e r digkeit des Antrag⸗ . 5 58 der zur Entscheidung zuständigen⸗ Wehrpflichtige Personen bedürfen zu Reisen in obenbe⸗
ichnete Gebiete außerdem eines Urlaubsscheines der zuständigen
ilitärbebörde. 35
e), Weiblichen Angehörigen der in genannten Gebieten sich
1 e f. 10 0 ist 10 1 dort⸗
en. Ausnahmen sind nur zulässig in Fällen lebensgefähr—
licher Verwundung oder Erkrankung. 1 05
1) Privatpersonen, welche aus geschäftlichen Gründen in das
Operations- und Etappengebiet einschließlich Sperrgebiet in den
Reichslanden reisen wollen, haben vor Einreichung ihres An⸗
trages an das stell vertretende Generalkommando(vergl. a erster
Absatz), ein entsprechendes Gesuch an das Kriegsministerium zu
richten; Gesuche, welche einen Genehmigungsvermerk des Kriegs⸗
ministeriums nicht tragen, müssen bestimmungsgemäß zurückge⸗
8 8 5.
. prechstunden in vorstehenden Angelegenheiten ausschließlich
im Gebäude des Kgl. Polizeipräsidiums, Zimmer 277, Werktags
vormittags von 11 bis 1 Uhr, Sonntags von 12 bis 1 Uhr und
in besonders dringenden Fällen(Todesfälle, lebensgefährliche Er⸗ krankungen) Werklags nachmittags zwischen 4 bis 76 Uhr.
1 An m. 1: Sperrgebiet südwestlich bezw. westlich Phlin—
1 Bechy— Bahnlinie, Han a. d. Nied— Saarburg—Zabern—Otters⸗
weiler— Molsheim—Rappoltsweiler(Orte einschließlich außer Za⸗
bern)— Anm. 2: Sperrgebiet Oberelsaß: Gebiet südlich Rap⸗ pboltsweiler⸗ östlich begrenzt durch den Rhein.— An m. 3: Da
1 für die Erledigung der Zureisegesuche in obengenannte Gebiete im
ullgemeinen mit einer Mindestdauer von 10 Tagen zu rechnen ist, empfiehlt es sich, die Anträge entsprechend frühzeitig einzureichen.
Gold zur Reichsbank. Die Einrichtung, nach Friedensschluß die Rückgabe von Goldstücken zu garan⸗ lieren, die für den Besitzer einen Pietäts⸗ oder auch numis⸗ matischen Wert haben, hat bisher in unserer Stadt der Reichsbank rund 1000 Mk. in Gold eingebracht. Es handelt sich in der Hauptsache um 10- und 20⸗Markstücke mit dem Bildnis des Kaisers Friedrich oder um Goldstücke aus dem Dreikaiserjahr 1888. Vielfach werden auch von Münz⸗ ammlern Füufmarkstücke in Gold der Reichsbank zuge— führt. Man nimmt mit Recht an, daß in der Bevölkerung noch eine große Summe von Goldstücken, die als Schmuck verarbeitet sind, vorhanden ist. Aber auch die Besitzer von
3
Münzsammlungen sollten das gemünzte Gold des Reiches während des Krieges zur Reichsbank tragen. Wenn die ge⸗ samte Bevölkerung hilft, muß ein recht großer weiterer Betrag in Gold unserer finanziellen Rüstung zugute kommen. Bücherei für Verwundete. In diesen Tagen blickt auch die von der Universität ins Leben gerufene Bücherei für Verwundete auf ein Jahr ihrer Tätig⸗ keit zurück. Sie hat am 8. August des vorigen Jahres ihre Arbeit begonnen und seitdem 27 einzelne Büchereien, ge⸗ wöhnlich zu 150 bis 200 Bänden, eine größere zu 500 Bän⸗ den, im ganzen also etwa 4000 Bücher und außerdem hlreiche Zeitschriften zur Verfügung gestellt. Die Emp⸗ fänger sind zumeist die hiesigen Lazarette, die in regelmäßi⸗ 5 5 Zwischenräumen für die ausgelesenen, vielfach auch zer⸗ lesenen Büchereien Ersatz erhalten; aber auch Nachbar⸗ 1 lazarette und eine Verwundetenkompagnie wurden bedacht. Der Lesestoff erfährt vor der Ausgabe eine sorgfältige Prü⸗ jung; jeder einzelnen Bücherei wird ein Katalog beigegeben. Die Buchbinder Sann und L. Bourgeois haben sich durch unentgeltliche Herstellung von Einbänden um die gute Sache verdient gemacht.
