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— FFF ,Die Artundraung einer griehsgewinnfteuer behrüßen ouch wir. Wir begrüßen es, daß eine Einigung über die Grundzüge dieser Steuer erfolgt ist und erachten es mit den Vorrednern als Gebot sozlaler Gerechtigkeit, daß die Steuer eingeführt wird. Wir teilen auch die Zuversicht des Staatssekretärs, daß auch die neue Kriegsanlei bon Erfolg gekrönt sein wird. Der Appell an die Opferwilligkeit der Nation wird nicht unerhört verhallen. Der Reichskanzler hat uns sehr interessante Aufschlüsse über die Vor⸗ eschichte des Krieges gegeben, aus denen hervorgeht, daß Eng⸗ and der Friedensstörer war. Wir haben den Eindruck aus den Aus 8 des 3 gewonnen, daß Deutschland den Frieden erhalten wollte nd daß die Behauptung falsch ist, wir hätten einen Präventipkrieg führen wollen. Unerhörte Ver⸗ schiebungen der Tatsachen, Unwahrheiten, Verleumdungen, und man darf auch sagen, ein gut Teil Heuchelei, liegt in den Erklä⸗ rungen unserer Feinde. Der deutlichste Beweis für die Friedens- liebe der uts liegt vor allem in dem Verhalten Deutsch⸗ Lands gegen Oesterreich⸗-ungarn. Wenn man das österreichisch⸗ ungarische Rotbuch zur Hand nimmt, so findet man die gestrigen Ausführungen des Kanzlers bestätigt durch das Telegramm des Grafen Berchtold an den österreichisch⸗ungarischen Bokschafter in n W Li 3 t: Das beweist gar⸗ 1 en er, in das auch ei i ial⸗ 1 5 3 Dr. David hat heute erklärt, daß seine Fraktion den Kriegs— kredit bewilligen werde. Darin liegt 5— stätigung der Hal- tung, die die Sozialdemokratie am 4. August vorigen Jahres ein⸗ nahm. Wir begrüßen die Erklärung des Abgeordneten Dr. David gern. Mögen über die Ziele Meinungsverschiedenheiten bestehen, einig ist unser Volk in dem Willen, den Krieg siegreich zu beenden und bis zu einem Deutschland sichernden Frieden durchzuhalten. Aus den Ausführungen des Abg. Dr. David klang die Sorge für die Ernährung der heimischen Bevölkerung heraus. Ich möchte diese Worte 1 unterstreichen. Das Reichsamt des Innern stand einer riesigen Aufgabe gegenüber, für die es kein Vorbild in der
Vergangenheit gab. Neue Organisationen mußten gefunden wer⸗ den und sind ute gefunden in einer Reihe von Gesellschaften, die auf dem Gebiete der Volksernährung arbeiten. Daß Fehler
bei dieser großen Aufgabe gemacht wurden, mag sein; die Reichs⸗ leitung und die Budgetkommission des Reistages waren aber be⸗ reit, Hand in Hand zu gehen, und schließlich sind wir auf die Wege ekommen, auf denen die Zukunft unseres Volkes sichergestellt ist. uf die Kriegsziele näher einzugehen, ist mir unmöglich. Die Polenfrage wird man lösen müssen aus den Interessen und For⸗ derungen der Polen heraus, aber auch unter voller Berücksichtigung der nationalen Interessen Deutschlands.(Beifall.) Der Reichskanzler hat gestern gesagt: Wir haben die Senti⸗ mentalität verlernt. Dieses feierliche Bekenntnis 1 von hoher Be⸗ deutung. Niemals, seit die Weltgeschichte besteht, hat sich ein Volk in allen Pflichten so glänzend bewährt, wie das deutsche, niemals aber auch so 9 Opfer an Blut und Menschenleben ge⸗ tra en, niemals so viel Kummer und Elend durch die 1. 