Nr. 225
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Die Spannung auf dem Balkan. Neue Erfolge auf dem nordöstlichen Uriegsschauplatz.
Dr.) Großes Hauptauartier, 23. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.
Begünftigt durch die klare Witterung, herrschte auf der ganzen Front sehr rege Tätigkeit der beiderseitigen Ar⸗ tillerien und der Flieger. 0
Ein anscheinend gegen die Kirchhofsstellung von So u⸗ chez beabsichtigter Angriff kam in unserem Feuer nicht zur Durchführung. g
Ein feindliches Flugzeug stürzte in unserem Feuer nördlich von St. Menehould brennend ab; ein anderes mußte nach Luftkampf südöstlich von, Vouziers landen. Die Insassen sind gefangen genommen. Ueber Pont a⸗ Mousson schoß ein deutscher Flieger im Kampf mit Fran⸗ zosen den einen ab. Das Flugzeug stürzte brennend zwi⸗ schen der deutschen und französischen Linie nieder.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.
Südwestlich von Lennewaden ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Bei unserem Gegenangriff wurden gestern 150 Gefangene gemacht. Auch westlich von Dünaburg ge⸗ lang es, in die russische vorgeschobene Stel⸗
lung einzudringen, 17 Offiziere, 2105 Mann, 3
vier Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Gegenangriffe gegen die von uns füdwestlich von Dünaburg genommenen Linien wurden abgewiesen.— Der Widerstand der Russen
von nördlich von Oschmjana bis östlich von Subotniki
(an der Gawia) ist gebrochen. Unsere Truppen folgen dem weichenden Gegner, der über 1000 Gefangene zurückließ.
Der rechte Flügel kämpft nördlich von Nowogrodek. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Weftlich von Walowka wurde die russische Stellung genommen. Dabei wurden drei Offiziere, 380 Mann ge⸗ fangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet.— Weiter südlich ist die Lage unverändert.
deeresgruppe des Generalfeldmarschalls g v. Mackensen. 5
Nordöftlich und östlich von Logischin wird weiter gekämpft.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unveründert.
Oberste Heeresleitung.
Schwergewicht politischer Macht ruht, dankt Radoslawow dem Deutsch
stagten nicht sehr zweifelhaft. Aber bei dem Meinungswechsel zwischen Sofia,
Für den Beginn dieser kriegerischen Tätigkeit sind zweifel⸗ ßgebend gewesen, es
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jährl. Mk. 2. ch 2 Abhole- u. 31 ellen 3 monatl. 65 3 die Post Mk. 2.— viertel ⸗ 5 jährl. ausschl. Bestellg. 3 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ö ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ 1 . schristleiter: Aug. Goetz. 0
General⸗Anzeiger für Gberhessen
Rotationsdrud und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.
Freitag, 24. September 1915 a
Bezugs pre monatl. 75 Pf
durch
Verantwortlich für den volitischen Teil und das Jeuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssagl: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
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Dieser Mißerfolg ist wenigstens zum Teil sicher auch das Ver⸗ dienst der diplomatischen Tätigkeit der Zentral⸗ mächte. Man wird ohne Rückhalt anerkennen können, daß in diesem wichtigen Punkte auch der deutsche auswärtige Dienst auf der Höhe seiner Aufgabe gestanden hat, und man wird diese Anerken⸗ dung um so lieber aussprechen, als gerade unser diplomatischer Dienst vorher Gegenstand scharser Kritik und abfälliger Beur⸗ teilung gewesen ist.
„Neben dem für den weiteren Verlauf des Weltkrieges so hoch⸗ wichtigen Erfolge der künftigen Wendung der Balkanangelegen⸗ heiten eröffnen sich aus dieser verdienstlichen Tätigkeit unseres auswärtigen Dienstes auch erfreuliche Aussichten für die Zukunft. Unser Volk kann daraus 5 dem großen Werke des künftigen Friedensschlusses die Feder nicht verdirbt, was das Schwert errungen hat. 0
Wir wollen kein Wasser in den Kelch solchen Ver⸗ trauens gießen, möchten vielmehr ebenfalls meinen, daß unser Auswärtiges Amt am Webstuhl der Zeit in den letzten Monaten keine Fehler gemacht hat. Glück und Er⸗ folg haben ihm zur Seite 9 die aber abgeleitet werden müssen von dem unsere Aussichten von vornherein ünstig beeinflussenden Bruch im Balkanbund. Außerdem teht es wohl fest, daß doch wohl unser Hindenburg in noch engeren Beziehungen zu dem jetzt erreichten diplo⸗ matischen Erfolge steht, als die Herren in der Wilhelm⸗ straße. Immerhin darf mit der Anerkennung nicht zurück⸗ gehalten werden, daß unsere amtliche auswärtige Politik neben der eisernen Faust unserer Heere eine würdige und kraftvolle Rolle gespielt hat. Wir wollen hoffen, daß die ftsziele des Deutschen Reiches in geschickten, von ent⸗ schlossenem Geiste geführten Händen liegt!