* Städtischer Kartoffelverkauf. Die Stadt wird morgen im Hof des städtischen Hospitals gute Früh kartoffeln in Mengen bis zu zehn Pfund zum Verkauf bringen. Das Nähere besagt die betreffende Anzeige in vor⸗ liegender Nummer.
** Unter den heutigen Bekanntmachungen des Kreisamts bezw. der Stadt Gießen befinden sich solche über den Ankauf der diesjährigen Getreideernte und die Be⸗ schlagnahme von Kupfer, Messing und Nickel. Die Be⸗ chtung namentlich der letzteren sei den Hausfrauen dringend mpfohlen. a 8** Der Gießener Kohlenbezugsverein wird
für den Winterbrand eine neue Kohlensorte bei seinen Mitgliedern einführen. Dieselbe wird im Handel als Räte⸗ Kohle bezeichnet. Sie soll sich, gemischt mit Nußkohle, als Hausbrand vorzüglich bewähren; dabei ist der Preis der Rätekohle erheblich billiger als der für Steinkohle. Der Verein wird mit der Lieferung des Materials Ende Sep⸗ tember beginnen. Versuche, die bereits mit Räte⸗Kohlen auch in Gießen vorgenommen worden sind, haben die Brauch- barkeit derselben auch für unsere Oefen, aber auch zum Verfeuern in Küchenherden ergeben.
* Preußische Klassen⸗Lotterie. Die Erneuerung
der Lose zur 2. Klasse muß unter Vorlegung des Vorklassenloses bis zum 9. August abends 6 Uhr geschehen. Auch müssen die Freilose zur 2. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose bis zu vor⸗ genanntem Termin eingelöst sein.
Landkreis Gießen.
m. Watzenborn⸗ Steinberg, 5. August. Dem in einem Infanterieregiment in f dienenden Gefreiten Georg 5 1 5 aus Steinberg wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl.
verliehen. 1 Grünberg, 5. Aug. Am 28. Juli wurde dem Leutnant Karl Heutzenröder(früher Gerichtsschreibergehilfe am Amts⸗ 8 Grünberg) im Argonnenwalde für ganz hervorragende Ver⸗ dienste das Eiserne Kreuz 2. Kl. persönlich durch den deutschen Kronprinzen angeheftet.— Am 1. August wurde dem Unter⸗ offizier der 52. Sanitäts⸗Kompagnie Karl Zimmermann von Grünberg wegen tapferen Verhaltens und treuer Pflichterfüllung gegen verwundete Kameraden das hessische Sanitätskreuz mit 5 Bgnde der Tapferkeitsmedaille verliehen.
i Kreis Büdingen. 8 Echzell, 5. Aug. Im hiesigen Lazarett starb an einer 1 bre rankheit der Metzgermeister und Gastwirt Jakob Jung, ls Gefreiter der Landwehr zog er im Dragoner⸗Regiment Nr. 24 5 den Krieg und erwarb sich das Eiserne Kreuz. Seine aktive J ienstzeit verbrachte er bei den 13er Husaren. Bleichenbach, 5. Aug. Den Tod fürs Vaterland fan⸗ den bis jetzt neun Krieger aus hiesiger Gemeinde.
Zahl von aus⸗ ändlern ein⸗
acht. So konnten bis zum 1. August allein am hiesigen hnhofe 3000 Zentner Himbeeren verladen wer⸗ Beachtet man ferner, daß auf den anderen an den Ober⸗ d grenzenden Stationen nicht weniger Beeren verladen wer⸗ und berechnet man für den Zentner 22 Mk., so kann mam
0 von dem Segen einer solchen reichen Himbeerernte n. Sehr dankbar muß es auch anerkannt werden, daß der lkerung der Weg zu den Waldungen ungehindert offen steht.
