100 ek, wenn auch ole custer Urlgceen it. Cine Kurzitug Waisengeldes erfolgt, wenn die Witwe des verstorbenen Kriegs⸗
nehmers mehr als 15 Jahre jünger war, als der letztere: hat dagegen die Ehe länger als 5 Jahre bestanden, so wird für jedes weitere angefangene Jahr wieder 10 Prozent zugelegt, bis zur Erreichung des vollen Betrags. Hinterbliebenen von Personen der freiwilligen Krankenpflege kann, sofern der Tod infolge dienst⸗ licher Verwendung auf dem Kriegsschauplatz erfolgt ist. Witwen⸗ und Waisenrente in gleicher Höhe, jedoch ohne die Steigerung beim Witwengeld, gewährt werden. Neben Witwen⸗ und Paisen⸗ geld kommen den Hinterbliebenen bei der allgemeinen Versor⸗ gung etwaige Ansprüche aus der Anstellung oder Beschäftigung des 5 im Zivildienst(3. B. Pension bei Beamten) zu⸗ gu.
Die Kriegsversorgung gewährt Witwen sowie ehe⸗ lichen und legitimierten Kindern der an Kriegsverwundung oder sonstiger Kriegsdienstbeschädigung verstorbenen Militärbersonen, so⸗ wie den unter den gleichen Umständen gestorbenen Personen der freiwilligen Krankenpflege Kriegswitwen⸗ und Kriegs⸗ waifengeld. Erfolgt der Tod infolge Kriegsdienstbeschädigung päter als nach Ablauf von 10 Jahren nach dem Friedensschluß, o fällt der Anspruch weg. Das Krte gswitwengeld beträgt, wenn die a ine Versorgung, die neben der Kriegsversorgung gewährt wird, zusteht, für die Witwe eines Feldwebels 300 Mk. jährlich, für die Witwe eines Sergeanten zoder Unteroffiziers 200 Mk. jährlich, für die Witwe eines Gemeinen 100 Mk. jähr⸗ lich. Das Kriegswaisengeld beträgt in diesen Falle für das vaterlose Kind von Militärpersonen der Unterklassen und Personen der freiwilligen Nriegskrankenpflege 108 Mk. jährlich. — Steht die allgemeine Versorgung nicht zuf so betrügt das Kriegswitwengeld: für die Witwe eines Feldwebels 600 Mk. jähr⸗ lich, für die Witwe eines Sergeanten oder Unteroffiziers Mark jährlich, für die Witwe eines Gemeinen 400 fMNk. jährlich. Das Kriegswaisengeld beträgt in diesem Falle für das vaterlose Kind 168 Mk., für das elternlose 240 Mk. jährlich. An uneheliche Kinder gebliebener Kriegsteilnehmer wird unter bestimmten Vor⸗ ausfetzungen eine einmalige Unterstützung gewährt. Eltern und Großeltern kann im Falle der Bedürftigkeit Kriegseltern⸗ geld gewährt werden, sofern der verstorbene Kriegsteilnehmer vor Eintritt in das Feldheer oder nach seiner Entlassung zurzeit seines Todes oder bis zu seiner letzten Krankheit ihren Lebens⸗ unterhalt ganz oder überwiegend bestritten hat. 5 Die Zahlung des Witwen⸗ und Waisengeldes und der Gebühr⸗ nisse aus der Kriegsversorgung beginnt mit dem Ablaufe der Zeit, für die Gnadengebührnisse(Gnaden vierteljahr, Gnadenmonat, nadenlöhnung) gewährt sind, oder wenn dies nicht der Fall, mit dem auf den Sterbetag folgenden Tage. Das Recht des Bezugs von Witwen- und Waisengeld, sowie egsversorgung erlischt für jeden Berechtigten, wenn er sich verheiratet oder stirbt; für jede Walse außerdem mit dem Ablaufe des Monats, in dem sie das 18. Lebensjahr vollendet. 5 8 Anträge wegen Gewährung von Witwen⸗ und Waisengeld sowie Kriegsversorgung sind ber der Ortspolizeibehörde des Wohn⸗ orts oder des während des Krieges gewählten Aufenthaltsorts
unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen(Geburtsurkunde, 8
