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3. Kartoffeln—
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run sa daß für die Kaiserliche Regierung die Möglichkeit
enfacle. 2 den englischen Wünschen entgegenkommende Aende⸗ rung der Flottennovelle in Erwägung zu ziehen, nachdem die englische Regierung sich zu dem Angebote eines befriedigenden Neutralitätsabkommens nicht habe entschließen können. Wenn Grey bemerke, daß das von deutscher Seite vorgeschlagene Abkommen weitergehen würde als irgendein Vertrag, den die englische Regie⸗ rung mit einer europäischen Macht, außer Portugal, schloß, möge das zutreffen. Er übersehe aber, daß auch die deutsche Gegen⸗ leistung ohne Vorgang, und zwar ohne Vorgang in der Geschichte dagestanden haben würde.
So endigten die Verhandlungen über das Neutralitätsabkom⸗ men und mit ihnen, wie die englische Kundgebung bemerkt, die Hoffnung auf eine Herabsetzung der beiderseitigen Rüstungsaus⸗ gaben. England wies die weitgehenden deutschen An⸗ erbietungen vor Kriegsausbruch zurück, die es ihm ermöglichen sollten, dem Krieg fernzubleiben, ohne daß seine Inter⸗ essen dabei beeinträchtigt wurden. Es wünschte, an dem Kampf zur Niederwerfung Deutschlands teilzunehmen, mußte daran teilnehmen, denn derselbe englische Minister, der am 17. März 1912 Metternich versicherte, daß seine Politik darauf gerichtet sei, eine erneute Gruppierung der Mächte in zwei Lager zu ver⸗ meiden, führte nur wenige Monate später den bekannten Noten⸗ austausch mit dem französischen Botschafter herber, der den Zu⸗ sammenschluß Frankreichs und Englands gegen Deutschland auch formell besiegelte, und war im Frühjahr des vorigen Jahres ent⸗ schlossen, England und Rußland in gleicher Weise festzulegen.
Zeichnet die dritte Kriegsanleihe!
Kriegsbriefe aus dem Osten.
Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter 5 unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Bilder von Bialhstok.
Bialystok, Ende August. Der russische Militär friedhof.
Ein paar Kilometer außerhalb der Stadt an der Straße nach Grodek liegen der russische orthodoxe und der katholische Friedhof von Bialystok. Der russische Kirchhof ist ursprünglich kleiner ge⸗ wesen als der polnische, unter dichten Bäumen und Büschen— eine grüne Insel in der grau⸗grünen welligen Trostlosigkeit dieses Stückes e— stehen die verwitterten alten Doppelkreuze. In disse Stätte, in der sich Gras und Blumen, Baum und Busch mit dem alten morschen Holz der Kreuze und den zerfallenden Hügeln zu stillem Ineinander fanden, hat der Krieg eine schreiende
erxänderung gebracht. In dem alten Teil hat man die russischen und polnischen Soldaten begraben, die im Jahre 1914 in Bialystok sestorben sind. Es müssen viele Tausende in Bialystok gestorben 102. Die blauen und grünen Kreuze und Doppelkreuze stehen ichter als die Bäume, die den Hintergrund bilden. Nach Regi⸗ mentern sind die Grabreihen, die schon mit dichtem Gras über⸗ wuchert sind, geordnet, und bald kommt man zu der Ueberzeugung, daß hierhin auch Tote zurückgebracht worden sein müssen. Denn Reihe neben Reihe taucht auf, ein Wald von Kreuzen, und dann der alte Friedhof auf, und auf dem anschließenden kahlen daneben beginnt ein neues Gräberfeld, das die Toten von
1915 aufgenommen hat. Hier sind Tausende von Kreuzen dicht nebeneinander, alle haben das kleine weiße Blechschild mit Namen und Todestag. In Bialystok, dem wichtigen Tnotenpunkt und rufssschen Dauptekappenort sind viele Lazarette gewesen, diefer riesige Soldatensriedhof spricht dafür, daß hier auch Tote als den Gefechten und Schlachten zutickgebracht worden sind, er erklärt
