Ausgabe 
(5.8.1915) 182. Erstes Blatt
Seite
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teile in den im Großherzogtum erscheinenden Tageszeitungen

duziert werden, eine Bestandsaufnahme der zum Verkauf verfüg⸗

5

und

Ernteergebnisse und über die Marktlage zu verschaffen, falschen,

gen über die Ergebnisse der Obst⸗ und Gemüseernte, Veröffent⸗

Erleichterungen bei Installationen von Gas und elektrischem Licht

0 versorgu ug auch diejenigen Getreideproduzenten als Selbst⸗

auch etwaigen unbegründeten Vorwürfen gegen die Produzenten entgegenzuwirken, beantragen wir, Großh. Regierung zu ersuchen: 1. Zu dem frühest möglichen Zeitpunkte Erhebungen über den Ausfall der Ernte im allgemeinen an Kartoffeln, an den verschiedenen marktgängigen Obst- und Gemüsearten anzu⸗ stellen und das Ergebnis öffentlich bekannt zu geben, in ähn⸗ licher Weise, wie bisher die Saatenstandsermittlungen vorge⸗ nommen worden sind; 4 2. zu veranlassen, daß die offiziellen Marktpreise der Obst⸗

und Gemüse⸗Großmärkte des Landes und der benachbarten Landes-

regelmäßig bekannt gegeben werden; 3. in denjenigen Landesteilen, in denen regelmäßig bestimmte Obst⸗ und Gemüsearten in größerer Menge für den Verkauf pro⸗

baren Mengen vorzunehmen und das Ergebnis den Gemeinden zur Kenntnis zu bringen, die sich mit der Beschaffung und Verteilung von Obst und Gemüse für ihre Einwohnerschaft befassen. 2

Mit diesem Antrage wird beabsichtigt, einen Ueberblick über die

zu unlauteren Machenschaften bestimmten Nachrichten den Boden zu entziehen und dem Verbraucher den Weg zum möglichst direkten Verkehr mit dem Erzeuger zu zeigen. 5 l Bei der Begründung dieses Antrags wies der Antragsteller die

in der Presse erhobenen Vorwürfe gegen die Obst- und Gemüse⸗ produzenten wegen der hohen Marktpreise zurück. Er führt die auffälligen Preissteigerungen an die große Nachfrage einesteils und andernteils auf die Mißstände im Zwischenhandel zurück. Zur Herbeiführung einer größeren Uebersichtlichkeit des Marktes und damit einer gesünderen Preisbildung fordert er amtliche Mitteilun⸗

lichung der Marktberichte und besondere marktpolizeiliche Vor⸗ schriften. In der Aussprache wurden die auf verschiedenen städtischen Märkten hexvorgetretenen Mißstände und deren Ursachen besprochen Maßnahmen zur Verhütung derselben vorgeschlagen. Die Großherzogliche Regiexung hält zurzeit amtliche Erhebungen über die Gemüse⸗ und Obsternte für undurchführbar, weil sowohl die Großherzoglichen Kreisämter wie auch die Bürgermeistereien mit wichligen und dringenden Arbeiten derart überhäuft seien, daß diesen Behörden weitere umfangreiche Arbeiten nicht zugedacht wer⸗ den könnten. Es müsse auf die Mitteilungen der Obstverwertungs⸗ stelle Frankfurt a. M. verwiesen werden, die sowohl zuverlässige Preistabellen als auch Vorratsanzeigen auch aus hessischen Be zirken enthielten. Gegen unreelle Preistreibereien könne jetzt schon auf Grund bestehender Verordnungen nachdrücklich eingeschritten werden. Bei der Besprechung der mißlichen Lage des Petroleum- marktes und der damit zusammenhängenden Schwierigkeiten bei der ersorgung der Bevölkerung mit Petroleum gab der Regierungs vertreter eingehende Erklärungen über den bestehenden Mangel an Petroleum und seine Ursachen und versprach auf die Anregung eines Abgeordneten hin die unteren Verwaltungsbehörden anzuweisen, auf

keit hinzuwirken. 5 usse wurde von einigen Abgeordneten angeregt, rung der Verordnung über die Brot⸗

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versorger gelten zu lassen, welche geringere Getreidemengen als in 6 der Verordnung vom 8. Juli 1915 vorgesehen, erzeugten. ie von der Großherzoglichen Regierung dort getroffene Be stimmung, daß nur diejenigen als Selbstversorger gelten, deren Vorräte an Brotgetreide und Mehl zu ihrer Versorgung und derjenigen der im§ 6 Abs. 1 a der Reichsverordnung weiter aufge⸗ hrten Personen ausreichen, bedeute aus praktischen und sozialen den eine Härte, besonders für ländliche kinderreiche Arbeiter⸗ samilien. Auch die Bestimmung, daß Selbstversorger immer nur für inen Monat Vorrat mahlen lassen dürfen, sei unpraktisch. Der Re⸗ ierungsvertreter wies auf die schweren Bedenken 1

werden dürfe, sei von den Kommunalverbänden getroffen. Die Regierung werde im übrigen die vorgetragenen Wünsche noch einmal einer Prüfung unterziehen. 3 8

