Ausgabe 
(29.10.1915) 255. Erstes Blatt
Seite
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Eine Reibe 1 Bekanntmachun⸗ zen findet sich im heul igen Kreisblatt. Zunächst werden die Reichsbestimmungen betr. die Regelung der Butter⸗ öchstpreise zur Kenntnis gebracht. Eine weitere Be⸗ kanntmachung betrifft die Pflicht der Kartoffel⸗Er⸗ zeuge r, die über zehn Hektar angebaut haben, zehn Prozent ihrer Gesamterzeugung zur Verfügung der Behörden zu lten. Ferner wird eine Bestandserhebung von alten Glocken, soweit sie nur mehr Wert als Altmaterial haben, angeordnet. f 5

An Schweinemästereien und Milchwirt⸗ schaften kann unter besummten Voraussetzungen von der Fuiterverteilungsstelle Schrot abgegeben werden. Wir ver weisen auf eine heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters. 1 Silberhochzeit. Gestern begingen die Eheleute Johannes Becker, Metzger, und Ehefrau Kath. geb. Balser, das

Fest der Silbernen Hochzeit. Unbestellbare Postsendungen. Trotz aller bisher ergangenen amtlichen Aufforderungen muß immer noch eine erheb⸗ liche Anzahl Feldpostsendungen als unanbri 1 9 5 behandelt werden, weil entweder auf den Sendungen die Adresse der Emp⸗ fänger unvollständig ist oder der Ab ender seine vollständige Adresse [Vor⸗ und Zuname, Wohnort, Straße und Hausnummer) weder in noch auf den Sendungen angegeben hat. Ferner kommen noch hiufig unfrankierte Feldpostbriefe über 50 Gramm zur Auf⸗ lieferung, obwohl schon wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden ist, daß derartige Briefe frankiert werden müssen. Schließlich findet die Bestimmung, daß Briese nach dem neutralen Ausland und nach Elsaß⸗Lothringen offen aufzuliefern sind, immer noch nicht die gehörige Beachtung. In vielen Fällen können die Sendungen der vorbezeichneten Art dem Absender nicht zurück⸗ gegeben werden, weil die Angaben in den Sendungen: Deine Mutter, Vater, Schwester usw. unvollständig sind und zur Ermitte⸗ lung des Absenders nicht genügen. Wieviel Unannehmlichkeiten mögen infolge der Unanbringlichkeit der Sendungen den Empfän⸗ gern und den Absendern erwachsen sein, und wieviel ungerechte Vorwürfe sind wohl gegen die Postverwaltung und deren Beamte erhoben worden! Es wird daher den Einlieferern von Postsendun⸗ gen immer wieder dringend empfohlen, au allen Sendungen stets die genaue Adresse des Empfänger s niederzuschreiben

und die vollständige Adresse des Absenders, ent⸗ andschriftlich oder durch Abdruck eines Stempels anzu⸗

weder in 5 geben, t die Sendung, falls der Empfänger nicht ermittelt wird, dem Absender zurückgegeben werden kann.

Ein Roman aus dem Gefangenenlager Von den aus dem Gießener Gefangenenlager in letzter Zeit flüchtig gegangenen feindlichen Soldaten sind alle einige Tage nach ihrem Entweichen bis auf 2 wieder festgenommen und ins Lager zurück sebracht worden. Die meisten sind nicht über die Grenzen der Proviß Oberhessen hinaus gekommen; das Wetter und der Hunger trieben sie meistens in die Dörfer oder in einzeln liegende Ge⸗ 163 es nicht schwierig war, die Zögel wieder einzufangen.

