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Ur. 225 zweites Blatt Erschenm tglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Tandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
165. Jahrgang Freitag, 24. September 1015
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗
straße 7. Geschãstsstelle u. Verlag: e 51, Schrist⸗
leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
uriegsbriese aus dem Westen.
. Von unserm Kriegsberichterstatter. nberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, beraten)
Schipp, schipp, hurra! 5 Großes Hauptquartier, am 19. Sept.
Im Gebiete der schreren Südvogesen kämpfe war es, wo ich zum ersten Male unsere jüngste Waffe, die Schipper, am Werke gesehen habe. Damals maren viele von ihnen nicht, oder nur teilweise soldatisch eingetleidet Manche trugen ihr bürgerliches Gewand, aber eine Soldatennrütze. Andere schaufelten mit einem Strohhut oder einem breitkrämpigen Filz bedeckt, so daß man zuerst glauben konnte, hier würden zum Ausbau der vordersten Feuerstellungen Zivilarbeiter verwendet. Aber wenn man sich diese Scharen schau⸗ felnder Männer ansah, fielen einem die Gesichter auf. Meist zarte, schmale Köpfe, noch garnicht von der Sonne gebräunt, viele mit
von den Offizieren, von den den altgedienten Reservisten ET it i plötzli vom und aus dem Pörsaal mitten in den blutigen Krieg be⸗ Man hätte sich vorstellen können, daß die
der spöttischen Ueberlegenheit aufnehmen Rekrut in Friedenszeiten bei den Alten seiner Stube begegnet. Aber der Krieg ändert die Menschen und er macht seltsamerweise in vielen Dingen ihre Gemüter zartfühlender. Es wurde da gerade eine hübsche Geschichte erzählt. Ein Schipper, der zwer schwere Wasserermer trug, sah einen Offizier herankommen. In seiner Verlegenheit setzte er den rechten Eimer ab, behielt den linken in der Hand, stand stramm und führte gleichzeitig die rechte Hand zum Mützenrand, während er tief aufatmend eine große Rauch⸗ wolke aus seiner Zigarre blies, die er schnell zwischen die Lippen geklemmt hatte. Ter Offtzier dankte und sagte freundlich:„Bravp, mein Sohn, für den Anfang ganz brav.“ Na, in Friedenszeiten hätte ich der Rekrut nicht sein mögen, dem das passiert wäre. Aber hier draußen machte die Sache allen einen ungeheuren Spaß und sie wurde nicht etwa spöttisch wiedererzählt, sondern so, wie man von einem jüngeren Bruder spricht, der auf dem besten Wege c Tüchtiges werden wir
Am Abend des Tages, wo ich den Schi um ersten Male an der begegnet war, wurde in dem stbof einer ach⸗ barten Stadt ein vaterländischer Gedenktag gefeiert, zu dem auch Mufsik angesagt war. Ich hesah das Programm und war über seine Zusammenstellung erstaunt. Mein Staunen wuchs, als das erste Stück, eine Zusammenstellung aus dem„Fliegenden Hollän⸗ der“, begann. Lag es an mir, der ich hier draußen so lange kein
Orchester oder war das ei Is Soldaten Satleder Srggerap 5i: i 2— fall hier an
mit den unsoldatisch lan woher kennen? der das Rätsel auf. Der Kapell⸗
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theater in W.. Ja, freilich dann! Und der Bratschist von einer n ee
5 g Stadttheat und ein paar Vereinen zusammengeborgt ha⸗ ben..“ Zwei Wochen erst spielte die Kapelle zusammen. Tags
müssen. Da, wo im dichten Walde alle Wege aufhören, da geht es ja selbst mit Mauleseln nicht mehr vorwärts. Da muß der 5 Mensch selbst eingreifen und die Last auf die Schulter nehmen.
