Ausgabe 
(7.8.1915) 184. Erstes Blatt
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veisen und die mit a nzenliste gemachten Erfah⸗

5 Beendigung der euisgebehnten Verhandlungen Besichtigungen verschiedener städtischer Finrichtün⸗

Das Eiserne Kreuz erhiert Wilhelm Loh, Leut⸗ der Landwehr im Inf.⸗Regt. Kaiser Wilhelm(Nr. 116), 1 37 9 2 Amtliche Personalnachrichten. Die Groß⸗ zogin hat am 28. Juli d. J. dem Forstwart der Kommu⸗ artei Unter ⸗Sensbach, Förster Leonhard Ihrig daselbst, laß seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine hrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste verliehen. ie Großherzogin hat am 7. Juli d. Is dem Bahnhofsvor⸗ her Erdmann Lawis zus in Petershain; den Gütervorstehern b Breun ing in Dortmund⸗Süd, Heinrich Bühlmann Kamen, Valentin Grimm in Leipzig, Heinrich Jäger in rne, Wilhelm Kientz in Wahren und Wilhelm Sandel in eiwitz: dem Bahnhofsverwalter Johannes Mai in Flonheim: 0 Bahnmeistern Jakob Hummel in Bingen und Ludwig Vo⸗ el in Bingerbrück; dem Oberbahnassistenten Johann Vogel in emsheim; den Eisenbahnassistenten Nikolaus Krautwurst in benhausen, Arthur Leber in Babenhausen, Nikolaus Meyer Sprendlingen⸗Buchschlag Heinrich Rhein in Bodenheim und inrich Ruths in Gernsheim, sämtlich in der Hessisch⸗Preußisch. ssenbahngemeinschaft, die unkündbare Anstellung verliehen. 30. Juni d. Is. wurde den Lokomotivführern Georg Dieß, d. ch Ern st und Theodor Ganßert in Darmstadt, Friedrich ch a fer in Gau⸗Odernheim, Georg Schmidt in Seeheim und ipp Zündorf in Bingerbrück: den Zugführern August Ap⸗ el in Mainz, Georg Arndt, Georg Gremm und Heinrich Weber in Darmstadt, Johann Bechen bach, Bernhard Illert, ö duard Ostheimer und Adam Weidinger in Aschaffenburg, O

udwig Borger und Jakob Herdel in im, Johann efner in HBisch ; dem Wa

demvald und Johann W.̃ eiche stellern 1. Klasse Adam Becker in ischofsheim, Engelhardt Heinrich, Häuser, Johannes Klink, 8 Krämer, Wilhelm Riebel, Karl Rother mel und Georg Spieß in Darmstadt, Philipp Häfner in Weiter⸗