Heirats⸗ und Sterbeurkunde uw) zu stellen. Die Entscheidung über die Ansprüche steht der obersten Militärverwaltungsbehörde (Kriegsministerium, Reichsmarineamt) zu. Gegen die Entscheidung ist innerhalb sechs Monaten nach Zustellung derselben Klage bei demjenigen Landgericht, in dessen Bezirk das betr. Kriegsmini⸗ sterium bezw. das Reichsmarineamt seinen Sitz hat, zulässig. Sind die Befugnisse der Entscheidung einer anderen Behörde übertragen, so ist die Klage ausgeschlossen, wenn nicht gegen die Entscheidung dieser Behörde Einspruch, beim Kriegsministerium bezw. Reichs⸗ marineamt eingelegt worden ist.. 5 5
Bemerkt sei noch, daß abgesehen davon, daß demnächst eine Neuregelung des Mannschaftsversorgungs⸗ und Militärhinterblie⸗ benengesetzes erfolgen wird, der Reichstag in seiner Sitzung vom 29. Mai 1915 seine Zustimmung dazu erteilt hat, daß bis zum Erlaß des neuen Gesetzes bei der Versorgung der Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebenen nicht der militärische Rang, sondern das Arbeitseinkommen des betr. Kriegsteilneh⸗ mers maßgebend sein soll. 0
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.* Getreiderevisionen. Wie uns aus Oden⸗ haufen mitgeteilt wird, erschien dort in der vergangenen Woche die Gendarmerie, um die vom Kreisamt angekündig⸗ ten Nachrevisionen bei den Landwirten vorzunehmen. Es soll sich dabei herausgestellt haben, daß etwa 11 Landwirte
ir Getreide anscheinend nicht richtig angemeldet hatten, denn bei der Revision hat sich eine nicht angemeldete Brotgetreidemenge von angeblich 187 Zentnern herausgestellt. Nun wird wohl die Staatsanw alt⸗ schaft eingreifen, da einzelne Landwirte dem wohlgemein⸗ ten Rat der Behörde, Irrtümer, die bei ihren früheren Angaben unterlaufen sind, W zu berichtigen, nicht befolgt haben. An Warnungen dem Reiche zu geben, was des Reiches ist, hat es seit 9 Monaten nicht gefehlt. Jetzt scheint Ernst gemacht zu werden. Auch die Stock⸗ hausener Landwirte wurden am 5. d. M. von Gen⸗ barmen besucht, die den angemeldeten Getreidevorräten eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt haben. Auch dort haben sich ganz überraschende Ergebnisse herausgestellt, denn eine größere Anzahl von bäuerlichen Grundbesitzern scheint es mit ihrer Anmeldepflicht sehr wenig genau ge⸗ nommen zu haben. Bei einigen, bei denen nachkontrolliert wurde, haben sich ganz erhebliche Differenzen zwischen den angemeldeten Mengen und dem tatsächlich vorhandenen Bestand her estellt, um die der Kommunal⸗ verband zugunsten der Besitzer geschädigt werden sollte. Die Anzeigen sind schon bei dem Gericht. 4* Die Sammeltage für die gefangenen Deutschen in Rußland dürften, da der Sonntag von einigermaßen er⸗ träglichem Wetter begleitet war, ein recht schönes Ergebnis gezeitigt haben, wenn man aus der Tatsache, daß manche Sammlerinnen vier⸗, fünfmal oder gar noch öfter die ge⸗ füllten Rote⸗Kreuz⸗Büchsen gegen leere umtauschen konnten, Schlüsse 1 darf. Das dankbarste 155 für die Betäti⸗ gung bot sich natürlich in der Nähe der Konzerte, die von den Kapellen des Ersatzbataillons 116 und des Landsturm⸗ erfatzbataillons veranstaltet wurden. Dort kam so leicht nie⸗ mand ohne Zoll durch. Das Zählgeschäft ist natürlich noch nicht beendet; genaue Angaben über das Ergebnis können deshalb einstweilen noch nicht gemacht werden.
