Ausgabe 
(20.8.1915) 195. Erstes Blatt
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Aus Stadt und rand. Gießen, 20. August 1915. Russische Festungen.

Die Augusttage des Jahres 1915 werden uns im Ge⸗ s bleiben als eine Zeit, da man uns zum Mittagbrot 10 zum Frühstück eine russische Festung auftischte. War⸗ 4 5 e die zwei gewaltigen Gegner auf einen 5 eich, Kowno, das Hindenburgs Heldentruppen zwanzig 58 lang berannten, bis es sich geben mußte, und heute

wo⸗Georgiewsk, der letzte Fußbreit polnischen Landes, der noch den Russen gehörte die vier Namen werden für alle Zeiten in die Tage des August gehämmert sein.

Ein froher Auftakt zum eben begonnenen Tag war's denen, die zur Arbeit gingen, als ihnen schon in der Frühe von einzelnen öffentlichen Gebäuden und vom Anzeiger⸗ hause wieder die Fahnen entgegenflatterten; wieder stand man in freudigerregten Gruppen zusammen, mit Spannung

erwartend, welche frohe Botschaft diesmal wieder die bunten ft

Tücher an die Luft gelockt haben würde. Unsere Truppen haben uns verwöhnt. Nachrichten, die im Beginn des Krieges ein gegenseitiges Händeschütteln und lauten Siegesjubel im Gefolge hatten, nehmen wir heut als eine stolze Selbstver⸗ ständlichkeit hin, als den schuldigen Tribut, den die Geschicke, von unseren herrlichen Heeren bezwungen, uns in den Schoß werfen müssen. Aber gerade aus der ruhigen Zuversicht, mit der wir heute Tag für Tag die frohe Kunde unserer Heeres⸗ leitung erwarten, spricht das Bewußtsein der vaterländischen Größe stärker noch als aus den braufenden Akkorden, die der Volksjubel bei Lüttich, Namur, Maubeuge anstimmte. Was damals Verheißungen waren, das ist heute Gewißheit. Hieß es damals, wir werden siegen, weil wirs müssen, so wissen wir heute, daß dieses Wort nicht den Schatten von Ueber⸗ treibung hatte.

Stolze, helle Tage sind es die wir gegenwärtig wieder durchleben dürfen, unbeschadet der unfreundlichen Launen des Himmels. Aber lacht die Sonne nicht, dann tuns um so mehr die Mienen der Daheimgebliebenen. Wenn die Glocken im vollen Chor läuten, wie's vorgestern und heute wieder der Fall war, dann treffen sie in Stadt und Land von Tag zu Tag stärker die Ueberzeugung, daß die ehernen Klänge bald nicht mehr Teilerfolge, sondern etwas Ganzes der aufhorchenden Welt verkünden werden. Und diese Ueber⸗ dibeende hat ihre guten Gründe Bei wem unter den Krieg⸗ führenden lohnt es sich Ken 289 wie bei uns, die Fahnen überhaupt noch einzuziehen? Wo in aller Welt und wann seit ihrem Bestehen sind jemals Festungen eine nach der andern wie die reifen Nüsse geknackt worden? Wahrlich, wenns in diesem Tempo wsiter geht, kann das Ziel nicht mehr ferne sein.

Unser Ersatzbataillon hat sich übrigens, wie man uns heute morgen mitteilte, entschlossen, auch seinerseits für die Folge die Siegesnachrichten in einer Art zu feiern, die bei der Bürgerschaft viel Freude wecken wird; künftig wird, wenn die Glocken geläutet haben, die Kapelle des Bataillons in der Süd⸗ Anlage mittags um 12 Uhr oder, trifft die Nachricht später ein, abends um 6 Uhr, musizieren. Hoffen wir, daß die Gelegenheiten zu diesen patriotischen Konzerten sich reichlich einstellen werden. Heute um 12 Uhr ist das erste Konzert dem Falle von Nowo-Georgiewsk ge⸗ widmet, mit dem wieder einmal einer der zungenbrechendsten Namen vom Tagesbericht verschwindet.