95 August ds

N* Schafft eine zweite Gemüseerntel! Es ist ine vaterländische Pflicht, die jeder Landwirt und Garten⸗ besitzer erfüllen kann, eine zweite Ernte an Ge⸗ müsen in diesem Herbst herbeiführen zu helfen. Es kom⸗ men natürlich nicht alle Gemüsearten in Betracht, d können gerade die wertvollsten, weil nahrhaftesten u ertragreichsten, eine zweite Ernte ergeben. Diese sind: 1. Spinat, dessen Aussaat noch einige Wochen lang er⸗ folgen kann. Werden später, im Oktober etwa, größere Mengen Spinat geerntet, die nicht sofort in frischem Zu⸗ stande verwendet werden können, so sind sie zweckmäßig zu dörren. Spinat verliert im Dörrvorgang erheblich an Umfang und Gewicht, gewinnt den Verlust aber wieder bei Zubereitung und dann mindestens ebenso gut e frischer. 2. Grünkohl kann die Landwirtschaft mit Drillmaschinen säen und nachher die Pflanzen pflanzen. 1 Kilogramm Grünkohlsamen genügt für zehn eußische Morgen. Die kleinen Gartenbesitzer sollten einige amm Grünkohl jetzt sofort auf abgeernteten Landstücken er Gärten aussäen. 3. Möhren sind sowohl für herbst⸗ wie Frühjahrsernte(mit Ueberwinterung) jetzt aus⸗ usäen. Für Spätherbsternte kommt in Betracht die Sorte Halblange Nanteser, für Frühjahrsernte die SorteSu⸗ denburger. 4. Kohlrabi kann noch sehr gut ausgesät werden und läßt eine gute Entwickelung erwarten. Beson⸗ ders zu empfehlen ist die SorteBlauer Goliath. 5. Mairüben können jetzt noch, allerdings nur noch kurze Zeit, mit Aussicht auf guten Ersolg zur Aussaat gelangen. Von einer zweitem Bohnen⸗Aussaat ist 811 nach Beginn des Monats August abzusehenz es ist bei unseren klimatischen Verhältnissen ein Erfolg nicht mehr zu erwarten. Dagegen sollte niemand, der in der Lage dazu ist, versäumen, Bohnensaat für nächstes Jahr zu sam⸗ el nldurch Ausreifenlassen), dafür die nächstjährige Aussaat wenig Samen vorhanden sein dürfte. Jeder, der an der Her⸗ beiführung einer zweiten Gemüseernte mithilft, erwirbt sich Verdienste um die Sicherung der Volksernährung in diesem Winter, um das Vaterland und den endgültigen Sieg! Es soll niemand deshalb von der Uebernahme der Arbeit ab⸗ en, weil er denkt, er sei mit den Seinen versorgt. Was über den eigenen Verbrauch an Gemüsemengen, erzielt wird, findet diesen Winter Abnahme bei guten Preisen. Wo das Dörren angebracht ist, sollte man reichlich Gebrauch machen von dieser einfachsten, natürlichsten und billigsten Konser⸗ vierungsart. In vielen Ortschaften werden voraussichtlich ländlichen Genossenschaften oder gemeinnützigen Vereine ich ganz kleine Mengen der obengenannten Gemüsesorten rischem oder getrocknetem Zustande abnehmen und auch chlen. Wo S wierigkeiten im Absatz größerer Mengen gemüse auftreten sollten, ist die Zentral ⸗Einkaufsgesell⸗ m. b. H., Abt. VI, Berlin W. 8, Behrenstraße 21, 3 Möglichkeit durch Rat und Vermittelung gute Dienste isten. Auf dem Windhof findet morgen nachmittag die che Einweihung des von den Insassen errichteten riegergedenksteins statt.(Siehe Anzeige.)

In der alten Klinik 1 Agnes Vet⸗ ers, Helmut Eckhardt und Willy Werner Göttig die liegenden Verwundeten mit einer Anzahl ernster und erer Rezitationen. Helmut Eckhardt begann mit fs Dichtung:Die Fahne der 61er und brachte dann idder Lüng undEincinnatus von D. v. Liliencron. e schwierigste Aufgabe des Abends löste Fräulein Agnes setters mit dem Vortrag desHexenliedes von v. Wildenbruch. Als Zugabe brachte sieAus Sturmes von J. Wolff. Willy Werner Göttig beschloß den and; sein Programm enthielt unter, anderem:Der ustige Vetter,Meiers Stiefel und Mozkowskis über⸗ e Parodie auf Schillers Glocke:Die Freuden der schkeit. Allen dreien wurde reicher Beifall zuteil, so sie für ihre Bemühung entschädigt wurden. Arbefts jubiläum. Am Montag, den 9. August, kann 0 rsche Wilhelm Li y p l en f ätigkeit in der Möbelfabrik von Th. Brück

langen und nach drei Tagen wieder

8 1 f N*. 5 8. 9

* Besucher der Edertalsperre seien darau aufmerksam gemacht, daß das Moto 5 bot 9 dem. 65 egenwärtig nur Sonntags fährt und zwar ab Hochstein

10 Uhr und 6.15 Uhr nachmittags. Bei dem augenblicklich 7 11 2 Wasserstand kann das Boot nicht bis Her z⸗ hausen fahren. Benutzt man also den Zug, der in Herz⸗ hausen um 11.28 Uhr ankommt und will sich an einer Schiff⸗ fahrt auf dem Edersee beteiligen, so muß man ungefäumt nach dem ca.% Stunden entfernten Hochstein wandern, um noch rechtzeitig vor Abfahrt des Motorbobtes anzukommen.

