Ausgabe 
(13.9.1915) 215. Erstes Blatt
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hielten wir den Feind auf dem rechten Ufer mit Erfolg 4

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Befehl der Obersten Heeresleitung zurückzuführen, die letzte Ver⸗

teidigungsstellung auf galizischem Boden unter allen Umständen zu halten. Die Kühnheit der russischen Gegenoffensive sei um so größer, als die Sereth⸗Stellung an beiden Flanken bereits durch⸗ brochen und umgangen wurde.

InmBerliner Lokalanzeiger wird über die russische Vertei⸗ digung am Sereth berichtet: Das unverhältnismäßig rasche Vor⸗ dringen der Truppen der Verbündeten nach Dub no und in die Stubiel⸗Niederung, also ziemlich nahe Rowno, den letzten öst⸗ lichen Hort russischer Kraft, konnte nicht anders, als den Gegner zu verzweifeltstem Widerstand in jenem Gebiete zwingen, in welchem seiner Berechnung nach alsbald bedeutende Verstärkungen aus dem Festungsdreieck angesprochen und hierdurch dies letztere Gebiet entlastet werden müsse. Das erfolgreiche Vordringen unserer Truppen würde demgemäß aufgehalten werden. Zu diesem Zwecke seien auf der ganzen Linie zwischen Trembowla und Czortkow, hauptsächlich aber westlich dieser beiden Städte, zwischen dem Sereth⸗Lauf und der Chaussee StruswoBuczacz sehr große Verstärkungen des Gegners eingetroffen, die bisher noch nicht abgeschlossene Kämpfe zur Folge hatten.

In derKölnischen Zeitung heißt es zu den Kämpfen der österreichisch⸗ungarischen⸗deutschen Truppen am Sereth: Die kraft⸗ volle Entschiedenheit, mit welcher die Truppen der Verbündeten der mit großer Ueberzahl auftretenden feindlichen Macht entgegen⸗ treten, und die günstige Entwicklung der Kämpfe im wolhynischen Gebiet berechtigen zu der Erwartung, daß die dortige russische Gegenoffensive bald zum Stillstand kommen wird.

Der russische Bericht.

Pekersburg, 12. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Bericht

des Großen Generalstabes vom 11. September. Ein feindliches Zeppelinschif, überflog am 10. September Bal⸗

tischport und warf einige Bomben. Unsere Wasserflugzeuge warfen auf die deutschen Schiffe im Hafen von Windau. In der Gegend von Riga und Friedrichstadt keine ernsten Kämpfe. In der Gegend von Jakobstadt warfen wir am 10. Sep⸗ tember eine Reihe von deutschen Angriffen zurück. In der Gegend von Dünaburg, bei der Eisenbahnstation Ponemunek, schoß unsere Artillerie ein deutsches Flugzeug herunter, welches einen Lazarett⸗ zug mit Bomben bewarf. Zwischen der Swenta und Wilic unternahm der Feind während des 10. September eine energische Offensive mit bedeutenden Kräften in der Gegend östlich Wel⸗ komierz. Der Feind schreitet auf der Straße nach Dünaburg und den benachbarten Straßen vor⸗ wärts. Er unternimmt seinen Angriff hauptsächlich südlich dieser Straße mit Hilfe starker Feld⸗ und Festungsartillerie. Zu gleicher Zeit schreiten bedeutende feindliche Kräfte in der Gegend östlich Schirwnitz mit allgemeiner Richung von Wilkomierz auf Swientsany vor. Zwischen der Wilia und dem Niemen haben sich unsere Stellungen nicht verändert. Starkes Artilleriefeuer am Unterlauf der Zeretschauka. Oestlich Grodno unternahmen die Deutschen seit dem Vormittag des 10. September hartnäckige Angriffe auf der Front Ozery Skidel. Wir warfen diese Angriffe mehrmals mit dem Bajonett zurück. Skidel wechselte wiederholt den Besitz, schließlich gegen Abend blieb Skidel nach einem glänzenden Sturm eines unserer Bataillone in unserer Hand. Unsere Kavallerie verfolgte den Feind eifrig, unter⸗ stützt durch unsere Infanterie, die die Deutschen aus den Schützen⸗ gräben südlich Skidel verjagte. Auf der Front südlich des Niemen fand an dem Flusse Zelwianka ein hartnäckiger Kampf statt. In der Nähe von Pieski Zelva und bei Pieski zerstörte unsero Artillerie eine feindliche Batterie vollständig. Darauf brachten wir mit Leichtigkeit einige Angriffe des Feindes zum Stehen. Bei Zelwa gelang es uns am 10. September wiederholte deutsche Angriffe zurückzuschlagen, trotz der Verwendung erstickender Gase durch den Feind. Wir behielten unsere Stellungen auf dem rech⸗ ten Ufer der Zelwianka, das wir vollständig vom Feinde säuberten. In der Gegend von Rozar versuchte der Feind auf der Staatsstraße nach Slon im dreimal unsere Truppen anzu⸗ greifen, hatte aber trotz seiner starken Artillerievorbereitung keinen