Am folgenden Tage weilte ich in dem Schlößchen, wo der! Hierbei kommen die Schipper oft ins Gefecht, und es ist mit Oberbefehlshaber sein merquartier aufgeschlagen hatte. Nach] höchster Anerkennung zu begrüßen, wie trefflich sie sich selbst im dem Essen sollte im Park ein Männerchor vaterländische Lieder ungewohnten feindlichen Feuer benehmen. Der Oberbefehlshaber singen. Da war die Ueberraschung fast noch größer. Der Dirigent, erzählte von einer Abteilung Armierungssoldaten, die ein wich⸗ in Friedenszeiten Leiter eines großen Lehrergesangschors, hatte tiges Vefestigungswerk fertigzustellen hatten, als der Feind sein seine Sänger sorgfältig auserwählt. Selbstverständlich waren es volles Granatfeuer auf sie lenkte. Sie hatte beträchtliche Verluste alles Männergesangs⸗„Vereinsmeier“, und neben dem Bassisten an Toten und Verwundeten, aber nicht einer wich von seinem aus dem Metalldrehergesangverein stand der Altist vom Studenten- Platze oder stellte die Arbeit ein. Das ist ein Geist, der sich Hoch gesangverein Arion. Sie sangen einen Kanon und aus einem achtung erzwingt. Niemals ist die geringste, absichtliche Disziplin⸗ entlegenen Boskett antwortete der Tenor, den ich hierbei zum widrigkeit unter ihnen vorgekommen und die soldatischen For⸗ ersten Male hörte. Gespannt beobachteten uns die Offiziere:„Na, men, die ihnen im Anfange selbstverständlich fehlten, haben sie was sagen Sie? Deutscher Ersatz Caruso! Und solche Talente überraschend schnell gelernt. Gute Lehrmeister sind ihnen darin haben wir unter unseren Schippern!“ Dieser unbekannte Orpheus Reservisten und Landwehrleute gewesen, die nicht felddienstfähig, war ein kleiner Schauspieler gewesen, bis kurz vor dem Kriege in den Armierungsbataillonen mitarbeiteten. Die völkerrechtliche seine herrliche Stimme entdeckt und ihm die Ausbildung durch Stellung der Armierungssoldaten ist übrigens klar: sie tragen, wohlhabende Gönner ermöglicht worden war. Wenn ihn das den Kennzeichen der Haager Konvention entsprechend, ihre Er⸗
Schicksal verschont, wird sein Stern eines Tages hell aufgehen, davon bin ich überzeugt. 5
Wieder fiel mir die Zärtlichkeit auf, mit der sich der Ober⸗ befehlshaber selbst, sonst ein kurz angebundener Kriegsmann, mit seinen Schippern unterhielt. Es machte ihm Freude, um zu zeigen, wie dieses alte, große Wort„Das ganze Deutschland soll es sein“, auch in der Zusammensetzung der Armierungsbataillone zur Wahrheit geworden ist:„Was sind Sie?“„Diplomingeneur, Exzellenz.“„Und Sie?“„Bonbongießer, Exzellenz.“
Ja, auf meine Schipper bin ich stolz!“ sagte der Heerführer. „Unsere jüngste Truppe, aber eine ausgezeichnete Truppe, eine Truppe ohne Vergangenheit, aber von prächtigem Geist. Es kommt mir immer so vor, als ob es jeder von diesen Leuten beschämend empfunden hätte, daß er nicht mittun konnte in der großen Ent⸗ scheidung, die beweisen soll, daß wir Deutsche wert sind, das erste Volk der Welt zu werden Und daß sie nun doppelt stolz daraud sind, daß das Vaterland sie doch gebrauchen kann!
Die ungeheuer subtile Körperuntersuchung, die bei uns die Vorbedingung zur allgemeinen Wehrpflicht ist, hat es mit sich gebracht, daß sehr viele Menschen ausgeschieden wurden, die in jedem anderen Lande als ohne weiteres zum Kriegsdienst tauglich bezeichnet worden wären. Sie haben ja oft genug an der Front Gefangene gesehen und wissen, was für Menschenmaterial bei
kennungsmarken und haben ihren Vorgefetzten, der für ihre Diszi⸗ plin 8 ssich 8 fut i er von ihnen si u berufen t, dem ist es freigestellt, zur fechtenden Truppe überzugehen. Und Tausende haben sich schon, begeistert und freiwillig, dazu gemeldet, ohne daß es leider möglich gewesen wäre, jedem seinen Wunsch zu erfüllen.“
So erzählte der Armeeführer, und man hörte ihm bei jedem Worte an, wie lieb er seine Schipper hat und wie väterlich stolz er auf diese ungedienten Soldaten ist, die unter ihm zu Kriegern und Vaterlandsverteidigern geworden sind.
