mats, die Soyabohne, rosige Radieschen in vielsachen en Sellerie, Sonnenblumen, eine wunderhübsche
lung alter und neuer Küchen⸗ und Gewürzkräuter, Kohl in Hülle und Fülle usw.— Eine erlesene mustergültige Schau, die den Veranstaltern und Ausstellern zur Ehre ge⸗ reicht, die aber auch einen Beweis von dem hohen Stande unserer heimischen Landwirtschaft und Gartenkultur bietet.
N* 22 Auf dem Felde der Ehre gefallen. 5(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Musk. Heinrich Fischbach, Inf.⸗Rgt. 167, aus Wolsgruben. — Unteroff. Wilhelm Knabe, Füs.-Rgt. 37, aus Fraurombach. ** N
* Auszeichnungen. Unkerosfizter Georg Albold im Infanterie ⸗ Regiment 116 erhielt die Hessische Tapferleits⸗ medaille.— Reservist Heinrich Ploch von hier, der seit Kriegs- beginn bei der 10. Kompagnie des Insanterie-Regiments 116 im Jelde steht, hat die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten.
* Die Kriegsanleihezeichnungen in Gie⸗
en. Die zweite Kriegsanleihe erreichte in unserer Stadt ekanntlich die Zeichnungssumme von etwa u 19 Millionen Mark. Wie wir erfahren, ist der Gang der Zeichnungen auf die dritte Anleihe in Gießen so lebhaft, daß man, ohne Prophet sein zu wollen, ihr einen ähnlichen Erfolg voraus⸗ sagen Bei einzelnen Stellen berechtigt das bisheri Zeichnungsergebnis sogar zu der Hoffnung, daß die damals erreichte Summe noch überschritten werden wird.
* Einlösung der Zinsscheine der Reichs- kriegsanleihen bei den Postanstalten. Zur Er⸗ leichterung der Einlösung der Zinsscheine der Kriegs- anleihen sind die Reichs⸗Postanstalten angewiesen worden, die Zins scheine der Reichskriegsanleihen künftig— zu⸗ nächst versuchsweise— in Zahlung zu nehmen oder
legen bar umzutauschen. Die am 1. Oktober fälligen Zinsscheine der ersten Kriegsanleihe werden bereits vom 21. September ab eingelöst. Hierdurch wird hoffentlich allen denen, die bisher wegen Schwierigkeit der Einlösung der Zinsscheine von der Zeichnung auf die dritte Kriegsanleihe absahen, der Entschluß zum Zeichnen erleichtert werden.— Zeichnungen auf die dritte Kriegsanleihe werden noch bis zum 22. September, mittags 1 Uhr, bei allen Postanstalten entgegengenommen. ö * Militärische Bekanntmachungen. Wir machen aufmerksam auf die im Anzeigenteil befindlichen Bekann ngen des Bezirkskommandos und der Erf. kommission für den Kreis Gießen. Die erste betrifft die Nachuntersuchung ehemali⸗ Personen des Beur⸗ laubtenstandes, die zweite die 8 der Meldepflicht der dauernd Untauglichen auf den 14. September. Bemerkt sei, daß, wie wir soeben erfahren, für die Stadt Gießen die Idemöglichkeit auch noch für den 15. September besteht.(Siehe Bekanntmachung des
Oberbür isters.)
0 Ern doppelter Russenfang glückte gestern morgen in aller Frühe an der Licher Straße. Der Hilfs- wärter Brück beim Bahnübergang sah in der ersten Däm⸗ merung, wie sich zwei verdächtige Gestalten der Hofraite des Bahnwärters Ploch näherten. Als er aus dem Wärter⸗ haus trat, um si dieselben wie vom Boden verschluckt. Sie hatten in einem Gemüsefeld Deckung genommen. Brück rief den Bahnwärter Ploch herbei, und die beiden entdeckten dann im Gemüse zwei gefangene Russen, die, als sie die Zwecklosig⸗ keit ihres Tah ung legen einsahen, mit einer Geläufig⸗ leit, die auf Uebung schließen ließ, die Hände hochhielten und, sich ergaben. Trotzdem sich die Leute, die anscheinend von einem Arbeitskommando entwichen waren, für die Rückkehr nach Rußland mit einem tüchtigen Vorrat tscher Aepfel versehen hatten, mußten sie einsehen, daß es diesmal mit der Reise nichts war, zumal ihnen unzweideutig ein Re⸗ volver vor die Nase gehalten wurde. Die beiden Bahn⸗ beamten transportierten die seltenen Sonntagsgäste dann nach dem Gefangenenlager.. 5 Oeffentliche Bücherhalle. Im August wurden
2235 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1252, Zeitschristen 190, Jugendschriften 250, Gedichte und Dramen 32, Literaturgeschichte 21, Länder- und Völkerkunde 35, Kulturgeschichte 29, Geschichte und Biographien 128, Kunstgeschichte 31. Naturwissenschaft und Technologie 103, Heer- und Seewesen 21, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 20, Religion und Philosophie 32, Staatswissenschast 15, Sprachwissenschast 24, Fremd- sprachliches 48 Bände. Nach auswärts kamen 44 Bände.