Die neuesten Ereignisse auf den Schlachtfeldern bedeuten wiederum Fortschritte, abgesehen vielleicht von einer— österreichisch-ungarische Heeresbericht meldet, daß„die bisher östlich Luck befindlichen Abteilungen in die Stellungen am Westufer des Styr zurückgenommen“ wurden. Und in dem Bericht eines Mitarbeiters der„Frankf. Ztg.“ aus dem k. k. Pressequartier steht der Satz:„Unsere in Luck stehenden Truppen wurden in die vorbereiteten Stellungen zurück⸗ genommen Zweifellos aber werden die nötigen Verstär⸗ kungen diesen Augenblickserfolg der Russen wieder zunichte machen. Die ganze Front im Osten ist nach dem gestrigen Berichte der deutschen Heeresleitung wieder im glücklichen Fortschreiten geblieben. Besonders bei Dünaburg wurden ansehnliche. erreicht. Ueber den bei Oschmjan a (südlich von Wilna) gebrochenen Widerstand der Russen genügt die kurze amtliche Notiz noch nicht, um über die Bedeutung dieses Ereignisses sich ein rechtes Bild machen zu können.
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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. September 1915.
Russischer Kriegsschauplatz.
An der Front in Ostgalizien verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Es fanden nur Kämpfe vorgeschobener
g Abteilungen statt.
An der Ikwa und am Styr kam es an mehreren Stellen zu heftigeren Kämpfen. So wurden südöstlich von Nowo⸗Poczajew zwei russische Angriffe blutig zurück- geschlagen. Ein feindliches Infanterieregiment, das nachts nahe der Ikwamündung über den Styr vorgedrungen war, mußte nach einem von unseren Truppen durchgeführten 8 unter großen Verlusten auf das Ostufer zurück⸗ gehen.
Unsere bisher östlich Luck befindlichen Abteilungen wurden in die Stellungen am Westufer des Styr zurück⸗ genommen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Im Tiroler Grenzraum fanden mehrere kleinere Kämpfe statt. Angriffe schwächerer italienischer Abteilungen im Tonalegebiet, dann nördlich und östlich von Condino, wurden abgewiesen.
Die Hochflächen von Bilgereuth und Lafraun stehen wieder unter dem Feuer der feindlichen schweren Artillerie. f
Unsere tapfere Besatzung von Monte Coston, die diesen weit vor unseren Linien gelegenen Grenzberg Monate lang gegen einen der Zahl nach bedeutend überlegenen Geg⸗ ner behauptet hatte, räumte heute zeitig früh ihre nun von mehr als zehnfacherlebermacht angegriffene und fast umschlossene Stellung. a
Die Artilleriekämpfe im Dolomitengebiete dauern mit großer Heftigkeit fort.
An der Kärntner Front versuchte gestern abend eine Alpiniabteilung am Monte Peralba durchzubrechen; sie wurde mit Verlusten heruntergeworfen. 1 g
An der küstenländischen Front beschränkt sich die Tätigkeit unserer Truppen auf Geschützfeuer und einige erfolgreiche Unternehmungen des Stellungskrieges.
Heute läuft der vierte Monat des Krieges gegen Italien ab. Der Feind raffte sich in diesem Monat zu keiner Kampfhandlung großen Stils auf, sondern führte nur gegen
fest. U einzelne Abschnitte Angriffe mit Kräften bis zur Stärke
8 Vertrauen schöpfen, daß auch bei.
bestellungen durch England und die Gewährung von 200 000 Mil⸗
Gleichzeitig gingen von Sofia mehrere
Offiziere, die sich in Frankreich auf Urlaub dortigen Operationen zu verfolgen
mehrerer Infanteriedivisionen. Alles vergebens, unsere Front steht fester denn je.
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Der russische Bericht.
