Ausgabe 
(29.10.1915) 255. Erstes Blatt
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Nr. 255 g

Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; wermal wöchentl. Kreis⸗ latl für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Feruserech Anschlusse: für die Schristleuung!12 Verlag, Geschäftsstelleö l Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

Erstes Blatt

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Gen

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eral⸗Anzeiger für Gberhesse

Notationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7.

9. Oktober 1015

Bezugsvreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 piertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi. Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Freitag,

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Große Erfolge der Bulgaren: Sajecar, Pirot erobert, zwei russische Linienschiffe versenkt!

(WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Oktober.

(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. 8 Keine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplaßz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Nordöstlich des Ortes Garbunowka sind neue Fort⸗ schritte gegen russische Angriffe behauptet. Der Kirchhof von Szaszali ist wieder in unserem Besitz. Zwei Offiziere, 150 Mann wurden gefangen genommen. Unser Artillerie⸗ feuer ließ einen feindlichen Angriff südlich von Garbunowka nicht zur Entwicklung kommen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Bei Schtscherssy(am Njemen, nordöstlich von Nowo⸗ Grodel) scheiterte ein starker russischer Angriff.

Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Westlich von Czartorysk wurde Rudka genommen.

Balkan⸗Kriegsschauplatz.

Die Armeen der Generale v. veß und v. Gallwjitz sind im weiteren Vordringen. Die Armee des Generals v. Gallwitz hat seit dem 23. Oktober 2033 Gefangene gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet.

Die Armee des Generals Bojadjeff hat Zajecar genommen. Nördlich von Knjazevat wurde der Timokinbreiter Frontüberschritten. Knjazevac ist in bulgarischer Hand. Mehrere Geschütze wurden erbeutet. Die Höhe der Drenova Glava(25 Kilometer nordwestlich von Pirot) ist besezt. 0

. Odberste Heeresleitung. E 8 8

Die bulgarischen Siege sind auch unsere Siege. Seit die russische Marine vor Warna einen vergeblichen Angriff auf Bul garten ausführte, ist die Feindschaft des Zarenreiches und des aufstrebenden neuen Balkanstaates auf r A hinaus besiegelt. Bulgarien erkämpft sich nicht nur Maze⸗ donien, sondern es stellt auch seine Zukunft gegen bisher machtvolle und einflußreiche Feinde fest; es hat die gleichen Interessen wie die Zentralmächte, mit denen es jetzt Hand in Hand, Rücken an Rücken, kämpft. Zajecar ist von den Bulgaren genommen worden; es liegt am Timok, zwi⸗ schen dem schon eroberten Knjazevac und Negotin. Wich⸗ tiger ist aber noch der Einzug in Pirot. Denn damit ist dem Sieger der Weg auf die etwa 60 Kilometer nordwestlich ge⸗ legene serbische zweite Hauptstadt Nisch geöffnet!

Im Nordostzipfel des alten Serbien, da wo das ster⸗ bende Reich König Peters, von der Donau umflossen, in das rumänische Gebiet hinüberragt und Ungarn von Bul⸗ garien trennt, haben sich die deutschen und österreichisch⸗ ungarischen Grenadiere zum ersten Male mit den bul⸗ garischen Soldaten getroffen. Immer stärker werden dort die Verbindungen zwischen den neuen Verbündeten, immer

breiter die Grundebene, auf der die siegreichen Heere vor⸗

rücken. Bald sind die Morava, der Timok und die Nisava

nicht mehr serbisch, und mit diesen Flüssen werden auch

die Bahnlinien erobert sein, die von Belgrad über Nisch

und Pirot nach Sofia führen. Es ist der Weg des Orient⸗ Expreß, der J. V. L., der Internationalen Schlafwagen⸗ acetat die uns einst in Friedenszeiten auf sechs⸗ achsigen Wagen in federnden Kissen aus Wien oder Ofen⸗ Pest in orientalisches Traumland entführte.

