Ausgabe 
(21.8.1915) 196. Erstes Blatt
Seite
110
 
Einzelbild herunterladen

Geh Hofrat Prof. Dr. Pasch begeht heute das fünfzigjährige kor fu bia der 15 72 Le⸗ bensjahr stehende Jubilar hat 1865 an der Universität seiner

Vaterstadt Breslau promobiert In Gießen habilitiert

sich 1870 für Mathematik. Drei 3; did außerordentlicher. 8 Werken Prof. Paschs seien

über neuere Geometrie,Einleitung in der

n er 5 Ruhestand.

Der Dag von Anloy jährt sich am morgigen ig zum ersten Male. Was er für e Regi. ment bedeutet hat, wissen wir ö Weltkriege hat das Infanterie⸗Regiment 116 bei Anloy in den Gang der und so manchen 116ern wurden dort aus belgischer Erde die Grabhügel ge⸗

von Anloy und aller, die später noch

sich auch In der

Angehöri in erster Linie Rücksicht zu nehmen ist, wird man in der Bürgerschaft gut tun, im übrigen mit dem beschränkten Raum zu rechnen.

* Fürsorge für die Hriegsbeschädigten. Man schreibt uns: Es ist nicht allgemein bekannt, daß die von dem Kriegsministerium herausgegebenen, wöchentlich erscheinendenAnstellungs⸗Nachrich ten außer den amtlichen Mitteilungen für versorgungsberechtigte Militär⸗ personen einen Stellen nachweis enthalten, in dem u. a. auch Stellen des Privatdienstes unentgeltlich Aufnahme finden. Die Anstellungs⸗Nachrichten können von den Kriegsbeschädigten durch die Post bezogen(vierteljähr⸗ lich 75 Pfg.), aber auch bei allen Militärbehörden, Truppen⸗ teilen, irkskommandos, Militärlazaretten eingesehen werden. Gleichzeitig richtet der Landesausschuß für die Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge im Großh. Hessen an alle Ar⸗ beitgeber des Landes, die für Kriegsbeschädigte geeignete Stellen zu vergeben haben, die Bitte, ihm hiervon Mittei⸗ lung zu machen, damit er die Stellenvermittelung in die Hand nehmen kann. Diesbezügliche Zuschriften beliebe man an den Vorstand der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen. Darmstadt, Wilhelminenstr. 34, zu richten.

* Preisausschreiben für Kriegs wahr⸗ zeichen. Die unter dem Protektorat des Generalfeldmar⸗ schalls v. Hindenburg stehende VereinigungNatio- nalgabe versendet einen Aufruf an die deutschen Städte und Gemeinden, Wahrzeichen an die große, gewaltige Zeit zu errichten durch Nagelung von Schilden, Eisernen Kreuzen, Stadtwappen oder Bildwerken. Da die Gefahr naheliegt, daß formal mangelhafte Wahrzeichen errichtet werden, hat sich der Deutsche Werkbund bereit erklärt, durch Preisausschreiben unter seinen Mitgliedern geeignete Entwürfe zu beschaffen, die in Abbildungen den Gemeinde⸗ vorständen vorgelegt werden können. Für diese Veröffent⸗ lichung wird der Vorstand des Deutschen Werkbundes bis zu 25 gute Beispiele aus den eingelieferten Entwürfen wählen und mit Preisen von je 50 Mark auszeichnen.

* Gedenkblatt für gefallene Krieger. Das von dem Kaiser den Angehörigen gefallener Krieger gestiftete Gedenklatt gelangt soeben an die Hinterbliebenen zur Ausgabe. Das in Kunstdruck hergestellte Blatt stellt einen Engel dar, der einem sterbenden Krieger ein Lorbeerzweig⸗ chen überreicht. Am Kopfe des Gedenkblattes steht:Wir

sollen auch unser Leben für die Brüder lassen. 1. oh ls Am Rande:Zum Gedächtnis des. Er starb für das Vaterland am Wilhelm. Dies Gedenkblatt

wird den Angehörigen entweder durch das zuständige Pfarr⸗ amt oder das Bürgermeisteramt in angemessener Weise über⸗ reicht. Das durch Druck hergestellte Besitzzeugnis hat folgenden Inhalt:In den Kämpfen für die Verteidigung des deutschen Vaterlandes hat auch ein teures Glied Ihrer Familie den Heldentod erlitten. Zum Gedächtnis des auf dem Felde der Ehre Gefallenen haben Seine Majestät der Kaiser und König in herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust und sin Anerkennung der von dem Verewigten be⸗ wiesenen Pflichttreue bis zum Tode Ihnen das beifolgende Gedenkblatt verliehen, das als ein Erinnerungszeichen an die große Zeit und an den unauslöschlichen Dank des Vater⸗ landes in Ihrer Familie dauernd bewahrt werden möge. Großes Hauptquartier, den... Der Kriegsminister: Wild v. Hohenborn.

