Ausgabe 
(28.8.1915) 202. Zweites Blatt
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dem kommenden Winterfeldzug entgegen, der in den verschneiten Südalpen jede Angriffsmöglichkeit immer mehr verhindern muß. Und die Verteidigung wird um so hoffnungsloser, als bereits zu normalen Zeiten erst der Winter die Mangelhaftigkeit aller Or⸗ ganisationen zu enthüllen pflegte, die der Sommer mit seinem milden, abgesehen von den Malariaebenen, gefunden Klima zu verschleiern wußte. Zunächst übt Regen und kälte auf die Stim⸗ mung des Italieners sogleich eine höchst niederschlagende Wirkung aus. Seine Impulse verstummen. Er empfindet Unlust zu denken und zu arbeiten. Vornehmlich in der südlichen Hälfte ist das arbeitende Volk im Winter den Müßiggang gewöhnt, da auch auf dem Lande den Sommerarbeiten wenig Vorsorge gewidmet wird. Kaum weht die erste Tramontana, so zieht der Südländer scheu den Kopf in den Rockkragen, denn Mäntel gibt es selten im Volke. Ebensowenig gibt es ausreichende Wollsachen. Nur einen Schal sucht sich jeder zu beschaffen, den er über Hals und Mund schlägt. Dabei ist die Haut des Italieners so empfindlich, daß die meisten während der Kälte große Frostbeulen(Gelone) an Händen und Füßen haben. An wärmenden Wollsachen fehlt es sogar in den halten Bergen, wo die Frauen Strümpfe auch für die kalte Jahreszeit aus dicker Baumwolle anfertigen. In der südlichen Ebene fällt allerdings die Temperatur selten unter 0 Grad. Während der Piemontese, der Venezianer und Lombarde mehr abge härtet ist, dürfte der zum Kriegsschauplatz dorthin gezogene Südländer im Winter völlig versagen. Mit welch unermüdlichem Fleiße mußten vorigen Winter die deutschen Frauen trotz der vortrefflich organisierten Vorsorge der Verwaltung Wollsachen stricken, um damit die Kämpfenden zu bedenken. Die italienische

au im Volke aber besitzt keinen Vorrat im Hausstand. Sie hat chon genug zu tun, unablässig die mangelhaften Stücke für sich und die Kinder auszubessern und zu waschen. Wo sollte sie bei ihrer ohnehin zum Phlegma neigenden Natur die Zeit finden, für die Allgemeinheit Liebesgaben zu arbeiten? Zu dieser mangelhaften Ausrüstung kommt noch, daß der Südländer einen unüberwind⸗ lichen Widerwillen gegen künstliche Erwärmung nicht abzulegen vermag. Er glaubt davon krank zu werden und leidet gelegentlich lieber wochenlang Kälte, ehe er sein Zimmer heizt. Es ist ihm z. B. unfaßbar, wie der Nordländer bei 1015 Grad Kälte sich in einem warmen Zimmer aufhalten kann, ohne beim Hinaus⸗ treten durch den großen Gegensatz sogleich zu erstarren! Auch ge⸗ bildete Italiener, die ich im Winter dauernd unter starken Erkäl⸗ tungserscheinungen leiden sah und den Rat gab, ihre Wohnung mehr zu erwärmen, wiesen schaudernd diese Zumutung zurück, weil sie glaubten, alsdann für ihre Gesundheit noch mehr fürchten zu miüssen. Im Winter sind die meisten mit rheumatischen Schmerzen behaftet. Dabei erfordert das südliche Klima der Wintermonate in mancher Beziehung viel gründlichere Abwehrmittel als im Norden. Vor allem die in den höheren Regionen frühzeitig einsetzenden Wolkenbrüche und Stürme, die oftmals eine Woche lang ohne Unterbrechung anhalten, durchnässen Menschen und Erde in gefähr⸗ licher Weise, zumal es überall an zweckmäßiger Unterkunft fehlt. Alles, was im langen Sommer vernachlässigt wurde: Wohnungen, Schmutz, Kleidung usw. rächt sich dann aufs empfindlichsté. Die Widerstandskraft des Südländers sinkt dabei zum Nullpunkt des Schlafes herab. Die Militärverwaltung ist außerstande, den Uebeln des Winters für eine große Armee durch entsprechende Schutzmittel abzuhelfen, da bereits zur Sommerausrüstung die pri⸗ vate Tätigkeit zahlreicher Landfrauen Norditaliens zu Hilfe gezogen werden mußte. Die Frauen Süd⸗ und Mittelitaliens aber sind unfähig, Militärkleider zu nähen, die für den Winter ohnehin sachkundige Handwerker erfordern. Nehmen wir dazu noch die sich mehrende Kohlen⸗ und Lebensmittelsot, so ist die Panik be⸗ greiflich genug, die das italienische Volk ber der Aussicht auf einen Winterfeldzug erfüllt. 0