* Stadttheater. Von morgen, Dienstag, ab wer⸗ den an der Tageskasse des Stadttheaters jeweils von 10—1 Uhr die Abonnements ausgegeben. An der gleichen Stelle werden von jetzt ab auch die weiteren Abonnementsanmeldungen entgegengenommen.
„ Konzert für die Gießener Verwundeten. Für unsere Verwundeten fand gestern nachmittag in der Universitätsaula ein von Landsturmleuten der fünsten Kompagnie veranstaltetes Konzert statt. Es nahm in allen Teilen einen recht guten Verlauf und erfreute sich eines regen Besuches. Das Gesangsquartett der Kompagnie erfreute durch Vor⸗ trag einiger wohlgelungener Lieder. Konzertsängerin Fräulein Scherer ⸗ Gießen, die sich in liebenswürdiger Weise in den Dienst
3 der Sache gestellt hatte, sang mit schöner Altstimme und warmem Vortrag einige Schubert-Lieder, von denen wohl das„Ave Maria“
und„Der Wanderer“ am besten gefielen. Reicher Beifall lohnte die Künstlerin. Herrn Opernsänger Kötschau(5. Kompagnie) bewunderte man bei dem Vortrag der Lieder„Tom der Reimer“ von Loewe,„Lied an den Abendstern“ aus Tannhäuser und„Das Grab auf der Heide“ von Heiser. Ein fein ausgebildetes Organ von kräftiger Fülle sichert dem jungen Künstler eine gute Zukunft. Als vortrefflicher Pianist führte sich Herr Kapellmeister Zaun 6. Kompagnie) ein. Er brachte zwei Phantasien aus„Troubadour“ und„La Traviata“ von Verdi zum Vortrag. Herr Weidig
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(5. Kompagnie, brachte, agber, Rezitationen neuerer Art auch den Humor zur Geltung und erntete mit seinen Couplets usw. reichen Beifall. Die Begleitung der Gesänge lag in den Händen von Kapellmeister Zaun. 5 e
„ Straßenbahnunglück. Gestern nachmittag um 2 Uhr trug sich auf der Walltorstraße ein Straßenbahn⸗ unfall mit tödlichem Ausgang zu. Ein Kind versuchte, vor einem herankommenden Wagen der Elektrischen über die Straße zu laufen, wurde aber von dem Wagen erfaßt und tödlich verletzt. Der Wagenführer ist an dem traurigen Vorfall unschuldig. 5
* Festgenommene Ausreißer. Zwei kriegs⸗ gefangene Engländer, die kürzlich aus dem Gefangenenlager in Gießen entsprungen waren, sind vorgestern nachmittag auf dem Aschaffenburger Schießplatze von einer Abteilung Jäger festgenommen worden. Eine Frau hatte die beiden Engländer in einem dortigen Felde gesehen und hiervon dem Jägerbataillon Mitteilung gemacht, da ihr die Sache verdächtig vorgekommen war. 5
Vo m Postscheckverkehr. Im Reichs postgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende September 1915 auf 109 592 gestiegen.(Zugang im Monat September 681.) Auf diesen Postscheckkonten wurden im September gebucht 1998 Millionen Mark Gutschriften und 1975 Millionen Mark Last⸗ schriften. Bargeld wurden 2169 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im September durchschnittlich 270 Millionen Mark. Im inter- nationalen Postüberweisungsverkehr wurden 4, Millionen Mark
500 umgesetzt.
