Ausgabe 
(27.8.1915) 201. Erstes Blatt
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passiert, wenn u gt hätte, N

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5 1* 1 4 . ie Bersorgung der Kriegsteilnehmer. Für diefenigen Kriegsteilnehmer, die infolge Verwundung,

Erkrankung oder sonstiger Dienstbeschädigung einen Teil ihrer Er 1 e eingebit haben, ist es von. Interesse, fur di. schon jetzt durch gesetzliche Bestimmungen

Nach deut Gesetz über die Versorgung der Personen der Unter 1 des Reichsheeres, der Kaiserlichen Marine und der Kaiser⸗ ichen Schutztruppen vom 31. Mai 1906 haben Unteroffiziere und 8 Anspruch auf Rente, wenn ihre Erwerbsfähig⸗ eit infolge Dienstbeschädigung, Kriegsverwundung usw. aufgeho⸗ ben oder um mindestens 10 Prozent herabgesetzt ist. Eine Dienst⸗ beschädigung liegt dann vor, wenn infolge einer Dienstverrichtung oder eines Unfalls bei der Ausübung des Dienstes die Gesund⸗ heitsstörung verursacht oder verschlimmert worden ist. Ist die Erwerbsbeschränkung vorsätzlich herbeigeführt, so wird keine Ent⸗ chädigung gewährt, dagegen schließt grobe Fahrlässigkeit den An⸗ . a N aus.

der Schätzung des Grades der Erwerbsbeschränkung ist der vor der Einberufung zum Militärdienst ausgeübte bürger⸗ liche Beruf zu berücksichtigen. Bei völliger Erwerbsunfähigkeit wird die 80 Mf, c Seen Dieselbe beträgt: Für Feldwebel jährlich 900 Mk. für Sergeanten jährlich 72 Mk., 35 Unter⸗ offtziere jährlich 600 M, für Gemeine jährlich 540 Ml.

Beiteilweiser Erperbsbeschränlung wird ein der Arbeits- unfähigkeit eutsprechender Teil der Vollrente gewährt.

Außer der Rente wird beim Verlust einer Hand, eines Fußes, der Sprache sowie des Gehörs auf beiden Ohren eine Verstüm⸗ melungszulage gewährt, die monatlich 27 Mk. beträgt. Beim Verlust beider Hände oder 1 die Verstümmelungs⸗

a ulage doppelt gewährt, ebenso beim lust einer Hand und eines

es. Außerdem wird die doppelte Verstümmelungszulage(54 beim Verlust oder bei Erblindung beider Augen gewährt.

Bei Verlust oder Erblindung eines Auges sowie bei anderen. schweren Gesundheitsstörungen, bei denen fremde Hilfe und War- tung notwendig ist, kann die einfache Verstümmelungszulage(27 Mart) gewährt werden. Das gleiche trifft zu, wenn die Bewegungs⸗ und Gebrauchsfähigkeit einer Hand, eines Armes, eines Fußes oder eines Beines derart behindert ist, daß sie dem Verlust gleich kommt. Bei schwerem Siechtum oder bei Geisteskrankheit kann die einfache Ver lungszulage bis auf 54 Mk. monatlich er⸗ höht werden. Sofern die Erwerbsunfäbigkeit durch Kriegsver⸗ wundung oder sonstige Kriegsdienstbeschädigung eingetreten ist, wird weiter eine Kriegs zulage von monatlich 15 Mk. gewährt.

Hiernach hätte z. B. ein zu den Mannschasten gehörender Kriegsteilnehmer, der infolge Verlust des linken Armes in der K um 60 nt in seiner Erwerbsfähigkeit behindert, also

40 Prozent arbeitsfähig ist, Anspruch auf folgende Leistungen: 60 der Vollrente von 540 Mk. 324 Mk., 1 lungszulage 12. 27 Mk. 324 Mk., Kriegszulage 12, 15 Mk. 180 Mk.

8 zusammen fährlich: 8²⁰ Mk. oder

en noch die den nach der Reichs⸗ i Kriegsteilnehmern im Falle der . die durchschnittlich 20 bis

Neben den v ö ziellen Leistungen besteht nach

dem 1 Personen, die folge Dienst⸗

212 derart erwerbsbeschränkt sind, daß sie im ak⸗

e nicht 75 verwendet werden können, u. a. Anspruch

den Zivilversorgungssche in, wenn die Betrefsen⸗

zum Beamten und würdig erscheinen. Cbenso

können Anstellungsscheine für den Unter ndienst er⸗

teilt werden. Eine iterung dieser Leistungen, sei es durch

gesetzliche Maßnahmen oder sonstige soziale Fürsorge, dürfte dem⸗ nächst zu erwarten sein. 4 5

Das Eiserne Kreuz erhielt Direktor Brackemann Gießener Pädagogium.

