Ausgabe 
(2.9.1915) 206. Erstes Blatt
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tadt und cand. 4 79 5 Gießen, 2. September 1915. Das städtische Mietseinigungsamt.

Vor ungefähr einem Jahr wurde in Gießen das Miets⸗ einigungsamt ins Leben gerufen, dessen Aufgabe im wesent⸗ lichen die außergerichtliche Regelung von durch den Krieg mit⸗ verschuldeten Mietsstreitigkeiten bilden sollte. Während seiner Wirk⸗ samkeit wurde das Amt im ganzen in 71 Fällen in Anspruch ge⸗ nommen. In 33 Fällen riefen seine Vermittlung Vermieter, in 38 Fällen Mieter an. Die Streitfälle betrafen 58mal laufende und rückständige Miete, 10mal die Kündigung des Mietsverhältnisses und Zmal Mietsrückstand nach beendigtem Mietsverhältnis. Die Streitfälle wurden erledigt durch Vergleich mit städtischem Miets⸗ zuschuß in 10, durch Vergleich ohne einen städtischen Zuschuß in 16 und durch Einigung außerhalb der Sitzungen in 29 Fällen. Ohne Ergebnis blieben 16 Fälle. 13 Fälle betrafen Wohnungen und Geschäftsräume. Die Verhandlungen verteilen sich dem Miet⸗ werte nach wie folgt: 26 Fälle betrafen ein Mietobjekt von 300 Mark, 29 ein solches bis zu 600 Mk., 11 ein solches bis zu 1000 und 5 Objekte über 1000 Mk. Jahresmiete.

Von den erwähnten 16 Mietsstreitigkeiten, die vor dem Miets⸗ einigungsamt im Laufe des Jahres keine Erledigung fanden, sind nur ganz wenige vors Gericht gekommen und auch dort noch durch Vergleiche aus der Welt geschafft worden.

Die äußerst geringe Zahl von Mietsstreitigkeiten im Kriegs⸗ jahr, die Gießen im Verhältnis zu andern Städten, aus denen Zahlen bekannt geworden sind, aufweist, erklärt sich durch die Einrichtung der städtischen Mietszuschüsse an die Frauen zum Heere einberufener Familienväter. Die Stadt beweist hierin, wo eine Notlage vorliegt, weitgehendes Entgegenkommen. Diese Mietszuschüsse sind durch die starken Einberufungen zum Heeres⸗ dienst mit der Zeit auf einen monatlichen Unterstützungsbetrag aus städtischen Mitteln von 1518 000 Mark gestiegen. Teil⸗ weise haben auch die gewährten städtischen Zuschüsse für die

Einquartierung eine große Reihe von Mietern befähigt, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Hauseigentümer nachzukommen. Es ist dies besonders dort der Fall, wo sich Wohnungsinhaber in Friedenszeiten durch Zimmer vermietung einen Teil der von ihnen zu zahlenden Wohnungsmiete verschafft haben. Die verhältnis⸗ mäßig geringe Inanspruchnahme des Mietseinigungsamts gegen⸗ über der prozentual weit höheren Zahl in Groß- und Industrie⸗

städten erklärt sich weiter auch dadurch, daß das Mietskasernenwesen] d

in Gießen nur in ganz schwachen Anfängen vorhanden, und daß

im Verhältnis zur Einwohnerschaft die Industrie⸗Bevölkerung,

die von der Hand in den Mund lebt, nicht sehr beträchtlich ist. 2 1*

Berwertung von Fallobst.