3 e Gießen. gen, 5. Aug. Heute vormittag gegen 11 Uhr, 1 9 76 alles im Felde beschästigt war, 5 15.5 plötzlich die 1 ocken. Im Orte war Feuer ausgebrochen. Es brannten 1 7 zeitig eine größere Stallung und ein Seitenbau, die dem 91 ermeister Euler und dem in Frankreich gefallenen Heinrich ee gehörten. Dicht anschließend stand eine größere, mit tannenen Brettern verschalte Scheuer, an die sich wieder Scheuern mit den dazu gehörigen Hofreiten dicht anreihten. Es ist fast als ein Wunder zu betrachten und nur den Hydranten und der großen Anstrengung der Ortseinwohner zu danken, daß ein großes Unglück verhütet wurde, denn sicher wäre bei einer Ausdehnung des Brandes auf die benachbarte Scheuer ein großer Teil des Dorfes ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer war entstanden durch Kind er, die in einem angrenzenden Holzschuppen Feuer ange- zündet hatten und sich Kartoffeln braten wollten.

8 Kreis Alsfeld. OStorndorf, 6. Aug. Der Wehrmann Heinrich Stehr von hier erhielt bei den letzten Kämpfen in Galizien das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Außerdem wurde er zum Gefreiten befördert. Stehr ist z. Zt. auf drei Wochen in seine Heimat beurlaubt worden.

Starkenburg und Rheinhessen. 1 Darmstadt, 6. Aug. Der Großherzog ist zu vor⸗ ubergehendem Aufenthalt in Wolfsgarten eingetroffen.

n. Offenbach, 6. Aug. Von Spaziergängern wurde beob- achtet, wie unweit des hiesigen Hasens eine weibliche Person in den Main sprang und ertrank. Aus den am Ufer dann gefundenen Gegenständen konnte die Persönlichkeit der Ertrunkenen bis jetzt noch nicht festgestellt werden.

a Hessen⸗Nassau.

* Kirchen, 6. Aug. Im hiesigen St. Elisabeth⸗Kranken⸗ haus befindet sich lt.Herborner Tgbl. gegenwärtig als Verwun⸗ deter der zu Beginn des Krieges als Kriegsfreiwilliger bei einem bayerischen Regiment eingetretene Unteroffizier Wilhelm Weid⸗

ert, geboren am 19. Oktober 1897 zu Metz. Dieser erst 17 Jahre

alte Held hat sich in den Kämpfen bei Ypern in so hervorragender Weise ausgezeichnet, daß ihm nacheinander nicht weniger als fünf Kriegsauszeichnungen verliehen worden sind: Die Eiser⸗ nen Kreuze 2. und 1. Klasse, der preußische Verdienstorden 4. Kl., das bayerische Verdienstkreuz mit Schwertern 2. Kl. und die Ret⸗ tungsmedaille. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt er, nachdem er schon verschiedene Male zu einer Auszeichnung er tene worden war, für die Gefangennahme einer englischen Offiziers⸗ patrouille. Das Eiserne Kreuz 1. Kl. wurde W. für eine verwegene Auskundschaftung in der englischen Stellung zuteil. Mit noch drei Mann brachte er es fertig, in die englische Stellung hinein zu ge⸗ zurückzukehren; er brachte alle Pläne über die Aufstellung der englischen Artillerie mit, so daß daraufhin ein erfolgreicher deutscher Vorstoß unternommen wer⸗ den konnte. Dafür, daß er in heftigem Schrapnellfeuer eine Mel⸗ dung an das Oberkommando brachte, wurde er mit dem preuß Ver⸗ dienstorden 4. Kl. ausgezeichnet. Die Belohnung dafür, daß er sich im Januar mit der feindlichen Stellung telephonisch in Verbindung zu bringen wußte und so, indem er selbst englisch sprach, wichtige Mitteilun über den Feind erhielt, war das bayerische Verdienst⸗ kreuz 2. Kl. mit Schwertern. Die Rettungsmedaille endlich ver⸗ diente er sich auf dem Kriegsschauplatze dadurch, daß er seinen Kompanieführer aus dem Feuer trug. Der tapfere junge Held befindet sich jetzt hier zur Genesung von einer Verwundung. Sein sehnlichster Wunsch ist, wieder an die Front zu kommen.

Börsen⸗ Wochenbericht. Frankfurt a. M., 6. August.

