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nr. 252
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Gießener
General⸗Anzeiger für Oberhessen
Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Bg e
165. Jahrgang
nzeig
Samstag, 2. Oktober 1015
Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun;
itlich in Gießen.
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Neue französische Angriffe zurückgeschlagen. Fortschreitende Erfolge im Osten.
(TB.) Großes Hauptquartier, 1. Oktober.
(Amtlich.) a Westlicher Kriegsschauplaßz.
Feindliche Monitore beschossen wirkungslos die Um⸗ gebung von Lombartzyde und Middelkerke. Einen neuen An⸗ griff versuchten die Engländer gestern nicht wieder. Un⸗ sere Gegenangriffe nördlich von Loos machten bei heftiger Gegenwehr weitere Fortschritte. Einige Ge⸗ fangene, zwei Maschinengewehre und ein Minenwerfer fielen in unsere Hand. Versuche der Franzosen östlich von Souchez, nördlich von Neuville Raum zu gewinnen, miß⸗ glückten.
In der Champagne scheiterte ein mit starken Kräf— ten unternommener feindlicher Angriff östlich Auberive. Ebenso erfolglos waren sämtliche französische Angriffe in Gegend nordöstlich Massiges, an denen Truppenteile von sieben verschiedenen Divisionen beteiligt waren. Die Zahl der bei den Angriffen in der Champagne bisher ge⸗ machten Gefangenen ist auf 104 Offiziere, 7019 Mann gestiegen.
Erfolgreiche Minensprengungen beschädigten die fran— zösische Stellung bei Vauquois.
Französische Flieger bewarfen Henin Listard mit Bom⸗ ben, durch die acht französische Bürger getötet wurden. Wir hatten keine Verluste.
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.
Westlich von Dünaburg, bei Grendsen, wurde eine weitere Stellung des Feindes gestürmt. In Kämpfen östlich von Madziol, sowie auf der Front zwischen Smorgon und
Wischnew sind russische Angriffe unter schweren Verlusten zusammengebrochen. Die Heeresgruppe machte gestern 13 60 Gefangene. f i
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Der Feind wiederholte seine vergeblichen Teilangriffe. Alle Vorstöße sind abgewiesen. Sechs Offiziere, 494 Mann, sechs Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls
von Mackensen.
Die Lage ist unverändert.
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.
Unser Angriff schreitet fort. N
Die Zahl der im Monat September von deut⸗ schen Truppen im Osten gemachten Gefangenen Rund die Höhe der übrigen Beute beträgt 421 Offiziere, 95 464 Mann, 37 Geschütze 298 Maschinengewehre, ein Flugzeug.
Oberste Heeresleitung. ö* 55 Hindenburgs Geist beherrscht auch unsere Heere an der Westfront. Daß dies alles möglich ist, das Großartige, das unser Deutschland jetzt erlebt, die ruhige Zuversicht nicht nur an beiden Fronten in Ost und West, sondern auch die hoffnungskühnen Ausblicke in einen erweiterten Weltberuf Deutschlands, wäre es denkbar ohne Hindenburgs Taten? Wir haben viele stolze Namen unter unserem Volke in Waffen und wissen, daß die deutsche Kriegskunst sich als unerreicht gezeigt hat. Wo aber war das Rad, das den Or⸗ ganismus in den weiten Hallen der deutschen Kriegführung so planvoll und einheitlich in Bewegung setzte und uns alles Zaudern und Zweifeln ersparte? Es war bei unserem Meister im Osten, wo der Geist der deutschen Feldzüge und
Siege seine Fittiche ausbreitete, seine großen Schlachten]
