persönlich Zeuge der Gefühle F
an der
wichtigen Herstelbung der Verbindungen, die in kurzer Zeit gesichert
sie dicht davor standen. Und dann kam es zu einem fort⸗ währenden Hin- und Herwogen im Nahkampfe, wobei das Bajonett eine große Rolle spielte.
Ein Kriegsrat in London.
London, 8. Oktober.(WTB. Nichtamtlich.)) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der auf gestern früh einberufene Ministerrat wurde auf heute verschoben. Statt dessen fand ein Kriegsrat statt, der sehr lange dauerte, und an dem Asquith, Grey, Kitchener und Lloyd George teil nahmen. Einer zweiten Beratung nachmittags wohnte der französische Volschafter mit Vertretern der französischen Regierung und der französischen Armee bei.
Der Chef des englischen Reichsgeneralstabes.
London, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Sir Archi⸗ bald Murray ist zum Chef des Reichsgeneralstabes er⸗ nannt worden.
Die englische Rekrutierung.
London, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegsamt hat eine Note ausgegeben, daß Lord Derby die Leitung der Rekru⸗ tierung am 11. Oktober übernimmt. Die Verfügung betreffend die Benutzung der Liste des Nationalregisters für die Anwerbung wird zurückgezogen, Lord Derby wird zunächst mit dem Parla⸗ mentskomitee des Gewerkschaftskongresses und mit der parlamen⸗ tarischen Werbekommission verhandeln. In einer Werbeversamm⸗ lung in Southampton wurde folgendes Telegramm Kitcheners ver⸗ lesen: Männer sind dringend von Nöten, jede Anstrengung muß ge⸗ macht werden, um sie zum Eintritt in die Armee zu veranlassen.
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Ein denkwürdiger Tag in der türkischen Kammer.
Konstantinopel, 5. Okt.(WTB. Nichtamtlich.“ Verspä⸗ tet eingetroffen. Die Kammer hielt heute eine denkwürdige Sitzung ab, die den Vertretern der Ration neue Gelegenheit bot, die große Begei ng auszudrücken, die die heldenhaften Taten der türkischen, deutschen und österreichisch⸗ungarischen Armee bei ihnen hervorgerufen haben, sowie ihre volle Dankbarkeit gegenüber den türkischen Soldaten und der gegenwärtigen osmanischen Regierung auszusprechen. Das Hauptinteresse der Sitzung lag einerseits in der Rede des Präsidenten Halil Bey, dessen ergreifende Worte im ganzen Saal vaterländische Begeisterung hervorriefen, andererseits ders i der Rede des Krieasministers und Vizegeneralissimus Enver Pascha, der in diesem entscheidenden Augenblick des Dracleges gun erstenmal das Wort ergriff seit Anfang des Krie⸗ ges. Jeder Satz dieser beiden Reden wurde mit brausendem Beifall aufgenommen, besonders jedesmal, wo die drei verbündeten Seere und deren ungeheure Erfolge erwähnt wurden sowie das Bündnis zwischen den drei Kaiserreichen und drei Völkern, die bald eine direkte Verbindung haben werden. Auch war die Begeisterung sehr lebhaft, als der Verrat Italiens gebrandmarkt und die auf 250 000 Mann geschätzten Verluste der Engländer bei den Darda⸗ nellen festgestellt wurden. Die feste und wirklich kriegerische Art, womit Enver Pascha sprach, machte auf die Kammer einen sehr starken Eindruck. ö 5 i
Der Präsident Halil Bey erinnerte an seine Rede im Februar und sagte: Da wir nicht elend mit dem Kopf zur Erde leben wollen, sondern edel wie die großen Nationen, empfand ich in meinen Adern das Blut Mehmed Fathis und Selim Havas und fühlte, daß ich mich dank der Kraft Fathis auf dieser Tribüne hielt, die unter dem teuren Halbmond ewig Licht über Stambul