* Getreidevorräte aus dem abgelaufenen Erntejahr. Bei der jetzigen Bestandsaufnahme an Brot⸗ getreide und Mehl aus früheren Erntejahren kommen noch große Vorräte an ungemahlenem Getreide bei manchen Landwirten zum Vorschein. So sind stellenweise in kleinen Orten von 500 bis 1000 Einwohnern noch ebensoviele Zentner Brotgetreide vorhanden, so daß von der neuen Ernte in nächster Zeit noch nichts verbacken zu werden braucht. 0

* Auf dem Wochenmarkt sah man heute zum ersten Male die vom Generalkommando geforderte schrift⸗ liche Angabe der Preise an den Verkaufsständen. Freilich hatten sich noch nicht alle Verkäufer 85 der neuen Maßregel aufgeschwungen, und diejenigen, die es getan hatten, hatten sich ebenfalls über dasWie kein langes Kopfzerbrechen gemacht. Auf allen möglichen Papier⸗ und Pappstückchen, Brettchen und Schildchen hatte man Buch⸗ staben und Zahlen gemalt, aber es hielt ziemlich schwer, aus diesen halbverborgenen und zwerghaften Kundgebungen nun auch zu erkennen, wo es wirklich am billigsten war. Einzelne Verkäufer konnte man sogar sehen, die sich das Preisverzeichnis mit einer Stecknadel auf den Aermel oder aus Kleid geheftet hatten. Damit ist nun das behördliche Verlangen nach deutlich sichtbarer Schrift noch nicht restlos erfüllt, so originell diese wandelnden Preisverzeichnisse auch sein mögen. Gegenstand der Aufmerksamkeit war übri⸗

gens heute ein französischer Korporal, der mit seiner Arbeitsherrin von draußen zum Markt gekommen war und gewissenhaft deren Gespann und Vorräte be⸗ wachte. Ueber die Menge dessen, was wir noch zu essen haben, schien er sich nicht mehr zu wundern. g* Der Geschäftsbetrieb der öffentlichen Sparkassen hat während des Krieges keine wesentlichen Einschränkungen erfahren. Die Tilgungsquoten und Zinsen gehen mit geringer Ausnahme in gleicher Weise ein wie in Friedenszeiten, bei manchen Sparkassen ist sogar ein besse⸗ rer Eingang der Zinsen und Ablieferung von Geldern zu rzeichnen. Bei einzelnen anderen Gewerbebetrieben haben ch die Rückstände gegen früher etwas vermehrt, und es zten hier Stundungen, aber auch nur in Einzelfällen, ilt werden. Im ganzen haben sich die Sparkassen, wie

[fürsorge für Hessen 150 Mk. und dem

die jüngsten Erhebungen zeigen, eines guten Geschäftsganges zu erfreuen.

* Der Tierschutzverein für das Großher⸗ zogtum Hessen zählte am Ende des jetzt abgelaufenen Geschäftsjahres 1914/15 insgesamt 4172 Mitglieder gegen 4065 im Vorjahre. Von den 11 709,32 Mk. Einnahmen, worunter sich 1730 Mk. an Geschenken und Stiftungen be⸗ finden, wurden für Zwecke der Kriegs für sor ge 680 Mk., für Tierschutzkalender 3055,85 Mk., für Geldprämien und Diplome 365 Mk. ausgegeben. Trotzdem beträgt das Ge⸗ samtvermögen des Vereins 1790307 Mark. gegen 15 658,08 Mk. im Vorjahre. In diesem Vermögen sind 15000 Mk. an testamentarischen Schenkungen eingerechnet. Der Voranschlag ist für das neue Geschäftsjahr auf 10 180 Mk. festgelegt und in dieser Höhe durch den Aus⸗ schuß gutgeheißen, da in diesem Jahre des Krieges wegen eine Hauptversammlung nicht stattfindet. Aus laufenden Mitteln sollen dem Roten Kreuz 300 Mk., der Krie g S⸗ Verein fr Sanitätshunde 50 Mk. überwiesen werden. Im letzten Jahre wurden durch den Verein 296 Anzeigen wegen Tierquälerei erhoben und 283 Strafen verhängt. An Prä⸗ mien für gute Tierpflege wurden 307 Mk. bewilligt.

