Ausgabe 
(18.10.1915) 245. Erstes Blatt
Seite
99
 
Einzelbild herunterladen

P!!!

von Posaravac wurde der Gegner durch die Deutschen neuerlich geworfen. Die Bulgaren übersetzten abwärts von Zajecar den Timok und erstürmten die östlich von Knjazevac aufragende Höhe Glogavica, wobei sie 200 Mann gefangen nahmen und acht Geschütze erbeuteten. Ihr Angriff schreitet überall vorwärts.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

0 a***

Vom serbischen Kriegsschauplatz. Konstantinopel, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)Ta⸗ nin erfährt aus Saloniki, daß der serbische Generalstab seine ganze Aufmerksamkeit auf die Linie Zajecar Praho vo kon⸗ bentriert hat, um die Verbindung der österreichisch⸗un⸗ 5 3 und deutschen Truppen mit den bulgari⸗ chen zu verhindern und Tag und Nacht an der Verstär⸗ kung dieser Linie arbeitet. Alle Eisenbahn verbindungen sind un⸗ terbrochen. Munitions⸗ und Geschütztransporte werden 1 5 dort⸗ hin gesandt. Die Befestigungsarbeiten leitet General d' Amade. Der serbische Generalstab, der von Kragujevac nach Nisch verlegt wurde, ist zu einem großen Teile aus französischen Offizieren es Der Hof wird nach Kruche vac oder nach BraniskeBanjg übersiedeln. Da die Serben eine Erhe⸗ bung Mazedoniens befürchten, brachten sie beiderseits der Eisen⸗ bahnlinie von Gewgheli, deren Schutzwachen verstärkt wurden, Drahtverhaue an. Zahlreiche serbische Familien flüchten nach Griechenland. Wie derTanin weiter erfährt, haben die Alli⸗ ierten in Saloniki eine Funkenstation eingerichtet und im Hafen Drahtnetze gespannt, um einem Angriff deutscher Unterseeboote vorzubeugen. Der griechische Hafenkapitän habe dagegen vergeblich Protest erhoben. 0 Berlin, 18. Okt. Ueber den siegreichen Vor marsch in Serbien heißt es im BerlinerLokalanzeiger: Die Ope⸗ rationen der deutschen und österreichisch-ungarischen Armeen neh⸗ men entlang der ganzen Front einen günstigen Verlauf. Nach dem mit soviel Geschick ausgeführten und vom Glück begünstigten Donauübergang fiel unseren Truppen die festungsartig ausgebaute Stadt Pozare vac ohne Kampf in die Hand, wodurch wir den Serben einen äußerst wichtigen Straßenknotenpunkt entrissen ha⸗ ben. An den folgenden Tagen entwickelten sich in dem unwegsamen Terrain heftige Kämpfe. Die Serben leisteten an der ganzen Linie heftigen Widerstand, wobei sie durch unsere schwere Artillerie große Veerluste erlitten. Besonders heftig waren die Kämpfe bei dem Berge Vranovo. Diese wichtige Höhenstellung wurde von 22 einem märkischen Regiment im Sturm erobert. Stellenweise griff in die Kämpfe auch die serbische Zivilbevölkerung ein, in manchen Ortschaften beteiligten sich Frauen und Kinder. Indem die verbündeten Armeen die riesengroßen Schwierig⸗ keiten und den äußerst zähen Widerstand der serbischen Truppen mit siegesbewußter Ueberlegenheit überall brachen, bezeugen sie, daß die 14 Kriegsmonate für unsere Armee eine unschätzbare Schule waren. Befestigte Plätze wie Belgrad, Semendria und Posarevac wurden nach kurzer Artillerievorbereitung nach einem alles über⸗ wältigenden Sturm genommen und die in der Theorie seinerzeit als uneinnehmbar gehaltenen Höhenstellungen konnten dem Vor⸗ dringen der österreichisch⸗ungarischen und deutschen Truppen nicht widerstehen. Die Armeen der verbündeten Zentralmächte dringen auf vier Abschnitten gleichzeitig in das Herz Serbiens vor. a Die Blockade der bulgarischen Küste. 308 London, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Komman⸗ dant der verbündeten Flotten im östlichen Mittelmeere teilt mit, daß die Blockade der bulgarischen Küste im Aegäi⸗ schen Meere am 16. Oktober 6 Uhr früh begonnen hat. Den neutralen Schiffen wird 48 Stunden Zeit 1 5 1725 um aus der Blockadezone wegzufahren. f Die Haltung Griechenlands. a London, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau erfährt, daß der griechische Gesandte Grey formell die Note seiner Regierung mitgeteilt hat, in der erklärt wird, daß das griechische Kabinett den Bün d⸗ nisfall des griechisch⸗serbischen Vertrages nicht für gegeben erachte. Griechenland sei unter den 1 8 Umständen nicht verpflichtet, Serbien zu helfen. 8 5 * Griechenland und Italien. Berlin, 18. Okt. Infolge des Festhaltens Grie⸗ schenlands an der Neutralität wird, wie der Kreuzzeitung zufolge die WienerPolitische Korrespon⸗ denz meldet, von den Westmächten, insbesondere von Eng⸗ land dringend eine Mitwirkung Italiens an dem Balkan⸗ feldzug verlangt, um dadurch das Ausbleiben der griechi⸗ schen Hilfe wett zu machen. Die Zustimmung Cadornas hierzu sei jedoch vor wie nach nicht zu erhoffen. 90 Aus Saloniki.

