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Altenburg zum Vorschein 5 an hat
8.50 bis 100 ke
deutung„nüchtern, mäßig“. Das Wort
historiker Wirklicher Geheimer
dem Leutnant und Kompagniesührer Schwarz und dem Kanonier Karl Ruhl im Feld-Art.⸗Regiment 25 verliehen.
Kreis Schotten.
A Laubach, 11. Aug. In dem Kampse fürs Vaterland sind wieder zwei Opser aus unserer Stadt gefordert worden. Es sind dies die beiden Musketiere Heinrich Gräf und Max Juda. Im ganzen hat der Krieg hier bis jetzt 16 Opser gefordert.— Vor- gestern sind zehn französische Gefangene hier auge⸗ kommen und bei verschiedenen Landwirten als Arbeiter eingestellt worden. Von drei aus Eichelsachsen entwichenen gesangenen Franzosen ist bereits einer auf dem Jägerhaus ergriffen worden.
Ulrichstein, 11. Aug. Wenn der Wind durch die Stoppeln geht, dann röten sich die Ebereschen oder Vogel beere n Bisher kannte man für die Frucht dieser Straßenbäume wenig Verwertung. Sie dienten den Vögeln im Herbste, besonders den Misteldrosseln, als sehr begehrtes Futter. Versuche, die man mit den Vogelbeeren zur Geleebereltung gemacht, mißlangen wegen des herben Geschmackes dee Früchte. Der Krieg, der so vielsach neue Verwertungsquellen erschließt, hat auch für die Früchte der Eber eschen Verwendung geschaffen. Sie werden zur Essi abere it ung
verbraucht. Der Essig ist ja so sehr im Preise gestiegen, daß in den Vogelbeeren eine billige Herstellungsquelle sich bietet. Die hie ⸗ sige Straßenverwaltung läßt die Vogelbeeren pflücken und sie gehen über Mücke nach den Rheinlanden. Hessen⸗Nassau.
h. Frankfurt a. M., 11. Aug. Unter Führung des Direk⸗ tors Schumacher vom„Verband deutscher Verkehrsvereine“ trafen gestern abend 21 Vertreter von Zeitungen neutraler Länder Nord⸗Amerila, Schweden, Norwegen, Schweiz, Holland, Spanien, Bulgarien, Dänemark, Brasilien usw.) bier zur Besich⸗ tigung Frankfurts und seiner hervorragendsten Anstalten und Sehenswürdigkeiten ein. Im Laufe des heutigen Tages besuchte die Gesellschaft, unter der sich auch eine Dame befand, eine Anzahl Lazarette und Genesungsheime. Die mustergültigen Einrichtungen dieser Anstalten machten auf die Gäste einen tiefen Eindruck, der sich noch verstärkte, als sie aus dem Munde aller hier untergebrachten verwundeten Kriegsgefangenen nur eine Stimme des Lobes über ihre hervorragende Behandlung durch die Deutschen hörten. Erstaunen rang den Fremden auch das ruhig dahinflutende Straßen- und Verkehrsleben ab.„Nirgends eine Spur von Nervosität, wie sie der Krieg uns in den Ländern der Gegner zeigte,“ so hörte man die Leute wiederholt urteilen. Nach den Besichtigungen bot die Stadt den Gästen in der„Ge⸗ schlechterstube“ des Römer einen Imbiß. Heute abend fand im Palmengarten ein zwangloses Beisammensein statt, an dem zahl⸗ reiche Vertreter der Frankfurter Handelswelt, der wissenschaftlichen und Künstlerkreise und der hiesigen Presse teilnahmen.
