tmilbe und von den Erdflöhen heimgesucht. entlich das Auftreten der Rlattnilbe if. daß die Weiterentwickelung unserer Spätkohlarten e Weißkraut, Rotkraut, Wirsing usw. vollständig in Frage stellt ist und eine Mißernte, wenn nicht bald energische kämpfungsmittel Ahe Ooh werden, sicher zu erwarten
nun folgendes Mittel mit:„Wir haben an unserer Anstalt ne Reihe von Bekämpfungsmaßmahmen durchgeführt, und rsuche angestellt. Von allen Mitteln hat sich die soge⸗ nannte„Hohenheimer Brühe“ am besten bewährt. Diese Brühe wird am zweckmäßigsten fertig bezogen. Sie wird von Wilhelm Pfitzer in Stuttgart, Militärstraße 74, geliefert, und kostet das Liter 3 Mark. Mit dieser Brühe wird eine 3—3½ prozentige Lösung hergestellt, d. h. auf 100 Liter Wasser werden 3—3¼ Liter Brühe zugesetzt, oder auf 10 Liter Wasser kommt ,3—0,35 Liter Brühe. Mit dieser Lösung werden die befallenen Pflanzen mit einer t arbeitenden Pflanzenspritze oder Handspritze kräftig espritzt und zwar so, daß die Tiere von der Spritzflüssig⸗ keit getroffen werden. Die Blätter müssen daher sowohl auf der Ober⸗ sowie auch auf der Unterseite stark von der lüssigkeit benetzt sein. Auch die Erdflöhe, die hauptsächlich die Blattränder unserer Kohlpflanzen stark benagen, wer⸗ den ebenfalls durch eine Zprozentige Lösung dieser Brühe ge⸗ tötet. Wir haben in diesem Jahre zirka 800 Quadratmeter mit Kohlgemüse bepflanzt. Zum Bespritzen dieser Fläche sind wir mit einer Kanne von 4 Liter Inhalt, die 10,80 Mk. kostet, vollkommen ausgekommen. Man sieht also, daß das Spritzen nicht zu teuer zu stehen kommt.“ l ffischen Kriegsgefangenen in Toulouse. Nach in Darmstadt eingetroffenen Nachrichten nd die vom e und der Großherzogin inerzeit den hessischen e im Lager von Toulouse persönlich gespendeten Liebesgaben(Zigarren und Familienbild der Großherzoglichen Familie) dort einge⸗ troffen und zur Verteilung gebracht worden. Wie in Deutsch⸗ 4 land wird ein großer Teil der in Toulouse befindlichen hessi⸗ 5 schen Kriegsgefangenen zu Feld⸗ und Bahnbauten usw. ver⸗ wendet, und sie befinden sich, soweit briefliche Mitteilungen vorliegen, in guter Verpflegung und sind wohlauf. Um Verschleppungen von Paketen und Briefen dorthin zu ver⸗ meiden, ist nach Mitteilungen von maßgebender Stelle für Angehörige von Kriegsgefangenen folgendes zu beachten: Alle Pakete und Briefsendungen müssen stets nach dem Stammlager der Kriegsgefangenen geschickt werden, wo eine genaue Aufstellung über alle Krie. geführt wird, die sich in der 8 9 Arbeitskommandos befinden. Von dort aus werden die Pakete und Briefe bei passender Gelegenheit nachgeschickt, nachdem festgestellt ist, daß sich der Adressat noch dort befindet und sein Arbeits⸗ kommando nicht gewechselt hat. Diese Arbeitskommandos wechseln sehr häufig ihren Standort, und die Kriegsgefange⸗ nen arbeiten oft an Bahnstrecken, mit denen eine direkte Postverbindung nicht besteht. Bei der Zusendung also: Ge⸗ naue Adresse; keine Zeitungen einlegen; kurzer Brief.
