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am 14. Juli d. hrer Sch . f 1511 e 9 fe Hr re 05 n 0.— e Gr 4. Juli d. J. dem Lehrer Heinr. Sch en e eee anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Sil⸗ berne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit . 85* 1 1 7 agen wurde am 17 5 3 2 1 amtsaspiranten o Jung aus Holzheim die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Glenmenhal 5 Kreis Alsseld. 905
n * Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen an Adam Lem b VI. zu Hechtsheim.
1 Ein Urteil über das Gießener Gefan⸗ genenlager in der„Times“. Der englische Staats⸗ sekretär des Aeußern veröffentlicht durch das Pressebureau einen Bericht der amerikanischen Gesandtschaft in Berlin
über die Besuche, die ein Beamter dieser Gesandtschaft ver⸗
Ueber das Gießener Lager urteilt er besonders günstig („Times“ vom 30. Juli 1915):„Mein Besuch in diesem Lager bestätigte den ersten Eindruck: es ist eines der best— organisierten, saubersten und zufriedensten Lager die ich besucht habe. Es waren nur britische und französische Gefangene da, außerdem ein paar Belgier; die Russen waren alle fortgebracht worden. 1700 britische Sol⸗ daten waren hier interniert, und von diesen waren 450 Kanadier.“
*Gedenkstein auf dem Windhof. Die im eee Windhof untergebrachten Soldaten haben ihren gefallenen Kameraden mit eigener Hand einen Gedenkstein errichtet, der jetzt fertiggestellt ist und einen künstlerischen Eindruck macht. Die feierliche Einweihung wird am kommenden Sonntag, nachmittags 4 Uhr, statt⸗ finden. Anschließend findet Bewirtung der Verwundeten und Gäste statt, wobei die Musikkapelle des Landsturm⸗ bataillons Gießen spielen wird.
* Wer sich nicht nach der Decke streckt... Bei Beschlagnahme des Brotgetreides wurde bekanntlich den Landwirten als sogen. Selbstversorgern so viel Frucht bzw. Mehl. belassen, als sie mit ihrer Familie nach der amtlichen Feststellung bis zum 15. August zu beanspruchen hatten. Nun können viele dieser Selbstversorger mit ihrem Vorrat nicht auskommen, weil sie es nicht verstanden, sich ihren täglichen Bedarf an Brot 1 11 uteilen, sondern unbekümmert wie Rin Friedenszeiten lustig drauflosaßen. So tritt jetzt häufig der Fall ein, daß diese Sorglosen ihren letzten Rest an Mehl verbacken haben und nun eine Zeitlang ohne Brot und Mehl ind. Da ist nun guter Rat teuer, denn die Annahme, sie könnten jetzt Brotkarten beanspruchen, ist gefehlt, denn weder Bürgermeister noch Kreisamt können über das vom Bundes⸗ rat festgesetzte tägliche Brot⸗ bezw. Mehlquantum hinaus⸗ gehen. Und wenn sich nicht ein guter Nachbar, der vielleicht etwas von seinem Vorrat enkbehren kann, erbarmt, so miüssen die Kartoffeln das Brot ersetzen, bis wieder durch die neue Ernte erneute Zuweisung erfolgt.
„* Die Obsternte ist in diesem Jahr im Kreise Gießen, soweit Aepfel und Birnen in Frage kommen, nicht nur sehr reichlich, sondern die Früchte sind, wie seit Jahren nicht, schön ausgewachsen, sauber und klar. Blattläuse und Blutläuse, welche 8 Obstbäume mehr oder weniger
Wheimgesucht haben, kennt man heuer ebensowenig wie ein Fleckig⸗ oder Schorfigwerden der Früchte. n nach dieser Richtung unsere diesjährige Ernte Stimmung ge⸗ macht wird, 5 entspricht dies nicht den Tatsachen.
1* Strafkammer⸗Ferien. Die Strafkammer,
welche seit acht Tagen nicht verhandelt hat, beginnt die nächste Sitzung erst wieder am 17. August.
