Ausgabe 
(5.8.1915) 182. Erstes Blatt
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hatent über 500 Tote und 1000

here amerikanische Gesandte in Madrid,

den aus Montreal: Im Nebel

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Ein Ohnmachtsaufall des russischen Ministerpräsidenten.

Berlin, 4. Aug.(Privatmeldung.) DieVossische Zeitung meldet aus Petersburg: Am Vorabend der Dumasitzung hatte der Ministerpräsident Goremykin während der Sitzung des Ministerrates einen langandauernden Ohumachtsanfall. Der herbeigerufene Arzt brachte ihn nach dem Jelagin⸗Palast, wo sich nachts der Anfall wiederholte. Während der ersten Sitzung fiel an Goremykin ein Zucken an der rechten Hand und das Nachschleppen des rechten Beines auf, was man zunächst auf eine begreifliche Ner⸗ vosität zurückführte.

Die russischen Steuern.

Petersburg, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Ukas des Zaren hat befohlen, anläßlich des Krieges er⸗ höhte Steuern und Abgaben bis zum 1. Januar 1918 bei⸗ zubehalten. Ein weiterer Ukas des Zaren gibt dem Finanz⸗ minister die Ermächtigung zur Ausgabe einer 9. 10. und 11. Schatzscheinausgabe von je 500 Millionen Rubel zur Deckung abgelaufener Schatzscheine.

Aus Rumänien.

Bukarest, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Auf dem gestern abgehaltenen wirtschaftlichen Kongreß ist eine Denk⸗ schrift der Vereinigung der landwirtschaftlichen Syndikate verlesen worden, die sich auf Erleichterungen für den Transport und die Ausfuhr bezieht, soweit sie vom Mi⸗ nisterrat im Prinzip gebilligt worden sind. Die vorgeschla⸗

enen Erleichterungen betreffen eine Aufhebung des dee für alle Getreidearten, die Erweiterung mehrerer Bahnhöfe, die Erlaubnis zur Beförde⸗ rung in Fuhren von jedem Ort des Landes bis an die Grenze und den Bau von Kleinbahnen auf der zur Grenze führenden Straße. Die Zollabfertigung soll nicht nur an den Grenzstationen, sondern mehr landeinwärts ermöglicht werden. Rumänische Eisenbahnwagen werden den landwirt⸗ schaftlichen Syndikaten zur Verfügung gestellt, desgleichen die im Lande befindlichen fremden Eisenbahnwagen, die beladen nach dem Auslande gehen, während rumänische

Wagen bis zur Grenze fahren dürfen. Der Kongreß hat in einem Schlußantrag folgende Wünsche zusammengefaßt:-

Aufhebung des Ausfuhrverbots, Anschaffung einer genügen⸗ den Anzahl von Säcken für die Ausfuhr, Feststellung der Modalitäten der Ausfuhr von landwirtschaftlichen Erzeug⸗ nissen im Einvernehmen zwischen der Vereinigung der Syn⸗ dikate und dem Arbeitsminister, Freigabe des Transports in Fuhren und Bezahlung der Zollgebühren nach Verladung der Ware.

Der türtische Bericht.

Konstantinopel, 4. Aug.(WTB Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront griffen unsere Truppen heftig eine feindliche Nachhut an, die in den, Stellungen in der Umgebung von Hamur, östlich Kilidj Guedigui, den Rückzug der Hauptmacht zu decken versuchte. Wir jagten den Feind nach Norden und machten 150 Gefangene. Die Russen Verwundete. Unsere verfolgenden Abteilungen besetzten Karakilissa und die Umgegend nördlich von Hamur. 1

An der Dardanellenfront am 3. August bei Ari Burnu Schützengrabenkämpfe ohne Bedeutung. Unsere Artillerie zerstörte eine feindliche Bombenwerferstellung auf unserem linken Flügel. Ein feindlicher Kreuzer beschoß ohne Wirkung Altschi Tepe. Unsere Artillerie erwiderte das Feuer und traf ein feind⸗ liches Torpedoboot, das sich entfernte. Ein feindlicher 5 warf eine Bombe auf das Hospital in Eznie, südlich Kum Kale, ab, die einen Verwundeten tötete. Am 3. August ließen ein Kreuzer und vier Torpedoboote über Sighadjt Kliman, südlich

Smyrna, ein Flugzeug aufsteigen, das drei Bomben abwarf, die

eine Person töteten. Die erwähnten Schiffe schleuderten 200 Gra⸗ naten auf den genannten offenen Ort, durch die ein Haus zerstört wurde. An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.