Erfolg. Weiter südlich bis zum Pripjet fanden nur Vorposten⸗

gefechte statt. In der Richtung von Rowno zogen sich unsere

Truppen am 10. September vor dem Gegner zurück, der gegen

Terasur vorging. In der Richtung auf Kremenec nahmen die Oesterreicher ihre Angriffe auf beiden Ufern des Oberlaufes des Goryn nahe der galizischen Grenze wieder auf. Zu gleicher Zeit trotz⸗ dem er Granaten mit giftigen Gasen benutzte. Mehrere öster⸗ reichische Abteilungen wurden durch unser Feuer vollkommen fortgefegt. In der Gegend von Tarnopol rückten wir am 10. September früh vor und bezwangen einen hartnäckigen Wider⸗ stand des Feindes. Nach Aussagen Gefangener ist das feindliche 6.. das eben erst gebildet worden ist, vollkommen. vernichtet worden. Da der Feind nicht in der Lage war, Wider⸗ stand zu leisten, ergriff er die Flucht; er ließ am 10. September 39 Offiziere, 2500 Soldaten mit 18 Maschinengewehren zurück. Eine Kompagnie von Automaschinengewehren unterstützte unsere Truppen lebhaft. Der Feind wich in der Richtung des Dnjestrs zu⸗ rück. In der Gegend südlich von Tarnopol finden eben⸗ falls hartnäckige Kämpfe statt. Wir schlagen dort eine Reihe wüten⸗ der Angriffe ab. Am Unterlauf des Sereth entwickelte sich unser Vormarsch mit Erfolg in der Gegend des Fleckens Tlusk und an der Serethmündung trotz heftigen feindlichen Feuers. Wir vertrieben den Feind aus Tlusk. Wir haben hier 13 Offiziere und 800 Soldaten gefangen genommen. Im Schwarzen Meere wurden an der imküste feindliche Untersee⸗ boote gemeldet. Torpedoboote und Wasserflugzeuge wurden zur Verfolgung ausgesandt. Die Oesterreicher und Deutschen versuchen dadurch, daß sie von einer Seite auf die andere springen, einen entscheidenden Schlag zu führen. Die Bemerkung in dem amtlichen deutschen Bericht vom 8. September wendet sich gegen unseren Bericht vom 8. September, wonach wir zahlreiche Gefangene machten und dreißig Kanonen und Maschinengewehre erbeuteten. Der Große Generalstab glaubt erklären zu müssen, daß er inner⸗ halb der Grenzen der menschlichen Kraft sich der Regeln der Kriegs⸗ kunst stets bemüht habe, jedes Ereignis im Wirklichkeitsmaß, ohne jede tendenziöse Färbung, darzustellen. Irrtümer sind immer möglich angesichts der Aufregung und manchmal der Un⸗ gewißheit, welche die militärische Kampfhandlung begleiten. Wir stellen mit Gewißheit unseren großen Erfolg ber Tarnopol und Trembowla fest, der durch die Aktion unserer Truppen bewiesen wird, der Generalstab muß eine endgültige Antwort über die er⸗ beuteten Trophäen bis zum Empfange genauer Berichte der bei diesen Kampf beteiligt gewesenen Truppen aufschieben. Ein Be⸗ richt der am 8. September beteiligten Armeen sagt über die Zahl 4 dem Jernde 1 N 3 Es gelang uns schon zu unseren Linien sechs 10 m-, sechs 15 m-Geschütze zu schaffen. Dieses Dolument allein beseitigt durch seine Klarheit die Meafsch⸗ keit, an unserem Erfolge zu zweifeln. Der Bericht des Oberbefehls⸗ habers an der Front vom 7. September sagt, daß diefer Schlag im voraus von dem Armeeführer ausgedacht war auf Grund auf⸗ klärender Nachrichten. Tas widerlegt also die Beschuldigung der tendenziösen Berichterstattung, im Zusammenhang mit dem Ereig⸗ nis von hoher Bedeutung, das kürzlich bei der russischen West⸗

