a nach der Hauptstadt und nach anderen Städten zu bringen. Der Führer der Mission Doktor Goldamar und der kaiserliche Kommissar
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schreiblich. f
4 ri 27 22 2 8 5 durch englische und französische Schiffe erfolgte
bietet jetzt den Anblick eines Schutthaufens, unter dem Sap⸗
Alliierten ruft die größte Entrüstung hervor.
dung des„Az Est“ besagt, sind 70 000 türkische Soldaten 5 l Erden
5 7 eingelaufenen drahtlosen Telegramm nimmt ein italieni⸗
8 1 legten, dauerte die Versammlung kaum eine
durch die Wirkung unserer Artillerie zersyrengt. Bei Za⸗ gora bemächtigten sich die Italiener unter Tage eines vor⸗ springenden Teiles unserer Gräben, nachts wurden sie wieder daraus vertrieben. Vor dem Monte Sabotino erstickte unser Ar⸗ tilleriefeuer gestern vormittag noch einen Angriff. Hierauf unternahm der Gegner keinen ernsten Versuch mehr, sich den Linien des Görzer Brückenkopfes zu nähern. Am heftigsten waren die Kämpfe im Nordabschnitt der Hochfläche von Do⸗ berdo, wo sehr starke italienische Kräfte wiederholt in Massen zum Angriff vorgingen. Immer wieder mit ver⸗ heerendem Feuer empfangen, mußte der Feind in seine Deckung zurückflüchten. Ein Angriff gegen unsere Stellungen ostlich Monfalcone teilte das Schicksal aller anderen An⸗ strengungen der Italiener. b i 5 Triest wurde gestern nachmittag von einem feind⸗ lichen Flieger heimgesucht, der durch Bombenwurf zwei Ein⸗ wohner tötete, zwölf verwundete.
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oesterreichisch⸗ungarische Reiterabteilungen rückten in VBalfjevo ein. Die Armee des Generals v. Köveß nähert sich kämpfend der Stadt Arangjelovac. Die beiderseits der Kolubara vordringenden k. und k. Truppen dieser Armee befinden sich im Angriff auf die Höhen südlich und südwest⸗ lich von Lazarevac, ein anderer österreichisch⸗ungarischer Heereskörper warf die Serben bei Ratari 10 Kilometer süd⸗ westlich von Palanka. 5. Deutsche Streitkräfte erstürmten die mit großer Erbitterung verteidigten Stellungen südlich von Palanka und gewannen Petrovac im Mlavatal. Die bei Orsowa übersetzten österreichisch⸗ungarischen und deutschen Trupnen dringen im Gebirge östlich der Stromenge Klissura vor. Der Feind 3 1 und ließ Gewehre und Munition liegen. Die Bulgaren haben in den letzten Tagen den Timok von der Quelle bis zur Mündung an zahlreichen Punkten überschritten. Ihr Angriff auf die Höhen des linken Ufers und auf Zajecar, Knjazevac und Pirot schreitet vorwärts.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Felbmarschalleutnant. .
Der bulgarische Bericht.. Sofia, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht Über die Operationen vom 23. Oktober: Unsere Truppen brachten den serbischen Truppen in der Umgegend von Uesküb eine ent⸗ scheidende Niederlage bei und besetzten die Stadt end⸗ gültig. Der Feind hatte über 500 Tote und Verwundete und wurde auf den Engpaß Katschanik zurückgewor⸗ fen. Unsere Truppen verfolgten ihn stürmisch in dieser Richtung. An den anderen Fronten keine wesentliche Veränderung
der Lage.
Sofia, 25. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Die aus 9 Aerzten, 53 Krankenschwestern und 102 Krankenpflegern zusammengesetzte deutsche Sanitätsmission ist hier eingetroffen. Mit ihr zusammen ist ein Lazarettzug angekommen, der für 240 Betten eingerichtet ist und einen Operationssaal, eine Desinfizier⸗Ab⸗ teilung und Sanitätsmaterial in genügender Menge enthält. Die Mission wird in vier großen Lazaretten in Sofia arbeiten. Der Lazarettzug wird dazu dienen, die Verwundeten von der Front
Eiffe sind vom Königspaar in Audienz empfangen worden. Gestern ist ein Zug mit Liebesgaben eingetroffen, die das deutsche Rote
ofia, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der amtliche Bericht über die Operationen am 24. Oktober besagt: Unsere Truppen nahmen Negotin und den Donauhafen Praho vo. Die bis jetzt bekannte Beute ist: Ein Verpflegungsmagazin, 20 Waggons mit Kriegsmaterial. Gefangene: 1 Offizier, 270 Mann. Auf dem Schlachtfelde wurden 300 serbische Leichen aufgefunden. Prinz Cyrill und der Armeekommandant wurden in Uesküb sehr feier⸗ lich empfangen. Die Stadt war mit unseren Fahnen und Teppichen
und weinte vor innerer Rührung. Die Begeisterung war unbe⸗
Die Beschießung der bulgarischen Küste.
