Ausgabe 
(4.8.1915) 181. Erstes Blatt
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namens der Zentrumsgruppe der Oktobristen und der Na⸗ tionalisten eingebrachte Tagesordnung angenommen:

Kammern und großen öffentlichen Gewalten beseitigt, die fest⸗

ein U-Boot versenkt. Der Truppenrransport und der größte Teil der Bemannung sollen ertrunken sein.

Die Dardanellen-Unternehmung aufgegeben?

Athen, 3. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Mytelene wird gemeldet: Die Alliierten planen einen großen Angriff auf die kleinasiatische Küste gegenüber Mytilene, nachdem sie eingesehen haben, daß ein Vorwärtskommen auf Gallipoli ausgeschlossen ist.

Das Befinden des Sultans.

Konstantinopel, 4. August.(WTB. Nichtamtlich.) Der Sultan ist vollkommen wieder hergestellt. Er wohnte 8 im Palast der Feierlichkeit einer religiösen Vor⸗

esung bei. Die russisch⸗türtischen Kämpfe.

Konstantinopel, 3. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Erzerum wird gemeldet: Die Russen fahren fort, sich vor dem türkischen rechten Flügel zurückzuziehen, der auf der Verfolgung beständig Zusammenstöße mit russischen Nachhuten hat, die stets zu gunsten der Türken ausfallen. Die in den letzten Kämpfen gemachten russischen Gefange⸗ nen beginnen in Erzerum einzutreffen. Nach den bestimmten Aussagen russischer Gefangener ist die russische Armee in gedrückter Stimmung. 50 000 Russen, die an der Ostgrenze kämpften, hätten die Waffen weggeworfen und sich ge⸗ weigert, den Kampf fortzusetzen.

Die Haltung Bulgariens.

Berlin, 4. August. Nach einer Haager Meldung derTägl. Rundschau hat der bulgarische Ministerpräsident Rados la wo w einen Vertreter desPetit Parisien gegenüber betont, Bulgarien wäre unter Umständen bereit, den Mittelmächten oder der Türkei seine Hilfe zu leihen. Nachdem er geäußert hatte, daß Bulgarten, bevor es handele, noch die Antwort des Vierverbandes auf die letzte kulgarische Note, in der die nationalen Forderungen Bul⸗ gariens aufgestellt werden, abwarten wolle, fuhr der Minister⸗ präsident fort: Wir wissen, daß wir nicht immer neu⸗ tral bleiben werden, aber wir werden nur für unsere nationalen Interessen kämpfen. Wir wünschen den Vertrag von Bukarest zu vernichten, zu dessen Unterzeichnung man uns mit dem Messer an der Kehle gezwungen hat.

Ein Sturm im serbischen Parlament.

Berlin, 4. Aug. In derserbischen Skupschtina kam es, wie dieBerliner Morgenpost meldet, zu einer großen Kundgebüng der oppositionellen Parteien gegen Rußland und den Ministerpräsidenten Pasitsch. Veranlassung zu den stürmischen Szenen war das Verlangen Rußlands, Durazzo zu räumen. Minister⸗ präsident Pasitsch versuchte, die Haltung Rußlands zu rechtfertigen. Seine Worte riefen einen wahren Sturm der oppositionellen Abgeordneten hervor. Nach Beendigung der Sitzung traten die Führer der Opposition zu einer Beratung zusammen. Mehrere Redner beschuldigten Pasitsch, daß er die Politik Serbiens an den Rand des Abgrundes gebracht habe und verlangten seinen Rücktritt. Die Forderung Ruß⸗ lands, daß Serbien das besetzte Gebiet an Bulgarien ab⸗ treten solle, wurde von der Versammlung mit großer Ent⸗ rüstung aufgenommen und der Ueberzeugung Ausdruck ge⸗ geben, daß die serbischen Offiziere niemals zugeben würden, daß das durch blutige Kämpfe eroberte Mazedonien an Bulgarien abgetreten werde.

Ein französisches Blatt über die Absichten Rumäniens.