Heldentaten französischer Kriegsschiffe.

Konstantinopel, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der französische geschützte KreuzerD' Entrevasteaux beschoß am 23. Juli im nördlichen Teil des Sandschak, Tripolis und Syrien Kamelherden; der HilfskreuzerIndiana feuerte an

Küste von Mersina auf Bauern, die Getreide droschen. Das Vorgehen der feindlichen Schiffe, die unschuldige Bevölkerung, die sich mit der Beschaffung ihres Unterhaltes beschäftigt, zu be⸗

schießen, ist ein neuer Beweis der unmenschlichen Art feindlicher B Kriegführung. 0

Verbot der Steinkohlenausfuhr in England.

London, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Steinkohlen⸗ ausfuhr nach allen Auslandsorten außer den bri⸗

tischen Besitzungen ist verboten worden.

Die Handelsflotte Norwegens.

Berlin, 5. Aug. DemBerliner Lokalanzeiger wird aus Kopenhagen berichtet, daß von allen Aeutralen Ländern Norwegens Handelsflotte zweifellos die größten Verluste erlitten hat. Es hat über 50 Schiffe völlig ver⸗ loren, deren Versicherungswert 16 Millionen Kronen be⸗ trägt. Insgesamt ist das norwegische Erwerbsleben bis um 35 Millionen Kronen geschädigt worden.

Aus Amerika.

Washington, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der frü⸗ i l Taylor, empfahl beim Zusammentreten der nationalen Friedenskonserenz in Washington,

Kongreß zu einer außerordentlichen Sitzung einzuberufen, um den Präsidenten zu ermächtigen, die Ausfuhr von Waffen und Munition nach allen kriegführenden Ländern zu verbieten. Taylor erklärte, seine Sympathien seien trotzdem auf englischer Seite.

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der Seekrieg.

Lyon, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)Nouvelliste meldet

aus Brest: Die englischen SchiffeTurguoise und Noug⸗

get wurden von einem deutschen Unterseeboot bei den Scilly⸗ inseln versenkt.

London, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der englische DampferRanza(2320 Tonnen) ist versenkt worden. Neun Mann der Besatzung sind von dem holländischen DampferPrins Willem V. gerettet worden.

London, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter mel⸗ sind die britischen Dampfer Bengorehad undBatiscan bei Hare Island, S Meilen oberhalb Quebec, zusammengestoßen. Ein Schiff lief am

Strand auf, das andere erreichte Montreal. Der Schaden scheint

beträchtlich zu sein.

London, 4. Aung(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Lloyds Agentur meldet: Der belgische DampferKoophandel ist gesunken; neun Mann der Besatzung sind ertrunken.

Die Tätigkeit der russischen Flotte.

Petersburg, 4. Aug.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Generalstabes. In der Ostsee hat ein englisches Untersee⸗ boot einen großen deutschen Trans portdampfer ver⸗ senkt.(Wie wir von zuständiger Stelle hören, handelt es sich um einen von der Marine vorübergehend in Gebrauch genom- menen Dampfer.)

Petersburg, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ter General⸗ stab des Generalissimus meldet weiter: Im Schwarzen Meer steckten unsere Torpedoboote ein Kohben lager in Brand und zerstörten zehn mit Kohlen beladene Segelschiffe. An der anato⸗ Iischen Küste vernichteten unsere Torpedoboote über 200 mit dem Transport von Kohlen und Kriegsmunition beschäftigte Segel⸗ schiffe und drei Werften für den Bau solcher Schiffe. Die auf einzelnen dieser Schiffe befindliche Kriegsmunition wurde beschlag⸗ nahmt.

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Aus dem Reiche.

Neue Höchstpreise?