Landkreis Gießen.
ne. Bellersheim, 9. Okt. Der gewaltige Kampf im Westen hat auch aus unserer Gemeinde wieder ein Opfer gefordert. Gustav Dörmer wird seit Ende September nach den erneuten Angriffen der Franzosen vermißt. Ueber sein Schicksal ist bis jetzt noch nichts Näberes bekannt. Im Osten fiel Ernst Müller im Alter von 20 Jahren. Er war erst kurz vorher mit seinem Kameraden Wil⸗ helm Gyäf von hier ausgerlickt. Innerhalb einer Woche starben beide den Heldentod fürs Vaterland.
Kreis Büdingen. 5 8
— Büdingen, 8. Ott. Zur Versorgung der Kreis insassen mit billigen Lebensmitteln beschloß die Kreis“ verwaltung den Einkauf großer Mengen von Gerstengraupen, Schnitt⸗ und Suppennudeln, Erbsen, Bohnen, Heringen und Wetzen⸗ gries. Die Waren werden zum Selbsikostenpreis an Kleinhändler, Konsumvereine und auch Lazarette abgegeben. Für den Wieder⸗ verkauf der Lebensmittel an die Bevölkerung werden den Klein- händlern für jede Sorte Ware seste Preise vorgeschrieben, so daß jede Bewucherung ausgeschlossen ist.
* Borsdorf, 10. Okt. Noch nie seit Menschen⸗ edenken ist soviel Ob st hier geerntet worden wie in diesem ahr. Wurden doch auf dem Bahnhof Nidda von Borsdorf allein 21 Waggon Spee verladen. Dazu kommt noch das zum Teil in Ober⸗Widdersheim und auch in Nidda verladene Brechobst. Der Erlös für die diesjährige Obst⸗ ernte dürfte 25—30 000 Mark betragen.— Der Reservist Heinrich Döll verstarb in einem Kriegslazarett in Rußland.
Stockheim, 9. Okt. Nächsten Sonntag, den 17. d. Mts., findet in der Umgebung eine größere Uebung der Jung⸗ mannschaften des Kreises statt. Die Führung haben Offi⸗ ziere, die Oberleitung ein Friedberger Major übernommen.
Ranstadt, 9. Okt. Auf dem Felde der Ehre fiel im Westen der Landsturmmann Wolf.
Kreis Schotten.
** Rudingshain, 9. Okt. Auf dem Felde der Ehre fiel in den Kämpfen Ende vorigen Monats im Westen der Landwehr⸗ mann Frank.
qu. Steinberg, 9. Okt. Das neuerbaute Schulhaus unserer Gemeinde, das am Ende des Ortes an der Straße nach Merkenfritz erbaut worden ist, ist soweit fertiggestellt. Es soll in Kürze seiner Bestimmung übergeben werden. Größere Einweihungs- seierlichkeiten werden nicht stattfinden.
qu. Aus dem südlichen Vogelsberg, 9. Okt. Allent⸗ halben ist man jetzt mit der Einbringung der letzten diesjährigen Ernteerträgnisse beschäftigt. Die Kartoffelernte ist in Menge und Güte geradezu vorzüglich ausgefallen. Viele Landwirte haben weit über ihren Bedarf geerntet, so daß, wenn auch kein billiger, so doch ein der Ernte entsprechender mäßiger Preis für Kartoffeln in hiesiger Gegend zu erwarten steht. Wie die Kartoffelernte, so sind auch die anderen Erdgewächse— vor allem das Weiß⸗ kraut— recht gut geraten. Seit langer Zeit ist nicht so gut und reichlich geerntet worden wie in diesem Herbst; das gilt auch ins⸗ besondere für die Obsternte unserer Gegend.
Kreis Friedberg.