„ Petersburg, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nordwest⸗ lich von Friedrichsstadt machten wir bei der Besetzung des Dorfes Strygg in der Gegend Birsgahn Gefangene und erbeuteten zahlreiche Waffen. Die hartnäckigen Kämpfe westlich von Düna⸗ burg, die an vielen Stellen sogar zu Bajonettkämpfen führten, dauern noch an, auf einigen Abschnitten entwickelt die fseind⸗ liche Artillerie ein heftiges Feuer. Bei einem Angriff unsere⸗ Truppen gegen das Dorf Lebedowo(westlich von Molo detschno wurden die Deutschen durch einen 5 angriff zurückgeworfen. Wir besetzten das Dorf wo und nahmen zehn Maschinengewehre, ein Geschütz und Geschosse, sowie Gefangene, Nach hartnäckigem Widerstande wurde Nrrch Bdjonett⸗ angrif! auch das Städtchen Smorgon genommen, aus welchem die Deutschen in Unordnung gegen die Uebergänge zurückflohen; wir machten dabei vier Offiziere und 350 Mann zu Gefangenen, erbeuteten neun Maschinengewehre, 40 äder, Pferde und eine Fernsprecheinrichtung. Oestlich von Lida wurde in einem Kampf in der Gegend des Bahnhofs von Gawia der Gegner, der den gleichnamigen Fluß überschritt, auf das rechte Ufer zu⸗ rückgeworfen. In der Gegend östlich des Ogynskykanals wurde der Feind aus dem Dorf Betschki und aus der Gegend des Dorfes Lyscha zurückgedrängt. Wir machten Gefangene und nahmen einige Maschinengewehre. Südlich des Pripjet und uf ganzen übrigen 7 nichts Wesentliches.
chwarzen Meere bei dem Bosporus hatten unsere Torpedoboote einen Geschützkampf mit dem Kreuzer„G5
Die Streitbewegung unter den russischen
Munitionsarbeitern. 33 23. Sept.(WTB. Nichtantlich.) Eine Be⸗ kanntmachung des Kommandanten des P. rger Militärbezirks
vom 15. September stellt fest, daß wiederum Streikbewe⸗ gungen unter den Munitionsarbeitern ausgebrochen sind, daß die Arbeiter sogar auf den Straßen Demonstrations⸗Ver⸗ sammlungen abgehalten hätten und über Fragen verhandelten, die die Arbeiter gar nichts angingen. Dadurch erleide die Armee einen Ausfall an Munition. General Rußki habe dies bereits als Vaterlandsverrat bezeichnet, was der Kommandeur unterstrei⸗ chen müsse. Wenn auch schmerzliche Geschehnisse vorlägen, so sei doch kein Anlaß, gleichzeitig einen Aufruhr im Innern zu stiften. Der Kommandeur rät den Arbeitern an, zu arbeiten und nicht über ihren Wirkungskreis hinauszugehen. 7 Petersburg, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Erklä⸗ rung des Kriegsministeriums besagt, daß nur diejenigen Personen zur Munitionsfabrikation freigegeben seien, die in der Reserve oder im Landsturm stä n, Offizierschargen und in der Front Stehende dagegen überhaupt nicht. 2
Aus der russischen Duma.
Block insame Beschlüss hätte. Der W e e Keren 2115
bleiben. Rußlands Forderungen an seine Bundesgenossen.
Berlin, 24. Sept. Die russische Regierung teilte, wie ver⸗ schiedene Morgenblätter erfahren, dem Vorsitzenden des Heeres⸗ und Munitionsausschusses der vertagten Duma mit, daß die Re⸗ gierung auf die Beratungen des Ausschusses vorläufig verzichte Die Forderungen des russischen Finanzministers Bark in Lon⸗ don sollen einem Ultimatum an die Bundesgenossen Rußlands gleichkommen. Bark fordert die Bezahlung der russi⸗ schen Staatszinsen, ferner die Bezahlung aller russischen Kriegs⸗
lionen Franken bares Geld zur Fortsetzung des Krieges.
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Die bulgarische Mobilmachung.
Mailand, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Der Lon⸗ doner Korrespondent des„Secolo“ drahtet: Aus Athen eingetroffene Telegramme enthalten Einzelheiten über die bulgarische Mobilmachung. Danach war der Warenverkehr am Samstag nacht auf dem bulgarischen Eisenbahnnetz ein⸗ gestellt. Sonntag abend unterzeichnete König Ferdi nand den Erlaß der Mobilmachung von fünf Divisionen. Reiterregimenter Alle bulgarischen befanden. um die
zurüdkberufen.
nach einem geheimen Bestimmungsoct ab.
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