Bald verbindet wieder das rollende Rad die Haupt⸗ städte der Zentralmächte mit Byzanz. Einer unserer Mit⸗ arbeiter sendet uns dazu folgende rückschauende Betrach⸗ tungen: Am 135 August 1888 dampfte der erste Zug des Orientexpreß von Wien nach Konstantinopel. Zweifel an dem Gelingen bestanden bis zuletzt. Die Ingenieure und Jour⸗ nalisten, die jene Eisenbahnpremisre mitmachten, wußten nicht, ob sie wirklich bis Konstantinopel kommen würden. Jede der vier Eisenbahnverwaltungen verlangte gesonderte Fahrkartenbelege. Man mußte die Orientzugfahrscheine in Form von Rundreisebilletts zusammenstellen. Infolge von Unruhen und allgemeiner Unsicherheit waren viele Bahnhofs⸗ wirtschaften, besonders auf türkischem Gebiet, verrammelt. Ueberall Mißtrauen und Widerstand. Nur in Sofia war es anders. Da stand Ferdinand der neugebackene Fürst, mit seinem Mini ter, Stambulow am Bahnhof und schwelgte im Glück. Die Berichterstatter der verschiedenen Länder aber drahteten nach Hause:Von allen beteiligten Staaten, Oesterreich, Türkei, Serbien und Bulgarien hat der kleinste, schwächste, mit ganz Europa in einer Art stillem Krieg begriffene Staat, Bulgarien, die erste uf wichtigste Rolle bei der Eröffnungsfeier gespielt. Damals unterhielt keine einzige Macht zu garien diplomatische Noch im Juli 1887, als Prinz Ferdinand von chweren 1 nach Sofia antrat, veröffentlichte man in

ien eine halbamtliche Note:Der Prinz Ferdinand von soburg hat gegen den Rat seiner Fveunde, auf eigene Ge⸗

iehungen. Koburg den

fahr und eigene Verantwortung die Reise nach Bulgarien unternommen, und die, die es ehrlich mit ihm meinen, ver⸗ mögen dies Wagnis kaum zu billigen. Und doch glaubte Ferdinand an sich, an Bulgarien und an den Orientexpreß. Dieser hat i zwar noch manche Qual bereitet. Nach den Balkankriegen, als er weder durch Serbien noch durch Ru⸗ mänien reisen wollte, mußte er auf einer bulgarischen Seitenbahn nach dem Donaustädtchen Lom⸗Palanla, wo er in Schiff bestieg, um auf dem neutralen Strom zwischen Rumänien und Serbien hindurch nach der ungarischen Grenzstadt Orsova zu fahren. Es war unbequem und pein⸗ lich. Aber König Ferdinand verlor nicht die Zutunftshoff⸗ nung, die sich nun im Schmelztiegel des Weltkrieges glän⸗ zend erfüllen wird. ***

Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht.

Wien, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Oktober 1915.

Russischer Kriegsschauplatz. Die bei Czartorysk kämpfenden verbündeten Krüfte haben gestern das Dorf Rudka erstürmt. Sonst im Nord⸗ osten nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das feindliche Artilleriefeuer war gestern an der Isonzofront wieder lebhafter. Die italienische dritte Armee erneuerte den Angriff auf die Hochfläche von Doberdo bisher nicht. Dagegen seßte die nördlich anschließende zweite Armee ihre vergeblichen Anstrengungen gegen unsere festen Stellungen mehrfach fort und dehnte sie auch auf das Flitscher Becken aus. Je eine weitere Armee greift die Dolomitenfront und Südfirol an. Im Abschnitte von Chiva sind Einleitungskämpfe im Gange. Auf der Hochfläche von Lafraun geht der Feind mit Sappen vor. Ein Angriffsversuch gegen unsere Stellungen nördlich des Werkes Lusern scheiterte in unserem Artilleriefeuer. Vor dem Col di Lana brachen gestern nachmittag sechs Stürme der Italiener zusammen. Ebenso mißlangen kleinere feind⸗ liche Angriffe gegen Tresassi, die Fans⸗Stellung und den Nordausgang des Travenanzes⸗Tales.

Im Raume von Flitsch schlugen die Verteidiger am Westhange des Javoreck Angriffe an den Hindernissen blutig ab. Gegen unsere Linie südöstlich des Mrzli Vrh und gegen Dolje gingen abermals starke Kräfte vor. Sie wurden gleich⸗ falls abgewiesen. Nur um einzelne Grabenstücke ist der Kampf noch im Gange. Auch ein abends gegen den Raum nördlich Selo angesetzter feindlicher Angriff brach zusam⸗ men. Uebergangsversuche der Italiener nördlich Canale wurden vereitelt. Der Görzer Brückenkopf stand wie⸗ der unter schwerem Feuer. Ein vereinzelter Vorstoß des Feindes gegen den Monte Sabotino mißlang vollständig. Mehrere italienische Bataillone, die gegen den Abschnitt nördlich des Monte San Michele vorstießen, mußten in un⸗ serem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer in ihre Deckun⸗ gen zurückflüchten.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die östlich von nb vordringenden k. und k. Truppen haben den Feind beiderseits Karaula Balva über die Grenze zurückgeworfen. Zwei flankierend angesetzte Gegenangriffe einer montenegrinischen Brigade wurden ab⸗ geschlagen. 5 5 i