Paris, 3. Aug.(WDB. Nichtamtlich.)Libre Pa⸗ role äußert den Anfdaß man in Frankreich von jenen 1 5 Propheten befreit werde, die in der Presse und in

er Oeffentlichkeit immer wieder ein Eingreifen Rumäniens bevorstehend verkünden und dadurch das Volk nur nervös machen. Der Glaube, daß Rumänien ernsthaft ein⸗ greifen werde, sei wahnsinnig und wahnsinnig sei, wer sich einbilde, daß ein kleines Land mit 400 000 Solda⸗ ten das tun könne, was das ungeheure Rußland mit seinen ungeheuren Hilfsquellen nicht tun konnte. An ein Eingreifen Rumäniens sei nicht zu denken, solange nicht die Alliierten die Offensive ergreifen könnten.

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Der Beschluß der russischen Duma.

Petersburg, 3. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Duma hat folgende von dem G, rafen Bobrinsky

Die Reichsduma verbeugt sich vor den glorreichen und bei⸗ spiellosen 1 unserer tapferen Armee und Flotte; sie be⸗ stätigt, daß die Armee trotz aller militärischen Miß⸗ geschicke bei der ganzen Bevölkerung des Reiches den un⸗ erschütterlichen und einmütigen Entschluß gestärkt hat, mit den treuen Verbündeten den Kampf bis zum Enderfolg zu führen und keinen Frieden vor einem vollständigen Siege zu schließen. Sie erklärt, daß ein schnellerer Sieg durch den einmütigen Beistand der ganzen Bevölkerung und durch die Schaffung neuer Kampf⸗ mittel erreicht werden soll; sie fordert die Befestigung des inneren Friedens, Beruhigung und Vergessen des einstigen politischen Kampfes, sowie wohlwollende Aufmerksamkeit der Behörden gegen über den Interessen aller loyaler russischen Bürger ohne Unter⸗ schied des Namens, der Sprache und der Religion; sie hält dafür, daß nur eine innige Einigkeit zwischen dem ganzen Lande und einer sein volles Vertrauen genießenden Regierung zu einem schnellen Siege führen kann, und indem sie die unerschütterliche Zuversicht ausspricht, daß die bisher in den Armeelieferun⸗ gen bestehenden Fehler unverzüglich mit Hilfe der gesetzgebenden

gestellten strafwürdigen Mängel gut gemacht und die Urheber der Vergehen von den gesetzlichen strengen Strafen getroffen werden, wie immer auch ihre amtliche Stellung sein möge, geht sie zur Tagesordnung über.

Rodzianko, der mit 296 gegen 24 Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde, hielt hierauf eine Rede, in der er sagt: Der Krieg einigt uns; er hat alles verschwinden lassen, was uns trennte, indem er alle Vertreter des großen Rußland zu einem festen Ganzen vereinigte mit dem ein⸗ zigen Ziele: dem Siege. Er sprach den aufrichtigen Wunsch aus, daß die freundschaftlichen, auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden Beziehungen, die jetzt gebildet sind, zwischen allen Parteien nach dem Kriege fortbestehen mögen.

Berlin, 4. Aug. Einer aus Petersburg indirekt empfange⸗ nen Meldung derVossischen Zeitung zufolge schreibt der Rußkij Invalid, man werde wohl nicht nur Warschau, sondern auch die Festungen Jwangorod und Nowo-Geor⸗ giewsk aufgeben müssen. Es sei zuzugeben, daß der Feind den Russen durch unerschöpfliche Vorräte an Handfeuerwaffen, Ge⸗ schützen und Munition hoch überlegen sei. Das russische Volk müsse

Optimismus verhöhnen wird. Wir wollen darüber auch nicht strei⸗ ten. Es gibt Leute, die einer anderen Strategie zugeneigt sind. aber welche ist die richtigere? * 8 Belgien. 5 0 Le Havre, 3. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Als Ant⸗ wort auf die Anschuldigungen, welche die deu che Regie⸗ rung gegen Belgien vorgebracht hat, veröffentlicht die bel⸗ gische Regierung ein Graubuch mit Dokumenten, welche zeigen, daß Deutschland vier Monate vor dem Kriege Frankreich vorschlug, den belgischen Kongo mit ihm zu teilen und Belgien von der Liste der un⸗ abhängigen Nationen zu streichen.(Die n Regie⸗ rung hätte die Enthüllungen nicht am Jahrestage der Kriegseröffnung, April veröffentlichen sollen.) Eine Kundgebung der Bevölkerung Brüssels? Amsterdam, 3. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Echo Belge sagt, die Brüsseler Bevölkerung werde am 4. August als Kundgebung ein Stück zerrissenes Papier

sondern am 1.

