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Nr. 250
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Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.
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General⸗Anzeige
165. Jahrgang
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Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7.
Samstag, 25. Oktober 1015
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Eine allgemeine italienische Offensive abgeschlagen. Die Regelung des Lebensmittelmarktes.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 22. Oktober.
(Amtlich. a a Westlicher Kriegsschauplaz. Keine besonderen Ereignisse.
5 Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls . von Hindenburg.
Starke russische Angriffe gegen unsere Stellungen in den Seeengen bei Sadewe(südlich von Kosjany) wurden abgewiesen. N
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 Prinzen Leopold von Bayern.
Auf breiter Front griffen die Russen nordöstlich, östlich und südöstlich von Baranowitschi an. Sie sind zurück⸗ geschlagen; östlich von Baranowitschi wurden in erfolg⸗ reichem Gegenangriff acht Offiziere, 1140 Mann gefangen genommen.
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.
Unser umfassend angesetzter Gegenstoß westlich von Czartorysk hatte Erfolg. Die Russen sind wieder zurück⸗ geworfen. Die Verfolgung ist angesetzt. In den Kämpfen der letzten Tage fielen dort 19 russische Offiziere, über 3600 Mann in unsere Hand, ein Geschütz, acht Maschinengewehre wurden erbeutet.
Der gestern gemeldete Verlust einiger unserer Geschütze wurde dadurch veranlaßt, daß russische Abteilungen Nachbar⸗ truppen durchbrachen und im Rücken unserer Artillerie⸗ Linie erschienen. Es sind sechs Geschütze verloren
gegangen. Balkan⸗Kriegsschauplatz.
Von der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen hat die Armee des Generals v. Kö veß die allgemeine Linie Arnajewo bis Slatina⸗Berg er⸗ reicht. Die Armee des Generals v. Gallwitz drang bis Selevac, Savanovac und Trnovca sowie bis nördlich Rano⸗ vac vor. Die Armee des Generals Bojadjeff ist nöralich Knjazevac im weiteren Vorgehen. Von den übrigen Teilen der Armee sind die Meldungen noch nicht ein⸗ getroffen. f
Von anderen bulgarischen Heeresteilen ist KRuma⸗ nowo besetzt. Veles ist genommen; südlich von Stru⸗ mica ist der Feind über den Vardar geworfen.
Oberste Heeresleitung. „ a
Ein Leipziger Blatt hatte dieser Tage in einem Tele⸗
gramm an den Reichskanzler wegen der Lebensmittelsorgen
angefragt, und der Unterstaatssekretär Wahnschaffe hatte er⸗ widert, daß der Kanzler sich der außerordentlichen Wichtig⸗ keit des Gegenstandes bewußt sei und schleunige Maßnahmen eingeleitet hätte. Wir teilen im vorliegenden Blatte das Wesentliche der bis jetzt getroffenen Anordnungen mit. Sie betreffen vorerst die Regelung der Butterpreise, wobei die in den letzten Tagen mitgeteilten Grundzüge ihre Bestäti⸗ gung erhalten, und ferner neue Erhebungen über die Ge⸗ treidevorräte. Eine ihrem Inhalt nach schon bekannte Ver⸗ ordnung über die Regelung des Fleischmarktes soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Vermutlich werden auch in der Frage der Kartoffelverteilung neue, ergänzende Maßnahmen zu der bereits geltenden Bundes ratsverordnung getroffen worden. Die neue Erhebung über Getreidevorräte soll das Ergänzungsmaterial liefern zu den schon früher durch Schätzung festgestellten Ziffern des neuen Ernteertrages. Sowohl diese frühere wie die nun kommende Feststellung ist nicht ganz zuverlässig. Erst ihre Vergleichung wird uns sichere Unterlagen für die zur Verfügung stehenden Ernäh⸗ rungsmengen in Getreide und Mehl liefern. Der Bundes⸗ rat hat auch noch die frühere Verordnung über die Ver⸗ wendung der Gerstenernte abgeändert. Den ländlichen Wirtschaftsbetrieben sollen in Zukunft 10 Zentner selbst⸗ gezogener Gerste zur Verwendung in eigener Wirtschaft, hauptsächlich als Viehfutter, freigegeben werden. Diese Verfügung war ganz besonders für die Durchhaltung des Federviehes auf dem Lande notwendig. Die über 10 Zentner hinausgehende Gerstenmenge muß auch fernerhin an die Kommunalverbände abgeliefert werden. Vor allem die Kleinbauern, die nur wenig Gerste ziehen und davon noch die Hälfte abgeben mußten, werden aus der Neuregelung Nutzen haben.