Die politischen und wirtschaftlichen Rückblicke auf das hinter uns liegende Kriegsjahr, die alle auf einen zuversichtlichen und hoffnungsvollen Ton. sein konnten, haben ihre Wirkung auf die Haltung der Börse nicht verfehlt. War diese auch seither schon recht vertrauensvoll gestimmt, so hat doch in den letzten acht Tagen die unerschütterliche Zuversichd noch weitere Kreise erfaßt und das Geschäft im freien Verkehr der Börse noch mehr belebt. Besondere Anregung gab allerdings auch die neue große Siegesmeldung aus Polen, der Fall Warschaus und Iwangorods. Mit dem Zusammenbruch der russischen Armee rückt die Entscheidung des Weltkrieges immer näher und die Börse ergeht sich in berechtigten großen Hoffnungen. Guten Eindruck machte namentlich auch der Abschluß der bulgarischen Anleihe, obgleich sie eigentlich nur eine Prolongation darstellt, da man daraus günstige Schlüsse auf die politische Lage glaubte iehen zu können. In wirtschaftlicher Beziehung waren, die Berichte über das glückliche Bergen der Ernte, die vom Kohlen⸗ syndikat vorgenommenen Preiserhöhungen, der hohe Stand der Roheisenproduktion für den Monat Juni, die guten Berichte vom . für dessen Produkte nun die Verkaufstätigkeit ür das letzte Quartal zu abermals erhöhten Preisen aufgenommen wurde, und die neuen Preiserhöhungen für Zink und Zinkbleche nicht ohne Einfluß auf die Stimmung. Ferner machten die vor⸗ züglichen Abschlüsse unserer Gußstahlwerke, von denen einige bereits mit den Dividendenfestsetzungen begonnen haben, Eindruck auf die Spekulation und weitere Anregungen boten die Erörterungen, über die bevorstehenden Abschlüsse unserer großen Gemischtwerke, denen man mit hohen Erwartungen entgegensieht, so daß es in dieser Gruppe zeitweise zu recht lebhaften Umsätzen kam. So waren am Montanmarkte Oberschlesische Eisenbahnbedarf, Bochumer und Deutsch⸗Luxemburger begünstigt, letztere namentlich auf die Mei⸗ nung, daß die Innehaltung der Dividende das Unternehmen für die Zukunft vollends gesunde. Nächst Montanwerten erstreckte sich die Kauflust wieder auf Rüstungswerte, von denen sich Deutsche Waffen, Ludwig Löwe, Köln⸗Rottweiler, Munscheid und Stahlwerk Becker besonders bevorzugt zeigten. Die Aktien der Westfälischen Stahlwerke er ihren auf die von der Ver⸗ waltung gemachten Mitteilungen einen Rückgang, obwohl die Aeußerungen unerwähnt ließen, ob und inwieweit die Gesellschaft mit Kriegsmaterial gegenwärtig lohnend beschäftigt sei und ob etwa anderseits flüssige Mittel angesammelt wurden, die nicht zur Tilgung der Bankschulden, sondern zu Betriebszwecken dienen sollen. Lebhafte Umsätze vollzogen sich in Schuh⸗ und Leder⸗ fabrikaktien, wie Adler und Oppenheimer, Spicharz, Gebr. Fahr und Wessels, die ansehnliche Kursbesserungen erfuhren, ferner in Autowerten und Fahrrad- Aktien, von denen Benz, Daimler, Kleyer, Fahrzeug Eisenach und Neckarsulmer Fahrrad⸗ werke größere Steigerungen erzielten. Man vertritt die 2 daß die jetzige starke Fabrikation einiger weniger Automobil⸗ Typen der Industrie auch bei mäßigen Preisen besonders hohen Nutzen bringe, da alle Kosten für die Versuche und Reklame, für die Neukonstruktion usw. wegfallen. Chemische Werte und Elektro⸗Aktien lagen ebenfalls vorwiegend fest. Von den übrigen Gebieten traten erstmals Schiffahrtsaktien wieder etwas mehr hervor. Banken lagen still. Auch am Anleihe⸗ markt ging es ruhiger zu, doch blieben die Kurse meist gut be⸗ hauptet. Geld war etwas teurer. Privatdiskont 3/8 Prozent. Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Die westliche Depression ist rasch ostwärts vorgedrungen und hat uns bei seinem Vorüberziehen besonders im nördlichen Deutsch land Miederschläge gebracht. Wir werden morgen durch den auf seiner Rückseite wieder ansteigenden Luftdruck beeinflußt werden.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 8. August 1915: Ziemlich heiter, trocken, etwas wärmer, nordwestliche Winde.

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Letzte Nachrichten.

