Ausgabe 
(21.8.1915) 196. Erstes Blatt
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ab. Solcher Worte wären Viviani, Asquith, Sasonow und Sa⸗ landra nie fähig gewesen. Der Kanzler konnte aber auch der Welt ein Kriegsziel zeigen, dessen Erreichung für die ganze Welt von glücklichster Bedeutung wäre.

DieNeue Freie Presse hebt hervor, der Reichstag habe nie den Eindruck so hoher Würdigkeit und Reife gemacht wie gestern, da es menschlich gewesen wäre, wenn ein gesteigertes Selbstgefühl ihn sortgerissen hätte. Das Blatt hebt insbesondere den Passus über die Polen hervor und sagt, diese Worte werden nachklingen und weit hinaus in die Welt getragen werden. Sie werden einen neuen Abschnitt europäischer Politik einleiten, der auch einer gesunden und nüchternen Auffassung der polnischen Nation und der Nationalpolitik dienen wird, in welche sich die Führer des Volkes in höherer Erkenntnis ihrer Pflichten fügen werden. Aus der Rede des Reichskanzlers können sogar die Feinde den Schluß ziehen, daß einsiegreiches Deutschland keine Alleinherrschaft und keinen Angriff auf die freien Völker will, schon gar nicht auf dem Balkan, wo die russischen Nieder⸗ lagen erst der 3 7 Beginn der Unabhängigkeit sind. 2

DasNeue Wiener Tagblatt sagt: Nach der gestrigen Rede Bethmann Hollwegs liege des Reichskanzlers Tatigkeit Har ur) offen vor dem Urteil der Geschichte, deren Spruch Deutsch⸗ land nicht zu scheuen habe. Seine Ausführungen würden den

mächtigsten Widerhall nicht nur in Deutschland und den mit ihm

verbündeten Staaten finden, sondern gewiß nicht ohne Wirkung in den neutralen Staaten bleiben. 5 DieReichs post sagt: Es ist eine schreckliche Anklage, die der Reichskanzler den Staatsmännern des Vierverbandes ins Gesicht schleuderte, eine Anklage und eine Mahnung zugleich. Wird man ihn hören? Wird der Vierverband in letzter Stunde einen Weg der Gnade und des Friedens wählen oder einen Sturz in den Abgrund vorziehen? 8

Auch dieOesterreichische Volkszeitung sagt: Jeder Absatz dieses Teiles in den Ausführungen der Rede Beth⸗ mann 1 ist eine schwere und beredtsame Anklage gegen England und die englische Politik.

Die Kämpfe an den Dardanellen.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) General Ha⸗ milton meldet, daß die letzten Operationenauf Galli⸗ poli bestanden in Angriffen auf die feindlichen Stellungen im Süden und Westen, wo die Australier und Neuseeländer stehen, und aus erneuten Landungen ansehnlicher Streit- kräfte an der Suvlabai. Aus Erklärungen Gefangener geht hervor, daß die Türken große Verstärkungen

erhalten haben, um uns kräftig anzugreifen. Unser An⸗ 8 griff kam dem ihrigen um ungefähr 24 Stunden zuvor. Des⸗ N halb war der Kampf sehr heftig; beiderseits sind die Verluste sehr groß. Die Ausschiffung an der Suvlabai gelang gut. Unsere Truppen konnten aber nicht merklich vorankommen, da der Feind starke Reserven heranführte und unseren Aufmarsch zum Stehen brachte. Die Moral der Truppen ist ausgezeichnet. Die Lage in Griechenland. Athen, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Verspätet einge⸗ kroffen. Von unserem Privatkorrespondenten. Die Meldung, daß der König Venizelos die Kabinettsbildung übertragen hat, ist unrichtig. Der König hat von Venizelos eine un⸗ zweideutige Stellungnahme zur Neutralitäts⸗ frage und zu dem Schritt des Vierverbandes verlangt. Venizelos hat daraufhin vier Tage Frist er⸗ beten, um sodann seine Ansichten vorzutragen. Erst hierauf wird der König seine Entscheidung treffen. Es wird jedoch er⸗ wartet, daß der König Venizelos mit der Kabinettsbildung be⸗ auftragen wird, nachdem Venizelos ihm einen Vortrag über seine Ansichten bezüglich der auswärtigen Lage gehalten hat. Serbien lehnt die Forderung einer Offensive ab.