„Schipper“ ist ein Name, der vielleicht nicht sehr hübsch klingen mochte, aber die Armierungssoldaten haben ihn zu einem Ehren⸗ namen gemacht und tragen ihn mit öpnlichem Stolz, wie ernst die Gueusen den ihren. In ihrem Feldgesihrer„Schipp, schipp, hurra!“ liegt kein Spott mehr, sondern die willige Anerkennung der an⸗ deren, der Tämpfer mit Feuer und Schwert, daß diese Unbewaff⸗ neten dem Vaterlande ihre Kraft unnd ihr Leben so gut wie jeder darbieten, nach bestem Vermögen. Sie haben sich auch ein eigenes Feldzeichen geschaffen, gekreuzte Pickel und Schippen, und darum steht der Spruch ohne Anfang und Ende, Bete und arbete und arbete und arbete und arbete“ usw. Dies Wappen hing auch über dem„alkoholfreien Gasthof zum Waldesel Schippers Ruh“, der in Wirklichkeit eine Bretterbude über einer Quelle ist, wo
den Franzosen und selbst bei den Engländern als erstklassig gilt, nac des Tages Last die Schipper und mit ihnen mancher Front⸗ das bei uns im Frieden ohne jede Frage als unbrauchbar ausge soldat einkehrt, während eine Fiedel und eine Ziehharmonika um müstert werden würde. Aber Leute, die aus irgend welchen Be⸗ die Wette durch den dunkelnden Bergwald singen. Da ruhten stimmungen nicht zum Waffendienst ausgehoben werden können, sie aus sangen ihre Lieder und teilten, was das Maultier in den sind an sich oft sehr wertvoll. Ich habe einige Armierungssoldaten, Feldpostsäcken an Liebesgaben herbeigebracht hatte, brüderlich unter die einfach zu klein sind, um das Gewehr zu handhaben, dabei einander aus, der Schmied vom rußigen Schraubstock der Borsig jedoch kerngesunde, vaterländisch begeisterte Männer, die nun die] werkstätten und der Assessor, der noch vor kurzem über den Akten fixesten Arbeiter sind. eines preußischen Landratsamtes gesessen hat. Sie erzählten sich
Sie werden durch einen Stamm von Offizieren und Unter⸗ von einem guten Kameraden, der gestern noch bei ihnen gesessen offizieren ausgebildet, die wegen ihres Alters, wegen oft gering⸗ hatte und den heute früh eine französische Granate zerrissen hatte fügiger Gebrechen ihre Felddienstfähigkeit verloren die aber darauf] und waren es sich wohl bewußt, welch große Zeit das ist, die mit gebrannt haben, dennoch zu zeigen, daß sie dem Vaterlande nützen] Blut und Feuer ein ganzes Volk zu Brüdern auf Leben und Tod können. Sie sind ein sehr guter Stamm von Menschen, die mit zusammenschmelzt. Passion ihre Dienste anbieten und ihr bestes tun. Wir haben
war. Der erste Geiger z. B. war vom Hof⸗ di
über Dienst im Schützengraben, abends Musendienst in der Re⸗ punkten der Front und kann servestellung.„Wir Dentschen id eben ein wunderliches Dolf“, pielsuch j
3 gewußt, in wie ungeheurer Menge uns diese Kräfte zur gu
ng stehen.
Der ße Wert der Armierungsbataillone ist, daß durch si die kämpfende Truppe entlastet wird. Jeder ieser Arbeiter* Pickel und Schippe, der sich selbst, i i
pfi„für einen„Rei
Empfindungen chs krũppel durch seine Hände einen Kämpfer für die
ohne Waffe, sind aber, soweit es der Dienst erfordert, eingekleidet
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter
Wenn Frauen streilen. den Vereinigten Staaten wird gegenwärtig der Krieg
manchmal mit schmerzlichen 3j gehalten hat, macht] nennt sie dortzutlande* nt frei. Sie dienen geführt. Die Anti's haben die Parole aufgestellt:„Die Frau
man krrz die„Antr s“— mit großer Heftigkeit gehört ins Haus!“ Als Antwort hierauf planen die Frauenstimm⸗
und werden mit der Anlage von Besestigungen, mit Wegebau, mit rechtlerinnen nichts„als einen Riesenausstand der 15 soll sich diefer
Transporten, mit der Herstellung von Baracken, Wasserleitungen
Drahtseil⸗ und Feldbahnen, kurz mit alledem ae was 15 5 1 acer 28 af 5 * erein ö. 2 5 E.....
e Truppe t machen müßte. Sie sind al Entlastung Ac die auf diese W.— 5 zu frei ist.
