1 Die dritte Kriegsanleihe.
Auch die dritte Kriegsanleihe hat in Gießen ein über alles Erwarten glänzendes Ergebnis gezeitigt. Die Endsumme kann noch nicht angegeben werden, da die Reichs. bank bei Redaktionsschluß noch nicht im Besitze aller Unter⸗ lagen war, doch ist sie um viele Millionen höher als das letzte Mal, wo sie bekanntlich über 19 Millionen betrug. Das Zeichnungsergebnis beträgt bei den Zeichnungsstellen, deren Eingänge wir bisher erfahren konnten:
b i Dritte Anleihe Zweite Anleihe Mitteldeutsche Bank. 13 500 000 9 500 000 Darmstädter Bene 7200 000 5 500 000 Bezirtssparkasse 3 000 000 2570 000 Gewerbe bank 715 000 4²⁵ 000 Bankgeschäft Herz 470 000 430 00 Bankgeschäft Straus 450 000 350 000
Von den drei übrigen Zeichnungsstellen, der Reichs⸗ bank, der Post und dem Bankgeschäft Grünewald, waren die Ergebnisse noch nicht zu erfahren. Unter der Zeichnungs— ziffer ist die Bezirkssparkasse selbst mit 520 000 Mk. ver⸗ treten, während sie beim letztenmal 200 000 Mk. zeichnete. Das Bankgeschäft Strauß erzielte das Ergebnis, wie es uns mitzuteilen bittet, trotz Abwesenheit des Chefs. Das Gesamt⸗ ergebnis für Gießen werden wir heute gegen 2 Uhr durch Aushang zur Kenntnis bringen können.
In Worms wurden auf die dritte Kriegsanleihe 22,1 (16,4), in Mainz 45(35) Millionen gezeichnet.
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e Kohlenkonsumenten⸗Verbandsbestre⸗ bungen. Die Steinkohlen⸗Bezugsgesellschaft Gießen, wel⸗ cher im abgelaufenen Geschäftsjahr 1538 Mitglieder(gegen 1459 im Vorjahr) mit einem Bedarf von 458 Waggons (520,5) angehörten, hat, veranlaßt durch die beiden Schwester⸗ vereinigungen in Darmstadt, eine Einladung zu einer am Sonntag, 26. d. M., in 8 a. M. stattfindenden Ver⸗ sammlung an die Vorstände der Kohlenkonsumenten-Be⸗ zugsvereinigungen in Hessen und Hessen-Nassau ergehen lassen. Es handelt sich um eine Besprechung wegen des Kohlenbezugs und eventuell um einen Zu ammenschluß dieser Konsumenten⸗Vereinigungen. Zwölf Vereine haben sich be⸗ reits zum Besuch der Versammlung angemeldet.
n Wohnungswechsel und Zugtiere! Der Leipziger Tierschutz⸗Verein schreibt uns:„Wöhrend der Um⸗ zugszeit sind die Pferde von jeher großen Anstrengungen ausgesetzt. In diesem Jahre werden sie aber besonders viel leisten müssen, denn infolge des Kriegszustandes stehen bedeutend weniger Pferde zur Verfügung. Die übrig⸗
ebliebenen, deren Unbrauchbarkeit für Militärzwecke ohne⸗
in eine verminderte Arbeitskraft beweist und
deren Leistungsfähigkeit durch den Hafermangel noch weiter
geschwächt worden ist, müssen also die Arbeiten bewältigen,
zu denen früher die doppelte Anzahl oder noch mehr Pferde
serangezogen wurden.— Aus diesen Gründen werden alle
eteiligten Kreise dringend gebeten, mit dem Umzug mög⸗ 2 schon jetzt zu beginnen und nicht erst das Monats- ende abzuwarten, damit sich die Fuhren nicht auf wenige Tage zusammendrängen und die Tiere nicht allzusehr über⸗ anstrengt werden.— Die 0 ersucht, an den bevorstehenden schweren Arbeitstagen mög- lichst gute und reichliche Fütterung und öfteres Tränken während der Arbeitszeit anzuordnen und außerdem dafür zu sorgen, daß an schwierigen Stellen, die ja im voraus bekannt sind, Vorspann genommen wird.“
