Ausgabe 
(14.10.1915) 242. Erstes Blatt
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des Schülerorchesters des Landgraf⸗Ludwig⸗Gymnasiums und eines Teiles der Regimentskapelle unter Leitung von Reallehrer Mulch 11. Symphonie von Haydn f dem Programm eine vorteilhafte Ergänzung, 5

* Milchpreiserhöhung. Die Milchproduzenten von Gießen und umgegend teilen im Anzeigenteil mit, daß sich vom 15. Oktober ab der Milchpreis vorerst um 2 Pfg. fürs Liter erhöhen.

Wegen des Formulars zur Angabe der Kupfer⸗, Messing⸗ und Nickelgeräte, zu deren freiwilliger Hergabe sich die Besitzer nicht entschließen konnten, wird täglich bei der Bürgermeisterei Anfrage gestellt. Es sei mit⸗ geteilt, daß bisher im Stadthaus noch keine Aus führungs⸗ verordnung von der Zentrale in Berlin eingegangen ist. Sobald die Angelegenheit soweit gediehen und die Bürger⸗ meisterei im Besitz der Formulare ist, auf Grund deren die Angaben zu machen sind, wird das Nähere öffentlich bekanntgegeben. 5

* Die Auszahlung der Reichs⸗ und Kreis⸗ unterstützung für die Zeit vom 16. Oktober 1915 an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit AkK Samstag, den 16. Oktober 1915, I2 Montag, den 18. Oktober 1915. Die Zahlstelle ist im Stadthaus Zimmer Nr. 16, die Zahlstunden dauern von 81 Uhr vormittags.

* Früherer Ladenschluß. Der Ausschuß der Inter⸗ essenten ladet Alle, die sich für einen früheren Ladenschluß ent⸗ schließen wollen, zu einer Besprechung auf Donnerstag, den 14. ds. Mis. abends 9 Uhr in den Kaiserhof ein.(Siehe Anzeige in 1 Nummer.) 0

* Einbruchsdieb. In der Nacht zum 13. Oktober wurden aus der verschlossenen Schießhalle des hiesigen Schützenvereins mittels Einbruchs ein Jagdgewehr, Schrot⸗ flinte mit zwei Läufen, 100 Patronen mit Messinghülsen und 30 Patronen mit Nickelhülsen entwendet. Da vor einiger Zeit dort ein gleicher Diebstahl ausgeführt wurde, ohne daß man des Täters bis jetzt habhaft werden konnte, hat der geschädigte Verein demjenigen eine Be⸗ lohnung von 50 Mark zugesichert, der den Namen des Diebes namhaft macht, sodaß er gerichtlich belangt werden kann. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal⸗ polizei entgegen. 5

e Zu dem Totschlag auf dem Asterweg wird uns noch mitgeteilt, daß die traurige Tat sich so schnell und unauf⸗ 14 89 auf der Treppe der betreffenden Wirtschaft abspielte, daß ie im Lokal weilenden Gäste und der Wirt nichts davon bemerkt 1 775 zumal eine Auseinandersetzung der Tat nicht vorausgegangen ein soll. Die verletzte Frau ist übrigens nicht, wie in der Stadt erzählt wurde, gestorben.

Landkreis Gießen. i Klein⸗Linden, 13. Okt. Heute waren unsere Ge⸗

meindemitglieder wegen des täglichen Brotes in die pein⸗

lichste Verlegenheit gekommen. Zwei Bäcker buken hier noch, von denen nunmehr der eine zum Militärdienst einberufen ist und des⸗ halb seinen Betrieb einstellen mußte. Der Bürgermeister wandte sich in dieser Not an die Gießener Konsum⸗Bäckerei, die, nachdem mit dem Kommunalverband ein Einverständnis erzielt war, einst⸗ weilen einmal 500 Laib Brot nach hier lieferte, bis in anderer Weise Rat geschafft wird. 5.

Klein⸗Linden, 13. Okt. Wehrmann Emil Fried⸗ rich von hier meldete heute durch Postkarte seiner Familie, daß er sich seit dem 11. September 1915 in russischer Ge⸗ fangenschaft befinde. Mit ihm sind gleichfalls gefangen Ludwig Leib aus Gleiberg und Wilhelm Frey aus Lollar.