Die Sicherstellung unserer Volksernährung erfordert es, daß von der reichen Obsternte dieses Jahres keine Frucht umkommt, die als menschliche oder tierische Nahrung dienen

ann. Dies 5 besonders für Fal lobst und gewisse Wil d⸗ früchte, die in manchen Gegenden völlig unbenutzt blei⸗ ben, obwohl sie einen großen Wert für die Herstellung von Obstkonserven besitzen. Dia diese Erzeugnisse der Obstverwertungsindustrie im kommenden Winter eine erhöhte Bedeutung als Brotaufstrich zum teilweisen Ersatz der immer knapper werdenden Fette erlangen, ist es nötig, die Versorgung der Marmeladen- sabriken mit Obst über die gewöhnliche, vom eingeführten Handel 8 Nufuhr hinaus zu steigern. Zu diesem Zweck so überall im Reich, wo es an geordneten Ab⸗ atzwegen fehlt, Sammelstellen geschaffen wer⸗ en, die jede Menge Fall⸗ und Wildobst von zwei Zentnern aufwärts annehmen und, zu Waggonladungen(100 oder 200 Ztr.) vereinigt, der Industrie zuführen. Der Absatz der o gewonnenen Früchtemengen zu festgesetzten Preisen ist urch Vereinbarungen der Zentral⸗Einkaufsgesell⸗ schaft(Berlin W. 8, Behrenstraße 21, Abteilung Frucht⸗ a verwertung) geregelt, die allen Interessenten auf Verlangen die 2 75 N e Anleitun 0 1 15 t zu hoffen, iese gemeinnützigen Bestrebungen überall die eifrigste Unterstützung finden. 5*

n

Auf dem Felde der Ehre gefallen. 5 Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Unteroffizier der Res. Rob. Karl, Ins-⸗Rat. Königsberg 1, aus 8(Oberhessen). Kriegsfreiw. Karl Schmidt, Inf. Rgt. 222, aus Taubenstein bei Wetzlar.

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Aus zeichnung. Dem Vizeseldwebel Friedrich Bauer aus Gießen, Masch.⸗Gew.⸗Komp. Inf.-Regiments Nr. 118, Inhaber des Cisernen Kreuzes, wurde die Hess. Tapferkeitsmedaille

2 Rote ⸗K Medaill

ie Rote⸗Kreuz⸗ Medaille dritter Kl. ielt Schwester Anna Groth in Giezen. 5 901 80 * Vom Roten Kreuz. Im Monat August wur⸗ den auf der Verband⸗ und Kranken⸗Erfrischungsstation am hiesigen Bahnhofe 18 421 durchkommende Soldaten, dar⸗ unter 1427 Verwundete, verpflegt. Am stärksten war die Station am 28. August in Anspruch genommen, da an diesem Tage 2084 Portionen ausgegeben wurden. Die Sanitäts- dbolonne hat im vergan

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Vaterlandes gefolgt sind und zum größten Teile ndesland stehen, soweit sie nicht schon den Heldentod er⸗ Das Turnen findet ohne jedes Festgepränge statt, h. die Nichtturner durch das Turnen selbst, rischer, wie vaterländischer Lie⸗

8 5 0 2.

der angene 2 5

a ringe freiwillige Beiträge zur Deckung der Un⸗ 0

ten werden mit Dank angenommen. Landkreis Gießen.

O Abendstern, 2. Sept. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille wurde verliehen dem Gerichtsdiätar am Amtsgericht zu Siegburg Wilh. K nipp von hier, z. Zt. im Felde.

h. Lich, 1. Sept. Die Licher Spar⸗ und Kredit⸗ A.-G. verteilt für das Geschäftsjahr 1914 aus 7869 Mark Ueberschuß wieder 15 Prozent Dividende. Im Verhältnis zu den eigenen Mitteln(23600 Mk. Aktienkapital und 119016 Mk.Ueberschußkonto) sind die auf 1 795 856 Mk. (i. V 1 799 160 Mk.) sich belaufenden Kreditoren, neben denen noch ein Kontokorrentkonto von 8402 Mk.(24 126 Mk.) unter den Passiven 11 55 wird, recht hoch. An bar wer⸗ den 81096 Mk.(56332 Mk.) und an Wechseln 61910 Mk. (55 709 Mt.) aufgeführt, während der Rest der Verbindlich- keiten seine Deckung in den 1 440 000 Mk.(1500 000 Mk.) Debitoren, dem auf 141 519 Mk.(105 237 Mk.) angegebenen Kontokorrentkonto und dem Kaufschillingskonto von 218 970 Mark(246 891 Mk.) findet.