deutschen Reichskanzlers.. 5

Es wäre eine Kinderei, die Deutschland belächeln müßte. Die Brüsseler dürften sich aber nicht wundern, wenn der Kanzler einen ihm gut dünkenden Gegenhebel ansetzen würde.

Der Seekrieg.

Cuxhaven, 3. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Heute morgen wurde das amerikanische VollschiffPaß of Balmaha durch einen Unteroffizier eines deutf Unterseebootes, das ihn nördlich von Schottland als Prisen⸗ besatzung an Bord gesandt hatte, hier ein gebracht. Wäh⸗ rend der i einmal schlief, nahm der Kapitän des Vollschiffes, das mit Baumwolle nach Archangelsk bestimmt war, sofort Kurs nach der englischen Küste. Er wurde aber durch den Unteroffizier alsbald gezwungen, wieder umzukehren. Nach dem Einlaufen in Cuxhaven stellte sich heraus, daß das Schiff bereits eine englische Prisen⸗ besatzung von einem Offizier und vier Mann an Bord hatte, als der deutsche Unteroffizier sich einschiffte. Die englische Prisenbesatzung zog es jedoch vor, sich gesichts des einen deutschen Unteroffiziers in einem der unteren Räume des Schiffes zu verbergen und wurde erst in Cux⸗ haven dort aufgefunden.

Die Argonnenkämpfe vom 20. Juni bis 2. Juli.. IV.

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Erst nach mehereren Tagen läßt sich die Beute dieser Kampf⸗ tage vom 30. Juni bis 2. Juli überblicken: 37 Offiziere, darunter 1 Major und 4 Hauptleute, 2519 Mann von Truppen 3, ver⸗ schiedener Divisionen, 28 Maschinengewehre, mehr als 100 Minen⸗ werfer, 1 Revol verkanone, annährend 5000 Gewehre, mehr als

30.000 Handgranaten, mehrere Pionierparks und Munitions⸗ Munition und Kampfgerät aller Art.

depots voll von Waffen,

8. Juli wurden etwa 1600 gefallene Franzosen beerdigt. Rechnet man die Gefangenen vom 20. Juni bis 2. Juli auf rund 3200 Offiziere und Mannschaften, die Toten und unaufgefundenen Verschütteten auf 2000, so ergibt sich mit der geschätzten Zahl der Verwundeten als Gesamtsumme der französischen Verluste während dieses Kampfabschnittes 7000 bis 8000 Mann.

Die militärische Bedeutung des Erfolges liegt im Gewinn einer günstigen, überlegenen Stellung, in der außerordentlich hohen Zahl der feindlichen Verluste und im Festhalten starker französischer Kräfte, die nach Aussage von Gefangenen zum Teil bereits zum Abtransport und zur Verwendung an anderen Stellen der Heeresfront bereitgehalten worden waren. Gleich schwerwiegend ist der moralische Erfolg: die Truppe hat im 6 82 Ringen dieser Tage wieder gespürt, daß sie noch genau o draufgehen kann, wie früher. Von neuem hat sich das feste Vertrauen der Waffen untereinander und das Band der innigen, treuen Kameradschaft zwischen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften als stahlhart erwiesen.