Sodann wurde über den Antrag, betreffend die Be⸗ steuerung der Kriegsgewinne, verhandelt. Nach ein⸗ gehender Begründung des Antrags, bei welcher auch auf die bestehenden Schwierigkeiten hingewiesen wurde, welche die steuer⸗ liche Erfassung der Kriegsgewinne mit sich brächte, erwiderte der Regierungsvertreter, daß die Frage der Besteuerung der Kriegs⸗ gewinne schon im Frühjahr im hessischen Landtage besprochen worden sei. Inzwischen habe sich auch die Oeffentlichkeit mit der Frage beschäftigt, eine reiche Literatur sei bereits über die Frage entstanden. Nach einer Mitteilung derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung vom 10. Juli habe sich auch der Bundesrat in einer Sitzung mit der gleichen Frage beschäftigt, man habe dort an⸗ erkannt, daß eine solche Besteuerung nur von Reichs wegen er⸗ folgen könne. Man dürfe aus dieser Andeutung den Schluß ziehen, daß das Reich zu geeigneter Zeit von der Besteuerungs⸗ möglichkeit Gebrauch machen werde. Die Regierung sehe in dem vorliegenden Antrag den Beweis dafür, daß auch der hessische Landtag der Besteuerung der Kriegsgewinne sympathisch gegen⸗ überstehe.

die Argonnen⸗Rämpfe vom 15., 14. Juli 1915.

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben:

Der nördlich und östlich der Biesme gelegene Teil der Argonnen stellt sich als ein langgestreckter, von Nordwesten nach Südosten ver⸗ laufender Gebirgsrücken dar, der in schroffen, vielfach zerklüfteten Schluchten zu den Tälern der Aire und Biesme abfällt. Der Ver⸗ lauf der Römerstraße bezeichnet etwa die Kammlinie. Den am höchsten gelegenen Punkt des Kamms erreicht die Römerstraße auf der Höhe 285, deren nach Nordosten Höhe 263 und nach Westen la Fille morte etwa gleichlaufend zur Straße Varen⸗ nes le Four de Paris sich hinziehenden Ausläufer wie ein natür⸗ licher Wall diesen Teil der Argonnen in eine nördliche und süd⸗ liche Hälfte teilen. Die Höhe 285, die nur spärlich bewaldet ist und kein Unterholz trägt, bildet einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen weiten Ueberblick über die Argonnen, und darüber hinaus nach Osten auf die Höhen nördlich von Varennes, nach Westen auf das Hügelland der östlichen Champagne hat.

Entsprechend dieser überhöhenden Lage ist der Besitz des Höhen⸗ rückens 263285 la Fille morte für die in den Argonnen kämp⸗ fenden Truppen von hoher militärischer Bedeutung. Als in den. letzten Septembertagen die Deutschen von Osten in die Argonnen eindrangen, gelang es einzelnen Patrouillen und kleineren In⸗ fanterie- Abteilungen, vorübergehend die Höhe 285 zu erreichen. Schon am Abend des 29. September mußten sie vor weit über⸗ legenen französischen Kräften in nördlicher Richtung zurückweichen. Seither waren die Franzosen im Besitz dieses Höhenzuges. Tar⸗ über hinaus waren ihre Stellungen nach Norden etwa 1 Kilometer weit vorgeschoben. In erbittertem, heißem Ringen warfen Anfang Januar und Mitte Februar die deutschen Truppen auf der ganzen Front von der Bolante bis zur Höhe 263 den Feind um mehrere hundert Meter zurück. Während in den siegreichen Kämpfen vom 20. Juni bis 2. Juli drüben in den Westargonnen die Franzosen aus ihren besestigten. Stellungen Labordere CentralEimetisre Bagatelle hinausge⸗ worfen und auf die in das Biesmetal abfallenden Berghänge zurück⸗ gedrängt wurden, bereiteten sich in den Ostargonnen die deutschen Truppen zum Sturm auf die beherrschenden Höhenstellungen 285 und Fille morte vor. War dieses Ziel erreicht, so standen auf der ganzen Argonnenfront von der Gegend nördlich Vienne⸗sle⸗ Chateau bis Boureuilles die Deutschen in überlegenen Stellungen, als eine eiserne Wand, an der jeder Angriffsversuch der Fran⸗ zosen zerschellen mußte. 8

