Nr. 250
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Die Einnahme von Belgrad. Deutsche Erfolge auf allen Kriegsschauplätzen.
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rs.) Srodes Hauptquartier, 9. Oktober. Amtlich.) 7 8 g Westlicher Kriessschau platz er 3 18 r 1 105 18 in starker englischer Angriff unter großen Verlusten fe 5
Bei einem örtlichen deutschen Angriff wurden südwestlich des Dorses Loos kleine Fortschritte erzielt.
In der Champagne griffen die Franzosen nach stunden⸗ langer Artillerievorbereitung die Stellung östlich des Navarin⸗ Gehöftes gelangten stellenweise bis in die Gräben, wurden aber burg Gegenangrif wieder hinausgeworfen nud ließen bel erheblicher blutiger Einbuße einen Offizier und 100 Mann als Gefangene in nuseren Händen. 5
Ju Französisch⸗Lothringen verloren die Franzosen Re vielumstrittene Höhe südlich Leintrey; 1 Offizier und 70 Mann, 1 Maschinengewehr und 4 Mineuwerfer blieben
bei uns. 9 Oestlicher Kriegsschaublatz. Herresgruppe des Gen'ralfeldmarschalls von Hindenburg.
Bor Dünaburg ist Garbunowka(südlich von Illuxt) nud die feindliche Stellung beiderseits des Ortes in vier Kilo⸗ ucter Breite erstürmt; fünf Offiziere, 1356 Maun sind ge⸗ sangen genommen, zwei Maschinengewehre erbeutet. In einem Gefechte bei Nefedy(südlich des Wiszniew⸗Sees) wurden 139 Gefangene eingebracht.
Von einer Wiederholung größerer Angriffe nahm der Feind Abstand.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 1 Prinzen Leopold von Bayern. a Nördlich von Korelitschi, sowie bei La Busy und Salnszie sind russische Borstöße leicht abgewiesen.
Heeresgruppe des Geuerals u. Sinsingen.
Südwestlich von Pirsk sind die Orte Komorz und Prykladuiki im Sturm genommen; bei Wolka— Berez⸗ ntauska uud füdwestlich von Kuchoca⸗Wola sind Kuvalleriegefechte im Gange. Nördlich und nordwestlich von Czartochfk ist der Feind hinter den Styr zurückgeworfen. Seine Angrisse nördlich der Bahn Kowel— No wu o
scheiterten. g 5 Balkan⸗Kriegsschauplaßz. Zwei Armeen einer unter dem Generalfeldmarschall . Mackensen neu gebildeten eeresgruppe haben mit ihren Hauptteilen die Save und die Donau i erschritten. Nachdem die dentschen Truppen der Armee des k. und k. Generals ber Jufauterie v. Köveß sich der Zigeunerinsel aud ber Höhe südwestlich von Belgrad bemächtigt hatten, ge⸗ lang es der Armee, auch den größten Teil der Stadt Belgrad iu die Hand der Verbündeten zu bringen. Oesterreichische Truppen stürmten die Zitadelle und den Nordteil Belgrads, bentsche Truppen den neuen Konak. Die Truppen sind im weiteren Vordringen durch den Südteil der Stadt. 5 Die Armer des Generals der Artillerie v. Gallwitz erzwang den Donauübergang an vielen Stellen an der Strecke abwärts Semendria und drängt den Feind überall kach Süden vor sich her. e 8 Oberste Heeresleitung.
TB.) Großes Hauptquartier, 10. Oktober.
Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. „ An der Höhe östlich von Souchez verloren die Fran⸗ 30 sen einige Gräben und büßten ein Maschinengewehr ein. Bei Tahure in der Champagne gewannen wir von dem verlorenen Boden auf einer Frontbreite von etwa vier beilometern im Gegenangriff mehrere hundert Meter zurück.
Destlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.