*
AuUlrichstein, 4. Aug, Vergangenen Sonntag wuror in der hiesigen Kirche für den in Galizien fürs Vaterland gefallenen. Wilhelm Lipp die Gedächtnisfeser gehalten. Der Ge⸗ fallene kämpfte im Reserve⸗Infanterie⸗Regiment 223, 8. Komp.; er stand im 25. Lebensjahr. Die Gedächtnisrede hielt Pfarrer Hellwig von hier. Eine große Menschenmenge war zur Feier anwesend. Einige Mitglieder des hiesigen Musikvereins brachten einige dem Ernste der Feier entsprechende Musilvorträge zu Gehör. — Der hiesige Vieh- und Schweinemarkt hatte folgende hohe Preise zu verzeichnen: 5 5 zum Fahren geeignete Ochsen je nach Qualität 250300 Mk. Kühe 340—530 Mk. Auf dem Schweinemarkt waren wenige Tiere aufgetrieben; ohne großen Handel wurden bezahlt für Ferkel im Alter von 5—6 Wochen 50 bis 60 Mk.; 7—8wöchige Tiere 70—80 Mk. und für noch etwas ältere 90, sogar 100 Mk. Eine Menge Käufer war anwesend, aber wenig Vieh stand zum Verkauf. In 2 Stunden war der Markt vorüber. Der Tags darauf folgende Krämermarkt war ebensalls gut besucht. Feldkrücken, 4. August. Den Tod fürs Vaterland starb der Reservist Louis Fuchs im Reserve-Infanterie-Regi⸗ ment Nr. 118. ö 5 5
OEichelsachsen, 4. August. Die hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Gardist Otto Loos in der 3. Komp. im Infanterie-Regiment Nr. 115 am 15. Juli.
Kreis Friedberg. 15
Butz bach, 5. Aug. Gestern abend sand in der hiesigen Stadtkirche ein Abschiedsgottesdienst für die Truppen der hiesigen Garnison statt, der auch von der hiesigen Einwohnerschast gut besucht war.— Aus Anlaß der Eroberung Warschaus und Iwangorods durch unsere Truppen trug heute die Stadt reichen Flaggenschmuck. Glockengeläute verkündete die große Sieges. nachricht. Abends gegen 8% Uhr veranstalteten die Schüler mit ihrem Hauptlehrer Herrn Storch auf dem Marktplatze eine . mit Ansprache und Gesang gemeinschaftlicher
ieder.
—Ossenheim, 5. Aug. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Leutnant und Kompagnieführer Maul im Reserve-Inf.-⸗Regt. Nr. 40. N
h. Kirchgöns, 5. Aug. Beim Wiedereinsangen eines scheugewordenen Pferdes wurde der Landwirt Heinrich Schimpf von dem Tiere mit solcher Wucht gegen den Leib ge— schlagen, daß er nach kurzer Zeit verstarb.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Aus Rheinhessen, 6. Aug. Noch immer stehen die Reben wie auch die Trauben günstig. Die Frühtrauben weisen bereits Farbe auf und die Beeren sind in den meisten Lagen ziemlich ganz ausgewachsen. Mit den Aussichten kann man also durchaus zufrieden sein. Die Arbeiten in den Weinbergen konnte man recht gut fördern. Gegenwärtig wird noch in den Gebieten, wo das Oidium, das sich in diesem Jahre stärker zeigte, aufgetreten ist, geschweselt. Ebenso wird gegen die Peronospora gespritzt. Im freihändigen Weingeschäst ist nicht mehr so viel Leben wie noch vor kurzem, doch werden immer noch ganz ansehnliche Mengen Wein verkaust. Die Vorräte sind auch sehr zusammengeschmolzen.
Hessen⸗Nassau.
r. Rodheim a. d. Bieber, 4. Aug. Schulamtskandidat K. Jäkel, z. Zt. im Felde, wurde endgültig als Lehrer an der Rod— heimer Schule angestellt.
m. Vöhl, 5. Aug. Aussehen erregt in der Umgegend die Verhaftung des seit einigen Wochen dort als Arzt amtierenden Herrn N., welcher die Vertretung des im Felde stehenden Herrn Dr. Evers übertragen bekommen hatte. Wie verlautet, soll er über- haupt nicht approbierter Arzt und nur auf Grund falscher Papiere zu der vom Aerzteverband vermittelten Stelle gelangt sein, auch wegen früherer Verfehlungen gerichtlich verfolgt werden.