0 Politik seiner Feinde zu leiden gehabt. Es ist eine Geschichts⸗ mission des Deutschen Reiches, daß der Sieg, an dem nicht zu zweifeln ist, unsere Zukunft sichern und uns einen langen Frieden gewährleisten muß. Der Friedensschluß darf dann nur diktiert 5 von den deutschen nationalen Interessen. Beifall.) Die wirtschaftlichen Maßnahmen, die hier beschlossen werden, müssen frei sein von bureaukratischer Eng⸗ herzigkeit. Angesichts der N Opfer, die der Krieg in die Familien hineinbringt, muß die Sorge des Deutschen Reiches dafür eintreten, daß niemand Not leidet. Dr. David sprach von der Zeit nach dem Kriege. Auch wir sind der Meinung, daß die Zeit nach dem Kriege von neuen Gedanken erfüllt sein wird und erfüllt sein muß. Millionen deutscher Krieger werden in das bürgerliche Leben zurückkehren und mit ihren Ideen Deutschland erfüllen. Eine neue Zeit wird anbrechen. Kein Staatsmann wird sich der Aufgabe entziehen können, mit Reformen vorzugehen, mit manchem alten Zopf aufzuräumen; auch keine Partei wird sich dieser Aufgabe entziehen können. Das ist nicht nur eine N sondern eine sittliche Forderung. Meine Freunde werden gern bereit sein, in neuer Zeit an der Verwirklichung dieser Idee mitzu⸗ arbeiten. Auch ich möchte ein Wort von unserem Heere sagen. Der deutsche Soldat ist human, er schont Frauen und Kinder. Er zerstört nur da das Eigentum, wo es die Forderung des Krieges gebietet. Diese Forderung aber muß er erfüllen, denn jede Schwächlichkeit in dieser Beziehung würde mit Strömen deutschen Blutes bezahlt,(Sehr richtig) Darum haben wir verlangt, daß der Luft⸗ und Unterseebootkrieg mit voller Energie und ohne Zau⸗ dern weiter fortgeführt wird.(Beifall.) Von heißem Dank er⸗ füllt sind wir für unser herrliches Heer und unsere tapfere Flotte. Glänzende Waffentaten sind geschehen. Wir lesen mit Bewunde⸗ rung und Stolz aus tausenden veröffentlichten Briefen, mit wel⸗ cher Zähigkeit der deutsche Soldat durchhält, wie er selbst im Mo⸗ ment völliger e wenn er erneut zum Sturm befohlen wird, das Letzte hingibt. Er bewährt sich im Stellungskriege und im Frontalangriff. Die stärksten Festungen farrg in kürzester Frist, und selbst schwache Linien bestehen die stärksten feindlichen Offensiven. Mit Stolz nennt das Volk unsere Heerführer Hinden⸗ burg, Mackensen, Beseler und wie sie alle heißen, die Führer unserer Flotte und die Männer des deutschen Generalstabes. (Beifall.) Unser Kaiser war ein Friedensfürst. Wenn er pflicht⸗ getreu im Bunde mit einer verständnisvollen Volksvertretung die glänzende Rüstung des Reiches geschaffen hat, so ist es geschehen nicht um Eroberungen zu machen, sondern um unsere Grenzen zu sichern. Der Krieg ist dem deutschen Volke aufgedrungen worden. Möge der Kaiser ihn mit kraftvoller Hand beendigen und uns einen Frieden bringen, der seinen Namen mit ehernem Griffel in die Tafeln der deutschen Geschichte einträgt, nach dieser ge · waltigsten Zeit, die die Welt je gesehen hat.(Lebhafker Beifall)
Abg. Fischbeck(Vpk.):
Man ist gern geneigt, den Produzenten und Händlern die Schuld an den hohen Preisen beizumessen; aber sie liegt auch zum Teil an dem sozialen Gewissen des Einzelnen, das noch geweckt werden muß. Wir hoffen, daß es möglich sein wird, einer Teue⸗ rung zu begegnen, und wir stimmen alle darin überein, daß finanzielle Beihilfen des Reiches bereitgestellt werden mũssen, um insbesondere die Lebenshaltung der schwer leidenden An⸗ gehörigen unseres Heeres zu erleichtern. Wenn wir sehen, wie die bielen Milliarden für die Kriegführung aufgebracht werden, dann müssen sich auch die Mittel finden lassen, um für die Volksernäh⸗ tung das Rechte zu tun. Die angekündigte Kriegsgewinnsteuer wird auch die Unterstützung meiner Partei finden. Mit einer Redewendung läßt sich eine gerechte Heranziehung zu dieser Steuer nicht erreichen, aber der Gedanke der Steuer an sich ist gesund. Und da die Notwendigkeit vorliegt, so wird sich auch der Weg finden, um die ungerechten und ungesunden Vermögens⸗ bildungen zu den Lasten des Krieges heranzuziehen.