„„Die Russen versuchten, die ihnen bei Garbunowla(west⸗ lich von Dünaburg) entrissene Stellung wiederzunehmen; es zam zu hestigen Nahtämpfen, die mit dem Zurückwerfen des Feindes endigten.
Nördlich der Bahn Dünaburg— Poniewiez, twestlich von Illurt, wurde die feindliche Stellung in etwa acht Kilometer Breite genommen. Sechs Offiziere, 750 Ge⸗
fangene fielen in unsere Hand, fünf Maschinengewehre wur⸗ K
den erbeutet.„
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. f
Heeresgruppe des Wenerals v. Linsingen. Südwestlich von Pinsk ist das Dorf Sinczyezy im Sturm genommen. Die Kavalleriekämpfe bei Kuchoga— Wola sowie in der Gegend bon Jeziercy dauern an. Auf der Front zwischen Rafalomwka und der Bahn
bürgten Meldung,
Kowel— Row no wurden mehrfache Vorstöße des Feindes abgewiesen und 383 Gefangene eingebracht.
Die Armee des Generals Graf Bothmer schlug starle russische Angriffe nordwestlich von Tarnopol zurück.
„Balkan⸗Kriegsschauplatz.
Die Stadt Belgrad und die im Südwesten und Südosten vorgelagerten Höhen sind nach Kampf in un⸗ serem Besitz. 4 5
Auch weiter östlich wurde der Feind, wo er standhielt, geworfen. Unsere Truppen sind im weiteren Vorschreiten.
Oberste Heeresleitung.
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Die Schleier über den nächsten Kriegszielen der Zentral⸗ mächte sind gefallen; unsere oberste Heeresleitung teilt uns, wie an jenem Tage nach dem Durchbruch von Gorlice, mit, daß eine neue Heeresgruppe unter dem Oberbefehl Macke n⸗ sens neue Vorstöße eingeleitet hat. Bereitwillig haben unsere Bundesgenossen auch einen Teil ihrer eigenen Kräfte dem verdienstvollen deutschen Feldherrn unterstellt. Wir wissen nun auch, daß von dem russischen Kriegsschauplatz seit längerer Zeit deutsche Truppen abgezogen worden sind: der bekannte erfolgreiche Unterführer Hindenburgs, General v. Gallwitz ist östlich von Belgrad über die Donau vor⸗ gedrungen und hat den österreichisch-ungarischen Bundes⸗ genossen geholfen, die serbische Hauptstadt zu erobern. Der Schlag ist außerordentlich rasch und wirksam geführt worden, obgleich der Widerstand der Serben erbittert gewesen ist. Die deutschen und österreichisch⸗ungarischen Fahnen wehen in Belgrad und verkünden eine neue siegreiche Etappe in den vielseitigen und erfolgreichen Unternehmungen der Zentral⸗ mächte. Wo haben diese nicht überall festen Fuß gefaßt? In allen Lagern überrascht die Folgerichtigkeit und keit der deutschen Führung, die durch nichts sich aus dem Konzept bringen läßt. Die Franzosen rennen sich im Westen die Köpfe blutig, während unsere Heeresleitung erklärt, sie brauche deshalb ihre Verteilung der deutschen Streit⸗ mächte auch nicht um einen Mann zu verändern; der Zar und Oberbefehlshaber darf sich angesichts der ein st⸗ weilen etwas abgedämpften, aber immer noch täglich er⸗ folgreichen deutschen Offensive mit angeblichen lokalen Erfolgen brüsten, soweit ihm dazu die allgemeine russische
emmung noch Luft läßt, Deutschlands Heere gehen ihren großzügigen, weitsichtigen Aufgaben nach. In den englischen und französischen Blättern erhebt sich ein allgemeines Jammern über die Zerfahrenheit der Absichten und Unterne en der Entente; mit jedem Tage werden aber auch die amtlichen Stellen der 8 Länder und ihre Heeresleitungen mehr von Ratlo igkeit überwältigt. In welcher Verlegenheit befindet man sich neuerdings wieder wegen der Truppenlandungen in Salbniki! Der Umschwung in Griechenland hat den englisch⸗französischen Plan im Grunde genommen jetzt schon über den Haufen geworfen. Jeder neue Erfolg der Zentralmächte auf dem serbischen