weit hinangeführt worden und jetzt
m allmählicher Gewöhmung find die Schipper, die zuerst kund sich strengstens zu Hause halte. er der Linie begannen, bis in die vordersten Stellungen] Welt die Folgen der Behauptung
Ausstand auf das ganze
Frauen. Grundsätzl i aber in Wirklichkeit
Gebiet der Vereinigten Staaten
lichst die ganze Frauenwelt einen Tag lang die Arbeit ausfetze Auf diese Weise sollen der iflich vor Augen geführt
ieht man sie an allen Brenn⸗ werden, daß„die Frau ins Haus gehöre“. Nach dem Plane der a feststellen, wie wertvoll sie sind, die Führerinnen dieser Bewegung soll an dem Frauenstreiktage keine edes bearbeitete Stück Holz von weither herbeischleppen] Frau ausgehen, um i
Arbeit zu verrichten, aber auch keine, um
Kunst und wWissenschaft.
— Das Neue 1 in ostfriesisch Platt. Eine eigenartige Gabe, so schreibt uns ein Mitarbeiter, wurde uns in buff Kriegszeit auf den Büchertisch gelegt: das Neue Testament in ostfriesischer Mundart. Ein Pastor in Ostfriesland, Pastor O. Boekhoff in bei Leer, unternahm es, die Heilsbotschaft, fee eee U a zu übersetzen. 3 Bu at näie Te ment in dat ostfräske plante öferset't van O. Boekhoff) ist im Verlage von A. H. F. Dunckmann in Aurich erschienen. Bibeln in plattdeutscher Mundart gibt es freilich bereits in mehreren Aus⸗ gaben; hier aber kommt zum ersten Male das Ostfriesische zu seinem Rechte, jenes Sprachidiom unserer äußersten nordwestdeutschen Ecke, das sich bisher in der— 1 iteratur noch nicht den Platz zu verschaffen wußte, wie z. B. das Platt Mecklenburgs oder Hol⸗ in ist es ein eigen Ding, das Wort der Heiligen
steins. Immerhin
Schrift nach unserm Lutherschen 4 in all seiner Wucht und 5
Herbheit in spezieller niederdeutscher wiederzugeben, und doch muß der Boekhoffsche Versuch als gelu bezeichnet werden. Die landläufige Ansicht ist freilich, daß das Plattdeutsche in seiner 5 Art sich mehr für Verlebendigung der humvristischen eiten unseres Daseins eigne; Fritz Reuter hat ja nach dieser Richtung hin Unübertreffliches geleistet und damit die Grundlage zu jener Anschauung ben. ist sie einseitig! Das Platt⸗ deutsche spricht ebenso sehr an, und im Munde eines Meisters von plattdeutscher Schrift und Sprache vielleicht noch mehr als im Dienste des Humors, wenn es sich ernsten Stoffen zuwendet. Zumal das Ostfriesische, dem eine gewisse Schwere und Breite in Form und Ausdruck eigen ist. Mit dieser Mundart läßt sich auch dem ernsten Bibelwort sehr gerecht werden. Der Uebersetzer hat sich in einer verdienstvollen Abel it eng an den griechischen Urtext des estaments gehalten, wie das ja auch Luther in seiner Bibel⸗ übersetzung getan hat. Da ist z: B die Bergpredigt.„Selig sünd dä, dä arm in dä Gäst sünd, denn för hör is dat Himmelriek.“ So reiht sich eine Seligpreisung an die andere, und dann folgt das eindringliche Lehren, Mahnen und Erläutern des Heilands in seiner wundervollen Predigt vom Gipfel des Hügels an das andächtig lauschende Volk. Je weiter man diese Worte im ost⸗ friesischen Sprachklang liest, desto packender, eindringlicher wirken sie, und damit ist wohl der Beweis wiederum geliefert, wie sehr sich niederdeutsche Sprachweise als Dolmetsch tiefster, heiligster und ernstester Gefühle eignet. Aber derartige mundartliche Uebertra⸗ gungen neben der sprachwissenschaftlichen Seite noch einen unmittelbaren praktischen Wert und Zweck. Das Hochdeutsch un⸗ serer Luther-Bibel, so rein und echt es ist, wird doch vielen Leuten unserer niederdeutschen Landesgebiete, die eben nur ihr Platt als Muttersprache kennen, in mancherlei Ausdrücken unverständlich sein. Ihrem Verständnisse kommen also derartige Uebertragungen in ihre eigene Sprache sehr zustatten. Vieles we sie so besser verstehen; jebt erst haben sie Gottes Wort in ihrer eigenen Muttersprache. lein ist das ostfriesische Neue Testament des Pastors
