Ausgabe 
(11.8.1915) 187. Erstes Blatt
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Wali von Khonloussi mit den höchsten Offizieren und Beamten, die Notabeln und 3. von sämtliche hiesigen Deutschen 3 0 5 Hüter der Moschee nach altem Brauch das Iftgargastmahl, einen Leil el Kader, an dem die Spitzen der Militär⸗ und Zivilbehörden,

der deutsche Konsul Loytved⸗Hardegg, der österreichisch⸗ungarische

Generalkonsul Baron Oppenheim u. a. teilnahmen. Gegen 8 Uhr 5 betrat die Festversammlung den großen Moscheehof, der elektrisch beleuchtet war. Als erster Redner ergriff der deutsche Konsul das Wort und übergab die Lampe im Namen des deutschen Kaisers. Als ewiges Denkmal des treuen Waffenbündnisses zwi⸗ schen dem deutschen Kaiser und dem Khalifen, so sagte er, solle die Lampe das Grabmal Salah Eddins beleuchten, auf daß sein Heldengeist den Fahnen und Streitern Mohammeds als strahlendes Beispiel voranschwebe So rein und warm wie das Licht der iligen Lampe möge stets der Geist den deutsch⸗ osmanischen Freund⸗ chaft sein und bleiben.. . Der Wali erwiderte mit einer Ansprache, in der er dem Danke der muselmanischen Bevölkerung für diesen neuen Beweis der Freundschaft des Kaisers der Deutschen Ausdruck gab. Der Oberkommandierende dankte im Namen der osmanischen Armee und pries in begeisterten Worten die osmanisch⸗deutsche Waffenbrüderschaft. Es sprachen noch zwei Scheichs und drei Volks⸗ redner, die ebenfalls das Bündnis feierten. 5 Vom Hofe begab sich die Versammlung in feierlichem Zuge durch ein Spalier von Schülern, die Lichter trugen, nach dem be⸗ nachbarten Mausoleum Salah Eddins, über dessen Grabmal die Kaiserlampe hing. Djemal Pascha drehte den elektrischen Knopf um und sagte, für ihn und seine Nachkommen werde es immer die höchste Ehre bleiben, daß er als erster das Licht der iligen Lampe habe erstrahlen lassen. Am Vorabend der 0 ampenübergabe gab der deutsche Konsul im Stadtgarten ein Fest⸗ mahl zu 100 Gedecken. Es nahmen daran teil: der Oberkomman⸗ dierende mit seinem Stabe, der Wali, die Spitzen der Militär⸗ und Zivilbehörden, die Scheichs, Abgeordnete der Parlamente, viele Naotabeln, Zeitungsredakteure und hier wohnende Deutsche. In dem elektrisch beleuchteten herrlichen Garten mit einem Spring⸗ brunnen spielte die Militärmusik, und es wurde ein prächtiges Feuerwerk abgebrannt. Die Reden des Konsuls, des Oberkom⸗ mandierenden, des Wali, des Barons Oppenheim, eines Scheichs und zweier Notabeln gipfelten in begeisterten Worten auf die os⸗ manisch⸗deutsche Freundschaft. Die Grüße des deutschen Fai⸗ sers an die Stadt Damaskus wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit sprach Diemal Pascha seinen Dank für die Verleihung des Eisernen Kreuzes erster Klasse aus. Nach Aufhebung der Tafel wurden im Stadtgarten Films vom deutsch⸗osmanischen Kriegsschauplatz vorgeführt. Die Feststimmung erhielt noch ein besonders begeistertes Gepräge durch die Freuden⸗ botschaft von der Einnahme Warschaus.

Aus Griechenland.

Athen, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Meldung, daß der König den Wunsch geäußert habe, Venizelos zu sehen, wird dementiert. Dagegen verlautet, daß der König i früheren Ministerpräsidenten vor Eröffnung der Kammer zur Beratung zu sich kommen lassen wird.