0 N 1

* Aus dem Milita

Oberleutnant

Y 1 Regts. Nr. 25(Gießen), Oberleutnant: 1

.

die Unteroffiziere Sittig im Inf-⸗Regt. Nr. 116, jetzt b. I. Erf. B. d. Regts., Mahmez, 155 55 im Inf.⸗Regt. Nr. reyling, r

d. Regts., zum Lt., Patent; zum Oberveterinär Veterinär Dr Seitz d w. 1. Aufg.(Gießen) b. Gouv. in aufe als F für die 3 des mobilen Verhält⸗ nisses angestellt unter förderung zum erinär Unterveterin

Weigl(Gießen) b. Res.⸗Feldart.⸗Regt. Nr. 57. N f* Urlauberzug U 12. Von der Eisenbahnverwal⸗ tung ist für die nach der Front zurückkehrenden Militär⸗ urlauber ein schnellfahrender Urlauberzug U 12 eingelegt worden: Frankfurt(Main) Hbf. ab 12.15 vor⸗

mittags, Mainz Hbf. an 1.11, ab 1.20 vorm., Saarbrücken f.

an 6.30 vorm, ab 6.50 vorm., Metz an 8.20 vorm., ab 8.55 vorm., Sedan an 12.51 nachm., ab 12.55 nachm., Courtrai an 7.31 nachm. Dieser Zug ist bisher nur schwach besetzt gewesen, weil er anscheinend nicht genug be⸗ kannt war. Er kann nicht nur von Urlaubern nach der Front, sondern bis auf weiteres von allen Heeresangehörigen benutzt werden.

e müssen nach einer bereits vor einiger Zeit ergangenen Verfügung des Generalkommandos die Verkäufer auf dem Wochenmarkt an ihren Verkaufsständen anbringen. An diese eee, auf

deren Umgehung übrigens Strafbestimmungen empfindlicher Art stehen, erinnert in einer Bekanntmachung in vorliegen⸗ der Nummer der Oberbürgermeister. Bisher hat man von diesen Preistafeln auf dem Gießener Markt nichts gesehen. Erfreuliches und Unerfreuliches vom Viehmarkt. Vom Frankfurter Viehmarkt schreibt man uns: Zuerst das Erfreuliche die Schweinepreise sind ge⸗ fallen, und zwar für Tiere unter 80 Kilo(vollfleischige) um ganze 718 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht. Am 1 zeigte die amtliche Notierung noch 1681 72 Pfg.

te

für die Schule bestimmt war, mitgebracht. Pitter legt

81100 Kilo Lebendgewicht fielen um 23 Pfg. und solche von 100120 Kilo Lebendgewicht um ebenfalls 3 Pfg. Auch Schafe fielen und zwar von 130 Pfg. auf 120128 Pfg. Für Hälber aber gingen bei bedeutendem Auftrieb von 925 Tieren gegen 506 am Montag und flottem Handel die Preise rapid in die Höhe. Die Notierung des Haupt⸗ kälber⸗Marktes zeigt für feinste Mastkälber 127137 Pfg. und geringe Mast⸗ und gute Saugkälber 115122 Pfg. Das bedeutet ein Steigen von 710 Pfg. bezw. von 1013 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht. Ueberschritten hatten wir die Höhe allerdings am 7. Juni schon einmal und zwar mit 1374140 Pfg. für mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber. Am 17. August vorigen Jahres war der Preis für die gleiche Qualität nur 7681 Pfg.

* Pferdeversteigerung. Dienstag, den 24. und Mitt⸗ woch, den 25. August, jeweils von vormittags 10 Uhr ab, findet auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt eine Versteigerung von über 100 Stückbelgischer Fohlen(2½½ jährig) statt. Die Fohlen sind zum größeren Teil besserer Qualität. Zur Ver⸗ steigerung werden alle hessischen Landwirte zugelassen, auch wenn sie bei der Mobilmachung keine Pferbe abgegeben haben. Die Ver⸗ steigerung erfolgt gegen Barzahlung.

Kreis Friedberg.

r. Bad⸗Nauheim, 19. Aug. Eine außerordentlich groß⸗ zügige Veranstaltung bot unsere Bade- und Kurverwaltung heute nachmittag im großen Saal des Konzerthauses den hier weilenden Kriegsteilnehmern. Mitwirkende waren der bekannte Klavierkünstler Ragul v. Koczalski, Musiklehrer Ludwig Mar⸗ guth, Zauberkünstler Bellachini, Hofopernsünger Unter⸗ offizier Otto Lähnemann und Schauspieler Gefreiter Fritz Reinhardt. Die beiden letztgenannten weilen als Urlauber in Bad⸗Nauheim. Baurat v. Böhmer begrüßte die erschienenen Gäste in herzlichster Weise und schloß mit einem stürmisch auf⸗

enommenen dreifachen Hoch auf Kaiser und Großherzog. Großen

eifall fanden sämtliche Mitwirkende für ihre Darbietungen. Na⸗ mentlich dürfte die im Schützengraben entstandene, in Form von. Schillers Glocke gehaltene DichtungDas Lied vom Schü 6; e n⸗ graben vom Gefreiten Reinhardt, auch nach dem Kriege einen ehrenvollen Platz in der Kriegsliteratur behalten.