5 1 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DerMatin meldet aus Salonik: Seit dem 13. Oktober landen englische Trup⸗ pen in großer Zahl. 5 Wien, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieSüdslawi⸗ sche Korrespondenz meldet aus Saloniki vom 15. Ok⸗ . tober: Gestern und heute liefen neue Transport- schiffe im Hafen ein und landeten weitere Kontingente englischer und französischer Truppen. Im Hafen wurde die französische Flagge gehißt. Die Franzosen organi⸗ sierten ein Hafen at und ein Gendarmeriekorps. Kleine Truppenkontingente sind bereits in Richtung Gew⸗ 5 gheki abtransportiert. 5 Athen, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence 1

Havas Hier eingelaufenen Nachrichten zufolge haben die alliierten Streitkräfte heute Saloniki verlassen, um sich zur serbischen Front an die serbisch⸗bulgarische Grenze zu begeben. Athen, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Der serbische Verkehrsminister ist in Saloniki eingetroffen, um mit den Generalstäben der Alli⸗ ierten die Frage des Transportes der englischen und französischen Truppen nach Serbien zun regeln. a f g Paris, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Nachricht, daß ein Trausportdampfer mit 2000 französischen Soldaten auf der Fahrt nach Salonik von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden sei, ist falsch. Es ist eine Nachricht deutscher Herkunft. Das Mini⸗ sterium macht darauf aufmerksam, daß man derartigen Nachrichten mit Mißtrauen begegnen müsse. Das Ministerium würde das Publikum selbst benachrichtigen, falls Nh ein solches Unglück er⸗ eignen sollte.(Notiz des WTB.: Die Behauptung, daß diese Nach⸗ richt deutscher Herkunft sei, ist falsch. Die Nachrichten über die 5 Versenkung feindlicher Handels⸗ und Transportschiffe im Mittel⸗ meer sind der deutschen Presse stets vom Auslande zugegangen. Was man im übrigen von den Meldungen der Agence Havas zu halten hat, ist ja genügend bekannt.)

75 Aus Rumänien.. Bukarest, 14. Okt.(WTB Nichtamtlich.) Verspäte eingetroffen. DasAmtsblatt veröffentlicht eine könig⸗ liche Verordnung, durch die der Jahr 800 g 1916 für den 29. Oktober einberufen wird, und jene Jahrgänge der Aktiven, deren Dienstzeit am 14. November enden würde,

8

8

*

R

Bukarest, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Perspätet eingetroffen. Die neugegründete Liga für nationale Einheit hielt 9 abend eine Verjammlung ab, in der, nachdem verschiedene Redner über die allgemeine Lage und die von Rumänien zu befolgende Politik gesprochen hatten, der Beschluß gefaßt wurde, daß die 7 zur Politik des Königs und der Regjerung volles Vertrauen hat, da sie die Interessen des Landes vereine.