ie Flüchtlinge erklären bei ihrer Einlieferung ins Lager selber, daß ihre Flucht eine furchtbare Dummheit gewesen sei. Nur der Deutsch sprechende St., von Geburt ein Schwizer, der mit einem nur Französisch sprechenden Kameraden am 3. Oktober gemeinsam davongegangen war, hat sich 10 Tage der Freiheit erfreut. Beide Flüchtlinge hatten glücklich bei Linzhausen den Rhein erreicht und St. hatte einen Fährmann gedungen, um an das andere Ufer zu gelangen. m war der Schiffer mit seinen beiden Fahrgästen mitten auf dem Strom, da schöpfte er Verdacht und ruderte ztrück ans Linzhauser Ufer, wo er seine Fahrgäste einem Landsturmmann, der dort auf Wache stand, übergab. St's. kriege⸗ rische Laufbahn in Frankreich und seine Gefangenschaft in Deutsch⸗ land sind übrigens, wie unserem Gewährsmann verraten wurde, der reine Roman. Der freie Schweizer Bürger hatte längere Zeit vor dem Kriege in Paris gelebt und dort sein Herz an eine hübsche Pariserin verloren Aus Frankreich in die Heimat zurückgekehrt, konnte er das Mädchen nicht vergessen; er ging das weite Mal in die Seinestadt und warb an Ort und Stelle um die Hand der Schönen. Da brach der Krieg aus und die pa⸗ triotische Gallierin erklärte dem Werber, sie werde ihm nur die Hand zum Bunde reichen, wenn er als sieggekrönter Held aus dem Kriege 1 die Deutschen zurückkehren würde. Der ver⸗ liebte Sohn Schweizer Berge meldete sich also freiwillig zum französischen Heere und rückte als Soldat mit ins Feld, hatte aber das Pech, gleich beim ersten Treffen den Deutschen als

Gefangener in die Hände zu fallen. Im Gießener Gefangenen⸗

lager hat ihn nun die Sehnsucht nicht nach der Pariserin, wohl aber nach seiner friedlichen Heimat mit ihren Bergen mächti gepackt. An Mademoiselle denkt er nicht mehr, wie er denn aue alle Hoffnung aufgegeben hat, als Sieger zurückzukehren.. * On parle francais. Ein Mitarbeiter erzählt uns von einem Hereinfall mehrerer sprachbeflissener Arbeiter in der Wetterau folgendes Geschichtchen: Auf einem größe⸗ ren industriellen Werk wollte eine Anzahl Einheimischer die günstige Gelegenheit beim Schopfe fassen und ihre Sprachkenntnisse auf billige Manier an dort beschäftigten Rr ef Gefangenen bereichern. Einer der Franzmän⸗ ner ließ sich denn auch bereit finden, die Leitung eines Sprachkursus zu übernehmen und begann seine Tätig⸗ keit damit, daß er die braven Wetterauer zunächst in An⸗ ee nahm. Er zeigte ihnen eine Hacke und tierte: Das is eine Acke, eißt auf französick: Schö swi ön grand ahn.(Je suis un grand änel) Die lernbegierigen Schüler hatten diesen Satz zu wiederholen; es dauerte aber

einige Tage, bis er vollkommen fest saß und inzwischen er⸗

tönte es während der Arbeit und beim Essen an allen Ecken: Je suis un grand äàne. Endlich rührte einen mit⸗ beschäftigten Belgier die Harmlosigkeit der lernbegierigen

r und er klärte sie auf: Ihr diesen Un⸗ sinn 85 l seid Ihr wirklich, was der Franzose Euch vorgesagt hat! Was Ihr da plappert, heißt auf deutsch: Ich bin ein großer Esel! Diese unerwartete Wendung bereitete dem Kursus ein jähes Ende. So gehts, wenn

man ausländert! i Landkreis Gießen. U Alten⸗Buseck, 28. Okt. Dem Ersatzreservisten Heinrich Hofmann, der schon seit Oktober v. Is. in Rußland und Galizien fürs Vaterland kämpfte, ist, nachdem er im Juni zum Unteroffizier befördert wurde, nun auch auf französischem Boden das Eiserne Kreuz verliehen worden. g 5 Lauter, 29 Okt. Der Erlös für das hiesige Ge⸗ meindeobst betrug in diesem Jahr 4000 Mark.

5 5 Kreis Büdingen.