Starkenburg und Rheinhessen.

Offenbach, 19. Aug. Der Großherzog hat am 18. August d. J. die von der Stadtverordnetenversamm⸗ lung zu Offenbach getroffene Wiederwahl des Franz Rech zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Offenbach auf die Dauer von 12 Jahren bestätigt. ch. Aus Rheinhessen, 20. Aug. Die Frühtrauben sind reif. Die Lese kann in allernächster Zeit erfolgen, hat ver⸗ einzelt sogar schon begonnen. So wurden in Frei⸗Weinheim Frühburgundertrauben geschnitten und zu 30 Pfg. das Pfund verkauft. Für das Viertel von 18 Pfund wurden also 5,40 Mk. bezahlt. Mit einer baldigen Ausreife der weißen Trauben darf man ebenfalls rechnen. Die Weinberge sind bereits in einer Reihe Gemarkungen geschlossen worden. Auf alle Fälle steht ein reicher Herbst in Aussicht.

Hessen⸗Nassau.

le. Wiesbaden, 19. Aug. Erzherzog Franz Sal- vator von Oesterreich-Ungarn, Protektorstellvertreter des Roten Kreuzes in der Oesterreich-Ungarischen Monarchie, Schwiegersohn des Kaisers Franz Josef I., hat demDeutschen Genesungs⸗ heim(Genesungsheime für die Angehörigen der Oesterreich Ungarischen und der Ottomanischen Armee und Marine), Sitz Wiesbaden, heute einen Vetrag von 5000 Mark für die Heime in Bad⸗Nauheim, Bad Harzburg, Wildbad und Wiesbaden gestistet.

Vermischtes.

Ein englisches Lob der Deutschenherrschaft in Brüssel. Eine in Brüssel lebende Engländerin, der die Rück⸗ kehr nach London gestattet wurde, gibt einem Mitarbeiter des Daily Chronicle die folgende Schi ng der Haltung unserer in Belgien stationierten Militärbehörden:Die Deutschen haben sich in Brüssel durchaus korrekt gezeigt. Ihr Benehmen ist sehr gut. Sie sind zwar fest davon stberzeugt, daß wir bessegt werden müssen, aber sie begegnen e, den in Brüssel verbliebenen Engländern durchaus mit Höflichkeit. Wir hatten fast gar keine Unannehm⸗ lichkeiten zu ertragen.

Eine französischeCharakteristik des Groß⸗ fürsten Nikolajewitsch. Ueber die Persönlichkeit des russi⸗ schen Generalissimus schreibt ein Mitarbeiter derOpinion: Niemand interessiert sich so sehr für das Wohlergehen der Sol⸗ daten wie Nikolaj Nikolajewitsch selbst. Wenn er die Lazarette be⸗ sucht, zeigt sich sein mitleidvolles Gemüt! Er wird auch von seinen Leuten geradezu angebetet; sie sind zu allem bereit, was er befiehlt.... Das Letztere erscheint auch uns sehr glaubhaft, denn das Schreckensregiment des russischen Oberbefehlshabers ist enügend bekannt, um seine Leute nicht allzulange zaudern zu assen. Im übrigen aber paßt dieser so hübsch rosenrot gefärbte Bericht schlecht auf einen Mann, der nicht davor zurücckschreckt, die ihm unterstellten Generale zu ohrfeigen. Doch in einem Punkte

wenigstens bleibt der Franzose bei der Wahrheit: er gibt freund⸗ h

lichst zu, daß die Schilderungen von der Magerkeit und unwahr⸗ scheinlichen Länge des Großfürsten nicht übertrieben sind.Der Großfürst, schreibt er,ist von so hoher Gestalt, daß man sich alle Mühe geben muß, ein für ihn passendes Pferd zu finden.