Alle diese Dinge haben nicht nur eine Augenblicks⸗ bedeutung. Sie sind von ungeheurer Wichtigkeit auch für die künftige innere Politik. Es ist nicht zu verkennen, daß im Volke mancherlei Verstimmungen über unnötige und vermeidbare Preissteigerungen sich geltend machen, und es herrscht vielfach der Eindruck vor, daß unsere Reichs⸗ regierung und die staatlichen Organe noch schneller und entschlossener hätten eingreifen müssen, um Abhilfe zu schaffen. Denn jedermann weiß, daß unsere Lebensmittel⸗ vorräte im Grunde genügen, bei sparsamer und haushälte⸗ rischer Wirtschaft das deutsche Volk ausreichend zu er⸗ nähren, und kein Mensch rechnet mit der Möglichkeit, daß der Aushungerungsplan unserer Feinde gelingen und uns um die Früchte unserer mit den Waffen erkämpften Siege könmte. Gerade weil man diese Ueberzeugung im
Herzen trägt, verlangt man im Volke mit Recht nach un⸗ nachsichtlichem Vorgehen gegen Preistreiberei und Wucher. Jede Versäumnis durch die Staatsautorität und ihre Or⸗ gane würde sich später schwer rächen, und mit Recht macht der Reichs⸗ und Landtagsabgeordnete Schiffer im„Tag“ darauf aufmerksam, daß Gefahr im Verzuge und jeder Augenblick kostbar sei. In dem sehr bemerkenswerten Auf⸗ satze des genannten Parlamentariers sind folgende Ge⸗ danken besonders packend und zum Nachdenken auffordernd:
Gründlichkeit und Langsamkeit sind ebensowenig gleichbedeu⸗
tend wie Entschlußkraft und Uebereilung; im Gegenteil sind über⸗ stürzte Schritte nicht selten die Folge zu langen Zauderns Nun. scheint man ja an den maßgebenden Stellen jetzt die Sprache und die Entschlußfähigkeit wiedergefunden zu haben; nur hat es etwas lange gedauert, ehe sich dieser höchst wünschenswerte Zustand einstellte. Jedoch reichen die getroffenen Anordnungen weder nach Art noch nach Umfang aus. Zaunächst handelt es sich um die Autorität der Behörden, in erster Reihe derer vom Zivil. Daß die Zivilbehörden vor den militärischen Stellen stark in den Hintergrund getreten sind, kann an sich nicht wundernehmen. Das bringt der Krieg mit sich; und das veraltete Belagerungszustandsgesetz hat noch überdies das seinige getan, um die bürgerlichen Behörden in eine schiefe und schwere Lage zu versetzen. Desto notwendiger ist es, daß sie in dem ihnen verbliebenen Machtbereich sich kräftig behaupten und erfolgreich regen, Fehl⸗ und Uebergriffe, die natürlich auch bei den Militärbehörden nicht ausbleiben, nimmt man verhältnismäßig leicht in Kauf angesichts der ver⸗ ständnisvollen Art und erfrischenden Schneidigkeit, mit der oft wahrhaft volkstümliche Maßregeln von ihnen getroffen und durch⸗ geführt werden. Nun ist freilich nicht zu verkennen, daß sie es auch erheblich leichter haben als die Zivilbehörden. Schon der komplizierte Bau unserer Verfassung, das Verhältnis zwischen Reich und Bundesstaaten, die Menge der Ressorts, die eifersüchtig und nicht selten etwas einseitig ihren Ressortstandpunkt wahren, das Fehlen einer klaren Gewaltenverteilung und eines unzweideu⸗ tigen Unterordnungsverhältnisses— all das und allerlei Mensch⸗ liches und Allzumenschliches, zumal in der Personalunion zwischen Sachverständigen und Interessenten, mag manche Vorgänge und manche Unterlassungen erklären und selbst entschuldigen. Aber da⸗ mit ist der Sache und auch den Behörden nicht viel geholfen. Be⸗ ginnt erst das Vertrauen zu ihnen ins Wanken zu kommen, so ent⸗ steht ein Schade, der nicht über Nacht gutzumachen ist; ein Schade, der auch nicht bloß die Behörden und ihre Mitglieder selbst, sondern zugleich den Staat, den bürgerlichen Staat trifft, dessen Repräsentanten sie sind.