4 Krankenkassen⸗Tagung. 5 k. Nüdda, 28. Okt. Am 24. Oktober hielt der Verband zur Wahrung der Interessen der Krankenkassen im 1 ogtum Hessen seine 9. ordentliche Mitgliederversammlung in 1550 im Gambrinus ab. Sie war sehr zahlreich beschickt, auch nahmen piele Vertreter von Versicherungsbehörden, u. a. der Direktor des Großh. Oberversicherungsamts, die Versicherungsämter Darm⸗ stadt Stadt und Kreis, Offenbach Stadt, Büdingen, Gießen

Scadt und Worms Stadt an der Versammlung teil. Der Vorsi nde Krieghoff⸗ Worms eröffnete die Versammlung und f begrüßte die Erschienenen. Direktor von Krug dankte im Na⸗

werden. Ein Verbot des Genusses von Fleisch und die

men des Oberversicherungsamts für die Einladung, gab einen Ueberblick auf das van dem Großh. Oberversicherungsamt in Ge⸗ meinschaft mit den Krankenkassenverbänden bis jetzt Geschaffene: Dienstordnung, Prüfungsordnung, Kriegs versicherung, Muster⸗ satzung für Hausgewerbetreibende usw. Nachdem Rechnungsrat Harkh⸗Darmstadt den Geschäfts⸗ und Kassenbericht erstattet hatte, wurde von Geschäftsführer Steul⸗ Heppenheim a. d. B. über die Krankenversicherungspflicht der in land⸗ wirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern tätigen Kinder referiert. Zu dieser Sache ergriffen Direktor von Krug und der Ausschußvorsitzende der Landkrankenkasse Nidda, Moogk, das Wort. Ueber die Reichswochenhilfe berichtete Schnell⸗ bächer⸗Darmstadt eingehend, auch beantwortete er alle hierauf erichteten Anfragen. Nachdem Rechnungsrat Harth noch eine eihe Entscheidungen höchster Gerichtshöfe zwecks Anwendung in der allgemeinen Verwaltungspraxis erörtert hatte, wurde Heppen⸗ heim a. d. B. als Ort der nächstjährigen Mitgliederversamm⸗ lung gewählt. Bei dem gemeinsamen Mittagstisch im Gasthaus

zur Traube dankte der Vorsitzende dem Geschäftsführer Bol lackss

für die gute Vorbereitung der Tagung und Direktor von Krug hielt eine warm empfundene vaterländische Ansprache.

die neuen Bundesratsbestimmungen über die Verteilung der Lebensmittel.

Berlin, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes⸗ rat hat angenommen: Den Entwurf einer Verordnung zur Ein⸗ schränkung des Fleisch⸗ und Fettverbrauches, den Ent⸗ wurf einer Verordnung zur Regelung der Fisch⸗ und Milch⸗ preise, die Aenderung der Bekannkmachung vom 31. März be⸗ treffend Einschränkung der Trinkbranntwein⸗Erzeugung, die Vorlage betreffend Verlängerung der Gültigkeit der Einfuhr⸗ scheine für ausländische Wertpapiere, eine Aenderung des Ver⸗ zeichnisses der Eingangsstellen für die Fleischeinfuhr, eine Aen⸗ derung der Bekanntmachung der Kartoffelversorgung vom 9. Oktober und den Entwurf einer Bekanntmachung über die Re⸗ gelung der Kartoffelpreise.

Die Einschränkung des Fleischgenusses.