haben die Zagenden und Unentschlossenen siegesmutig auf⸗ gerichtet und das Wahngerede, die Hoffnungen unserer Feinde überdonnert. Allmählich regt sich die Bewunderung für Deutschlands großen Feldherrn auch im Auslande, selbst beim Feinde. Und denken wir an unsere Bun⸗ desgenossen, die Oesterreicher und Ungarn, die Türken! Wurden nicht auch sie von der Sprache Hindenburgs er⸗ griffen, war er nicht eigentlich der Oberkommandierende auch im weiteren Orient? Heute sind wir nahe dabei, die Früchte zu ernten; Hindenburg hat die Bäume ge⸗ pflanzt, unsere Diplomaten haben sie gepflegt und behütet. Wenn die bulgarischen Studenten bei ihrer Abfahrt aus Berlin in Hochrufe auf Deutschland ausbrachen, so waren dies zugleich auch Glückwünsche zu Hindenburgs Geburts⸗ tag! Dort, an den Ufern der Maritza, geht sein Geist jetzt um, wenn auch, wie der bulgarische Ministerpräsident heute erklären läßt, kein deutscher Offizier in Bulgarien sich auf⸗ hält als der deutsche Militärattache. Und Hindenburg schaut auch durch die Fenster des Hauses, wo Venizelos wohnt. Die prophetischen Gemüter in London sehen uns schon auf
dem Wege über Konstantinopel nach Bagdad. Es mag zu weit und voreilig gedacht sein, jedenfalls geht unser Weg bergan, zur Höhe! Nach harten Tagen an der Westfront sind neue Erfolge in Ost und West errungen. Die Eng⸗ länder und Franzosen liegen ermattet an der deutschen Mauer. Im Osten aber geht es mit ungeminderter Ent⸗ schlossenheit weiter. Die oberste Heeresleitung teilt uns zu Hindenburgs Geburtstag die Siegesbeute des Monats Sep⸗ tember mit: 421 Offiziere, 95464 Mann wurden allein von deutschen Truppen im Osten gefangen, die außerdem 37 Geschütze, 298 Maschinengewehre und ein Flugzeug er⸗ beutet haben. Es geht bergan, aber auch auf halber Höhe vergoldet uns am Ehrentage des Meisters von Tannen⸗ burg die Siegessonne unsere deutsche Zukunft. Still und freudig wird das Gelöbnis erneuert, auszuhalten bis zum siegreichen Ende.
* 4*
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 1. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart. 1. Oktober:
Russischer Kriegsschauplatz.
In Ostgalizien fiel nichts Besonderes vor. Bei No wo⸗ Aleksiniet scheiterte ein russischer Angriffsversuch unter unserem Artilleriefeuer schon in der Vorbereitung. An der Ikwa und im wolhynischen Festungsgebiet keine Aenderung der Lage. Am Korminbach gewannen die Verbündeten erneut Raum. Russische Gegenangriffe wurden abgewiesen. Fünf österreichisch-ungarische Eskadronen nahmen bei einem solchen Vorstoß des Feindes 2 Offiziere und 400 Mann ge⸗ fangen und erbeuteten ein Maschinengewehr. An den letzten zwei Gefechtstagen fielen in diesem Raume 10 Offi⸗ ziere und 2400 Mann des Feindes in die Gefangenschaft.
Italienischer Klegsschauplatz.
An der Tiroler und Kärtner Front fanden ge⸗ stern nur Geschützkämpfe statt. Die bereits gemeldeten Vor⸗ stöße gegen unsere befestigten Linien westlich des Bom⸗ basch⸗Grabens wurden von den braven Salzburger Schützen abgeschlagen. f
Gestern früh griffen die Italiener den Mrzli⸗Vrh und die Südwesthänge dieses Berges mit starken Kräften dreimal vergebens an. Dabei erlitten sie sehr schwere Verluste. Angriffsversuche gegen einzelne Punkte des Tol⸗ meiner Brückenkopfes wurden ebenfalls wie immer ab⸗ gewiesen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Der Stellvertreter des Chefs des Genetalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
* 5*
Aeußerungen des Kronprinzen von Bayern.
Berlin, 2. Okt. Bernhard Kellermann berichtet im„Berl. Tagebl.“ aus Lille vom 29. Sept.: An zwei Punkten des westlichen Flügels, südlich des Kanals von La Bassée tobt die Schlacht mit unveränderter Heftigkeit. Die ohne jede Rücksicht auf Verluste geführten Angriffe und Anstürme machen den Eindruck eines Ver⸗ zweiflungskampfes. Soeben empfing mich der Kronprinz von Bayern. Er rühmte die Tapferkeit und Verläßlich⸗ keit seiner Truppen und sprach die bestimmte Zuversicht aus, daß die Schlacht mit einem vollen Siege für uns enden werde. Der Kronprinz sagte: Die Angriffe sind viel⸗ leicht die schwersten, jedenfalls die blutigsten des ganzen Stellungskrieges hier im Westen. Bei der Art dieser Kämpfe ist es ja naheliegend, daß der Angreifer vorerst örtliche Erfolge erzielen konnte, indessen sind sie ihm Stück für Stück wieder entrissen worden. Mit einer Bestimmtheit be⸗ merkte er, sie sollen wieder kommen, wenn sie wollen.
Der französische Bericht.