Kriegsschauplatz wird die Aussichten unserer Feinde, im Orient noch einen Umschwung zu ihren Gunsten herbeizufüh⸗ ren, vermindern. Nach einer neuesten, allerdings unver⸗ soll der englische Ministerrat angesichts von Forderungen aus Frankreich und Rußland beschlossen haben, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen! Londoner Blätter fordern in heftigen Tönen den Rücktritt Sir Edward Greys. Ebenso regt sich eine heftige Opposition. gegen den französischen Minister des Auswärtigen, Delcassé, der in, der Hauptsache für den mißglückten Wagestreich in Saloniki verantwortlich zu machen wäre. Der Minister soll leidend sein und von Vivian vertreten werden, der in Gesellschaft des Marine⸗ ministers Augagneur in London angekommen sein soll, um mit dem englischen Kabinett zu beraten. Man sieht: eine Fülle von Aufregung, angstvoller Hast und Unentschlossen⸗ heit. Die noch neutralen Balkanstaaten werden aufmerksame Zuschauer bleiben
Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 9. Okt.(d TB. Nichtamtlich.) Amtlich wird berlautbart: 9. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz.
Der Feind setzte gestern seine Angriffe gegen unsere ga⸗ lizische und wolhynische Front mit starken Kräften erfolglos fort. In Ostgalizien fuhrte er seine Sturmtruppen gegen unsere Stellung südlich von Tluste und bei Burkanow; ar wurde überall zurückgeschlagen. Oestlich von Buczacz jagte unser Artilleriefeuer ein Kosakenregiment in die Flucht. Auch bei Kremieniez wiederholten die Russen ihre Angriffe mit dem gleichen Ergebnis wie bisher. Das russische Jufanterie⸗Regiment Nr. 140 wurde südlich von remieniez zersprengt. Bei der erfolgreichen Abwehr der russischen Vorstoße im wolhynischen Festungsgebiet zeichnete sich das Infanterie⸗Regiment Nr. 99 durch standhaftes Aus⸗ harren in seinen stark beschossenen Graͤben besonders aus. Die nördlich von Kolki vordringenden österreichisch⸗ungari⸗ schen und deutschen Streitkräfte warfen den Feind wieder über den Styr zurück. Die gestern mitgeteilte Gefau⸗ genenzahl erhöhte sich auf 6000.
Italienischer Kriegsschauplatz.
, Gestern vormittag wiederholten die Italiener unter Einsetzung frischer Truppen noch zweimal den Angriff gegen
lanmäßig⸗
unsere Stellungen auf der Hochfläche von Vilgereuth. Als diese Anstürme unter schweren Verlusten zusammen⸗ gebrochen waren, gelang es dem Feinde nicht mehr, stärkere Kräfte vorwärts zu bringen; einzelne Kompagnien, die noch vorgingen, wurden mühelos abgewiesen. Auf der Hochfläche von Lafraun stand der Abschnitt von Vezzene nach⸗ mittags unter heftigem Geschützfeuer. Auch im Raume von Flitsch beginnt sich die feindliche Artillerie wieder zu rühren. Im Abschnitt von Doberdo wurden zwischen San Martino und Polazzo Annäherungsversuche italienische⸗ Handgranatenmänner leicht verhindert. a
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Oesterreichisch⸗ungarische Truppen der Armee des Gene⸗ rals der Infanterie v. Kö veß drangen gestern in die Nord⸗ teile von Belgrad ein und erstürmten das Bollwerk der Stadt, die Zitadelle. Heute früh bahnten sich deut sche Kräfte von Westen her den Weg zum Konak. Auf dem Schloß der serbischen Könige wehen die Fahnen Oe sterre ich⸗ Ungarns und Deutschlands. Auch stromaufwürts und stromabwärts von Belgrad vermochte der das Ufer be⸗ wachende 17 nirgends den Verbündeten standzuhalten An der serbischen Posawina und Macva wurde er von öster⸗ reichisch⸗ungarischen Streitkräfte zurückgeworfen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Wien, 10. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. Oktober 1915.