i wird. Dank Gott brachte dieser Krieg, der bald ein Jahr dauert, lauter Siege, welche den Ruhm des Landes erhöhen werden. Im Augenblick— heftigsten Kämpfe an den Dardanellen und auf Gallipoli befand ich mich in Berlin. Ich konnte dort hoher und aufrichtiger Bewunderung en die außerordentliche Tapferkeit
„mit der unsere Armee den schrecklichen Angriff ab⸗
ug, die Angriffe, die der Feind zu Wasser und zu Lande unter⸗ die an der Festigkeit unserer Armeen zerschellten. Die deutsche Nation beglückwünschte öffentlich ihre Regierung, die in dem Augen⸗ blicke, in dem selbst die kleinsten Mächte uns verachteten, stolz unser Bündnis un Jeder Sieg, der weltbekannten Kriegs⸗
ruhm unserer äter wieder aufleben ließ, ließ auch das Bünd⸗ nis der drei Herrscher hervortreten. Das Bündnis betrifft Ver⸗
pflichtungen für eine lange Zukunft und verbindet durch aufrichtige, unveränderliche Freundschaft drei große Armeen und drei große Nationen. Die verbündeten Armeen zwangen den Feind im Westen stehen zu bleiben, zwangen die Russen aus Galizien zu weichen, nahmen mit Heldenhaftigkeit ihre zahlreichen Festungen, fegten sie aus ganz Polen und wenden sich nun nach dem Balkan, um die Verbindungslinie mit uns zu sichern. Die Geschütze, die Donau donnerten und während einer Pause ruhten, wer⸗ den bald mit großer Heftigkeit donnern und nach dem Balkan einen wichti Abschnitt des Krieges tragen. Beifall.) 67 ein werden, wird unser Heer seine Pflicht auf allen Fronten besser erfüllen in unmaderstehlicher Art vor Konstantinopel und den „dem Oautptfampfobjekt dieses Krieges. Die feindlichen
ff werden auf immer in den Fluten begraben werden, um niemals wieder qufzuleben(Lebhafter Beifall.) Unser Nach⸗
bar, Burlgarien, eröffnet in der Geschichte ein neues und sehr wichtiges
Kapitel. Es ist außer Zweifel, daß es ebenso günstig sem wird, wie unseres. Das wichtigste Ergebnis dieses Krieges ist, daß von der Nordsee his zum indischen Ozean eine mächtige Gruppe —.— sein wird, die sich ewig gegen den englischen Eigennutz
ten
Enver Pascha sagte u. a: Um Ihnen ein Bild zu
„kann ich sagen, daß die Zahl der von uns ausgehobenen
uschaften zwei Millionen übersteigt. Die feindlichen Länder rufen klassen zu den Fahnen ein, die viele Jahre später erst einberufen werden—— 1—— 5— gesetzmäßig gewohnten esklassen unserer Armee, die bisher viele schwere Prüfungen überstanden hat und ihre Stärke und Tapferkeit bewahren wird. Sie wird das erste Element sein, welches uns den endlichen Erfolg bringen wird. Beifall.) Ich teile Ihnen mit, daß die Unterbrechung der Verbindung, die keine Gefahr bedeuten würde, selbst wenn sie andauerte, schließ⸗ lich verschwinden wird. Infolgedessen wird der Bedarf unseres Heeres an Waffen und nition und Sonstigem sichergestellt werden. Die Armee wird stärker ausgerüstet und bewaffnet fein.
Eine amerikanische Drohung gegen die Türtei.
Rotterdam, 8. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet aus New Pork: Nach Berichten aus Washington wird der tür kischen Regierung formell mitgeteilt, daß die Beziehungen zwi⸗ schen Amerika und der Türkei gefährdet seien, falls die Morde in Armenien nicht aufhören würden. Instruk⸗ tionen in diesem Sinne wurden dem Botschafter der Ver⸗ einigten Staaten in Konstantinopel übermittelt. In amt⸗ lichen Kreisen Washingtons wird dazu bemerkt, daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen vorläufig nicht beabsichtigt ist.