II Watzenborn⸗Steinberg, 13. Okt. Für das Ge⸗ deihen unserer Kolonien, für unser künftiges Kolonialreich, ist die Missionsarbeit unentbehrlich. Von diesem Gesichtspunkt

ausgehend, hatte man hier für den letzten Sonntag Herrn Missionar Gsell um seine bewährte Mitwirkung bei einem Missionsabend in der Gemeinde gebeten. Nachmittags 4 Uhr hielt derselbe einen Mis⸗ sions⸗Kindergottesdienst. Die Jugend füllte die ganze Kirche, und lauschte aufmerksam den frischen, lebendigen Darbietungen des Redners. Der Hauptmissionsgottesdienst fand um 7 Uhr bei überfüllter Kirche statt. Herr Gsell verstand es, in seiner anregen⸗ den, volkstümlichen Weise vom Krieg und von der Mission während des Krieges so packend und eindringlich zu reden, daß die große, zahl⸗ reiche Versammlung von Anfang bis zu Ende von seinen Worten gefesselt und ergriffen war. Die Kollekte für die Basler Mission ergab 70 Mark, außerdem wurden für 52 Mark Missionsmarken verkauft. Die letzten schweren Kämpfe im Westen haben auch unserer ohnehin schon hart mitgenommenen Gemeinde aufs neue schmerzliche Opfer auferlegt. Zwei junge Männer aus Steinberg i allen: Ludwig Häuser, Sohn des Schreinermeisters Johs. Häuser XII. und Heinrich Schäfer, Sohn des Wagner⸗ meisters Johs. Schäfer IX. Drei unserer Tapferen werden ver⸗ mißt: Lehrer Bender und Georg Schäfer VI. von Stein⸗ berg und Schuhmacher Konrad Buse von Watzenborn. Es ist möglich, daß sie in Gefangenschaft geraten sind. Zuverlässige Auskunft darf man erst nach einiger Zeit erwarten. Die am Sonntag, den 3. Oktober in unserer Gemeinde vorgenommene Sammlung für die Nationalstiftung zugunsten der Hinter⸗ bliebenen gefallener Krieger ergab 188,30 Mark.

Lollar, 13. Okt. Emil Fey der den Chinafeldzug mit⸗ gemacht und im jetzigen Feldzug in Brügge als Landwehrmann bei der Marine stand, ist durch einen Unglücksfall ums Leben gekommen, Er wurde von der Elektrischen überfahren. Ein Ver⸗ wandter von ihm, i ey, ist verwundet und ein anderer, Willy Fey, in russische Gefangenschaft geraten. g

m. Allendorf a. d. Lda,, 12. Okt. Die Hessische Tapfer⸗ leitsmedaille erhielt der Ersatz⸗Reservist Reinhard Lotz im 25. Art.-Regt. Wehrmann Heinrich Funk, seit Kriegsbeginn im 118. Inf.⸗Regt. stehend, star b am 30. September nach schwerer Verwundung im Feldlazarett.

O Grünberg, 13. Okt. Aehnlich wie im vorigen Jahre wurde unser weithin bekannterGallmarkt auch dies⸗ mal nur in kleinem Maßstabe abgehalten. Der Viehmarkt fiel wegen der Seuchengefahr ganz aus. Der KHrämer⸗ markt, der sonst mit mehreren Hundert Verkaufsständen in langen Reihen den weiten Platz der Käswiese bedeckte, war ins Innere der Stadt, auf den Marktplatz, verlegt worden und zeigte nur einen Bruchteil der sonst anwesen⸗ den Stände. Auch die Schar der Käufer war gegen sonst klein, vielleicht beeinträchtigte auch das nebelige, regne⸗ rische Wetter etwas den Besuch des Marktes. Ganz fehlten die Jux⸗ und Schaubuden; auch die Musikbanden und Künst⸗ ler aller Art, die sonst in den Wirtschaften aufspielen und ihre Künste zeigen und dem Gallmarkt sein eigentliches Ge⸗ präge geben, waren dem Ernste der Zeit entsprechend nicht zugelassen worden.

