Nr. 198
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Sleßener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Mb. Deutscher Reichstag.
16. Sitzung,. Montag, den 23. August. Am Tische des Bundesrats: Dr. Delbrück, Lisco Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Min.
Eingegangen ist ein Antrag auf Vertagung des Rei ch 8. es bis zum 30. November 1915.
Das Gesetz zum Schutze der Schwesterntracht wird in dritter 7185 angenommen, und mit einem Antrage
zwar Or. Arendt(Rp.), wo g f Kraft tritt. 9), 8 das et am 1. Oktober 1915 in
die Resolulsonen und Anträge der Budgeffommission. Die Aussprache wird fortgesetzt.
Abg. Böhme(Natl.):
Zu Beginn des Krieges befanden wir uns wirtschaftlich in einer Abe raus schwierigen Lage. Es war darum ein Glück, daß die landwirtschaftliche Erzeugung in den letzten Jahren so vorwärts gekommen war, wir trotz der starken Bevölkerungszunahme unabhängiger vom Ausland geworden waren. Der Viehstapel war sogar so groß, wie noch niemals zuvor in Deutschland. 26 Mil- lionen Schweine hatten wir, und die Schweinepreise hatten bis Januar 1915 noch nicht die Höhe erreicht, die wir schon in Teue⸗ rungszeiten im Frieden hatten. Die Aushungerung kann kaum von 3 5 575 ern de be N gehalten werden. Auch die neue Ernte läßt uns die Hoffnung, daß wir keinen wesentlichen Mangel haben werden.* W
Trotz ihrer schwierigen Lage ist die Landwirtschaft mit keiner⸗ lei einseitigen Forderungen aufgetreten, sondern hat sogar gegen beabsichtigte Uebertreibungen, namentlich in der Frage der Er⸗ höhung der Brotgetreidepreise Stellung genommen. Ich habe den Staatssekretär dahin verstanden, daß Wuünsche der Landwirtschaft auf Erhöhung der Brotgetreidepreise sich nicht hätten erfüllen lassen können. Meines Wissens sind von keiner landwirtschaft⸗ lichen Organisation derartige Wünsche an ihm gelangt.(Sehr rich⸗ tig!) Und in der Kommisston hat Graf Westarp festgestellt, daß solche Wünsche nicht erhoben worden sind. Welche Landwirtschaft hat der Staatssekretär dann gemeint? Wollte er vielleicht auf die amtlichen Stellen in Preußen hinweisen, die allerdings bedauerlicherweise in Verkennung aller ozialen Ge⸗ sichtspunkte die Brotgetreidepreise erhöht haben wollten und sich sogar schon so stark dünkten, daß fie eine halbamtliche Notiz be⸗ kannt gaben(Hört, hört!), die sich glücklicherweise nicht bewahr⸗ beitet hat, da die sozialgerichteten Elemente im Bundesrat den Wunsch des Landwirtschaftsministeriums nicht entsprochen haben.
tag
Wir halten die heutigen Brotgetreidepreise im allgemeinen für
ausreichend, ausreichend unter allen Umständen für die größeren Landwirte, während ja bei den kleineren Landwirten an und für sich der zum Verkauf gelangende Teil des Brotgetreides sehr ge⸗
ring ist.