1 Die amerikanischen Kriegslieferungen.

Madrid, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitung Epoca meldet, daß die vom Vierverband in den Ver⸗ einigten Staaten gemachten Bestellungen den Betrag von 8 Milliarden Franks erreicht haben. Die Bestellungen Frankreichs, Englands und Rußlands betrugen je, die Italiens eine halbe Milliarde. Diese Bestellun⸗ gen für Kriegsmaterial würden nur einen Teil des Nutzens 5 ellen, den Amerika aus dem 5 5 ziehe; hinzukomme noch die Steigerung der Ausfuhr aller übrigen Produkte g. durch die Amerika gleichfalls ein großer Gewinn wachse.

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Der Seekrieg.

Der neue Angriff auf Englands Ostrüste. . Berlin, 11. Aug. Zu der Meldung des WTB., daß in der Nacht vom 9. zum 10. August deutsche Marineluftschiffe Angriffe gegen befestigte Küsten⸗ und Hafenplätze der englischen Ostküste ausführten, heißt es in derVossischen Zeitung. Zum, fünften Male haben gestern deutsche Luftschiffgeschwader er⸗ folgreiche Angriffe auf die englischen Küstenbefestigungen unter⸗ nommen. In der Nacht vom 19. zum 20. Januar belegten sie Varmouth mit Bomben, am 29. April wurden die Küstenbefesti⸗ gungen bei Harwich und einige andere Ortschaften bombardiert. wei weitere erfolgreiche Vorstöße erfolgten am 5. und 7. Juni ds. J. Am erstgenannten Tage wurden zahlreiche Bomben auf die befestigte Humbermündung und Harwich geworfen. Am 7. Juni gelangten die Luftschiffe bis vor die Vorstädte Londons und richteten an den Befestigungswerken und Docks schweren Schaden an. 5 Die Taktik der deutschen U-Boote.

ie Behauptung, ätten ihre

seine Ei 13 g, daß deutsche U-Boote keine Nummern en, ift richtig. Die Gründe dafür sind militärischer e schieht mit Rücksicht auf den Feind, aber nicht im Hinblick auf Neutrale. Der Verdacht, den der Verfasser dieser Notiz erwecken will, daß sich deutsche U-Boote durch weglassen der Nummer der Verantwortung den Neutralen über zu entziehen suchen, ist stunlos. Denn die Neutralen sehen ja die deutsche Kriegsflagge. Im übrigen ist jeder Verlust eines neutralen Schiffes, der zur Kenntnis der deutschen Regierung gebracht worden ist und der die Möglichkeit offen ließ, daß das Schiff durch ein deutsches U⸗Boot versenkt sein könne, auf das Gewissenhafteste untersucht worden. Die deutsche Regierung hat sich, wie die neutralen Regierungen 55 stets e bekannt, wenn ein 3 infolge einer ung ein neutrales Schi beschädigt oder versenkt hat. chif ie Versenkung des englischen HilfskreuzersIndia. Bod ö, 10. Aug.(WB. Nichtamtlich.) Nach den neue⸗ en Meldungen sind im ganzen 142 Mann von der Be⸗ satzung des torpedierten englischen HilfskreuzersIndia *Narwik gebracht worden, davon 82 mik demGoesta⸗ 5 und 60 mit dem bewaffneten englischen Fischdampfer Saxon, außerdem 11 Tote. Der Kapitän soll sich unter den Geretteten befinden. Insgesamt sind etwa 160 Mann umgekommen. Ein Inspektionsschiff wird heute 48 Gerettete und drei Tote von Helligvaer abholen. Die übrigen Toten werden morgen hier begraben werden.

Kristiania, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der von

mal Salah Edorns gestifteten Lampe sand in der Nacht des 7. August, als dem 27. Tage des mohammedanischen FJastenmonats Ramasan im Hofe der Omeijiden⸗Moschee statt. Der Feier wohnten der Oberkommandierende, Djemal Pascha, der

Eingeborenen und Sonnenuntergang gab der

lenkte englische HilfskreuzerInora gehorte der Peninsular⸗ and Oriental Line und hatte eine Besatzung von etwa 340 Mann. Unter den in Narvik an Land Gesetzten be⸗ fanden sich 18 Offiziere. Die übrige Mannschaft ist wahr⸗ scheinlich umgekommen. DieIndia sank binnen zwei bis vier Minuten. Eine Erkundungsfahrt unserer Flotte.