ik. Hungen 12. Okt. Der Krieg hat auch aus unserer Stadt wieder ein Opfer gefordert. Maurermeister Heinrich Falk, Unteroffizier in einem Landw.⸗Inf.⸗Regt., ist in den letzten schwe⸗ ren Kämpfen in der Champagne den Heldentod gestorben. Der Verstorbene machte den Krieg von Anfang an mit und war mit der hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Als ver⸗ mißt sind aus den gleichen Kämpfen gemeldet: Polizeidiener Jockel, Heinrich Schäfer und Otto Gerhardt. Musketier Richard Pletsch geriet in russische Gefangenschaft. Leutnant der Res. Richard Göbel im Landw.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116 wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

up. Aus Oberhessen, 13. Okt Ein solcher Aepfel⸗ segen wie in diesem Herbste gehört zu den Ausnahmen, aber auch die billigen Preise, die mitunter dafür bezahlt wurden. Im nördlichen Teil der Provinz, wie im Alsfelder Kreise, wurden ansehnliche Preise erzielt, dagegen waren die Preise in anderen Kreisen so niedrig, daß es wiederholt. vorkam, daß die Abhalter der Versteigerung das Steige⸗

gsbuch zuklappten. Nicht selten kostete da der Korb voll 1 1 dent Baume nur 50 Pfg. Ein solcher Aepfel⸗

vorrat in unseren Häusern ist im letzten Jahrzehnt nicht vorhanden gewesen. Kreis Büdingen.

lt. Gedern, 13. Okt. Den Heldentod starb in Frankreich der Buchdruckereibesitzer Emil Gregor aus unserem Orte. Er hinterläßt eine Witwe mit 8 Kindern. Polizeidiener Hof er⸗ hielt die Nachricht, daß sein ältester Sohn in russischer Ge⸗ fangenschaft an einer Krankheit bereits im Mai gestorben 5 0 Er befand sich im Gefangenenlager Nowo⸗Nikolafewsk in

irien.

Büdingen, 13. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Kriegsfreiwillige Gefreite Ruth, die Badische Tapfer⸗ keitsmedaille Musketier Stübing im Inf.-Regt. 117.

A Lorbach, 13. Okt. Den Tod fürs Vaterland starb der Reservist Müller im Res.-Inf.⸗Rgt. 80.

a Borsdorf, 13. Okt. Im Kriegslazarett zu Wlodawa starb der Reservist Döll.

f Kreis Alsfeld. up. Ruppertenrod, 13. Okt. Vom Schicksal hart be⸗ troffen wurde die Familie des hiesigen Landwirts Heinrich Käm⸗ mer. Nachdem ihre beiden Söhne Heinrich und Otto unter den ersten Opfern im Weltkrieg gefallen find, ist nun ihr letzter Sohn Karl im 26. Lebensjahre einer tückischen rankheit erlegen. Die hiesige Sammlung für die Kriegsgefangenen in Rußland ergab den Betrag von 131,70 Mark. Kreis Schotten.

d Hartmannshain, 13. Okt. Infolge seiner dreifachen Schußwunde, die er bei der großen feindlichen Offensive in der Champagne erlitten hatte, verstarb im Lazarett zu Mainz Wehrmann August Klein von hier. Er hinterläßt ein Weid und ein Kind. Drei weitere Brüder von ihm kämpfen ebenfalls für das Vaterland, wovon einer bei der gleichen Offensive und in der- selben Gegend verwundet wurde

ab Eschenrod, 13. Okt. Die Hessische Tavferkeits medaille erhielt der Wehrmann Reitz im Reserve⸗Infanterie⸗ Regiment 116.

z Eichelsachsen, 13. Okt. Auf dem Felde der Ehre fiel der Musketier Schauermann im Inf.-Rgt. 172.

up. Vom vorderen Vogelsberg, 13. Okt. In diesem Herbste findet man verschiedene Spättriebe, die man nicht jeden Herbst antrifft. Geradezu zu den Ausnahmen gehört das gegenwärtig vorgenommene i von Gerste. Wegen der langen Trockenheit des Sommers vermochte man die Saat nicht rechtzeitig auszuführen. Erst nach dem Eintritt des Regens war das möglich. Diese späte Gerste ist viel besser und vollkommener entwickelt als die des Sommers. Auf den Apfelbäumen manchen Obstbaumzüchters sieht man weiter vollständig entwickelte Blüten. An einem Feldrain blüht ein Hundsrosenstrauch zum zweitenmal. Eine vollstänig ausgereifte Erdbeere aus dem Felde, die uns gezeigt wurde, vervollständigt die Zahl dieser Spättriebe. Daß wir trotzdem dem Winter entgegengehen, lehrt die erste Schar von Kranichen, die unser Berichterstatter in diesem Herbst gestern vorüberziehen sah. g

Kreis Friedberg.