* Bekämpfung von Getreidekrankheiten. Durch wissenschaftliche und praktische Versuche, die seit meh⸗ reren Jahren ausgeführt werden, ist festgestellt worden, daß das Aus wintern des gens und auch des Weizens auf das Auftreten von Fusariumpilzen zurückzuführen ist. Um dem Auftreten dieser Pilze, die besonders in nicht vollkommen trockenem Saatgetreide oder auf schweren feuch⸗ ten Böden ihre schädliche Wirkung ausüben, zu begegnen, oder das mit diesem bäh, bie un befallene Saatgut davon zu befreien, empfiehlt sich, wie uns die Landwirtschaftskammer schreibt, die Anwendung besonderer Beizmittel vor der Aussaat des Getreides. Zum Beizen von Roggen findet Fusariol und zum Bei von Weizen, Gerste und Hafer Sublimoform Verwendung. Letzteres hat den Vorteil, daß es gleichzeitig als Bekämpfungsmittel gegen den Ge⸗ treidebrand(Steinbrand des Weizens, Hartbrand der Gerste und Flugbrand des Hafers) dient. Bei dem Mangel an Kupfervitriol ist es daher besonders empfehlen. fle die
Weizen⸗ und Wintergersteaussaat Sublimoform zu verwen⸗
den. Wer nur den Steinbrand des Weizens und Hartbrand der Gerste bekämpfen will, kann an Stelle des Kupfer⸗ vitriols auch Formalin nach bestimmter Anweisung zur
Anwendung bringen. Nähere Mitteilungen sind von der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum
Hessen, Darmstadt, zu erfahren.
* Dem Allgemeinen Deutschen Jagdschutz⸗ Verein gibt die unbedingt erforderliche möglichste Schonung unserer Metallbestände Veranlassung, an alle deutschen
äger die Bitte zu richten, ihr Augenmerk bei der Ausübung der
Jagd in dieser Kriegszeit auch auf die abgeschossenen Patronen—
insoweit sie nicht wieder geladen werden— zu richten und im
Interesse des Vaterlandes darauf zu sehen, daß die Patronen⸗
hl 4225 n— und Umständen weg⸗ ge wor„son aufge n werden somit zu erneuter
Verwendung der Metallteile erhalten bleiben. 1 5
Landkreis Gießen.
Alten Buseck, 13. Sept. Dem Landwehrmann Flur-
schütz Ludwig Wagner von hier vom Res.-Inf.-Regt. 80 wurde die Helsische Tapferkeitsmedaille verliehen.
„Steinberg, 12. Sept. Dem Gefreiten Georg Häuser
im Landwehr-Infanterie-Regiment 116, wurde die Hessische
Tapferkeitsmedaille verliehen.
0 Kreis Alsfeld. A Bieben, 12. Sept. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der hiesige Lehrer Hugo Funk. g O. Storndorf, 12. Sept. Wieder hat der Krieg zwei unge krästige Männer aus unserer Mitte gerissen. Ersatz-Reservist Hildebrandt starb in Frankreich am 6. September den terland, Landsturmrekrut Adolf Schmidt fiel bei
anlaßte viele
1 Dx. ch die frühen Wanderer anzusehen, waren 5 in erster Linie, alle Maßregeln zu möglichst sicherer
einem Sturmangriff in Rußland. Damit erhöht sich die Zahl der Gefallenen in unserem Orte auf zwölf. Außerdem werden zwei
vermißt. [Groß⸗Felda, 12. Sept. Der hiesige Lehrer Eichen⸗ auer, der seit Kriegsbeginn im Felde steht, wurde zum Leut⸗
nant der Reserve befördert.