Paris, 30. Sept.(zens. Frkft.) Die amtlichen Berichte vom 30. lauten! 5 3 Uhr nachmittags: Der Feind hat im Artois mit einer sehr heftigen Beschießung unserer neuen Stellungen im Osten von Souchez geantwortet. In der Champagne haben wir an meh⸗ reren Punkten in den Gräben der zweiten Verteidigungslinie der Deutschen Fuß gefaßt, westlich des Hügels von Tahure und westlich des Gehöfts Na varin. An dem letzteren Punkte über⸗ schritten einige unserer Truppenteile die deutschen Linien und gingen entschlossen darüber hinaus. Ihre Fortschritte konnten jedoch nicht gehalten werden wegen der Artilleriesperre und eines sehr heftigen Flankenfeuers. Unsere Leute halten die eroberten Punkte auf der zweiten feindlichen Linie fest in Hän⸗ den. Im Süden von Ripont haben wir die Besetzung der ersten deutschen Linie vertieft und vervollständigt, indem wir einen Teil dieses wichtigen Stützpunktes, genannt„Duvrage de la Döfaite“, eroberten. Die Nacht war auf der übrigen Front ruhig. Trotz der ungünstigen Witterung haben unsere Luftgeschwader gestern die Verbindungswege hinter der deutschen en bombardiert. Grana⸗ ten wurden rfen auf die Bahnhöfe in dem Tale der Suippe: Bazancourt, rmeriville, Pont Favenger, St.⸗Hilaire le Petit, ebenso wie auf eine im Marsch begriffene Kolonne nahe von Somme Py.
Abends 11 Uhr. In Belgien unterstützte unsere schwere Artillerie die Tätigkeit der britischen Flotte gegen die Küstenbatterien. Keine nennenswerte Aktion im Artois. Der Feind
zeigte einige Tätigkeit in der Umgebung von Rohe. Wir erwider⸗ ten mit einem kräftigen Feuer. Wir ließen von Beuvraignes aus mehrere Minen explodieren, welche die deutschen Schützengräben in Unordnung brachten. In der Champagne haben wir im Norden von Le Mesnil und weiter östlich, zwischen der Höhe 191 im Norden von Massiges und der Straße von Ville sur Tourbe nach Cerney en Dormois Boden gewonnen, Wir machten auf dem letzteren Punkte Gefangene. Ein feindlicher Gegenangriff wurde unternommen, um wieder in der„Ouvrage de la Defaite“ Fuß zu fassen. Ein zweiter, sehr heftiger Gegenangriff im gleichen Abschnitt wurde vollständig zurückgeschlagen. Der Feind hat be⸗ trächtliche Verluste erlitten. Die Aufräumung der früheren deut⸗ schen Stellungen gestattete, die dem Feinde abgenommenen Ka⸗ nonen vollständig zu zählen. Ihre Anzahl ist bedeutend größer als die bisher angegebene Ziffer. Die Gesamtzahl der Feldkanonen und der schweren Geschütze, die dem Feinde seit dem 25. Septem⸗ ber allein auf der Champagnefront abgenommen wurden, beträgt zurzeit 121(2). Eine Flugzeuggruppe schleuderte 72 Bomben auf den Bahnhof von Guignicourt. Die Beschießung war sehr wirksam. Unsere Flugzeuge wurben heftig beschossen und kehrten unversehrt in ihren Ausgangsort zurück.
Die enttäuschte belgische Regierung.
Berlin, 1. Okt.(Priv⸗Tel.) Die„Vossische Zeitung“ meldet aus Brüssel: Es erregt hier großes Aufsehen, daß die englische Regierung sich geweigert hat, der belgischen Re⸗ gierung in Le Havre weitere Vorschüsse zu leisten, und daß Frankreich sich ebenfalls ablehend ausgesprochen hat. Die englische Regierung will zwar 200 Millionen Francs hergeben, verlangt aber Verschreibung der künftigen belgischen Zolleinn⸗
nahmen. Der russische Bericht.
Petersburg, 1. Okt.(WTB. Nichtamtl.) Amtl. russischer Bericht vom 30. Sept.: An der Front und Gegend Riga einige nichtssagende Offensivversuche der Deutschen. Die Deutschen, welche versuchten, das östliche Ufer des Riwu⸗Baches in der Gegend von Kemmern(28 Kilometer östlich Takkum) zu befestigen, wurden auf das andere Ufer zurückgeworfen. Die Deutschen griffen ebenso den Kirchhof des Dorfes Roß nordwestlich Birsgalen(8 Kilometer westnordwestlich) an, aber auch hier wurden sie zurückgeworfen. Die Offensive der feindlichen Infanterie südlich des Sees Dris⸗ wijaty wurde durch unsere Kavallerie aufgehalten. Auf der Front südlich des Boginski⸗Sees(10 Kilometer östlich Widsy), wandten sich viele Kämpfe zu unserem Vorteil. An mehreren Orten gingen unsere Truppen nach Westen vor. In der Gegend des Dorfes Lubki, südlich des Narocz⸗Sees(20 Kilometer) wurde der Feind durch einen energischen Handstreich von uns zurück⸗ geworfen und zog sich in Unordnung zurück. Der Kampf bei dem Dorfe Daniuszewo an der Wilija stromabwärts von Smorgon (9 Kilometer nördlich) endete zu unserem Vorteil. Der Feind versuchte zur Offensive überzugehen, aber ohne Erfolg. Auf der Front Krewo(20 Kilometer südwestlich Smorgor—Kraschin, nordöstlich Baranowitsch(12 Kilometer)— an der oberen Szezara und am Oginskikanal zahlreiche örtliche Gefechte ohne wichtigen Einfluß auf die allgemeine Lage.