Berlin, 5. Aug. DieVossische Zeitung meldet aus Dresden, daß das sächsische Ministerium des Innern in Beant⸗ wortung einer Eingabe die bisher gegen den Lebensmittelwucher getroffenen Maßnahmen aufzählt und dabei die neue Mitteilung macht, im Bundesrat würden gegenwärtig Höchstpreise für Fleisch, Milch, Butter und Käse erwogen. Ferner würden die ersten Schritte zur Verhütung einer unangemessenen Steigerung der Kartoffelpreise für den Winter unternommen. Es wird eine Bestandaufnahme der Kartoffeln schon während der Ernte vorgesehen.

*

Berlin, 4. Aug.(WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser hat heute, am Jahrestage der denkwürdigen Reichstagssitzung vom 4. August, dem Reichstagspräsidenten Dr. Kämpf den Charak⸗ ter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz ver⸗

liehen. Der Reichskanzler fuhr mittags bei dem Präsidenten Kämpf vor und überbrachte ihm das Patent mit seinen besten Glückwünschen.

Berlin, 5. Aug. Nach einer Meldung des Berliner Lokalanz. sind die Aussichten für die Weinernte in Baden, Württemberg und Rheinland 51 günstig. Der diesjährige Wein sei in Güte und Menge dem der drei letzten Jahre weit überlegen. Man rechne im Durch⸗ schnitt mit einer Dreiviertelernte, vereinzelt sogar mit einer Vollernte.

Hamburg, 4. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Dem General⸗ direktor Ballin ist vom Kaiser das Eiserne Kreuz am weißen Band verliehen worden.

Wirtschaftspolitische Fragen erörtert Reichstagsabg. Dr. Werner in einer Zuschrift an uns, die sich mit einer kürzlich imGießener Anzeiger er⸗ schienenen Einsendung über die Lage am Frankfurter Vieh⸗ markt beschäftigte. Es überrascht uns, daß der Abg. Dr. Werner, indem er dieser kurzen Notiz einen polemischen. Wert unterlegt, den sie wirklich nicht gehabt hat, an⸗ nehmen zu sollen scheint, unser Blatt habe landwirtschaft⸗ liche Interessen nicht mit der genügenden Berücksichtigung behandelt. Ganz im Gegenteil haben wir seinerzeit aus⸗ drücklich seinen in der nachstehenden Zuschrift aus seführ⸗ ten Standpunkt in einer ganzen Reihe von Artikeln aus sachverständiger Feder in vielen Dingen geteilt und es vor allem noch vor einigen Tagen(Nr. 177 des Gieß. Anz.) deutlich abgelehnt, die gegensätzlichen Treibereien zwischen Produzenten⸗ und Konsumentenkreisen mitzumachen. Was die Frage der Schweineschlachtung betrifft, die den Haupt⸗ gegenstand der een des Herrn Dr. Werner bildet, so hat Prof. Dr. Kleberger, der Verfasser der oben erwähnten Artikelserie, in Nr. 55 desGieß. Anz. schon am 6. März d. J. gründlich und wissenschaftlich nachgewie⸗ sen, daßeine Verringerung unseres Schweinebestandes geradezu als eine e Auch eide unserer Volksernährung an⸗ zusehen ist. Die Zuschrift des Abg. Dr. Werner lautet:

3. Aug. 1915, Erstes Blatt) nötigt mich zu folgender Erwiderung: Der Satz:Die Absicht des preußischen Landwirtschafts⸗ ministers,den Landwirten bei der Abschlachtung der Schweine te Preise zu sichern, ist mehr als erreicht, zeugt von einer r Unkenntnis der tatsächlichen Entwicklung, daß er sich würdig dem an die Seite stellt, was mit kaum verhüllter, Absicht unter dem immer seltsamer gedeuteten Burgfrieden an offener oder versteckter Stelle gegen unseren Bauernstand aus⸗ gestreut wird. Gewiß haben die Schweinepreise einen bedrohlich hohen Stand erreicht und lasten schwer auf allen, besonders aber den kinderreichen Familien und den kleinen Leuten. Das ist auf das tiefste uu beklagen. Aber wer ist schuld daran? Nicht die auern!