f sserkant ein verdienstvolles Werk, das zu⸗ 0 da religiöses Fühlen neue Nahrung er⸗
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begrüßen, daß eine wirklich deuts en ist,
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5 8 er ste deut sche Modellhutausstellung. Uns wird geschrieben: Die Abkehr vom Fremden und das Auf⸗
sichselbstbesinnen, die der Krieg in allen Kreisen des deutschen] deutschem Wesen entsprin Volkes hervorgerufen hat, beginnen allmählich Früchte zu tragen] der altösterreichische Einf und Daseinskraft zu gewin⸗JDauerhaftes hervorbringen 8
und in sichtbaren Formen Gestalt nen. Das abgelaufene Kriegsjahr hat viele Gründungen vor sich
ehen, viele Vereinigungen entstehen sehen, die sich die Ausrottung[sonne“. Auf eine Reihe von alscher Bevorzugung des Auslands und die Sammlung, oft auch] Lupus einen fle Schaffung inländischer Werte zum Ziel gesetzt haben. Wenn man chen darstellen und
Geschmack keuftig aun Ausdruck zu bringen weiß. Die sormenklare
modelle beweist, daß eine aus
eganz dieser ende e durchaus lebensfähig ist; und kann
und gediegene chlag zeigt, daß auch hier Bundestreue
— Neue Heilerfolge mit„künstlicher Höhen⸗ krankheiten, die wir der i Ausschlag mit tuberkelhaltigen Kuöt⸗
nders im jugendlichen Alter zwischen
dazu noch die durch den gegenwärtigen Zustand bewirkte Lahm⸗ dem 9. und 15. Lebensjahr auftreten, ist der Einfluß der Hoch⸗
legung des internationalen Welthandels und des mit diesem ver⸗ gebir, bundenen Austausches von Anregungen und Erzeugnissen in Be⸗ der f tracht zieht, erscheint diese Bewegung des Ausmerzens und Neu- griffe, da die Strahlenwirkung der
n lange umumstritten. Die örtliche Behandlung chränkte sich aber trotzdem auf chirurgische Ein⸗ i Sonne für eine vollkommene
sonne se
ankheit
schaffens ebenso gesund wie selbstverständlich und erfolg versprechend.] Heilung meist zu schwach war. Um die Anwendung der im Sonnen⸗
Ganz besonders deutlich erweisen sich diese Bestrebungen auf dem licht biologisch 5 g g* vom Aus- in größerer Intensität und auch in größerem Umfang— die land abhängig war. Zur Oösung dieses Problems ist der bereits] Anwendung von Höhenkuren ist 5 9 egonnene enge Anschluß zwischen Berlin und Wien besonders zu ermöglichen, konstruierte man nach vielen Versuchen eine künst⸗ verheißungsvoll. Um die Notwendigkeit und Berechtigung einer 910 Lichtquelle, die an ultravioletten Strahlen besonders reich
Gebiete der Mode, die weitaus mehr als notwendig
deutschen Mode einzusehen, braucht man durchaus nicht den etwas
onders wirksamen sogen. ultravioletten Strahlen ja nur wenigen vergönnt
Ueber die klinischen Resultate, speziell bei Lupus, die mit
extremen Standpunkt jener Fanatiker zu teilen, die ein Ausschei⸗ dieser„künstlichen Höhensonne“, einer Quecksilberdampflampe, er⸗ den allen ausländischen Einflusses und damit auch eine Unter-] reicht wurden, berichtet Priv.⸗Doz. Dr. Rost in dem nächsten Heft
ung der umgekehrten Wechselwirkung unserer neuen Produk-] der Deutschen Medizinischen Wochenschrift. Behandelt wurden an
tion auf die anderer Länder anstreben. Die Mode ist nun einmal 100 Fälle, von denen 80 0% mit echtem Lupus behaftet waren.