In der Gegend des mittleren Styr bei Czartorysk und östlich Kolki dauern die Kämpfe an. Der Feind wurde aus dem Dorfe Kalilowicze am Styr, stromaufwärts von Czartorysk(10 Klm. südlich) geworfen. Ebenso wurde das Dorf Koszyscze östlich Kolkt (9 Kilometer) von uns zurückerobert. Wir nahmen dort fünf Offi⸗ ziere und 100 Mann gefangen.
Oestlich Luck, welches wir vor zwei Tagen räum⸗ ten außerordentlich heftiger Kampf bei dem Dorfe Silno(33 Klm. nordöstlich Luck). Nach einem feindlichen Angriff mußten sich unsere Truppen aus einigen Abschnitten zurückziehen. Durch wiederholte Gegenangriffe bei dem Dorfe Cu man(10 Klm. süd⸗ östlich Silno) gelang es uns indessen, vorzudringen und den Feind aus den Schützengräben herauszuwerfen. Ein feindlicher Gegen⸗ angriff in det Gegend des Dorfes Karpiolwka bei Criman(5 Klm. nordwestlich) wurde zurückgeworfen. Ebensowenig Erfolg hatten Offensivversuche des Feindes in der Gegend des Dorfes Cebrow, nordwestlich Tarnopol(20 Klm.) und südöstlich Kozlow(20 Klm. westlich Tarnopol). Unsere Kavallerie hatte mehrere Zusammen⸗ stöße mit feindlichen Vorhuten am linken Ufer der Strypa in der Gegend der Dörfer Dobropole und Chielowka, südwestlich von Trembowla(22 und 17 Klm.). In Erwartung genauerer Nach⸗ richten von der Lage hielt der Generalstab, obgleich er viele für uns günstige Nachrichten besitzt, mit ihrer Veröffentlichung und Wiedergabe vorübergehend zurück. Gegenwärtig hält der General⸗ stab es für günstig, bekanntzugeben, daß nach einer Folge für uns günstig verlaufener Gefechte der Zu stand unserer Truppen ausgezeichnet war. Der Geist unserer Truppen, welcher sich lebhaft in seiner Größe in unzähligen Nachhutgefechten kundtat, erhielt neue Triebkraft durch die von uns errungenen Erfolge über die Deutschen in den Nahkämpfen in der letzten Zeit, welche be⸗ sondes häufig in der Front östlich der Linie Swenzjany O schmiz ny stattfanden und glücklich für uns verliefen. Die in den deutschen Reihen bemerkte Entmutigung bleibt auf den Geist unserer Truppen nicht ohne Einfluß. Die Entwickelung zeigt sich in den häufiger vorgekommenen Fällen, daß die Deutschen die Leichtverwundeten auf dem Schlachtfelde zurücklassen, Wagen auf der Rückzugsstraße stehen lassen, durch Innstichlassen von Waffen und Munition und in der Unordnung und Unruhe im Feuer. Die in breiter Front angesetzte und sachlich ausgeführte Offensive unserer Verbündeten an der deutschen Westfront, welche in gleicher Weise vorwärtsgeht, gibt den Verbündeten erneuten Antrieb und den festen Glauben an die gegenseitige Kraft und Kriegstüchtigkeit.
Die vorbeugende Zensur in Rußland.
Petersburg, 1. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Rjetsch“ schreibt: Nach Mitteilungen in der Presse hat das Ministe⸗ rium einen Plan über die Wiedereinführung der vorbeu⸗ genden Zensur ausgearbeitet, wie sie in Rußland vor dem Jahre 1905 bestand und auf dem berüchtigten§ 87 der russischen Verfassung beruhte. Sämtliche Blätter geben ihrer Empörung und ihrem Angstgefühl hierüber Ausdruck.— Der Präsident der Reichsduma, Rodzianko, der von der