Friedberg, 10. Okt. Der Steuerwert des Ver⸗ mögens der Gemeinden des Kreises Friedberg wurde vom Kreis ⸗ amt mit 499979100 Mk. festgestellt, Die steuerkräftigsten Ge⸗ meinden sind Bad⸗Nauheim mit 110 508 400 Mk., Friedberg mit 73826 200 Mk., Butzbach mit 26 343 400 Mk., Vilbel mit 19 442 900 Mk. und Rodheim mit 11 112 000 Mk. Die übrigen Orte verfügen über weniger als 10 Millionen Mk. Vermögen.
„ Bruchenbrücken, 9. Okt. Der Sohn des hiesigen Pfarrers Knab, Hauptmann Knab, steht schon einige Zeit auf Gallipoli in türkischen Diensten. Der Sultan verlieh ihm bereits eine höhere Kriegsauszeichnung.
Hessen⸗Nassau.
Marburg, 10. Okt. Bei der Marburger Obstver⸗ kaufsvermittlungsstelle wurden insgesamt 209 Abschlüsse gemacht und 119,75 Ztr. Obst für 1392,20 Mark verkauft. Der Durchschnittspreis beträgt 1160 Mark pro Zentner.— Der Höchstpreis für Milch ist auf 24 Pfg. festgesetzt.— Auf den letzten Wochenmärkten kostete die Butter 1,90 bis 2,00 Mark. Trotz der gewaltigen Kartoffelernte werden hier so wenig Kartoffeln angeboten, daß wohl behördliche Maß⸗ nahmen nicht zu umgehen sind. Während in normalen Zeiten bei einer Mittelernte die Kartoffeln hier für höchstens 3 Mark zu kaufen waren, werden jetzt durchschnittlich 4 Mark gefordert.
X Hanau, 10. Okt. Im Einverständnis mit dem Orts⸗ kuratorium hat die Landwirtschaftsklammer für den Re⸗ gierungsbezirk Kassel beschlossen, die landwirtschaft⸗ lichen Winterschulen in Fritzlar, Fulda, Hersfeld und Ziegenhain mit Rücksicht auf den herrschenden Kriegszustand nicht zu eröffnen. Dagegen ist beabsichtigt, den Schulbetrieb an den landwirtschaftlichen Winterschulanstalten in Esch⸗ wege, Hofgeismar, Marburg, Melsungen und Rodenberg weiterzuführen, sofern sich die genügende Schülerzahl findet. Ueber die Eröffnung der landwirtschaftlichen Winterschule in Gelnhausen ist eine Entscheidung noch nicht getroffen.
= Bad Homburg v. d. H., 10. Okt. Der Obertaunus⸗ kreis hat in Geweinschaft mit dem Kreise Usingen einen Ver⸗ sorgungs verband für Brotgetreide und Mehl ge⸗ bildet. Durch diesen wirtschaftlichen Zusammenschluß erfahren die Mehl- und Brotpreise in Zukunst eine nicht unwesentliche Ver⸗ billigung. Im Kreise Usingen erhält serner durch Beschluß des Kreisausschusses die versorgungs berechtigte Bevölkerung für den Kopf in jeder Woche 250 Gramm Brot mehr als bisher. Außer- dem kostet von heute ab im Usinger Gebiet der Doppelzentner Roggenmehl statt 38 nur noch 35 und der Doppelzentner Weizen- mehl statt 42 nur noch 40 Mark. Das Vierpfundbrot kostet nur noch 70 Pfg.
ul. Limburg, 9. Okt. Auf der Landstraße von Limburg nach Steinbach fiel gestern nachmittag die 24 Jahre alte Ehe⸗ fran Häuser aus Steinbach derart unglücklich vom Wagen, daß sie schwer verletzt liegen blieb. Man brachte die Ver⸗ unglückte, deren Mann im Felde steht, ins hiesige St. Vinzenz⸗
hospital.
N ö
X Kassel, 10. Ott. Auf eine Erngabe der Landwirt⸗ schaftskammer Kassel hat die Kgl. Regierung, Abteilung für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten, verfuͤgt, daß da, wo die örtlichen Verhältnisse es fordern und eine l⸗ liche Beeinträchtigung des Schulunterrichts nicht zu be⸗ fürchten ist, Schulkindern im Herbst zum Viehhüten möglichst weitgehender Urlaub erteilt wird.