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Der Seekrieg.
Deutsche Uu.⸗Bootsersolge im Mittelmeer.
Berlin, 8. Okt.(Priv.⸗Tel.) Ueber deuts⸗ U-Bootser⸗ folge im Mittelmeer berichtet die„B. Z. am ittag“: Seit
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französischer Dame fer, darunter mehrere Truppentrans⸗ tdampfer, ve 15 At Ein ersenkung der„ rabia“ von achttausend Tonnen und achtzehn Seemeilen Geschwindigkeit. In der Nähe der griechischen Süd⸗ küste seien folgende englische Transportdampfer versenkt: HRa⸗ mason“ mit fünfhundert Mann indischer Truppen am 18. Sep⸗ tember, Ran von 300 Brutto-Tonnen am 20. Sep⸗ tember„Linkmocor“ von 4000 Tonnen und„Cyrene“ von 3000 Tonnen am 1. Oktober. Ferner der französische Dampfer und Hilfskreuzer„Indien“ von 800 Tonnen, die Dampfer „Aude“ von onnen,„Ville de Mostaganem“ von 2650 Tonnen,„Provincia“ von 3000 Tonnen und „Ravitailleur“ von 3000 Tonnen. Die„B. Z. am Mittag“ bezeichnet die Liste noch als unvollständig.
Berlin, 8. Okt. Wie jetzt bekannt wird, sichtete am 12. September vormittags, 20 Seemeilen nordwestlich Düna⸗ münde eines unserer Wasserflugzeuge aus 1500 Meter Höhe einen Ave maße rdchon er der von einem kleinen Schlepper geschlevpt wurde. Das Wasserflugzeug wurde im Gleit⸗ fluge auf 100 Meter herabgebracht, umkreiste den Schleppzug und schüchterte die Mannschaft durch Schüsse ein, so daß sie die Hände hochhielt zum Zeichen der Ergebung. Das Wasserflugzeug ging auf das Wasser herab. Der Beobachter des Flugzeuges bestieg den Schlepper und übernahm das Kommando; der Schlepper wurde längsseit des geschleppten Schiffes gebracht, Es handelte sich um den Schoner„Ila“ mit Kohlen und Eisen für Riga. Er wurde versenkt, nachdem die Mannschaft an Bord des Schleppers gegangen war. Dieser wurde freigegeben, da es für das Wasser⸗ flugzeug 1 gewesen wäre, noch länger im Wasser' zu bleiben. Dies ist, soweit bekannt wurde, das erstemal, daß ein Wasserflugzeug ein feindliches Schiff zum Sinken gebracht hat.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 9. Oktober 1915.
Sonntagsgedanken.