international, und sie starrsinnig nationalisieren, hieße, einen ihrer[Die Versuchserfahrungen ergaben zwei ganz verschiedene Arten von Wesenszüge vernichten. Doch während es bisher in vieler Be⸗ Erfolgen, je n Bestrahl ziehung nur französische und englische Moden gab, soll es nach örtliche Behandlung vorzog. Der Lupus hat häufig eine Erkrankung
man eine allgemeine Bestrahlung oder eine
Friedensschluß auch eine diesen gleichberechtigte deutsche Mode ge⸗ bestimmter Drüsengruppen und eine Herabsetzung des allgemeinen
diese neue Hutmode eigentlich gar nicht so vollkommen neu ist,
Naterial scheinen die verschiedensten Samtarten sich be⸗ derer Beliebtheit zu erfreuen. Wie immer die Stellungnahme
kel tappt. jondern ihre eigene VCC 1
ben. Die zum Gedeihen dieser Bestrebungen in Berlin veranstal⸗] Körperzustandes im Gefolge. Hier zeigt die allgemeine Bestrahlung tete Ausstellung deutscher Hutmoden, die dem„Verband zur För⸗ ganz, besondere Kraft: die Kranken werden frisch und lebhaft, derung der deutschen Hutmode“ zu verdanken ist, zeigt interessante[ erhalten größeren Appetit, der wieder eine Proben der neuen Wirksamkeit. Schon beim flüchtigen Durch⸗ polster der Haut und eine bessere Durchblutung der gesamten Ge⸗ schreiten der künstlerisch ausgestatteten Räumlichkeiten erkennt man webe bewirkt. Gewichtszunahmen von 5 Kilogramm in einigen einen frischen und persönlichen Geist. Der Hauptcharakter der neuen] Wochen sind zu verzeichnen gewesen. Auch der besondere Krank⸗ Hutmodelle besteht in der bisher ungewohnten Höhe der Kopf- heitsprozeß wurde günstig beeinflußt dadurch, daß eine Trocknung formen, die mit der breiten und losen Machart unserer modernen nässender Stellen und neue 5 1 Frauenkleidung organisch zusammenhängt. Was der Gestalt durch] sprengte, abseits wuchernde Herde bildeten sich zurück. Zu dieser den 5 1122 5 e men wird, soll durch diese, in die Höhe strebende rm der Hüte 1* ö 0 wieder gut gemacht werden. Auffallend ist auch der Stil dieser] da der Einfluß auf den Krankheits verlauf trotzdem leichter und Hüte, der seltsam anheimelt und manchmal in irgend einer Weise[ mit größerem Nachdruck stattfand. Dadurch wurde wieder eine Ab an alte Kunststiche zu gemahnen scheint. Und bald erkennt man,
ba
ing der Fett⸗
Hautbildung eintrat, ja einzelne ver
Allgemeinbestrahlung wurde nun eine lokal
e Lichtb inzu⸗ gefügt; die Lichtdosen konnten dabei——
knapper bemessen werden,
kürzung der gesamten Behandlungsdauer und eine Verminderung der Schmerzen bei jeder Behandlung erreicht. Die sonstigen Heil
sie in vielem der Mode von 1870 und den Modelzen aus faktoren, wie frische Luft und Zuführung fetthaltiger Nahrung usw. noch weiter zurückliegenden Zeiten ähnelt. Es ist der alte Kreis- i lauf der Modelaune, die zu dem zurückkehrt, was ihr einst teuer war. Von prägsamer Eigenart ist die bei den ausgestellten Model⸗ len festzustellende häufige Wiederkehr der Zylinderhutformen, die durch 5 besten Sinne altväterischen Schmuck an Charakter ge⸗ winnt. 8
können neben der Lichtbehandlung ungehindert verwendet werden. Durch eine solche Kombination zweier Verfahren ist eine große Verbilligung in der Gesamtbehandlung und eine sehr kräftige 3 5** 2 5 fast immer eine Dauer⸗
ung moglich macht, erreicht worden, ohne daß unangenehme Narben zurückblieben. 1 a
Berlin, 23. Sept.(Priv.⸗Tel.) Das„Berliner Tageblatt“
0 5 5 Frauenwelt zu diesen Schöpfungen ausfallen mag— es ist zu] meldet aus Lübeck: Das neue Museum für Kunst⸗ und Hutmode im Entstehen be⸗[Kulturgeschichte,
dessen Fertigstellung nahezu vier Jahre worden.
und eine Mode noch dazu, die nicht schwankt und im] in Anspruch genommen hat, ist feierlich eingeweiht Meimma und ibren eigenen
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