Die Kartoffelversorgung. Berlin, 8. Oktober.(WTB. Amtlich.) Der Bu n⸗ desrat hat in seiner heutigen Sitzung eine Bekanntmachung über die Kartoffelversorgung er⸗ lassen. Danach wird eine Reichskartoffelstelle mit einer behördlichen Verwaltungsabteilung und einer kauf⸗ männisch geleiteten Geschäftsabteilung errichtet. Die Ge⸗ schäftsabteilung ist eine G. m. b. H. Insoweit die zur Er⸗ nährung der Bevölkerung eines Kommunalverbandes für Herbst und Winter erforderlichen Kartoffeln nicht ander⸗ weitig beschafft sind, oder zu angemessenen Preisen beschafft werden können, meldet der Kommunalverband den Fehl⸗ betrag bei der Reichskartoffelstelle an. Diese deckt den an⸗ gemeldeten Bedarf zu den bestimmten Grundpreisen freihändig. Soweit dies nicht möglich ist, werden die an⸗ geforderten Mengen auf die Produktionskreise zur Liefe⸗ rung umgelegt. Zum Zwecke der Sicherstellung dieser Men⸗ gen haben alle Kartoffelerzeuger mit mehr als 10 Hektar Kartoffel⸗Anbaufläche zehn vom Hundert ihrer gesam⸗
ten Kartoffelernte bis zum 29. Februar 1916 zur 5 Verfügung des Kommunalverbandes zu a halten. Diese Kartoffeln müssen Speisekartoffeln oder
Kartoffeln sein, die als Speis können. Hinsichtlich dieser Mengen ist die Enteignungs⸗ befugnis gegeben. Der Enteignungspreis wird unter Berücksichtigung der Güte und Verwertbarkeit der 5 Kartoffeln bestimmt, darf jedoch den Grundpreis nicht über⸗ 0 steigen, der nach Bezirken festgesetzt ist und zwischen 55 5 und 61 Mark pro Tonne loko der Eisenbahnversand⸗ station sich bewegt. Die Preise gelten für Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei Empfang. Bei Enteignungen nach dem 31. Dezember 1915 kann neben dem Enteignungs⸗ preis eine Verwahrungsgebühr gewährt werden Die Reichs⸗ lartoffelstelle gibt Bezugsscheine an die Bedarfstommunal⸗ verbände aus, auf Grund deren diese ihren Bedarf aus den festgelegten Kartoffelmengen durch Erwerb decken können.
ekartoffeln verlesen werden
Eingesandt. ü (Für Form und Juhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artiket übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) f
„Oktroi.“
Jeder Fremde schüttelt den Kopf, wenn er das Bild am Selterstor ansieht mit der Aufschrift:„Oktroi⸗ Erhebung der Stadt Gießen“. Die Gegner von Zollschranken wun⸗ dern sich, daß in Gießen diese zweifellos veraltete Steuer noch besteht. Wenn man aber diese Verbrauchsabgaben im Interesse der städtischen Finanzen noch nicht abschaffen kann, so soll man diesen Stadtzoll wenigstens mit einem deuts chen Wort am Zollhaus unserer deutschen Stadt Gießen bezeichnen. el⸗
Meieoroleogsische Beobachlüngen der Jaston Gießen.
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8 2. 2 5 2„„ 1 2 2 Ott. 2 2 8 S 2 25 f S 8 i e eee Wee. 1115 8 8 88 88 2 8 5 „„— 8 2 b 4 8 888 10. 2,“— 25 84 74—— 9 Bed. Himmel 10. 8— 9,2 7,8 90—— Heller Himmel 11.7.— 70 6,9 92—— o Sonnenschein 5 1 1 1
Höchste Temperatur am 9. bis 10. Okt. 1915. 13,2, 0. Niedrigste„„ d.„. Niederschlag: 2,3 mm. 5
Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 12. Otto- r 1515 Meist heiter, trocken, tags warm, nachts kalt.