Sofia, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ ischen Telegraphen⸗Agentur. Die Beschießung von
ohne vorherige Verständigung und ohne Rücksicht auf die Be⸗ völkerung der Stadt, die nicht einmal Zeit hatte, sich zu retten. Bisher ist festgestellt worden, daß mehr als 25 Frauen und Kinder getötet wurden Ein großer Teil der Stadt ist zerstört. Alle Gebäude am Meeresufer sind Trümmer⸗ stätten. Durch die Beschießung sind überdies zahlreiche Brände
acht worden, die den Rest der Stadt verheerten. Dedeagatsch
noch die Leichen von Frauen und Kindern hervorziehen,
pfer ohnmächtiger Wut der Engländer und Franzosen, die in Ermangelung von Siegen auf den Schlachtfeldern sich rühmen können, den Tod einiger Dutzend unverteidigter Wesen herbeigeführt zu haben. Dieses brutale unmenschliche Vorgehen der Flotte der
Budapest 25. Okt.(Zens. Frkft.) Wie eine Athener Mel⸗
gatsch eingetroffen, um gemeinsam mit den Bulgaren die Küste gegen englisch⸗französische Angriffe zu verteidigen. Brindisi, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einem
ches Geschwader an der Beschießung und Blockade der bulgarischen Küste teil.
Numänische Hetzer.
Bukarest 28. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener K. und K. Telegr⸗Korr.⸗Bur. Heute nachmittag fand die seit langem angekündigte öffentliche Versammlung der unionistischen Foederation statt. Die Teilnehmer waren vorwiegend angeworbenes Publikum. Nach kurzen Reden der Führer der Bewegung wurde folgende Entschlie⸗ Fung gefaßt: a.
Die versammelten Bürger des Landes weisen auf die Gefahr hin, in der sich das Land befindet, das sich von seinen Feinden jenseits der Karpathen und der Donau einkreisen ließ, ohne sein Schwert in die Wagschale zu werfen. Wir erklären für Verräter an der Nation alle, die offen oder geheim, selbst oder durch an⸗ dere, eine Politik unterstützen, die gegen die Interessen und Ideale des Landes gerichtet ist, ferner jene, die zu der ungarisch⸗bul⸗ garischen Gruppe, wenn auch nur durch endgültige Aufrechterhal⸗ tung der Neutralität hinneigen und verlangen von allen Rumä⸗ nen unter allen Umständen, daß sie sie jetzt und später als Ver⸗ räter behandeln. Wir verlangen von der Regierung die Mobili⸗ sierung der rumänischen Armee und den sofortigen Eintritt in die Aktion, um eine Verbindung zwischen Deutschen, Ungarn und Bulgaren zu verhindern, eine Verbindung, die wir als eine Gefahr nicht nur für unsere berechtigte Forderung, son⸗ dern selbst für unseren Bestand ansehen.
Da die Führer das Hauptgewicht auf Straßenkund⸗
funde. Darauf zog eine Menge von mehreren Hundert Köpfen von dem Versammlungssaal in die b von Bukarest, die Calea Victoria und weiter durch die Stadt, an der Spitze Arm in Arm Filipes eu und Take Jo⸗
schmückt. Die gesamte Bevölkerung beteiligte sich an dem Empfang],
Ordnung Polizei und Militar aufgeboten, die, ohne den Umzug in der Hauptstraße zu verbieten, beim National⸗ theater, wo der Weg zum königlichen Schlosse führt, den Manifestanten den Weg versperrten. Unter Absingung na⸗ tionaler Lieder gelangte die Menge bis dorthin. Da ber militärische Kordon nicht nachgab, blieb sie stehen, ohne daß es zu einem Zusammenstoß zwischen der Menge und dem militärischen und polizeilichen Aufgebot kam. Die Führer entfernten sich nach kurzem Parlamentieren mit dem Kom⸗ mandanten der Truppen nach dem nahegelegenen Klubhaus der Anhänger Filipescus, von dessen Fenster der Sieben⸗ bürge Goga Crumari und Filipescu Reden an die Menge und die Soldaten hielten des Inhalts, es sei eine Schmach, daß die Armee, die gegen Ungarn zu mar⸗ schieren bestimmt sei, gegen Rumänien verwendet werde.