Dias deutsche Volk hat alles, was von ihm gefordert ist, gern
dem das den Aus⸗
d elle Grundlage dem
zuerstakten, um dafür zu sorgen, daß ein Friede geschaffen wiißy
so stark, daß es dem Frevelmut unserer Feinde nicht gelingt, un. sern Kindern und Kindeskindern wieder einen solchen Ueberfall zu bereiten. a en
Die Stunde wird kommen, two die Beziehungen zdischen den Völkern wieder aufleben werden. Schon jetzt muß alles geschehen, um auch auf wirtschaftlichem Gebiete diese Beziehungen der Völker wieder anknüpfen zu können. Es ist etwas Schönes um das Ver⸗ trauen, in dem wir draußen im Schützengraben und im Innern leben. Die Klassengegensätze verschwinden, ohne Rücksicht auf die Parteien, rechts und links schließen wir uns zu gemeinsamem Ar⸗ beiten zusammen zu dem großen Ziele eines siegreichen und ehren⸗ vollen Friedens. Möge dieser Zustand auch über den Krieg hin⸗ aus fortleben und die Beziehungen von Mensch zu Mensch auch das öffentliche Leben erfüllen, wenn wir wieder zur friedlichen Arbeit zurückkehren. Was der Reichskanzler gestern von der Be⸗ freiung der Völkerschaften im Osten vom moskowitischen Joche, na⸗ mentlich im Hinblick auf die Polen gesagt hat, dem stimmen wir zu und wollen hofsen, daß dieser Krieg auch dazu beiträgt, daß uns in Zukunft Vertrauen untereinander und auf diesem Ver⸗ Geifauf ene politische Freiheit im Innern erblühen möge.
eifall.
Abg. Dr. Oertel(Kons.)!:
Dem Dank, den wir unserem über alles Lob erhabenen tapferen Heere und seinen großen Führern schuldig sind, 5— wir uns an. Ein so heldenhaftes Ringen hat die Geschichte der Völker noch nicht gesehen. Kein Vergleich der Kämpfe früherer Zeiten mit denen von heute läßt sich durchführen. Die Helden lieder der Vergangenheit müssen schweigen gegenüber den gewal⸗ tigen Taten im Osten und Westen. Die Bilder der Vergangenheit verblassen gegenüber dem, was wir sehen durften, dank den Männern, die hier Unmenschliches geduldet und erkämpft haben, dank den Führern, die die Siege geplant und vorgezeichnet und mit Aufbietung aller ihrer Kräfte durchgeführt haben(Beifall), dank den Männern zu Lande, zu Wasser und in der Luft, und auch dank unseren Schutztruppen, die da draußen 51 einem verlorenen Posten mit einem Heldenmut gekämpft, haben, der ihnen die Dankbarkeit des Vaterlandes für alle Zeit sichert. (Beifall.) Wenn sie auch nicht in allen Schutzgebieten den Kampf siegreich durchführen konnten, wenn sie einer brutalen Uebermacht 2 so wird dadurch unsere Dankesschuld nicht geringer. Das Schicksal unserer Schutzgebiete, an denen wir mit voller Seele hängen. wird nicht in Afrika entschieden!(Zustimmung.) Wie es enkschieden wird, das haben uns die letzten Tage gezeigt! (Beifall.)
Die Bewilligung des Nachtragsetat ist selbstverständlich. Wir können gewissenhaft und gern das bewilligen, was das Vaterland von uns heischt, nachdem wir soeben aus der Rede des Reichs⸗ schatzsekretärs gehört haben, wie stark und ungebrochen und für die Zunkunft unerschütterlich die finanzielle Kraft des Deutschen Reiches steht. Kunststückchen, um diese finanzielle Kraft auf- zuplustern, brauchen wir nicht, das überlassen wir anderen, denen diese Kraft fehlt.(Sehr richtig) Der Reichskanzler hat gestern in Worten, die allgemeiner Zustimmung würdig waren, nochmals gezeigt, wie unser Volk und unsere Regierung alles ver⸗ mieden haben, was den Krieg hätte herbeiführen können. Er hat es für nötig befunden, nochmals manches zu wiederholen, was er schon früher gesagt hatte oder was in dem halbamtlichen Blatt veröffentlicht worden war. Ich bin ihm dafür dankbar, denn die Inappe, in sich geschlossene r war außerordentlich wirkungsvoll und für jeden, der Sinn für Wahrheit hat, über⸗ eugend. Dieser Sinn scheint allerdings manchen Leuten und
ölkern abzugehen. Deshalb teile 0 auch nicht die Hoffnung, daß wir die Verleumdung unserer Gegner tatsächlich beseitigen können, und wer nicht sehen will, wer sich gewaltsam die Augen verschließt, dem ist nicht zu helfen. Wir haben in diesen Tagen kennen gelernt, wie richtig ein römischer Dichter die Verleum⸗ dung als ein unsterbliches Scheusal gekennzeichnet hat.
