vertei⸗ digung Londons verantwortlich, die Admiralität und das Kriegs⸗ amt für den maritimen und militärischen Flugzeugdienst. Die Admiralität sei für die ersten Nachrichten über das Herannahen der Zeppeline auf Beobachtungen an der Küste oder auf See an⸗ gewiesen. Balfour berief sich auf die vor einiger Zeit von Sir John Simon vorgebrachten Gründe gegen eine vorherige Warnung des Publikums. Auf eine Frage Outhwaite lehnte John Simon es ab, das Publikum vorher zu warnen. Quthwaite fragte, ob es Simon nicht bekannt sei, daß sich gestern Abgeordnete aus dem Unterhause in wilder Flucht entfernt hätten, weil sie von einem Zeppelinangriff hörten.(Zwischenrufe.) Der Sprecher sagte, Outhwaite dürfe nicht von wilder Flucht sprechen. Outhwaite bat wegen des Ausdrucks um Entschuldigung. Lloyd George sagte, Asquith werde eine große Zahl der an ihn gerichteten Fragen in seiner Rede am Dienstag beantworten; es werde sich daran eine Debatte anschließen, wie das Haus zu wünschen scheine.

Abbruch englisch⸗schwedischer Verhandlungen.

e 31. Oktober.(WTB. Nichtamtlich.) Politiken meldet aus Malmö: Der Grund für den Ab⸗ bruch der e Verhandlungen ist darin zu suchen, daß die englischen Unterhändler die Forderung stellten, die Engländer sollten berechtigt sein, die schwedische Aus fußr in den verschiedenen Zöll⸗ ämtern zu kontrollieren. Da die schwedischen Unter⸗ händler unter keinen Umständen auf diese Forderung ein⸗ I erwies sich eine Fortsetzung der Verhandlungen als nutzlos. 5 0 Kopenhagen, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)Berlingske Tidende meldet aus Stockholm: Die Versorgung Schwedens mit Kohle ist jetzt gesichert. Nach Verhandlungen zwischen der schwedischen und der englischen Regierung hat diese eingewilligt, ihre Zustimmung zur Ausfuhr von 150 Tonnen englischer Kohle nach Schweden zu geben. f

Der Seekrieg.

Ein franzöfisches Unterseeboot versentt.

Konstantinopel, 30. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: An der Dardanellenfront hat unsere Artillerie heute das französische Unterseeboot Turauoise versenkt. 2 Offiziere und 24 Mann wur⸗ den gefangen genommen. 1

8 a 8 London, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Der HilfsminensucherHythe ist in der Nacht vom 28. Oktober bei Gallipoli infolge eines 85 sammenstoßes mit einem anderen Kriegsfahrzeug gesunken. Au der 1 waren 250 Mann an Bord; 100 vermißt.

London, 31. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Das Reuterschg

Bureau meldet amtlich: Von dem HilfsminensuHythe werden 2 Offiziere und 153 Mann vermißt. ene ee 5

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