üblichen Sonntagspublikums, das den Redner anhörte und Beifall spendete. Der Zweck der Unternehmung war von den Führern allmälich ins zweifelhafte und zweideutige ver⸗ schoben worden. Wenn ursprünglich die Losung lautete: Keine Worte mehr! Wir 1 Taten], so schrumpfte diese schon vor der Versammlung zu dem Verlangen nach schleunigster Mobilisierung zusammen. Schließlich deckte Filipescu den eigentlichen Zweck auf, indem er, von Er⸗ regung übermannt, vom Balkon herunterschrie:„Ich habe den Vater Bratianus gestürzt und werde auch den Sohn stürzen!“
***
Der türtische Bericht.
Konstantinopel, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers vom 24. Oktober: An der Dardanellen front ließen bei Anaforta unsere Patrouillen feindliche Patrouillen in einen Hinterhalt fallen, töteten einen Teil und trieben die übrigen in ihre Gräben zurück. Unsere Artillerie zer⸗ störte eine Minenwerferstellung und eine vom Feinde wieder⸗ hergestellte Barikade, die erst kürzlich von uns in Trümmer gelegt worden war. Bei Ari Burnu und Sedd⸗ül⸗Bahr dauert das gewöhnliche Infanterie- und Artilleriefeuer und Bom⸗ benwerfen an. Ein feindlicher Torpedobootszerstörer beschoß wir⸗ kungslos einige Punkte. Sonst nichts Neues.
Die Völkerrechtsverletzungen gegenüber der Türkei.
Berlin, 26. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ veröffentlicht eine Reihe neuer Fälle grober „„ gen, die sich unsere Feinde der Türkei gegenüber haben zuschulden kommen lassen. Zum Schluß des Artikels heißt es: In einer Protestnote hat die türkische Regierung folgendes beigefügt: Die türkischen Militärbehörden haben diesen zahlreichen Akten der Verge⸗ . der elementarsten Gesetze der Menschlichkeit und des Völkerrechts bisher nicht mit Vergeltungsmaßregeln erwidert. Sollten diese Uebergriffe aber nicht aufhören, so würde sich die kaiserlich ottomanische Regierung gezwungen sehen, die notwendigen Repressalien zu üben.
*** Der König von England in Le Havre. Le Havre, 24. Okt.(W Nichtamtlich.)„Ving⸗ tieme Siscle“ meldet, daß der König von England vorgestern in Le Havre Aung e ist. Er besichtigte verschiedene englische Lager und verließ abends Le Havre. Die Ausrüstung der belgischen Truppen.
Lyon, 26. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Lyon Républi⸗ cain“ meldet aus Le Havre: Die belgischen Truppen werden ebensolche Helme wie die französischen Truppen er⸗ halten. Die Helme werden in Khakifarbe angestrichen sein und auf der Vorderseite den Kopf des Belgischen Löwen als Abzeichen tragen. Eine japanische Militärmission in London. Paris, 26. Okt.(WTB. e Wie der„Matin“ erfährt, ist eine japanische Militärmission, bestehend aus einem Oberst, zwei Oberstleutnants und zwei Majoren in London eingetroffen. 2
Die Wahlen in der südafrikanischen union. Kapstadt, 25. Okt.(WDB. Nichtamtlich.) Reuter mel⸗
folgendes: 54 Bothisten, 40 Unionisten, 27 Herzogisten, 5 Un⸗ 0 und 4 Arbeiterparteiler. a
London, 26. Okt(WDB. Nichtamtlich.) Die„Times“ schreibt in einem Leitartikel, daß, nachdem Botha eine große Mehrheit für seine imperialistische Politik erhalten hat, das Kolonialamt die Premierminister der überseeischen en 12 0 Abhaltung einer Konferenz nach London ein⸗
en wird.