Berlin, 28. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Nunmehr hat der Bundesrat über die Verordnung zur Einschränkung des Fleisch⸗ und des Fettverbrauches Beschluß ge⸗ faßt. Danach dürfen ab 1. November Dienstags und Freitags Fleisch, Fleischwaren und Fleischspeisen nicht gewerbsmäßig an Verbraucher verabfolgt werden. Mon⸗ tags und Donnerstags dürsen in Wirtschaften aller Art Fleisch, Wild und Geflügel, Fische und sonstige

Speisen, die mit Fett oder Speck gebraten, gebacken oder Ge

geschmort sind, sowie zerlafsenes Fett nicht verabfolgt wer⸗ den. Samstags darf kein Schweinefleisch verabreicht

Verwendung von Fett an den bezeichneten Tagen in den Einzelhaushaltungen ist zunächst nicht ausgesprochen, da von der Einsicht der besserbemittelten Bevölkerungskreise erwartet werden muß, daß sie sich willig entsprechende Beschränkungen in der Verwendung von Fleisch und Fett selbst auferlegen werden. Der Zweck dieser Verordnung ist im wesentlichen der einer sozjalen Verteilung der an sich ausreichenden Fleischvorräte. Sie wird unter Umständen nur deeben erforder⸗ lich sein, wenn es gelingt, zu einer Verbrauchsregelung des Fleisches zu kommen, zumal die neueste Viehzählung vom J. Okt. eine erfreuliche Zunahme der Schweine⸗ bestände ergeben hat. Um zu verhüten, daß die Be⸗ schränkung der Fleischverwendung zu einer Steigerung der Wild⸗ und Fischpreise infolge erhöhter Nachfrage führt und um der schon vorhandenen übertriebenen Erhöhung der Preise zu ee ist in einer weiteren Bundesratsver⸗ ordnung der Reichskanzler ermächtigt, Preise für Fische und Wild im Großhandel am iner Markte(Grund⸗ Preise) nach Anhörung von Sachverständigen festzusetzen. Diese Preise sind für das Reichsgebiet maßgebend, sofern nicht die Landeszentralbehörden zur Berücksichtigung be⸗ sonderer Marktverhältnisse einzelner Wirtschaftsgebiete Ab⸗ weichungen anordnen. Insoweit Grundpreise sestgesetzt sind, sollen Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern die Kleinhandelshöchstpreise festsetzen. Die Regelung der Kartoffelpreise.

Berlin, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bun⸗

des rat hat in seiner Sitzung vom 28. Oktober den Reichs⸗ kanzler ermächtigt, allgemeine Produzentenhöchst⸗ preise für Kartoffeln sestzusetzen. Der Reichskanzler hat diese Höchstpreise durch eine Bekanntmachung des gleichen Tages nach den bisher üblichen Preisgebieten ge⸗ frennt und bestimmt, wie dies in der n vom 9. Oktober hinsichtlich der sogenannten Grundpreise geschehen war. Die Produzentenhöchstpreise bewegen sich also zwischen 55 und 61 Mark(2.75 bis 3.05 Mark für den Zentner). Kleinhandelshöchstpreise sind alle Ge⸗ meinden mit mehr als 10000 Einwohnern verpflichtet, die anderen Gemein! sowie Kommunalverbände berechtigt, festzusetzen. Der Kleinhandelshöchstpreis darf den Produ⸗ entenhöchstpreis desjenigen Gebietes, in dem der Klein⸗ dandel ausgeübt wird, um höchstens 1.50 Mark über⸗ steigen. Der Großhandelspreis wird sich nach den lokalen Verhältnissen zu richten haben. Durch die Verord⸗ nung wird die Möglichkeit der Enteignung beiallen Besitzern von mehr als einem Hektar Hartof⸗ fel⸗ Anbaufläche gegeben. Die Enteignung darf sich bei diesen aber nur auf höchstens 20 Prozent der gesamten Kartoffelernte des einzelnen Kartoffelerzeugers erstrecken. Als Kleinhandel gilt der Verkauf an Verbraucher, soweit es sich dabei um weniger als 10 Zentner handelt. In der Kartoffelverordnung vom 10. Oktober ist ferner die Aen⸗ derung getroffen, daß zukünftig alle Landwirte von mehr als einem Hektar Kartoffelanbaufläche 10 Prozent der gesamten Kartoffelernte bis zum 29. Februar 1916 für den Kommunalverband zu reservieren haben. Bisher war diese Verpflichtung nur den Besitzern von mehr als 10 Hektar auferlegt.

