Kreis Lauterbach. „ Bermufshain, 21. Okt. Der 72jährige Ortseinwohner Sebastian Jost hat seinem Leben durch Erhängen ein Ende Schon längere Zeit fehlte ihm das Augenlicht; hierin mag das Motiv der Tat zu suchen sein.
Kreis Schotten. Heute fand hier in der Kirche Gedächt⸗
c. ul fa, 24. Okt.
nisfeier für Res. Heinrich Zimmer und Musk. Albert Müller statt, zwei tapfere Söhne unseres Dorfes, die fürs Vater⸗ land gefallen sind.
5 Herchenhain, 24. Okt. Für unsere kriegsgefangenen Soldaten in Rußland sammelten die Schulkinder in Herchenhain
5 Mk., in Hartmannshain 128 Mk. und in Sichen⸗
Kreis Friedberg. * Langenhain, 24. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Huth im Inf.⸗Regt. 168.
5 Starkenburg und Rheinhessen. n Steinau, 23. Okt. Lehrer August Heß von hier erhielt für seine bei den Kämpfen in der Champagne bewiesene Tapferkeit ls Leutnant und Kompagnieführer das Eiserne Kreuzerster
Klasse. Hessen⸗Nassau. Marburg, 24. Oktober. In heimatlicher Erde wurde eute nachmittag der in Belgien verstorbene erste Vorsitzende des urngaues Hessen, Fabrikant Wilhelm Metzler, zur letzten Ruhe gebracht. Außer einer gewaltigen Zuschauermenge, die sich auf dem Friedhof eingefunden hatte, nahmen zahlreiche Turnvereine des Gaues Hessen durch Vertreter mit Fahnen an der Trauerfeier teil.
hausen 30 M
Bermisehtes.
Berlin, 23. Okt. Der„Berl. Lokalanz.“ meldet aus Halle a. d. S.: Theaterdirektor Geh. Hofrat Richards, dessen Verhaftung bereits gemeldet worden, ist aus der Antersuchungshaft entlassen worden.
* Amerikanischer Kriegshumor. Rudyard Kiplings Erklärung, daß die Frontlinie in Frankreich die„Barriere der Zivilisation“ sei, wird in Deutschland beifällig aufgenommen.
ewark News.)— Wenn der Krieg auch„Made in Germany“ sein sollte, so wird er jedenfalls doch nicht in Deutschland aus⸗ gefochten(Philadelphia Preß.)— Das elfte Gebot für Diplomaten 3 t: Laß dich nicht fangen!(New Port Tribune.)— Es gibt nichts in der Welt, was weniger an Fallsucht leidet, als Konstan⸗ tinopel.(Washington Post.)
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 5 Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 26. Oktober 1915: Trüb und regnerisch, Temperatur wenig geändert.
7 Letzte Nachrichten. Der Rücktritt Putniks.
Wien, 25. Okt. Aus Athen wird gemeldet: Der Chef des serbischen Generalstabes, Put nik, ist deswegen zurückgetreten, weil er infolge des bulgarischen Eindringens in Serbien keine Ver⸗ antwortung über den Schutz Serbiens übernehmen könnte.
Neue russische Angriffstaktik.
Czernowitz, 25. Okt. Nach den völlig mißlungenen, für den Feind verlustreichen Angriffsversuchen der Russen gegen unsere bukowinisch⸗bessarabische Front verstrichen wenige Tage ruhig, währenddem die Russen Truppen verschiebungen vollzogen. Offenkundig zwingt Munitionsmangel die Russen zu einer neuen Kampfmethode. Nach einem kurzen Artilleriefeuer führt man rücksichtslos die Infanterie zum Sturm gegen unsere Stellungen vor. Die Russen erlitten durch unser Artilleriefeuer schwere Verluste. In⸗ fanteristisch⸗kavalleristische Attaken endeten meist mit dem Zurlück⸗ schlagen des Gegners; namentlich ein donisches Kosaken⸗Regiment ist fast völlig zersprengt worden. Unter den Gefallenen befanden sich zwei Offiziere, darunter der Regimentskommandeur.