Lich, N Sent. Dem Musketier Christian Fischer zu Lich vom Infanterie⸗Regiment 116, schwerverwundet am 22. Aug. v. J. bei Auloy, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille

verliehen. Kreis Alsfeld. Aus dem Ohmtal, 1. Sept. Die Aussichten auf ein starkes Vorkommen der Feldhühner haben sich auch hier nicht überall verwirklicht. Es gibt Felder, in denen die Hühner⸗ ketten recht mäßig anzutreffen sind. Die Hasen sind dagegen besser geraten. Ueberall trifft man noch die Jungen des letzten Satzes an, die allerdings noch nicht schußreif sind. Für junge Hühner bezahlt man zurzeit 1,20 Mark, für das Pfund Reh im ganzen 0,90 Mark; für Hasen ist der Preis noch unbestimmt. Kreis Schotten.

OSGedern, 1. Sept. Nächsten Sonntag, 5. d. Mts,, hält Obstbauinspektor Metternich⸗ Büdingen imBergwirtshause 5 Vortrag überObst⸗ und Gemüseverwertung in der

riegszeit.

I Kaulstoß, 1. Sept. Straßenwart Wilhelm Appel von hier erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Er ist der zweite damit Ausgezeichnete unserer kleinen Gemeinde.

Vom vorderen Vogelsberg, 1. Sept. Die Welschnuß ist wohl eine Frucht wärmerer Gegenden als die

unserigen, aber doch gibt es kaum ein Dorf, in dem nicht Welsch⸗ nußbäume anzutreffen wären. Daß der Nußbaum sich für unsere Gegend nicht eignet, ist ein ungerechtfertigtes Vorurteil, das die voll hängenden Nußbäume heuer am besten widerlegen. Die Straßenperwaltung hat eine Anpflanzung von Nußbäumen an er Kreisstraße Ober⸗OhmenZeilbach vornehmen lassen.

Aus dem Vogelsberg, 1. Sept. In ungewöhnlich starker Zahl treten jetzt die Wespen auf. Ihre Nester findet man überall in Erdlöchern und auch kunstvoll gebaut in den Hecken. Zu Anfang dieses Sommers zeigten sich die Wespen so selten, daß man glaubte, eine Wespenplage sei ausgeschlossen. Jetzt ist ihr Vor⸗ kommen umso häufiger. Ein gutes Vernichtungsmittel gegen diese lästigen Insekten sind Arzneigläser, mit Zuckerwasser gefüllt, die man an den Decken der Küchen und anderer Räume aufhängt. Durch ihren außerordentlich scharfen Geruchssinn gehen die Wespen bald dem Zuckerwasser nach und ertrinken in ihm.

Kreis Friedberg. 5

Friedberg, 2. Sept. Gegenwärtig findet hier in der Polytechnischen Lehranstalt eine AusstellungAus der Plakatkunst statt. An etwa 500 alten und neuen Plakaten des Inlandes und Auslandes wird die Entwicklung dieses Gebietes der Reklame gezeigt. Die Schau bildet gleichzeikig ein gutes Lehr⸗ und Unterhaltungsmittel für die zahlreich hier weilenden Kriegs⸗ verwundeten, von denen täglich eine Gruppe in die Ausstellung geführt wird.

b. Friedberg, 1. Sept. Zwei russische Studenten, die früher die hiesige technische Lehranstalt besucht hatten, haben sich trotz der ihnen bekannt gegebenen Verbote außerhalb der Gemarkung Friedberg begeben, auch Verkehr mit französischen Kriegsgefangenen angebahnt. Nunmehr sind sie auf Verfügung der Militärbehörde in ein Kriegsgefangenenlager überführt wor⸗ den, eine Warnung für alle Ausländer, die sich hier frei be⸗ wegen dürfen, die Gebote, die ihnen das Gastrecht im deutschen Lande auferlegt, nicht zu verletzen. Dem Bürgermeister Stahl von hier wurde von dem Direktor der Zentralbank in Antwerpen, Herrn Nathan Buxweiler, einem geborenen Friedberger, der Betrag von 2000 Mark zugesandt, mit der Bestim⸗ mung, daß 1000 Mark der Kriegsfürsorge in Hessen und 1000 Mark den bedürftigen Witwen und Waisen von gefallenen Fried⸗ bergern überwiesen werden sollen.