DerNeutrale. Die Kriegsspiele der Kinder stehen unter dem Eindruck der letzten großen Erfolge im Osten wieder sehr im Vordergrund. Kürzlich konnte man in Düsseldorf auf der Straße die folgende hübsche Episode beobachten, deren Held der kleine Pitter, einNeutraler ist. Der kleine Pitter ist näm⸗ lich solch ein Mittelding zwischen Königswinter und Rotterdam. Rheinländer von der Mutter, Holländer vom Vater her. Also haut er als Muttersohn bei den Kriegsspielen seiner Altersgenossen feste um sich, wenn es aber irgendwo geraten erscheint, sich auf den sicheren Standpunkt des Vorteils zu stellen, anstatt ohne Hinblick auf den Ausgang nur um sich zu schlagen, so kehrt er als Vaters⸗ sohn die holländische Neutralität heraus, deren Netzen er trotz aller Mühseligkeiten des Wortes begriffen hat. Schon gegen den großen Mund der Großen, die sich alle Würden anmaßen, kommt er nur dadurch auf, daß er die väterliche Würde nachahmt und sich in die kühle, abwartende Ruhe der Neutralität hüllt. Einzelne Respekt⸗ lose wenden wohl ein, neutral ist Quatsch, neutral ist garnichts, aber Pitter verschanzt sich vor diesen Verächtern des Völkerrechts hinter den großen Köbes, der natürlich wieder Hindenburg ist; der ernennt ihn dann auch zur Gulaschkanone, ob seiner Neutrali⸗ tät zugleich für beide Seiten. Damit hat Pitter nun ein gutes Amt bekommen, denn alle haben ihr e das 1 so mit

dem großen Mundvorrat hinter die Front zund rückt wrr hehag⸗ lich mit vor, wenn Köbes⸗Hindenburg, wie selbstverständlich, den

Jupp⸗Joffre in die, Flucht schlägt. Ab und zu bringt er Auch siegreichen Deutschen ihre Mahlzeit in den Schützengraben, die drüben aber 1 1 er trotz aller Mahnrufe aus. Endlich ist die Schlacht vorbei. Die

an⸗ zosen finden sich zerschlagen, einzelne heulend, im l Lager ein. Die Gulaschkanone soll Rechenschaft ablegen. Jupp⸗ Joffre bekommt noch ein mageres Butterbrot, für die anderen aber ist nichts mehr da. Pitter macht Ausflüchte.Ihr habt doch Keile gekriegt, ihr habt doch nichts zu verlangen! Als die Franzosen ihm mit der unbeirrbaren Logik des Hungrigen zar Leibe rücken, geht er hinter Köbes, den Sieger, in Deckung.Wo hast du unser Frühstücksbrot? schallt der Chor derFranzosen. Nun, wo sich Pitter im Schutze des Siegers weiß, wird er).Euer Früh⸗ stücksbrot? Das hab' ich selber gegessen. Dafür bin ich doch auch neutral.