Beschäftigungstellenloser Handlungs⸗
gehilfen beiden Staats⸗ und Gemeindebehör⸗ den. Der Deutschnationale Handlungsgehilfenver⸗ band in Hamburg und Wien hat Klage darüber geführt, daß stellenlose Handlungsgehilfen, besonders ältere, mit Gesuchen um aushilfsweise Beschäftigung bei
Staats- und Kommunalbehörden wenig Erfolg haben und
zwar teilweise auch darum, weil man sich scheue, Personen einzustellen, die noch landsturmpflichtig sind und somit noch zum Heere eingezogen werden können. Die Angehörigen des
Kaufmannsstandes seien jedoch vielfach gerade besonders ge⸗
eignet, augenblicklich bestehende Lücken auszufüllen, da sie sich das zur Versehung des Dienstes Erforderliche leicht anzueig⸗ nen wüßten. Die von den maßgebenden Stellen hierauf ge⸗ troffenen Anordnungen empfehlen den unterstellten Be⸗ hörden, alle an sie gerichteten Gesuche nach Möglichkeit zu berücksichtigen, mit dem Bemerken, daß die Heranziehung von ungedienten Handlungsgehilfen nicht die Beschäftigung von Kriegsin validen beeinträchtigen darf.
Landkreis Gießen. 0 Wieseck, 3. Aug. Finanzamtsaspirant Ad. Weller von hier wurde zum Hauptsteueramtsassistenten ernannt. — Utphe, 3. Aug. Als erster in unserer Gemeinde erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse der Wehrmann Gefreiter Karl
Weber. 2 82 Kreis Büdingen. fc. Büdingen, 3. Aug.„Damit sie zusammen Brot hätten, ging Ruth zur Zeit der Ernte aufs Feld und las die Aehren susammen, die liegen bliehen“, so berichtet die Bibel und so ollte es in den schweren Kriegszeiten heuer auch gehalten werden. Die Landwirte im Kreise Büdingen aber klagen sehr, daß vielfach die Aehrenleser Teile aus den im Felde stehenden Frucht⸗ haufen oder aus den Garben herausnehmen und mit⸗ gehen heißen. Die Feldschützen sind deshalb von der Behörde angewiesen worden, daß diese Mißbräuche beim Aehrenlesen an⸗ ezeigt werden, damit die biblischen Zustände wieder Platz greifen. 63 sei denn, daß ein Landwirt als„Boas“ sich zeigt. Kreis Alsfeld. 2 OStorndor], 2. Aug. Bei einem Gewitter, das Samstag mittag über unsere Gegend zog, schlug der Blitz in die Wirtschastsgebäude des Landwirts Johannes Weiß III. von hier, ohne jedoch zu zünden.. Kreis Lauterbach.
O Aus dem oberen Vogelsberg, 3. Aug. Die Wirkung des anhaltenden Regens macht sich jetzt auf unseren Höhen wunderbar bemerkbar. Die Wiesen, die noch vor kurzem ollständig rot gebrannt waren, haben nun ein üppiges Grün be⸗ kommen, und man findet sich sast in die Frühlingszeit zurückversetzt; nur sehlt der herrliche Blütenstand. Es wird noch ziemlich viel Grummet gemäht und geerntet werden können, und mancher Land- wirt wird dadurch den Mangel an Heu zum großen Teil wieder
usgleichen können.: Kreis Schotten. n A Laubach, 2. Aug. Zu längerem Ferienanfenthalt ind unter Aussicht einer Lehrerin 20 Schülerinnen aus Gießen im Gasthaus zum„Solmser Hof“ eingetroffen.— Musketier Heinrich Greaf vom Infanterie-Regiment 254 ist in i Rußland den Tod fürs Vaterland gestorben. Kreis Friedberg. fc. Bad⸗Nauheim, 3. Aug. Die Eheleute Philipp etzinger im nahen Langenhain feiern am 4. August,
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äser zu Wisselsheim, Kreis] Ta,
schiedenen Gefangenenlagern in Deutschland abgestattet hat.] h
* und geistig rustig, das Goldene Hochzeits
h. Bad Vilbel, g. Aug. Durch Generaloberarzt Dr. Over⸗ weg ⸗Kassel und Stabsarzt Dr. Achert⸗ Friedberg fand dieser
ge eine eingehende Besichtigung des hiesigen Sprudels und Sprudel bades sigtt. Die Unterfuchung hatte das Ergebnis, daß in Zukunft die Sprudelbäder an kurbedürftige Soldaten verabfolgt werden sollen. Später unterzogen die Militärärzte das rett einer eingehenden Besichtigung.