Friedberg, 13. Okt. Für den Kreis Friedberg setzte das Kreisamt Höchstpreise für Milch fest. Es kostet das Liter Vollmilch vom Händler gebracht 26 Pfg., vom Händler abgeholt 24 Pfg., vom Produzenten und ab Molkerei im Kleinverkauf abgeholt(aber nicht für Händler) 18 20 Pfg. Wenn der Produzent bezw. Landwirt die Milch liefert, kostet das Liter 22 Pfg..

i Starkenburg und Rheinhessen.

u. Offenbach, 12. Okt. Die Offenbacher Hausbesitzer haben nachstehender mit 1085 Unterschriften versehene Eingabe an, die e die beiden Kammern gerichtet:Unterzeichnete Hausbesitzer Offenbachs bitten Euer Hochwohlgeboren, Ihre ge⸗ neigteste Aufmerksamkeit der Notlage des städtischen Hausbesitzes zuzuwenden und auf umgehendste Abhilfsmaßnahmen Bedacht neh⸗ men zu wollen. Insbesondere bitten wir bei dem zuständigen Groß⸗ herzoglichen Ministerium des Innern einen Dezernenten speziell für unser Gebiet zu bestimmen, wie auch vor allem Grundstückskammern analog den Handels- und Handwerks⸗ kammern für den Hausbesitzer zu schaffen. Von diesen beiden Einrichtungen versprechen wir Hausbesitzer uns, daß sie die Grund⸗ lage abgeben jetzt zur Gesundung unseres hessisch⸗städtischen Haus⸗ besitzes und in Zukunft zur Ergreifung aller zur Erhaltung dieses notwendig werdenden geeigneten Maßnahmen. Wir bitten, die Be⸗ deutung unseres Standes für unseren hessischen Staat und unsere hessische Volkswirtschaft nicht zu übersehen und unseren vorge⸗ tragenen Bitten geneigtest Gehör schenken zu wollen.

M arb 16 i de d i Woche

arbürg, 13. a in der vori 0 die Naur und Klauenseuche im Kreise Mirchhaln zunächst in Schönbach, dann in Kirchhain und Mardorf festgestellt wurde, hat sie nunmehr auch in den Kreis Mar⸗ burg übergegriffen, denn gestern wurde sie in dem an der Kirchhainer Kreisgrenze liegenden Dorfe Schröck fest⸗ gestellt. Der Donnerstag ae Marburger Vieh⸗ markt wurde in letzter Stunde abgesagt.

Haiger, 13. Okt. Eisenbahnminister Breiden⸗ bach nahm dieser Tage mit mehreren höheren Beamten eine Bereisung der neuen Bahnstrecke Siegen Dillenburg vor. Es ist bei dem immer drückender wer⸗ denden Arbeitermangel noch zweifelhaft, ob die für den 1 November vorgesehene Eröffnung der Strecke stattfinden ann..

Frankfurt a. M., 13. Okt. Bei der Vornahme von Ausbesserungen an der Heißwasseranlage des Palmen⸗ gartens wurde der 45jährige Heizer Heinrich Schramm aus Hofheim i. T. von den ausströmenden Dämpfen be⸗ täubt und stürzte in das siedende Wasser. Ehe Hilfe herbeigeholt werden konnte Feuerwehr und Ret⸗ tungswache wurden alarmiert, hatte der Unglückliche, in der kochenden Flut bereits seinen Tod gefunden.

ul. Limburg, 13. Okt. Die älteste Einwohne⸗ rin unserer Stadt, Frau Peter Josef Burckhart, geb. Breitenbach, ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

vermischtes.

Ein Millionenpermächtnis. DerBerliner Lokal⸗Anzeiger meldet aus Nürnberg: Der Münchener Rentier Anton Bürkel hat in seinem Testament das Germanische Museum in Nürnberg zum Erben seines Vermögens von etwa 1 200 000 Mark eingesetzt.

Vriefkasten der Nedaktion.