1 X Fritzlar, 10. Aug. In der Lösung der Frage, wo Mattium, der von Germanicus im Jahre 15 n. Chr. zer⸗ störte Hauptort der Chatten, gelegen hat, wird man, so teilt der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde mit, einen Schritt vorwärts kommen, wenn deutliche Spuren durch Feuer zerstörter umfangreicher und zusammenhängender Siede⸗ lungen jener Zeit in den Gemarkungen derjenigen Ortschaften sich feststellen lassen, die hier nach alter Ueberlieferung in Frage kommen, in Metze und in Maden(Kurhessen), Kreis Fritzlar. In der Absicht, alle Kräfte für solche Feststellungen nutzbar zu machen, hat der Vorsitzende des Vereins für hefsische Geschichte und Landeskunde, Generalmajor z. D. Eisentraut, im Fahre 1914 versucht, zunächst die Besitzer in Metze und in Kirchberg, dessen Gemarkung nahe an das Dorf Metze herangeht, durch Vorträge über die geschichtliche Bedeutung ihrer ar⸗ kung aufzuklären, und dabei durch Vorzeigen von Scherben vor⸗ geschichtlicher Tongefäße, von steinernen, bronzenen und eisernen Geräten und Waffen, von fahlspuren in der Erde usw., die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf das Vorkommen solcher Alter⸗ tümer in den Feldern, Wiesen und Gäxten ährer Ortschaften zu Jenken. Bei dieser Gelegenheit wurde bereits festgestellt, daß in den Gärten des Dorfes Metze schon oft vorgeschichtliche Scherben, ähnlich denen, die bei den Ausgrabungen der nahe gelegenen kamen, gefunden sind. Auch hat Lehrer Heynmöller in Gleichen bereits in der Gemarkung Kirch⸗ berg im Wiesengrunde der Maßoff ähnliche Scherben gefunden.
h. Limburg, 11. August. Mit Wirkung vom 16. August g der Kreisausschuß für den Kreis Limburg den Preis für Roggenmehl auf 35 Mk und für Weizenkriegsmehl auf 40 Mark pro Doppelzentner herabgesetzt. Vom 19. August wird der Höchstpreis für das große Roggenbrot auf 67 Pfennig und für das kleine Roggenbrot auf 50 Pfg. festgesetzt. Das Weizenauszugsmehl darf nur noch zum Höchstpreise von 27 Pfg. das Pfund durch die Kleinhändler gegen Brotkarten ver⸗ kauft werden.
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5 ire se. Rraulfurt a. M. Schweinemarkt bericht vom 11. Aug. Ausgetrieben waren 697 Schweine. Vollfleischige Schweine von Lebendgewicht 135.00— 140.00 Mk., Schlachtgewicht 2. een
aber dabei doch die eigentliche Bedeutung des Wortes„sauber“ durch. Es kommt selbstverständlich im Stellungskriege im Westen auch vor, daß unsere Truppen einmal eine Stellung vorübergehend aufgeben müssen. Es würde aber dann unserm Sprachgefühl und unserem Empfinden widersprechen, wenn jemand bei uns sagen. oder schreiben wollte, daß die Franzosen oder Engländer eine von uns früher besetzt gehaltene Stellung gesäubert hätten. Der Ausdruck„sauber“, von dem das Tätigkeitswort und jetzige Kriegs⸗ wort„säubern“ abgeleitet ist, stellt eins der merkwürdigsten Worte dar, die wir in unserer Sprache besitzen. Es ist bei uns so gut ein⸗ gebürgert, daß man seinen fremden Ursprung nicht ohne weiteres erkennen kann. Das Wort leitet nämlich, so schreibt uns ein Mit⸗ arbeiter, seinen Ursprung von dem lateinischen sobrius(nicht be⸗ trunken, nüchtern) her, das den Gegensatz zu ebrius(betrunken) bildet. Dem Reinlichkeitssinn der Deutschen stellt jedenfalls die Tatsache das beste Zeugnis aus, daß ein lateinischer Ausdruck für „micht betrunken“ in ihrer Sprache die Hauptbedeutung im Sinne von„reinlich“ annehmen konnte. In Süddeutschland stellt das Wort zauber“, neben dem dort der Ausdruck„rein“ fast ganz ver⸗ schwindel, sogar eine Lieblingsbezeichnung für ein junges Mäd⸗ chen im Sinne von„hübsch“ dar. In manchen Fremdwörterbüchern und anderen Nachschlagewerken findet man noch bei dem Worte „Soubrette“ die Bemerkung verzeichnet; daß dieses Wort von dem lateinischen sobrius(nicht betrunken) abzuleiten sei und so viel wie hübsch(wie in Süddeutschland) bedeute. Eine solche Erklärung ist aber vom Standpunkte der ernsthaften Sprachforschung aus, d. h. einer solchen, die mit der Wortforschung auch die Sprach⸗ forschung verknüpft, nicht aufrecht zu erhalten. In keiner der romanischen Sprachen hat das lateinische Wort sobrius sich im Sinne des deutschen„sauber“ entwickelt, das zeigen die Worte sobrio im Spanischen und Italienischen, sobre im Französischen und sober im Englischen(das je zur Hälfte als romanische Sprache anzusehen ist). Keines dieser Worte entfernt sich von der Be⸗ „ 6„Soubrette“ leitet viel⸗ mehr seinen Ursprung von dem lateinischen Worte sobrina(conso⸗