Starkenburg und Rheinhessen.
rb. Darmstadt, 3. Aug. Die Anklagen und Be⸗ strafungen gegen Bäcker, die gegen die Vorschriften des Bundesrats über den Mehl- und Brotverkauf verstoßen, mehren sich auch in Darmstadt in ganz außerordentlicher Weise. So stehen z. Zt. nicht weniger als etwa 40 Anklagen gegen Bäcker⸗ meister bevor, von denen mehrere, da sie schon wiederholt wegen Verstoßes gegen diese Vorschriften mit Geldstrafen belegt worden 5 jetzt nicht unerhebliche Gefängnisstrafen zu erwarten gaben
n. Offenbach, 2. Aug. Hier kamen mit einem Lazarettzuge 48 Austauschgesangene an, die sämtlich im Stadtkrauken- hause untergebracht wurden.— Vier hiesige erfahrene Kranken— schwestern reisten heute nach Konstantinopel, um dort in der Verwundetenpflege tätig zu sein.— Da in dem hiesigen Postamte sich intensiver Gasgeruch bemerkbar machte, so leuchtete der Hausmeister Hähnlein die Leitung an der Decke mit einem brennenden Zündholz ab. Dabei entstand plötzlich eine heftige Exploston, wobei die Zimmerdecke stark beschädigt wurde und die beiden Fenster in Trümmer gingen. Auch erlitt der Hausmeister derart erhebliche Brandwunden, daß er sofort ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Im ersten Schrecken 1 1 die Bewohner des Postplatzes allgemein an einen Flieger—
erfall. 0
fe. Klein⸗Krotzenburg, 3. Aug. Zwei französische Kriegsgefangene sind hier aus ihrem Unterkunftsraum entwichen. Beide sind nur der französischen Sprache mächtig.
Kreis Wetzlar.
Hochelheim, 3. Aug. Der im Jahre 1905 gegründete Turnverein hatte sich bisher gut entwickelt; er zählte bei Aus- bruch des Krieges bereits 118 Mitglieder. Bis jetzt stehen 56 Turner im Felde, davon sind zwei gefallen, zwei gelten als vermißt, einer wurde mit dem Eisernen Kreuz und einer mit der Hessischen Tapser— keitsmedaille ausgezeichnet. Da wieder 17 der Schule entlassene Jungmannschasten aufgenommen wurden, so geht der Turnbetrieb ungehindert weiter.
O Kröffelbach, 3. Aug. Im Alter von 70 Jahren st arb Gemeindevorsteher Bangel und wurde heute unter großer Be— teiligung zu Grabe getragen.
Hessen-Nassau.
ll Marburg, 3. Aug. In der gestern abend abgehaltenen Stadtverordneten-Versammlung wurde beschlossen, von der Regierungs verfügung, nach welcher zu den Stadtverord— neten-Ergänzungswahlen von einer Berichtigung der Liste der stimmsähigen Bürger abgesehen werden kann, Gebrauch zu machen und die letzte endgültige Liste vom Jahre 1914 gelten zu lussen. Ferner foll der Magistrat ersucht werden, zu beantragen, daß der am 1. Januar 1916 ablausende Beschluß, es wie bisher bei 30 (statt 36) Stadtverordneten zu belassen, auf weitere zwei Jahre Geltung erhält. Unter Vesschtedenem wurde gewünscht, daß der Magistrat Vorkehrungen tresse, die Wucherpreise für Lebens- mittel, besogders auf den Wochenmärkten, zu beseitigen. Auf den Dörsern würden den Bauern 1,20 Mk. für Butter und 12 Pig. für Eier bezahlt, hier koste die Butter 1,50— 1,80 Mk. und die Eier 15—16 Pfg.; bei den Kartoffeln, die mit 3 Mark gut bezahlt seien, verlange man das Doppelte und noch mehr. Das seien Wucherpreise, die nicht zu entschuldigen seien. Diese Uebel⸗ stände abzuschaffen, liege auch im Interesse der im Felde stehenden Krieger, die von ihren Angehörigen, die unter solchen Verhältnissen verarmten, nicht mehr unterstützt werden könnten. Seitens der Vertreter der Stadt wurde darauf hingewiesen, daß in aller Kürze die Städte gemeinsam gegen diese Wucherpreise vorgehen dürften.