Die Erzeugungskosten sind allerdings erheblich gestiegen. Zu⸗ nächst sind die Kosten für die künstliche Düngung größer geworden, was besonders für die kleineren Betriebe sich empfindlich bemerkbar 1 153 ee ist eine weitere Verteuerung durch die höheren Ar⸗ beitslöhne
aus der Gefangenenarbeit Nutzen ziehen können. Trotzdem soll⸗ ten mehr als bisher auch den kleineren Betrieben n zur Verfügung gestellt werden. Es ist schließlich kein Unglück,
Die Verteilung der als unbrauchbar ausgemusterten Kriegspferde und der Beutepferde muß gerechter erfolgen. Das Kriegsministerium hat angeordnet, diese Pferde insbesondere denjenigen kleinen Landwirten zu übergeben, deren Pferde bei Kriegsbeginn für Militärzwecke fortgenommen worden ind. Trotzdem werden über die Art der Verteilung lebhafte Klagen laut. So hatte die Landwirtschaftskammer für die Pro- vinz Posen eine Verteilung der Beutepferde vorgenommen. Am Vormittag 15 eine Verlosung zugunsten der kleinen Grund⸗ besitzer statt. Die ausgelosten Pferde waren durchweg schlecht, manchmal so schlecht, daß die Landwirte auf die auf ihr Los ent⸗ fallenden Pferde verzichteten. Um 2 Uhr nachmittags fand dann eine weitere Verlosung statt. Zu ihr sollen nur Großgrundbesitzer geladen gewesen sein. Die hier verlosten Pferde waren so gut, daß in absehbarer Zeit ihr Wert das Doppelte und Dreifache des verlangten Preises betragen dürfte. Hiervon sollen auch schon unter der Hand vorher Pferde abgegeben worden sein. Be⸗ schwerden über das Verfahren der Landwirtschaftskammer sind so⸗ gar aus Kreisen des Bundes der Landwirte laut geworden. Dieser Fall ist schon am 1. Juni dem preußischen Landwirtschaftsmini⸗ sterium zur Kenntnis gebracht worden, aber diesez Ministerium hat zu meiner Verwunderung sich, obgleich inzwischen zehn Wochen verflossen sind, nicht verpflichtet gefühlt, eine Antwort zu erteilen. (Hört! hört!)
Zu Beginn des Krieges hatten wir r reiche Vieh⸗ bestände. Infolgedessen erreichten bis zum Januar die Schweine⸗
preise nicht einmal die Höhe der Preise, die wir unter schwierigen Verhältnissen in Friedenszeiten gehabt haben. Die Preissteigerun der Schweine ist dann in den letzten Monaten ganz e aber nicht entfernt mit der Steigerung der Preise für ausländische Futtermittel vergleichen. So ist der Preis für ausländische Gerste um 355 Prozent gestiegen.(Hört, hört!) Diese ausländischen Futtermittel sind allerdings nur ein kleiner Teil dessen, was für die Ernährung des Viehs in Frage kommt, dieser Teil ist aber wesentlich höher im Preise gestiegen als das Vieh selbst. Unter dem Steigen der Futtermittel ⸗ preise leiden die kleinen e ungleich stärker als die großen. Dieses Verhältnis ist durch Maßnahmen der Reichsxregie⸗ rung noch wesentlich zu ungunsten der kleinen Landwirte ver⸗ schoben worden, insbesondere durch die Grundsätze für die Ver⸗ teilung der Kleie. 1.
Das preußische Abgeordnetenhaus hatte einen Antrag ein⸗ ftimmig angenommen, 755 die Kleie nach dem Verhältnis der Viehbestände zu berteilen sein sollte. Trotzdem trifft die Verord⸗ nung vom 28. Juni die Bestimmung, daß von der Ueberschußkleie
gewesen, sie läßt sich
General
165. Jahrgang
Gießener Anzeiger
Anzeiger für Gberhessen
nisses von 1915 berbleiben und die andere Hälfte nach dem Ver⸗ hältnis der Viehbestände verteilt werden soll. Und auch diese Be⸗ 1 hat noch nachträglich eine Verschlechterung erfahren, ie bäuerlichen Kreise gegenüber den Großgrundbesitzern noch mehr benachteiligt. Die Reichsregierung muß diese Ungerechtig⸗ keiten unbedingt beseitigen. Zustimmung.) Besonders heftig sind auch die Klagen über die ematische Beschlagnahme der Gerst e.(Sehr richtig!) Das preußische Landwirtschafts⸗ ministerium hätte im Bundesrat nicht zulassen dürfen, daß der⸗ artige widersinnige Bestimmungen getroffen wurden. Wenn mög⸗ lich muß die Heranziehung von Futtermitteln unter Reichshilfe stattfinden, ebenso deren gerechte Verteilung. Sparsamkeit auf diesem Gebiet würde zu einer Verminderung des Viehbestandes führen, die weitere Schwierigkeiten in der Fleischbersorgung zur Folge hätte.(Sehr richtig!)
Im ganzen Lande wird über Wucherpreise bei Saat⸗ gut geklagt. Wir haben deshalb Höchstpreise für Saatgut bean⸗ tragt. Durch vereidete Sachverständige könnten angemessene Preise festgesetzt werden. Schließlich dürfte man auch vor einer Be schlag⸗ nahme nicht zurückschrecken. Preise von 600 Mark pro Tonne sind unerträglich und machen böses Blut.