Verhalten gegen Kriegsgefangene. Unsere gestrige Notiz zu diesem Gegenstand enthält eine durch den Druck sehlerteufel verursachte unbeabsichtigte Bosheit gegen das schwache Geschlecht. Selbstverständlich soll es nicht heiben: Damen, son⸗ dern denen, die die Distanz zwischen sich und den Gefangenen nicht halten können, schärft das Generalkommando das Gewissen usw.

* Paketverkehr mit Gefangenen in England. Wegen der Beförderung von Liebesgaben an deutsche Kriegs⸗ und Zivilgefangene in England und an britische Kriegs⸗ und Zivilgefangene in Deutschland sind nunmehr unter den be⸗ teiligten Eisenbahnverwaltungen bestimmte Vereinbarun gen getroffen worden. Nach Artikel 16, Absatz 2 der Haager Land⸗ kriegsordnung, sind die als Liebesgaben und Beihilfen für Ge⸗ fangene bestimmten Gegenstände von allen Eingangszöllen und anderen Gebühren und ferner von den Frachtkosten auf Staats⸗ eisenbahnen befreit. Auf Grund dieser Bestimmungen ist im Postverkehr bekanntlich schon seit längerer Zeit die Einrichtung getroffen, daß, abgesehen von Briefen und Postkarten, auch Post⸗ pakete bis 5 Kilogramm portofrei den Gefangenen zugeführt wer⸗ den können. Nunmehr ist aber eine Vereinbarung getroffen worden, die es ermöglicht, den in England internierten deutschen. Kriegs⸗ und Zivilgefangenen und den in Deutschland inter⸗ nierten britischen Kriegs⸗ und Zivilgefangenen Liebesgaben in höherem Gewichte auf dem Eisenbahnwege zukommen zu lassen. Von Wichtigkeit sind für unsere Leser nur die Bestimmun⸗ gen, die für die Abfertigung der Liebesgaben an deutsche Kriegs⸗ und Zivilgefangene in England maßgebend sind. Wir lassen sie nachstehend in gedrängter Kürze folgen. Nähere Auskunft ist bei jeder Güterabfertigung erhältlich: Den nach England be⸗ stimmten Liebesgabensendungen ist ein Nr. Frachtbrief beizugeben. Dieser Frachtbrief muß deutlich in lateinischen Buch⸗ staben die genaue Adresse des Gefangenen(Vor⸗ und Zuname, Dienstgrad, Truppenteil, Unterbringungslager, Lazarett usw.) und den Zusatz:Kriegsgefangenensendung;Prisoner of war tra⸗ gen. Die gleiche Adresse und der gleiche Zusatz muß deutlich auf dem Versandstück angebracht sein. Sendungen, bei denen eine ge⸗ naue Adresse, namentlich die Bezeichnung des Unterbringungs⸗ lagers oder des Lazaretts nicht angegeben werden kann, werden zur Beförderung nicht angenommen. Bei den Güterabfertigungen kann aber erfragt werden, bei welcher Stelle zuverlässige Aus⸗ kunft über den Aufenthalt des Gefangenen eingeholt werden muß. Als Empfangsstation ist im FrachtbriefHoek van Holland ein⸗ zutragen. In der SpalteRoutenvorschrift ist ferner vorzu⸗ schreiben:Ueber die Sammelstation Cleve; ab Hoek van Hol⸗ land. Weiterbeförderung mit den Frachtdampfern derGreat Eastern Railway. In der SpalteFrankaturvermerk des Absen⸗ ders ist einzutragen:frachtfrei, gemäß Artikel 16, Absatz 2 der

Haager Landkriegsordnung. Interessedeklaratioun und Nach⸗ nabmen sind unzulässig. Das Gewicht der einzelnen Sendung muß mindestens 5 Klgr. betragen. Bezüglich des