0 armee stattfand.

Der wirkliche Führer der Russen.

Berlin, 13. Sept. Nach derDeutschen Tagesztg. enthältAz Est ein Petersburger Telegramm, demzufolge der Kaiser den General Rußki zu seinem Generaladju tanten ernannt habe. Man gehe daher in der Ansicht nicht fehl, daß Rußki der tatsächliche Oberbefehlshaber der russi schen Armee sei.

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Aus Petersburg.

Berlin, 13. Sept. Wie verschiedene Morgenblättor berichten, meldet derTemps aus Petersburg, daß in dleser Stadt und im Hafen alle Maßnahmen getroffen seien, um die Stadt in Verteidigungszustand zu setzen. Während der Nacht sei jeglicher Verkehr untersagt. Längs der Küste würden schwere Geschütze aufgestellt, ebenso auf den Höhen, die den Hafen beherrschen.

Eine Berechnung des russischen Finanzministers.

Berlin, 13. Sept. Nach einer Meldung verschiedener Morgenblätter ist in Wiener Blättern eine Meldung aus Petersburg enthalten, derzufolge der russische Finanz⸗ minister Bark in der Duma den durch den Krieg auf russischem Boden angerichteten Schaden auf acht Mil⸗ liarden Rubel beziffert habe, wozu noch die Kosten für

die gewaltsame Entfernung der Bevölkerung kämen. ****

Französische Sorgen.

Berlin, 13. September. Nach demBerliner Tageblatt erörterte der frühere Minister Pichon imPetit Journal voll Besorgnis die Pläne der deutschen Heeresleitung. Er erwartet noch für den Herbst eine furchtbare Prüfung der französischen Wider⸗ standskraft. Die französisch-englische Front müsse sich für die nahe Zukunft auf einen verzweifelten Ansturm gefaßt machen.

Der Großherzog von Baden bei Hindenburg.

Karlsruhe, 11. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Staats- anzeiger meldet: Der Großherzog hat in den letzten Tagen. dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg im Osten Besuch abgestattet und verschiedene badische Truppenteile in Rußland und Ostpreußen begrüßt. Am 7. September besichtigte der Groß⸗ herzog die vor kurzem ei ommene Festung Grodno, ins⸗ besondere die Forts und Stadtteile, wo badische Truppen ge⸗ kämpft und sich ausgezeichnet haben. Der Großherzog traf gestern auf der Rückreise in 1 ein und stattete der Kaiserin im Neuen Palais einen Besuch ab. Gestern fuhr der Großherzog von Berlin zu kurzem Besuch nach Schloß Königstein.

Die Mutter der Fürstin Bülow f.

Rom, 12. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber Basel. Nach einer Meldung der Agenzia Stefani aus Bologna ist Donna Laura Minghatti, die Mutter der Für st in Bülow, heute nachmittag gestorben.