Im Kartoffelhandel haben sich im letzten Jahr schlimme Zustände herausgestellt. Der Durchschnittspreis in den Jahren 1906 bis 1913 war für den Zentner Speisekartoffeln im Berliner Großhandel 2,60 Mark, während im April 1915 bolle 7 Mark zu zahlen waren. Dadurch wird die Ernährung weiter Schichten der Arbeiterklassen und des Mittelstandes gefährdet. Eine dahin gehende Entwicklung muß in den leisesten Anfängen unterdrückt werden. In seiner letzten Tagung hat sich der Reichs⸗ tag einstimmig dahin ausgesprochen, daß eine Beschlagnahme bei den Betrieben von über 10 Hektar Kartoffelbaufläche stattfinden soll, wenn die Preise ungesund steigen. Auf Grund dieser An⸗ 1 muß zur rechten Zeit unverzüglich eingeschritten werden sowohl mit Rücksicht auf die Verbraucher als auch zum Vorteil der kleinen Landwirte, die von allen unnützen Belästigungen befreit bleiben müssen. 8
Die Verfügungen des preußischen Landwirtschaftsministers über die Aus nützung der Wälder waren an sich ausge⸗ zeichnet; sie sind aber der Bevölkerung nicht genügend bekannt- gegeben worden.
Der Wildschaden gefährdet die Lebensmittelversorgung. Ganze Felder werden vom Wild kahl gefressen. Ich sah ein Feld von 18 Morgen, das ganz vernichtet war. Das war ein Schade von 2000 Mark. Der Besitzer bekommt zwar schließlich einen Bruchteil des vernichteten Wertes als Entschädigung, für die 18 Morgen waren es 380 Mark; aber die Zerstorung des Wertes für die Volksernährung wird überhaupt nicht ausgeglichen.(Sehr richtig!) Reicht die Zahl der Jäger nicht aus, so muß behördlich abgeschossen werden. Gegen die armen Leute, die Pilze und Beeren sammeln, soll man nicht engherzig mit Strafandrohungen vorgehen. 3
„Die Spannung der Getreide⸗ und Mehlpreise scheint sich nach den Beratungen des Unterausschusses nur wenig verringern zu lassen. 1 soll man aber das Erreichbare bald praktisch hervortreten lassen. Die kleinen Mühlen müssen im kommenden Wirtschaftsabschnitt mehr herangezogen werden. Sie sind nicht teurer als die großen, und wenn sie es wären, sollte man ihrer schon aus sozialen Rücksichten gedenken. Die Erhöhung der Brotration ist erfreulich, ebenso die Herabsetzung des Ausmah⸗
lungsanteils. 5 5
In schlimmer Lage find die Hopfenbauer. Die bisheri- gen Ausfuhrländer sind uns ganz verschlossen. Das ift um so schlimmer, als die Mehrausfuhr in den letzten Jahren gestiegen war und ein Fünftel der esamten Ernte ausmachte. Da auch noch der Braubetrieb eingeschränkt ist, so macht sich der Preisdruck erheblich bemerkbar. Demgegenüber reicht die Verminderung im Hopfenanbau nicht aus. Deshalb sollte die Regierung sich um Ausfuhr nach anderen Ländern bemühen. Die neutralen Länder brauchen ja andere deutsche Erzeugnisse, und man sollte ihnen nahelegen, auch ihren Hopfenbedarf in Deutschland zu decken. Das Volk ist dem Staatssekretär des Innern dankbar dafür, wie er am Schlusse seiner Ausführungen der schwer arbeitenden Frauen der deutschen Arbesterschaft und des Bauernstandes gedacht hat.(Bei⸗ fall.) Noch dankbarer wird es ihm aber sein, wenn er dafür sorgt, daß diese schwer schaffenden Schichten nicht durch übermäßige Preise in Schwierigkeiten kommen, fondern daß es ihnen ermög⸗ licht wird, mit ihrer Familie und ihren Kindern durchzukommen. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Arnstadt(Kons.): a