brina)— Verwandte, Nichte ab; die Soubrette ist von Hause aus
die neckische Nichte des alten romanischen Lustspiels. Die Be⸗
deutungsentwicklung des lateinischen Wortes sobrius(nicht be⸗ trunken zu einem Ausdruck der Reinheit und Reinlichkeit beschränkt
0 sich einzig und allein auf die deutsche Sprache. 0 Kissingen, 11. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Rechts⸗
ker imer Rat Professor Heinrich Brun⸗
ner ist im Alter von 75 Jahren hier gestorben.— In einem Nachruf für Prof. Heinrich Brunner sagt die„Vossische. Auch auf politischem Gebiet ist der berühmte Rechtslehrer wiederholt r Zeit des Frankfurter Fürstentages,
hervorgetreten, so schon zur 5
wo er in Wort und Schrift für einen festeren Zusammenschluß des außerösterreichischen Deutschland unter preußischer Führung eintrat. Noch oftmals hat er seitdem seine Wissenschaft und das Gewicht seines Wortes in den Dienst nationaler Gedanken gestellt. Dem ruhmwürdigen Gelehrten, dem redegewandten alademischen Lehrer, dem charaktervollen kerndeutschen Manne bleibt ein un⸗ vergängliches Gedächtnis in der Geschichte der deutschen Rechts⸗ wissenschaft gesichert. Zu Anfang voriger Woche suchte ir die seissinger Heilquellen auf, wo er nach nur zweitägigem Kranken⸗ ziemlich unerwartet verstorben ist.
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168.00— 175.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 130.00 135.00 Mk., Schlachtgewicht 165.00— 170.00 Mk. vollfleischige Schweine von 100—120 Lebendgewicht 135.00— 140.00 Mk., Schlachtgewicht 170.00—175 Mk. vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 135.00 140.00 Mt., Schlachtgewicht 170.00—175.00 Mk. Geschäft ziemlich lebhast.
le. Frankfurt a. M., II. Aug. Fruchtmarkt. Stimmung unverändert ruhig und sest. Futtermittel knapp und sest. Man notierte: Mais 60—62 Mk., ausländische Gerste 72—74 Mk. Kokoskuchen 62—63 Mk., Kleie 50—52 Mk., Leinkuchen 68—70 Mk. Alles für 100 kg. a
se. Frankfurt a. M., 11. Aug. Kartosselmarkt. In Waggonladung ab Wetterau 12,00—12,50 Mk. Alles per 100 dg.
eh. Bingen, 11. Aug. Marktpreise. Kartoffeln Mk. 9,50, Weißmehl Mk. 52; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,55, Milch 1 Liter 22 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.55.
Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 14. August 1915: Freitag abend 7.20 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 8.35 Uhr a Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr.
Die Wetterlage hat sich seit gestern nur wenig geändert. Im Norden von Skandinavien lagert ein Hochdruckgebiet; der suͤd⸗ westliche Druck hat sich etwas östlich ausgedehnt und über der Nordsee lagert ein schwacher Tiefdruckausläufser. Wir werden morgen mit keiner wesentlichen Aenderung der bestehenden Witte rung zu rechnen haben.
Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 13. August 1915: Wolkig, meist trocken, westliche Winde. Gewitterneigung.
Letzte Nachrichten. Die Lage im Osten.
Stockholm, 12. Aug. In„Stockholms Dagblad“ schreibt der militärische Mitarbeiter: Die Lage im Osten hat sich in den letzten Tagen so geklärt, daß man mit Sicherheit behaupten kann, sie ist für den 1 des europäischen Krieges entscheidend geworden. Nirgends weiß man das besser, als in England. Man
wird dort alles aufbieten, um Rußlands Kraft aufrecht zu erhalten. Es scheine, als klopfe das Schicksal von neuem an Schwedens Tor.