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Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 12. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier berichtet von der Dardanellenfront: Im Abschnitte von Anaforta vernichtete unsere Artillerie auf dem rechten Flügel einige feindliche Munitionswagen. Unsere Artillerie auf dem linken Flügel beschoß sehr wirksam die feind⸗ lichen Schützengräben. Bei Ari Bur nu hat sich gestern nichts von Bedeutung ereignet. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr beschossen zwei feindliche Kreuzer und ein Torpedoboot mit Hilfe von Ballon⸗ beobachtern ohne Ergebnis unsere verschjedenen Stellungen. Sonst nichts von Bedeutung. Die Engländer fahren fort, das Zeichen des Roten Kreuzes zu mißbrauchen. Bei Meß⸗ tantepe und bei Anaforta in der Nähe der Lazarettwagen ließen sie ihre Soldaten Kriegs⸗ und Bajonettübungen machen. Seit einigen Tagen machen die Ambulanzen, obwohl es in diesen Abschnitten zu keinen Gefechten gekommen ist, fortgesetzt Trans⸗ porte nach den Gefechtslinien. Obwohl sie eine Menge von Hospital⸗ schiffen besitzen, wehen die Fahnen des Roten Kreuzes au verschie⸗ denen Orten, die für eine Landung an der Küste von Kemikli besonders günstig sind.

Banknotenfabritation in Italien.

Rom, 12. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) DieGazetta' Uffiziale veröffentlicht eine Verordnung, welche die Banca d'Italia zur Ausgabe von 300 000 Banknoten zu 500 Lire im Gesamtwerte von 150 Millionen ermächtigt.

Eine Erklärung des Grafen Bernstorff.

London, 12. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus New Vork: Graf Bernstorff hat eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt:Ich habe Archibald nie auch nur ein einziges reiben oder sonst etwas mitgegeben, hauptsächlich, weil ich es nicht für sicher hielt.

Die Sympathie Spaniens.

Berlin, 13. Sept. Wie derBerliner Lokalanzeiger aus Madrid erfährt, ging der dortigen Presse folgende Mitteilung des deutschen Botschafters, Prinzen von Ratibor, zu: Auf Grund der von den verbündeten deutschen und österreichisch-ungarischen Heere in Polen erzielten Erfolge, deren Krönung die Einnahme von Warschau gewesen, hat die deutsche Botschaft in Madrid seitens allen Gesellschaftsschichten angehörenden Personen massenhaft Be⸗ glückwünschungen und Sympathieerklärungen erhalten, daß es ihr unmöglich ist, jedem einzelnen eine Erwiderung zugehen zu lassen. Sie sieht sich genötigt, die Gefälligkeit der Presse in Anspruch zu nehmen und spricht auf diesem Wege ihren aufrichtigen Dank aus.

Der Seekrieg.

London, 11. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die bisher veröffentlichten Ziffern über die Verluste der britischen Schiffahrt durch Kriegs⸗ gefahren zeigen, daß der Gesamtwert der Ladungen in eng⸗ lischen Schiffen, die infolge der Kriegstätigkeit in 12 Monaten bis zum 31. Juli 1915 verloren gingen, 7 240 000 Pfund Sterling beträgt, von einem Gesamtwerte von 1502 Millionen Pfund. Der Verlust beträgt also ein Halbes vom Hundert. Während desselben Zeitraums betrugen die Verluste an Schiffen 4 v. H. der verwendeten Schiffe.

Paris, 11. Sept.(WTB. Nichtamtlich.)Journal mel⸗ det aus Madrid: Passagiere des englischen PostdampfersDe⸗ schado, der mit einer Goldladung von Liverpool nach Buenos Aires fuhr, erzählen, daß auf der Höhe von Brest das Schiff zwei Stunden lang von einem Unterseeboot verfolgt wurde.Deschado erhöhte die Schnelligkeit, fuhr im Zickzackkurs und feuerte mit seinen Schnellfeuerkanonen auf das tauchende Unterseeboot, das ohne Erfolg zwei Torpedos auf den Dampfer ab⸗ geschossen hatte. Zwei englische Kreuzer, die die Kanonade gehört hatten, eilten herbei und verjagten das Unterseeboot. Man glaubt, daß es dasselbe Unterseeboot war, das die DampferGuatemala

und Garoni versenkt hat. Madrid, II. Sept.(Wg. Nichtamtlich) Meldung der azarron

ce Havas: Am Freitag vormittag wurden in M

28 Matrosen des englischen DampfersAlexandre(2500 T.)

gelandet, am Donnerstag von einem deutschen Unterseebvot

62 Meilen von Kap Palas bei Murica versenkt worden ist. London, 11. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Der englische

DampferCornubia wurde versenkt; die Besatzung wrde

gerettet. Aus dem Reiche.