auch, wie 3 kam, daß man zuweilen so wenig russische Gefallene
sah, wo vorher Vernichtung gewesen sem müßte. Die dichten
Gräberreihen, dieses Verhau von Kreuzen spricht eine ergreifende
Sprache von den furchtbaren russischen Verlusten, keine noch so
lluge Schönfärbung kann dieses stille Feld, das doch so laut redet,
333 Hier sind die furchtbaren Wundmale Rußlands dem licke offen.
In einer Ecke ragen die Stangen für die gefallenen Mohamme⸗ daner und dann ist noch ein sehr weiter Raum umfriedigt, den für die Zukunft bestimmt war..
Ein grauer Himmel wolkt über dem Acker, in dem Rußlands schlafen. Aus den Wolkenrändern bricht zuweilen gelb⸗ Licht und streift über das ferne Bild der Stadt, die im ihre Schornsteine und Häusergiebel aufreckt.
g*
Abend in Bialystok. 8
Gegen Abend, etwa gestern, als das elektrische Licht noch nicht brannte, giht es ein paar Ecken in Bialystok— in der Basarnaja oder Nicolaija— die einigen Reiz haben. Die Lampen stehen über⸗ all in den kleinen niedrigen Läden, die jede deutsche Kleinstadt besser kennt. Die Frauen und Männer drängen sich auf den Bürger⸗ steigen, die bunten Schilder, die das Gewerbe ihres Ausstellers anzeigen, sind von Schatten und Licht lebendig und seltsam über⸗ huscht. Die Soldaten, die gutmütigen deutschen Soldaten drängen sich und zahlen nach wie vor die unverschämten Preise. Für Ziga⸗ retten, auf denen der Preis von 15 Kop. für 10 Stück aufgedruckt ist, 40 Pfennige und so in allen Dingen.
Im Aquarium, dem einzigen Restaurant, in demses vor kurzem zu essen gab, sind alle Tische mit Offizieren besetzt. Kerzen flackern. Es ist ein Treffen dort von Menschen, die sich Monate nicht gesehen haben, ein Wiedersehenslokal, das sich bemüht, die Freude nicht ins Uferlose wachsen zu lassen. Tee: niema, Kaffee: niema, überhaupt das„niema“ ist vorherrschend bei jeder Art von Getränken, und im allgemeinen ist die Feldküche viel vertrauen⸗
erweckender. Gespräche. 0
Die Dame, in deren Hause ich wohne, sagte mir:„Wir haben nicht gewußt, in welchem Lande wir wohnen, wie schrecklich barbarisch dieses Rußland ist! In den letzten Tagen haben die Russen genommen Geld in einer Weise, die schandvoll ist. Sie haben offen gesagt, ist der letzte Tag, müssen wir nehmen. Auf den Dörfern kostet ein Haus, das sie nicht anbrennen, 10 Rubel, hier war alles noch teurer. Einige haben noch etwas getan für das Geld, die anderen haben genommen und nichts getan.“
Die Vermutung und die Nachrichten, daß der russische Rück⸗ zug ein glänzendes Geschäft für die Militär- und Polizeibeamten ist, scheint sich danach zu bestätigen, obwohl ich mir bewußt bin, daß allen diesen Gesprächen mit gebliebenen Einwohnern nur ein be⸗ dingter Wert zukommt.„In Bialystok waren die schönsten Bril⸗ lanten, die elegantesten Frauen, Sänger aus Petersburg und Warschau. Equipagen und Automobile. Diese Toiletten! Bialy⸗ stok war eine reiche Stadt, wir erkennen es nicht mehr, wenn wir auf die Straße gehen. Wir sind in einer fremden Stadt.“„Ich kann mir nicht vorstellen, daß hier elegantes Leben Abr hat, es gibt ja keine Läden in der ganzen Stadt, kein Gasthaus, es gibt eigentlich nur..„Schmutz“.“ Ich weiß. Aber man war unter sich; im Klub. Viel Gesellschaft. Es war nicht billig in Bialystok. Diese Wohnung, fünf Zimmer, lleiner aten, doch in der Vorstadt, kostet beinahe 2000 Mark. Jetzt haben wir nicht einmal Licht, und die Butter kostet 3 Mark.