Der aus öfterreichisch⸗ungarischen Kräften zusammen⸗ gesetzte rechte Flügel der Armee des Generals v. Köveß hat die obere Kolubara in breiter Front überschritten. Die Deutschen erftiegen die Gebirgskette nördlich von Rudnik. Oestlich davon dringen auf gleicher Höhe österreichisch⸗unga⸗ rische Kolonnen beiderseits der Straße Topola Kra⸗ gujevac vor.

Die Armee des Generals v. Gallwitz gewann das Ge⸗ lände westlich der Eisenbahnstation Lapowo und vertrieb den Gegner unter schweren Kämpfen von den Höhen südlich und südöstlich von Svilajnac.

Die bulgarische erste Armee hat Zajecar und Knjazevac erobert und kämpft erfolgreich auf den Höhen des linken Timokufers. In Knjazevar wurden vier Geschütze und sechs Munitionswagen erbeutet.

Der Stellvertreter des Chefs des Generolstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

***

Zwei russische Linienschiffe versenkt. Sofia, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Depeschen⸗Agentur: Die Festung Zajec ar ist die Hände der Bulgaren gefallen.

Heute morgen erschien ein russisches Geschwader vor Warna und begann nach den Weisungen eines Wasser⸗ flugzeuges die Stadt und den Hafen zu beschießen. Unsere Küstenbatterien erwiderten das Feuer. Zwei russische Schiffe von der Klasse Tri-Swiatitelja wurden von Granaten oder Torpedos getroffen und versenkt. Die andern Schiffe zogen sich, von Unterseebooten verfolgt, zurück. Der Beschießung fielen einige Zivilpersonen zum Opfer.

Außerdem wurden einige Gebäude beschädigt. Es wurde nur geringer militärischer Schaden angerichtet.

Die Schiffe der Tri⸗Swiatitelja⸗Klasse, die anfangs der 90er Jahre erbaut, vor drei Jahren aber modernisiert wurden, haben einen Raumgehalt von 11 200 Tonnen(Georgi⸗Pobjedonossez), 11 400(Ssinop) und 13 500 Tonnen(Tri⸗Swiatftella); sie fahren 16 Seemeilen in der Stunde und stellen mit ihrer Bestückung von 46 Geschützen zu 30,5 Zentimeter und 614 Geschützen zu 15 Zentimeter eine beachtenswerte Kampfstärke vor. Die Schwarz⸗ meerflotte besaß im ganzen nur acht Linienschiffe, wobei der Panteleimon, dessen am 22. Mai vor dem Bosporus erfolgte Versenkung durch ein türkisches Unterseeboot von den Russen be⸗ stritten wird, mit eingerechnet ist.

Bukarest, 28. Okt.(WTB. Nichtaurtlich.)Univerful meldet, daß das russische Geschwader, das Warna beschoß,

aus 16 Einheiten bestanden habe; ein anderes russisches Ge⸗

schwader habe zu derselben Zeit Burgas beschossen.

Der Einzug der Bulgaren in Pirot.

Sofia, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗Agentur: Nach langen blutigen Kämpfen haben die bulgarischen Truppen Pirot eingenom⸗ men, wo sie heute ihren siegreichen Einzug hielten. Die bul⸗ garische Armee hat mit der österreichisch-ungarischen und deutschen die Verbindung hergestellt. Pa.irpt ist die stark befestigte Hauptstadt des Kreises Pirot, etwa in der Mitte der serbischen Ostfront gegen Bulgarien gelegen. Die Stadt hat etwa 10 500 Einwohner und liegt an der Nischawa. Pirot ist gewissermaßen als Vorwerk von Nisch, der zweiten Haupt⸗ stadt Serbiens, anzusehen.

Berlin, 29. Okt. Zum Einzug der Bulgaren in Pir ot schreibt derBerliner Lokalanzeiger: Ein neuer Erfolg der mit glänzender Stoßkraft vorwärtsgehenden Bulgaren. Der

Ort hat in der serbischen Geschichte schon öfters eine Rolle gespielt.

Hier wurden am 27. und 28. November 1885 die Serben von dem bulgarischen Fürsten Alexander aufs Haupt geschlagen.

Die Vereinigung mit den Bulgaren.