Englische ueberlegungen zur Balkankrise.

London, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der mili⸗ tärische Mitarbeiter derTimes wiederholt die Behauptung, daß England keine Truppen von der West⸗ front, von der es nahezu hundert Meilen besetzt halte, wegsenden könne. Er sagt: Frankreich und Flandern sind für uns der Hauptkriegs es Hier wird die letzte Ent⸗ scheidung fallen. Wir haben gerade genug Soldaten und Munition, um die deutsche Verteidigung niederzubrechen. Jede Nebenunternehmung und Abzweigung bedeutet eine e e Die Deutschen sind stets imstande, in Rußland in die Verteidigungsstellung überzugehen und neue Truppen gegen uns zu bersammeln. Nur wenn Rumänien und Grie⸗ chenland am Kampfe gegen die Zentralmächte teilnehmen, müßten wir jeden entbehrlichen Mann nach Saloniki 1 Nur dann verspricht die Unternehmung einen Erfolg und nur dann veranlaßt uns unsere Freundschaft für Serbien, sie zu unterstützen. Obendrein vergehen bei starken Truppen⸗ sendungen über die See vielleicht drei Monate zwischen dem Verlassen der alten Front und dem Beginn der neuen Unter⸗ nehmung; wenn sich die Lage inzwischen zu unseren Un⸗ gunsten ändern würde und die Truppen wieder zurück müß⸗ ten, wären sie sechs Monate militärisch ohne Nutzen.

Die englischen Gesamtverluste au den Dardanellen.

London, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ haus erklärte Unterstaatssekretär Tennant, die Ge⸗ samtverluste an den Dardanellen hätten bis zum 9. Oktober 4200 Offiziere und 92 699 Mann betragen.

Englands Kriegsaufwendungen.

London, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In seiner Aufsehen erregenden Erklärung sagte der Finanzsekretär Montagu im Unterhause: Nur wenige scheinen die Finanz⸗ last des Krieges zu kennen. Das diesjährige Defizit wird auf 1285, das nächste auf 1438 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Die Kriegskosten müssen durch Steuern und Anleihen gedeckt werden. Jeder Bürger muß bereit sein, mindestensdas halbe Einkommen für Steuern und Anleihen dem Staate zur Verfügung zu stellen, wenn England imstande sein soll, den Krieg für sich und die Alliierten zu finanzieren. Das ganze Volk muß seine gesamte Lebensführung ändern.

Aus Frankreich.

Paris, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DemTemps zufolge hörte der Senatsausschuß für auswär⸗ tige Angelegenheiten unter dem Vorsitz Freyeinets den Vortrag der Minister Viviani, Millerand und Augag⸗ neur, die ihm Erklärungen über die Operationen, die auf die Landung der Alliierten am Balkan fol⸗ gen werden und über die Unternehmungen der Alliierten an den Dardanellen abgaben. Die Regierung unter⸗ richtete den Ausschuß über den Stand der Unterhandlungen mit den Verbündeten Frankreichs hinsichtlich der Kriegs⸗ unternehmungen auf beiden östlichen Kriegsschauplätzen. Der Kriegsminister und der Marineminister gaben Auf⸗ klärung über die Truppen sowie das Material, welches in den Orient geschafft wurde. Viviani benachrichtigte den Vor⸗ sitzenden des Kammerausschusses für auswärtige Angelegen⸗ heiten, den Deputierten Leygues, daß er Dienstag nach⸗ mittag, sowie Millerand und Augagneur, dem Ausschuß a eee über die allgemeine diplomatische Lage, be⸗ sonders über die Lage auf dem Balban, geben würden.