Stuttg 5 8. Wichemtlich 1 r 8 g ö ich. König ist, wie derStaatsanzeiger meldet, fo Telegramm des Kronprinzen W.

Dem ndes helm zugegangen:

Hofes ist von Oberbürgermeister Wermuth

Es ist mir eine große Freude, Dir wiederum n lönnen, daß drei Deiner Regimenter im 2 t mit drei preußischen Regimentern im Ar gonner Wald mit großem Schneid und tadelloser Wirkung mehrere feind⸗

liche Stellungen im Sturm en haben. inenwerfer,

den 2050 Gefangene, 50 Maschinengewehre, 48 e eine Revolverkanone, 100 große Flügelminen und viel Mate⸗ rial erbeutet. Mit allerherzlichsten Grüßen! f Wilhelm, Oberkommandeur der 5. Armee. Günstige Entwicklung des Güterverkehrs.

Berlin, 12. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) DieNord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung schreibt über die günstage Entwicklung des Güterverkehrs: Nächst den waltigen Zeichnungen auf unsere Kriegsanleihen und d günstigen Abschlüssen der Reichsbank gibt es wohl keine Tatsache, die einen so sicheren Rückschluß auf die gute Lage unseres gesamten Erwerbslebens gestattet, wie die anhal⸗ tende Steigerung der Einnahmen aus dem Güter⸗ verlehr der preußischen Staatseisenbahnen. Leider wurden diese Zahlen seit Kriegsbeginn nicht mehr laufend veröffent⸗ licht, weil sie bis zu einem gewissen Grade durch die Trup⸗ Fate e beeinflußt werden, und dem

Gegner keine Gelegenheit zu Rückschlüssen hierauf gegeben werden darf. Wie wir aber an zuständiger Stelle hren, ist die Ent⸗ wicklung dauernd eine günstige. Die Einnahmen aus dem A erreichten seit der Wiederaufnahme des vollen Güterverkehrs regelmäßig annähernd die des vorigen Frie⸗ densjahres. Im Juli 1915 haben sie sogar die Ein. des Juli 1914 um 2,80 Prozent überstiegen. Damit ist die höchste Julieinnahme übertroffen, die von den preußischen Staatseisenbahnen vorher je erzielt worden ist. Im Durch⸗ schnitt der Monate April bis Juli 1915 blieben die Ein⸗ nahmen aus dem Güterverkehr nur um 1,90 inter denen in den gleichen Monaten des Vorjahres zurück. Die Einnahmen aus dem militärischen waren an den Julieinnahmen nur mit 7,89 Prozent beteiligt. Die Ein⸗ nahmen für August stehen noch nicht fest. Man fragt sich unwillkürlich, wie es möglich war, daß der Güterver einen solchen Umfang annehmen konnte, da doch eine gro Zahl der kräftigen Arbeiter zu den Fahnen 1 3 wurde. Die Erklärung liegt darin, daß das Erwerbslel a alle verfügbaren Reserven aufgeboten 5 und daß alle Be⸗ schästigten mit der äußersten Kraftanstrengung arbeiteten Nicht nur alte Leute und Jugendliche, sondern namentlich auch Frauen sind jetzt. in Erwerbszweigen tätig, an die sie sich früher kaum herangewagt hätten. Der Einblick aber, den obige Zahlen in die günstige Lage unseres gesamten Er⸗ werbslebens gestatten, stärkt unser Vertrauen auf den endgültigen Sieg unserer guten Sache.

Berlin, 12. Sept(WTB. Nichtamtlich) Der Reichs⸗ kanzler hat sich heute abend zu einem Besuche Sr. I. 925. Ludwig von Bayern nach München

egeben. n

Berlin, 11. Sept.(We B. Nichtanttlich) Die dritte von der Stadt übernommene so te Millionenbrücke über die Eisenbahnanlagen nördlich des Stettiner Bahn⸗ in einer Uebernahmefeierlichkeit Hindenburgbrücke benannt