Höchstgewichts besteht keine Beschränkung. Jede Sendung darf aber nur an einen Gefangenen gerichtet sein, dessen Adresse genau an⸗ gegeben sein muß. Sendungen, die für verschiedene Gefangene, wenn auch in demselben Gefangenenlager, bestimmt sind, durfen. unter keinen Umständen zusammengepackt werden. Die Liebes⸗ gabensen n dürfen keine schriftlichen Mitteilungen enthalten, schriftliche Mitteilungen müssen vielmehr für sich in besonderen Briefen oder auf Postkarten versandt werden. Absender muß in der SpalteInhalt des Frachtbriefes angeben:Liebes⸗ gaben für Kriegs⸗(oder Zivil-) Gefangene und weiter die Er⸗ klärung hinzufügen:Die Sendung enthält keine schriftlichen Mitteilungen. Die Sendungen müssen gut und dauerhaft ver⸗ packt sein. Selbstverständlich dürfen Wassen u. dgl. nicht bei⸗ gepackt werden. Zoll⸗Inhaltserklärungen sind nicht erforderlich. Die Sendungen sind zollfrei und ihr Inhalt unterliegt keinen Ausfuhr⸗ oder Einfuhr⸗Verboten. Eine eisenbahnseitige Haft⸗ pflicht für Verlust oder Beschädigung wird nicht übernommen. Die Sendungen werden mit tunlichster Beschleunigung beför⸗ dert. Eine Gewähr für Innehaltung einer bestimmten Liefer⸗ frist kann aber nicht übernommen werden.

ö Hessen⸗Nassau.

? Hahnstätten, 20. Aug. Hier 8 man den im Alter von 96 Jahren gestorbenen Lehrer a. D. Christian M ager zu Grabe, der wohl der älteste Lehrer Nassaus, wenn nicht ganz Deutschlands war. Der Hochbetagte erfreute sich eines verhält⸗ nismäßig guten körperlichen Wohlbefindens und nahm noch bis zuletzt an den Kriegsereignissen lebhaften Anteil.

Haiger, 20. Aug. Die Eröffnung der Eisenbahn⸗ Neubaustrecke Weidenau⸗ Dillenburg findet bestimmt am 1. Oktober statt, jedoch werden die Personenzüge bis zum viergleisigen Ausbau der Strecke Haiger⸗Tillenburg vorerst von Weidenau nur bis zur hiesigen Station durchgeführt werden.

222....... ä Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Sonntag, den 22. Aug., abends? Uhr:Der Bettelstudent. Mon- tag, den 23. August, abends Uhr:Die Walküre. Dienstag, den 24. August, abends 7 Uhr: Letztes Auftreten der Frau Sellin: Königskinder. Mittwoch, den 25. August, geschlossen. Donnerstag, den 26. August, abends 7 Uhr:Die Afrikanerin. Freitag, den 27. August, abends Uhr: Letztes Austreten des Herrn Gentner: Lobengrin. Samstag, den 28. Aug., abends 7 Uhr:Der Bettel⸗ student. Sonntag, den 29. August, abends 7 Uhr:Don Juan. Montag, den 30. August, abends 7 Uhr: Letztes Auftreten der Frau Uhr:Manon. Dienstag, den 31. August, abends 60% Uhr: Rienzi. Miltwoch, den 1. September, geschlossen. Donnerstag, den 2. September, abends 7 Uhr:Der Bettelstudent.

Schauspielhaus.

Sonntag, den 22. August, abends ½8 Uhr: Ludwig Thoma⸗ Abend:Die Lokalbahn. Hierauf:Die Medaille. Montag, den 23. August, abends ½8 Uhr:Die deutschen Kleinstädter. Diens⸗ tag, den 24. August, abends 6 Uhr:Don Carlos. Mittwoch, den 25. August, abends ½8 Uhr:Die Lokalbahn. Hierauf:Die Medaille. Donnerstag, den 26. Aug., abends%8 Uhr:Was ihr wollt. Freitag, den 27. August, abends ½%8 Uhr:Wie einst im Mai. Samstag, den 28. August, abends ½8 Uhr: Zu Goethes Geburtstag:Iphigenie auf Tauris. Sonntag, den 29. August, abends ½8 Uhr:Zwei glückliche Tage. Montag, den 30. Aug., abends ½8 Uhr:Die Lokalbahn. Hierauf:Die Medaille. Dienstag, den 31. August, abends 28 Uhr:Zwei glückliche Tage. Mittwoch, den 1. September, abends ½8 Uhr: Zum

ersten Male:Nordische Heerfahrt.(Die Helden auf Helgoland.) Schauspiel in 4 Akten von Henrik Ibfen.