** Einen„Vaterländischen Künstlerabend“ wird am Sonntag, den 15. August, abends 8½ Uhr, die durch ihre früheren Gastspiele hier in Gießen bekannte Soloschauspielerin. und Schriftstellerin Minny Cerenatti⸗Strauß in der neuen. Aula der Universität unter Mitwirkung namhafter Künstler ver⸗ anstalten. Die Hälfte der Reineinnahme wird dem Roten Kreuz
zugute kommen.
* Schwätzer und Wichtigtuer. Die Staats⸗ bahn verwaltung hat eine Verfügung erlassen, nach der es immer noch vorkommt, daß Eisenbahnbedienstete sich über militärische Angelegenheiten, besonders Truppen⸗ beförderungen, Dritten gegenüber auslassen. Unter Hinweis auf das wiederholte Verbot solcher Schwätzereien, wird den Bediensteten erneut unbedingte Verschwiegenheit zur Pflicht gemacht und den Unverbesserlichen strenge Stra⸗ 5 2 angedroht. Die 1 77 1 sollen ihre Untergebenen auf die Gefährlichkeit, die selbst unverfänglich erscheinende Aus⸗ künfte haben können, besonders belehren.
* Ein Ausflug nach der Edertalsperre ist
von Gießen aus auf einen Tag nur mit großen Hindernissen
zu machen, während die Bewohner von Marburg bequem iesen interessanten Sonntagsausflug recht billig haben können. Von unserer Universitätsstadt aus kann man zwar 5— Sonntagsfahrkarten lösen, die den Reisenden bis an as Sperrgebiet(Station Herzhausen) bringen, aber die erste Sonntagskarte Gießen Marburg kann man nach Lage der Fahrgelegenheit zur Rückreise nicht benutzen, weil es unmöglich ist, die Rückreise nach Gießen vor 12 Uhr nachts in Marburg anzutreten. Die Eisenbahn gibt merkwürdiger⸗ weise zum Sonntagsbesuch der Edertalsperre von Gießen aus keine direkten Sonntagskarten aus, aber sie gewährt in Marburg den von Gießen ankommenden Reisenden eine halbe Stunde Zeit, um dort wenigstens Sonntagskarten bösen zu können. Der 74575 in der Behandlung der RNeisenden von Gießen und von Marburg nach der Edertal⸗ sperre für Sonntagstouren könnte, so schlägt ein Leser vor, die Eisenbahn aber einfach abhelfen, wenn sie in Gießen direkte Sonntagskarten bis Herzhausen aus⸗ gibt; dann hätten die Touristen das Recht, abends um 8 Uhr 5 35 Minuten die Rückfahrt am Sperrgebiet über Franken⸗ berg Marburg anzutreten, wo der Zug um 11 Uhr 29 Min. anlangt. Man hätte dann weiter das Recht, mit dem nächsten von Marburg abgehenden Zuge 1 Uhr 52 Nachts die Reise nach Gießen mit der Sonntagsfahrkarte fortzu⸗ setzen. Gründlicher aber wäre es, und im Interesse des ge⸗ amten Verkehrs würde es liegen, wenn der Zug von Kassel, der um 11 Uhr 7 Min. in Marburg eintrifft und sonder⸗ arerweise in Marburg liegen bleibt, als Anschlußzug für die Edertalverbindung bis Gießen durchgeführt würde. Es ist überhaupt auffällig, daß bei der ganzen Ge⸗ taltung der Fahrpläne, die in das Gebiet der Eder uns auch nach dem Sauerland führen, wenig Rücksicht auf gute Verbindungen mit Gießen und seinem Hinterland genom⸗ men wird. Die Gießener Geschäftsleute, die zahlreich auf der Strecke Marburg Frankenberg und im Anschluß daran Frankenberg. Winterberg Steinhelle zu tun haben, kla⸗ gen nicht erst seit Ausbruch des Krieges, sondern schon seit b. über schlechte und unbequeme Anschlüsse auf beiden Strecken.