5 Glocken und Konzert kunten

vom Fahnen, 1 estern nachmittag wieder einmal zum wievielten Male in diesem Monat weiß man kaum mehr genau einen Sieg verherrlichen. Brest⸗Litowsk, der letzte der ganz 3 5 Waffenplätze, hat sich wie alle Vorgänger dem illen unserer Heere beugen müssen. Als vorgestern an den öffentlichen Gebäuden die Fahnen wegen des Ludwigs es gehißt wurden, erklärten sich einzelne Voreilige das 185 schon mit dem Fall der Festung. Demnach kam es den meisten wohl überraschend, als gestern nachmittag um die Kaffeetrinlenszeit auf allen en wieder einmal die Glocken ihr Siegeslied begannen und kündeten, daß Brest⸗Litowsk, das worden sei. Im Handumdrehen standen auch die Straßen wieder im Schmuck der Fahnen, die man nach den Erfah⸗ rungen der letzten Wochen immer bequem zur Hand hält und in deren Anbringung man nachgerade eine bemerkens⸗ werte Fixigkeit erworben hat. Diesmal strahlte auch die Sonne wieder einmal in die frohen leuchtenden Farben. Um 6 Uhr N die Kapelle des Ersatzbataillons der 116er in der Süd⸗Anlage. Der schöne Nachmittag brachte ihr eine starke Zuhörerschar, die fast wie an einem tagspromenadenkonzert die 5 755 Gänge der Anlage be⸗ lebte und mit Genuß den allerdings durchweg recht fried⸗ lichen Weisen der Musik lauschte. Mauche meinten, ein wenig mehr e 1 Bumbum 1 sich sallch 15 905 kriegerischen Ereignis gepaßt, wenn man si z * R ire und die anderen vornehmen Konzertnummern freute.

9 Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Metallen und Metallfabrikaten. Di Auf⸗ fassung ist un 1 utreffend, daß durch die Verordnungen

vom 20. Juli 1915 M. 1/7. KRA, betreffend Bestandsmel⸗ dung und Verwertung von Kupfer in Fertigfabrikaten, und vom 31. Juli 1915 M. 325/7. 15. KRA, betreffend Beschlag⸗ nahme und Meldepflicht von fertigen,, Messing und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel, die ältere Verordnung M. 1/4. 15. KRA, be⸗ treffend 7 e und Beschlagnahme von Me⸗ tallen, aufgehoben oder abgeändert sei. Die drei

Verordnungen bestehen nebeneinander. Jede ist in vollem Umfange gültig und muß daher, wenn man sich

den angedrohken Strafen nicht aussetzen will, befolgt

* Die Auszahlung der Familienunterstützun⸗ 1 für die Zeit vom 1. 15. September 1915 an die Angehörigen. ö reisunterstützung an diejenigen, deren Namen be⸗ 5 1 9 5 AK Meere den 1, 7 Donnerstag, den enigen, deren Namem beginnen mitt A Freitag, den 3.,

stag, den 4. September. An Vermieter, die

un⸗

werden. zum Heeresdienst Einberufenen findet wie folgt statt: Reichs- September. Städtische Unterstützung Miet zusch ußß)

Uneinnehmbare, schon deutsch ge- werden

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Mietbeträge abholen: Montag, den 6. September. Die zahlungen finden von 81 Uhr vormittags im Stadthaus, Zim⸗

mer Nr. 16, statt. Sie können nur an den vorgeschrie⸗

ach benen Tagen stattfinden.

* Honsumentenversammlung. Zwanzig Gie⸗ ßener Vereine erlassen heute im Anzeigenteil eine Ein⸗ ladung an die weitesten Kreise des Publikums zur Teil- nahme an der auf Sonntagnachmittag angesetzten öffent lichen Versammlung zur Stellungnahme gegen die Lebensmittelteuerüng. Der Stimmung des Publi- kums nach zu urteilen wird für die Versammlung, die hoffentlich die Einleitung zur Erfüllung mancher Wünsche der Verbraucher werden wird, ein starker Besuch zu er⸗ warten sein.