Russischer Kriegsschauplatz.
Die Russen haben auch gestern ihre nach wie vor er. gebnislosen Angriffe nicht aufgegeben. In Ostgalizien, wo bei den Vorstößen der letzten Tage einzelne russische Trup⸗ benkörper mitunter die Hälfte ihres Bestandes einbüßten, wurde die Strypa⸗Front angegriffen. Der zuruͤckgeschla⸗ gene Feind verließ das Kampffeld stellenweise in regelloser Flucht. In Wolhynien zählte eine unserer Divisionen nach einem abgewiesenen Angriff 500 russische Leichen vor ihren Hindernissen. Die gestern gemeldete Gefangenenzahl wuch⸗ abermals um 1000 Mann. Die Absicht des Gegners, im Raume nördlich von Czartoryfk neuerlich das Westufer de⸗ Styr zu gewinnen, wurde durch Feuer vereitelt.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Lage ist an der ganzen Kampffront unverändert. Gegen die Hochfläche von Vilgereuth raffte sich der Feind zu keinem größeren Angriff mehr auf. Vorstö ße schwacher Abteilungen brachen kläglich zusammen. Die Ver⸗ 2000 15 Italiener betrugen hier in den letzten Tagen eta
ann.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die k. und k. Truppen in der Mac va und nördlich von Obrenooac dringen erfolgreich vor. Die deutschen Regi⸗ menter haben die Stadt in erbitterten Straßenkämpfen vom Feinde gesäubert und befinden sich im Angriff auf die süd⸗ östlich und südwestlich liegenden Höhen. Weiter stromabwärts haben unsere Verbündeten schon mit starken Krüften das Südufer der Donau gewonnen und den Feind aus mehreren Stellungen geworfen. a
Mit warmer Anerkennung gedenken die Führer und Truppen nach Ueberwindung der großen Stromlinie in ihren Berichten der unermüdlichen heldenhaften Tatigkeit unferer braven Pioniere und der aufopfernden Mitwirkung der Donauflottille.
5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs . 1 v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
„ Die Straßenkämpfe in Belgrad.
Berlin, 11. Okt. Ueber die Straßenkämpfe in Belgrad teilt der„Berliner Lokalanzeiger“ nach einer Korrespondenz des„Az Est“ mit: Trotz aller Anstrengungen der Serben, in deren Reihen englischen Angaben zufolge auch englische Artillerie kämpfen soll, ist die Forcierung der Flüsse überall planmäßig bewerkstelligt worden. Der Feind suchte mit allen Kräften die natürliche Verteidigungslinie zu hal⸗ ten, aber trotz des mörderischen Feuers, mit dem die Ko⸗ lonnen, die die Flußüberquerung unternahmen, überschüttet wurden, gelang es doch, den serbischen Boden zu erreichen und den Widerstand der Uferpositionen zu brechen. Sehr schwer war der Kampf um Belgrad. Hier hatten die Serben starke Kräfte zum Widerstande eingesetzt. Dennoch gelang es den Truppen, die im heftigsten Feuer der neu angelegten Be⸗ festigungen über die Save geworfen wurden, in den Nordteil der Stadt einzudringen und sich dort festzubeißen, bis Ver⸗ stärkungen nachkamen. Sie wurden wütend angegriffen, und um die Straßen des Nordteiles von Belgrad ging ein zwei Tage und zwei Nächte andauernder furchtbarer Nahkampf. In seinem Verlauf wurden die Serben aber immer mehr
zurückgedrängt, bis Jie schließlich die Stadt ganz aufgeben mußten. Die Verbündeten nahmen sofort von ihr Besitz und
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