Schwächliches Zaudern würde indes wie das Verhältnis des Volkes zur Regierung, auch das der einzelnen Volksteile zueinander gefährden. Schon kann man wieder vernehmen, daß an der wirt⸗ schaftlichen Notlage„die Landwirtschaft“ oder„der Handel“ oder sonst irgendein Sammelbegriff schuld sei. Da hätten wir also den alten Zwist und Streit der Stände und Klassen von neuem und können ganz sicher sein, daß sich auch die politischen Parteien wieder einfinden werden, um ihn für sich nutzbar zu machen. Es gibt kaum etwas Törichteres, aber auch Schlimmeres als diese Ver⸗ allgemeinerungen, die das Zusammenleben des Volkes vergiften, die Fähigkeit für die Erkenntnis der Wahrheit beeinträchtigen und das Streben nach ihr durch leere, verhetzende und verletzende Schlagwörter ersetzen. Die Untersuchung, ob im einzelnen Falle hinter einem hohen Preise unlauteres und verwerfliches Gebaren oder ein sittlich unverfänglicher Grund steckt, verlangt eine ruhige, sachkundige unbefangene und unparteiische Prüfung der Tatsachen. Je länger nun die Mißstände, wie sie jetzt vorliegen, und damit die Erregungszustände dau⸗ ern, die aus ihnen entspringen, desto schwerer sind die Voraussetzungen für eine solche Prüfung zu beschaffen, und desto tiefer fressen sich die Vorstellungen von der Schlechtigkeit eines ganzen Standes ein, um schließlich wieder an die uns vor dem Kriege geläufigen Gedankengänge anzuknüpfen und als schein⸗ bar unausrottbare Begleiterscheinungen unseres Volkslebens in, den Frieden hinüberzugleiten.
Endlich ein Drittes. Nicht bloß das Vertrauen des Volkes zur Regierung und das Vertrauen seiner einzelnen Teile zueinander gilt es zu erhalten, sondern auch das Vertrauen zu Recht und Gerechtigkeit. Vieles, was zunächst wie Wucher aussieht, mag sich bei näherem Zusehen ganz anders ausweisen. Die Höhe der Erzeugungs⸗ und Beschaffungskosten, die Vielheit der Hände, durch die ein Gegenstand geht, ohne daß jede einzelne Hand sich übermäßig bereichert, die Einheitlichkeit des Wirtschafts⸗ oder Geschäftsbetriebes, in dem der Gewinn aus der einen Ware bis zu einem gewissen Grade den Verlust aus anderen ausgleichen, muß, solche wirtschaftlichen Zusammenhänge, die nicht immer leicht zu erfassen und zu übersehen sind, werden manchen Vorwurf nach der persönlichen und sittlichen Seite hin entkräften und ihn höchstens noch rein objektiv gegenüber der unzweckmäßigen Organisation und Entwicklung, unserer Volkswirtschaft gerecht⸗ fertigt erscheinen lassen. Aber ein Rest, ein Bodensatz wird sicher⸗ lich übrig bleiben, bei dem auch die sorgfältigste Analyse reinen Wucher oder verwandte Aggregatzustände der moralischen Chemie feststellen wird. Da heißt es nun zugreifen und aufräumen; weit, weit mehr, als es bisher geschehen ist.
Herr Schiffer trägt diese Gedanken in einer Zeit vor, wo sie nicht etwa durch die neuen Lebensmittelverordnun⸗ gen überholt sind. Es gilt jetzt, die Bestimmungen schnell in die Praxis zu überführen und etwa notwendige Ergän⸗ zungen nicht auf die lange Bank zu schieben. Herr Schiffer schreibt u. a. noch, daß in den Maschen der bisherigen Rechtsvorschriften im allgemeinen nur erst einige armselige Gründlinge sich gefangen hätten, die großen Hechte schwäm⸗ men noch unbehelligt umher. Die Kriegs gewinn⸗ steuer ist heute für die unter den unnötigen Preissteige⸗ rungen leidenden Volkskreise nur ein magerer Trost.„Man statuiere Exempel und gebe dem beleidigten Rechtsgefühl unseres Volkes wenigstens eine Abschlagszahlung auf die Genugtuung, nach der es verlangt.“
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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 22. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. Oktober.
Russischer Kriegsschauplatz.
In Ostgalizien herrschte Ruhe. Bei Nowo⸗Alek⸗ siniec setzten die Russen ihre Angriffe fort. Unsere Front wurde vor dem Druck überlegener Kräfte in einer Breite von fünf Kilometern auf 1000 Schritt zurückgenommen. Alle Vorstöße, die der Feind gegen diese neue Stellung führte, brachen ebenso wie andere auf unsere Front östlich von Za⸗ locze unter dem Kreuzfeuer unserer Batterien zusammen.