Wenige Tage später, am 9. Juli, waren Abordnungen sämt⸗ licher an den ruhmvollen Kämpfen vom 20. Juni bis 2. Juli beteiligten Regimenter, etwa 2000 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, südöstlich Langon am Rande der Argonnen zu feierlichem Dankgottesdienst in stiller Waldschlucht vereint, um dem obersten Lenker der Schlachten die Ehre zu geben und im Namen Seiner Majestät des Kaisers durch den hohen Armee⸗Führer die wohlverdienten Eisernen Kreuze zu empfangen. Ein strah⸗ lend blauer Himmel wölbte sich über den in weitem Viereck aufgestellten Truppen, deren mit frischem Eichenlaub geschmückte

hnen einen aus Birkenholz gezimmerten Feldaltar zu beiden

eiten säumten. Als der Divisionsgeistliche in zündender Rede darauf hinwies, daß der e Siegeszug im lich geworden sei, weil in dem festgefügten Bollwerk des Westens nie verzagte, treue, schlichte Helden in unerschütterlichem, nim⸗ mer müden, selbstlosen Kriegstum den unaufhörlichen Angriffen der überlegenen Feinde eiserne Schranken setzten, und selbst diese Leistungen durch die letzten kühnen und erfolgreichen Kämpfe in den Argonnen übertroffen wären, da leuchteten auf den hart gewordenen Soldatengesichtern all der Tapferen Befriedigung und

k gegen die Vorsehung, die sie zu dieser blutgetränkten, ehrenvollen Walstatt geführt hatte. Reiche Anerkennung zollte auch der Kronprinz in knappen Worten dem mustergültigen Ver⸗ halten der erprobten Truppen, die nach monatelangem Stel⸗ lungskampfe altpreußisches und württembergisches Draufgehen nicht verlernt hatten und die einst in frischem, allseitigem Angriff erneut dem Feinde entgegen zu führen, sein e sei. Diesen 3 er mit einem dreifachen Hurra auf Seine Majestät den Kaiser und den König von Württemberg. An⸗ schließend verteilte der Kronpeinz an 600 Eiserne Kreuze, schüttelte jedem der braven Krieger die Hand und ließ sich über seine Erlebnisse und Erinnerungen berichten. Zum Schlusse der Feier fand ein Parademarsch statt. In ausgezeichneter Haltung und strammem Tritt zogen die Truppen an ihrem Kronprinzlichen Führer vorbei; der bärtige Landsturmmann neben dem jüngsten Rekruten unter den Klängen des York'schen Marsches und dem wieder laut dröhnenden Donner der deutschen und französischen Geschütze; stolze Siegesfreude und Siegeszuversicht in aller Augen, in denen geschrieben stand:Wir haben den Franzmännern mal wieder gezeigt, wie deutsche Fäuste dreschen können.

Aus dem Reiche.

Berlin, 3. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Berliner Lokalanz. meldet aus Bremen: Kapitänleutnant von Mücke feierte auf dem Gute seines Schwiegervaters bei Bremen seine Hochzeit. Die Mannschaften des Landungs zuges derEmden wohnten der Trauung bei.

Berlin, 4. Aug. Die Volkszählung von 1915, die nach einer früheren Meldung am 1. Dezember 1915 statt⸗ finden sollte, wird, wie das faiserliche statistische Amt demBer⸗

ein Zeugnis strategischer Reife ablegen und der russischen Heeres⸗

liner Tageblatt mitteilt, in diesem Jahre nicht abgehalten wer⸗

NN

leitung glaiwen. Das amtliche Blatt schließt mit Worren de⸗ den zeichnender Selbsterkenntnis: Wir wissen, daß man wieder unseren

als Abzeichen tragen als eine Anspielung auf die Rede des der R

sten nur mög⸗ dur.

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soll die Frage der Volkszählung bis nach Fr 25 ke ofen, 3. Ang.(B28. Kichtamtlich) Die Heier der

osen, 3. Aug. 5 amtlich. F. 1 5 hundertjährigen Zugehörigkeit der Provinz Posen zu Preußen wurde gestern abend durch einen Festakt in der historischen Halle des alten er⸗ öffnet. Professor Herrmann hielt die Festrede und Ober⸗ bürgermeister Dr. Wilms brachte das Kaiserhoch aus. Daran schloß sich die feierliche Nagelung des vom Provin⸗ zialverein des Roten Kreuzes gestifteten, im Zoologischen Garten aufgestellten Wehrmanns. Oberpräsident von Eisenhardt-Rothe schlug den vom Kaiser e gol⸗ denen Nagel, mit Namenszug als erster ein. Weitere Nägel hatten Generalfeldmarschall Hindenburg und General⸗ stabschef Ludendorff gestiftet. Telegramme wurden an den Kaiser, Hindenburg und Ludendorff abgesandt.