Dem Urteil der G können wir ruhig entgegensehen. Englands Einkreisungspolitik des Königs Eduard VII. hat diesen Krieg nicht bloß verschuldet, sondern planmäßig vorbereitet.(Sehr richtig!), vielleicht allerdings für eine etwas spätere Zeit. Das legen die Aktenstücke aus Belgien durchaus überzeugend dar. Unsere Regierung muß dafür 1 daß diese Aktenstücke so weit und so intensiv wie möglich überall verbreitet werden. Ein deut⸗ scher Staatsmann mußte bei der Eigenart des deutschen Volkes, bei der sittlichen Tiefe der deutschen Auffassung und bei der Stärke des 7 1 85 Verantwortungsgefühles alles kun, um trotz dieser offensichtlichen Einkreisungspolitik einen Krieg womöglich zu ver⸗ hüten. Das hat der Reichskanzler getan, ob leich er vielleicht innerlich davon überzeugt war, oder doch ahnte, daß seine ehrlichen Bemühungen vergeblich sein würden. Daraus wollen wir ihm keinen Vorwurf machen. Wir wollen aber auch denen daraus keinen Vorwurf machen, die schon vor Jahren an dieser Stelle immer wieder gesagt haben: wir trauen dem englischen Vetter nicht 5 recht, wir fürchten, daß jeder Verständigungsversuch auf unsere dosten erfolgt und schließ ich doch zu keinem Ziele führt. Hoffent⸗ lich haben wir später auch in dieser Richtung Sentimentalitäten verlernt!(Beifall.)
Ich danke dem Reichskanzler, daß er das Märchen des eng⸗ lischen Premierministers zerstört hat, Deutschland habe im letzten Augenblick den Krieg unnättelbar verschuldet, weil es den Kon⸗ 3 abgelehnt habe. Jeder Eingeweihte wußte, das war ein rchen, aber es war nicht überflüssig, daß gestern wie⸗ derum der englische Premierminister mit Fug und Recht als ein Mann hingestellt wurde, dessen Verhältnis zur ür 20 für den normal sittlichen Menschen unfaßbar ist.(Sehr ri NK Auch weiter danke ich dem Reichskanzler dafür, daß er wieder klar⸗ gemacht hat, daß die Russen zuletzt den Krieg durch ihre Mobi⸗ lisierung unausbleiblich machten. Man meint zwar, Rußland sei in den Krieg hineingetrieben worden. Es ist aber dem Treiber
so entgegengekommen, daß man schließlich nicht weiß, wo letzten Endes die Schuld ruht.(Sehr richtigl) Rußland und England mũ gleich beurteilt werden, sie sind von glei⸗
cher Schuld, bedeuten für uns eine gleiche Gefahr. Ich unter⸗ schätze die englische Gefahr nicht; ich möchte aber dringend war⸗ nen, die russische Gefahr für unsere Weltstellung, unser Wirt⸗ schaftsleben und unser Volkstum zu unterschätzen.
Das deutsche Volkstum steht vor einer großen Aufgabe. Wenn es diese große N übersehen sollte, wenn es nicht an ihre Erfüllung herangeht, dann wäre es dem unerbittlichen Urteile der Weltgeschichte verfallen.(Sehr wahr!) Deshalb schauen wir nicht nur nach Westen, sondern nach Often. Die Ausführungen des Reichskanzlers über die Besetzung der polnischen Gebsete war so wenig greifbar und deutlich, daß es schwer, ja unmöglich ist, dazu Stellung zu nehmen. Wir müssen uns diesen Ausführungen ge ⸗ genüber nach jeder 4 einen Vorbehalt machen. Das gilt aber nicht gegenüber den Worien des Reichskanzlers am Schlusse seiner Rede, daß dieses blutige Ringen Europa nicht so lassen werde wie bisher, die Stellung Deutschlands, die hartbedrohte, müsse stärker, fester sein. Diese stärkere und festere 3 müssen wir unbedingt unserem Vaterland bereiten, unserm Vol und unsern Nachfahren schaffen Wir müssen, was der Herr Reichskanzler früher einmal sagte, alle realen Garantien haben, daß niemand wieder uns in so heimtückischer, häßlicher, klobiger Weise überfällt.