Die Landwirtschaft leidet ganz besonders unter den schwierigen Teuerungsberhältnissen. Die Landwirtschaft ist nicht allein Produzent, sondern auch Konsument. Ihre Bedarfsartikel sind ganz erheblich im Preise gestiegen. Man verlangt jetzt vielfach, daß die Höchstpreise heruntergesetzt werden sollen. Als die Höchst⸗ preise kamen, befanden sich die Getreidevorräte zum großen Teile in den Händen von Spekulanten. Hätte man früher mit Höchst⸗ Höch eingesetzt, so wäre die Landwirtschaft auch mit niedrigeren Höchstpreisen zufrieden gewesen. Die späte Festsetzung der Höchst⸗ preise rechtfertigt auch ihre Höhe. Für die Futtermittel werden ge⸗ radezu Phantasiepreise verlangt.(Sehr richtig!) Unter dem Man⸗ 15 an Gespann und Arbeitskräften 85 an Düngemitteln mußten ie Erträgnisse der Ernte zurückgehen, dazu kam noch die große Dürre. Vielfach haben wir eine geringe Ernte, für manche Gegenden sogar eine totale Mißernte. Die Schwierigkeiten, das Vieh durchzuhalten, find ungeheuer. Futtermittel sind vielfach gar nicht aufzutreiben. In der Landwirtschaft ist man enttäuscht, daß man die alten Höchstpreise hat fortbestehen lassen. Durch die Zu⸗ sammenlegung der Höchstpreisbezirke ist häufig sogar eine Ermäßi⸗ gung der Höchstpreise eingetreten. Außerdem sind noch die Monats- Zuschläge bis Januar fortgefallen. Trotzdem find wir im Inter⸗ esse der Volksernährung mit den jetzigen Höchstpreisen einverstan⸗ den. Die Volksernährung ist gesichert, unsicher ist es aber mit unserer Viehhaltung.
Beim Hafer haben wir an vielen Orten eine vollständige Miß⸗ ernte. Hier ist eine Erhöhung der Höchstpreise dringend erwünscht, trotzdem stellen wir keinen Antrag auf Erhöhung der Höchstpreise. Den kleinen Besitzern müssen mindestens 20 Zentner Gerste ver⸗ bleiben, um ihnen einigermaßen einen Ersatz für den beschlag⸗ nahmten Hafer zu gewähren. Für Braugerste ist kein Höchstpreis festgesetzt worden, aber jeder Gerstenbesitzer ist verpflichtet, die Hälfte seiner Ernte entweder an den Kommunalverband oder an gersteverarbeitende Betriebe mit Kontingent abzugeben. Damit ist doch ein gewisser Hilfspreis eingeführt. Jetzt ist hier in Berlin auch noch eine Gersteverwertungsgesellschaft ge⸗ gründet, von der man vielfach annimmt, daß sie eine Gerste⸗ eee eee werden wird.(Sehr richtig!) Man befürchtet, daß diese Gesellschaft dafür sorgen wird, daß die
Dienstag, 24. August 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen 7 Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
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für einen Zentner Korn einen Zentner Brot, und damals war die Ausmahlung noch nicht so scharf wie jetzt. Die Berechnungen in 85 der Kommission nahmen viel p hohe Zwischenkosten an. Man könnte hier mindestens 20 Mark auf die Tonne sparen. Die Brot⸗ breise sind verhältnismäßig hoch in Berlin etwa 20 Pfg., in der Probinz vielfach 18 Pfg., für das Pfund. Im feindlichen uslande sind die Preise aber noch sehr viel höher, so in London 25 Pfg. für das Pfund trotz des Freihandels.(Hört! hört!) Das ist der beste Beweis für die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft. (Sehr richtig!) l 1 Herr v. Oldenburg hatte recht gehabt, als er einmal sagte Je weniger man sich um Kartoffeln und Schweine kümmere, um so eher bekommt man genug Kartoffeln und Schweine. Niemals sind in den Städten so viel Kartoffeln verfault wie diesmal. Hoffentlich überläßt man jetzt die Regulierung der Kartoffelpreise sich selbst. Man kann jetzt wahrlich nicht mehr über hohe toffelpreise klagen. Der Landwirt bekommt für den Ze
3 bis 3½ Mark, die Kartoffeltrocknung muß energisch fortgesetzt werden. Man sagt zwar: das Surrogat darf nicht mehr kosten als das Material, das es ersetzen soll. Das trifft hier aber nich! zu. Man muß möglichst viel Kartoffeln als Reserve für schwierige Zeiten trocknen. Damit keine Kartoffelfäule ein, tritt, muß die Kartoffeltrocknung möglichst bald beginnen. An Zucker zur menschlichen Ernährung wird es nicht fehlen, aller. dings an Zuckerfutter für das Vieh. Auf die Getreideeinfuhr, namentlich auf Mais aus Rumänien können wir verzich⸗ ten, solange dort Wucherpreise verlangt werden. Nach dem Krieg wird sich erst zeigen, welche Opfer die Landwirtschaft gebracht hat. Den kleinen Betrieben werden jetzt schon genügend Kriegs⸗ gefangene zur Arbeit abgegeben. Jetzt gilt es, das zweite Kriegs jahr durchzuhalten.