F. C. Friedberg, 1. Sept. Eine Ermäßigung der Brotpreise tritt ab heute für die Städte Friedberg, Vilbel, Bad⸗Nauheim und Butzbach ein, und zwar kostet Brot 70 Pfennig:

in den übrigen Orten des Kreises wird der Preis auf 68 Pfennig

für den 4⸗Pfund-⸗Laib ermäßigt. Ein 50-Gramm-Brötchen kostet 5 Pfennig.

v. Bad⸗Nauheim, 1. Sept. Mit Genehmigung des Großh. Ministeriums wird unser Badeplatz von jetzt ab voll ständige Winterkur erhalten. Während des ganzen Winters bleibt ein Badehaus nach Bedarf mehrere geöffnet. Der Betrieb im Kurhaus wird zum größten Teil aufrechterhalten, und es finden Konzerte der Kurkapelle sowie sonstige künstlerische Unterhaltungen statt. Mit der Einführung der Winterkur ist ein jahrelang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, und das Badeleben unseres Platzes dürfte durch diese Neueinrichtung in günstigster Weise beeinflußt werden. 5

F. C. Butzbach, 1. Sept. Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielt Gerichtsassessor Hainer, Hauptmann der Res. im 20. bayerischen Insanterie-Regiment.

h. Vilbel, 1. Sept. Noch nichts gelernt hatte ein hiesiger junger Mann, als er am Sonntag Arm in Arm mit einem ge⸗ sangenen Franzosen die hiesigen Straßen durchwanderte, wobei beide eine Zigarette nach der andern rauchten. Schließlich geriet dieEntente einem Gefreiten in die Quer, der kurzen Prozeß machte, dasBündnis etwas recht unsanst löste und dabei beiden eine Lektion las, die ihm den lauten Beifall der Zuschauer eintrug.

Hessen⸗Nassau..

m. Kirchhain, 1. Sept. Die hiesige Jugend wehr ver- anstaltete gestern nachmittag in der Puppach ein seldmäßiges Ab⸗ kochen. Nach einem Uebunasmarsche wurde am Waldrande Halt gemacht und über Lagerseuern die Kochkessel aufgehangen. Das Schauspiel hatte viele Zuschauer angezogen. In unserem Nachbar- dorf Allendorf sind nun bereits 22 Söhne den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Drei Kriegsteilnehmer von hier werden ver mißt und drei sind in Gesangenschaft geraten.

J. Frankenberg, 1. Sept. In der letzten Stadt ver- ordneten versammlung wurden u. a. folgende Beschlüsse

faßt: Bei der Wahl der Stadtverordneten soll die vor jährige

ählerliste als Grundlage dienen. Dem Stadtverordneten Schmidt⸗ mann wird als Bürgermeister-Stellvertreter eine monatliche Ver⸗ gütung von 60 Mark zugebilligt. Die Anwerbung von 16 Kriegs gefangenen zu landwirtschaftlichen Zwecken wurde beschlossen.

h. Fulda, 1. Sept. BeimSteinwerfen wurde der acht⸗ jährige Sohn des Eisenbahnschaffners Klug von einem Stein derart an den Kvpf getroffen, daß er nach kurzer Zeit verstar b.

h. Bad Homburg v. d. H., 1. Sept. Kurdirektor Richard Feldsieper, der vom 1. Juni bis Ende September probeweise als Leiter des hiesigen Kurwesens angestellt war, wurde in der gestern abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung vom 1. Oktober ab endgültig gewählt.