* Geteerte Straßen. Mit der Entstaubung von Straßen hat der Kreis Gießen vor einiger Zeit den Anfang gemacht. Auf der Chaussee nach Marburg sind 2000 Meter, auf der nach Schiffenberg 1000 Meter bereits mit Stein⸗ kohlenteer gedeckt. Ein kleinerer Straßenteil vor der Siechen⸗ Anstalt ist ebenfalls geteert worden. Das Material zu dieser Straßenverbesserung ist aus der städtischen Gasanstalt ent⸗ nommen. Wenn die Mittel bewilligt werden, soll mit der Entstaubung unserer Kreisstraßen fortgefahren werden. ein Reisen nach Belgien. Das Generalgouvernement in Belgien teilt mit: Es ist auch jetzt noch nicht der Zeitpunkt ge⸗ kommen, wo weiblichen Angehörigen von deutschen Offizieren, Be⸗ amten, Unteroffizieren, Mannschaften und Personen des Heeres⸗ gefolges der Aufenthalt im Gebiet des General-Gouvernements all⸗ gemein gestattet werden könnte. In Abänderung der Verfügu vom 4. 11. 14 IIb Nr. 1534 erteile ich die Erlaubnis zum Auf⸗ enthalt weiblicher Angehöriger, ohne daß meine Genehmigung vor⸗
er eingeholt zu 2 braucht, hiermit: 1. solchen ersönlich⸗ eiten, die verwundet oder krank stationär im Lazarett behandelt werden, wenn die Bescheinigung des Chefarztes vorliegt, daß die
Pflege durch die weiblichen Angehörigen erforderlich ist; 2. solchen Hugo
Persönlichkeiten, die 5 Dienst ausschließlich in Zivilkleidung versehen; 3. solchen ersönlichkeiten, deren Familien schon vor Ausbruch des Krieges in Belgien ihren Wohnsitz hatten, sofern sie nicht am selben Ort mit ihren Familien dienstlich tätig sind 4. solchen Persönlichkeiten, deren weibliche Angehörige im Dienst der Krankenpflege oder in sonstiger Wohlfahrtspflege tätig sind, so⸗ weit dieser Dienst nicht in demselben Ort ausgeübt wird: 5. sol⸗ chen Persönlichkeiten, deren weibliche n im Grenzüber⸗ wachungsdienst angestellt sind. In allen sonstigen Fällen, beson⸗ ders beim Vorliegen schweren wirtschaftlichen Notstandes, behalte ich. mir ausdrücklich die 1 ausnahmsweisen Auf⸗ enthalt weiblicher Angehöriger vor. Alle bisher erteilten Geneh⸗ migungen werden hiermit aufgehoben. Es wird besonders erwähnt, daß die Heimatsbehörden nicht ohne weiteres berechtigt sind, weib⸗ lichen Angehörigen die Erlaubnis zur Herreise zu erteilen. Die Militärpersonen, Beamten und Personen des Heeresgefolges bleiben mir dafür verantwortlich, daß ihre weiblichen Angehöri⸗ gen nicht ohne meine Erlaubnis im Bereich des General-Wou⸗
vernements Aufenthalt nehmen. ** Pferdeversteigerung. Montag, den 27. September, vormitt, 10 Uhr, findet auf dem städtischen Schlachthofe in Darmstadt eine Versteigerung von 50 Stück 2—3 jährigen guten Beutefohlen(24 Stuten, 2 Hengste und 24 Wallache) statt. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teil⸗ nehmen. Die Versteigerung. Barzahlung. Eine Rück⸗ vergütung wird bei dieser Versteigerung auf die Steigpreise nicht gewährt. l a l Landkreis Gießen.
up. Aus Oberhessen, 22. Sept. Daß man beim Aus⸗ ahlen von Papiergeld vorsichtig sein muß, lehrt folgendes Vorkommnis. Ein Bea 1 bezahlte das Geld für beschlag⸗ nahmtes Getreide aus. Als er abends Kassensturz machte, fehlte ihm ein Hundertmarkschein. Es konnte nicht anders sein, der Schein mußte mit einem anderen zusammengeklebt haben. Er ließ das Vorkommnis durch die Oxtsschelle bekannt machen. Ohne Erfolg. Da versuchte er sein Glück nochmals bei einem Manne, dem er zwei Hundertmarkscheine gegeben hatte. Der Mann holte sie herbei, zer sie bekommen. Der Auszahler sah nach— richtig, da klebten zwei Scheine fest zusammen. Der Enfer hatte allerdings davon keine Ahnung.