Runkel, 4. Aug. Erster Pfarrer Andreas Müller und Pfarrer Farl Beinhauer in Münster sind auf ihren Antrag zum 1. Oktober in den Ruhestand versetzt worden.
h. Frankfurt a. M., 5. Aug. Die Stadtverord⸗ netenversammlung wählte heute an Stelle des zurück⸗ getretenen Stadtrats Zimmer den Großkaufmann Paul Fulda mit 39 Stimmen zum Stadtrat. Für diesen stimmten die Fort⸗ schrittler, die Nationalliberalen und das Zentrum. Der sozial⸗ demokratische Gegenkandidat, Gewerkschaftsbeamter Weidner, erhielt 14 Stimmen. Die Versammlung lehnte den Bau einer neuen Mittelschule im Buchwalde ab.— Für den Neubau des chemisch⸗yhysiologischen Universitätsinstituts im Theodor Sternhause bewilligte man 36000 Mark.
h. Frankfurt a. M., 5. Aug. Ueber ein halbes Dutzend berrenloser Hunde, denen der zweite Tierschutzverein in seinen Geschäftsräumen allnächtlich Obdach gab und die allnächt⸗ lich fürchterlich heulten und bellten, ärgerte sich ein Nachbar natur⸗
emäß derart, daß er bei der Polizei Anzeige erstattete. Die Bolizei bedachte den Geschäftsführer des Vereins mit mehreren Strafzetteln über zusammen 80 Mark. Hiergegen beantragte der Geschäftsführer richterliche Entscheidung. Das Schöffengericht ent⸗ schied heute früh dahin, daß das Gebell von Hunden in aus Grün⸗ den des Tierschutzes für unbedingt notwendig gehaltenen Institut nicht„ungebührlich“ sein könne, wie der polizeiliche Straf⸗ zettel annehme. Hunde bellten nun einmal, was auch nicht immer ruhestörend sei. Und an ein wenig Hundegebell müsse man sich in einer Großstadt schon gewöhnen. Aus diesen Gründen sprach das Gericht den Angeklagten frei. Eine für jede Stadt interessantes Urteil.— Mittlerweile aber ward dem Nachbarn auf zivilrecht⸗ lichem Wege Genugtuung; denn das Zivilgericht verurteilte auf Klage des Hausbesitzers, in dessen Hause die Hunde bellten, den Tierschutzverein zur Räumung des Grundstücks.
h. Bad Homburg v. d. H., 5. Aug. Ein 15jähriges Mäd⸗ chen aus Frankfurt stieg in der vergangenen Nacht in die Woh⸗ nung eines Herrwein und stahl diesem, während er schlief, die Geldbörse mit 380 Mark Inhalt aus dem Beinkleide. Dann drang die Einbrecherin im gleichen Hause bei einer Dame ein und wollte gleichfalls die Wertsachen stehlen. Tie Dame wachte aber auf, ließ sich aber von der Diebin, die vorgab, wogen Se hier eingedrungen zu sein, beruhigen. Das Mädchen begab sich jetzt in eine Nachbarspilla und legte sich hier in einen Reisekoffer zum Schlafe nieder. Hier fand man die Abenteurerin heute früh und verhaftete sie.
m. Weilburg, 4. Aug. In dem Rechnungsjahr April 1914 bis Ende März 1915 beliefen sich die Spareinlagen bei der Kreis- sparkasse des Oberlahnkreises auf 948 258 Mk., während die Rückzahlungen nur 788 523 Mk. betrugen.
Vermischtes.
Berlin, 5. Aug, Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Halle(Saale). Auf Schacht 2 der herzoglich anhalti⸗ schen Salzwerke wurde in einer Tiefe von 367 Metern ein mächtiges Hartsalzlager angeschlagen.