Die Verwüstungsstrategie der Russen. i. Köln, 12. Aug. Tie„Köln. Ztg.“ meldet aus dem Kriegspressequartier: Hinter den abziehenden Russen her sind wir, eine kleine Gruppe von Berichterstattern, durch das russische Gouvernement Wolhynien bis Wolynskij gefahren. Was wir gesehen haben, waren die furchtbaren Schrecken eines unglücklichen Landes, über das Horden von Mord⸗ brennern dahingezogen sind. An allen Straßen, auf denen die geschlagenen Heere der Russen zurückfluten, stehen von den Dör⸗ fern nur mehr die Schornsteine. Die Juden allein sind überall zurückgeblieben. Die christliche Bevölkerung zog mit ab. Indessen kehren viele Familien, die den Kosaken entrinnen konnten, wieder zu ihrer Ernte zurück. Das Getreide steht golden auf den endlosen Feldern. Nur was in den Scheunen war, konn⸗ ten die Russen verbrennen. In den kleinen Städten sind die öffent⸗ lichen Gebäude erhalten geblieben, in denen die Stäbe und ein Teil der Truppen untergebracht werden können. Der Markt⸗ flecken Krylow ist gänzlich niedergebrannt. In Wolynskij blieben nur die Kaserne, die Schulen und die hübschen Holzvillen der
Beamten und Offiziere stehen. Der kommandierende deutscheff
General tut alles für die zurückgebliebenen Einwohner. Die armen Leute haben nur die eine Angst, die Russen könnten noch einmal zurückkehren. Damit hat es aber gute Wege. Fast stünd⸗ lich sieht man auf der endlosen Ebene Wolhyniens ein neues Dorf aufflammen, ein Zeichen, daß die kosakischen„Ver⸗ teidiger“ ihres Vaterlandes dort augelangt sind.
Die Räumung Wilnas.
Kristiania, 12. Aug. Die Russen machen An⸗ stalten, Wilna zu räumen. Sämtliche Archive sind bereits entfernt worden.
Die Friedenspropaganda in England.
Bern, 12. Aug. Die Londoner„Daily Mail“ behauptet, seit dem deutschen ringen in Polen habe die deutsche Propaganda in England für einen Friedensschluß mit Deutschland verstärkt eingesetzt. Die Kommission der demo⸗ kratischen Kontrolle, der unabhängigen Arbeiterpartei, der Kriegs⸗ gegnerausschuß und viele Frauenvereine müßten von jetzt ab bei der Versammlung streng überwacht werden.
Die schwedisch⸗englischen Verhandlungen.
Stockholm, 12. Aug. Eine soeben ausgegebene amt⸗ liche Mitteilung besagt: Die zwischen Schweden und England geführten Verhandlungen werden für einige Tage ausgesetzt, da die beiderseitigen Unterhändler erst bei ihren Regierungen weitere Anweisungen einholen wollen. Die hier verbreiteten Gerüchte, die Verhandlungen seien über⸗ haupt abgebrochen, werden vielleicht in vollem Maße nicht zu⸗ treffen, es scheine jedoch, daß sie auf einem gewissen toten Punkt angelangt sind.
Bulgarisch⸗serbische Reibereien.
Budapest, 12. Aug. Eine Athener Depesche belagt. daß zwei große bulgarische Banden mit serbi⸗ schen Truppen einen blutigen Zusammenstoß hatten.
BBB Od. Das Beste 0 zur Zahnpflege ———— Bekanntmachung über die Verwendung von Benzol und Solventnaphtha sowie
über die Höchstpreise für diese Stoffe. 0 Die nachstehende Bekanntmachung des Stell vertretenden Ge⸗ neralkommandos 18. Armeekorps, Frankfurt a. M., in obigem Betreff vom 1. August 1915 bringen wir hiermit zur öffent⸗ lichen Kenntnis. Gießen, den 5. August 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. B.: Hech ler.
——
Bekanntmachung
über die berwendung von Benzol und Solventnaphtha sowie über höchstpreise für diese Stoffe.
Auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851(GS. S. 451 ff.), des Gesetzes betreffend Höchst⸗ preise vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914(RG Bl. S. 516), der Bekanntmachung betreffend Aenderung dieses Gesetzes vom 2. Januar 1915 (Ach Bl. S. 25) und der Bekanntmachung über Vorratserhebung vom 2, Februar 1915(RGGBl. S. 54) wird hiermit verordnet:
Me fer Verfügung unterliegen nicht nur gereinigtes oder ungereinigtes Benzol bezw. Motorenbenzol oder Mischungen dieser mit gereinigten oder ungereinigten Benzol⸗ homologen, sondern auch Betriebsstoffe, die hergestellt sind aus Kolereirohbenzol, Leichtöl aus der Teerdestillation, Vorlaufölen von der Destillation von Teeren, sogen. e aus den Oelgasanstalten, wie überhaupt alle benzolhaltigen örper, die aus Prozessen pyrogener Zersetzung entstammen, gleichgültig, ob sie unter ihrem wissenschaftlichen oder technischen Namen oder unter Phantasienamen in den Handel gebracht werden.