Diese haben sich mit aller Entschiedenheit und im Hessen⸗ land auch mit Erfolg gegen das allgemeine Schweineabschlachten gewehrt und die dadurch kommende Fleischteuerung 1

Wer aber hat das Töten sämtlicher Schweine über 70 und

90 Pfund immer stürmischer gefordert? Wer hat das Schwein als unseren größten Feind bezeichnet? Wer fand Gefahr in der Kartoffelverfütterung an Schweine, obgleich wir stets genug und abergenug Kartoffeln hatten, wie es sich dann auch im Frühjahr und Vorsommer erwies?. 5 Nun es waren nicht die Bauern, wohl aber die ho gesehenen Volkswirtschaftler Ballod, Sering, Zuntz, Eltz⸗ bacher 11 55 es waren die eigenartigfür Konsumenteninteressen wirkendeVereinigung und die politischen Richtungen, die jetzt am lautesten über die Fleischteuerung klagen, die sie doch selber mitherbeigeführt haben. Die Dinge liegen doch in nüchterner Betrachtung so: Hätte man auf das Massenabschlachten und die zwecklose Kar⸗ toffelaufstaplerei verzichtet, so wären nicht Unmassen von Kartoffeln verfault und wir erfreuten uns heute erträglicher Schweine⸗ und Fleischpreise. f

Deshalb aber ist der oben angeführte Satz des Frankfurter Zuschriftstellers eine höchst gefährliche Verdrehung der Tatsachen, die nur allzusehr geeignet erscheint, die öffentliche Meinung zu vergiften. 5

Denn selbst, wenn der preußische Landwirtschaftsministerbei der(wohlgemerkt erzwungen en!) Abschlachtung nicht, wie der Einsender beweisen will, durch die Abschlachtung gute Preise zusichert, so ist das doch an und für sich nichts Unberechtigtes und Unbegreifliches. Denn in der Schweinemast liegt der Haupt⸗ verdienst gerade des Kleinbauern und steckt viele nicht angenehme Arbeit des kleinbäuerlichen Haushalts.

Ich habe aber noch keinen Stand kennen gelernt, der seine Arbeit gern möglichst billig verkauft. Also Gerechtigkeit auch gegenüber dem bäuerlichen Volksgenossen!

Von dem erstrebenswerten Ziel den gleichmäßigen, mitt⸗ leren Preise, bei denen Erzeuger und Verbraucher auf ihre Rechnung kommen, hat uns der große Krieg weit entfernt, denn die. Verteuerung der Hraftfuttermittel und das Verbot, bezw. die Einschränkung der Getreide ver! fütterung waren gewiß nicht geeignet, einer Verminderung der Viehbestände entgegenzuarbeiten.

Was kann des weiteren der Bauer für die hohen Brotpreise? Fam ist für seine Frucht ein Höchstpreis festgesetzt; er trägt nicht

chuld daran, so wenig wie der Bäcker und der Kleinmüller, daß wir noch keinen Mehlhöchstpreis haben, trotzdem er und wir alle darnach verlangen.

Die Gerechtigkeit erfordert also, daß man die Dinge sieht, wie sie liegen und nicht so, wie sie manchem gerne erscheinen möchten.

Die deutsche Landwirtschaft hat gerade im jetzigen Kriege für alle, die sich überzeugen lassen wollen, ihre Unentbehrlich⸗ keit nachgewiesen. Wohin wären wir gekommen ohne unsern Bauernstand? Bedarf es dafür noch der Beweise?

Deshalb soll man sich hüten, ihm Unrecht zu tun und ver⸗ einzelte Vorlommnisse ihm allgemein vorzuwerfen, ihn gar für die Teuerung verantwortlich zu machen. Wer sehen will, wo sich Nahrungsmittel und Rohstoffe in Hülle und Fülle befinden und

wer ihre Besitzer sind, der nehme sich den Anzeigenteil derFrank⸗

des Deutschen Reiches erfolgt durch die Reichsfutter⸗

Die Zuschrift vom Frankfurter Viehmarkt(Gießener Anz. 180, K

furter Ztg. und des, viel lernen. Doch dart un zu unterhalten haben.. 17 1

Dr. Ferdinand Wer

Aus Stadt und Cand.