Kreis Büdingen. 1
22. Sept. Die Apfelernte ist beendigt. len ist nicht soviel Obst auf dem Bahnhof wie gerade in diesem Jahr. Man zahlt
Borsdorf
Fuhrwerksbesitzer werden noch
r
für das Schuttelobst 7 Mart pro Doppelzentner. Nach dem Brech⸗ obst ist die Nachfrage nicht sehr groß: doch werden in den nächsten Tagen größere Mengen verladen. Der Preis beträgt 12 Mark
für den Doppelzentner. Kreis Alsfeld.
up. Aus dem Ohmtal, 22. Sept. Die Kartoffel
ernte ist in vollem Gange. Das herrliche Herbstwetter hilft die Knollen sehr gut in die Keller bringen und beschleunigt das Ausmachen. Was man im Vorjahre bis zum Feierabend gelesen, das hat man jetzt schon in den Vormittagen in den Säcken. Eine so vortreffliche Kartoffelernte wie fetzt gehört zu den Ausnahmen. Die Keller werden buchstäblich voll. Was an der Getreideernte zu wünschen übrig blieb, die Kartoffel⸗ ernte macht die Lücken voll.
Kreis Lauterbach.
id. Aus dem Vogelsberg, 22. Sept. In einen kleinen Fabrikdörschen hatte der Lehrer eine Woche lang den Kindern Rechenaufgaben über die Kriegsanleihe gegeben. Hierauf ab er seiner geistig sehr aufgeweckten Jugend den Rat, die Sache einmal in der Wirklichkeit auszuprobieren. Und der Erfolg? Die kaum 50 fast alle aus Arbeitertreisen stammenden Kinder zeichneten bei ihrem Lehrer 600 Mark. Zur Nachahmung bei der vierten Kriegsanleihe empfohlen!
Im felde
erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man
den feldpost⸗Be⁊ug
d. Gießener Anzeigers für das nächste biertellahr(Oktober⸗Rov.⸗Dez.)
schon jetzt erneuern
Alle postamter nehmen dic Bestellung entgegen. der vierteljahrs⸗ Bezug be⸗ trägt Ik. 3.50 einschließlich der Um⸗ schlag⸗sebühr. Außerdem vermittelt 1 die Bestellungen wie bisher auch die
Geschäftsstelle des Gicßener Anzeigers
Kreis Friedberg. Friedberg, 22. Sept. An der Ober⸗Ros bacher Land straße wurden zwei junge Arbeiter dabei ertappt, als sie eine Reihe jung angepflanzter O bstbäume abbrachen. Die Rohlinge
wurden verhaftet.
r. Bad- Nauhe im, 22. Sept. Auf die dritte Kriegs ⸗ anleihe wurden in unserer Stadt gezeichnet: bei dem Spar- und Vorschuß verein 624100 Mt., der Zweigstelle der Landgäflich Hessischen Landesbank 316 90) Mk. und beim Kaiserlichen Postamt 31000 Mk., so daß der Gesamtbetrag der Zeichnungen 1002 000 Nik. beträgt.— Im Bezirk der Reichs- bank-Nebenstelle Friedberg wurden 5 365900 Mk. gegenüber 4306 300 bei der zweiten Kriegs anleihe gezeichnet. Die Stadt Bad⸗Nauheim beteiligte sich mit 20 000 Mk. aus Gemeindemitteln an der Anleihe. 0 N
* Aus der Wetterau, 22. Sept. Gegenwärtig sind unsere Landwirte mit der Bergung der Kartoffelernte beschäftigt. Mit dem Ernteertrag ist man überall zufrieden. Auf den Kartoffeläckern sieht man lange Reihen gefüllter Ksrtoffel⸗ säcke. Die Knollen sind sehr dick, und die Arbeit des Auflesens wird deshalb wesentlich erleichtert. Obgleich wenig Arbeitskräfte vorhanden sind, wird doch die Kartoffelernte infolge der günstigen Witterung sehr rasch beendet sein.