Abg. Frhr. v. Gamp(Rp.) Das reiche England kann jetzt nicht einmal den Parikurs fü b seine proz. Anleihen halten. Alles ist teuer geworden, namentlich der Zinsfuß des Geldes. Der Wechselzinsfuß der Reichsbank ist um 50 Prozent gestiegen. Den Landwirten, denen man den Futterroggen genommen hat, muß man als Ersatz einen ent⸗ sprechenden Preis gewähren, damit sie sich Futtermittel kaufe können. Auf dem Gebiete der künstlichen Düngung hat die Land⸗ wirtschaft große Opfer bringen müssen. 5 5 25 Wie kann der Abg. Gothein, der ein freier Mann ist (Heiterkeit), es als eine Umgehung des Gesetzes bezeichnen, daß ein Besitzer, der Einkäufer für sein Gut war, sich selbst 1 Mar zugeschlagen hat? Da muß er den Namen nennen, damit de Mann sich rechtfertigen kann.(Zuruf des Abg. Gothein.) Das ist doch ein legitimes, einwandfreies Verfahren, das nennen Sie ein berteuerndes, schamloses Treiben? Er bekommt ja nicht für sein Getreide etwas mehr, sondern die von der Kriegsgetreidegesell schaft vorgesehene Provision.(Zuruf des Abg. Gothein: Für fremdes Getreide.) Nein, Herr Gothein, Sie nehmen das zurück, Sie haben sich verhauen!(Heiterkeit) Die Reichsregierung mu genau erwägen, bei welchen Artikeln Höchstpreise anwend bar sind. Das gilt namentlich von Gerstenprodukten, wie Gersten⸗ grütze, die eine Verteuerung auf das dreifache des bisherigen Preises erfahren haben. Da würden gar keine Bedenken ft Wenn es gelingt, billige Kartoffelpreise zu bekommen, wird vieler Unmut schwinden. Durch Höchstpreise allein läßt fie
„ Fle i. auf große Schwierig nsere orgung mit isch 0 große
keiten. Allerdings läßt sich der Fleischko nsum weit leich ter einschränken als die Pflanzennahrung, deren die Men⸗ schen immer in einer gewissen Menge bedürfen. Mit K. allein können wir unsere Schweine nicht durchhalten. Für ein weiteres Abschlachten werden auch die Sozialdemokraten nicht meh zu haben sein, denen im Verein mit den Professoren und sinnigen das Verdienst der ersten großen Schweineab zukommt. Woher wir die nötigen Futtermittel bekom
ist mir allerdings unklar. Herr Quarck meint ten da sein,
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insbesondere die gesetzlich vorgeschriebene Wonne
Händler gestellt wird. Der Handel lagert nicht so lange, sondern Das Lagern ist die haben. Darum ist die
5 zur 5 8* eine große Zahl von Millionen. Die Reichsgetreidestelle soll 3
zu der sie in
Gerstepreise nicht zu hoch werden. Die Preisspannung zwischen
den Kommunalberbänden 50 Prozent nach Maßgabe des Ergeb⸗
Getreide und Mehf ist immer noch zu groß. Früher bekam man
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mehrtägiger
0 Di len einzeln nachzuweisen ist im Plenum nicht möglich. 85 2 1