Berlin, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In derDeut⸗ 97 5 Tageszeitung veröffentlicht der engere Vorstand

es Bundes der Landwirte einen Anfrüf, in dem er unter Zurückweisung der gegen die Landwirtschaft erhobeten Angriffe und Beschuldigungen die Bundesmit⸗ lieder und alle Berufsgenossen bittet, den

ommunalverbänden Eßkartoffeln in rei⸗ cher Menge zum Ankauf zu den festgesetzten Preisen zur Verfügung zu stellen.

Berlin, 28. Okt. WTS. Nichtamtlich.) Der Ausschuß der Kartoffel⸗Verwertungs⸗Gesellschaft hat einem Vorschlage der

Regierung zugestimmt, vom 1. November an den Abschlags preis für Kartoffelstärke um 3,85 Mark und für Trocken⸗ kartoffeln um 2,80 Mark für den Doppelzentner herabzusetzen.

Die neuen Preise stellen sich demnach für Kartoffelstärke und

Kartoffelstärkemehl auf 36,65 Mark, für Kartofselflocken auf 25,60 Mart, für Kartoffelschnitzel auf 24,35 Mark und für Kar⸗ toffelwalzmehl auf 29,80 Mark für den Toppelzentner. Um diese Minderung des Erlöses auszugleichen, sind die Fabrikanten sämtlicher Gruppen darauf angewiesen, Frischtartoffein um 35 Pfg. für den Zentner billiger einzukaufen. Auf Grund der Verord⸗ nung vom 16. September werden die Verkaufspreise für Kar⸗ toffelstärke und Kartoffelstärkemehl, sowie für Trockenkartoffeln vom 1. November an um 8 Mark bezw. 6,10 ermäßigt. Eine weitere Herabsetzung der Verkaufspreise wird erfolgen, sobald die Lieferungen auf Grund der neuen Preise dies gestatten. Bei dieser Gelegenheit mag erneut darauf hingewiesen werden, daß, gleichgültig, welches auch die Spannung zwischen den Ab⸗ schlagspreisen und den Verkaufspreisen ist, der Erlös der Her⸗ teller von Kartoffelstärke und Trockenkartoffeln stets insofern begrenzt bleibt, als dem Abschlagspreise nur eine Nachzahlung von höchstens 50 Pfg. für den Doppelzentner folgen darf Jeder darüber hinaus erzielte Gewinn steht zur Verfügung des Reiches.

Nirche und Schule.

Berlin, 29. Okt. Ueber die Richtlinien, die der preußt⸗ che Ku ltusminister für die Erziehung und Behandlung der Kriegs p rimaner ausgibt, teilt derBerliner Lokalanzeiger folgendes mit: Die Kriegsprimaner sind, wenn auch ernste, ein⸗ dringende Arbeit zu verlangen ist, entsprechend ihren Lebens⸗ erfahrungen und ihrem Alter zu behandeln. Wenn sie sich auch der O ig der Schule fügen m zu vermeiden. Bei den jungen Leuten soll möglichst auf Selbst⸗ betätigung und gen auf Zusammenhang und gegen⸗ seitige Kritik en. Es kann hier ein Unterricht an⸗

üfsen, so ist doch jede Kleinlichkeit 07

Eingesandt. [Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei

Die Butterpreise.

Bis zur Festsetzung der neuen Butterpreise fonnte man in der Nähe, in Grüningen i. B., noch But er zu 1,50 Mk. bekommen. Sobald aber 2.40 Mk. festgesetzt wurde, streg ber Preis sofort auf den Höchstpreis, ob nach Aussage von Selbstherstellern von Butter ohne weiteres