Aus Hessen. Aus der Zweiten Kammer. rb. Darmstadt, 11. Sept. Die Zweite Kammer der Land⸗

stände wird voraussichtlich Mittwoch, den 29. September, zur Abhaltung ihrer angekündigten Plenarberatungen zusammentreten. Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammen hielt heute vormittag im Ständehause eine Sitzung ab, die sich unter Vorsitz des stellvertretenden Ausschußvorsitzenden, Abgeord⸗ neten Reh, ausschließlich mit der Beratung der Regierungs- vorlage, betr. die Abänderung des Wahlgesetzes vom 3. unf 1911 25 und der Ergänzungsbestimmungen vom 18. Dezember 1914 be⸗ schäftigte. Der Ausschuß genehmigte nach einem kurzen Bericht ein⸗ stimmig den ausführlich begr. Gesetzentwurf in der 5285 1 1

fassung und stimmte auch sofort dem darüber verfaßten bericht zu. 5

Aus Stadt und Cand. Gießen, 13. September 1915.

Kartoffel⸗Ausstellung in Frankfurt.

Den hohen Stand der hessischen und hessen⸗ naß N 7 Landwirtschaft spiegelt in glänzender Weid die. ag mittag im Palmengarten eröffnete Kartoffel⸗Aus⸗ stellung wieder. Nicht nur die Fülle der ein 8 Kartoffelarten fesselt den Fachmann und den

aien, sondern in erster Linie die hervo Gitte und der hohe Kulturstand der mehr als he Sorten. An der Ausstellung beteiligen sich neben dem Mustergarten des Palmengartens und dem Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen auch zahlreiche Züchter und Ge⸗ nossenschaften aus fast allen Teilen Hessens und Hessen⸗ Nassaus. Der Palmengarten stellt mehr als 40 Sorten erlesener Früh⸗ und Spätkartoffeln aus, darunter als Neu⸗

züchtung die Sumpfkartoffel in mehreren Abarten, eine Frucht, der Fachleute eine gute Zukunft voraussagen. Unter

den Spätsorten des Palmengartens beanspruchen ferner die NeuzüchtungenVater Rhein undDelikateß besondere Aufmerksamkeit. Eine mustergültige Schau bietet ferner die Ausstellung der Obst⸗ und e in Friedberg, sie zeigt auch in der Larve der Wintersaat⸗ eule einen neuen gefährlichen Gemüse⸗ und Kartoffelfeind. Viel Beachtung findet die Abteilung des Agrikultur⸗ chemischen Laboratoriums der Universität Gießen, die an zahlreichen Beispielen sbrden Dün⸗ gungsversuche an den verschiedensten Kartoffelsorten bietet. Bei mehr als 50 Sorten zeigt Prof. Dr. Gisevius die Anbau⸗ und Düngungsergebnisse aus den Jahren 1329 bis 1915 und gewährt damit einen Ueberblick über

hohen Stand der heimischen Landwirtschaft, wie sie mit der Wissenschaft Hand in Hand arbeitet. Die Gärtnerei⸗Ge⸗ nossenschaft Sachsenhausen wartet unter 30 Sorten mit Neuzüchtungen auf:Alter Fritz,Zeppelin undHin⸗ denburg. Unter den vielen Einzelausstellern seien u. a. erwähnt Landwirt Kühn⸗Preungesheim, Kommerzienrat Robert de Neufville⸗ Homburg v. d. H., Prof. Dr. Kobelt⸗ Schwanheim, Landtagsabgeordneter Breiden⸗ bach⸗Dorheim, Seitz⸗Weber⸗ Falkenhain, die Gemein⸗ den Eschborn und Falkenstein. Diesen Ausstellern mit größe⸗

ren Sammlungen reiht sich eine große von Land⸗ wirten und Züchtern aus allen Gelleten 52

Oberhessens, dem Taunus, dem Rheingau, aus dem Mainzer cken, dem Maingebiet, dem Spessart und dem Odenwald an, die neben

den alten bewährten Sorten auch manche e Neufrucht zum erstenmal den Fachleuten zur Kritik vorlegen. Neben der Kartoffel-Ausstellung prangt eine 1 von allerlei anderen Herbstsrüchten in sast verschwenderische Ueppigkeit: Kürbisse vom Riesen bis herab zur Zier Melonen, viele Sorten Tomaten, der neueingeft