Was würden unsere Gefallenen sagen, wenn sie herabsähen dom Himmel, wenn wir nicht einen Frieden sichern wollten für ihre Kinder und Nachfahren, der uns wirklich schützt und wirklich reale Garantien für die Sicherheit unseres Volkes und unsere Zukunft bietet. Wenn der Reichskanzler nach wie vot bestrebt ist, mit der ganzen Kraft seines Wesens auf diese realen Garantien hinzuarbeiten und bemüht ist, wovon ich überzeugt bin, nicht nur einen ehrenvollen Frieden uns zu verschaffen, sondern einen Frie⸗ den, der der Opfer völlig wert ist, dann hat er das ganze Volk hinter sich, dann wird ihm das Vertrauen von allen
wärmster Weise entgegenströmen.
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Dieser gekdarlsge Krseg ist don efner Wuchkigen markigen Größe. Jedes Wort gegenüber dieser Zeit scheint klein und schwach zu sein. Die Aufgabe der Regierungen, der maßgebenden 1 Gewalten ist es, daß der Siegespreis in seiner Größe dem 4 Kampfe 1 Dann werden unsere Enkel 10 n, das war eine große, blutige, schwere Zeit; aber das Gesch acht dieser Zeil hat sich der Größe dieser unaussprechlich großen Zeit würdig be⸗ wiesen. Das herbeizuführen, ist auch Aufgabe des Volkes; des⸗ halb kann ich den Dank auch auf das deutsche Volk ausdehnen. Das deutsche Volk hat an Opfermut und Hingabe so viel geleistet, wie man kaum erwarten konnte. Seien wir gemäht, alle unnöti⸗ gen Lasten aus dem Wege zu räumen oder zu mindern. Die körperliche und seelische Kraft unseres Volkes müssen wir erhalten. Gegen den Lebensmittelwucher haben wir gleichfalls Anträge 1 gestellt, um die Daheimgebliebenen vor der Not zu sichern, ebenso 5 für die Sicherung einer sorgenfreien Zukunft der Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen. Die verschiedensten christlichen Be- kenntnisse haben sich in diesen Tagen zusammengefunden. Das wollen wir un sin den Frieden hinüberretten. Wen es uns ge⸗ lingt, die seelische Stärke des Volkes zu erhalten, dann wird das Volk aus diesem Kriege nicht nur sieghaft hervorgehen, sondern gesegnet für alle Zeiten.(Beifall.) 1
Staatssekretär des Reichskolonialamks Dr. Solf: Unsere Kolonisten wußten, daß sie auf den Schutz unserer lotte nicht rechnen konnten und auf die kleinen bewaffneten Scharen angewiesen waren, die lediglich für innere Aufgaben in den Kolonien bestimmt waren. Und doch haben sich alle draußen, Beamte, Schutztruppen und Ansiedler über das ß des Denk. baren hinaus gehalten gegenüber einer Uebermacht von nden und von militärischen Machtmitteln. Auch die haben sich treu zur deutschen Fahne geschart. England hat es also nicht nötig, die armen Eingeborenen vor der—— Be⸗ 5 handlung der utschen zu retten.(Sehr gut!) Der Fall von Südwest⸗Afrika war trotz der ehrenvollen U. der schwerste 1 Schlag für die Kolonialverwaltung. Daß das Schicksal unserer Kolonien auf unseren Schlachtfeldern entschieden wird, ist aller⸗ dings ein schwacher Trost für die unsäglichen Leiden, die ein Teil unserer Landsleute draußen in den Kolonien in dem mörderi ch Klima der Kolonie Dahomey und auf dem Transport von Af nach Europa erlitten haben und noch erleiden.