Da ging— um die Mittagszeit— das elektrische Licht wie⸗ der au. Eben waren die Motoren, von denen man leicht ersetz⸗ bare Teile nur genommen hatte, wieder in Betrieb gesetzt, an Abend lief die Wasserleitung wieder.—„Es ging schnell, so schrecklich schnell, wie ihr Vormarsch! O diese Niemetzki!“
Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Vermischtes. a
* Kriegsnamen für französische Babys. Der Chauvinismus in Frankreich treibt im Verlaufe des Krieges immer seltsamere Blüten. Die letzte„patriotische Mode“ der Franzosen
Söhne graues Westen
besteht in der Sucht, die neugeborenen Kinder mit sog· Kriegs
namen zu tausen. „Times“ berichtet wird, dem Publikum gegenüber in dieser Hinsicht außergewöhnlich entgegenkommend gezeigt und die mertwürdigsten Namengebilde in ihre Register aufgenommen. Die Zahl der Knaben, die den Vornamen, Joffre“ erhielten, und der Mädchen, die Joffrette“ genannt werden, ist Legion. Ganz besonders leistet man in der Provinz Erstaunliches im Erfinden zeitgemäßer Vornamen. Als aber ein Bürger von Vordeaux für sein Töchterchen den Namen „Revanche“ anmelden wollte, mußte er sich 12 seinem Schmerze von dem Beamten eine Zurückweisung gefallen lassen. Um so duldsamer zeigte sich jedoch der Magistrat eines Dorses in der Touraine. Dort gelang es einem Vater, die Bewilligung zur Taufe seines Töchterchens mit dem Namen„Poilu“ zu erhalten. Poilu ist der Spitzname des sranzösischen Soldaten im Schützengraben und heißt in sinngemäßer Uebersetzung—„der Bärtige“! Man wird zugeben müssen, daß dieser Mädchenname zum mindest nicht der Originalität entbehrt. 5
BBB BBBBBZ—A t B——B—b8
Märkte. le. Frankfurt a. M. Biebhofmarktbericht vom g. Sept. Auftrieb: Rinder 574(Ochsen 7, Bullen 2, Kühe und Färsen 365), Kälber 1008, Schafe 125, Schweine 721. Marktverlauf: Kälber werden bei flottem, Schafe bei regem
Handel ausverkauft. Am Schweinemarkt gedrückter Geschäftsgang und Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht · gewicht. Kälber. Mk. Mk. Feinste Mastkälbe r 363286 187143 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 77-82 128137 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 70—76 119—129 Geringe Saugkäl ber.„ 63—68 107—115 Schase. Weidemastschase: g Mastlämmer und Masthammel 59-00 128—00 Geringere Masthammel und Schase... 48-50 115—120
ch weine.
Vollfleischige Schweine von 80 bis
100 kg Lebendgewicht... 140.00-150.00 175.00— 185.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg
Lebenge wicht. 128.00— 140.00 160 175.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis.
120 kg Lebend gewicht... 140.0015000 175.00—1 85.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis
150 kg Lebendgewicht... 140.00-150.00 175.00 185.00
F. Wiesbaden. Viehhof- Marktbericht vom 8. Sept. Auftrieb: 165 Rinder(darunter 24 Ochsen, 13 Bullen, 128 Kühe), 243 Kälber, 7 Schafe, 193 Schweine. Die Preise hielten die Höhe vom 6. d. Mts. und wurde bald der Auftrieb bei lebhastem Handel
geräumt.. 5 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) ke. Frankfurt a. M., 8. Sept. Fruchtmarkt. Man notierse: Weizen 68—70 Mk., Mais 58—60 Mk., Kokoskuchen 60-62 Mk., Leinkuchen 67-68 Mk., Rapskuchen 50 Mk., Kleie 49
bis 51 Mk. Alles für 100 kg. 5 se. Frankfurt a. M., 8. Sept. Kartoffelmarkt.