Zwanzig Kriegserklärungen. Seit dem Beginn des Weltkrieges, der jetzt in sein zweites Jahr tritt, sind, wie die „Vossische Zeitung“ erinnert, im ganzen folgende zwanzig Kriegs⸗ erklärungen abgegeben:
Am 28. Juli 1914... Oesterreich-Ungarn an Serbien. Am 1. August.... Deutschland an Rußland.
Am 3. August...„ Deutschland an Frankreich.
Am 3. August.... Deutschland an Belgien.
Am 4. August.... England an Deutschland.
Am 5. August.... Oesterreich-Ungarn an Rußland. Am 6. August.... Serbien an Deutschland.
Am 11. August... Montenegro an Oesterreich-Ungarn. Am 11. August.... Montenegro an Deutschland. eee, 3 an Oesterreich-Ungarn. Am 18. August gland an Oesterreich-Ungarn. Am 28. August.... Japan an Deutschland.
Am 25. August.... Oesterreich-Ungarn an Japan. Am 28. August.... Oesterreich-Ungarn an Belgien. Am 2. November... Rußland an die Türkei.
Am 5. November... Frankreich an die Türkei.
Am 5. November... England an die Türkei.
Am 7. November... Belgien an die Türkei.
Am 7. November. Serbien an die Türkei.
Am 23. Mai 1915 8 Italien an Oesterreich-Ungarn.
„Da au der Seite unserer Feinde im ganzen acht Staaten ohne die Tochterstaaten stehen, so hätten 24 Kriegserklärungen erfolgen müssen. Es sehlen demnach vier, und zwar hat Italien weder an Deutschland noch die Türkei den Krieg erklärt, ferner haben Montenegro und Japan nur den beiden Zentralmächten Fehde angesagt. Zwischen Deutschland und Italien und zwischen Montenegro und der Türkei sind die diplomatischen Beziehungen abgebrochen; zwischen Italien und der Türkei bestehen sie noch; zwischen Japan und der Türkei hat es auch vor Kriegsausbruch keine diplomatischen Beziehungen gegeben.
Aniversitäts⸗ Nachrichten.
Karlsruhe, 5. Aug.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Groß⸗ berzog hat den ordentlichen Professor der deutschen Staats- und Rechtswissenschaft des Deutschen Reiches und Landesstaatsrechts einschließlich des Verwaltungsrechts, sowie des Kirchenrechtes an der Universität in Heidelberg, Dr. Fritz Fleiner, seinem Ansuchen entsprechend, mit Wirkung vom 1. Oktober 1915 aus dem staatlichen Dienste entlassen.
—
Nirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage).
Samstag, den 7. August 1915:
Vorabend: 7.30 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Sabbataus gang: 8.50 Uhr.
.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
2— 2 2 2 8—— 17 2 Aug. 88.2 8 8 2— 88 2 85 5 Wetter 1715 C8 38— 8 8 2 8 5 40 5 20 749,2 20,0 10,5 60 W. 2 8 Bew. Himmel 5 9 496 14,9 10,6 84 still sstill! 0 Klarer Himmel 6 1% 49,9] 12,8 10,0 90 NW 2 9 Sonnenschein Höchste Temperatur am 4. bis 5. Aug. 1915 J 20,4% Niedrigste„„ 4.„ 5, 1915
A. 10% Niederschlag: 0, mm..
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 5 Von Westen her rückt eine Depression ostwärts vor und drängt den sestländischen hohen Druck zurück. Bei ihrem verhältnis⸗ mäßig sehnellen Zuge dürften wir morgen schon durch sie beeinflußt werden. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 7. August 1915: Zunahme der Bewölkung, leichte Niederschläge, etwas kühler, süd— wesiliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Der Eindruck des Falles von Warschau in Paris.
Genf, 6. Aug. Auf der heutigen Tagesordnung des fran⸗ zösischen Parlaments standen Ministerreden anläßlich des Jahrestages des Kriegsbeginns. Der Fall von Warschau ver⸗ blüffte allgemein furchtbar, weil Botschafter Iswolski eine 10 tägige Verteidigung in Aussicht gestellt hatte.