Dänische Eindrücke aus süddeutschen

f Gefangenenlagern. Der in Stuttgart lebende dänische Ingenieur Julius H. West tte dank seiner guten Beziehungen Gelegenheit, den württem⸗ rgischen Gefangenenlagern vielfache Besuche abzustatten, und dort, völlig unbeobachtet und unbeeinflußt, Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. In einem besonnenen und streng sachlich gehaltenen Aufsatze, den er inPolitiken veröffentlicht, gibt er nun ein Bild von den süddeutschen Gefangenenlagern, wie es nach seinen Ein⸗ blicken sich ihm gestaltet hat. Er hat allerlei Interessantes erlebt. So konnte er z. B. mit einigen französischen Sanitätssoldaten auf dem Hohen⸗Asperg sich unterhalten, die den immerhin über⸗ raschenden Entschluß gefaßt hatten, sich nicht, was ihnen frei stand,

gen deutsche Sanitäter auswechseln zu lassen, sondern auf dem ere zu verbleiben. Die Antwort, die der eine gab, lautete bezeichnend genug:Ich habe zu Hause eine Frau; sie hat mich gebeten, hier zu bleiben. Etwas ausführlicher antwortet ein anderer dieser französischen Sanitäter; seine Frau habe ihm geschrieben, der erste Abschied von ihm sei schon so schwer gewesen, daß sie einen zweiten nicht mehr ertragen könne, und darum wolle sie, daß ihr Mann lieber in der deutschen Gefangenschaft bleibe. Das Lange und Kurze von der Sache ist wohl, daß die französischen Frauen ihre Männer in Deutschland in guter Hut Me und froh sind, sie auf diese Weise der Gefahr entrückt zu wissen.

Ingenieur West hat sich davon überzeugt, wie sorgsam und menschenfreundlich durchweg die Behandlung der Gefangenen durch die Deutschen ist. Gefangene, die den gebildeten Ständen ange⸗ hören, werden zu körperlicher Arbeit nicht gezwungen, sondern können sich nach ihrer Art beschäftigen. In Hohen⸗Asperg fand West ein großes Zimmer, wo die Akademiker unter den Gefangenen studieren lonnten und wo sie u. a. ein französischer Lehrer aufs Examen vorbereitete. In einem anderen Zimmer war dort eine kleine Bildhauerwerkstatt eingerichtet, deren Insasse Steinarbeiten schuf. Es wird nicht allein getan, was Recht und Pflicht ist,