Letzte Nachrichten.
Wiener Betrachtungen.
Wien, 10. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Neben der militäri⸗ schen und strategischen Bedeutung der Besetzung Belgrads und der glücklich begonnenen Offensive gegen Serbien, die durch ihre Raschheit und Ausdehnung neuerlich die Offensivpkraft der öster⸗ reichisch⸗ungarischen und deutschen Streitkräfte und ihre Ueber⸗ legenheit gegenüber den Feinden vor der ganzen Welt bekunde, heben die Blätter auch die politische Wichtigkeit der neuen Kriegs⸗ phase hervor, die nunmehr verheißungsvoll eingeleitet sei.— Das„Fremdenblatt“ sagt: Alle weitschauenden Pläne der Entente schienen unfehlbar, weil sie alle auf überwältigende nu⸗ merische Mittel gestütt waren, so der Aushungerungskrieg, die Dampfwalzentheorie, die zahlreichen Offenswen im Westen, bis auf die letzte, deren Energie sich schließlich als Verzweiflungsstrategie deklarierte und endlich alle Maßnahmen in Orient, von der For⸗ cierung der Dardanellen bis zur Landung in Saloniki. Die En⸗ tente, namentlich England, rechnete stets neben den rein ma⸗ teriellen wie finanziellen Mitteln mit ihrem Prestige Alle diese Faktoren sind bereits geschlagen. Aber anhaltender als der Verlust des Prestiges auf den Schlachtfeldern ist der e den der Vierverband in Punkto Realpolitik geliefert hat.. 1
Die„Neue Freie Presse“ führt aus: Die Armeen der derhün⸗ deten Kaiserreiche überschritten die Donau als Helfer der Balkan⸗ völker. Sie 1 ihnen Freiheit, eigenes Leben zu leben, zu wachsen und zu blühen. Die Balkannationen wissen dies und das Vertrauen, das ihnen die Zentralmächte einflößen, ist die wahre Ursache der diplomatischen Erfolge der beiden Kaiserreiche, eine kaum zu überschätzende Katastrophe, von der der Vierverband getroffen worden ist. 0
Eine Aeußerung eines griechischen Diplomaten. Wien, 11. Okt. Der Sonderberichterstatter des„Az Est“ in Konstantinopel hatte eine Unterredung mit dem grie⸗ chischen Gesandten, der sagte: Ich kann sagen, daß es in 8 Griechenland keinen Menschen 1175 der ein gemeinsames Vorgehen mit Italien billigen würde. Unsere Interessen und Hoffnungen
stehen im Gegensatz zu denen Italiens, darum bin ich überzeugt tral bleiben werden. Unser Heer wird die Interessen des Landes Kopenhagen, 11. Okt.„Berlingske Tidende“ beschäftigt wenigstens Englands, die Unterschätung von Deutschlands sagt hierzu: Deutschland war schon vor dem Kriege das Land der c ernähren kann, sowie daß nirgends Hungerpreise wie in einer be⸗
Bevölkerung für England. und Frankreich auch weiterhin neu⸗ Die Unterschätzung von Deutschlands Fähigkeiten. 1 5 5 „Times“, wonach einer der größten Irrtümer, verhinderte Einfuhr von Rohprodukten behelfen konnte. Das Blatt daß kein wirklicher Mangel besteht und daß Deutschland sich selbst
daß wir trotz der Sympathien Venizelos und der Mehrheit den nach jeder Richtung hin verteidigen. mit den Ausführungen eines neutralen Berichterstatters in Fähigkeiten gewesen sei, daß dieses sich ohne die durch den Krieg Ersatzmittel und ist es besonders jetzt im Kriege. Die Wahrheit ist 2 lagerten Festung bezahlt werden. f 9
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