Die deutschen Truppen in Warschau. Berlin, 7, Aug. DasBerliner Tageblatt meldet aus Warschau; Die Straßen von Warschau, in denen Bürger⸗ miliz Polizeidienst tut, sind voll von Polen, Juden und Deutsch⸗ russen, die allen deutschen Offizieren und Soldaten freudig zu⸗ winken. Sogar bei dem Schlossa stehen viele Menschen, obgleich dort an der Weichsel das Infanteriegefecht mit den jenseits noch stehenden Russen noch fortdauert. Die elektrische Straßen bahn verkehrt wie gewöhnlich, Fast alle Geschäfte sind geöffnet. Die Zerstörung in der Stadt und der Umgebung ist minimal, da die Bevölkerung sich weigerte, den Zerstörungsbefehl der zurückweichenden russischen Truppen auszuführen. Als erste drangen früh 3 Uhr die Truppen einer Reservedivision in, War⸗ schau ein, nachdem sie nachts die südlichen Forts gestürmt hatten; ihnen folgten von Westen Bayern, Sachsen und Württem⸗ berger, die sich am Vormittag in stellenweise schweren Gefechten an die Forts herangearbeitet hatten. Die Russen räumten diese Forts früh 1 Uhr. a 6

Die zurückhaltende russische Regierung.

Petersburg, 7, Aug. Es hat fünf Tage gedauert, ehe die russische Regierung sich entschlossen hat, einen halbwegs voll⸗ ständigen stenographischen Bericht über die letzte Dumasitzung zu veröffentlichen. Auch der nunmehrige voll⸗ ständige Bericht ist zwar noch immer etwas zugestutzt, gibt aber immerhin schon ein Bild von den bevorstehenden schweren und bösen Kämpfen zwischen Volk und Regierung. Der Abgeordnete Titow sagte: Der Eindruck unserer Regierungserklärungen war ein jämmerlicher. Das Zentrumsmitglied Konowalow äußert sich: Reden wir lieber nicht über die uns vorgetragenen Erklä⸗ rungen, denn der Eindruck war ein trostlofer. Der Kadettenführen Adschemow endlich charakterisiert die Lage durch den viel⸗ sagenden Satz: Die Stimmung der Abgeordneten i st drohend. Das amtlich etwas freundlicher gemachte Stenogramm der Dumasitzung legt dar, daß in den vorgetragenen Erklärungen der einzelnen Fraktionsführer Worte und Sätze gefallen sind, die in ihrer Bedeutung, Ton und Art die Stimmung im Lande charalterisieren.

Bulgarien und die Ententemüchte.

Sofia, 7. Aug. Auf die seitens der bulgarischen Regierung am 15. Juni an den Vierverband gestellten Fragen, in denen um präzisere Antwort auf die Vorschläge ersucht wurde, antwortete der Vierverband erst vorgestern. Aber offenbar kann es sich auch diesmal nicht um positive N handeln, da gleichzeitig seitens der Entente in Athen und Nisch Schritte unternommen werden. Es wird bekannt, daß sich Serbiens Haltung gegenüber den bulgarischen Ansprüchen ka um geändert hat. Nach wie vor bleibt die Hauptforderung Bulgariens die Befriedi⸗ gung seiner nationalen Ideale in 8 noch vor Beendigung des Krieges. Mit der Beantwortung der neuen Note des Vierver⸗ bandes wird sich die bulgarische Regierung wohl kaum beeilen, aber in allen hiesigen politischen Kreisen hofft man, daß die Pforte im Interesse dauernder freundschaftlicher Beziehungen zu Bulgarien die Verhandlungen mit Bulgarien recht bald zu einem Ende führen werde. Zu bemerken ist, daß Rados lawow am Dienstag nach dreitägigem Aufenthalt aus dem Kurort Schamkorifa, wo er neuerlich durch den persönlichen Besuch des Königs ausgezeichnet wurde, zurückgekehrt ist und auf eine an ihn gestellte Frage er⸗ klärte, daß Bulgariens Lage die denkbar günstigste sei und alles sehr gut gehe. 5 e

Italien und die Dardanellen.

Zürich, 7. Aug. Nach hier eingegangenen Nachrichten scheint die italienische Regierung nicht mehr ernstlich dem auf sie ausgeübten Druck, an der Dardanellenaktion teilzu⸗ nehmen, zu widerstehen. In Italien herrscht trotzdem recht wenig Stimmung für dies Abenteuer. Der Pressefeld⸗ zug gegen die Türkei 905 im Volke das erwünschte Ergebnis nicht erreicht und die Hinweise auf die angeblichen Feind⸗ seligkeiten der Türkei sind recht ungläubig aufgenommen worden. Trotzdem scheint die Regierung entschlossen zu sein,

an der Aktion teilzunehmen.