h. Frankfurt a. M., 3. Aug. In einem kurzen Festakt wurde heute mittag der Zoologische Garten von der Stadt übernommen. Der Magistrat war durch Oberbürgermeister Voigt und mehrere Stadträte vertreten. An den bestehenden Verträgen des Gartens mit den Angestellten wird nichts geändert. — Seit Montag abend 6 Uhr steht das mehrere tausend Zentner Briketts enthaltende Kohlenlager der Kohlenhandlung Müller u. Sinning in der Lindleystraße in Flammen. Die Feuerwehr kann sich nur auf die Verhütung einer weiteren Ausdehnung des
altigen Brandherdes beschränken. Als Entstehungsursache des
andes wird Selbstentzündung angenommen.
l. Frankfurt a. M., 3. Aug. In den Räumen des Kunst⸗ vereins wurde heute mittag eine Ausstel lung eröffnet, die in etwa 250 Bildern den„Taunus im Bilde“ zum Gegen⸗ stand hat. Die mit erlesenem Geschmack zusammengestellte Schau bietet neben ihrem künstlerischen Interesse auch einen fesselnden Ueberblick über die Geschichte der„Taunus malerei“. Mit dem ältesten Bilde wartet das Historische Museum auf, einer Ansicht der Taunuskette von Adam Elsheimer um 1600. Wenige Jahrzehnte später stellte Merian seine Kupferstiche her, die in verschiedenen 1— Motive aus dem Taunus behandeln, allerdings im Zusammenhang mit Orts⸗ und Burgenansichten. Sehr spärliche und bedeutungslose Taunusbilder zeigt das 18. Jahr⸗ hundert. Bemerkenswert sind aus dieser Zeit nur eine Zeichnun Goethes und ein Stich Radl's, der eine„Wirtschaft am Walde“ darstellt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bricht die Blütezeit für das Taunusbild an. In Cronberg entstand die Malerkolonie: Burnitz, Tielmann, Maurer und Anton Burger. In reicher Fülle bannten diese die schönsten Landschaftsbilder des
chtaunus und der am Fuße des Altkönig und Feldbergs be⸗ legenen Städte, Burgen und Dörfer auf die Leinwand. Dann sind aus der Jetztzeit in langer Reihe vertreten die Maler Morgen⸗ stern, Hans Thoma, Wilhelm Steinhausen, Prof. Brütt, Boehle, Altheim, Eysen, Kinsley u. a. Von Max Liebermann ist die „Schlangenbader Allee“ ausgestellt. Wenn naturgemäß auch der Südrand des Gebirges am häufigsten im Bilde vertreten ist, so finden sich doch zahlreiche Motive aus den entfernteren Taunus⸗ gegenden, vor allem die Lahngebiete.
X. Hanau, 2. Aug. ie im Schützengraben Sinn für Humor vorhanden ist, bezeugt folgender Vorgang. Ein jüngerer Landsturmmann hatte in einem hiesigen Blatte ein Inserat er— lassen, in dem er in ruhigem Haushalte ein hübsches gemütliches Zimmer suchte. Prompt lief bet der Geschästsstelle des Blattes von Hanauer Reservisten aus einem französischen Schützen- graben ein Angebot ein, in dem ein entsprechendes Zimmer empfohlen wurde, gelegen in vorderster Linie mit 300 m Distanz vom Feinde, abends mit Rattenpolonaise und Igeltanz, unter Mit- wirkung von Geschütz- und Insanterieseuer mit Fliegerbomben.
X Melsungen, 2. Aug. Die hier erscheinenden„Hessischen Blätter“, Organ der hessischen Rechtspartei, sind vom stell— vertretenden Generalkommando des 11. Armeekorps nach vorher— gegangener fruchtlos gebliebener Verwarnung unter Vorzensur gestellt worden. ö a
Aus dem Main ⸗Rheingebiet, 3. Aug. Eine über⸗ aus reiche Obsternte ist heuer zu erwarten, vor allem scheinen die Birn⸗ und Aepfelbäume die Last kaum tragen zu können. Die
wetschen haben leider nach reichlicher Blüte einen ziemlichen Aus⸗ sall erlitten. Die Nachtfröste im Mai sind dieses Jahr ausgeblie⸗ ben, infolgedessen ein guter Fruchtansatz sich ausbildete. Der in den Morgenstunden des 13. Mai in einzelnen niederen Lagen im Maintal und im Rheingau eingetretene Frost(— 2e) hatte nur z. unbedeutende Schäden im Gefolge. Die Hauptsache ist es nun ß dafür gesorgt wird, das Obst richtig ausreifen zu lassen und es nicht, wie es so häufig geschieht, in nicht ganz reifem Zu⸗ stande einzuheimsen.