Wien, 19. Aug.(Zens. Frkft.) Die russische Regierung hat in letzter Zeit einen en Druck auf Serbien ausgeübt, um durchzusetzen, daß die serbische Armee die Offensive gegen Oesterreich⸗Ungarn ergreife und dadurch die gefährdete russische Armee entlaste. Wie mitgeteilt wird, hat die serbische

erung entschieden abgelehnt, sich diesen Wünschen Ruß⸗ lands zu fügen, und erklärt, daß es gleichbedeutend mit Selbst⸗ mord wäre, wenn Serbien jetzt daran dächte, die Offensive nach Ungarn hin zu eröffnen. Die serbische Armee, die unter den, Kämpfen, Entbehrungen und Seuchen schwer gelitten habe, sei

sopweit wieder erholt, um die Grenzen Serbiens auch gegen einen starken Feind zu schützen und mit ihrer ungebrochenen Desensiv⸗ 5 u überraschen, aber zu Angriffsaktionen fehle jede Vor⸗ aussetzung. . Rücktritt des bulgarischen Kriegsministers. 3 Budapest, 19. Aug.(Zens. Frkft.) Der bulgarische Kriegsminister General Fitschew hat seine Demission gegeben, die, wieAz Est aus Sofia meldet, vom König angenommen wurde. Nachfolger Fitschews wird der Oberst Zseko w, der bei den türkisch⸗bulgarischen Verhand⸗ 5 bisher Bulgarien vertreten hatte. Nur die Russo⸗ philen bemühen sich, den Rücktritt Fitschews dahin zu deuten, als ob im Schoße der Regierung wesentliche Mei⸗ nungsverschiedenheiten aufgetaucht wären.

Kitchener an der französischen Front. Paris, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas Einer Einladung der französischen Regierung folgend, hat Kitchener am Montag und Dienstag die französische Front in ihrer ganzen Ausdehnung be⸗ sichtigt. Am Mittwoch inspizierte er die englis Armee. Kitchener war auf der Reise von Millerand und Joffre begleitet. Er hat Besprechungen mit Millerand und Joffre, 5 1 er alle die englisch⸗französischen Armeen inter⸗ essiere Fragen berührte und von welchen die dring⸗ 5 lichsten sofort geregelt wurden. In einer Ansprache an Kaitchener erklärke Millerand, Deutschland habe nicht mehr die Illusion, die französischen und englischen Armeen be⸗ zwingen zu können, deshalb bausche Deutschland vorüber⸗ gehende Zwischenfälle auf und sage bei seinen Gegnern eine innere Spaltung voraus, welche es herbeisehne. Da Kitchener leider nicht Zeit habe, das innere Frankreich zu besichtigen, 5 bersichere er ihm, daß Volk, Parlament und Regierung einiger und entschlossener als je seien, die Waffen nur niederzulegen, wenn das Ziel erreicht sei. Der Weg nach Tipperary sei schwer und lang, aber der Lohn, welcher am Ende aller Schwierigkeiten winke, sei so groß, daß er alle Bemühungen bezahlt mache. Denn der Preis sei die Be⸗ freiung der Welt. Die hohen Fleischpreise in London. London, 20. August.(WTB. Nichtamtlich) Die Fisch⸗ preise in London stiegen. um 100 Prozent. Hiervon, werden besonders die ärmeren Klassen hart getroffen. Viele billige Fischspeiseanstalten, die von Tausenden besucht wer⸗ den, können nur mehr Freitag und Samstag öffnen. Schwedisches Aus fuhrverbot.

Stockholm, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Die schwedische Regierung hat ein Aus fuhrverbot für gesalzene und eingepackte Heringe, Sirup und Me⸗ las 12 erlassen. Das Verbot tritt am 20. August in Kraft.

Die schlechten chinesisch⸗japanischen Beziehungen. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) DieMor⸗ ning Post meldet aus Tientsin unter 16. Juli: Obwohl die Krisis zwischen Japan und China vorüber ist,

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sind die gegenseitigen Bezieyungen zwischen den beiden Ländern keineswegs befriedigend. Die Japaner klagen bitter über den Boykott, der in ganz China gegen japanische Waren geübt wird. Die chinesische Regierung habe den Boykott nicht angefacht, sich aber an das Volk mit dem Ersuchen gewendet, den chinesischen Gewerbefleiß zu unter⸗ stützen. Aus allen Teilen des Landes, besonders aus der Mandschurei, kommen Klagen, daß japanische Waren un⸗ verkäuflich sind.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet aus Tokio unter dem 18. August: Das japanische Ministerium des Aeußern veröffentlicht das A b⸗ kommen mit China über das Zollwesen im Gebiet von Tsingtau. Japan nimmt die Bedingungen an, die früher zwischen China und Deutschland bestanden haben. Japan wird alle China gehörigen beschlagnahmten Urkunden und Gelder wie sonstiges Eigentum zurückerstatten. Alle seit der Einnahme von Tsingtau erhobenen Zölle werden abzüglich 20 Prozent zurückerstattet.