Köln, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Sonderbericht⸗ erstatter derKölnischen Zeitung meldet aus dem Hauptquartier der Armee Gallwitz vom 27. Oktober: Gestern gegen Abend trafen im Raume des Dobra Voda Berglandes, durch das die verbündeten deutschen und österreichisch⸗ungarischen Streitkräfte seit dem bei Orsova erfolgten Donauübergang kräftig angriffen, zwei Offiziere und 25 Mann eines bulgarischen Aufklärungsstreifzuges mit den Spitzen unserer Truppen zusammen. Ganz unverhofft fanden sich die freilich nacheinander spähenden Patrouillen. Die Bulgaren wurden daraufhin, noch an demselben Abend zu dem höchsten Kommando geführt, wo sie, mit ungeheurem Jubel begrüßt, auf⸗ enommen wurden. Nordöstlich Brza Palanka fand das Zu⸗ n n der verbündeten Heere statt. Es war zwischen dieser Stadt und der kleinen Ortschaft Milutinowatz, die an der sich durch das Bergland windenden nach dem südlichen Bogen der Donau führenden Straße liegt. Ein Augenblick von großer weltgeschichtlicher Bedeutung hat sich damit erfüllt. In der serbischen Festungsstadt Klado vo kam es dann im Laufe des Abends und der Nacht sowie am heutigen Tage zu einem großen Verbrüderungsfest zwischen den Verbündeten. Der Jubel wollte garnicht enden. Die Nationalhymnen der beteiligten Staaten hallten laut durch die Nacht nach dem rumänischen Ufer hinüber, wo sich die Bevölkerung von Turn⸗Severin, der dort liegenden Stadt, zusammenfand, die mit lebendigem Interesse den Vorgängen auf der serbischen Seite folgte. In allen Sprachen der Verbündeten erscholl dort der Hochruf immer wieder. Die bulgarische Reiterschar wurde auf das l bhafteste gefeiert. Auf die Nachricht von der erfolgten Verbindung der Armeen, eilte heute morgen der Kommandeur der im Dobra Voda⸗Gebiet kämpfenden Truppen nach Kladovo, um die Angehhrigen der bulgarischen Armee zu begrüßen. Auch Herzog Adolf von Mecklenburg schloß sich diesen deutschen und österreichisch⸗ungarischen Offizieren an. Die Festungs⸗ stadt zeigte auf dem Wege, den bei der Einnahme die verbün⸗ deten Truppen genommen hatten, viele weiße Fahnen an den Häuserfronten. Es waren Leinentücher und Webstücke, welche die Einwohnerschaft herausgehängt hatte, die als Parlamentärsflaggen die Häuser kennzeichnen sollten, wo sich die serbischen Bürger der neuen Gewalt willig fügten. Mit einem Blumenstrauß hatte man dort, wo nun die Verbrüderung stat sand, die einzie henden Sieger am Tage zuvor empfangen. Heute vormittag gab es dann zu Ehren der bulgarischen Offiziere ein Frühstück und es wurden festliche Reden auf die Fürsten der verbündeten Staaten und ihre Heere gehalten. Danach stellte Leutnant U. P. Gadjew, der Führer

der bulgarischen Reiter, die Mannschaften in Paradeaufstellung

vor. Sie machten alle den allerbesten Eindruck, waren tadellos ausgerüstet und fast durchweg gehörten sie zu den Mannschaften der bulgarischen Armee, die im letzten Balkankrieg gegen Serbien im Felde gestanden hatten; es waren alles kraftvolle Gestalten. Inzwischen sind die Verbindungen zwischen den Armeen noch

sester geworden. Das Gebiet kann in den Hauptzügen als vom

Feinde gesäubert angesehen werden, da unsere Truppen inzwischen wiederum stark nach Süden ausgeholt haben, nachdem noch in den. letzten Tagen zahlreiche Kämpfe stattgefunden hatten. Die Lage ist so, daß die Serben die erreichten Verbindungen zu stören nicht mehr imstande sind.

Ein Aufruf der russischen Sozialisten.

Kopenhagen, 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Russf⸗ sche Blätter veröffentlichen den Wortlaut des Aufruss der russischen Sozialisten an das russische Prole⸗ tariat. Diese fordern darin die Arbeiter eindringlich auf, sich jeder Handlung zu enthalten, die unmittelbar oder mittel⸗ bar dem Feinde nützen könne. Es heißt in dem Aufrufe, daß alle Sozialdemokraten in der Auffassung einig seien, daß

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