Fenster und Türen; dadurch werden die durch das Feuer der Ge⸗ schütze erzeugten Erschütterungen abgeschwächt. Aber der größte Teil der Bemannung schläft und träumt in den Hängematten. Die Männer sind nackt: das Thermometer zeigt 38 Grad. Von der Reede blinzeln Feuerzeichen zu dem Kreuzer herüber. Das sind die letzten Instruktionen und Signale. Vor uns liegt die reglose Fläche der Bucht, gekrönt von geisterhaften Ruinen; dort liegt Mudros, Schlupfwinkel der Wanzen und Fliegen, das Reich des Staubes und der ermattenden Atmosphäre. Während wir fort⸗ gleiten, verlöschen auf Mudros die Lichter eines nach dem anderen, wie wenn man auf der Bühne die Lampen auslöscht. Noch einmal hören wir die ferne Trompete der Zuaven, die zum Auslöschen der Lagerfeuer bläst.. Fünf Uhr morgens. Von allen Teilen des Decks klingelt das Läutewerk. Der Kreuzer laviert zwischen den letzten Lastbooten, Kohlen- und Trausportschiffen. Nun sind wir unterwegs zum Kampf. Auf den Kriegsschiffen, an denen wir vorbeilommen, stehen die Besatzungen in Reih und Glied und senden uns den Abschiedssalut. Zweimal schreit die Sirene rauh und laut. Knapp vor unserem Bug taucht ein englischer Handelsdampfer auf, nur ein blitzschnelles Manöver verhindert um ein Haar den Zu⸗ sammenstoß. In langen Sprüngen, wie ein Hase, eilt ein Tor⸗ pedozerstörer vor uns her, uns den Weg weisend. Er begleitet uns zum Schutz gegen einen Unterseebootangriff. Wahrhaftig, er ist ein teurer Begleiter!... Spaziergang über die Decks. Gruppen⸗ weise stehen die Matrosen um die schweren Geschütze herum. Sie machen alles schußbereit, zu ihren Füßen sind die Kisten mit den Geschossen in Reihen aufgestellt. Wie nah sind hier der Tod und das Leben: unter den Planken, auf denen wir stehen, wird plötzlich das Gegacker eines Hühnerhofs hörbar und das Brüllen von Vieh. Dort sind in Körben Hühner eingesperrt, und Kühe stehen in roh gezimmerten Verschlägen. Das sind die Reserven an Lebensmitteln für eine Woche. Die Tätigkeit ringsum wird immer reger. Von den Maschinen tief unten bis zu den höchsten Stegen ist alles in merkwürdiger Bewegung. Die Matrosen verstauen jeden Gegen⸗ stand, der nicht unbedingt notwendig ist; Segeltücher werden aus⸗ gebreitet und die Rettungsboote darunter gezogen. Im Verlauf einer Stunde ist das Deck nackt wie die Oberfläche einer befestigten Mauer. Nackt, blank, mit eingestellten Kanonen das ist die Bekleidung für den Kampf

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sondern, das bezeugt der dänische Berichterstatter mit Nachdruck, es geschieht mehr.Von dem Auftreten der deutschen Offiziere und Soldaten gegenüber den Gefangenen empfing ich den Eindruck, daß keiner von ihnen die Gefangenen als Feinde betrachtet oder behandelt. Für sie hört der Gegner in dem Augenblicke auf, ein Feind zu sein, wo er die Waffen niederlegt, und von da an wird er so gut behandelt, wie die Verhältnisse es gestatten! Ein kleines sprechendes Beispiel sei angeführt. Unter den Ge⸗ fangenen in. Hohen⸗Asperg befindet sich ein Geiger. Der Komman⸗ dant der Festung hat diesem Manne leihweise eine Geige beschafft, wobei er selbst mit einer Summe von 100 Mark Bürgschaft dafür übernehmen mußte, daß sie in unbeschädigtem Zustande zurück⸗ geliefert werden wird.