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Der Seekrieg.
Englische Transportschiffe versenkt.
Athen, 25. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Telegramm des Korrespondenten des Wolff⸗Bureaus. Hiesige Zeitungen melden: Der englische Tr 1„Mar⸗ ketti“ mit tausend englischen Soldaten, Maultieren, Muni⸗ tion und Krankenpflegern wurde bei Tsagesi an der Süd⸗ ostküste des Hafens von Saloniki versenkt. 83 Mann sind gerettet. Köln, 25. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Die„Köln. Ztg.“ meldet von der holländischen Grenze: Am 20. d. Mts. wurde ein englisches Trans portschiff bei der Insel Wight durch ein deutsches Unterseeboot torpediert. Der Dampfer legte sich über und sank. Zahlreiche Soldaten sprangen über Bord. 1
Paris, 25. Okt.(WTB. 1 Nach einer Meldung des„Journal“ hat ein deutsches U⸗Boot ein französi⸗ sches Schiff, das 50 Ambulanzen an Bord hatte, im Aermel⸗ kanal versenkt. Paris, 25. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Matin“ meldet aus Saloniki: Der italienische Postdampfer„Seilla“ ist 851 Aegäischen Meer von einem Unterseeboot versenkt worden.
Kriegsbriefe aus dem Westen.
Von unserm Kriegsberichterstatter. suberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten)
Am Artilleriebeobachtungsstaud bei La Folie.
. 935 Großes Hauptquartie, am 19. Oktober. Seit langen Wochen hatte der Leutnant, der mir dies am Abend, bevor er nach Serbien ahreiste, erzählte, am Artillerie- beobachtungsstand auf der Höhe von La Folie gesessen. Er kannte die Geländeausschnitte, die sich im Scherenfernrohr zeigten, so gencu, wie man Bilder kennt, die seit Jahr und Tag über dem
nalen. Die Regierung hatte zum Schutz der öffentlichen
Schreibtisch hängen und sich dem Auge so ein eprägt haben, da man jeden Strich auf ihnen im Traume nac könnte. 5
Inzwischen wuchs die Zahl der Anwesenden durch Zuzug des f
det: Das endgültige Ergebnis der Wahlen ist
Als er in die Stellung auf der Höhe tam, stand La Folie noch im Glanze des Sommersitzes reicher, geschmackvoll verzärtel⸗ ter Leute, La Folie, das Schlößchen mit zierlichen Rokoko möhelchen und Vitrinen voller Porzellanspielsachen; und La Folie, die Ferme, mit weiten wohlgepflegten Zwergobstpflanzungen, Fasanerien und Fluggebauern voll bunter fremdländischer Vögel. Dann nahmen die Franzosen den Abschnitt täglich unter Feuer. Bald war nur der Keller des Schlößchens noch bewohnbar, dann schlugen die Geschosse auch in dessen Gewölbe ein, und 4 standen nur noch zwei Mauerstücke, um die Stelle zu bezeichnen, eines fünf Meter hoch und eines nur einen Meter hoch, und an beiden war kein Ziegel, der nicht achtfach geborsten war. 5
So sah es da schon aus, als das Trommelfeuer begann, welches die große Septemberoffensive einleitete. Zehn Tage lang über⸗ siebten die Granaten das Gelände, 18 Stunden lang jedesmal, dann steigerte sich während dreier Tage das Feuer noch einmal derart, daß der Berg wie ein Hochofen u brennen schien Da ah man in dem grauen, ewig gleich trostlosen Bilde, das sich im Scherenfernrohr abzeichnete, etwas neues. Durch die Erde schienen von den französischen Stellungen her mit großer Schnelligkeit Schlangen heranzukriechen. An ihren Köpfen sah man kleine Erd⸗ schollen mit hastiger Eile emporfliegen, als ob nicht Menschen, sondern überheizte Maschinen sich dort vorwärtswühlten“ Es war kein Zweifel: die At trieben dort nach einem energischen Plane eine große Anzahl von Sappen gegen unsere Linsen vor. Die Beobachtung wurde gemeldet. Aber der Draht des Fern⸗ sprechers war längst unterbrochen, durch Granatsplitter zerschnitten. Indessen mußte die Infanterie selbst diese Regsamkeit des Feindes bemerken. Warum schoß er nicht. Ach, ihre Stellungen waren eingetrommelt, es war keine Infanterie mehr vorn Da merkten die Männer am Artilleriebeobachtungsstand, daß sie ganz allein geblieben waren in dem Hagel der Granaten, die rechts und links jeden Schritt breit umwühlten, während die unterirdischen Schlan⸗ gen sich immer näher heranwanden.