5 2. Dieses Benzol darf nur in enttoluoltem Zustande verkauft, geliefert und verbraucht werden.
1. chemische Fabriken, welche das Benzol zur Herstellung vol enzolderivaten für die Heeresverwaltung verwenden 2. Destillationen, die sich verpflichten, das Benzol gemäß diese Bestimmung zu enttoluolen und das Toluol an die Kriegs⸗ chemikalien⸗Akt.⸗Ges, Berlin, abzugeben. Soweit mit den vorhandenen Apparaten eine vollständige Toluolentziehung nicht möglich ist, muß jedoch mindestens der Toluolgehalt so weit herabgesetzt werden, daß er in der Ver⸗ brauchsmischung höchstens 100 des Benzolgehalts ausmacht, gleich⸗ gültig, ob es sich um ein reines Benzol⸗Toluol⸗Gemisch oder um ein Gemisch mit dritten oder weiteren Komponenten handelt. Einer Benzol⸗Gewinnungs⸗ oder Reinigungsanstalt, der es nachweislich durchaus nicht möglich ist, diese Vorschrift zu er⸗ füllen, oder die sich außerstande sieht, die Enttoluolung in der vor⸗ geschriebenen Weise ausführen zu lassen, kann durch die In⸗ speltion des Kraftfahrwesens in Berlin⸗Schöneberg eine Aus⸗ nahme gestattet werden. 83. Das Benzol von der im 8 2 gekennzeichneten Beschaffen⸗ heit darf in letzter Hand nur geliefert werden: O soweit nicht das Kriegsministerium oder in seinem Auftrage die Inspektion des Kraftfahrwesens durch Sondererlaß darüber verfügt hat oder verfügen wird
a) an chemische Fabriken(Farbwerke), soweit es nachweislich zur Herstellung von Benzolderivaten für die Heeresver⸗
waltung dient;— 8
b) an landwirtschaftliche, staatliche oder kommunale Betriebe, wenn es nachweislich als Motorenbetriebsstoff(jedoch nicht für Kraftwagen) zu landwirtschaftlichen, staatlichen oder kommunalen Zwecken benutzt wird;
o) an gewerbliche Betriebe als Motorenbetriebsstoff sowie all⸗ gemein als Kraftwagenbetriebsstoff, jedoch nicht über rund 15 1 H. der Erzeugung bezw. der den Lagerhaltern und 55 äufern von den Gewinnungsanstalten gelieferten
engen;
d) an die Erzeuger zum Selbstverbrauch in dem Erzeu 5 betrieb in Mengen, die auf Grund zu stellender W der Inspektion des Kraftfahrwesens festzusetzen sind.
8 4. Tas unter 3p fallende Benzol darf auf Wunsch der Empfänger, soweit der Vorrat reicht, ungemischt, sonst in Form von Benzolgemischen, insonderheit als Benzolspiritus, das unter 3 fallende nur in Form solcher Gemische verabfolgt werden, und zwar ohne Freigabeschein.
Benzol⸗Spiritus darf nur hergestellt werden:
für Zwecke des§ 3b aus 70 Gewichtsteilen Benzol und 30 Gewichtsteilen Spiritus,
für Zwecke des F 3e aus 25 Gewichtsteilen Benzol und 75 Gewichtsteilen Spiritus. 5
Jede andere Mischung bedarf der besonderen Genehmigung der Inspektion des Kraftfahrwesens, auf deren Vorschlag die unterzeichnete Behörde jeweilig einen bestimmten⸗ Höchstpreis für die Mischung festsetzen wird.
Für Zwecke des 8 3 o darf Benzol von Besitzern, die es ihrer⸗ seits von dritten Personen erworben haben, nur insoweit abgegeben werden, als die zulässige Menge von 15 v. H. der Erzeugung nicht bereits von früheren Besitzern für den bezeichneten Zweck ver⸗ wendet worden ist und letztere dies ausdrücklich bescheinigt haben.
