Gegenangriffen in der Richtung auf Cholm trugen unsere Kampf⸗ automobile in hohem Maße zum Erfolge bei.— Am Bug, an der Zlota⸗Lipa und am Dujestr kein Zusammenstoß. Eine letzte Hoffnung des Vierverbands.
Mailand, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Corriere della Sera“ und„Secolo“ veröffentlichen eine Mitteilung der„Agence d'Athones“, wonach die Ententemächte gestern abend einen gemeinsamen Schritt beim Ministerpräsidenten Gunaris unternahmen. Es wird versichert, der Schritt bezwecke, die Balkan⸗ frage so zu regeln, daß man auf ein Mitwirken der Bal⸗ kanstaaten an der Seite des Vierverbandes hoffen könne,
. Rom, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Idea Nazionale
behauptet, daß eine Einigung Italiens mit Gri echenland unmöglich sei, denn Griechenland verlange halb Albanien mit Valona, die. und den größten Teil Kleinasiens, der doch italienisch werden müsse. Sogar die Anhänger von Venizelos hatten ein solches Programm; nur die knabenhafte Lächerlichkeit gewisser Italiener erhoffe von dem Regierungsantritt
Veenizelos sein Eintreten für die Entente. Diese Vorliebe für den
griechischen Staatsmann sei ber gewissen Italienern geradezu ver⸗ rückt. Zum Schluß wird Italien geraten, die Intervention Griechen⸗ lands und dessen Ansprüche dadurch unmöglich zu machen, daß
Italien sich sein Vorgehen gründlich bezahlen lasse. b
9 Kopenhagen, 5. Aug.(WT. Nichtamtlich.)„Poli⸗
tiken“ meldet: Die Londoner Presse rechnet bereits mit der
Möglichkeit des Eintritts Bulgariens in den Krieg an
der Seite der Zentralmächte und meint, daß in diesem Falle
Griechenland augenblicklich zeigen werde, daß der
serbisch-griechische Vertrag kein leeres Papier sei und daß
Griechenland es als eine nationale Ehrensache betrachte,
Serbien beizustehen.
Die Kämpfe an den Dardanellen. Athen, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Messager d'Athenes“ meldet, daß die Alliierten auf Gallipoli
300 schwere Geschütze konzeutriert haben, mit denen
sie den Widerstand der Türken zu brechen gedenken. Es geht
aber auch auf türkischer Seite sehr lebhaft zu.
AUnablässig kommen Verstärkungen an Soldaten und Ma⸗
terial an.
. Berlin, 6. Aug. Delcasss stellte gestern, einer Mel⸗ dung des„Petit Parisien“ zufolge, die Beteiligung Italiens an der Dardanellen-Expedition in Aussicht, wofür bereits alle Punkte festgelegt worden seien.
Die Lage am Balkan hielt er für äußerst ungeklärt.
Wenn auch vom Zustandekommen des türkisch-bulgarischen Vertrages offiziell nichts bekannt wäre, so sei doch mit einer Verständigung der Türkei mit Bulgarien zu rechnen.
Sieg der Türken über die Russen.
Konstantinopel, 5. August.(WTB. Nichtamtlich.) Pri⸗ vatnachrichten aus Erze rum besagen: Infolge der Kämpfe, die seit zwei Tagen in der Gebirgsgegend, einschließlich des Arrat und in der Nähe der türkisch⸗russischen Geenze, etwa 170 Kilometer östlich von Erzerum stattfinden, zieht sich die Hauptmacht der Russen in Unordnung in der Richtung Kagysman auf rus⸗ sisches Gebiet zurück. Sie verloren etwa 1000 Tote und 2000 Verwundete. Die türkische Armee verfolgt den Feind.
Berlin, 5. August.(Priv.⸗Tel.) Die„Voss. Ztg.“ meldet aus Konstantinopel: Nach Meldungen aus dem Kaukasus wur⸗ den 10 rufsische Infanterie⸗ und 8 Kavallerie⸗ Regimenter die sich mit starker Artillerie in der Gegend von Alaschkerd und Karahissar in den Bergen verschanzt hatten, von den Türken angegriffen. Dem„Tanin“ zufolge wurden Russen nach einem blutigen Kampfe in die Flucht geschlagen verloren 200 Gefangene und 680 Tote. Nach Aussagen Ge⸗ gener beträgt die Zahl der Verwundeten ungefähr 2000. Auch iel Beute fiel in die Hände der den Feind energisch verfolgen den Türken. t.
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Der Jahrestag des Kriegsanfangs in England.
London, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Jahrestag des Kriegs⸗ anfangs wurde im ganzen Lande mit Versammlungen gefeiert, wo die gleichlautende Entschließung gefaßt wurde, den Krieg bis zu einem siegreichen Ende zu führen. Balfour sagte in einer Versammlung im Londoner Opernhause: Wir können ruhig sagen, daß sich der Feind trotz aller seiner Bemühungen in allem verrechnete, außer in dem riesigen Munitionsverbrauch für große 5 Geschütze. Hätten die Deutschen vorausgesehen, welchen Verlauf der Krieg nehmen würde, wäre kein einziger Soldat mobilisiert und kein Menschenleben verloren gegangen. Wir haben uns nicht als eine militärische Nation ausgegeben, aber unser Angebot, ein Expeditionskorps von 160 000 Mann auszuschicken, wurde dankbar angenommen. Jetzt sind unsere Verluste allein schon stärker als das ursprüngliche Heer. Wir haben unendlich viel mehr getan, als man von uns erwartete, aber es ist erst ein Teil dessen, was wir tun werden.
5 Die„Westminster Gazette“ erklärt Deutschlands Anstrengungen von allen militärischen Gesichtspunkten aus betrachtet für groß⸗ artig und weitaus nicht erschöpft. Das Blatt warnt vor den strategischen Dilettanten die jetzt wegen Rußland eine sen⸗ sationelle Diversion an der Westfront anraten. Der Erschöpfungs⸗ krieg erfordere Geduld. 1 Ein Depeschenwechsel zwischen König Georg und Poincaré.
Paris, 5. Aug.(zens. Frkft.) Die„Agence Havas“ meldet: Präsident Poincaré hat vom König von England fol⸗ gendes Telegramm erhalten:„Anläßlich der Wiederkehr des Tages, an dem mein Land gezwungen war, die Waffen zu ergreifen gegen jene Großmacht, die den Krieg einer Konserenz vorzog und die einen von ihr unterzeichneten Vertrag in der offensichtlichsten Weise ver⸗ letzte, wünsche ich Ihnen meine feste Ueberzeugung auszusprechen, daß unsere vereinten Anstrengungen zum Erfolge führen, und Sie meiner unveränderlichen Mithilfe sowie meiner und meines Landes Entschlossenheit zu versichern, mit unseren tapferen Heeren den Krieg jortzusetzen, bis er zu unserer Befriedigung beendigt und bis der FPriede gewährleistet werden kann.“
Der Präsident erwiderte wie folgt:„Ich danke Ew. Ma⸗ jestät für die Versicherung, die Sie mir zu geben geruhten. Frank⸗ reich tritt in das zweite Kriegsjahr mit derselben Entschlossenheit und demselben Vertrauen ein wie England, und es ist des festen Willens, die Waffen nicht eher niederzulegen, als der Sieg seine und seiner, Verbündeten Fahnen gekrönt hat und seine nieder⸗ 1 Feinde aufgehört haben, eine Bedrohung des Welt⸗ friedens zu bilden.“. Das englische Kohlenausfuhrverbot.
London, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Han⸗ delsamt gibt die königliche Verordnung bekannt, nach welcher, wie bereits gemeldet, die Ausfuhr von Kohle und Koks ab 13. August auch nachden verbündeten Ländern nicht mehr frei ist. Erlaubnisscheine zur Ausfuhr erteilt das Kriegshandelsdepartement. Die weitere Einschränkung der Kohlenausfuhr sei eine Folge des Ge⸗ setzes, welches Höchstpreise für Kohle in England einführt. Es sei daher nötig, die Ausfuhr nach Ländern zu verhindern, in welchen keine Höchstpreise bestehen. Die Blätter bemerken, daß nicht die Absicht vorliege, den Kohlen⸗ bedarf der Verbündeten für die Eisenbahnen und Industrie zu beschränken. 1 Kopenhagen, 5. August.(WTB. Nichtamtlich.) Das englische Kohlenaus fuhrverbot ab 13. August hat in
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0 8. 1 1 1 .
Dänemark große Aufregung verursacht. An der Börse ent⸗ stand eine Panik in Dampfschiffahrtsaktien, die um 2 bis zu 13 Prozent fielen; auch Industricaktien fielen. Die„National⸗ tidende“ enthält einen Aufruf an den Leiter der größten Kohlen⸗ importfirma Ostenfeldt. Der Direktor der dänischen Kohlenkom⸗ pagnie möge rechtzeitig durch Ankauf in Deutschland und Amerika Vorsorge treffen, falls sich das Verbot bestätige. Die Kommunalverwaltung hat noch ausreichend Kohle bis September. Die beteiligten Kreise hoffen noch auf eine Aenderung des bots und sonstige Milderungen, zumal da die dänische Regierung bisher keinerlei Bestätigung des Verbotes erhielt.
London, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bezüglich des am 3. August veröffentlichten Ausfuhrverbotes von Kohle nach allen Ländern außer nach den britischen Besitzungen wird dem Reuterschen Bureau amtlich mit⸗ geteilt, daß die Kabinettsorder die Interessen der neu⸗ kralen Länder, wohin Kohle weiter mit Lizenz verfrachtet wird, nicht beeinträchtigt. Die Kabinettsorder bezieht sich lediglich auf die Verbündeten, die nunmehr auch unter die Lizenzbestim⸗
mungen gebracht werden.
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Die Stimmung der Italiener.
Mailand, 5. August.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Leitartikel des„Secolo“ nimmt die Engländer gegen Angriffe von'italienischer Seite in Schutz, indem er auf mehr als fünf Spalten folgendes ausführt: Angesichts der Fortschritte Deutschlands und Desterreich-Ungarns auf allen Kriegsschauplätzen sei das italienische Publikum besorgt, wenn nicht gar entmutigt. Allgemein frage man sich: wie soll das neitergehen? Das Publikum nehme in Ungeduld und Aerger be⸗ sonders die Engländer aufs Korn und sage: was machen nur diese gesegneten Engländer? Der Verfasser sucht als Verteidiger Eng⸗ lands nachzuweisen, daß England den deutschen Unterseebooten zum Trotz Herrin der Meere sei. Sodann zählt er alle Orte auf, wo die Engländer zu Lande kämpfen, und bemerkt, wenn sie in Frankreich nur eine Front von 52 Kilometer besetzten, so ser das nicht ihre Schuld. Wenn 800 000 Engländer in Frankreich nicht die Offensive s ergriffen, so hänge das nicht von ihnen ab, denn die Leitung des Feldzuges in Frankreich unterstehe nicht den Eng⸗ ländern, sondern den Franzosen. Die Offensive sei auch nicht so leicht, wie es sich die Kritiker in den Kaffcehäusern dächten. Die deutsche Front sei derartig verteidigt durch Stahl und Zement, daß ein Durchbruch nur mit Melinit und Lyddit erreichbar sei. Bisher verfügte man aber über diese Explosivstoffe nicht. Auch sollten die Kaffeehauskritiker aufhören, Joffre zu kritisieren, weil er jetzt, wo Italien und Rußland so schwer zu kämpfen hätten. nicht die Ofsensive ergreife. Wenn er jetzt noch nicht vorwärts strebe, habe er seine Gründe. Die Kritiker sagten ferner, die Eng⸗ länder hätten eine glückliche Gewissenlosigkeit, indem sie den Dingen ihren Lauf ließen, aber trotzdem immer weder feierlichst erklärten, sie seien siegessicher und wollten bis ans Ende kämpfen; man müsse aber bedenken, welche Schwierigkeiten England über⸗ standen und welche Opfer es bereits im Kriege gebracht habe. Dabei sei es doch ein Land, in dem das Individuum alles, der Staat nichts bedeute. Praktischer wäre es, wenn die Italiener aufhören wollten, unnütze Vorwürfe gegen England zu erheben. Die Eng⸗ länder hätten gewiß ihre Fehler, aber auch große Verdienste. In diesem Kriege gaben sie zum Beispiel den Verbündeten, die es nötig hatten, Milliarden. l
Die Geldnot Italiens. New York, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Wie ver⸗ lautet, verhandeln die Italiener augenblicklich in New Pork 705 die Aufnahme einer Anleihe von 50 Millionen Dollars.
England und Amerika.
Washington, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet: Das Staats departement be⸗ schäftigt sich mit dem Entwurfe der Antwort auf die briti⸗ schen Noten. Man glaubt, daß sie beinahe fertig ist. Die ameri⸗ kanischen Noten erkennen einerseits an, daß die neuen Umstände, die England zum besonderen Vorgehen veranlaßt haben, tatsächlich vor⸗ handen seien, sie bestreiten andererseits aber die Gesetzlichkeit der Beschlagnahme von Schiffen auf hoher See, die nach neutralen Häfen unterwegs sind. Ferner wird bestritten, daß der Handel der Vereinigten Staaten nicht gelitten habe. Es scheint Neigung vorhanden zu sein, die schließliche Entscheidung einem Schieds⸗ gericht anheimzustellen.