Die unwürdige Behandlung der Weißen in Gegenwart Farhiger, die Mobilisierung der schwarzen Rasse gegen die weiße ist ein Schandfleck(Sehr richtig!), den England nie und nimmer von sich abwaschen wird. England als große Kolonialmacht, als Herrscherin von Millionen farbiger Untertanen, das den Satz vom Prestige des weißen Mannes als Leitsatz seiner Verwaltung auf⸗
estellt hat, wird am eigenen Leibe spüren, was es heißt, die eigene Rasse zu beschimpfen, zu besudeln und buchstäblich mit Füßen zu treten.(Sehr wahr!) Wir wollen uns durch die Schläge, die wir 5 erfahren haben, nicht abschrecken lassen, unsere Kolonialpolitik 8
weiter zu verfolgen und den letzten harten Schlag mit dem festen 8 Entschluß beantworten, daß wir weiter fortfahren auf der von uns 1 als richtig erkannten Bahn.(Lebhafter Beifall!) 9
Abg. Seyda(Pole) N
Aus den gestrigen Aeußerungen des Herrn Reichskanzlers haben wir Polen mit Genugtuung entnommen, daß das Recht des polnischen Volkes auf die freie Entwicklung seines nationalen Lebens und seiner alten Kultur anerkannt wird. Wir finden in 3 den Worten des Reichskanzlers die Bestätigung der stets von ung 5 vertretenen Anschauung, daß die Freiheit des are Volkes 1 mit dem Wohle des deutschen Volkes nicht im Widerspruche steht. 8 Es ist nicht an der Zeit, im gegenwärtigen Augenblick all das 8 Unrecht, das im Laufe der Vergangenheit dem polnischen Volke 1 zugefügt worden ift, zu erörtern, denn wir hegen die seste Jer 5 5 versicht, daß der gegenwärtige Krieg eine derartige Regelung der 8 politischen Verhältnisse für die polnische Nation bringen wird, daf 1 die freie Entwicklung ihres nationalen Lebens für die Zukunft ge⸗ 18 sichert sein wird. Lebhafter Beifall.). 5. 38 Abg. Schultz⸗Bromberg(Rp.) d 2
Namens meiner Partei schließe ich mich dem Dank an die Armee 5 an. Für 1 1 Taten sind keine Worte hoch genug. Wenn 0 0 5 mutig draußen kämpfen, so auch zum mindesten deshalb, weil wir N alle reinen Herzens in den Krieg gezogen sind. Der Reichskanz⸗ ler hat es gestern zum soundsovielten Male überzeugend. 5 gewiesen, daß wir schuldlos sind an dem Weltenbrand. Seine 1 7099 Hoffnung, daß wir in dem 3 gegen die Verleumdung ebenso siegreich wären, wie unsere Soldaten, teile ich nicht. Es kommt 1 mir auch gar nicht darauf an. Die Taten auf dem Schlachtfelde werden entscheiden, und der Sieg wird unser bleiben trotz aller Verleumdungen. Mit Befriedigung habe ich gehört, daß der Reichskanzler den russischen Ministern auf dem Wege der Ver⸗ sprechungen folgen will. Danach sind seine Aeußerungen auf dem Gebiete der Polenfrage zu beurteilen. 8
Es ist auch unnötig, den russischen Ministern dahin nachzu⸗ folgen, weil ihre Versprechungen gegenüber den Polen wachsen im Quadrat der Entfernung, mit dem ihre Armeen den polnischen Boden verlassen. Ueber Kriegsziele zu sprechen ist nicht die Zeit. Ich erinnere an das Wort Bismarcks, der auch lange vor Ende des Krieges von 1870 gefragt wurde, welche Kriegsziele er hätte, worauf er erwiderte: Gehen Sie zu Moltke und fragen Sie den. Ebenso kann man heute erwidern: Gehen Sie zu Falkenhayn und Hindenburg. Aber eins ist sicher: der Friede, der uns einst zuteil die die Armee sowohl wie das geamte Volk in dieem Kriege die die Armee sowohl für das gesamte Volk in diesem Kriege besgen Lentz die dee bene Senden e des deutschen Volkes die Leistungen seiner Staatsmänner, die auch 15 155 3 beim Friedensschluß nicht zurückstehen werden. Beifall.
Die Aussprache schließt. Der Zehnmillfarbenkrebit wirb in zwester Lesung einstimmig bewilligt. Dr. Liebknecht und einige andere Sozialdemokraten hat⸗ ten vor der Abstimmung den Saal berlassen, nahmen aber jetzt wieder ihre Plätze ein.
Auf Antrag des bg. Dr. Spahn(dentr)) finget gonleid die dritte Lesung statt. 9
Es nimmt niemand das Wort.
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Der Präfident stellt fest, daß die Vorlage in dritter Lesung einstimmig mmen worden ist.(Abg. Dr. Lieblnech ruft: Nein, nein! Anhaltende große Heiterkeit
Die Tagesordnung ist damit erledigt. 5
Nächste Sitzung: Sonnabend 2 uhr: Verscht der Budget⸗ 1 kommission. 0
Schluß nach 5 Uhr.
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