Der Anfang der Weisheit ist, daß man lernt, sich zu wundern. Aber gewöhnlich verlernen das die Menschen mit den Jahren. Als Kinder haben sie noch einen Sinn dafür gehabt, wie wunderbar und seltsam die Welt um sie her ist. Da ahmen sie nach, was ihnen so wunderbar an den
der haben ein Gefühl für alles, was um sie ist, für alle mannig⸗
faltigen Dinge, besonders aber für das, was im Menschen d
ist, für die Liebe der Eltern, für alles Gute und alles Böse im Menschen.— Es ist merkwürdig, wie bei vielen, wenn nicht den meisten Menschen solche reiche natürliche Anlagen so rasch und so gründlich ausgetilgt sind. Und wie sie wo⸗ möglich sich noch etwas darauf einbilden, daß sie nicht mehr solche Kinder sind, sondern daß sie, wie sie meinen, alles begreifen und verstehen: alle Wunder der Natur, ja alle Wunder des Menschengeistes. Aber ihre Augen sind blöd. Sie sind kurzsichtig geworden, haben den natürlichen, gesunden Blick verloren und meinen nun, so wie sie jetzt die Dinge nur noch zu sehen vermögen, so seien sie wirklich. Denjenigen von ihnen, die nicht schon gantz erblindet sind, kann der Krieg ein Lehrmeister sein. Denn was der⸗ jenige, der klare Augen hat, schon im Frieden sieht, das kann man im Kriege im vergrößerten Maßstabe sehen: die ge⸗ waltigen Dinge, die der Menschengeist hervorgebracht hut, und ihre furchtbare Wirkung; aber auch den Reichtum des Eemüts, der Vaterlandsliebe, Opferbereitschaft usw.; oder schließlich das rätselhafte Walten der Vorsehung über dem Einzelnen in der Schlacht und über ganzen Völkern. Wie erstamlich und wunderbar ist das alles! Wie lächerlich ist es da, anmaßend sich über das alles stellen zu wollen! Wie arm ist der Mensch, der das Staunen verlernt hat! Welchen inneren Reichtum dagegen empfangen wir, wenn wir die Welt sehen so wunderbar, unbegreiflich, erstaunlich, alle Tage neu, wie sie wirklich ist! Möchten doch recht viele durch den Krieg solchen Reichtum empfangen! ck.
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Die Verkürzung der Geschäftszeit in Gießen.
Wir lassen im folgenden die Anhänger und die 1 des in der letzten Zeit an dieser Stelle mehr⸗ fach erwähnten früheren Ladenschlusses in Gießen nacheinander zu Worte kommen, wobei wir von einer Empfehlung des einen oder anderen Standpunktes ahsehen, da es sich bei der Lage der Dinge letzten Endes um eine reine Mehrheitsfrage handeln muß, bei der beide Teile gute Gründe ins Feld führen können. 1 Wenn die Anhänger der Neuerung zuerst das Wort bekommen, so wird damit nur dem Sprachgebrauch des „Für und Wider“ Rechnung getragen. Red.
Als ich kürzlich aus der Zeitung ersah, daß man hier für die Dauer des Krieges eine Kürzung der Verkaufs zeit offener Geschäfte anstrebt, freute ich mich rüber, daß man auch hier an⸗ deren naheliegenden Städten gegenüber nicht rückständig bleiben will und aus Gründen, welche die Kriegslage verursacht, versucht, die Ladeninhaber zu einem freiwilligen gemeinsamen früheren Laden⸗
Zeitungsberichten mußte ich aber zu meinem Staunen vernehmen, daß auch eine Gegenmeinung besteht, die alles beim Alten lassen will. Ich habe mich von einem erfahrenen Ladeninhaber über die bisher hier übliche Verkaufszeit unterrichten lassen und hiernach scheint mir keinerlei Grund für die Befürchtung einer Bengchteili⸗ gung für die Geschäftswelt vorzuliegen, wenn man einheitlich den guten Willen durchsetzt In einer Versammlung vom 27. September uten die Meinun, jener Laden inhaber ausgetauscht werden, ie für einen Geschäftsschluß an Wochentagen um 7 Uhr und Sonn⸗ tags um 1 oder 2 Uhr geneigt seien. Aber es waren auch Gegner des früheren vorgeschlagenen Sonntagsschlusses zu hören, die aber für den 7⸗-Uhrschluß an Wochentagen ihre Stimme abgaben. Für gegnerische Versa ung am 1. Oktober wurden Anhänger des 8⸗Uhrschlusses geworben und durch 35 Stimmen beschloß diese Versammlung, es bei den seitherigen Verkaufszeiten zu belassen. Man hatte scheinbar Bedenken, durch einen früheren Ladenschluß während der Kriegszeit in der Erwerbsmöglichkeit gestört zu werden. Mit dem Hinweis auf die Städte der Umgegend ist dies widerlegt. Weilburg hat unter Führung des Detaillisten⸗ vereins Teuhr⸗ Wochentags und Sonntags 2⸗Uhr⸗Ladenschluß ver⸗ anlaßt. Marburg hat mit gleicher Geschäftszeit gute Erfahrungen