es aber, wenn da, wo der Gestehungspreis viel geringer ist, dann sofort der Höchstpreis gefordert wird. Es sollte einfach der Butter⸗ genuß sowäit wie möglich eingeschränkt werden. Obstaufstrich ist viel gesünder, besonders für Kinder. Butter als Nahrungs⸗ mittel ist durchaus unnötig in der bisher gebrauchten Menge. Die an Fett ärmere Ernährung, wie wir sie jezt notgedrungen genießen müssen, wird insofern ihr Gutes haben, als wir für die Zulunft in geringeren Grade an Magen⸗ und Darmstörungen leiden wer⸗ den. Wir brauchen die Butter garnicht. Wenn wir in der Woche zunächst einmal zwei oder drei butterfreie Tage einschieben, dann werden die Butterpreise sicher sehr rasch sinken. Abgesehen davon, erwerben wir uns damit ein Verdienst um das Vaterland, weil wir dadurch den Spekulanten das Handwerk legen, welche in Holland Butter in Menge aufkaufen, wodurch die Zentralmächte um Mil⸗ lionen geschädigt werden. r.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 30. Oktober 1915 Wechselnd bewölkt, meist trocken, kühl, in höheren Lagen Nachtfrost,

Vereitelung feindlicher Trupgenansammlungen an der bulgarischen Küste. Budapest, 29. Okt.A Vilag meldet aus Sofia: Zwi⸗ schen Wakri und Maronna hat türkische Artillerie den

Versuch von acht feindlichen Kreuzern, an der bulgarischen Küste Truppen zu landen, vereitelt. ö

Rumäniens Haltung.

Lugano, 29. Okt. DieIdea Nazionale erfährt aus guter Quelle, daß Rumänien mit Oesterreich⸗Ungarn und Dutschand ein Neutralitätsabkommen abgeschlossen habe.(7). 5

ö Die feste Haltung des Königs Konstantin.

Amsterdam, 29. Okt. DiePall Mall Gazette schreibt? Aus der Haltung des Königs Konstantin kann man spfort ersehen, daß seine Beziehungen zu dem Kaiser einen sesten Charakter tragen und daß es vergeblich ist, Griechenland als einen möglichen Faktor zu unseren Gunsten zu betrachten. Der Entente gegenüber hat der König seinen wahren Charakter gezeigt und sie verpflichtet, auf ihrer Hut zu sein. Der König steht an der Spitze eines mobil gemachten Heeres, und es ist wohl möglich, daß er in Versuchung gebracht wird, mit Hilfe seines Heeres die Wagschale zugunsten Deutschlands niedergehen zu lassen.

Die griechische Regierung und das ausländische Papiergeld.

Budapest, 29. Okt. Das BlattA Vilag meldet aus Athen: Die griechische Regierung hat eine Verordnung erlassen, welche den Wert des französischen Papiergeldes mit 75, des russischen mit 70 und des englischen mit 30 Prozent festsetzt. Die Verfügung hat in Ententekreisen große Bestürzung verursacht.

Dank der deutschen Regierung an die niederländische Regierung.

Haag, 29. Okt. DerRotterdamsche Courant meldet: Die deutsche Regierung hat der niederländischen Regierung ihren herzlichen Dank für die Rettung von deutschen Flie⸗ gern ausgesprochen, die am 19. September in der Nordsee Schiffbruch erlitten und durch das niederländische Rettungsboot Brandaris nach Terschelling gebracht worden waren. Die deutsche Regierung hat ferner die ritterliche Behandlung, die den Fliegern von dem Kommandanten und von den Offizieren zuteil geworden ist, anerkannt.

Der Papst für den Frieden.

Amsterdam, 29. Okt. Aus New Vork wird mittels Funk⸗ spruch gemeldet: Der Abg. Erzberger sagte in einer Unter⸗ redung zu einem Vertreter desNew Nork Journal, er glaube, der Papst tue sein möglichstes, um den Frieden zu erwirken. Erz⸗ berger fuhr fort: Als ich Seine Heiligkeit zum letzten Male sah, war er außerordentlich mit Friedensgedanken beschäftigt. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, daß der Papst die Eingabe einer Kooperation des amerikanischen Volkes und der Regierung er⸗ wartet. Ich glaube auch, daß die amerikanische Angelegenheit mit England dazu beitragen wird, England für Friedensunterhand⸗ lungen günstiger zu stimmen.

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