Spielplan des Großh. Kurhaustheaters Bad⸗Nauheim,

Sonntag, den 22. August:Die fünf Frantsurter. Montag, den 23. August:Wie einst im Mai. Mittwoch, den 25. August; Herbstzauber. Ein Mondscheinszenchen von Rudolf Presber. Hierauf:Brüderlein fein. Freitag, den 27. August:Wohltätige Irauen. Sonntag, den 29. August:Als ich noch im Flügeltleide.

Spielplan des Mönigl. Aurtheaters Bad⸗Ems.

Donnerstag, den 26. August:Herbstzauber. Hierauf: Brüderlein sein. 8

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Aufragen bleiben unberücsichtigt.)

G. N. Den etatsmäßig angestellten oder ständig gegen Entgelt beschästigten Staats- und Kommunalbeamten wird während der Dauer des Kriegsdienstes ihr persönliches Diensteinkommen(Ge⸗ halt, Remuneration, Ortszulagen, Wohnungsgeldzuschuß usw.) un⸗ verkürzt fortgewährt. Repräsentations- und Dienstaufwandsgelder gehören nicht zu persönlichen Diensteinkommen. Erhält der Beamte die Besoldung eines Offiziers oder oberen Beamten der Militär- verwaltung, so wird der reine Betrag derselben, als welcher sieben Zehntel der Kriegsbesoldung angesehen werden, auf das Zivil- diensteinkommen angerechnet. Hat der Beamte Familien⸗ angehörige, welchen er im eigenen Hausstande Wohnung und Unter- halt auf Grund gesetzlicher oder moralischer Unterstützungsverbind⸗ lichleit gewährt, so findet für die Dauer seiner Abwesenheit aus dem Wohnorte die Anrechnung nur insoweit statt, als das Zivil- diensteinkommen und sieben Zehntel der Kriegsbesoldung zusammen den Betrag von 3600 Mk. jährlich übersteigen.(8 66 des Reichs⸗ Militärgesetzes vom 2. Mai 1874 und 6. Mai 1880.)

Märkte.

Gießen, 21. Aug. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1.601,70, Hühner eier das St. 15 00 Pfg., 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig, 2 St. 00 Pig. Gänseeier 1 St. 0-0 Pfg., 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 78 Pfg., Käsematte 2 Stück 60 Pfg.: Tauben das Paar 1,201,30 Mk., Hühner das Stück 2,202,50 Mk., Hahnen das Stück 1,50 0,00 Mk., Enten das Stück. 2,50 3,00 Mk., Welsche 45 Mk., Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,12 1,16, Rind⸗ fleisch das Pfund 112116 Ufg., Kuhfleisch 9600 Pfg., Schweine⸗ leisch das Pfd. 1.501,70 Mt., Kalbfleisch das Pfd. 100104 Pig. Hammelfleisch das Pfd. 96110 Pfg.] Kartoffeln 100 Kilo 10 bis 11 Mk., Milch das Liter 24 Pfg.; Aepfel das Pfund 520 Pfg.: Rüsse 100 Stück 60 Pig. Gurken große 1525, kleine 21 Pfennig. Bohnen 1218 Pfg. das Pfd.; Erbsen das Pfund 3540 Pfg.; Wirsing 1520 Pfg., Gelberüben 810 Pfg. das Päckchen, Kopfsalat 7 bis 12 Pig., Birnen 1015 Pfg. das Pfund., Pflaumen 1525 Pfg. das Pfd., Mirabellen 3540 Pfg. das Pfd.: Weißtraut 15 bis 25 Pfg. das Stück, Spinat 20 bis 25 Pig. das Pfund; Zwiebeln der Zentner 2025 Mk. Markt- zeit von 7 bis 1 uhr.

le. Fraukfurt a. M., 20. Aug. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren.