urt a. M. uff. Außer Gießen haben fast alle hessischen Städte früheren Ladenschluß eingeführt, und zwar schon vor dem Kriege, und fahren ganz gut dabei. Jetzt gerade zur Kriegszeit bemühe sich eine abgekürzte Verkaufszeit ganz besonders. Nicht bloß wegen der Lichtersparnis, sondern auch bei verringertem oder fehlendem Hilfspersonal, oder wenn der Geschäftsinhaber selbst Kriegsdienste leistet, ist sie für die die Geschäfte führende Frau oder Töchter eine vermehrte Zeit zur notwendigen Erholung. Das laufende Publi⸗ lum, welches sich während des Krieges schon an so manche Ver⸗ änderung hat gewöhnen müssen, ist sicher einsichtsvoll genug und richtet sich nach den eingeführten Verkaufszeiten. Eine hie⸗ sige Frau 15 mir:„Man hat sich an das K⸗Brot ge⸗
wöhnen müssen, und es eckt und bekommt sehr gut, man wird sich auch an den 7. und 2⸗Uhr⸗Ladenschluß gewöhnen.“ W. gute Wille ist, ist auch die Kat. Die
— Wo öfter sich wiederholende Bemerkung: Ja, we der schließt, ez 5 auch oder umgekehrt, ist nicht ba un 6 17 9
Mitte September sind wenigstens ein Dutzend englischer und
besonderer Erfolg sei dies 3 Uh
Erwachsenen scheint, gehen, sprechen, und gleichzeitig wächst d Geist. Denn es ist ursprüngliches Leben in ihnen. Sie schaf
schluß an den Wochen und Sonntagen zu veranlassen. Aus weiteren Dit
emacht. Darmstadt schließt Sonntags vollständig, ebenso Frank] Gro
bewußtsein soll im Vordergrund stehen. Ich l 1 1 925 abends 8 Uhr kaufen wollte, kauft auch bis 2 Uh bezw. 7 Uhr. Wenn ich noch zum Schlusse den Fahrplan Le Hand nehme, so finde ich, daß alle Züge so zeitig in Gießen ein⸗ 7 15 1 2 Uhr 1150 4 5 daß, können. 125 mi. öfters überzeugt, in lebhaftesten Geschäf
traßen von 7—8 Uhr abends, ja selbst an Samstagen kaum noch Geschäftsverkehr wahrzunehmen ist. l g
*
Im„Gießener Anzeiger“ wurde jüngst in einem Bericht über die Versammlung der Gegner eines früheren Ladenschlusses an, Wochen- bezw. an Sonntagen darauf hingewiesen, daß bereits 145 Ladeninhaber sich durch Unterschrift dafür ausgesprochen
während in der Versammlung der Gegner nur 35 Per⸗ onen anwesend gewesen sind, welche den gegenteiligen Stand⸗ punkt vertraten. Nun hat aber die erste Versammlung, welche eine Kürzung der Gießener Geschäftszeit e hat, nur mit 21 von 24 Stimmen einen dahingehenden Antrag ange⸗ nommen. Unterschriften für oder gegen eine Sache beweisen, wie man aus früheren Beispielen feststellen kann, wenig. Auch die Gegner einer Schmälerung der Verkaufszeiten werden zahlreiche Unterschriften für ihre Ansicht erlangen. Der Grund, daß man die Geschäftszeit beschränken will, um den Frauen, deren Männer un, Felde stehen, eine Wohltat zu erweisen, ist hinfällig; die Anwesenbeit von 8 Ehegattinnen unserer Feldgrauen in der letzten Versammlung im„Kaiserhof“, die sich dafür ee daß die seitherige Geschäftszeit beibehalten werden soll, bewei das Zu den Gründen, die gegen einen früheren Geschäftsschluß an Wochentagen in dem erwähnten Bericht schon eführt sind, kommt noch, daß abends nach 7 Uhr die letzte Briefpost des Tages ausgetragen wird; zahlreiche schäftsleute, und zwar nicht die
unbedeutendsten, haben ein großes Interesse daran, die Post Weg
noch abends zu erledigen und eilige Bestellungen auf den zu bringen oder doch Dispositionen 1 den nächsten Morgen zu treffen. Für gewisse Zweige des Handels ist die Verkaufs⸗ 2 zwischen 7 und 8 Uhr. abends, wo der Straßenverkehr noch ehr stark ist, äußerst lohnend. Die mitteln, die Metzger, Bäcker, Kolonialwar⸗
den fs sache, daß unser Geschäftsleben der& n A 5 darf, um geben er 2 0 fer ee 8. 15 Wetzlar, Marb auf der Höhe zu erhalten. die Behörde N
würde dies das Erwerbsleben auf das empfindlichste
abwandern, wo g 1 kann. Der e die Lende 1 g
* 1 Wer mit offenem Blick Sen e K arktstraße, f 1„Marktplatz, dem muß auffallen, wie zahlreich Se aden drüngen.