X. Gelnhausen, 1. Sept. Auf Veranlassung der Kreis- verwaltung sind im Verlaufe des vergangenen Verwaltungsjahres im Kreise Gelnhausen in den Orten Bad Orb, Gelnhausen, Wächters bach, Somborn, Bieber, Birstein, Schlierbach, Kassel, Wirtheim, Neuses und Lieblos Wohnungskommissionen gebildet worden, denen die Aufgabe zufällt, von Zeit zu Zeit, etwa alle 34 Wochen, zusammenzutreten, Besichtigungen vorzunehmen und darauf hinzuwirken, daß die Wohnungsverhältnisse hinsichtlich der Reinlichkeit usw. gebessert werden. Die Kommissionen bestehen

me Unterhaltung finden. Eintrittsgeld wird nicht[ aus dem Bürgermeister,

werden müßte.

einigen Mitgliedern der Gemeinde- weer dem am Orte wohnenden Arzte und der Kranken⸗ schwester. b

h. Aus dem Westerwald, 1. Sept. Die wenige Kilometer von Hachenburg entfernte Abtei Marien⸗ statt feierte gestern ihr 700 jähriges Bestehen. Die Abtei liegt herrlich im Tal der großen Nister und ist von den 100 Klöstern, die die Zisterzienser in Deutschland einst besaßen, als einziges übrig geblieben. Das Kloster wurde 1803 aufgehoben, seine Gebäude dienten bis 1888 weltlichen Zwecken. In diesem genannten Jahre gelang es dann dem 5 Bischof Klein von Limburg, die Klostergebäude zu er. werben und sie den Zisterziensern zurückzugeben. Seit 1890 ist Marienstatt wieder Abtei. Die 600 Jahre alte Kirche, im frühgotischen Stil erbaut, birgt im Innern zahlreiche 7 Altertümer von bedeutendem Kunstwert. Von hervorragen⸗ der Schönheit ist besonders der gotische Flügelaltar. In un⸗ mittelbarer Nähe des Klosters liegt der Kaiserliche Kirchhof. Hier ruhen die österreichischen Krieger, die in Jahren 1793-1797 im Lazarett zu Marienstatt starben. 1

vermischtes. 1 Berlin, 1. Sept.(Privattelegramm). DerBerlin- Lokalanzeiger meldet aus Genf: Der französische Fliege

Pegoud wurde getötet. Die näheren Umstände seines Todes werden als Dienstgeheimnis betrachtet. Pégoud war der erste, der Sturzflüge in der Oeffentlichkeit vorführte. 7

Bandel. f

Leipzig, 1. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Geschäst an der Ledermesse verläuft normal. Die Preise zeigen seste Tendenz. Die Vorräte sind mäßig. Es besteht 8 Bedarf für Militärzwecke. Dieser wird reichlich durch gute Qualitäten gedeckt, die die Militärbehörden übernehmen. 5

Märkte. 5 FC. Wiesbaden. Viehhof⸗Marktbericht vom 1. Sepft. Austrieb: 206 Rinder(darunter 17 Ochsen, Ls Bullen, 161 Kühe, 250 Kälber, 29 Schafe, 145 Schweine. Bei regem Handel und 8 gleichen Preisen wie am 30. August wurde bald der Auftrieb geräumt. 275 1 ³̊0 ep%ðT:ĩ̃ 8 Eingesandt. 1 (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) 2 Geplagte Nachbarschaft. 3 Es ist eine Rücksichtslosigkeit von dem im Dreieck zwischen Wilhelmstraße und Leihgesterner Weg wohnenden Hund, Tag und Nacht seine Nachbarn durch endloses Bellen und Heulen zu belästigen. Er wird hiermit ebenso höflich wie dringend auf- 5 gefordert, dies zu unterlassen oder sich wenigstens nachts einsperren zu lassen, ansonsien ihm die hohe Polizer auf den Hals geschickt

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Kirchliche Nachrichten. 188 Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst.