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Landkreis Gießen. Langsdorf, 10. Aug. Seit voriger Woche waren hier 23 Kriegsgefangene, Engländer und Kanadier, hei ein⸗ 359 Landwirten mit Erntearbeiten beschäftigt. Anfangs ieß sich alles gut an, Arbeitgeber und Gefangene waren mitein⸗ ander zufrieden, man verständigte sich mit einander, so gut wie ing. Als nun am Montag morgen die gewohnheitsmäßige Abholung vom Rathause, dem Aufenthaltsorte der Gefangenen zur Nachtzeit, erfolgen sollte, erklärten 16 Mann, die Arbeit eberlegen zu wollen, da ihnen die Arbeitszeit zu lang Im 7 des Tages besannen sich zwar 9 von, ihnen eines Besseren und nahmen die Arbeit wieder auf, während bei ihrem Entschluß verharrten. Sie wurden dann am Abend Gießen ins Gefangenenlager zurückgebracht. Klreis Büdingen. Nidda, 9. Aug. Auf dem nahen Hof Schleifeld arb r, ein Mann aus der Provinz Posen,
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ist. Die Großherzogliche Obstbauschule in Friedberg teilte
verhaftet und gestern N vom Amtsgericht Nidda ver-
nommen. Er soll zwei russischen Arbeitern, die von dem Hof geflohen waren, zur Flucht behilflich gewesen sein und ihnen die Bahnstrecken genau aufgeschrieben haben, die sie benutzen mußten. Die Flüchtlinge sind in Halle wieder sestgenommen worden. Außerdem wurden noch zwei russische Polen verhaftet, die ohne polizeiliche Erlaubnis von Lindheim nach Hof Schleiseld ge— ommen waren, um den Vorarbeiter zu besuchen und wahrschein— lich auch mit ihm zu beraten. Letzterer spricht ziemlich geläufig deutsch und scheint bei den Polen der ganzen Gegend ein gewisses
Ansehen zu genießen. Kreis Friedberg.
n. Gambach, 10. Aug. Die Familie des hiesigen Sattler ⸗ meisters Johannes Metzger wurde von dem Kriege hart mit⸗ genommen; von den ins Feld gezogenen Söhnen starb jetzt bereits der dritte Sohn an seiner im Kampfe erlittenen Verwundung.
en. Rockenberg, 10. Aug. Von den zur Fahne Ein⸗ gerückten sind aus unserem Orte bis jetzt zwölf auf dem Felde der Ehre gefallen; einer ist vermißt und einer befindet sich in sranzösischer Gesangenschast.
Hessen⸗Nassau.
Rodheim a. d. Bieber, 10. Aug. Auch unsere Gemeinde hat wieder zwei schwere Verluste zu beklagen; es handelt sich um zwei Familienväter. Landwehrmann L. Schäfer(Landwehr— ee eee 83) und Bäckermeister L. Valentin(Res⸗ ena en 83) starben beide den Ehrentod für das
aterland.
m. Kirchhain, 10. Aug. Infolge der Erntewitterung war der gestrige Fohlen markt nur sehr schwach besucht. Fohlen waren etwa 20 aufgetrieben. Es waren auswärtige Händler anwesend, doch wurden anscheinend nur wenig Ver⸗ 25 1 abgeschlossen, da die geforderten Preise nicht bewilligt wurden.
h. Frankfurt a. M., 10. 7 5 Einem Herzschlag erlag gestern abend in seinem Jagdhaus zu Dillingen der Stadtrat Viktor Moessinger. Obwohl der Verstorbene dem Magistrat nur 5 Jahre angehörte, verstand er es doch in dieser kurzen Spanne Zeit, die künstlerischen Bestrebungen der Stadt in völlig neue Bahnen zu lenken, sie vor allem volkstümlich zu gestalten und die reichen städtischen Samm⸗ lungen zum Gemeingut aller Volkskreise zu machen. Mit der Einführung der billigen Volksabende im Schauspiel⸗ hause ist sein Name ebenfalls verknüpft..