Berlin, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Zu der russischen Meldung, daß bei einem großen deutschen Flottenangriff auf den Rigaischen Meer busen drei deutsche Kriegsschiffe verloren gegangen seien, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß es sich nicht um einen großen Angriff, sondern um eine

zweikleine Minensuchboote verloren gegangen sind. 8 von dem Verlust dreier deutscher Schiffe ist frei en.

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Ymuiden, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der hol⸗ ländische FischdampferCendracht landete 10 Mann von der Besatzung des deutschen FischdampfersSaturn aus Geestemünde, der gestern nachmittag von einem eng⸗ lischen Kreuzer in der Nordsee versenkt wurde. Die Mannschaft hatte sieben Minuten Zeit zum Besteigen der Boote erhalten. a.

Imuiden, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kapi⸗

tän des deutschen FischdampfersSaturn hat erklärt, daß der britische Kreuzer, welcher denSaturn versenkte, zu einem Geschwader von fünf Panzerkreuzern gehörte. Der Fischdampfer war unbewaffnet und fischte in Gemeinschaft mit einer Anzahl anderer Fischdampfer. Die Besatzung des Saturn erhielt den Befehl, das Schiff zu verlassen, was binnen fünf Minuten geschah. Dann trieb die Besatzung im offenen Boot Stunden lang auf dem Meere, bis sie von einem holländischen Fischdampfer aufgenommen wurde. Vlaadringen, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der holländische FischdampferVlaadringen 33 landete hier die aus 12 Mann bestehende Besatzung des englischen Damp⸗ fersWestminster, die er am Freitag nachmittag auf⸗ nahm. DieWestminster war mit einer Fischladung von Island nach Grimsby unterwegs und wurde von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Besatzung erhielt zehn Minuten Zeit, um in die Boote zu gehen. 5 Stayanger, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ein holländisches Fischerboot setzte heute früh die Besatzung des DampfersGeiranger aus Bergen in Skudesnes an Land. Der Dampfer wurde 75 Meilen südöstlich Sumburgh Head, auf den Shetlands⸗Inseln torpediert. Das Schiff war auf dem Wege von Petschora nach Southampton und hatte Holz geladen. Die Mannschaft brachte Stunden in Booten zu, ehe sie gerettet wurde. Ebsjerg, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Ka⸗ nonenbootAbsolon setzte in der Nacht sechs Mann der Besatzung des SchonersJason aus Svendborg an Land. Der Schoner wurde bei Horns Revtorpediert. Es ist an⸗ zunehmen, daß das Schiff Bannware an Bord hatte.

Feindliche Flugzeuge. Berlin, 10. Aug.(WTB. Amtlich.) Gestern vormit⸗ tag machten sechs bis acht feindliche Flugzeuge einen An⸗ griff auf die außerhalb des Operationsgebietes liegenden Orte Zweibrücken und St. Ingbert. In Zweibrücken wurden 15 bis 20 Bomben beobachtet. Es wurde nur un⸗ bedeutender Sachschaden verursacht. In St. Ingbert acht Tote und zwei Verwundete. Die Leiden unserer Schwerverwundeten in Frankreich. Berlin, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) DieNordd.

Allgemeine Zeitung schreibt über die Leiden un⸗

serer Schwer verwundeten in Frankreich:

Ein ausgetauschter schwerverwundeter Reserve⸗Gefreiter des Kaiser⸗Alexander⸗Garde⸗Grenadier⸗Regiments Nr. 1, Wilhelm Oelbüttel, schilderte seine Erlebnisse in Frankreich unter Eid wie folgt: Er wurde am 8. September 1914 bei Chalons durch einen Granatsplitter am Unterarm so schwer verwundet, daß der Arm am folgenden Tage in einem deutschen Feld⸗ lazarett abgenommen werden mußte. Drei Tage später nahmen die Franzosen das ganze Lazarett gefangen, Oelbüttel wurde mit elf anderen Schwerverwundeten nach Isle⸗de⸗Ré transportiert. Die Fahrt dauerte 48 Stunden. Die zwölf hilflosen schwerver⸗ letzten Leute hatten furchtbare Leiden auszustehen. Das Abteil dritter Klasse, in welchem sie sich befanden, hatte nur acht Sitz⸗ plätze, so daß immer vier der Unglücklichen stehen mußten. Weder ein Arzt noch ein Krankenpfleger war zugegen. Die Nahrung bestand aus ein wenig trockenem Brot und Wasser, das im ganzen zweimal gereicht wurde. Mehrere der stark fiebernden Schwer⸗ verwundeten wurden auf Zwischenstationen ausgeladen, zwei der übrigen starben hilflos im Abteil. Am 14. September kam der Transport in Isle⸗de⸗Ré an. Nun setzte sich das begonnene Leiden in grauenhafter Weise fort. Kalte, zugige Unterkunfts⸗ räume, ungenügende Bekleidung, schlechtes Essen, mangelhafte ärztliche Behandlung, das waren die Segnungen der französi⸗ schen Kultur, welche die Unglücklichen kennen lernten. In den. ersten drei Wochen wurde ihnen morgens überhaupt keine Nah⸗ rung gereicht. Auch in der Folgezeit war sie gänzlich unzureichend. Von Abwechslung war keine Rede. Bohnensuppe wechselte mit Kartoffelsuppe. Die Würze bestand aus zähem Rindfleisch, das die Zähne kaum zerreißen konnten, und aus Maden, welche in der Suppe herumschwammen. Die Bohnen waren hart und un⸗ genießbar, Löffel und Teller wurden erst nach mehr als 6 Wochen zur Verfügung gestellt. Bis dahin mußte eine alte Konfervenbüchse aushelfen, die auf dem Kasernenhofe gefunden worden war. Die ersten vier Wochen durften sich die Gefangenen nicht einmal waschen, obgleich in unmittelbarer Nähe ein nnen stand. Die französische Krankenschwester, die entgegen dem Ver⸗ bot von dort einmal Wasser für die Verwundeten zur Reinigung holte, wurde streng verwarnt und nicht wieder zu ihnen gelassen. Am uner hörtesten war die so⸗ enannte ärztliche Behandlung. In den ersten vier Tagen war überhaupt kein Arzt vorhanden. Die Wunden eiterten weiter und wurden nicht verbunden. Die bedauernswerten Opfer französischer Rachsucht mußten sich die Maden selbst aus den Wun⸗ den herausziehen, um nicht bei lebendigem Leibe zerfressen zu werden. Eine bösartige Verschlimmerung der Wunden war die unausbleibliche Folge. Aber die Verhältnisse besserten sich auch kaum, als einige Aerzte eintrafen. Sie bemühten sich nicht zu den Kranken, sondern ließen diese trotz der schweren Verwun⸗ dungen auf dem Kasernenhofe antreten und warten. Mancher der Verwundeten wurde ohne jede Untersuchung wieder fortge⸗ schickt, andere nur oberflächlich besichtigt. Die meisten der fran⸗ zösischen Aerzte zogen es vor, Zigaretten zu rauchen und sich zu unterhalten. Roheit und Unfähigkeit machten sich geltend. Ein Mann, der einen Fußschuß hatte und um Behandlung bat, wurde von einem französischen Marinearzt mit

geschient. Für die besonders schwer verwundeten Leute diente ein besonderer Raum als Unterkunft, ein Pferdestall, in dem es von Ratten wimmelte. Ein unerträglicher Gestank herrschte; die französischen Aerzte hielten sich die Nase zu, wenn sie den Raum betraten, und eilten schleunigst wieder hinaus. Alles dies ereignete sich trotz des Vorhandenseins reichlicher Mengen von

Erkundung russischer Minensperren handelte, und daß lediglich f

nitatspersonen waren im Lager. er um die Kranken nach den ausdrücli 5 nungen der französischen Aerzte nicht k und auch ihr Verbandszeng nicht zur Verfügung stellen. Es war eben nichts anderes als niedrige Rachsucht und klein.