Paris, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps meldet aus Madrid: Der Ministerrat hat die Eröffnung des Parlaments auf den 6. November festgesetzt.

1.* RK* 1 7 5

Der türkische Bericht. Konstantinopel, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier meldet: An der Kaukasus⸗ front warfen wir die Russen, die einen Überraschungs⸗ angriff auf unsere Stellungen versuchten, in der Gegend westlich von Kentek zurück und fügten ihnen schwere Verluste zu. An der Dardanellenfront örtliche Feuergesechte. Sonst nichts von Bedeutung. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr zer⸗ störte eine Mine, die wir in der Gegend des Kerevizdere zur Explosion brachten, unter Mitwirkung unserer Artillerie ein feindliches Blockhaus. Sonst keine Ereignisse.

0 Eine türkische Kundgebung für Bulgarien.

Konstantinopel, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Auf Anregung türkischer patriotischer Körperschaften und Vereinigungen in Konstantinopel fand gestern abend eine große Kundgebung für Bulgarienstatt. Die Teil⸗ nehmer, mehrere Tausend an der Zahl, zogen von Stambul durch die große Straße von Pera zur bulgarischen Ge⸗ sandtschaft, wo sie Hochrufe auf Bulgarien, die bul⸗ garische Armee und den Zaren Ferdinand ausbrachten. Der bulgarische Geschäftsträger Baloschow trat vor die Tür und hielt eine kurze Ansprache, in der er dem türkischen Volke für die Kundgebung seiner Gefühle dankte, die er seiner Regierung zu übermitteln nicht ermangeln werde. Die Mani⸗ sestanten teilten sich dann in mehrere Gruppen, die unter Hochrufen auf die bulgarische Nation durch verschiedene Straßen zogen. 5

Die österreichisch⸗ungarische Kriegsanleihe.

Budapest, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Von dem Bestreben geleitet, den Erfolg der Subskription auf die dritte Kriegsanleihe um so glänzender zu gestal⸗ ten, werden die Ungarische Allgemeine Kreditbank, der ßester erste vaterländische Sparkassenverein und die Pester Unga⸗ rische Kommerzialbank für ihr eigenes Effekten-Portefeuille je 20 und die Ungarische Eskompte und Wechselbank 12 Mil⸗ lionen Kronen, demnach die vier Institute zusammen 72 Millionen Kronen zeichnen. Die Vaterländische Bank hat beschlossen, die Zeichnung der Bank auf die dritte ungarische Kriegsanleihe um 5 Millionen Kronen auf Millionen Kronen zu erhöhen, womit die Gesamtzeichnung der Bank auf alle drei ungarischen Kriegsanleihen die Höhe von 15 Millionen Kronen erreicht.

DieAlliance Israslite Universelle.

. 15. Okt. Die in Paris befindliche Leitung der Alliance 1 raélite Universelle versendet einen vom israelitischen Konsistorium von Frankreich herstammenden Auf⸗ ruf an die Israliten der neutralen Länder, in dem

bis auf weiteres unter den Fahnen behalten werden.

1

behauptet 42 59 daß nur ein Sieg des Vierverbands das Juden⸗ tum in dem übrigen Europa zu erlösen vermöge. Unter der Vor⸗

griff des Unterseebootes zu entgehen. Um 8

aussegung, daß nicht etwa der Name der Alliance von, Un⸗ besugten mißbraucht worden ist, die Pariser Leitung der Alliance