h. Frankfurt a. M., 10. Aug. Der bekannte Kinder⸗ arzt, Geh. Sanitätsrat Dr. Heinrich Rehn, feiert morgen sein 60 jähriges Doktor jubiläum. Geheimrat Dr. Rehn wurde am 20. Mai 1831 zu Hanau geboren, in Marburg erwarb er sich am 11. August 1855 den Doktorhut. 1872 gründete er in Frankfurt die noch heute blühende Poliklinik für Kinderkrankheiten. Ein Sohn des greisen Arztes ist der augenblickliche Direktor der hie⸗ sigen chirurgischen Universitätsklinik, Prof. Dr. Ludwig Rehn.— Mit reichem Erfolge„arbeitet“ seit einigen Tagen hier und in den Nachbarstädten ein Schwindler, der in Unteroffizieruniform durch die Welt wandert und folgende Methode anwendet. Er ruft telephonisch Damen besserer
Kreise an, stellt sich als Leutnant von Müller vor und
bittet, seinem Burschen, sobald dieser vorkomme, eine Gabe zu verabfolgen. Dem Burschen seien die Arme durch Schüsse schwer verletzt. Bereitwilligst sagt man eine Gabe zu. Nach einer Stunde erscheint dann der„Unteroffizier“ als Bursche und erhält reichliche Gaben, meistens nicht unter 10 Mark. In Königstein und Falkenstein erschwindelte er sich in zwei Tagen rund 300 Mark. Bisher konnte der Gauner, gegen den bereits Polizei- und Militärbehörden mobil gemacht haben, noch nicht ergriffen werden.
X. Hanau, 10. Aug. Das rücksichtslose Verhalten eines Lebensmittelverteurers illustrierte eine heute vor der hiesigen Straf- kammer gegen den vermögenden Müller und Bäcker Balduff von Roßbach(Kreis Gelnhausen) geführte Verhandlung. Für einen Doppelzentner Kartoffelwalzmehl, für welches der Höchstpreis mit 42.30 Mark sestgesetzt war, hatte er sich von dem Landwirt Andreas Schum in Kassel bei Gelnhausen 80 Mark bezahlen lassen und dieser wiederum verkaufte das Mehl für 95 Mark nach
Frankfurt. Das Urteil gegen den Angeklagten Balduff lautete auf
200 Mk. Geldstrafe. Schum hat sich durch die Uebervorteilung ebenfalls strafbar gemacht, er wird sicher demnächst auch wegen Vergehens gegen das Gesetz, betr. Höchstpreise, vor dem Strafrichter erscheinen müssen.
FC. Braunfels, 10. Aug. Dr. Stephan, vom Res.⸗Feldart.⸗Regt. 24, ein Sohn des Oberkammerrats Ste⸗ phan von hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
h. Niederlahnstein, 10. Aug. Unterzahlmeister Braun von hier hantierte beim Einpacken seiner Sachen unvorsichtigerweise mit seinem Dienstrevolver, als sich dieser plötzlich entlud. Braun wurde in das Herz ge⸗ troffen und starb nach wenigen Augenblicken. Er hatte sich bereits das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erworben und war für das Kreuz erster Klasse in Vorschlag gebracht.
Aniversitäts⸗ Nachrichten.
Marburg, 11. Aug. Die medizinische Fakultät der hie ⸗ sigen Universität öbersandte dem bekannten Frankfurter Arzte Geh. Sanitätsrat Dr. med. Heinrich Rehn, der heute sein 60jähriges Doktorfubiläum begeht(siehe auch a. a. O.) eine Gratulations- adresse.— Ferner wurde der Ordinarius und Direktor des Marburger pharmazeutisch-chemischen Instituts, Geh. Reg.-Rat Prosessor Dr. Ernst Schmidt, der am 13. Juli seinen 70. Ge⸗ burtstag beging, zum Ehrendoktor der meditinischen Fakultät ernannt.