liche menschenunwürdige Gemeinheit, die den Grundzug für d Behandlung der Verwundeten abgaben. f 5

Bestätigt wird diese Aussage durch gleichlautende eidliche

dungen anderer Gefangener, die in dem gl Lager in ebenso schamloser Weise behandelt wurden. Wenngleich diese empörende Behandlung unserer Verwundeten Vergeltungsmaßregeln nahelegt, wird die deut⸗ che Regierung doch darauf verzichten, für diefe Verhöhnung allgemeiner Menschenrechte an den ranzösischen Kriegsgefangenen in Deutschland Vergeltung zu üben.

Kämpfe in Kamerun.

Paris, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agence Havas: Die französischen Kolonnen operieren im Süden und Osten von Kamerun. Der Teil des Kongo⸗ gebietes, der im Jahre 1911 an Deutschland abgetreten wurde, wird von unseren Truppen auf der Front Gadji BeriBimba angegriffen. Gadji ist von den Deutschen ge⸗

räumt worden. Aus dem Reiche.

Berlin, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Stick⸗ stoffkommission des Deutschen Reichstages hat am Dienstag ihre Arbeiten wieder aufgenommen. Sie er⸗ örterte die allgemeinen Grundlagen des Entwurfs, wobei Staatssekretär Helfferich vertrauliche Mitteilungen über die Zusammenhänge der ausländischen Produktion und des geplanten Handelsmonopols machte. Er betonte, daß aus⸗ schließlich die 3 zu einem Monopol für den Großhandel ohne Einschränkung des Kleinhandels in komme und eine Verteuerung der Stickstoffverbindungen ausgeschlossen werden solle. Nächste Sitzung Mittwoch.

Berlin, 10. Aug.(WDB. Nichtamtlich.) Wir werden von den nationalliberalen Reichs⸗ und Land⸗ tagsabgeordneten um die an e folgender Erklärung ersucht: Kürzlich fand eine Zusammenkunft führender Persönlichkeiten der nationalliberalen Partei, hauptsächlich Reichs- und Landtagsabgeordneten, in Berlin statt. Bei der Besprechung der Lage wurde der einmütigen Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß das Verhalten gegen⸗ über dem Reichskanzler, wie es in jüngster Zeit an einigen Stellen der Partei betätigt wurde, weder die Fesamt⸗ stimmung der Partei wiedergebe noch von den Anwesenden gebilligt werden könne. Es müsse dagegen ung ein⸗ gelegt werden, daß in solchen Kundgebungen der Anschein erweckt werde, als ob sie die Meinung der ganzen Partei darstellten. Die öffentlichen Erklärungen des Reichskanzlers lieferten keinen Anlaß zu der Annahme, daß er eine schwäch⸗ liche, illusionistische, den Interessen des Reiches nicht rück⸗ haltlos dienende Politik betreibe. Daß seine Politik volles Vertrauen verdiene, werde durch jede persönliche Aussprache mit dem Reichskanzler nur noch verstärkt. Die öffentliche Bekundung des angeblich allgemeinen Mißtrauens sei ge⸗ eignet, die Autorität des leitenden Staatsmannes gegenüber dem Auslande zu erschüttern und ihm gerade diejenige kraft⸗ volle Politik zu erschweren, die von ihm gefordert werde. Unbegründete Angriffe gefährdeten die Einmütigkeit des deutschen Volkes im Gegensatze zu der ihm aus der Seele des Volkes gesprochenen Kundgebung des Kaisers:Als letztes Ziel dieses Krieges einen Frieden zu erlangen, der uns die notwendigen militärischen, politischen und wirt⸗ schaftlichen Sicherheiten für die Zukunft bietet und die Be⸗ dingungen erfüllt zur ungehemmten Entfaltung unserer schaffenden Kräfte in der Heimat und auf dem freien Meere.

(Mit dieser Erklärung wird dem Reichskanzler eine ihm zu gönnende eee Im übrigen ist die Notiz nicht gerade lichtvoll, da sie in Bezug auf die Parteiführung Mutmaßungen offen läßt.):

Aus Stadt und Cand. Gießen, 11. August 1915.