sich vielmehr tatsächlich durch die Uebernahme der Verbreitung

des Aufrufs mit dessen deutschfeindlichem, sachlich unrichtigen In⸗ halt einperstanden erklärt, protestiert das in Hamburg erschei⸗ nende Isxaelitische Familienblatt nachdrücllichst im Namen aller deutschen Juden gegen den perfiden Gewaltstreich, mit dem die augenblicklichen Leiter des Pariser Zentralbureaus der Alliance die Autorität einer internationalen jlldischen Wohl⸗ tätigkeitsorganisation mißbrauchten, um französische politische Son⸗ derinteressen in neutralen Ländern zu fördern. Das Blatt fügt hin⸗ zu: Der freien Vereinigung der deutschen Alliancemitglieder er⸗ wachse aus diesem Vorkommnis die gebieterische Pflicht, unverzüg⸗ lich in einer offiziellen Erklärung hierzu Stellung zu nehmen und nach Feststellung des Sachverhalts und der Schuldfrage nach dem Kriege die erforderlichen Konsequenzen bis zur völligen Lossa⸗ gung von der Pariser Leitung der Alliance zu ziehen..

Aus Japan. g

London, 16. Okt.(WD. Nichtamtlich) DieTie mes meldet aus Tokio: Das BlattOsaka Manichi be⸗ spricht in einem beißenden Tone die militärische Leitung in England und drückt den Zweifel aus, ob der Krieg dort

ernst genommen werde. DieCentral News melden aus

Tokio: Alle einflußreichen Blätter in Japan verurteilen am schärfsten den Vorschlag, daß 10 militärische Hilfe nach dem Balkan sende, Bei der heiklen Lage in China und der Möglichkeit von Unruhen in Indien sei es 8 daß Japan beschlossen habe, keine 1 nach uropa zu senden. Japan teilte diesen Entschluß längst den Mächten mit; es liege kein Grund vor, ihn zu ändern.

f Der Seekrieg. Die deutsche Regierung und die Ermordung einer deutschen U-Bootsbesatzung.

Berlin, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieNordd. Allgem. Ztg. schreibt: Die von der amerikanischen Zeitung World verbreitete Nachricht von der Ermordung der Besatzung eines deutschen Tauchbootes durch englische Streitkräfte hat der Kaiserlichen Regierung Anlaß bes dea sofort geeignete Maßnahmen zur Aufklärung

es Tatbestandes zu treffen. Die Regierung behält sich vor, die danach notwendigen Schritte zu tun. 5 25

Ein Kampf bei der Insel Moeen.

Kopenhagen, 16. Okt.(WTB. Nichtamtlich)National Tidende meldet: Am Mittwoch morgen fand in der Nähe der In⸗ sel Moeen ein Treffen zwischen einem deutsch 5 zer, zwei großen deutschen Torpedobooten und einem englischen Unterseeboot statt. Gegen ¼7 Uhr vormit⸗ tags hörten die Küstenbewohner und der Wächter des Leuchtturms plötzlich eine Kanonade, die in den folgenden Minuten an Stärke zunahm, so daß die Fenster weithin im Lande klirxten. Soweit man von der Küste beobachten konnte, hatten die deutschen Schiffe ein englisches Unterseeboot entdeckt, das sie zu beschießen begannen, während sie selbst rundherumfuhren, um einem An⸗ 8 ö Uhr hörte man eine mächtige Explosion, sofort verschwand ein deutsches Tor pedo⸗ boot, von einem englischen Torpedo getroffen, in die Tiefe. Der deutsche Kreuzer und das andere Torpedoboot nahmen jetzt sofort Kurs südwärts. Das Unterseeboot tauchte darauf auf und lag eine Zeitlang an der Stelle, bevor es wiederum verschwand Von den Küste wurde scharf Ausguck gehalten, ob man die Mannschaft oder Wrackstücke des gesunkenen Torpedobootes erblicken könne, aber bis zum Abend wurde nichts bemerkt. Abends kamen einige deutsche Schiffe zu der Stelle, wo die Torpedierung erfolgt war, und be⸗ leuchteten stundenlang das Wasser mit Leuchtraketen, ohne etwas

zu finden; sie fuhren darauf fort. Weitere Nachrichten über die

Größe des gesunkenen Bootes sowie über die Anzahl der Besatzung liegen bisher nicht vor.(Zusatz: An zuständiger Stelle ist, wie wir erfahren, über ein Seegefecht nichts bekannt, ebenso wenig vom Sinken oder der Beschädigung eines deutschen Kriegsschiffes Viele 1 0 die Explosion einer Mine Veranlassung zu dem Gerücht gegeben. a 5

London, 17. Okt. WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Am 2. Oktober sind acht deutsche Fischer fahrzeuge nach Grimsby aufgebracht worden, am

9. Oktober 13. Alle waren eifrig mit 1 75 beschäftigt. Von Minenlegen war keine Rede. Die 13 Fahrz hatten Fisch⸗ ladungen, die in Grimsby verkauft wurden. Die Besatzungen

sind interniert worden.