Kartoffeln srei Frankurt 8,00—8,50 Mk.. Alles per 100 xg. —— 2——
Kirchliche Nachrichten. Jsraelitische Religionsgemeinde.
Gottesdienst in der Sunagoge(Süd⸗Anlage).
Samstag, den 11. September 1915: Vorabend: 6.30 Uhr. f Morgens: 8 Uhr. Eidesvorbereitung der Rekruten. Hauptgottesdienst 8.30 Uhr.
Nachmittags: 4.00 Uhr. Sabbatausgaug: 7.35 Uhr.
Bekanntmachung.
Für die wabhrscheinlich am 1. Oktober d. J. in Betrieb kommende Kochküche des unterzeichneten Truppenteils
soll der Bedarf in folgenden Losen vergeben werden: J. sämtliche Fleisch⸗ und Wurstwaren 2. Kolonlalwaren und Hülsenfrüchte
2 Hale Dendrafz eigburger Kale und Butt 5 Milch, Handkäse, Limburger Käse un er 6. Abnahme des Gespüls. N Schriftliche Angebote sind unter der eie n „Angebot auf Los Nr. dan die unterfertigte Stelle, Land⸗ grasenstraße Nr. 6. Zimmer Nr. 12, bis zum 18. d. Mis.
einzureichen, woselbst auch die Lieferungsbedingungen
ausliegen.
Obstversteigerung. Die ca. 900 Stadt Nidda, meist feinstes Tafelobst, wird Mitt⸗ woch, den 15., und Donnerstag, den 16. Sep⸗ tember, vormittags 8 Uhr beginnend, an Ort und Stelle stammweise versteigert. Himmelbach'schen Sägewerk. Nidda, den 7. September 1915.
Zentner große Aepfelernte der
Dr.
Zusammenkunft am
Großh. Bürgermeisterei Nidda. Erk.
1172
28. September abwesend.
insser
bis zum
Gießen, den 8. September 1015. Landsturm⸗Inftr.⸗Ersatz⸗Batl. I(XVIII 32 Gießen. Der Küchenvorstand. 7184
Obstversteigerung.
Mittwoch, den 15. September d. J., von
Kartoffel-Ausstellung
Abschriften, Oictze Vervielfaltigunges?
Die Magistratsämter haben sich auch, wie der
Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der Landstraße von Gießen nach Klein⸗Linden, von km 2 bis 2,9, liegt bei dem Kaiserlichen Telegraphenamt in Gießen von heute ab vier Wochen aus.
. Darmstadt, 9. September 1915.
. Fheumatismus-, lschias- und Gichtleidende
Kaiserliche Ober⸗Postdirektion.
Obstversteigerung.
Montag. den 13. September l. Js., nachmittags 1½ liber. wird das Obst aus dem fiskalischen Klee⸗ und Dürrgarten bei Alten⸗Buseck an Ort und Stelle losweise versteigert. 17160 B Gießen, den 6. S d. 1915. Großherzogliche Nen Gießen. Koe—
Grummetgrasversteigerung.
Montag, den 13. September 1915, vor⸗ mittags 8 Uhr anfangend, wird das Gemeinde⸗ Grummetgras versteigert. Zusammenkunft an der Ziegelhütte.
Allendorf a. d. Lumda, den 8. September 1915.
Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda. Rein.
Oystversteigerung.
Montag, den 13. und Dienstag, den 14. September d. Js., jedesmal von morgens 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in sehr großen Quantitäten Aepfeln(sehr schönes Tafel- und Kelterobst), Birnen und Nüssen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Der An⸗ sang ist am Beuereweg. Großen⸗Buseck, am 6. September 1915. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb.
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vormittags 9 Uhr an, soll das der Gemeinde Saasen gehörige Obst, bestehend in größeren Mengen Tafel- u. Kelter⸗Aepfeln, Birnen und etwas Zwetschen, versteigert werden. Zusammenkunft im Ort. Saasen, den 8. September 1915. Großh. Bürgermeisterei Saasen. Schepp.
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Beginn des Fortbildu Unterrichts am glei Abend. 1 1
Der Vorstant tenog abben⸗