Starkenburg und Rheinhessen.
rb. Darmstadt, 22. Sept. Die Hessische Eisenbahn⸗ Aktiengesellschaft trat heute nachmittag zu ihrer vierten ordentlichen Generalversammlung im Stadthaus zusammen. Die Versammlung ehrte auf Anregung des Aufsichtsratsvorsitzenden Stinnes das Andenken des verstorbenen Eisenbahndirek⸗ tors Nettel durch Erheben von den Sitzen. Es waren 3 600 Aktien vertreten. Der Geschäftsbericht des Vorstandes für das Geschäfts⸗ 5 1914/15 und der Prüfungsbericht des Aufsichtsrats wurden
battelos genehmigt. Die Gewinn⸗ und Verlustrechnung balanziert in Einnahme und 9 abe mit 798 385 Mark. Der Reingewinn stellt sich auf 285 781 Mark. Es wurde die Verteilung einer Di⸗ vidende von 4½ o einstimmig genehmigt: Die Versammlung genehmigte auch ohne Debatte die Entlastung des Aufsichtsrats und des Vorstandes. An Stelle des verstorbenen Direktors Nettel wurde Regierungsrat Jordan zum Aussichtsratsmitglied ge⸗ wählt. Nach Wiederwahl der bisherigen beiden Rechnungsprüfer war die Tagesordnung erledigt.
Hessen-Nassau.
r. Rodheim a. d. Bieber, 21. Sept. Die Obsternte ist fast beendet; ihr Ertrag war durchaus befriedigend. Außerordentlich stark besucht war die Gemeindeobstversteige⸗ rung; ein Baum Honigbirnen wurde mit 50 Mk. bezahlt. Der Gesamterlös stellte sich für die Gemeindekasse auf nahezu 1600 Mk. In der Vermehrung der Gemeindeobstbaumpflan⸗ schehen könnte auch in hiesiger Gegend noch viel mehr ge⸗
ehen.
Marburg, 22. Sept. Die heute im Fronhof hier eröffnete Obstverkaufsvermittlungsstelle war aber beschickt und auch besucht. Die Preise für die ein⸗
elnen Obstsorten bewegten sich wie folgt: Grüner und roter iserapfel 8 Mk., Gefl. Kardinal, Kaiser Alexander 9 Mk., Prinzenapfel, Orleansreinette, Goldnobel oder gelber Edel⸗ apfel, Herbertsreinette 12 Mk., Graue Reinetten 10—15 Mk., Schöner von Boskop, Ripston⸗Pepping 15 Mk., Gravensteiner 18—20 Mk., Tafelbirnen 10—12 Mk., alles zentnerweise ge⸗ rechnet. Weitere Verkaufstage finden Freitag und Samstag tatt. f— Frankfurt a. M., 22. Sept, Unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten Dr. von Meister(Wiesbaden) fand am Mittwoch im Polizeipräsidium eine Versammlung statt, die sich mit der Frage der Milchpreiserhöhung beschäftigte. Die hessische Regierung war durch Ministerialrat Dr. Schliephate(Darm⸗
stadt) vertreten, ferner waren anwesend Abgeordnete der Land⸗
wirtschaftsknammern Cassel, Darmstadt und Wiesbaden, der stell⸗ vertretenden Generalkommandos des 11. und 18. Armeekorps, der benachbarten Kreise und Städte und der Milchproduzenten der Be⸗ irle Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden. Nach längeren Be⸗ jbreczungen beschloß man: Jür die Milchproduzenten keine
Höchstpreise festzusetzen, und die Milch vom 1. Oktober d. J. ab den Eisenbahnstationen Darmstadt, Frankfurt, Mainz und Wiesbaden frei für 22 Pfennig das Liter zuzuführen. Endlich will man in einer späteren Besprechung, die im November tagen soll, der Frage näher treten, ob vom 15. November ab der Milchpreis auf 24 Pfennig frei Empfangsstation zu erhöhen sei. In der Ver⸗ sammlung verlas Regierungspräsident v. Meister ein gemeinsames Schreiben des Handels- und Landwirtschaftsministeriums, worin
gewünscht wird, daß man von der Festsetzung von Milchhöchstpreisen
für Produzenten Abstand nehmen und den Bauern die Zufuhr von 755 durch ungeeignete Maßnahmen nicht noch mehr erschweren olle.
d. Dillenburg, 22. Sept. Zur dritten Kriegsanleihe zeichnete die Stadt durch Lombardierung von Wertpapieren die Summe von 33000 Mt. Dem Ausschuß für Ostpreußenhilse wurden weitere 100 Ml. über wiesen.