F. Wiesbaden. Viehhof- Marktbericht vom 20. Aug. Auftrieb: 119 Rinder(darunter 6 Ochsen, 16 Bullen, 97 Kühe), 70 Kälber, 10 Schafe, 52 Schweine. Bei ziemlich regem Geschäft und 1 Preisen wie am 16. ds. Mts. wurde der Auftrieb bald geraumt.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Unter dem Einfluß eines von Norden vordringenden Tiefs ist der hohe sestländische Druck wieder nach Süden zurückgedrängt worden. Randwirbel dieser Depression, die uns heute schon Trübung und stellenweise Regenfälle brachten, werden uns auch morgen weiter unbeständiges Wetter bringen.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 22. August 1915: Unbeständig, zeitweise Regenfälle, kühl, westliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Ein Zeppelin als Reporter. Kopenhagen, 21. Aug. Ein Zeppelin chiff er⸗ schien gegen Mittag an der Stelle des Sundes, wo das englische UnterseebootE 13 zerstört wurde. Es machte sich anscheinend Notizen über die Ver⸗ senkungsstelle sowie photographische Aufnahmen. Nachdem diese Arbeit fertig war, stieg nach Auswechselung von Sig⸗ nalen mit den im südlichen Sund patrouillierenden deut⸗ schen Kriegsschiffen das Luftschiff wieder auf and verschwand in südlicher Richtung. Die englischen Gäfte in Frankreich. Rotterdam, 21. August. Nicht genug damit, daß länder sich an der Westküste Frankreichs festsetzten und sich in den Städten Dünkirchen, Calais, Dieppe feste Stützpunkte schufen, hört man jetzt, daß sie sich an der Küste des Mittelländischen Meeres, und zwar in Marseille, häuslich niedergelassen ha⸗ ben. Das Militärlager Misser bei Marseille swurde nach Pariser Blättermeldungen eine englische militärische Basis, die unter dem Befehl des Obersten Finley steht. Am 14. Auguft wurde eine Parade über englische Abteilungen abgehalten, der als Gast der französische General Servere, Befehlshaber der 15. Militärregion, beiwohnte. E 13

Stockholm, 21. Aug. Das aufgelaufene englische Unter⸗ seebootE 13 bei Saltholmen erweckt hier das 5 5 Aufsehen. Nach den vorliegenden Meldungen hält es ein schwedischer See⸗ offizier für möglich, daß das englische Unterseebvot von Norden durch den Oeresund eingedrungen und dabei auf bedeutende von Süden vordringende deutsche Streitkräfte gestoßen ist. Bestätigt sich diese Annahme, so wäre zum ersten Male der Beweis für die lange gehegte Vermutung, daß englische Unterseeboote die sogenannte Flintrinne benutzen und damit zugleich die dänische und schwedische Neutralität schwer verletzen, erbracht.

5 Dir belgische Armee.

Haag, 21. Aug. größte Teil der belgischen Armee von der Front zurück⸗ gezogen wurde. Von den sechs Divisionen befindet si nur noch etne im Feuer an der Front. Die anderen sind in französischen Städten weit vom Schuß in Garnison geschickt worden.

Der neue bulgarische Kriegsminister.

Sofia, 21. Aug. Der Nachfolger des zurückgetretenen Kriegsministers Fitschew, der neuernannte General Jekow, ist ein Bewunderer der deutschen Armee. Der Minister gilt als guter Kenner der türkisch⸗bulgarischen Be⸗ ziehungen. Als Abgeordneter hat er sich in Konstantinopel Verdienste um die letzten Verhandlungen erworben. Im Bal⸗ kankriege war er der Führer der Belagerungsarmee von Adrianopel.

Für Rheumatiker u. Neuralgieleidende.

In einem Tage von seinen enen Schmerzen

efreit.

Herr Josef Wilhelm, München. schreibt:Seit 2 Monaten litt

ich derart an Ischtas, daß ich nicht geben und nicht stehen und das Bett nicht verlassen konnte. Ich bätte aufschreien mögen vor Schmerzen. Kein Mensch glaubt, was ich gelitten habe. Nichts balf mir. Da brachte mir meine Frau aus der Apotheke Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Tabletten 1 atte, war ich vollkommen wieder bergestellt. J gebe daher jedem Leidenden den Rat, sich sofori aus der nächsten Apotbeke das überaus billige und unfehlbar wirkende Togal zu besorgen. Niemand wird diese Ausgabe be⸗ dauern. Aebnlich berichten viele andere, welche Togal gegen Rheumatismus, Hexenschuß, Schmerzen in den Gliedern und Ge⸗ lenken sowie bei 5 9 und Kopfschmerzen gebrauchten. Es

gibt nicht besseres. Alle Apotheken führen Togal⸗Tabletten. Best.: Aeld. acet. salic. Chinin Mg. Li. 628988

daß die Eug⸗

Aus Le Havre wird gemeldet, daß der