Elgentümlichkeiten im russischen Heere. Dr. phil. Freiherr B. v. Köhne, ein Preuße, der lange dem russischen Heere angehörte, hat im Jahre 1882 im Archiv des Märkischen Museums Mitteilungen über das russische Heer niedergelegt, in denen mancherlei Kurioses mitgeteilt wird. Nach diesen Berichten sollten es sich die Anthropologen nicht entgehen lassen, die russi⸗ schen Gefangenen einer genauen Besichtigung zu unterziehen, denn für sie bieten die verschiedenen Regimentstypen sicherlich viel des Interessanten. Da Kaiser Paul eine auffallend aufgestülpte Nase hatte, so wurden zum Veispiel in das Regiment Paul nur solche Rekruten eingestellt, die eine Stupsnase besaßen. Die Zuteilung wurde vom Kaiser Nikolaus J. und Alexander II. persönlich im Lause des Winters, je nach Eintreffen der monatelang dauernden Rekrutentransporte besorgt, indem der Zar den auf dem Korridor im Winterpalais harrenden Ausgehobenen, die als geeignet er schienen, einen dicken Kreidestrich auf den Pelz malte. Die Backen- und Schnurrbärte wurden zu allen Paraden und Be sichtigungen, Wachen und dergleichen schwarz gewichst und gefärbt und im Regiment Paul von unten nach oben gestrichen, das bei den echt russischen breiten Gesichtern, Stupsnasen und den nach vorn überstehenden Grenadiermützen sehr eigentümlich aus- sah. Alle Garderegimentex hatten einen besonderen Typus. Das erste Garderegiment hatte die größten und anftändigst aussehen⸗ den blonden Rekruten, das zweite wie Tannen gewachsene schöne Leute mit dunklem Haar und blauen Augen, das dritte Leute mit dunklem Teint und schwarzen Augen, das vierte möglichst jung aussehende und möglichst bartlose Leute. Das Regiment, dessen Chef der Großfürst Michael war, hatte nur Rotköpfe oder Hoch- blonde, weil der genannte Chef solche Haare hatte. Vor dem Krimkriege unterschieden sich sogar die einzelnen 12 Kompagnien der Garderegimenter nach Nasen, Augen, Gesichtsschnitt, Größe, Bärten, so daß ein geübtes Auge ziemlich sicher die einzelnen Kom⸗ pagnien erkennen konnte. Recht merkwürdige Dinge werden vom Despotismus des 1801 ermordeten Kaisers Paul erzählt. Derselbe exerzierte sein Kürassierregiment in Gatschina einst vor einem fremden Prinzen und ritt bei der Attaque en ligne voran. Leider batte das Regiment das KommandoMarsch! Marsch! nicht ge⸗ hört und blieb stehen, was der Kaiser später, nachdem er bereits sveit vorangeritten war, gewahr wurde. Schäumend vor Wut kommandierte er sofort:In Zügen rechts schwenkt marsch nach Sibirien! Nach einigen Tagemärschen wurde das Regiment in⸗ dessen, nachdem der Zar milder gestimmt worden war, durch einen Jeldjäger zurückgeholt. Einstmals wohnte Kaiser Paul dem De tailexerzieren einer Truppe bei. Ein sehr gut aussehender und vor⸗ trefflich marschierender Leutnant fiel ihm vorteilhaft auf und bei jedem Vorbeimarsch avancierte er ihn um einen Offiziers⸗ grad. Schon war der so im Nu beförderte Offizier im siebenten Himmel vor Glückseligkeit, da schlug die Stimmung beim Kaiser um, er war unzufrieden mit dem Offizier und degradierte ihn ebenso schnell und befahl schließlich, ihn auf sein Gut in die Ver⸗ bannung zu schicken. Als man nun dem kaiserlichen Despoten sagte, der Offizier besitze kein Gut, auf das man ihn schicken könne, befahl er, daß es bei dem kaiserlichen Besehl bleiben müsse, und 8 dieser ausgeführt werden konnte, erhielt der Offizier ein Gut geschenkt.

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Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Ueber dem Festland ist der Druck angesttegen und hat sich auch in nördlicher Richtung ausgebreitet. Unser Wetter wird morgen unter Hochdruckeinfluß stehen.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 21. August 1915: Aufheiternd, trocken, wärmer, schwache Winde.

Letzte Nachrichten.

a Russische Tattit 3 Hopenhagen, 20. Aug. Es sind Gerüchte in Umlauf, daß die Wälder der Aclandsinseln und Finnlands in Flammen stehen. Man hat von der schwedischen Küste aus das Flammenmeer beo t und andauernde Rauchwolken gesehen. Ob die Wälder, wie be⸗ auptet wird, von den Russen angezündet worden sind, läßt sich nicht feststellen. Die Lage Griechenlands.. Paris, 19. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Die Agence Havas läßt sich aus Athen melden: Die Minist sse nimmt einen nor⸗ malen Verlauf. Venizelos hat den König um eine Frist ge⸗ beten, um endgültig Antwort geben zu können. Der Minister des Aeußeren übergab Venizelos alle Dokumente über die äußere Politik des Kabinetts Gunaris. Venizelos hatte Unterredun⸗ gen mit dem russischen Gesandten und dem fran⸗

zösischen Geschäftsträger. Meuterei in einem belgischen Regiment.

Haag, 20. Aug. An der Mserfront meuterte ein belgisches Regiment. Mehrere Rädels führer wurden kriegsgerichtlich abgeurteilt und er⸗ schossen. Das Regiment blieb zur Strafe zwei Wochen lang in der ersten Feuerlinie.

Unzufriedenheit in Frankreich. Rotterdam, 20. Aug.Petit Parisien berichtet, daß für die morgige Kammersitzung verschärfte Vor⸗ sichts maßnahmen angewandt werden sollen, da bei der ohnehin gereizten Volksstimmung, die durch den Fall von Kowno noch gesteigert worden ist, ernste Zwischenfälle befürchtet werden.

und gestern zahlte mannur 150165 Pfg. Auch Tiere von g 5 v ö

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