Von der Lahn, 22. Sept. Der Mühlenbesitzer H. Kl u my von der Augustiner-Mühle bei Geisig glitt beim Aussteigen auf 5770 29* aus, geriet unter die Räder und wurde auf der Stelle getötet. r
Frankfurt a. M., 22. Sept. Im Eilgüterbahnhof siel der 40jährige Eisenbahnarbeiter Heinrich Kammer zwischen die rollenden Wagen einer Rangierabteilung. Er wurde überfahren und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit verstar b.— Das achtjährige Töchterchen des in der Friedberger Landstraße wohnenden Postschaffners Balzer stürzte in einen Bottich mit kochendem Wasser und verbrühte sich darin zu Tode. g
e Vvermischtes.
Das Wort eines deutschen Feldmarschalls. Der„Köln. Volksztg.“ wird„von geschätzter Seite“ geschrieben „Soldatenglück ist Gottes Gnade, mein eigenes Verdienst gering. Feldmarschall auf dem Schlachtfelde geworden zu sein und noch eine Mutter zu haben, die diese Zeit miterlebt, erscheint mir als eine besondere Weihe jenes Glückes!“
So schreibt der Feldmarschall von Mackensen einem alten Kameraden und ehemaligen Untergebenen— Worte, die von echter Gottesfurcht, vornehmer Bescheidenheit und inniger Kindesliebe eingegeben sind. Gleichzeitig mit vorstehenden Zeilen läuft, so schreibt das genannte Blatt noch, ein Photo bei uns ein, darstellend die Mutter des Generalfeldmarschalls in einem großen Kreise verwundeter Krieger. Frau Mackensen wohnt in Gieglen⸗ felde bei Hammerstein, Westpr. Sie ist annähernd 90 Jahre alt und leitet noch selbst die Wirtschaft ihrer großen Güter. Die Aufnahme ist im Kreise der Lazarettinsassen von Hammerstein, Westpr., 2 9 7 Der Leiter des Lazaretts ist Stabsarzt Dr. Barinowsfki.
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Handel. Darmstadt, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Heute vor⸗ mittag fand die 22. ordentliche Generalversammlung der Süd⸗ deutschen Cisenbahngesellschaft unter dem Vorsitze des Aufsfichtsratsvorstandes Hugo Stinnes⸗Mülheim(Ruhr) statt. Vertreten waren 6269 Aktien mit 5890 Stimmen. Die Gewinn⸗ und Verlustrechuung schließt mit 4089 094 Mark ab. Zur Ver⸗ fügung der Generalversammlung stand ein Reingewinn von 1583 415,13 Mark, der wie folgt verwendet wird: 5% Prozent Dividende, statutenmäßige Tantiemen an den Aufsichtsrat und vertragsmäßige Tantieme an die Direktion, ferner Vortrag auf
neue Rechnung 89 831,05 Mark. Im übrigen wurden sämtliche
Anträge der Verwaltung ohne Widerspruch genehmigt.
Märtte. 5 15
F. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 22. Sept.
Am heutigen Viehmarkt standen zum Verkauf: 243 Rinder(darunter
22 Ochsen, 23 Bullen und 198 Kühe), 324 Kälber, 29 Schafe und
168 Schweine. Geschäft ziemlich belebt. Die Preise bewegten sich
in der gleichen Höhe wie am 20. d. Mts. Der Auftrieb wurde bald geräumt.
Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 24. Sept. 1915 Wolkig bis heiter, trocken, nachts etwas wärmer.
Cetzte Nachrichten.
Staatssekretär von Jagow über den U-Bootkrieg.