General d. J. Litzmann.

Der Seekrieg. Starke Vermehrung der deutschen U-Boote im Kaual. Berlin, 21. Aug. Wie die Morgenblätter aus dem Haag

melden, hat England infolge starker Vermehrung der deutschen Unterseeboote im Kanal den gesamten Verkehr von Post⸗ und Wertsendungen mit dem Festlande und mit Amerika eingestellt.

Ein 10 000 Tonnen⸗Dampfer der White Star⸗Linie versenkt.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet unter dem 19. August: DieArabic fuhr gestern nachmittag von Liverpool nach New York und wurde heute 9.15 Uhr torpediert. Wie verlautet, waren keine Passagiere erster Klasse an Bord. Auf dem Dampfer befanden sich insgesamt 170 Fahrgäste dritter Klasse und 250 Mann Besatzung. Viele Passagiere waren Amerikaner. Die Schiffahrtsgesellschaft teilt mit: Es seien ungefähr 15 Boote auf dem Wege nach Queenstown, es sei aber noch nicht bekannt, ob Menschenleben verloren gegangen seien. Nach den letzten Mitteilungen sank dieArabic in elf Minuten. Eine Schaluppe nahm Reisende und Besatzung von 11 Booten auf, sie befindet sich auf dem Wege nach Queenstown. Das Wetter ist gut und die See ruhig, Amt⸗ lich verlautet, daß 375 Personen gerettet worden sind. Das Los der übrigen 48 ist unbekannt. Nach einer anderen Mel⸗ dung steht fest, daß alle Passagiere bis auf fünf oder sechs gerettet worden sind.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter mel⸗ det: Die White Star Linie teilt mit, daß alle Passagiere derArabic bis auf acht gerettet und in Queenstown angekommen sind. Unter den Ertrunkenen befänden sich vier Amerikaner. Einer früheren Depesche zufolge sind gestern abend in Queenstown zwei Fahrzeuge mit 175 Passagieren und 216 Mann der Besatzung angekommen, die mit Automobilen nach einem Hotel gebracht wurden. Soweit sie verwundet waren, wurden sie der ärztlichen Hilfe über⸗ wiesen. Kurz bevor der Torpedo abgefeuert wurde, eilten die erschreckten Passagiere zu den Rettungsgürteln. Sie hatten sie eben umgeschnallt, als dieArabic getroffen wurde. Als die Rettungsboote und Schaluppen herabgelassen wurden, drängten sich die Passagiere hinein, wobei mehrere ins Wasser fielen. Die Frauen weilten bei der Torpedierung noch in den Kajüten und eilten in Nachtgewändern auf Deck; man hüllte sie in Decken. Der Kapitän, der am Bein ver⸗ wundet ist, sagte aus, daß er das Unterseeboot nicht gesehen habe, wohl r den Torpedo, der auf das Schiff zukam. Ein Entrinnen wäre unmöglich gewesen. Man habe nur acht Minuten Zeit gehabt, um die Rettungsboote nieder⸗ zulassen. Der zweite Administrator teilte mit, daß der Torpedo das Schiff im Maschinenraum traf; die Kessel platzten und die ganze Seitenwand wurde eingerissen. Die meisten Fahrgäste beendeten eben ihr Frühstück. Viele be⸗ enerkten auch einen anderen Dampfer, als dieArabic getroffen wurde. Nach Aussagen herrschte keine Panik. Die Boote erreichten ohne Schwierigkeit das Wasser. Sie mußten viereinhalb Stunden gerudert werden, ehe die Schiffbrüchi⸗ gen aufgenommen wurden. Es soll auch ein deutscher Pre⸗ biger an Bord gewesen sein, der mit Erlaubnis des Aus⸗ (bärtigen Amtes nach Amerika fuhr.