X. Bad Orb, 1. Aug. Der Bürgermeister der Stadt Bad Orb Dr. Dahmann, hat eine Bekanntmachung erlassen, in der da⸗ Verhalten eines Teiles der weiblichen Bevölkerung den Kriegsgefangenen gegenüber scharf verurteilt wirß.
Diese Bekanntmachung lautet:„Kaum sind 14 Tage vergangen, seitdem die von der Stadtverwaltung für die landwirtschaftlichen
Arbeiten der Bevölkerung angenommenen hier eingetroffen sind und schon wird auch hier i ar geführt, daß sich weibliche Personen an Kriegsgefangene herandrängen und mit ihnen anzubändeln versuchen, auch in späten Abendstunden. Die Schamlosigkeit solcher Weibspersonen verdient allgemein schärfste Verurteilung. Ich sehe mich deshalb veranlaßt, schon heute, und zwar auf Ersuchen der hiesigen Kommandantur, zu ex⸗ klären, daß die Namen solcher schamlosen Weibs personen, welche mit Kriegsgefangenen anzubändeln oder gar mit ihnen in Ver⸗ kehr zu treten suchen, veröffentlicht werden, damit die⸗ selben der allgemeinen Verachtung preisgegeben werden. Da⸗ mit dieselben aber an ihrem Vorhaben jeden Geschmack verlieren, ersuche ich die gesamte Bevölkerung, mich dadurch zu unterstützen, daß solche Weibspersonen sofort bei der Polizeiverwaltung zur Anzeige gebracht werden.“
l Aniversitäts⸗Nachrichten.
Berlin 3. August.(WTB. Nichtamtlich.) Die philosophische Fakultät der Berliner Universität hat den Geheimen Regierungs⸗ rat Dr. Wilhelm Siemens an seinem 60. Geburtstag zu ihrem Ehrendoktor ernannt in Würdigung seiner großen Ver⸗ dienste in der von ihm geleiteten Gesellschaft, ebenso wie durch zahlreiche von ihm angeregte Erfindungen um das Vaterland in Krieg und Frieden erworben hat.
Märkte. 1
je. Frankfurt a. R. Schweinemarkt bericht vom 4. Aug. Ausgetrieben waren 406 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 130.00— 133.00 Mk., Schlachtgewicht 158.00— 160.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 125,00 130.00 Mk, Schlachtgewicht 150.00— 155.00 Mk. vollfleischige Schweine von 100—120 Lebendgewicht 130.00 133.00 Mk., Schlachtgewicht 158.00— 160 Mk., vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 130.00 133.00 Mk., Schlachtgewich! 158.00—160.00 Mk. Geschäft langsam.
le. Frankfurt a. M., 4. Aug. Fruchtmarkt. Gerste, rumänische, 71—73 Mk., Kokoskuchen 65—68,00 Mk., Kleie 52 bis 53 Mk., Mais 6263,00 Mk. Stimmung fest. Kartoffeln 1616,25 Mk. ab Wetterau; ausländische Kartoffeln 16 Mk. inkl. Sack sranko.
se. Frankfurt a. M., 3. Aug. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren.
E Fulda, 1. Aug. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 215 Ferkel aufgetrieben. Bezahlt wurden je nach dem Alter 17, 23 und 30 Mk. pro Stück. Bei schwachem Auftrieb war trotz etwas zurückgegangener Preise der Handel schleppend.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 2. August 1915.
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
—
Fleischpreise in Gießen
Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht ½ Kg. 112—116 Pig. 102-138 Mk. 5
Kälber/ Kg. Schlachtgw. 95.117 Pf.“/„ 100 Pfg.
Schweine //— 150160, ä
Brotpreise in Gießen:
Weißbrot 2 Kg.— Pfg., Schwarzbrot 2 Kg. 71 Pfg.
der Slalson Gießen.