Amsterdam, 23. Sept. Die„Times“ melden aus Washington: Staatssekretär von Jagow äußerte einem Vertreter der„Associated Preß“ gegenüber über die U-Bootfrage und sagte u. a. folgendes: Passagierschiffe wer⸗ den nicht ohne vorherige Warnung angegriffen, wenn fi den maritimen Code beachten und sie werden nur versenkt, wenn die Möglichkeit vorliegt, die Menschen zu retten. Es ist jetzt hauptsächlich Sache unserer Feinde, ihre Kapitäne gut zu instruieren, keine verdächtige oder feindliche Aktion und auch keinen Fluchtversuch zu unternehmen. Es wäre vielleicht am besten, die Anweisungen, Unterseeboote anzu⸗ greifen, sowie die ausgesetzten Prämien für solche Taten zurückzuziehen. Neutrale Handelsschiffe einschließlich der amerikanischen werden nicht angegriffen, wenn sie nicht
Bannware führen, und sie werden nur versenkt, wenn die
an Bord befindlichen Menschen in Sicherheit sind. Zum Schluß des Interviews erklärte v. Jagow, die kaiserliche Re⸗ gierung hoffe bestimmt, daß eine volle Verständigung er⸗ zielt wird, die in Zukunft Schwierigkeiten mit Amerika be⸗ züglich der Unterseebootfrage unmöglich mache. N Ein Ultimatum Bulgariens an Serbien? 5 Lugano, 23. Sept. Die„Idea Nazionale“ berichtet von einem Ultimatum Bulgariens an Serbien, das am 23. Sept. abends 6 Uhr abläuft. 5 5 Neue Schritte der bulgarischen Regierung. 8 Sofia, 3. Sept. Ministerpräsident Rados lawow äußerte sich zu einer Abordnung der Agrarpartei, daß mit Rück⸗ sicht auf 1 Fruchtankäufe, zu die fran⸗ zösischen Banken 500 Millionen Franken zur Verfügung stellen, das kürzlich aufgelöste Komitee für öffentliche Wohlfahrt wieder in Aktion treten werde, um diesen Massenankäufen einen Riegel vorzuschieben. Bezüglich der äußeren Lage er⸗ klärte der Ministerpräsident, diese sei sehr zufriedenstellend. Die Regierung sei auf dem Wege, der zur Vereinigung des bulgarischen Volkes führe, und sei entschlossen, diese mit allen Mitteln durch⸗ usetzen. Eine amtliche Kundmachung verfügt die Einführung 1 7 Präventipzensur für alle Gelegenheiten. Die Zensur wird durch das Militärkommando ausgeübt. Zuwiderhandelnden wird die Stellung vor ein Militärgericht angedroht. 12 Rumäniens Neutralität. 88 Zürich, 23. Sept. Der„Tagesanzeiger“ meldet aus Bularest: Der Ministerrat hat sich angesichts der neuen Vorgänge auf dem Balkan für das Verharren Ru⸗ mäniens in der Neutralität entschieden. Nachmusterung der Dienstuntauglichen in Rußland. Stockholm, 23. Sept. Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist ein Erlaß des Kriegsministeriums erschienen, in dem die so⸗ fortige Nachmusterung aller Männer im wehrpflichtigen Alter angeordnet wird, die bisher aus irgend einem Grunde nicht unter den Waffen stehen. Auch die dauernd Dienstuntauglichen machen keine Ausnahme. Die Musterung beginnt am 11.(24.) Sep; tember und dauert ungefähr drei Wochen. Verfall der Venizolistenpartei. Athen, 23. Sept. In der Venizelospartei machen sich bedenkliche Zeichen von Verfall oder mindestens Abbröckelung
bemerkbar und zwar gehören die Unzufriedenen zu den Haupt⸗
stützen der Partei, denkende Männer, an denen diese Partei wirk⸗ lich keinen Ueberfluß hat. Ob rein persönliche Motive, Minister⸗ sitze zu erzwingen, oder die Unzufriedenheit in der Politik der Führer, die durchaus nicht die ungeteilte Zustimmung ihrer An⸗ hänger findet, dafür maßgebend sind, ist nicht ganz klar. Jeden⸗ falls wird versichert, daß Venizelos nach dem Wiederzusammen⸗ tritt der Kammer eine Umbildung des Kabinetts vornehmen wird.
Mehrere der jetzigen Minister werden in den neusubildenden
Staatsrat versetzt werden; nur der Vertehrsminister, der Min für Inneres und der Kriegsminister werden ihre? beibebalten.
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