Vermischtes. Ein starkes Erdbeben in Süditalien.
Erdbebenwarte Hohenheim, 10. Aug.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das letzte von hier gemeldete Erdbeben, das am letzten Samstagnachmittag stattsand, hat, wie seitdem durch Nach- richten aus Mailand bestätigt wurde, tatsächlich in Süditalien statt- gefunden. Der Mailänder„Secolo“ will jedoch nur ein leichtes wellenförmiges Erdbeben zugeben, was ohne Zweifel auf ein Ein⸗ greifen der Zensur zurückzuführen ist. Nach der Art der hiesigen Auszeichnungen, wie auch derjenigen der Taunus⸗-Erdbeben⸗ warte ist an dem zerstörenden Charakter des Erd- bebens nicht zu zweifeln. Daß es sich um ein schweres Beben handelt, geht auch daraus hervor, daß mehrfach Nachbeben staltgefunden haben, drei schwächere am 7. August, das erste abends 6.54 Uhr, das zweite abends 7.08 Uhr, das dritte abends 11.54 Uhr, sowie daraus, daß in der verflossenen Nacht abermals zwei starke Erderschütterungen, von demselben Herd ausgegangen, hier auf- gezeichnet wurden. Nahezu ebenso hestig wie das Erdbeben vom letzten Samstag war dasjenige, dessen erster Einsatz heute nacht 5 Uhr 5 Min. 55 Sekunden registriert wurde. Vorher, von 1 Uhr 51 Min. 9 Sekunden ab, war ein etwas schwächeres Beben voran- gegangen. 8
Eine Beruhigung. In zahlreichen Blättern,(nicht im„Gieß. Anz.“— Red.) wird eine Zuschrift aus Groß⸗ Salze, angeblich von einem„Feldgrauen“, veröffentlicht, in der behauptet wird, in dem dortigen Solbade wären die Ver⸗ wundeten an Stellen verwiesen, wo sonst kein Mensch hingeht, weil Beschwerden von Leuten eingegangen seien,„die, Ver⸗ wundeten wären ihnen lästig“. Ueberall sähe man auch Tafeln:„Für Verwundete kein Zutritt.“ Diese Behauptungen sind, wie die Bade verwaltung bittet mitzuteilen, freie Erfindung, vielleicht die Ausgeburt des Mißbehagens eines Einzelnen darüber, daß für die zahlreichen Verwundeten der im Bade eingerichteten Lazarette im 8 1 des Heilverfahrens und der militärischen Ordnung und Disziplin von der militärärztlichen Lazarettleitung
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bestimmte Anordnungen für den Verkehr und Aufenthalt im Freien getroffen sind. Von den behaupteten Beschwerden ist nichts bekannt. Die Verwundeten der Lazaxette des Bades ge⸗ nießen weit mehr Annehmlichkeiten als die vieler anderer Lazarette.
„Das berittene bäuerliche Ehrengeleit. Auf ihrer jüngsten Fahrt durch das von den Russen heimgesuchte Ost⸗ preußen wurden der Kaiserin und der Kronprinzessin Cäeilie in den verschiedenen Dörfern begeisterte Huldigungen dargebracht. Eine besonders hübsche Ehrung, so schreibt uns ein Mitarbeiter aus Gumbinnen, bereitete man ihnen bei dem Besuch des Gutsbezirkes Tarpupönen im Kreise Stallupönen, wo der Gutsbesitzer Maleika die hohen Frauen mit einem eigenartigen Ehrengeleit überraschte. Zu diesem Zwecke schwangen sich die Gutsangestellten, und zwar Knechte wie Mägde, in die Pferdesättel. Sie ritten den herrschast⸗ lichen Automobilen entgegen und machten zur größten Freude der beiden Fürstinnen wie der gesamten Bevölkerung an der Seite der Kraftwagen die Fahrt durch den ausgedehnten Gutsbezirk in ge⸗ strecktenn Galopp mit. Nach der Besichtigung der zerstörten Stätten nahm die Kaiserin Veranlassung, dem Gutsbesitzer wie der tapferen Schar der Reiter und Reiterinnen für die schöne Ueberraschung persönlich ihren Dank auszusprechen.