Die Kämpfe am Styr nahmen an Heftigkeit zu Die Russen hatten, starke Kräfte aufbietend, in den letzten Tagen westlich von Czartorysk einen Keil in die Front der deutschen und österreichisch-ungarischen Stellung getrieben. Gestern gingen wir nach Heranführung von Reserven zum Gegenangriff über. Der Feind wurde bei Okonsk von drei Seiten gefaßt und geworfen. Seine Versuche, diesen bedrängten Abteilungen durch Angriffe nordwestlich von Czartorysk und gegen Kolki Luft zu schaffen, scheiterten am Widerstand der deutschen Truppen. Die südlich von Kolki kämpfenden Truppen des Generals Graf Herberstein brachen zuletzt selbst überraschend aus ihren Gräben vor und trieben den Gegner, zwei Offiziere und 600 Mann gefangen neh⸗ mend, in die Flucht. 5
Insgesamt wurden bei den noch nicht abgeschlossenen Kämpfen am Kormin und am Styr seit dem 18. Oktober 15 russische Offiziere und 3600 Mann als Gefangene, ein Geschütz und acht Maschinengewehre als Beute eingebracht.
Auch gegen unsere Streitkräfte in Litauen unter⸗
nahm der Feind mehrere Angriffe, die zum Teil bis an un⸗
sere Stellungen führten, aber alle restlos abgewiesen wurden. Italienischer Kriegsschauplatz.
Wie erwartet, hat gestern vormittag nach mehr als 50stündiger Artillerie vorbereitung der all⸗
gemeine Ansturm der Hauptkräfte des italienischen Heeres 2
gegen unsere Stellungen im Küstengelände begonnen: der dritte in fünfmonatiger Kriegsdauer. 5
Auf dem Krn an den Stellungen des Tolmeiner Brückenkopfes und namentlich am Plateaurande von Do⸗ berdo wird erbittert gekämpft. Der gegen den Krn⸗Stütz⸗ punkt angesetzte Angriff des Mobil⸗Miliz⸗Regiments Nr. 119 brach unter außerordentlich schweren Verlusten zusammen. Ein zweiter Angriff in diesem Raume scheiterte im Feuer unserer tapferen Verteidiger nach kurzer Zeit. Das Vorfeld 955 italienischen Stellungen ist mit italienischen Leichen bedeckt.
Am Tolmeiner Brückenkopf richteten sich die feindlichen Angriffe hauptsächlich gegen den Mrzli Vrh und den Südteil unserer Verteidigungsfront. Alle Angriffe wur⸗ den blutig abgewiesen. An einzelnen Stellen, wo der Geg⸗ ner beim ersten Sturm in unsere vordersten Linien ein⸗ drang, warf ihn ein Gegenangriff wieder zurück. Auch hier sind die Verluste der Italiener sehr groß. 1
Am Monte San Michele drangen starke feindliche Kräfte am Nachmittag in unsere Schützendeckungen ein. Durch den folgenden Gegenangriff wurden sie überall zu⸗ rückgeworfen. Die früheren Stellungen sind wieder in un⸗ serem Besitz. 5 5
Nach mehrfachen Angriffen gelang es den Italienern, auch im südlichen Nachbarabschnitte in unsere Schützen⸗ gräben einzudringen; keiner von ihnen kam zurück.
Die Südwestfront der Hochfläche war gleichfalls der Schauplatz blutigen Ringens. Die Kämpfe führten vielfach zum Handgemenge. Die Verluste des Feindes sind hier besonders schwere. Während der eben verflossenen Nacht
dauerten die Kämpfe auf der Hochfläche von Doberdo mit
unverminderter Heftigkeit fort. 5
In Kärnten wurden schwächere Angriffe am Hoch⸗ weißenstein(Monte Peralba) in der Plöckengegend und im Seebach⸗Tale abgewiesen. 5 5
An der Tiroler Front nach wie vor heftige Ge⸗ schützkämpfe. In den Dolomiten brachen sich neue italie⸗ nische Angriffe an unseren feften Stellungen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Offensive der Verbündeten in Serbien machte auch gestern überall Fortschritte. Oesterreichisch⸗ungarische Truppen der von General v. Köveß befehligten Armee er⸗ stürmten, gegen die Kosmanj⸗Stellung vordringend, die süd⸗ lich der Ralja aufragende Höhe Slatina. Die beiderseits der unteren Morava vordringenden deutschen Streitkräfte gewannen die Räume nördlich von Palanka und Petrovac.
Vranje, Kumanowo und Belez im Vardar⸗Tale sind in der Hand der Bulgaren.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
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Das Vordringen der Bulgaren. 8
Berlin, 23. Okt. Nach einer Pariser Meldung der „Berlingske Tidende“ ist laut„Berliner Tageblatt“ Ues⸗ küb geräumt worden. Bei Kotschana stehe eine große Schlacht bevor. Die Bulgaren dringen über Veles(Kö— prülü) gegen Monastir vor. Die Bahn nach Ris lo- wie sei von den bulgarischen Truppen, die hier ein Lager