Herr West hat nicht allein die Postlisten, die Strafverzeich⸗ nisse, die Speisezettel verschiedener süddeutscher Gefangenenlager eingesehen, sondern auch mit den Gefangenen unter vier Augen, sich unterhalten können. In Münsingen sprach er z. B. mit einem englischen Gefangenen und fragte ihn, ob er sich zu be⸗ klagen habe. Der Mann erwiderte sehr vernünftig, daß das Essen im Gefangenenlager so sei, wie ers von zu Hause gewöhnt sei, könne er ja nicht erwarten, aber im übrigen sei alles all right, und er hatte auch sonst über nichts zu klagen. Dort, sowie in anderen Lagern klagten die Franzosen freilich über die knappe Brotration. Sie war von 500 Gramm auf 300 herab⸗ gesetzt worden, und die Gefangenen glaubten darin eine Straf⸗ maßregel erblicken zu sollen. Es machte daher einen starken Eindruck auf sie, als Ingenieur West ihnen mitteilte, daß die Deutschen nur 240 Gramm Brot am Tage erhielten und als sie hieraus sahen, daß man bei ihrer Verpflegung auf ihre Ge⸗ wohnheit, reichliche Brotmengen zu verspeisen, in menschenfreund⸗ licher Weise Rücksicht genommen hatte. Als im Lager Münsingen ein Russe auf Befragen Klage über das Brot vom vorigen Tage vorbrachte, stellte sich heraus, daß die Verwaltung des Lagers dieselbe Klage bereits an der zuständigen Stelle erhoben hatte. Die gesamte Brotlieferung des voraufgegangenen Tages, auch die für die württembergischen Truppen in der Kaserne, war nicht tadel⸗ frei gewesen. Im Lager Eglosheim beschwerten sich verschiedene Franzosen darüber, daß hier mit Strafen in neuerer Zeit ziemlich scharf vorgegangen würde. Der Däne ging dieser Sache nach. Es stellte sich heraus, daß etwa vor Monatsfrist 22 Franzosen einen Fluchtversuch aus Lager Eglosheim unternommen hatten. Mit Hilfe von Taschenmessern, Konservenbüchsen usw. hatten sie sich einen unterirdischen Gang gegraben, durch den sie ausbrachen. Sie waren später wieder gefangen genommen worden, und da nach Kriegsrecht die Flucht von Kriegsgefangenen nicht strafbar ist, so hatte der Kommandant kein anderes Mittel als das, ein strengeres Regiment im ganzen Lager einzuführen. Ueberdies ergab sich aus den von West eingesehenen Straflisten, daß in der Mehrzahl der zuerteilten Strafen die Ursache in der Aufsässigkeit der französischen Soldaten gegen ihren französischen Stubenältesten bestand. Das sind einige der Bilder und Tatsachen, die der Däne über die süd⸗ deutschen Gefangenenlager mitteilt. Sie bestätigen von neuem, was wir alle wissen und stolz sagen dürfen: daß die Feinde, die in unsere Hand gefallen sind, nicht nur nach dem Rechte, sondern nach den Geboten freier Menschlichkeit behandelt werden.

Vermischtes.

Die Kriegssammlung der französischen Nationalbibliothek. Das Direktorium der französischen Nationalbibliothek hat eine große Sammlung von Kriegsliteratur begründet. Sie enthält Tausende von offiziellen Verössentlichungen der Kriegführenden, Erzählungen von Schlachten, Bropaganda blätter, Flugschriften, illustrierte Zeitungen, Drucksachen, Karri⸗ katuren, Postkarten, Marken und seltt Straßenbahnbkllets. Eine besondere Abteilung bildet bie Sammlung der französifchen Schützen- grabenliteratur, vor allem der im Felde redigierten Soldaten⸗ zeitungen. Es gibt 60 folcher Schützengrabenblätter, und sie ent- halten mancherlei, wee auch späterhin noch, von aneldotischem Interesse sein mag. So enthält dasEcho des Marmites(Gra- naten⸗Echo) eine Zusammenstellung des während des Krieges ent- standenen Soldatendialektes. Man erfährt, daß ein kleines Geschoß Zigarre, ein großesPfeise, ein BajonettZahnstocher genannt wird. Die Sammlung, soll bis zur Beendigung des Krieges fort- laufend ergänzt werden.

Börsen⸗ Wochenbericht. Frankfurt a. M., 27. August 1915.