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Aus Belgien. Brüssel, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Sekretär des Kardinals Mercier, Kanonikus Vrancken, war wegen Widerstandes gegen deutsche Wachen bei der Zer⸗ streuung einer Menschenansammlung am Tor von Mecheln zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Der Generalgouverneur hat die Strafe im Gnadenwege erlassen. Was sonst über diesen Vorfall verbreitet wird, ist freie Erfindung. Die Abwehr neuer französisch⸗belgischer Beschuldigungen.
Berlin, 5. Aug,(WTB. Nichtamtlich.) Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Gegenüber den Angaben des bel⸗ 3 7 985 Graubuches über ein angebliches Projekt des Staats⸗ ekretärs v. Jagow, den belgischen Kongo mit Eng⸗ land und Frankreich unter Ausschluß Belgiens zu teilen, sei folgendes feststellbar: Im Frühjahr 1914 schei⸗ nen Nachrichten von gewissen Verhandlungen, die über ein afrika⸗ nisches Kolonialabkommen zwischen der deutschen und englischen Regierung geführt wurden, voraussichtlich über London nach Paris gelangt zu sein. Botschafter Cambon frug damals v. Jagow. ob hierbei nicht etwa französische Rechte verletzt würden, worauf der Staatssekretär dem Botschafter erwiderte, er möge versichert sein, daß, wenn irgend französische Rechte tangiert würden Deutschland sich nicht über dieselben hinwegsetzen, sondern Frank⸗ reichs Zustimmung einholen werde.— Da der Botschafter wieder⸗ holt dem Gedanken Ausdruck gegeben hatte, Deutschland und Frankreich sollten versuchen, ein Spezialabkommen zu schließen, da hierdurch eine wesentliche Verbesserung allgemeiner Beziehun- gen herbeigeführt würde, benützte der Staatssekretär die Ge⸗ legenheit, den französischen Botschafter darauf hinzuweisen, daß Afrika, namentlich der Kongo, vielleicht ein geeignetes Feld sol⸗ cher Vereinbarungen bieten würde. Er erwähnte hierbei spe⸗ iell die Kongobahnen. Ein großzügiges englisch⸗französisch⸗deut⸗ sches Kolonialabkommen könne gewiß für die Beziehungen der Westmächte zu Deutschland nützlich wirken.
Da damals auch belgische Publizisten die Ansicht aufstellten, daß die Verwaltung so großer Kolonien wie der Kongo, wofür bekanntlich Frankreich das Vorkaufsrecht zusteht, weit über die
berührt. In der anknüpfenden akademischen Unterhaltung wurde m Staatssekretär auch die Jetztzeit es noch möglich sei, da nicht imstande sind, einen über die Größe und Leistungsfähigkest des Mutterlandes hinausgehenden Kolonialbefitz unterhalten könn⸗ ten, Die Absicht einer Verletzung belgischer Rechte kam dabei nicht zum Ausdruck, ebensowenig war von dem Verschwinden klei⸗ ner Staaten zugunsten stärkster Nationalstaaten die Rede. Dem Stagtssekretär schwebte vielmehr nur der Gedanke vor, daß der in Artikel 16 des deutsch⸗französischen Marokko⸗Abkommens vom 4. November 1911 vorgesehene Fall von Veränderungen des terri⸗ torialen Statusquo im Kongobecken praktisch werden könnte. Die⸗ ser Artikel war daraus entstanden, daß Frankreich Deutschland sein Vorkaufsrecht auf den belgischen Kongo anbot. Diese Tatsache ist 5 belgischen Regierung genau bekannt, wie aus dem nachfol⸗
ud, im andten in Brüssel am 29. März 1912 hervorgeht: Der politische
Ne
Ver⸗ K
finanzielle Kraft Belgiens hinausginge, wurde auch dieses Thema.
politischen Direktor machte. N 1 5 Nach telegraphischen Auszügen scheint der sranzösische Bot⸗ schafter sofort dem belgischen Gesandten den Inhalt des vertrau⸗ lichen Gesprächs in tendenzibser Form zugetragen zu haben. Daß die Acußerungen des Staatssekretärs, abgesehen von der Anfangs⸗ erklärung, betreffend die Wahrung französischer Rechte, keinen amtlichen Charakter trugen, sondern nur per 1 Ideen 8 Ausdruck brachten, scheint auch in den Berichten des Gesandten besonders erwähnt zu sein. Wir können aber für die Veröffent⸗ lichung nur dankbar sein, denn die Tatsache, daß Deutschland mit England damals über ein koloniales Abkommen verhandelte und der Staatssekretär bei dem französischen Botschafter eine ent⸗ sprechende englisch-französisch-deutsche Verständigung anregte, ist wohl der deutlichste Beweis gegen die Behauptung, die Herr
Cambon in dem im französischen Gelbbuch veröffentlichten Bericht
aufstellte, daß Deutschland schon im Frühjahr 1914 das Schwert
wetzte, um seine Nachbarn mit Krieg zu überfallen.