Bringt das Gold zur Reichsbank! Wertlos ist alle Begeisterung ob der Siegesnachrichten, wenn sie nicht gepaart ist mit der Tat! Reichlich bietet sich Ge legenheit, sich würdig zu zeigen der Brüder im Felde und mitzuarbeiten an der Rüstung und den Erfolgen des Vaterlandes. Wer noch Besitzer von Goldmünzen ist, reihe i ein den wirtschaftlich Kämpfenden und erfülle die Ehrenpflicht, das Gold gegen vollwertige Banknoten bei der Reichsbank, wo es allein dem Vaterlande nützt, einzu tauschen. Noch ist es Zeit! Wer möchte durch spätere Ver ausgabung von Gold zu den Uebriggebliebenen ge hören, die es über sich vermochten, das Gold dem vater ländischen Zwecke zu entziehen?

in Für sorge für den Schulunterricht der Milita kinder. Es dürfte wenig bekannt sein, daß in denjenigen Orten, in welchen die Gemeinde nach altem Herkommen für den Besuch der Volksschule noch Schul geld erhebt, seitens der Militärbehörde für die schul⸗ pflichtigen Militärkinder eine Beihilfe zu dem Schulgeld gewährt wird. Unter Militärkindern sind nicht allein diejenigen Kinder zu verstehen, deren Väter dem aktiven Heere angehören, sondern auch diejenigen, deren Väter für die Dauer des Krieges aus dem Beurlaubtenstande und dem Landsturm zum Militärdienst einberufen wurden. Die bei der freiwilligen Krankenpflege Dienst leistenden Personen zählen nicht zu denjenigen, für deren Kinder Schul⸗ geldbeihilsen zu zahlen sind. Kinder derjenigen Mannschaf ten, die als vermißt gelten oder sich in Kriegsgesangen- schaft befinden, sind, 2 5 5 der Tod des Vaters nicht amtlich nachgewiesen ist, bezw. der Vater nicht ausgetauscht und als dienstunbrauchbar entlassen oder aus sonst irgend einem Grunde aus dem Heeresdienst ausgeschieden ist, als Militärkinder anzusehen. Für diejenigen Orte, in welchen sich kein Truppenteil befindet, ist die Fürsorge des Schul

unterrichts der Militärkinder dem Kommandeur des Land.

wehrbezirks übertragen.

5 Kreis Büdingen. h. Büdingen, 26. Aug. Dem Wunsche des Hreis- amts entsprechend, der unbemittelten Bevölkerung das allobst unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, haben im Kreise bis jetzt folgende Gemeinden entsprochen: Mittelgründau, Bingenheim, Geiß-Nidda, Hainchen, Ober⸗ Mockstadt, Ro ch Schwickartshausen, Wallernhausen, Bergheim, Kohden, Lorbach, Dauernheim und Michelau.

Kreis Friedberg..

r. Butzbach, 26. Aug. Heute nachmittag gegen Uhr verkündete Glockengeläute den Sieg der Eroberung von Brest⸗ Litowsk. Sosort wurde überall reichlich geflaggt und da gerade die Schule zu Ende war, erschien auch diesmal wieder Hauptlehrer Storch mit den Kindern der Volksschule auf dem Marktplatz. In beredten Worten gedachte er der tapferen Armeen und ihrer Führer. Nach Absingung einiger patriotischer Lieder verkündete der Lehrer seinen Schülern, daß aus Anlaß dieses Sieges morgen schullrei sei. Mit einem krästigen Hurra ver- ließen die Kinder den Marktplatz. 0

f Starkenburg und Rheinhessen.

F. C. Erbach i. Odenw., 26. Aug. Int hiesigen Kreise ist das Verbot des Kuchenbackens für die Samstage und Sonn- tage von jetzt ab aufgehoben. An diesen Tagen darf also Kuchen gebacken werden. Glückliches Erbach!

ch. Groß-Winternheim, 26. Aug. Die Lese der Frühburgundertrauben nimmt hier am Freitag, den 27. August, ihren Ansang.

ch. Pfaffen⸗ Schwabenheim, 26. Aug. Der 25 Jahre alte Reservist Jakob Weinmann von hier ist im Reservelazarett Bingen, Abteilung Hospital, seinen im Felde erlittenen Verletzungen erlegen. Er diente im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 8.

ch. Bingen, 26. Aug. Das Eiserne Kreu Klasse erhielt wegen hervorragender Tapferkeit der Bierbrauer, der als Leutnant im Felde steht. Er war Studierender des Rheinischen Technikums Bingen.