Ungeachtet der für uns recht günstigen militärischen und politischen Lage bleibt das Geschäft im freien Verkehr der Börse eng begrenzt, wenn auch die Tendenz einen durchaus festen Charakter trägt. Die Regierung kann mit dem Erfolg ihrer Warnungen zufrieden sein. Die Börse hat seit jener Zeit gründ⸗ lich abgerüstet. Noch ist der Abbau der Börsenengage⸗ ments im Zuge, aber er ist doch schon weit gefördert und, wie allseitig mit Genugtuung bei den Geldgebern festgestellt wird, glatt und zu gegenseitiger. abgewickelt worden. Mit der Großkund 9 00 die auf ihre Engagements schon freiwillige Rückzahlungen geleistet hatten, wurden mündliche Vereinbarungen über neue Abzahlungen getroffen, und mit anderen Kunden, in deren Depots Werte ruhen, die jetzt entweder unverkäuflich oder doch anderweitig schwer unterzubringen sind, wurden Separat⸗ abkommen erzielt. In Fällen, in denen die Rückzahlung beson⸗ ders schwer gefallen wäre, wurde von den Geldgebern neues Geld zur Ablösung der alten Depotgelder hergegeben, was darauf chinausläuft, daß die alten, bisher regelmäßig pro⸗ longierten Engagements durch ein neues, den veränderten Ver⸗ hältnisses angepaßtes Geschäft abgelöst wurden. Dieses Geld kommt den Kunden zwar teuer zu stehen, dafür werden aber die hinter⸗ legten Effekten zu den heutigen Kursen des Freiverkehrs statt zu den Liquidationskursen vom 25. Juli v. J. gerechnet, was in vielen Fällen die Umwandlung der alten Verpflichtungen in neue Engagements erleichtert haben dürfte. Bis zum Ultimo wird der Abbau, bei welchem immerhin beträchtliche Summen in Frage kommen, wohl bis auf wenige Fälle zur Durchführung gekommen sein. Allein nicht nur an den alten Verpflichtungen hat die Börse . abgebaut, sondern die Spekulation hat auch ihre Tages⸗ Engagements so ziemlich glatt gestellt und im übrigen wurde ängstlich vermieden, neue Verpflichtungen einzugehen, wozu die militärische, politische und wirtschaftliche Lage nur zu leicht hätte verlocken können. Offenbar macht sich der Einfluß der Groß⸗ banken, die diesmal mit aller Energie auf eine Ein däm mung der Spekulation hingearbeitet haben, bemerkbar; denn aus der Provinz, die früher mit ihren regelmäßigen großen Auf⸗ trägen der Spekulatign erst die Möglichkeit gab, die Ware Tag für Tac mit neuen Gewinnen abzustoßen, fehlen Kaufausträge fast ganz, und auch die Wechselstubenkundschaft übt, seit sie nicht mehr die Kursmeldungen von der Börse emp⸗ fängt, und auch sonst nicht mehr zu neuen Geschäften angeregt wird, große Enthaltsamkeit. Daß trotz der Geschäftsstockung noch eine gut behauptete und überwiegend feste Tendenz an der Tages⸗ ordnung bleibt, ist daraus zu erklären, daß die von Bankseite un⸗ abhängigen Unternehmer, besonders jene Kreise, die Beziehungen zu den Verwaltungen der einzelnen Industrieunternehmungen unterhalten, die durch die erzwungenen Glattstellungen herbei⸗ geführte Senkung der Kurse zu neuen Käufen benutzen und da der Markt nach der jetzigen Reinigung von schwimmender Ware ent⸗ blößt ist, so resultiert hieraus fitr eine gewisse Effektenkategorie von Konjunkturpapieren eine feste Grundstimmung. Größeres Geschäft sand in letzter Zeit am Anlagemarkt statt, wo, einer Amregung von maßgebender Stelle folgend, vielfach fremde Fonds zur Abgabe gelangten, um dafür deutsche Anleihen, namentlich Kriegs⸗ anleihen, einzutauschen und Mittel für die neue dritte Kriegsanleihe bereit zu stellen. Stärterem Angebote unterlagen namentlich Rus⸗ sen, Rumämier, Griechen und Japaner. Geld war leicht. Privat⸗ diskont etwa 3%% 0%. 5

Gießen, 28. Aug. Marktberlcht. Auf den beutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1.75 0,00, Hühner eier das St. 100 Pfg., 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig,

das Stück 78 Pfg., 0 K Paar 1,400,00 Mk., Hühner das

das Stück 1,501,70 Mk., Enten das Welsche 45 Mk.; Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,161,

fleisch das Pfund 116 120 Pig, Kuhfleisch 9600 Ufg., Schwein fleisch das Pfd. 1,70 1,00 Mk., Hammelfleisch das Pfd. 96110 Vfg.; bis 10 Mk., 1020 Pfg.: oße kleine 35 Pfennig. Bohnen 1218 Pfg. das Pfd.; Erbsen das Pfund 3540 Pfg.; Wirsing 1530 Pfg., Gelberüben 810 Pfg. das Päckchen, Pfund., Pflaumen 1525 Pfg. das Pfd., 68 Pfg.; 25 Pfg. das Pfund; Zwiebeln der Zentner 20-25 Mk.; 1030 Pig. das Stück. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr.