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—é—ä——— Märkte.
te. Frankfurt a. M., 10. Aug. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren.
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst. Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 12. August 1915: Wolkig, trocken, warm, nordöstliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Die Bedrängnis der Russen.
i. Köln, 11. August. Die Köln. Ztg. meldet aus Ko hagen:„National Tidende“ schreibt: Die Russen find fehr verbittert, weil sie allein die Hauptlast des Krreges tragen müssen, und die Alliierten bedauerten tief, Ruß⸗ land nicht halten zu können, aber so lange Deutschland gleich⸗ Reichsstraße Warschau Lublin und Brest—Litowsk bedroht französisch⸗englisch⸗italienische Durchbruchsversuche abweisen könne, wäre die Hilfe für Rußland nur durch die Balkan⸗ staaten möglich. Eine bestimmte Aussicht, daß Bulgarien und Rumänien dem italienischen Beispiel folgen werden, bestehe in⸗
dessen nicht. Die Dardanellen⸗Aktion 5 verlaufe ergeb⸗ nislos, ebenso Cadornas Angriffe. Die Russen wür⸗ den deshalb fortfahren müssen, die Hauptlast im Kampfe
gegen die Zentralmächte zu tragen. Die wichtigste Frage sei, ob die Russen rechtzeitig Munition bekommen und neue Heere aus⸗ stellen können. Vorläufig scheinen die meisten russischen Truppen zur Verstärkung des Petersburger Heeres zu dienen.
Der Vormarsch in Russisch⸗Polen.
i. Köln, 11. Aug. Der„Köln. Zeitung“ aus dem Kriegs⸗ pressequartier zugehende Meldungen besagen, daß durch die weiter vordringenden Armeen Woyrsch und Prinz Leo⸗ pold von Bayern die wichtigsten Reichsstraßen und Eisenbahnknotenpunkte zwischen dem Wieprz und der Reichsstraße Warschau Lublin und Brest—Litowrsk bedroht erscheinen, wo auch mehrere Lokalbahnen zusammenlaufen. Wahr⸗ scheinlich ist, daß die Russen an diesen Linien bestrebt sein werden, das Vordringen der Verbündeten zum Stehen zu bringen. — Die vorher im Raume um Radom weit westlich der Weichsel eingesetzte Armee Konveß ist nach der Einnahme von Iwan⸗ gorod am Ostufer der Weichsel angelangt. Durch das Vor⸗ dringen der Armeen des Erzherzogs Josef Ferdinand und Macken⸗ sen ist die Front der Verbündeten in den letzten Ta sehr verkürzt, und weiteren wichtigen russischen Stützpunkten näher gerückt worden.
Eine neutrale Kritik zum russischen Rückzug.