Aus New Pork wird englischen Blättern telegraphiert, daß die Nachricht in Washington Aufsehen erregt habe. Man sei jedoch erfreut, daß so viele gerettet worden seien. Die Konsuln in eee und Queenstown wurden beauftragt, Berichte einzusenden. Wilson, der telephonisch von der Torpedierung verständigt wurde, gab keinen Kommentar.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Bureau Reuter aus New Pork: Die amerika nische Presse spricht ihre tiefste Entrüstung über die Torpedie⸗ rung derArabic aus und erklärt die Lage für ernst, falls Amerikaner zugrunde gegangen seien.(Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich offensichtlich um eine tendenziöse Reutermeldung, die mit Vorsicht aufzunehmen ist.)

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Die Vernichtung des englischen UnterseebootesE. 13

Kopenhagen, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Mavineministerium gibt gestern bekannt: 0 1 Meldung ein, daß ein Unterseeboot unbekannter Nationali⸗

gegen hat der Führer des deutschen Torpedobootes

Das Heute früh lief eine

* 5 5 laufen seil Bur Wahrung der Neutralität sind sofort Tor⸗ pedoboote nach der Strandungsstelle abgesandt worden. Auch das im Sund befindliche Geschwader erhielt den Befehl, sobald als möglich dorthin abzugehen. Zu dieser Zeit war die Meldung eingelaufen, daß das betreffende Fahrzeug das englische UnterseebootE 13 sei. Das dänische Torpedoboot 5 vallen legte sich an die Seite des Unterseebootes, um auf Wunsch des englischen Kommandanten einen englischen Offizier auf das dänische WachtschiffFalster zu bringen, das sich auf der an⸗ deren Seite von Saltholm befand. Um 10 Uhr 30, als das dänische Geschwader sich auf dem Wege nach der Strandungs⸗ stelle bei der Sandbank Kraasebänken in den Drodgen etwa 5 See⸗ meilen von der Strandungsstelle befand, wurde eine Explofion dicht bei einem Fahrzeuge bemerkt, das sich, von Süden bom⸗ mend, dem Unterseeboote näherte. Der Kommandant des Torpedo⸗ bootesSoeloeven, das sich zu dieser Zeit zusammen mit dem TorpedobootStoeren in der Nähe der Strunbungsstelle be⸗ a fand, berichtet, daß er ungefähr um 10 Uhr 30 Minuten z wei deutsche Torpedoboote bemerkt habe, die mit N lichem Kurse inFlinterenden fuhren.Soeloeven sei ihnen deshalb sofort entgegengefahren, um gegen eine etwaige Neu⸗ tralitätsverletzung zu protestieren. Das nördlicher stehende Tor⸗ pedoboot hatte das Signal wehen: Verlaßt das schnell als möglich! Plöglich feuerte das 115 einige Schüsse auf das Unterseeboot ab, das faßt augenblicklich in Brand geriet.Soeloeven sei dem deutschen Boot jetzt sofort entgegengefahren, worauf das deutsche Torpedoboot das er einstellte und mit hoher Fahrt südwärts dampfte. Zu einer früheren Zeit, um Uhr, passierte ein deutsches Torpedobvot das Unterseeboot, ohne einen Angriff zu versuchen. Die englische Flagge wehte während der ganzen Beschießung nachher auf dem Unterseeboot. a 8 Kopenhagen, 20. Aug.(WTB. ch.) Die Hälfte der Besatzung des Unterseebootes, 18 15 Mann, von denen einer verletzt ist, ist gerettet worden. Von den übrigen sind 14 Leichen an Land gebracht worden; ein Mann wird vermißt. Dänische Schiffe verbleiben bis auf weiteres bei dem beschädigten Unterseeboot. Kopenhagen, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)Poli⸗ tiken schreibt! Die gestern begangene Neutralitätsver⸗ letzung ist ernster Art. Eine Hauptregel des Völkerrechts ist es, daß der Krieg nicht auf fremdem Seegebiet geführt wird. Hier⸗ sich

grob vergangen. Wir können deshalb nicht daran zweifeln, daß dieser Rechtsbruch von den Vorgesetzten gemißbilligt und eine offizielle Entf chuldigung folgen wird. Die beiden Fälle, in denen bisher in diesem Kriege neutrales Seegebiet verletzt wurde, waren der Fall derDresden an der Küste von Chile und die Beschießung desAlbatros in st ischen Gewässern. In beiden Fällen hat Deutschland Einf. erhoben. Die jetzige Verletzung der Neutralität Dänemarks ist unter Umständen vor sich gegangen, die keinen Zweifel darüber zulassen, daß der An⸗ greifer wußte, daß er sich auf dänischem Territorium befand. Es