„; Der Seekrieg. Berlin, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Wie uns von zu⸗ ständiger Seite mitgeteilt wird, hat das„ deut⸗ scher Frauen dem Marinelorps in Flandern gestiftete Wasser⸗ flugzeug„Frauenflottenbund“ am 26. Juli in der südlichen Nordsee englische leichte Streitkräfte mit Erfolg angegriffen. l 5.
Kristiania, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die deut⸗ sche Regierung hat amtlich anerkangt, daß der norwegische Dampfer„Minerva“ von einem deutschen Unterseeboot kor⸗ pediert worden sei, da es infolge verschiedener unglücklicher Umständen das Schiff für ein englisches angesehen habe. Die deutsche Regierung sprach ihr lebhaftes Bedauern aus und erbot sich, Schadenersatz zu leisten. 5 1
Kopenhagen, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.). Meldung des Ritzauschen Bureaus. Der Dampfer„Weco., von New. Por mit Petroleumladung vermutlich nach Stockholm be⸗ stimmt, ist von einem deutschen Unterseeboot ange⸗ halten worden. Es ging außerhalb des dänischen Seeterri⸗ toriums südlich von Dogden vor Anker. g 9 1
London, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agen⸗ tur meldet: Der englische Dampfer„Costello“ ist ver⸗ senkt worden. Der Kapitän und 21 Mann der Besatzung sind gerettet worden, ein Maun ist ertrunken. i London, 5. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Lloyds Agentur meldet: Der Dampfer „Portia“ ist versenkt worden; die Besatzung wurde gerettet.
8
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Aus Stadt und Cand. 5 Gießen, 6. August 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.) 4 Res. Jakob Sauerwald, Juf.-Agt. 167, aus Marburg.— Unteroff. Karl Goubeaud, I. Garde-Rgt. z. F., aus Werdors.
*
— Unterosf. Hans Pflug, Inf.-Ngt. 167, aus Ober⸗Gleen.— 7 Musk. Konrad Scherpf, Inf.⸗Rgt. 168, aus Burgbracht. Landsturmmann Wilhelm Fich, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 118, aus Ober⸗
Mockstadt. *
9
* Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde Sr. 3 Exzellenz dem General der Infanterie Dingeldein, einem alten Gießener, perliehen, z. Zt. Generalinspekteur 2 des Ingenieur- und Pionierkorps und der Festungen, Ber⸗ lin W. 62, Kurfürstenstraße 63/69, nachdem er schon am 22. März mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet war.— Leutnant d. R. Fritz Sauer aus Gießen, Inf ⸗ Regt.„Kaiser Wilhelm“, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
* Die Fürsten und Grafen von Solms. Im Amtsblatt des Regierungsbezirks Koblenz macht Regierungs⸗ präsident Scheerenberg folgende Mitteilung:„Die surstlichen Häuser Solms-Braunfels und Solms⸗Hohen⸗ solms-⸗Lich und die gräflichen Häuser Solms⸗Rödel⸗ heim, Solms-Laubach und Solms⸗ Wildenfels, die durch die Gnade Gottes bestehen und noch blühen und untereinander durch die Bande des Bluts, gemeinsame Rechte und enge Freundschaft von altersher vereinigt sind, haben mit ihren Fürstlich und Gräflich Solmsschen Häusern er⸗ neute Erb- und Brudervereinigung geschlossen.“ ins Operations⸗ und Etappen⸗ Generalkommando des
der Antra 1. Notwen 5
trage gestreift, inwieweit in der] de solche kleinen Staaten, die dazu
läßt. Ist die Zureise genehmigt, so bedarf es noch eines i man Reisepasses oder Personalausweises, 99551 1 125
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ortlaut wiedergegebenen Bericht des kaiserlichen Ge-] kommandos vollständig aus;
Direktor von der Elst lenkte heute das Gespräch auf die deutsch⸗ französischen Marokkoverhandlungen, Er sagte mir ganz vertrau⸗
c) Für Reisen nach dem Sperrgebiet im Oberelsaß(ve Anm. 2), scheidet die Mitwirkung des ale 92 ume 5 es ist ein entsprechender lediglich an die untere Verwaltungsbehörde des Wohnortes direktion, Bezirks⸗ Kreis oder Landratsamt) zu richte den Antrag zur Feststellung der erforderli 0
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