Kristiania, 11. Aug. Der militärische Mitarbeiter des „Morgenbladet“ schreibt: Unsere Ansicht scheint sich zu bestätigen, daß es den Russen gelingen werde, sich jetzt mit ihren Truppen auf den Bug zurückzuziehen, während die sehr bedeutenden Truppenabteilungen, deren Aufgabe es ist, dies zu ermöglichen, durch zähe Nachhuten verteidigung gegen die mäch⸗ tigen feindlichen Heere, die aus Norden, Westen und Süden nachdringen, nicht nur sehr bedeutenden Verlusten an Toten, Gefangenen und Verwundeten ausgesetzt seien, sondern auch teilweise völlig abgeschnitten werden und zur Ueber in ganz großen Verbänden gezwungen würden, denn, v. letzten Berichte melden, erleiden die Russen auf ihrem RNückzuge schwere Verluste und ergeben sich zu Tausenden und Zehntausenden. Wie groß die russischen Truppenabteilungen sind, die es den Deutschen gelungen ist, auch zwischen Narew und Weichsel abzu⸗ schneiden, ist noch nicht gemeldet worden. Bei ihrem Rückzug suchen die Russen überall das Land hinter sich zu zerstören und das Vorrücken ihrer Gegner zu erschweren. Sie verbrennen Städte und Dörfer, vernichten die Feldfrüchte und schleppen die Bevölkerung mit sich, um deren Arbeitskraft nicht dem Feinde zu überlassen. Es ist wie 1812, nur werden die Russen vergessen, daß heute ihrem Gegner hundert Mittel zu Verfügung stehen, die Napoleon nicht zur Verfügung gestanden haben.
Die Knebelung Finnlands. 5
Hrakau, 11. Aug. Das in Petrikau erscheinende polnische Blatt„Dziennik Narodni“ meldet von der finni⸗ schen Grenze: Der Generalgouverneur von Finnland ver⸗ langte die Verhängung des Belagerung z u st andes über Finnland und die Sanktionierung der N zur Vernichtung der finnischen Autonomie durch der russischen Polizei und Gendarmerie, des russischen Zoll⸗ wesens und des Schulunterrichts nach russischem Muster. Die Versammlungsfreiheit wurde aufgehoben, die Presse wird geknebelt. Mit Verletzung der Rechte des Land ö wurden neue Gesetze und Steuern erlassen. Es ver 2 daß in Finnland die allgemeine Wehrpflicht bevorstehe. Die Stimmung unter der Bevölkerung Finnlands ist sehr erregt.
Der Zar an den serbischen Kronprinzen.!
Budapest, 11. Aug. Wie aus Bukaxrest gemeldet wird, hat nach der„Balkan Tribuna“ Zar Nikola us an den serbischen Kronprinzen ein Handschreiben gerichtet, wie wichtig Bulgariens Teilnahme am Kriege und wie be⸗ dauerlich Serbiens Gleichgültigkeit gegenüber den gemein⸗ samen Interessen der Verbündeten sei. a
Ein griechischer Ministerrat. 5
Athen, 11. Aug. Sonntag mittag hat ein dreist ü ndiger Ministerrat stattgefunden, 1 an die Mächte des Vierverbandes beraten hat. Die Antwort wird, wie verlautet, vor allem zwei Punkte betonen: Die große Ungerech⸗ tigkeit, die darin liege, daß die Mächte das stets wohlwollende neutrale Griechenland zugunsten eines Staates berauben wollen, der den Mächten des Vierverbandes immer nur Schwierrgkeiten bereitet habe und die Verletzung des von der Entente selbst ver⸗ kündeten Grundsatzes der Nationalität und Freiheit der Völker, die in dem Schritt des Vierverbandes liege. Auf die strategischen und sonstigen Gründe, die Griechenland eine Gebietsabtretung au Bul⸗ garten unmöglich machen, wird die griechische Regierung in ihrer Erklärung nicht näher eingehen, da sie den Vierverbandsmächten hinreichend bekannt sind.
Amerikanische Presselügen..
Genf, 11. Aug. Die von der deutschfeindlichen amerikanischen Presse gebrachte Lügennachricht, daß der d eutsche Mili⸗ kärattaché in Washington mit Huerta unterhandle. um die Revolution in Mexiko zu unterhalten und so die Aufmerk⸗ samkeit der Vereinigten Staaten abzulenken, wird von dem deut⸗ schen Botschafter in Washington, Grafen Bernstorff, laut Washing⸗ toner Privatmeldungen ganz energisch dementiert. Ferner gemeldet, daß sich das Gerücht bestätige, wonach der an Senat im September zu einer außerordentlichen rufen werden soll.
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der über den Wortlaut der Antworrf