Cetreidepreise in Mann he im
Weizen 100 Kg. 27.00 Mek. Roggen 100 Kg. 23.00 Mk.
Meteorologische Beobachtungen
— E— 22 2 8 82 e ß 8 83 83 33 1 2 Aug. 5. d 8 S S Wee 1616[E 8 8 S S„ 8 2 2 2 2— 5 48 5 8 S 3 2% 742,8 21,9 9,2 47 SW 4 8 Bew. Himmel 3. va 743,8 15,6 10,4 79 WSW 2 3 2 5 4.% 744,7 15,0 10,2 80 SW 2 10] Bed. Himmel
2. bis 3. Aug. 1915= 22,27 C.
Höchste Temperatur am 5 1915 + 148.„
Niedrigste„ 2
„ 3.„ Miederschlag: 0,0 mu.
.
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Die über der Nordsee lagernde Depression zieht in nordöstlicher Richtung ab. Unter dem Einfluß des von Suͤdwesten her wieder langsam ansteigenden Lustdruckes werden wir für morgen noch mit zwar wolkigem, jedoch trockenem Wetter zu rechnen haben.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 5. August 1915 Wolkig, trocken, etwas wärmer, westliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Die Kriegslage im Osten.
Bern, 4. Aug. In einer Betrachtung über die Kriegslage im Osten stellte Stegemann im„Bund“ die beiderseitige Um⸗
*
N
1
klammerung des bastionartigen Vorsprungs Chotm, Iwangorvd.
Warschau, Lomza und Grodno mit einem reich entwickelten stra⸗ 2 Eisenbahnnetz mit dem Zentrum von Brest⸗Litowsk fest. Gelingt den Deutschen die Umklammerung, woran kaum zu zwei⸗ feln ist, so verkürzt sich die Angriffsfront der Verbündeten der⸗ gestalt, daß sie dann vom Dnjestr bis Riga eine gerade Linie bildet. Es ist natürlich ein Leichtes, die Weichselfestungen mit der An⸗ griffsfront ostwärts zu kehren. Selbst wenn wir annehmen, daß die Verbündeten nicht über die angegebene Front zu folgen ge⸗ denken, erreichen sie damit eine gesicherte, auf feindlichem Gebiet lie⸗ gende militärische Grenze, die sie mit bedeutend verringerten Kräften halten und hinter der sie die industriellen Zentren, sowie die weiten Ackerfluren Kurlands und Polens ausnützen können. Der Verlust der Fabrikanlagen ist zweifellos für die Russen schlimmer, als die Aufgabe des Bodens. Ihr strategischer Rückzug muß sie hinter Brest⸗Litowsk führen, wo sie mit einem Verlust von noch ungezählten Gefangenen und Geschützen anlangen werden. Daß ihre Angriffskraft für viele Monate, wenn nicht für immer ge⸗ brochen ist, läßt sich kaum noch bezweifeln.
Die griechisch-bulgarischen Verhandlungen.
Genf, 4. Aug. Der„Gazette de Lausanne“ wird von ihrem Pariser Berichterstatter mitgeteilt: Das Projekt des neuen Bal⸗ kanbundes hat zur Basis die Abtretung Cyperns an Griechen⸗ land, wofür Griechenland auf einen Teil des östlichen Mazedonien einschließlich Kawalle zu verzichten hat. Man denkt dadurch Bul⸗ garien zunächst für eine bulgarisch⸗griechische Entente unter den Auspizien der verbündeten Mächte zu gewinnen. England würde für Cypern entschädigt werden entweder durch einige ägäische Inseln oder einen strategischen Punkt der kleinasiatischen Küste.
Die letzten Vorschläge des Vierverbandes an Bulgarien.
Bukarest, 4. Aug.„Adeverul“ erfährt aus Sofia, daß die Vertreter des Vierverbandes in der nächsten Woche der bulgarischen Regierung auf deren letzte Note antworten werden. Es werde zugleich der letzte Vorschlag sein, den der Vierverband Bulgarien überhaupt unterbreite— Bulgarien werde nunmehr vor die Alternative gestellt wer⸗ den, entweder die neuen Vorschläge anzunehmen, oder die Beziehungen mit dem Vierverband abzubrechen.
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