Einem Unwissenden. Wenn Sie beim Abschluß Ihres Miet-

vertrages keine Verpflichtung zur Treppenbeleuchtung eingegangen

sind, ist der Hausherr für deren Anbringung und alle aus ihrem Fehlen sich ergebenden Schäden verantwortlich.

Märkte.

F. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 13. Okt. Auftrieb: 284 Rinder(darunter 41 Ochsen, 22 Bullen, 220 Kühe), 292 Kälber, 63 Schase, 145 Schweine. Die Preise waren die gleichen wie am 11. dss. Mts. Da bei den Großviehbeständen die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war, wurde der Markt gen sperrt und der Handel war nur ein langsamer zu nennen. Es verblieb Ueberstand.

Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Snpnagoge(Süd⸗Anlage). g Samstag. den 16. Oktober 1915

Vorabend: 5.15 Uhr.

Morgens: 9.00 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabbatausgang: 6.15 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 16. Oktober 1915:

Freitag abend 5.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

Samstag nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbatausgaug 6.15 Uhr

Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 5.00 Uhr.

Spielplan des Gießener Stadttheaters. Direktion: Hermann Steingoetter.

Freitag, den 15. Oktober, abends 8 Uhr: Eröffnungs-Vor⸗ stellung. Bei gewöhnlichen Preisen(ermäßigt). 1. Freitags-Abonne⸗ ment⸗Vorstellung.Ernst, Herzog von Schwaben. Dramatische Dichtung von Ludwig Uhland. In 9 Bildern für die Bühne ein⸗ gerichtet von Herm. Steingoetter. Ende gegen 10¼ Uhr. Sonn⸗ tag, den 17. Oktober, abends Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt):Herrschastlicher Diener gesucht.(Neuheit!) Schwank in 3 Akten von Eugen Burg und Louis Taufstein. Ende Uhr. Dienstag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, bei gewöhnl. Preisen (ermäßigt), 1. Dienstags-Abonnement⸗Vorstellung:Komtesse Guckerl. Ende 10% Uhr. Freitag, den 22. Oltober, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen(ermäßigt), 2. Freitags-Abonne⸗ ments-Vorstellung:Mein alter Herr. Lustspiel in 3 Akten von Franz Arnold und Viktor Arnold. Ende nach 10 Uhr. Sonntag, den 24. Oktober, nachmittags Uhr, bei kleinen Preisen:Die spanische Fliege. Ende Uhr. Abends Uhr, bei kleinen Preisen:Filmzauber. Ende gegen 11 Uhr.

Meleorologische Beobachtungen der Station Gießen.

1 7 2 2 8 5 S2 21322 2 2 EE ort. Se S 23 3 S S S 8 SSS 22 5 3 8 6b. 8 ae e eee e 8 14 8 8 22 13. 27% 160 10 4 82 8 99 Sonnenschein 13 95 10, 9,2 98 10 Nebel 14.7%% o 10 5 Höchste Temperatur am 12. bis 13. Okt. 1915= 15,8 C. Niedrigste 3. I, I ß

Niederschlag: 3,9 mm.

Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 15. Oktober 1915: Wolkig bis heiter, neblig, sonst trocken, etwas kühler.

Letzte Nachrichten.

Delcassé.

Kopenhagen, 14. Okt. Der Zustand Delcassss soll Pariser Nachrichten zufolge sehr ernst sein. Der Minister, der in der vorigen Woche einen schweren Influenzaanfall überstanden hatte, habe sich jetzt eine schlecht verlaufende TLungenentzün⸗

dung zugezogen. 5 Rücktritt Greys? Wien, 14. Okt. Wie aus Rotterdam hiesigen Blättern 1 wird, stehe der Rücktritt Greys unmittelbar evor; er empfange bereits keine Besuche mehr.

Ein Geheimvertrag zwischen Griechenland und Bulgarien?

Lugano, 14. Okt. Nach demCorriere della Sera glaubt man in Rom an einen Geheim vertrag zwischen Griechenland und Bulgarien, nachdem die beiden Staaten sich gegenseitige Neu⸗ tralität verbürgt hätten. Der Vierverband habe von Griechenland, das 9 985 ein Doppelspiel getrieben habe, nichts Gutes zu erwarten.

General Jekow an die bulgarische Armee.