„Die Nacht brach an, die Verbindung mit der Batterie wurde wieder hergestellt, aber die Geschütze konnten die feindlichen Sappen schlecht fassen. Als der Morgen kam, sah man, daß die Sappen⸗ köpse durch Quergräben verbunden waren, so daß der Feind sich im Schutze seines furchtbaren Trommelfeuers eine ganz dicht ge⸗ näherte Sturmstellung geschaffen hatte. Offenbar stand man un⸗ mittelbar vor dem Angriff.
„Die Franzosen kamen denn auch, wie man es erwartet hatte. Sie lassen gewöhnlich, genau übrigens wie die Engländer, den Beginn der Dämmerung herankommen, um zum Sturme vorzu⸗ gehen. Haben sie sich in einer Stellung festgesetzt, so hoffen sie, diese noch im Laufe der Nacht so umzubauen, daß sie sie halten können— vorausgesetzt, daß die Deutschen nicht sofort in der Nacht ihnen durch einen kräftigen Gegenangriff das gewonnene Gelände wieder abnehmen, wie es gewöhnlich geschieht. Auch diesmal steigerte sich gegen die Dunkelheit das Trommelfeuer zu seinen äußersten Möglichkeiten, und ging dann in eimem Moment ruckartig in Streufeuer über. Alles war in Feuer und Qualm ge⸗ hüllt, die Zugangsgrüben am Beobachtungsstand so eingetrommelt, daß man sich nur kriechend zwischen fortwährenden Einschlägen darin bewogen konnte und sich sagte:„Jeder Schritt ist das Ende.“ In den Nachbarabschnitten sah man die Gräben, so weit sie nicht ganz verschüttet waren, voller Leichen liegen. Da ertönt plötzlich der Ruf:„Die Frauzosen kommen!“ Man sieht sie in Kolonnen aus ihren Gräben vorstürmen, soweit man in der von Rauch geschwärzten Dämmerung überhaupt noch etwas erkennen kann. Sie kommen, und niemand hält sie auf. Die Artillerie regt sich nicht. Die Verbindung nach der Batterie ist wieder hundertfach zerstört. Unter den wenigen Männern, die auf dem Beobachtungs⸗ posten übrig geblieben sind, entsteht eine panikartige en Einer ruft:„Die Franzosen sind schon durchgebrochen“ und alle glauben es ihm, obwohl sie sich sagen müssen, daß der Rufer das ebenso wenig wissen kann, wie sie selbst. Als die Franzosen 15 auf 300 Meter an den Beobachtungsstand heran sind und sich im Glase schon daumensgroß abzeichnen, kommt ein Mann und über⸗ bringt den Befehl von der Batterie, zurück und das Scherenfernrohr vetten! Da gehen die Tapferen mißmutig zurück. Man kann auf das Scherenfernrohr kein Bajonett aufpflanzen. 5
Es kommt eine zuerst totenstille, wunderliche Nacht. Man vernimmt kein Signal. Kein Schuß fällt, weder von unserer Seite, noch von französischer. Es weiß niemand, wo Freund und Feind stehen. Den Franzosen geht es genau wie uns. Sie sind zwar in die ersten Gräben eingedrungen, aber diese waren so zer⸗ schossen, daß sie sich darin nicht festsetzen konnten. Dann haben sie Widerstand gefunden. Auch bei ihnen sind alle Verbindungen zerstört. Man kehrt zu dem Beobachtungsstande zurück und findet ihn unbesetzt. Nach kurzer Zeit wird der Leutnant abgelöst und an seine Stelle tritt ein Kamerad, der das Gelände hier eben so gut kennt. Er ist niemals zurückgekommen.