85. Solventnaphtha und Kylol dürfen, soweit sie nicht dazu dienen, das Benzol kältebeständig zu machen, in letzter Hand nur an solche Verbraucher abgegeben werden, die diese Er⸗ zeugnisse nachweislich zur Erfüllung mittelbar oder unmittelbar vorliegender Heeresaufträge brauchen. 6. Benzol(5 1,), Solventnaphtha und Xylol sind ohne Verzug dem Verbraucher zuzuführen und dürfen nicht länger als höchstens einen Monat auf Lager gehalten werden. Men⸗ gen, die nach dieser Frist nicht abgesetzt oder vom Verbrau nicht angefordert worden sind, müssen der Inspektion des Kra fahrwesens angezeigt werden, die hierüber weitere Verfügn en kann.
ing 93 55 7. Höchstpreise a) Die nach dem Gasluslen verbleibenden Benzole oder seine
Homologen oder deren Mischungen mit toluolfreien Frak⸗ tionen anderer Benzolhomplogen oder anderer Körper und Stoffe, gleichviel unter welchem Namen und unter welcher Zusammensetzung sie geliefert werden, dürfen den Verbrau⸗ chern(letzte Hand) nicht zu höheren als den unter b an⸗ gegebenen Preisen verkauft werden Die Prei. 5 Rein⸗ und Rohware ist innerhalb der hier gezogenen. grenze dem Handel selbst überlassen, ebenso die Preisfest⸗ 3 801 wee e 1 81 ad e lech so 505 l„Solventn⸗ und Xylol(nicht sogenannte Roh⸗ und Reinware, die im Werte unter bzw. über dieser
Handelsware steht) nicht über 55 Mark für 100 Kg. ab Ge⸗
winnungsanstalt gefordert oder gezahlt werden.
Der Höchstpreis(letzter Hand) beträgt für: Reintoluol
45 Mark für 100 Kg., Benzol, Solventnaphtha J und II und
kylol 62 Mark für 100 Kg., Benzol⸗Spiritus(Mischung
70 B: 30 Sp.) 67 Mark für 100 Kg., Benzol⸗Spiritus(Mi⸗
schung 25 B: 75 Sp.) 74 Mark für 100 Kg.
Dem Höchstpreise ist der heutige Spirituspreis(Großhan⸗
delssatz der Spiritus⸗Zentrale für vollständig vergällten
Spiritus 95 v. H.) mit 58,50 Mark für das Hektoliter oder
.
b)
o)
gelegt. Bei Aenderung dieses Preises erhöhen oder er⸗ mäßigen sich die obigen Höchstpreise für Benzol⸗Spiritus entsprechend, d. h. sie erhöhen oder ermäßigen sich um 30 oder 75 v. H. der von der Spiritus⸗ Zentrale festgesetzten Erhöhung oder Ermäßigung des Spirituspreises für 100 Kg.
d) Die am 1. August 1915 5 Uhr morgens vor nen Ben⸗ keter Nen maße Mer. b etzter nicht ü Au ültigen preisen verkauft werden, selbst dann, wenn die Abgabe erst nach dem 14. August erfolgt oder der Veräußerungsvertrag erst nach diesem Zeitpunkt geschlossen wird. 3
e) Diejenigen Mengen Reinbenzol, Reinxylol usw die etwa
nach 8 11 ausnahmsweise für pharme sche Zwecke frei⸗ gegeben sind, unterliegen nach der Freigabe den Preisbestim⸗ mungen der Arzneitape. 0 8,8. Der Höchstpreis schließt die Versendungskosten ab ltzter Lagerstelle nicht ein; er gilt für Zahlung Zug um Zug. Wird di Zahlung gestundet, so dürfen bis 2 v. H. zinsen über Reichsbankdiskont für den Zeitraum berechnet werden, für welchen der Kaufpreis gestundet ist 1 § 9. Auf Verträge, die unter den bisher 1 Bestim⸗ mungen betreffend Verwendung von Benzol Sol ventnaphtha sowie Höchstpreise für diese Stoffe Fe oder von diesen be⸗ mmungen dieser Bekannt⸗
Inkrafttretens keine Gemische mehr zu anderen als nach dieser Be⸗ kerne
Benzolmen einem Muster einzureichen, das sie von der Inspektion des Kruft
8
Nr 2 Waadt. Kommandobe⸗ 725 9„Die unterzeichnete hörde bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Frankfurt a. M., den 1. August 1915. Stellb. Generalkommando 18. Armeekorps.
Bekanntmachung.
Die unterm 15. Juni l. J. verfügte Sperrung der Kreisstraße
Inheiden Utphe wird hiermit aufgehoben. 5 a Gießen, den 7 August 1915.
Zum Bezug und Ankauf von toluolhaltigem B ind allein berechtigt: nolhaltigem Benzol sin
8 1 1 8 ene
Großherzogliches Kreisamt Gießen. N. L 1180
Hemmerde.
71,50 Mark für 100 Kg.(0,8143 spez. Gewicht) zugrunde
§ 13. Diese See dr mit dem 15. August 1915 in