Aus a 27. Aug. Die Witterung hat sich endlich etwas gebessert, nachdem seit zwei Wochen fast jeden Tag heftige Regengüsse niedergegangen waren, die vereint mit der dabei herrschenden kühlen Witterung die Ausbreitung des Sauerwurms ebenso wie die Rebkrankheiten begünstigten. Für die Peronospora war diese Witterung allerdings doch zu lalt. Was das Fortkommen der Trauben anbelangt, so kann gesagt daß die ungünstige Witterung deshalb nicht besonders beeinträchtigend wirken konnte, weil die Trauben gegen frühere Jahre weit voraus in der Entwicklung sind, weil zumal die Früh trauben fast allenthalben reif sind oder in aller Bälde ausreifen. ie Lese der Frühburgundertrauben findet bezw. fand schon in den Gemarkungen Gau-Algesheim und Ober-Ingelheim wenigstens in einer Reihe Lagen statt und in den übrigen Gemar⸗ kungen mit Frühtrauben wurden Tafeltrauben in Menge ge⸗ schnitten. Was das geschäftliche Leben anbelangt, so ist der größere Teil der kleinen und mittleren Weine bereits abgesetzt und das nicht allein die Weißweine sondern auch die Rotweine. Es ist immer Wein zu haben, aber nicht mehr in sehr großen Mengen. Allerdings die besseren und besten Gewächse lagern noch, weil nach ihnen die Nachfrage weniger bedeutend war. Diese gelangen zum Teil im Herbste zur n

Hessen⸗Nassau.

F. C. Marburg, 26. Aug. Der Johanniterschwester Luitgarde Gräfin zu Solms-Laubach wurde die Rote Kreuz- Medaille 3. Klasse verliehen.

m. Wöhl, 26. Aug. Wie die Untersuchung ergeben hat, han⸗ delt es sich bei dem hier feftgenommenen Manne, der hier den ins Feld eingerückten Arzt vertrat, um einen nicht ganz zureche nung 304 higen enschen. Jedenfalls ist sestgestellt, daß er sich selbst den Arzttitel beigelegt und niemals Medizin studiert hat. Auch das Eiserne Kreuz, mit dem er stolz umherging, hat er sich selbst verliehen, denn er ist niemals Soldat gewesen. Der Manm der sich im Marburger Untersuchungsgefängnis befindet, wird jedenfalls einer Anstalt überwiesen werden. N a

[Frankenberg, 26. Aug. Der Musketier Mitze aus Schmittlotheim, der seit März als vermißt galt und von seinen Angehörigen als tot betrauert wurde,

t jetzt aus Taschkent in Turkestan 1 daß er ich in russischer Gesangenschaft befände. ütte im

erster ngenieur

Biedenkopf, 26. Aug. Bei der Eisernen iegerlande wurde in einer Schlackenhalde ein fran⸗ zösischer Zivilgefangener verschüttet und ge⸗ ter N

h. Frankfurt. M., 3. Aug Die städtische Kriegs⸗ kommission bewilligte für 2 he Ankäufe der Stadt mit Lebensmittelgeschäften einen Kredit von 300 000 Mark; sie genehmigte serner die Weiter⸗ auszahlung von Teuerungszulagen an verheiratete städtische

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Aus- Beamte und Ar!