Wien, 14. Okt. DieReichspost meldet aus Sofia: Ein Tagesbefehl des Generals Jekow führt aus, daß er mit der Ar⸗ mee, zu deren Oberkommandierenden er ernannt worden sei, eng verbunden sei. Er wendet sich an die Offiziere und Mannschaften⸗ erinnert sie an ihre Pflicht und betont, daß Volk und Armee schon Siegesglück und Leid würdig getragen haben. Die bulgarische Armee habe die Kraft, auch das schwerste zu überwinden. Was aber kommen werde, werde die Hoffnungen der bulgarischen Ar⸗ mee mit Lorbeer belohnen.

Die Besetzung der 12 Inseln.

Budapest, 14. Okt.A Vilag läßt sich aus Athen drahten: Die griechische Regierung hat wiederholt Noten an die italienische Regierung gerichtet, in denen sie in energi⸗ scher Weise die Abbeförderung der italienischen Truppen von dem Dodekanes und die Einstellung der Besetzung der 12 Inseln ver⸗ langte. Die griechische Regierung erklärte, sich nicht darin fügen zu können, daß das griechische Gebiet unter dem Scheine der Freundschaft verstümmelt werde. Sie würde, wenn die italienische Regierung von ihrem Anfuchen keine Kenntnis nehmen würde, zur Anwendung von Mitteln greifen müssen, die sonst unter Staa⸗ ten, die mit einander in einem freundschaftlichen Verhältnis stehen, nicht üblich seien.

Eine italienische Note an Rußland?

Stockholm, 14. Okt. Soeben wird belannt, daß der ita⸗ lienische Botschafter in Petersburg, Carlotti, am vorigen Samstag im Ministerium des Aeußerneine Verbalnote überreicht hat, die in den intimen politischen Kreisen Petersburgs viel besprochen wird. In eingeweihten Kreisen wird angenommen, Gegenstand der Note sei die Stellung Griechen⸗ lands zum Weltkriege gewesen, Die italienische Regierung beklagte sich angeblich über die Erfolglosigkeit der Bemühungen des russi⸗ schen Gesandten in Athen, dem es nicht gelungen sei, die gris⸗ chische Regierung zu aktivem Vorgehen zu bewegen. Anderer⸗ seits hätte Sasonow noch Mitte September dem italienischen Botschafter in Petersburg erklärt, Bulgarien würde zweifellos, ferner Neutralität beobachten. Die gegenwärtige Stellungnahme Griechenlands und Bulgariens schwächten ganz bedenklich die Aussichten der Dardanellenaktion, deren Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang seinerzeit für das Vorgehen Italiens aus⸗ schlaggebend gewesen sei. Ein Politiker, dessen Beziehungen zu Petersburger politischen und diplomatischen Persönlichkeiten no⸗ torisch sind, behauptet jedoch fest, daß die dem Außenministerium von Carlotti übergebene Verbalnote entschieden als ein Abflauen der italienischen Ententeliebe und der Kriegslust anzusehen sei.

Die Eröffnung des italienischen Parlaments. Lugano, 14. Okt. DerMessagero berichtet unter Vor⸗ behalt, daß die Eröffnung der Kammer und des Senats Ende Oktober stattfinden solle. Das Parlament würde demnach bis zu den Weihnachtsferien eröffnet werden. Die Deputierten, die auch Militärdienste leisten, erhalten auf Wunsch Salandras die Zeit Ferien und werden den Parlamentssitzungen in Zivil beiwohnen.

Ein gerngelesenes Familienblatt ist der beste Talisman wider die Eintönigkeit der langen Winterabende, die uns bevorstehen. In der Kriegszeit erst recht In Heft 1 der be⸗ kannten guteingeführten FamilienzeitschriftWelt und Haus, die mit dieser Nummer soeben einen neuen, den fünfzehnten Jahrgang beginnt, ist das erneut bestätigt. Das Heft enthält u. a. den Kriegsbilderbogen, eine Zusammenstellung interessanter Kriegs⸗ ereignisse in Wort und Bild,Aus Amor's Mobilmachungstagen, eine Humoreske von G. Vesper, eine KunstbeilageTischgebet,

zwei Romane. Die Interessen unserer Frauen berücksichtigt die AbteilungFrauenwelt mit den sehr wertvollen Ausblicken in dieZukunft unserer Kriegerfamilien. Man lasse sich, Heft 1

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