Paris, 6. Aug. Die Ereignisse an der russischen Front finden in der Pariser Presse eine zwiespältige Beurteilung. Die radikale Presse gibt alles verloren. Nach ihrer Ansicht könnte der Vierverband froh sein, falls die russischen Heere ziemlich un“ beschädigt aus Polen entkommen könnten. Die nationalistische Presse, besonders die„Action Francaise“ deutet geheimnisvoll an, daß die Konferenz in Calais eine geheimnisvolle Wendung vorbereitet habe, welche bald kommen werde.— Auch die Mailänder Presse erwartet für Ende August eine große Aende⸗ rung der Kriegführung. Es wird gesagt, Rußland werde durch Rumänien marschieren, um so eine Verbindung mit der serbischen und italienischen Front herzustellen.(Und im Westen wird gar nichts passieren? Die Red.)
Deutsche U-Boote vor Archangelsk.
Genf, 6. Aug. Wie die Genfer„Tribune“ meldet, wurde der Hafen von Archangelsk gesperrt und zwar infolge Auftauchens fremder Unterseeboote. Die Mu⸗ nitionstransporte nach Archangelsk sind demzufolge vorerst
eingestellt. Die Cholera in Rußland.
Wien, 6. Aug. Das„§S⸗Uhr Abendblatt“ meldet aus Bu⸗ karest: Die Generaldirektion des rumänischen Sanitätsdienstes wurde von dem rumänischen Konsul in Odessa amtlich verstän⸗ digt, daß die Cholera in der Umgebung von Odessa stark wütet und zahlreiche Opfer fordert. Rumänien hat alle notwendigen Vor⸗ sichtsmaßregeln getroffen.
England und Griechenland.
Wien, 6. Aug. Aus Athen wird gemeldet: Die Zeitung „Embros“ schreibt: Gegen die englische Note an Griechenland wegen der Besetzung von Mytilene ist eine Protestnote an das Lon⸗ doner Kabinett abgegangen. b 0 5
Athen, 6. Aug. Englische Kriegsschiffe haben zwei griechische Dampfer, die mit Eisenbahnmaterial für die griechische Unionbahn, die Altgriechenland mit Neugriechenland verbindet, sowie einige Wagen für die Linie Carissa an Bord hatten, angehalten und mit Beschlag belegt. Die griechische Regierung
t infolgedessen eine scharfe Protestnote gegen ein solches Ver⸗ ahren in London überreichen lassen.
Die Drückeberger in Frankreich.
Genf, 6. August. Am Freitag gelangt der Bericht des Depu⸗ tierten Cheron über die Drückeberger im Senat zur Ver⸗ lesung. Das„Journal“ bringt bereits heute die Listen aus der Kanzlei, in denen fast überall nur 70 Prozent der Soldaten der aktiven Armee enthalten sind. Besonderen Mißbrauch treiben die sogenannten Dolmetscher für dieenglische Sprache, die zu Hunderten zählen, während sie im Grunde genommen über⸗ flüssig find. Es handelt sich um etwa 100 000 Drückeberger, die sofort zur Front abgehen könnten. 5
Die Analphabeten im französischen Heere.
Paris, 6. Aug. Der„Temps“ berichtet, daß von 28 273
estellungspflichtigen Mannschaften der Jahresklasse 1917 des 8 250 Analphabeten seien; 444 können nur
lesen. 5 Die dritte Kriegsanleihe in Italien.
Florenz, 6. Aug.„Nuovo Giornale“ bringt unter dem Titel„Nationale Pflicht“ einen Leitartikel, in dem auf eine dritte Kriegsanleihe vorbereitet wird. Den Rentenbesitzern wird angedroht, daß, wenn sie nicht zeichnen würden, man ihnen eine progressive Einkommensteuer auferlegen würde.
Gegen die Regierung in Amerika.
Amsterdam, 6. August. Eine Meldung des„Petit Parisien“ aus New Pork besagt: In Flugschriften, die die Gesellschaft der Friedensfreunde in Millio⸗ nen verbreitet, werden Lansing und die Regierung heftig angegriffen und angeklagt, mit einer Klique von Millio⸗ nären ein Komplott auszuhecken, um das Land gegen die eigenen Interessen in den europäischen Krieg zu stürzen.