Sabbatfeiee am 4. September 1915: 7 Freitag abend 6.35 Uhr. 8 Samstag vormittag 8.00 Uhr. 92 Samstag nachmittag 4.00 Uhr. 15 Sabbatausgang 7.50 Uhr a Wochengottesdienst: Sonntags und Mittwochs morgens 5.00,

die übrigen Tage morgens 3.15, abends 6.30 Uhr.

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Meteorologische Beobachtungen der

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3 25 2. S3 33 83

888 38 3 S 8

1 88* 8 7 88 8

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112/746. 16,7 72 82 8 7 Sonnenschein 18% 743, 18,4 7,9 69 s8E 2 10 Bed. Himmel 2.% 4% 11,7 95 9 8E 2 9 Bew. Dimmel 1 N 17

böchste Temperatur am 31. Aug. bis 1. Sept, 1915 4 17,4 · 0 Niedrigste 31. 1. 1515 0 Niederschlag: 1.8 mm.

Amtlicher Wetterbericht. 5

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 33 Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 3. Sept. 19152 Meist bedeckt, Niederschläge, kühl, südwestliche Winde. 1

Der Kommandant von Brest⸗Litowsk. 55 Hannover, 2. Sept. Zum Kommandanten von Brest⸗Litowsk ist Generalmajor Graf von Walder⸗ see, ein Neffe des verstorbenen Generalfeldmarschalls, er⸗ nannt worden. 2

Unwürdige Behandlung deutscher Offiziere durch die Engländer. 0

Amsterdam, 2. Sept. Die drei deutschen Offtziere von H, die aus einem englischen Gefangenenlager entflohen waren, 1 eingefangen wurden, hatten sich am Samstag vor dem Kriegs⸗ gericht in Chester⸗Castle zu verantworten. Die Offiziere erklärten vor Gericht, sie hätten es als ihre Pflicht angesehen, den Versuch zu machen, zu entkommen, und in die Heimat zurückzugelangen, da 4 die Möglichkeit sich ihnen geboten hätte. Sie beklagten sich von Gericht, daß man sie nach ihrer Festnahme mit Handschellen gefesselt habe, obgleich sie durch einen Offizier und Mannschaften mit geladenem Gewehr und aufgepflanztem Bajonett begleitet wurden. Dies sei ihrem Offiziersrange unwürdig, wogegen man auch bei dem englischen Offizier Widerspruch erhoben habe. Selbst der Offizier, der sie gefesselt, habe erklärt, daß er nur mit Bedauern dem ausdrücklichen Befehl folge. So gefesselt seien sie wie gemeinen Verbrecher lange Zeit den Blicken des Volkes und der untergebenen Soldaten ausgesetzt gewesen. Das Urteil wurde vertagt.*

Die türkisch⸗hulgarischen Verhandlungen. 5

Haag, 2. Sept. Reuter meldet aus Sofia: Bei einen Zusammenkunft der Vertreter der Agrar-Parteigruppe wies Mintisterpräsident Radoslawow darauf hin, daß die Untere handlungen mit der Türkei auf dem Punkte angelangt seienn, glücklich beendet zu werden. Aber die Bulgarien gemachten Zugeständnisse hätten keinerlei politische Bedeu⸗ tung und zögen keinerlei Verpflichtung poli⸗ tischer Art nach sich. Was die Unterhandlungen mit den Verbandsmächten anlange, so hängen sie von der Antwort ab, die Nisch und Athen erteilen werden.

Die Schweiz auf der Wacht.

Bern, 2. Sept. Ter Bundesrat hat die Aufstellung einiger neuer Infanterieeinheiten in den Land⸗ wehr formationen beschlossen.

Die Lage in Tripolis.

Lugano, 2. Sept. DieIdea Nazionale meldet, daß für den Augenblick in Tripolis Ruhe herrsche, daß aber in Zukunft sich die Notwendigkeit ergeben könnte, weitere Forts zu räumen. Der Scheich der Senussi habe au der Prenze zwischen Aegypten und der Cyrenaita wohlbewaffnete Krieger zusammengezogen.

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