* Hessische Kriegsversicherung Man schreibt uns: Noch ist der Feind nicht niedergekämpft. Einberufungen stehen noch bevor. Gedenkt alsdann der Deng Kriegsversicherung, einer von den Krankenkassen⸗ verbänden unter dem Vorsitz des Direktors des Oberversiche⸗ rungsamts für den Krieg gegründeten Sterbekasse auf Gegenseitigkeit, einem ohne jede Erwerbsabsicht lediglich ehrenamtlich betriebenen, ministeriell empfohlenen Wohltätigkeitsunternehmen. Die Einzahlungen betragen bereits über 420000 Mk. Gerne wird jeder auf den. Betrag verzichten, wenn der Versicherte aus dem Kriege zurückkehrt! Ein Vielfaches aber(im Kriege 1870/71 wäre es das 25fache gewesen) wird, im Falle der Versicherte den Heldentod verstirbt, seinen Angehöri⸗ zugute kommen! Anträge nimmt nur noch die Hauptgeschäftsstelle im Ober⸗ versicherungsamt, Darmstadt, Neckarstraße 1 5 Nr. 2141) entgegen, die auch zu j Auskunft gerne bereit ist.

Hühner⸗ und Hasenjagd. Zum Schutze der diesjährigen Ernte wurde durch Ministerialverordnung der Schluß der He 2 Rebhühner und Fa⸗ sanen in den Provinzen S. nburg und Rheinhessen, so⸗ wie in den Kreisen Büdingen, Friedberg und Gießen auf den 17. August, in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten auf den 24. August festgesetzt. Die Hegezeit für Hasen endigt im ganzen Großherzogtum mit dem 31. August.

Der Kartoffelverkauf, den die Stadt nun wieder aufgenommen hat, hat schon beim Beginn am Sams⸗ tag Wunder gewirkt. Am Wochenmarkt war ein recht großer Vorrat dieses wichtigen Nahrungsmittels angefahren. An⸗ fänglich boten die Verkäufer 10 Pfd. Kartoffeln für 90 bis 95 Pfg. und 100 Pfund für 8.50 Mk. an. Die Hausfrauen aber bestanden darauf, daß der arkt dieselben Preise halten müsse wie die Stadt, und verhielten sich demgemäß. Sie ließen anfänglich die Händler mit ihren Kartoffeln sitzen. Erst als sich die Verkäufer herbeiließen, die Kartoffeln zu Stadtpreisen abzugeben, kam eine Räumung des Vorrats in ganz kurzer Zeit zustande. Die Stadt hat den Preis auf 8 Pfg. pro Pfun le cla und gibt dafür bis zu 25 Pfund an den einzelnen Käufer ab. Dabei sind die Kar⸗ toffeln, die die Stadt feilhält, prima Gelbe aus der Wetterau, aber auch Freunde von 1 können bedient werden Hoffentlich gehen die Kartoffelpreise nun von Woche

dem Fuß getreten und aus dem Verbandzimm it Stö 8 3 2

e ee e ein anderer hatte einen Aenbang 105 3 zu Woche auf ein erträgliches Maß herunter, denn bei der den Aerzten, die aber bei der Untersuchung angeblich nichts sest⸗ wirklich brillanten Ernte in Früh kartoffeln ist der Preis stellen konnten; er wurde erst später von einem Krankenpfleger von 8 Mk. pro Zentner, besonders für den Arbeiter und den

Mittelstand, noch reichlich hoch bemessen.

* Kohlmilbe und Erdflöhe. Die anhaltende Trockenheit dieses Sommers bringt es mit sich, daß eine Reihe tierischer Schädlinge stärker als bei sonstigen Witte⸗

1 n einem deutschen Unterseeboot am Eingang zum Vestfjord ver⸗

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Verbandsmaterial. Auch sechs hilfsbereite deutsche Sa⸗

rungsverhältnissen auftreten. So werden in vi 0 3 10 Kohlpflanzen besonders stark von der 5 17 5