Die Lage Rumäniens.
Wien, 25. Okt. Die„Wiener Allgemeine Zeitung“ meldet: Das Eintreffen der Verbündeten auf dem Balkan beeinflußt in schädlicher Weise den Außenhandel Rumäniens. Nament⸗ lich die Unterbrechung der Eisenbahnlinie Saloniki—Nisch droht den Ein⸗ und Ausfuhrhandel Rumäniens zu untergraben. Die rumänische Kaufmannschaft unternahm bereits energische Schritte bei ihrer Regierung und betonte, daß die Verletzung der griechischen Neutralität durch die Verbündeten für Rumänien einen großen Schaden mit sich bringe. Die rumänischen Handelskammern bereiten eine großzügige Bewegung gegen die Schädigung des rumänischen Handels durch die Verbündeten vor.
Stockholm, 25. Okt. Aus Bukarest erfährt die Peters⸗ burger„Birshewija Wjedomosti“, Majorescu habe erklärt, Ru⸗ mänien werde nur dann am Kriege teilnehmen, wenn die Russen nach Bulgarien und die Franzosen und Engländer nach Serbien kämen, Maj orescgu, der vor einigen Tagen von seiner Ber⸗ liner und Wiener Reise zurückgekehrt ist, wurde von dem ru⸗
mänischen König Ferdinand in Audienz empfangen. Man schließt
daraus in Bukarest, daß der König Malorescu on sich verusen habe, um ein neues Kabinett zu bilden, in dem die Konservativen Majorescu, Carp und Marghiloman vertreten wären.
Auch eine„Gold“⸗ Sammlung. Jetzt, wo jeder gute Deutsche zur Stärkung unserer Finanzlraft sein Gold zur eichsbank trägt, ist es Zeit, auch auf einem anderen Gebiete als auf dem des Geldes„Gold“ zu sammeln, nämlich— Salem Gold⸗Zigaretten zu Liebesgaben für unsere Feldgrauen, die ja gerade im Kriege den Wert einer guten Zigarette 9 und dreifach schätzen gelernt haben. Man bietet den Soldaten mit feinem Salem Gold⸗ Zigaretten einen stets willkommenen Genuß, eine tausendfach be⸗ währte Anregung und Nervenerfrischung und trägt dadurch dazu bei, die Leistungskraft und Ausdauer unserer tapferen Vaterlands⸗ verteidiger zu erhalten und zu erhöhen. Also sammelt Salem Gold⸗ Zigaretten und schickt sie unseren heldenhaften Kämpfern draußen zu wohlverdientem Genusse und stärkender Erholung
ins Feld! 5 Amtlicher Teil.
C. 2/10 Bekanntmachung.
Das I. Ersatz⸗Bataillon des Inf.⸗Regts. 116 beabsichtigt Don⸗ nerstag, den 28. und Freitag, den 29. If, Mts östlich von Annerod in der Richtung auf Burkhardsfelden Gefechtsschießen mit scharfer Munition abzuhalten. Das gefährdete Gelände darf von vormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr nicht betreten werden. Als Gefahrzone kommt in Betracht, das Gelände östlich Annerod mit der dahinterliegenden Waldfläche zwischen Annerod, Steinbach, Albach, Burkhardsfelden, Oppenrod und Ganseburg.
Ter Verbindungsweg Annerod⸗Steinbach durch den„Ferne⸗ Wald“ ist für jeden Verkehr gesperrt. 5 5
Den Anweisungen der ausgestellten Posten ist Folge zu
Gießen, den 23. Oktober 1915..
Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. VB.: Hemmer de — An die Großh. Bürgermeistereien Albach, Annerod, Burk⸗ hardsfelden, Oppenrod und Steinbach.
Auf die obige Bekanntmachung wird hiermit besonders mit dem Auftrage hingewiesen, entsprechende ortsübliche Bekannt⸗ machung in der Gemeinde zu erlassen..
Gießen, den 23. Oktober 1915.
ee eee Kreisamt Gießen. J. V Hen mere 5
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