Auftrieb: 112 Rinder(darunter 18 Ochsen, 8⸗Bullen, 86 Kühe), 121 Kälber, 18 Schafe, 53 Schweine. am 23. ds. Mts. wurde bei lebhastem Handel der Auftrieb bald geräumt. 5

war der gestrige Schweinemarkt sowohl von Verkäufern wie von Käufern sehr gut besucht. Aufgefahren waren im ganzen 444 Tiere. der anhielt. letzten Markte waren, so wurde immerhin noch für das Paar Ferkel 35 bis 40 Mk. bezahlt. 7. September statt.

Käsematte

Kalbfleisch das Pfd. 100 104 Pf. Kartoffeln 100 Kilo Milch das Liter 24 Pfg. Aepfel das Nüsse 100 Stück 60 Pig. Gurken große 1025,

E

Kopfsalat 7 bis 12 Pfg., Birnen 1015 Pig. das Kohlrabi, oberirdische Weißtraut 10 bis 30 Pfg. das Stück, Spinat 15 bis Rotkraut FC. Wiesbaden. Viehhos- Marktbericht vom 27. Aug.

Zu gleichen Preisen wie m. Kirchhain, 27. Aug. Trotz des günstigen Erntewetters Gleich zu Beginn des Marktes setzte lebhafter Handel ein,

Wenn die Preise auch nicht ganz so hoch wie beim Der nächste Markt findet am

Matthäusge meinde.

1755 Gottesdienst. 5

zur bril. Veichte. 0 5 Sonntag, den 29. Aug., 14. Sonntag nach Pfingsten 1 Vormittags 6 Uhr: Gelegenheit, polnisch zu beichten. 5 Vormittags 6, Uhr: Gelegenheitz zur hl. Beichte.

5 5 Kirchliche Nachrichten.

Cvangelische Gemeinde. den 29. Augeut, 13. nach Trinttatis. Gottesdienst. ö 5 5 der Stadtkirche. 13 Vormittags 8 Uhr: Pfarrassissent Hoffmann. g 7 Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der

Sonntag,

Vormittags Uhr: Geh. Kirchenrat Prof. D. Eck. 79 Mittwoch, den 1. September, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. 5 Pfarrassistent Hoffmann. In der Johanneskirche. 17 5 Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Aus feld.

Wartburg, evangelischer Jünglings⸗ und männer⸗verein. (Diezstraße 15.) 1 Sonntag, den 29. August: Vortrag. 1 0 Dienstag, den 31. August, abends Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 2. September, abends 8 Uhr: Leseabend. Samstag, den 4. Sept., abends 8 ½ Uhr: Aeltere Abteilung Gäste stets willkommen. 1

Uatholische Gemeinde.

4.

Samstag, den 28. August: f Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenhelt

um 7 Uhr: Heil. Messe. a

um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

* um 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. 1 5 Dienstag und Freitag abend um 8 Uhr ist Kriegsbittandacht. Freitag vormittag um 7 Uhr ist Segensmesse.

Diaspora⸗Gottesdienst. s Sonntag, den 29. August: g In Hungen um Uhr. l In Lich um 8 Uhr.

Spielplan des Groß. Aurhaustheaters Bad Nauheim

Montag, 1005 110 75 tember:Großstadtluft g. 3 1 Käte Ba'st é mit ihrer GesellschastIntime Künstlerspiele:Hallo, wer dort, Liebesspiel am Telephon von Auernheimer.Kameraden Komödie in 1 Akt von Petey Nansen. suchtsschwank von Alexander Herrschastlicher Diener gesuc Burg und Louis Tausstein.

August:Als ich noch im Flügeltlelde. t:Filmzauber. Mittwoch, den 1. Sep⸗ Freitag, den 3. September: Gastspiel von

Sonntag, den

Rache ist süß, ein Eif Engel. Sonntag, den 5. Septemb yt. Schwank in 3 Akten von Eugen

mit ihrer GesellschaftIntime Künstlerspiele: Kameraden.

N Spielplan des Nönigl. Uurtheaters Bad⸗Ems.

rst den 2. September: Gastspiel von Käte Ba ste Donnerstag, den deep 9

Rache ist süß.

Galemzkleikum Sal ein Gol

20 Stek feld

2 St. 00 Pfg.; Gänseeier 1 St. 00 Pfa. 2 St. 00 Pfg.; Käse