Gießen, 5. August 1915.

Landesverteilungsstelle für Futtermittel. 5

Bekanntlich sind folgende Futtermittel beschlag⸗ nahmt: 597 Gerste, zuckerhaltige es mittel, Kleie und Kraftfuttermittel. Die Ver⸗ teilung dieser Futtermittel auf die einzelnen Bundesstaaten

er werden wir uns f

mittelstelle in Berlin. Im Großherzogtum Hessen wird die weitere Verteilung des Hafers durch die Kommunalver⸗ bände, die der übrigen Futtermittel durch die Landes ver⸗ teilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt vor⸗ e Für die Zuweisung der Futtermittel ist in erster inie der Viehstand e Ausführende Geschäftsstelle der Landesverteilungsstelle ist die Zentralgenossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine in Darmstadt. Sie verwendet die zugewiesenen Futtermittel an die in allen Gemeinden des Landes errichteten örtlichen Ver⸗ teilungsstellen. Als solche sind in der Regel die roßh. Bürgermeistereien oder eine Genossenschaft bestimmt. Die Bestellung und Versendung der Futtermittel 1 5 sich wie folgt? Die Viehhalter einer Gemeinde wer⸗ en von der örtlichen Verteilungsstelle aufgefordert, bei ihr den Bedarf an Futtermitteln anzumelden. Die örtliche Ver⸗ teilungsstelle gibt diese Bestellung für die Gemeinde im ganzen an die Landesverteilungsstelle ab, die dann auf Grund der vorhandenen Futtermittelmengen zu beschließen hat, wieviel von den Futtermitteln den einzelnen Gemeinden zugewiesen werden kann. Diese Mengen sendet die Zentral⸗ genossenschaft an die örtlichen Verteilungsstellen, die dann ihrerseits eine eee unter die Besteller vornehmen. Die Landesverteilungsstelle oder die Zentralgenossenschaft können Bestellungen einzelner Vehhalter nicht entgegen⸗ nehmen. Bestellung und Lieferung können vielmehr nur durch die Vermittlung der örtlichen Verteilungsstellen er⸗ folgen. Wegen des Bedarfs an Hafer haben sich die Pferdebesitzer an die Kommunalverbände zu wenden. Gefangene in Schweden. Postsendungen der in Schweden festgehaltenen deutschen Heeres⸗ und Marineangehörigen

sind wie die Sendungen der Kriegsgefangenen von allen Post⸗ gebühren befreit. Auskunft über diese Personen erteilt das Högkvarterets personalbyra Kungl. Krigsarkivet, Arvfurstens pa⸗

lats, Stockholm 2. 5

Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Dragoner stud. electr. Ferd. Naumann aus Schwickarts⸗ hausen. Musk. Heinr. Ruckelshausen, Ins.⸗Rgt. 92, aus Arnshain. Landwehrmann Konrad Ruckelshausen, Land- wehr⸗Ins.⸗Rgt. 87, aus Ehringshausen(Oberhessenj. Musketier Karl Eckhardt, Res.⸗Inf⸗Rgt. 221, aus Hochelheim. Gardist Heinr. Klös, Inf.⸗Rgt. 115, aus Lehnheim. Hauptmann Berth. Riedesel Freiherr zu Eisenbach, 1. Garde⸗Res.-Rgt., aus Darm- stadt. Landwehrmann Heinr. Schmidt, Landw.⸗Inf.⸗Rgt. 87, aus Sellnrod. Musketier Louis Fuchs, Ref.⸗Inf.⸗Rgt. 118, aus Feldkrücken. Grenadier Karl Müller, Res.⸗Rgt. 64, aus Nieder⸗Quembach. Lt. Jos. Grohe, Inf.-Rgt. 168, aus Butzbach.