Amsterdam, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Aus ameri⸗ kanischen Blättern. Nach einer in New Mork eingetroffenen Privat⸗ nachricht war der große britische Transportdampfer, welcher bei Kreat torpediert wurde, der CunarddampferTrans⸗ sylvania(1400 Registertonnen).

Kopenhagen, 17. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieBer⸗ lingske Tidende meldet: Die schwedische Presse äußert sich über die Verletzung der Neutralität des schwedischen Fahrwassers durch englische Unterseebobte und die Beschießung von deutschen Schiffen auf schwedischem Seegebiet sehr erregt. Sie vergleicht die Geschehnisse mit der seinerzeitigen Beschießung des

benglischen UnterseebootesU 13 in dänischem Fahrwasfer, über

die seinerzeit in der dänischen und englischen Presse bekanntlich stärkste Erregung herrschte. Die schwedischen Blätter führen aus, daß ebenso wie seinerzeit bei Saltholm sofort dänische Schiffe zugegen waren und weitere Angriffe verhinderten, jetzt die schwe⸗ dische Regierung sofort geeignetere Vorkehrungen treffen müsse, die schwedische Neutralität zu schützen, um eine Wiederholung der⸗ artiger Kränkungsversuche wie bei der Oeland⸗Insel zu ver⸗ hindern 2 derartige englische Uebergriffe sofort wirksam abzu⸗ weisen. Die schwedische Presse hebt hervor, daß es sich hierbei nicht mir um Schwedens nationale Ehre und Rechte handle, son⸗

dern um eine Frage, die in fühlbarster Weise die wirtschaftlichen

Lebensinteressen des Landes berühre. Es sei eine Lebensbedingung Schwedens, daß der legitime Handel des Landes nach allen Seiten aufrecht erhalten bleibe. a 5

Stockholms Dagbladet, das leitende rechtsstehende Blatt, schreibt, daß diese neue Bedrohung die kräftigsten Gegenmaßregeln erfordere. Diese würden in einem gewissen Grade dadurch er⸗ leichtert, daß der Handel mit Deutschland fast ganz durch das schwedische Fahrwasser bis zum südlichen Teil der Ostsee geführt werde. wird eine Minensperre des Fahrwassers und eine Verbindung der Nordsee mit der Ostsee vorgeschlagen. Die Aeperungen der gesamten schwedischen Presse geben trotz einiger Schattierungen ein klares Bild davon, wie kräftig sich weite Kreise Schwedens gegen die englische Neutralitätsverletzung erhehen. Die gesamte Presse stimmt in der Forderung überein, daß die schwe⸗ dische Regierung für Schwedens Ehre und Rechte fest auftreter

1* 1 1

müsse. i 5 Uriegsbriefe aus dem Westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der abgeschlagene Angriff der Engländer. Großes Hauptquartier, 16. Okt. Zum großen Gegenangriff der Engländer vom 13. er⸗

fahre ich, daß der Feind nach mittelmäßigem Trommelfeuer

und starker e auf der ganzen Front Mern Loos hatte angreifen wollen. Um zwei Uhr nachmittags ging dann der Feind programmäßig zum Angriffe über, der auf dem Frontabschnitt südlich des Kanales von La Bassee bis Loos sehr heftig war. Auf den übrigen Teilen gelang es ihm vielfach nicht, seine Leute zum Sturm vorzuͤbringen. . 99 55 8 l 7 1 3*

en Kreu⸗

88