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VI. Die französischen Stellungen nordöstlich, nördlich und nord⸗ westlich von der Höhe 285, auf dem Riegel, der Bolante und dem

in die Vallse des Courtes Chausses vorspring. N durchschnittlich 40 bis 50 Schritte, an manchen Stellen auch nur 20 Schritte von den deutschen Stellungen entfernt. Da auf dieser ganzen Front das Gelände imm allgemeinen von Süden nach Norden abfällt, von der Höhe 285 nach Nyrdysten in das Osson⸗Tal, von la Fille morte in den Meurisson⸗Grung, weiter wesclich in ein Seitental der Vallse des Courtes Chausse; hatten die Fran⸗ zosen den Vorteil der besseren Beobachtung und infolgedessen des freieren Schußfeldes gegen unsere Stellungen und rückwärtigen Verbindungswege. In den Tälern des Osson, der Cheppe, des Meurisson, der Vallée des Courtes Chausses und auf den in diese Schluchten abfallenden Berghängen ist der kurzstämmige Wald⸗ bestand mit außerordentlich dichtem Unterholz und Dornengestrüpp durchwachsen. Auf den Höhen wird der Wald lichter, der Boden ist von Farrenkräutern und hohem Gras bedeckt; hier war im übrigen, ebenso wie drüben im Bois de la Grurie(Westargonnen), während der langen Kampfmonate fast der ganze Bodenbestand vom In⸗ fanterie- und Artilleriefeuer weggefegt. Die französischen Stellun⸗ gen auf diesen Höhen bestanden aus mehreren hintereinanderliegen⸗ den, 2 bis 3 Meter tief in den Boden eingeschnittenen Schüten⸗ gräben, die durch ein vielfach verzweigtes Netz von Verbindungs⸗ gräben untereinander und mit den auf den Höhen 285 und Fille morte gelegenen Reservestellungen verbunden waren. Die Gräben der Kampfstellung waren durch Abstemmen mit starkem Balken⸗ werk, durch Drahtmaschenwände, Mauern, Zement und Faschinen befestigt, an vielen Stellen mit 1 bis 2 Meter hohen Eindeckungen versehen, und alle 5 bis 6 Schritt durch starke Schulterwehren unterbrochen. Dutzende von Blockhäusern mit mehreren neben⸗ und übereinander angebrachten Maschinengewehr-Ständen dienten in den vorderen und rückwärtigen Stellungen, sowie im Zwischen⸗ gelände als Stützpunkte. Zur Unterkunft für die Besatzungen der vorderen Gräben und die Reserven waren geräumige Höhlen tief in den Boden gebohrt. Vor der vordersten Feuerstellung, zwischen den Gräben der rückwärtigen Linien, und ganz besonders in dem undurchdringlich dichten Unterholz der mannigfach verzweigten Schluchten und Seitentäler befanden sich breite Drahthindernisse, teils aus gespannten Stacheldrähten, teils aus spanischen Reitern und Drahtwalzen zusammengesetzt. Von dem ganzen Labyrinth dieser kunstvoll angelegten Befesti⸗ gungen war aus den deutschen Stellungen weiter nichts zu sehen, als ein hellgelber, schmaler Streifen aufgeworfenen Lehmbodens, hie und da einzelne Balken eines Blockhauses oder ein Stückchen blanker Stacheldraht. Weit dahinter standen im ganzen Walde ver⸗ teilt die französischen schweren und leichten Batterien, etwas näher heran die Minenwerfer, Bronce-Mörser und Revolverkanonen. Als Zeitpunkt für den Angriff auf diese Stellungen wurde der 13. Juli bestimmt. Kurz nach Tagesanbruch sollte das Artillerie⸗ und Minenfeuer beginnen, auf 8 Uhr vormittags war der Angriff auf einen vorgeschobenen Teil der französischen Befestigungen vor unserem linken Flügel und auf 11 Uhr 30 Minuten vormittags der

Sturm auf der ganzen Front festgesetzt.

Aus späteren Gefangenen⸗Aussagen und aus aufgefundenen französischen Befehlen hat sich ergeben, daß der Feind im östlichen Teil der Argonnen schon seit einiger Zeit seinerseits einen großen Angriff plante, der ursprünglich für den 11. Juli befohlen war, dann aber wieder verschobem und für den 14. Juli, den Tag des französischen Nationalfestes, festgesetzt wurde. Und zwar sollten an diesem Tage sämtliche Truppen des französischen V. und XXXII. Armeekorps mit zugeteilten Verbänden mehr als 8 Divisionen auf der ganzen Argonnenfront und den anschließenden Außen⸗ abschnitten angreifen. Im Bois de la Grurie und westlich der Argonnen wurde dieser Angriff auch tatsächlich am 14. Juli aus⸗ geführt und scheiterte unter schweren Verlusten. Inzwischen kam es aber in den Ostargonnen ganz anders, als man gedacht hatte. Dadurch, daß die Franzosen selbst ein Unternehmen beabsich⸗ tigten und daß sie gewarnt durch die gesteigerte Tätigkeit der deutschen Artillerie und durch andere Anzei eines bevorstehenden Angriffs von unserem Sturm keineswegs überrascht wurden, trafen unsere Truppen den Feind aufs beste vorbereitet. Die fran⸗ zösischen Kampfstellungen waren stark besetzt, die Artillerie war mit einer außergewöhnlich großen Menge Munition ausgerüstet, alle Arten von Nahkampfmitteln waren reichlich bereitgestellt.

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