*

Auszeichnungen. Dem Leutnant d. Res. Willy Spoerhase aus Gießen, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verlieheu. Das Eiserne reuß erhielt der Unterveterinär Adolf Zapf aus Gießen, beim Feld-Artillerie- Regiment 2.

i Militärische Ausbildung der Jugend. Nächsten Sonntag, den 8. d. M., nachmittags unternimmt unsere Jungmannschaft einen hal 1 Marsch über SteinbergPfahlgraben Langgöns. Es wird um Uhr an der Universitätsbibliothek angetreten und es ist erwünscht, daß die Karten mitgebracht werden.

* Die Trauerfeier für den Stadtverord⸗ neten Friedberger hatte gestern nachmittag eine an⸗ sehnliche Trauergemeinde in der Leichenhalle auf dem Fried⸗ hof am 1 versammelt. Als äußeres Zeichen der Ehrung hatten die Stadt Gießen, die Großh. ndels⸗ kammer und der Verein der freisinnigen Volkspartei präch⸗ tige Kranzspenden mit Widmungsschleifen am Sarge niedergelegt. Provinzialrabbiner Dr. Sander hielt die Gedächtnisrede. Oberbürgermeister Keller widmete namens der Stadt Gießen dem Dahingeschiedenen einen herzlichen Nachruf, Fabrikant Zurbuch sprach namens der Großherzoglichen Handelskammer, deren Mitglied Friedberger war. Geh. 79 2 1 7 Metz als Vorsitzender des Vereins der freisinnigen Volkspartei, dessen Vorstand der Verstorbene seit langen Jahren angehörte, widmete dem toten Mitkämpfer Worte der Anerkennung und des treuen Gedenkens. Mit einem Gebet des Rabbiners Dr. Sander wurde die eindrucksvolle Trauerfeier geschlossen. 10 Leiche wurde nach Offenbach zur Einäscherung über⸗ führt. 8 N

* Fremdsprachliche Geschäftsbezeichnun⸗ gen. Gegen die Fremdwörtersucht, die namentlich im Ge schäftsleben vielfach zu einem geschmacklosen und dem vater⸗ ländischen Empfinden widerwärtigen Gebrauch e licher Ausdrücke geführt hatte, ist bereits vor dem Kriege angekämpft worden. Wenn auch der Krieg hierin Besse⸗ rung gebra schr. so werden doch noch immer in Ge⸗ schäftsaufschriften, Geschäfts anzeigen und empfehlungen, Rechnungen und 17 zahlreiche Fremdwörter, die sehr wohl durch gute deutsche Aus⸗ drücke ersetzt werden könnten, verwendek. Mit Recht wird diese Unsitte beanstandet; ihre Bekämpfung läßt sich der allgemeine deutsche Sprachverein besonders angelegen sein. So hat der Zweigverein Frankfurt a. M. zur Reinigung und Verbesserung der deutschen Geschäftssprache ein Ver⸗ deutschungsheft für Handel und Gewerbe herausgegeben, dessen Anschaffung und entsprechende Benutzung vater⸗ ländische h eines jeden deutschen Kaufmannes sein sollte. Bestellungen auf das Fele dessen Preis ganz gering⸗ fügig ist, nimmt die Handelskammer Gießen gerne ent⸗

egen. b i gegen. Pferdeversteigerung. Samstag, den 7. August, vormittags 10 Uhr, findet auf dem Pferdemarktplatz zu Darmstadt eine Versteigerung von 30 für die Landwirtschaft noch brauchbaren ausrangierten Militärpferden, sowie 20 Fohlen jranzösischen Typs im Alter von 5 Monaten bis zu 3 Jahren statt. g

Landkreis Gießen. f

OGarbenteich, 4. Aug. Dem Vizeseldwebel Seng in der Leib-⸗Komp. Inf.⸗Rgts. 168, wurde die hess. Tapferkeits⸗ medaille e Seng ist bereits seit September Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse.

m. Lollar, 3. Aug. Der seit Ende Mai als vermißt geltende Wilhelm Klippel ist nach jetzt eingetroffenen Nach⸗ richten in russischer Gefangenschaft.

B. Allendorf a. d. Lumda, 2. Aug. Eine schöne Feier des Jahrestags des Krie rn fand gestern abend in Ransts Saal dahier statt. rt Mie 5