nen kehr
ist zuzugestehen, 5
Sonntagsgeschäft Air een. 9 June e rule Drogerien, vielleicht auch n J re und Luxusgeschäfte, die ächli i 0 kundschaft arbeiten. ETs 3 U 4 5 75 vor, um die Erwerbsgelegenheit, wie sie jetzt i
B 5 sie jetzt in unserer Stadt besteht, zu
kürzung der Geschäftszeit an Sonntagen entschieden aus chen. Die Großh Handelskammer hat, gestützt auf di Gut⸗ achten, den gleichen Standpunkt geteilt. Auch der eis, daß
Reiche im Reichstag 1 ist. 1 a
Bezüglich des Ladenschlusses um 7 Uhr Wochentagen 5
oder 2 Ihr an gestatte ich mir. eimge e 9 liche Punkte aufmerksam zu machen: Sehr viele Inhaber kleiner und mittlerer Geschäfte haben stark mit der Militärkundschaft zu rechnen. Die Soldaten kommen vielfach erst um 77% Uhr in di Stadt, ja öfters moch später, je nachdem der Dienst beendet ist. 65 wäre des⸗ Gee oon Er Fuhr chen wüßten Au See 5
schä n lu r schlie ü 5 i es, immerhin 1 Uhr, bevor die Seelen i die St 80 . 1 V or nicht ausgehen. se Punkte mögen beitrage zumal mam in dieser schweren Zeit doch benpfeachuch ang Milter Kundschaft angewiesen ist, daß der alte Ladenschluß an Sonn⸗ und 8 1 785 5 19 25 vor 3 3 Wer aber nicht auflassen
f 5„ i ge⸗ halten wird, allein schlleben. N 750 1 e 928
I e g
* Stadtjubiläum und Kaiser⸗Wilhelm⸗ Regiment. Oberstleutnant Rothardt 5 für unser E 3 ganz besonders herzlich gehaltene
chreiben an Oberbürgermeister gerichtet, von der Bürgerschaft freudig aufgenommen werden wird:
r De nehgebe
„ er en
durch die Verleihung der Ehrenkerte einen Verels due, Glückwünsche.
reicher Beendigung des Weltkrieges besonders glückliche Zeit anbrechen, und daß die Stadt herv sein wird:
alle de 8 d. dem Gedeihen ih werden an G. 1
N Garnisonstadt stets innigsten Anteil nehmen. Deut⸗
che Treue und ti
Mit nochmaligen herzlichen Wünschen und mit den besen 5 1 750 an Gießens 9 Bürgerschaft bin ich mit vor⸗ züglichster ung ö 5
macht stark“, und vereintes Streben konrmt zum Ziel, zu⸗ gunsten der Gesamtheit. Nicht Konkurrenzneid, sondern Standes⸗