Kreis Büdingen. A Calbach, 12. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Georg Kraft. Bobenhausen, 12. Sept. Die hiesigen Schulkinder sammelten unter Leitung ihres Lehrers eine große Menge Eicheln und überwiesen deu Erlös dem Zweigverein vom Roten Kreuz in dem benachbarten Ortenberg.
Kreis Lauterbach.
fe. Schlitz, 12. Sept. Rektor i. P. Weifenbach, ein be⸗ kannter hessischer Schulmann, ist im 86. Lebensjahre hier, wo er seit acht Jahren wohnte, gestorben. Weifenbach wirkte vierzehn Jahre an der Musterschule in Friedberg, sodann 42 Jahre in seiner Vaterstadt Alsfeld als Lehrer. Tie Stadt Alsfeld ernannte ihn 1901 zu ihrem Ehrenbürger.
MLandenhausen, 12. Sept. Auf schreckliche Weise verlor gestern der 62 Jahre alte Landwirt Johaunes Hofmann von hier sein Leben. Er shatte in seiner Hofreite die Dreschmaschine und befand sich auf' dem Dreschwagen, um daselbst die Garben abzunehmen. Dabei rutschte er auf den glatten Holzbohlen aus und geriet mit dem einen Bein in die Trommel der Maschine. Dasselbe wurde ihm vollständig vom Rumpfe abgerissen; auch die Wirbelsäule hatte starke Verletzungen erlitten. Der Tod trat alsbald ein. Der Unfall ist um so beklagenswerter, als ein Sohn des Verunglückten bereits gefallen ist.
Kreis Friedberg. F Bruchenbrücken, 12. Sept. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Gefreite Kniß im Ins.-Regt. 87. At Nieder⸗ Rosbach, 12. Sept. Den Heldentod starb kurz nach der Rückkehr aus dem Urlaub der Unteroffizier Heinrich Weidmann im Inf.-Landwehr-Regt. 116.
Hessen⸗Nassau, (Marburg, 12. Sept. Auf dem gestrigen Woche n⸗
markte verlangten die Butterverkäufer anfangs anstatt
wie seither 1,80 Mark 1,90 Mark für das Pfund. Dies ver⸗ Hausfrauen, den Ankauf von Butter zu unterlassen und so standen gegen Ende des Marktes noch ganze Körbe voll Butter zum Verkauf. Da die Ver⸗ läufer ihre Ware nicht wieder mitnehmen wollten, konnten diejenigen Marktbesucher, die gewartet hatten, die Butter für 1,50 Mark das Pfund erstehen. Marburg, 12. Sept. Wie bei den beiden ersten Kriegs⸗
anleihen zeichnete auch ber der diesmaligen die Marburger
Ortskrankenkasse 10000 Mark. b Biedenkopf, 12. Sept. Die städtischen Körper⸗ schaften beschlossen, sich bei der dritten Kriegsanleihe
mit 30 000 Mark zu beteiligen.
Frankfurt a. M., 12. Sept. In einer gestern hier ver⸗
9 Sitzung von Vertretern südwestdeutscher Bühnen wurde e
Gründung eines Verbandes Südwestdeutscher Bühnenleiter beschlossen. Dem neuen Verbande sind neun⸗ zehn Bühnen beigetreten. Zu Vorsitzenden wurden die Herren Geheimrat Dr. Bassermann(Hoftheater Karlsruhe), der In⸗ tendant des Frankfurter Schauspielhauses, Hofrat Max Behrend und zum iftführer der Intendant des Freiburger Stadttheaters,
r. Paul Legband, gewählt. Die vertraulichen Beratungen
Durchführung des Bühnenbetriebes in diesem Kriegsjahre zu er⸗ greifen, um die schwierige wirtschaftliche Lage der Theater zu überwinden. Die gungen sollen in kurzen Zwischenräumen
in südwestdeutschen Städten abgehalten werden, zunächst im Ok⸗
tober in Karlsruhe.
X Gelnhausen, 12. Sept. In dem Dorse Mottgers
haben mit Zündhölzern spielende Kinder eingrößeres Schadenseuer verursacht, dem mehrere Gebäude zum Opfer gefallen sind.
Zeichnet die dritte Kriegsanleihe!
Vermischtes.