ist selbstverständlich, daß Dänemark, das bisher die Pflicht der Neutralität gewissenhaft erfüllt hat, jetzt nicht den Krieg auf sein Seeterritorium verlegt sehen will. Daher kann man wohl an⸗ nehmen, daß die deutsche Regierung nicht nursmit einer notwendigen Entschuldigung und dem Bedauern des Vorfalles kommen wird, sondern auch den Führern der Schiffe deutliche Anweisungen geben wird, so daß die stattgehabte Neutralitätsverletzung die letzte bleibt. Die übrigen Zeitungen sprechen sich in ähnlichem Sinne aus. 5

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Sta van ger, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Von der Signalstation Egeron aus wurde gestern nachmittag be⸗ merkt, wie ein norwegisches, mit Erzen(Bannware) be⸗ ladenes Fahrzeug neun Seemeilen vom Ggeroe⸗Leucht⸗ feuer versenkt wurde. Die Besatzung wurde von einem anderen Fahrzeug aufgenommen. 5 a

Stavanger, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Von der PostdampferIrma ist gestern morgen 8 auf der Reise von Neweastle nach Norwegen nördlich von Jae⸗ terens Riff von einem deutschen Unterseeboot an⸗ gehalten worden. An Bord derIrma bes 1 daß das Anhalten der 1 innerhalb des norwegischen 1 Seegebietes vor sich gehe, dennoch wurden die Boote nach dem ersten Warnungsschuß klar gemacht. Inzwischen 15 sich ein norwegisches Torpedoboot ein, das das Unterseeboot darauf aufmerksam machte, daß es sich auf norwegischem Seegebiet befinde. Das Unterseeboot entfernte sich darauf n erIrmia befanden sich mehrere englische Reisende. 8

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der norwegische Dampfer Magda mit 1065 Bruttotonnen ist versenkt worden. Der Kapitän und 15 Mann wurden gerettet. Der Dampfer Magda wird wohl Bannware an Bord gehabt haben.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der DampferNew Pork City ist versenkt worden. Der Kapitän und die ue e den gelandet. Nach einer amtlichen Meldung sind vom 11. bis 18. August 11 Schiffe von U-Booten und zwei durch Minen mit einem Gesamttonnengehalt von 22970 versenkt worden.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu⸗ terschen Bureaus. Die nBaron Erskine(50 Tonnen) undRestormel(500 Tonnen) sind torpediert worden; die Besatzungen wurden gerettet. 1 n

Kristiania, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der gestern vor Egerö torpedierte Dampfer war der DampferBras aus Skien. Die Mannschaft ist nachmittags mit dem Bergener Dampfer Luna in Haugesund eingetroffen. Der DampferLung war von dem U-Boot ebenfalls angehalten worden, erhielt aber die Erlaubnis zum Weiterfahren. TerBras war mit Grubenholz von Gotenburg England unterwegs. Die Besatzung erhielt Zeit genug, um ihre Kleider und die Schiffsinstrumente mit⸗ zunehmen. DerBras hatte eine Wasserverdrängung von 1351 t.

London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der spanische DampferPena Ca⸗ stillo wurde versenkt; drei Mann der Besatzung wurden gerettet. Den 9 eingetroffenen Nachrichten zufolge, werden 6 Offiziere und 38 Mann der Besatzung derArabic vermißt. Von der Besatzung des gestern versenkten Dampfers Dunslee sind 2 Mann tot, die anderen wurden gerettet.

Cardiff, 2. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der norwegische DampferSverresborg wurde versenkt.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 21. August 1915.

n Hessen bei Kowno. Der Großherzog erhielt folgendes Telegramm von einem Abe Regiment: Eurer Kgl. Hoheit melde ich erfolgreiche Teilnahme des Regiments an dem Fall von Kowno, im besonderen Erstür⸗ mung der Batterie 2 und Fort 1. Das Antwort⸗ Telegramm lautete nach derDarmst. Ztg.:Voller Stolz und Dankbarkeit vernehme ich die Nachricht von den Waffentaten tapferer Hessensöhne bei Kowno. Uebermittelnn Sie dem Regiment meine herzlichsten Wünsche und treuestes Gedenken. Ernst Ludwig..

*

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tät auf dänischem Gebiet

Soendre Flint südöstlich von Saltholm auf Grund ge⸗

e Saltholm und Stenroesen im 0 n