mit einem Jahn en bis zu 2500 Mark. Auch der städtische Zuschuß zur gesetzlichen Fa⸗ milienfürsorge in Höhe von 100 Prozent wurde bis auf weiteres gebilligt. Die Aufwendungen der öffentlichen und privaten Fürsorge zur Unterstützung der hiesigen derieger⸗ familien betragen jetzt monatlich 1500 00 M AE Schließlich genehmigte man den Anlauf von weiteren 1000 Gefrierschweinen. Beim Umbau der Eisenbahn. brücke nahe dem Bahnhof West geriet der Arbeiter Feich unter eine Arbeitsmaschine, die ihn augenblicklich tötete. An der BahnwärterbudeBiegwald überfuhr F abend der Homburger Eilzug einen etwa 50jährigen Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht ermittelt werden konnte, und verletzte ihn tödlich. Die Ausgrabungen im römischen Theater von paris. N In der jüngsten Sitzung der Pariser Akademie der Inschriften hat der Prosessor am Collöge de France, Dr. Capitan, zusammen⸗ .sassend über die bisherigen Ergebnisse der seit einiger Zeit an der, Rue Monge veranstalteten Ausgrabungen auf dem Gelände des Theaters von Lutetia Bericht gegeben. Danach hat sich das Theater von Alt⸗Paris als ein nicht besonders sorgfältig ausgeführter Bau erwiesen und besonders hat sich die Ellipse der Bühne als fehlerhaft g und schbecht entworfen gezeigt; an gewissen Punkten hat man Vor⸗ sprünge von 15 und sogar 20 Zentimetern festgestellt. Aehnliche Schönheitsfehler weisen auch die Achsen der Avena auf. Was die 17 freigelegten Mauern anbelangt, so sind sie wenig sorgfältig gebaut. Der Baugrund hat keinerlei bemerkenswerte Ergebnisse geliefert; vor Errichtung des Theaters scheint er keine Baulichleiten getragen zu haben. Seine Zusammensetzung entspricht der des ganzen Mont St. Genevisve. Diese Feststellung scheint in Verbindung mit dem Umstande, daß die Arena sieben Meter tiefer liegt als das an⸗ stoßendeKongregationsgebäude, den Schluß zu gestatten, daß das Theater seinerzeit in einer Art Bodenfalte angelegt worden ist, in der vielleicht einmal früher ein Steinbruch oder ein Bergwerk betrieben wurde. Im ganzen haben wohl die Ausgrabungen nicht den Erwartungen entsprochen, die anfangs von der Parifer Ge⸗ lehrtenwelt daran geknüpft wurden. Wie Capitan klagte, mitssen die neuerdings erzielten Ergebnisse als mittelmäßig bezeichnet wer⸗ den; an positivem Studienmaterial haben sie nur drei Skelette, einige gallo-römische Gefäßscherben und den Schädel eines Kamels zutage gefördert, dessen übrige Knochen bereits bei den ersten Aus⸗ grabungsarbeiten im Jahre 1870 aufgefunden worden waren.

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0 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 5 Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 28. August 1915: Fortdauer der bestehenden Witterung: Ziemlich heiter, trocken, warm, nordöstliche Winde.

5 i Letzte Nachrichten.

Zum Fall von Brest⸗Litowsk. 15

Bern, 27. August. Zur Eroberung von Brest⸗Litowek

bemerkt dieBerner Tagwacht: Rußland liegt hen am Boden und kann für den Vierverband keine weitere Unter⸗ stützung mehr bedeuten. Zur richtigen Beurteilung der 8 des russischen Heeres müssen wir uns auch erinnern, daß im 1 laufe der bisherigen Kämpfe an Kräften verloren sind vun d 1800000 Gefangene und etwa 11000 Gescheltze. Die blutigen Verluste Rußlands und der Abgang der Verwundeten beträgt nach allgemeiner Schätzung mehr als zwei Mil lionen Mann. Was Rußland noch an brauchbaren Kräften, isweist, ist über das ganze weite Reich zerstreut. Die Kaukasus⸗ dun ist im Wanken und der Rest der unausgebildeten Reichswehr

zweiten Aufgebots kann frühestens nach Jahresfrist mit einiger Aussicht auf Erfolg in den Kampf geführt werden. e

Italienische Deserteure. a

Wien, 27. Aug. DieReichspost meldet aus Lugano, daß in der Zeit vom 1. bis 15. August 1915 960 italienisch Deserteure schweizerisches Gebiet betreten haben.

Aufstände in Indien. 1

Zürich, 27. Aug. Die amerikanische ZeitungLe Gael American in New Pork und derSt. Francisco Gaal melden, wie dieNeue Zürcher Zeitung berichtet, daß es an der West⸗ grenze von Indien zu heftigen Kämpfen zwischen den eng⸗ lischen Grenztruppen und den Truppen des Emirs von Afghanistan gekommen sei. Weitere Berichte sind von dem Herausgeber derHindestan Ghadhar, Ran Chandra in San Franeisco, sowie von einigen Eingeborenen, die über Manila und San Francisco eingetroffen sind, üherbracht worden. Chandra sagte, die Streitkräfte des Emirs von Afghanistan seien

den revoltierenden Indern zu Hilfe gekommen. Eine erbitterte Schlacht, die bei Lahore, der Hauptstadt des Pendschabs, im vorigen Monat stattfand, hat 20 Tage lang gedauert. Die Be⸗ satzungen von drei Kasernen in La Horse hatten sich empört und wurden von der Zivilbevölkerung unterstützt. Die Hauptursache N der Erregung der Bevölkerung gegen die Engländer war ein Ver⸗ such, die Kopfsteuer im vorhinein zu erheben. 77 0

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