Ein Familienrekord. Ueber die einzig dastehende
Erscheinung einer Mutter von 68 Kindern wissen die„Daily News„zu berichten. Die Frau, die sich rühmen darf, die größte Familie der Welt zu besitzen, ist 74 Jahre alt. Wie sie einem Mit⸗ arbeiter des Londoner Blattes bekannt gab, heiratete sie im Alter von 18 Jahren. Im Laufe der Ehe schenkte sie ihrem Gatten 23 Kinder. Als ihr Mann gestorben war, heiratete sie einen . der 17 Kinder besaß. Damit noch nicht zufrieden, adop⸗ ierte sie na bolden, so daß sie sich heute stolz als Mutter von 68 Kindern be⸗ zeichnen darf.
——-¼-F—-¼:—.(—
und nach 28 vernachlässigte Kinder von Trunken⸗
Der gescheite Hannes.
In ere Schul, draus auf em Land De Lehrer vor de Kinner stand; Er fragt se dis un fragt se das
In Rechne, Schreiwe, Lese,
Un so etwas vogn Intelljenz
Is noch net dagewese. ö
Nur einer, der blibb immer stumm,
— Der Bub war nämlich schrecklich dumm, Verstand gleich zwanzig Nulle.—
Da half euch aach kei Steckelche
Auf angespannte Hose*
Un auf sei kurzes Reckelche.
Der hat fast nie e Wort gesagt, Doch wie de Lehrer heute fragt Die Musterschieler rings erum:
Nun sagt mir mal, ihr Kinder, Warum hebt die Kartoffeln man Im Keller auf im Winter?“
Da bliwe all die Buwe stumm, Dann keiner hat gewußt warum, Un waren se aach noch so klug In Rechne, Lese, Schreiwe, Auf disse Frag, da mußte se Die Antwort schullig bleiwe.
Nur einer heut de Finger reckt, Der sonst en ängstlich hat versteckt; De Hannes war's, de dumme.
Der daht sei Aermche schwenke— Mer meint, vor lauter Eifer mißt Er sich es noch verrenke.
De Lehrer schaut verwunnert drei: Sollt das de einzig kluge sei Bei de Kartoffelfrage? „Nun Hannes sprich, warum denn wohl?“ Te Hannes reckt die Glidder: 1 „Ei dorim“ spricht er siegesfroh, Un setzt sich widder nidder. Aus„Hesse⸗Späß“. ruß an unsere lieben Feldgrauen.
(Marburg, N. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung.)
Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadtthealer.
Opernhaus.*
Dienstag, den 14. September, 00 7 Uhr:„Der Bettelstudent.“
Mittwoch, den 15. September, abends 7% Uhr:„Hoffmanns Er⸗ zäblungen.“ Donnerstag, den 16. September, abends 7 Uhr:„Der Postillon von Lonjumeau.“ Hierauf: Charaktertänze. Freitag, den 17. September, abends 7½ Uhr:„Undine.“ Samstag, den 18. Sep⸗ tember, abends 7 Uhr:„Violetta.“ Sonntag, den 19. September, abends 7 Uhr:„Der arme Heinrich.“ Montag, den 20. September, 5 geschlossen. Dienstag, den 21. September, abends 7 Uhr:„Die 5 lustigen Weiber von Windsor.“ Mittwoch, den 22. September, abends 1 7 Uhr:„Carmen.“ Donnerstag, den 23. September, abends 7 Uhr:
„Der arme Heinrich.“ Schauspielhaus.
N Dienstag, den 14. September, abends„48 Uhr:„Nordische Heersahrt.“(Die Helden auf Helgoland.) Mittwoch, den 15. Sep⸗ tember, abends ½8 Uhr:„Doppelselbstmord.“ Donnerstag, den 1 10. September, abends% Uhr:„Wie einst im Mai.“ Freitag, den 17. September, abends ½8 Uhr:„Die deutschen Kleinstädter.“ Samstag, den 18. September, abends ½6 Uhr:„Maria Magdalene.“ Sonntag, den 19. September, abends 7 Uhr:„Die Jungfrau von Orleans.“ Montag, den 20. September, abends ½8 Uhr:„Doppel- selbstmord.“ Dienstag, den 21. September, abends /s Uhr: „Datterich.“ Mittwoch, den 22. September, abends ½8 Uhr: „Nordische Heerfahrt.“(Die Helden auf Helgoland.)
15 Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 14. Sept. 1915: Ziemlich heiter, trocken, nachts etwas wärmer.
Letzte Nachrichten.