Der Feind kommt allmählich zu einer Uebersicht seiner Lage. Da er nach vorn nicht schießen kann, legt er Sperrfeuer auf die hinteren Verbindungen. Eine ppeit vorgeschobene Batterie von uns hat Verbindung mit der Division erhalten und nimmt das Feuer auf. Sie braucht dringend Munition. Der Leutnant wird beordert, da er Weg und Steg kennt einige Munitionswagen durch das Sperrfeuer durchzubringen. Die Franzosen 5 8 mit
Gasgranaten, die Pferde geraten außer sich, vor den auf der Straße liegenden Pferdekadavern bäumen sie hoch auf. Krachend stürzen die Räder der schwer beladenen efährte in die Granat⸗ löcher. Ein paar Pferde fallen, von Granatspritzern zerrissen. Es muß mitten im Sperrfeuer und in der Gaswand umgeschirrt werden: die Menschen werden der wahnsinnig gewordenen Tiere kaum mehr Meister. Schließlich gelingt es, vier Wagen bis zur Batterie durchzubringen. 0 5 TDiese macht jetzt Schnellfeuer. Sie hat ein dankbares Ziel gefunden, die französischen Reserven. Die Kanoniere haben sich die Röcke ausgezogen, so schnell laden sie, sie haben dicke Hand⸗ schuhe an, denn die Rohre brennen, und das Glyzerin im Rücklauf beginnt zu kochen. Einer hat vom Abziehen dicke Blasen an den Fingern und kann die Schnur nicht länger bedienen. Der Feind sieht die Batterie ein und schickt Granate um Granate herein. Aber es ist jetzt keine Zeit nach Möglichkeit zum Umbauen. Einen Augenblick vergißt man sogar die Todesgefahr, die jede Sekunde erneuert vor dem herrlichen Schauspiel, welches das bisher dunkel daliegende Dorf Vimy bietet. Die Franzosen be⸗ ginnen es eben mit Handgranaten zu bewerfen. Bei jedem Ein⸗ schlag zuckt zuerst ein hoher, in seinen Gipfeln schleierartig ver⸗ wehender Strahl aus dunkelpurpurblutiger Flamme auf, dann quillt aus seiner Tiefe schwefelgelbe Lohe, verschlingt den roten
den Brandgarben verschlungen. Batterie um Batterie wird hüben und drüben wach. Die Franzosen legen ihr Sperrseuer in fast zier⸗ licher Gewandtheit in kerzengraden Perlenketten hinter unsere Linie, bis vier Kilometer tief, fällt Perlenkette um Perlenkette, und droben am Himmel dazwischen sallen in der kaltklaren Nacht dir Sternschnuppen des Oktobers, bei denen man denkt, die Sterne seien locker geworden an ihrem Firmament durch das schütternde Erd⸗ beben der Artillerieschlacht. 5 Jetzt beginnen die Franzosen die ihnen sehr gefährlich werdende Batterie mit Stinkgranaten und ganz großen Kalibern zu be⸗ werfen. Man riecht trotz der Masken Chlor, Phosphor, Aetznatron. Nun gelingt es ihnen, die Batterie unter Flankenfeuer zu nehmen. Man wundert sich, daß sie damit nichts erreichen, und hal das Gefühl, daß jeder Schuß, den man selbst abgibt, eine Gnaden frist des Himmels ist. Im nächsten Augenblich muß alles vorbei sein. Plötzlich kriegt ein Geschütz einen Volltreffer ans Rohr und kollert mit der Bedienungsmannschaft den niederen Abhang bis in den Hohlweg hinab. Alles tot? Nein, es ist ein Wunder geschehen. Niemand ist tot. Nur zwei Mann sind durch Quetschungen schwer verwundet. Aber nun werden Einzelne durch die Gase ohnmächtig. Zwer Geschütze werden durch Splitter außer Gefecht gesetzt Es find nur geringe Beschädigungen, aber man kann sie jetzt nicht aus⸗ bessern. Auch hat man kaum noch Leute geuug für das legte Geschütz. Das arbeitet wie rasend weiter und was auch, Sekunde auf Se⸗ kunde, an 1 Granaten angeritten kommt, es geht alles vorbei, in die Böschung jenseits des Hohlweges. Plötzlich entsteht wieder eine 1 Es heißt abermals:„Die men!“ Kartätschen laden! Wir wollen sie em n Ab. wömmt. Das Wetter hat ganz plötzlich zngeschlagen. Ei
niemand
Schein und wird selbst sofort von den aus dem Dachgestühl zucken⸗
Franzosen kom