Rumänien und die Konterbandefrage⸗ 5

Budapest, 7. Aug. In einem Artikel wendet sich der Bu⸗ karesterUniversul gegen die Leute, die den Transport von Kriegsmaterial für die Türkei durch Rumänien bisher erschwerten. Der Artikel führt aus, daß der Standpunkt der Zentralmächte völlig gerechtfertigt sei. Rumänien stehe in einem Vertrags⸗ verhältnis zu den Zentralmächten und habe kein Recht, für letztere eine nachhaltigere Situation gegenüber den anderen Mächten zu schaffen, mit welchen es in keinem Vertragsverhältnis stehe. Solange Rumänien neutral bleibt, solange der mit der Habsburger Monarchie bestehende Vertrag nicht gekündigt wird, solange anderen kriegführenden Staaten der Transport von Waffen und Munition gestattet wird, solange Rumänien aus seinen Entschließungen die Konsequenzen seiner Weigerung gegenüber dem Vierverbande nicht zieht und solange nichts geschieht, was das freundschaftliche Ver⸗ hältnis zur Türkei trübt, solange müsse der Wunsch der Zentral⸗ mächte als nicht unberechtigt angesehen werden.

Millerand über die Kriegsdauer.

Kopenhagen, 7. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der französische iegsminister Millerand hat einem Mit⸗ arbeiter desMarseiller Radical auf die Frage nach einem neuen Winterfeldzug erklärt, daß zwar einiges dafür, vieles aber dagegen spreche. Im Augenblick sei keinesfalls an einen Frieden zu denken. Bis zum Herbst könnten jedoch Umstände eintreten, die einen schnellen Abschluß des Krieges herbei⸗ führen würden.

Die italienische Kriegsanleihe.

Chiasso, 7. Aug. Der italienische Exminister Luzzatti tritt imSolo lebhaft für die Unterbringung der letzten Kriegsanleihe unter den kleinen Leuten mit Hilfe der Volksbanken durch monatliche Abschlagszahlungen von je 5 Lire ein. Die Volksbanken könnten diese Operation um so leichter herbeiführen, da sie auf die Titel einen Vorschuß von 95 vom Hundert geben.

Die italienischen Pflegerinnen.

Mailand, 7. Aug.Corriere della Sera klagt über die ständige Abnahme der Pflegerinnen in den Spi⸗ tälern. Von ihnen seien viele nur aus Eitelkeit gekommen, nur wenig hielten durch. Die noch gebliebenen seien mit Arbeit

überlastet. 1 b Pestfälle in Japan.

Tokio, 7. Aug. In den N

Tokio vereinzelte Pestfälle vorgekommen, die von den Aerzten

als schwarze Pest bezeichnet wurden. Am 4. Juni erlagen der Neffe und die Nichte des Grafen Okuma der Krankheit.

Für Rheumatiker und Neuralgieleidende.

Jahrelange Schmerzen waren in 3 Tagen verschwunden, Herr E. Kelch, Hagen schreibt.Ich leide schon seit Jahren an Rheumatismus und Blasenleiden und konnte vor lauter Schmerzen kaum noch auftreten. Da ich mir schon öfter alle möglichen Mittel hatte kommen lassen, welche oft sehr teuer waren und rein gar nichts geholsen batten, kaufte ich mir eine Packung Togal, denn ich sagte mir: wenn es nicht hilft, dann ist nicht viel verloren. Das Resultat war so überraschend, daß ich es selbst kaum glauben konnte. Schon nach dem Gebrauch von 2 Tabletten konnte ich gehen und am nächsten Morgen konnte ich wie seit langen Jahren frei und unbehindert auftreten. Heute, am dritten Tage, fühle ich mich am ganzen Körper trotz des miserablen Wetters so wohl, daß es eine Freude ist. Ich kann daber Togal allen Leidens⸗ gefährten sehr warm empfehlen. Abnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatismus, sondern auch bei Kopsschmerzen, Hexenschuß, Ne Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Influenza

gebrauchten. Alle Apotheken führen Togal⸗-⸗Tabletten. Best.: Zed. acet. salic. Chinin Mg. Li. 620088

Mai⸗ und Juniwochen sind 11

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