Die Ursachen der Absetzung des Großfürsten. Stockholm, 13. Sept. Ueber die politis Ursachen der Absetzung des Großfürsten Nikolai Nilolajewitsch werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. Der Großfürst versuchte hartnäckigen Wi⸗ derstand, als die liberale Umformung begann. Auf ihn persönlich sind vor allem die Bestrebungen für Bildung des Schwarzen Blocks zurückzuführen, der die reaktionären Kräfte sammelte. Es ist kein Geheimnis, daß der Großfürst neuerdings einen Schritt gegen die Duma plante. Noch wenige Tage vor seiner Absetzung veröffentlichte sein Blatt„Petrogradski Wjedo⸗ mosti“ einen Aufruf gegen die„geschwätzige Duma“, der unge⸗ heures Aufsehen erregte. Eine Verschwörung gegen das Leben des Großfürsten wird bezeichnenderweise erst jetzt nach seiner Absetzung aufgedeckt. Die Polizei nahm 50 Ver⸗ haftungen vor.
Ein unglaubhaftes Gerücht. 0 Kopenhagen, 13. Sept. Von der finnischen Grenze wird telegraphiert: In Finnland geht das Gerücht, daß Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, der neue Vizekönig des Kaukasus, ermordet worden sei.(Wir geben diese Meldung mit dem größten Vorbehalt wieder, da sie uns unglaubhaft
erscheint.)
Der letzte Rettungsanker. Stockholm, 13. Sept. Der russische Finanzminister Bark teilte einer Gruppe rechtsstehender Dumgabgeordneter streng ver⸗ traulich mit, daß die Regierung im Begriffe sei, in Amerika eine Anleihe von ½ Milliarde Dollars abzuschließen. Für das Zustandekommen sei es jedoch unbedingt notwendig, daß die Duma die Ansiedlungsfreiheit der Juden annehme. Die amerikanische Anleihe sei andererseits der letzte Rettungsanker, da die englische Anleihe nur geringe Aussicht auf Erfolg habe. Tatsächlich ging der Duma eine dringende Gesetzesvorlage über
die Erweiterung der jüdischen Ansiedlungsrechte zu. Neue Vorstellungen des Vierverbandes in Nisch. 3 Genf, 13. Sept. Das Pariser„Journal“ meldet: Die Gesandten des Vier verbandes sind am 10. September be⸗ auftragt worden, neue freundschaftliche Vorstellungen in Nisch 5 erheben. Dem gleichen Blatte zufolge verstärkt Serbien seine ruppenaufgebote in Albanien und an der bulgarischen Grenze. 5 Der Seekrieg. 8 Amsterdam, 13. Sept. Nach einem hier eingegange⸗ nen Bericht ist der von einem deutschen Unterseebobt versenkte Dampfer„Garoni“, der einen Tonnen⸗ 0 gehalt von 18 500 hatte, nördlich der Insel Oléseron tor⸗ pediert wordem Das Schiff wurde zuerst von dem Tauch⸗ boot beschossen und dann, nachdem die Besatzung das Schiff verlassen hatte, torpediert und versenkt..
Ein Opfer deutscher U-Boote.
Athen, 13. Sept. Aus Kreta wird gemeldet, daß gestern in der Kissamo⸗Bucht(Kreta) ein Boot mit acht 5 Matrosen von einem englischen Handelsdampfer landete, der bei der Insel Gaydos von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden war.
Ein neues Großfeuer in Paris. 3
Genf, 13. Sept. Es wird gemeldet, daß gestern die bei Paris gelegenen Benzinlagerräume in St. Queen in Flammen aufgingen. Fast ganz Paris war in dichte 3 schwarze Rauchwolken gehüllt, und es herrschte lebhafte Er⸗ regung unter der Bevölkerung. Die Pariser Feuerwehren* suchten die Nachbargebäude zu schützen. Da bis nachmittag 8 um 3 Uhr alle Bemühungen, den Brand zu löschen, vergeb⸗ lich waren, mußten drei Löschzüge zur Verstärkung herbei« geholt werden. J
Kriegs-Kornfranck ist ein vorzüglicher und billiger Ersaiz für Bohnenkaffee. Das große Paket kosfet 50 Pfennig. Kriegs- Kornfranch schmeckt schr gut; er hat eine schõne Kaffee- Farbe.——
Damit man nz Nachahmungen erhält, muß man stets 0 0 ginal Bremer Börsenfeder“, mit dem roten 2
Kennwort:„Jedem das Seine“. ö