b Aus Hessen. Vom Kriegsausschuß der Zweiten Kammer.

rb. Darmstadt, 3. Aug. Der r ber der Zweiten Kammer der Stände trat heute vormittag 10 Uhr zun Abhaltung seiner zweiten Sitzung zusammen, der als Vertreter egierung die Herren: Minister des Innern. v. Hom⸗ bergk, Ministerialrat Schliephake und Geh. konomie⸗ rat Müller beiwohnten. Zur Beratung stand in erster Linie die Frage der Kartoffel versorgung. Erstattung eines kurzen Berichts über die gegenwärtige Lage des Kartoffel⸗ marktes und die Aussichten der bevo ffelernte wur⸗ den von verschiedenen Abgeordneten die Mißstände gerügt, die im verflossenen Jahre bei der Versorgung der Bevölkerung mrit Kar⸗ toffeln, besonders in den Städten, zutage getreten sind. Eine Reihe von Vorschlägen, durch welche für die Zukunft die Mißstände verhütet werden könnten, wurden besprochen. Dabei traten zwei entgegenstehende Ansichten zu Tage. Eine Minderheit vertrat

chen 555 Meinung, daß vorläufig keinerlei Maßnahmen für die Ver⸗

sorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln no i mehrere andere Abgeordnete die alsbaldige e preisen, sowohl für den Produzenten, wie auch sütr den Groß⸗ und Kleinhandel, für notwendig erachteten. Auch eine. der Kartoffelbestände sei notwendig, wenn die H. t am sein sollten. Es müsse mindestens ein Ei an unter Kontrolle festgestellten Beständen vorgesehen werden. Weiter wurde betont, daß die Maßnahmen so A werden müßten, daß sie nicht leicht umgangen werden könnten. Besondere Vor⸗ kehrungen seien gegen unreelle Zwischenhändlergewinne zu treffen. Auch die Frage eines Ausfuhrverbots für Hessen wurde erörtert. Vertreter der Regierung gingen auf die aufgeworfenen Fra näher ein und teilten auf verschiedene Anfragen mit, daß für die neue Kartoffelernte und zwar für die vor dem 15. Aug. e e 1 12 5 2 Bundesra 31. März d. J. Höchstpreise festges ind. die Herbsternte habe sie ein Verbot des e e diesfibrigen Ernte angeregt. Mit allen anderen Maßnahmen soll bis nach dem Ergebnis der in Aussicht genommenen ufnahme ge⸗ wartet werden, weil sie ja vielfach durch die letztere bedingt sein müssen. Daß die ungünstigen Erfahrungen des letzten Jahres bei der Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln demnächst bei den zu treffenden Maßnahmen verwertet werden würden, sei selbstverständlich. Eine Beschlagnahme aller Bestände an Kartoffeln, etwa durch die Kommunalverbände, wie dies bei der Getreideernte der Fall ist, hält die Regierung für sachlich nicht zweckmäßig und filr technisch

undurchführbar. Dagegen sei eine Enteignung im Falle unde Stand t für Hessen e⸗

Ueberteuerung der Kartoffeln schon nach dem Gesetzgebung wohl durchführbar. Ein Aus egierung als ungesetzlich abgelehnt. Die Bespr e ge⸗

wurde von der

i 8 chung über die Kartoffelfrage wurde heute noch nicht zu Ende Jeden Tag werden neue Beutestücke aus den verschütteten Unter⸗ führt, sondern rtgesetzt werden 1 2 ständen und unterirdischen Depots zu Tage gefördert. Bis zum 1 be eee Ane 3 1 fol.

Weiter kommt in der morgigen Sitzung die Frage der Ber⸗ Ir mit Petroleum und mit Obst und Gemüse zur Verhandlung. Alsdann soll der Antrag Molthan, Dr. Zuck⸗ meyer und Genossen bekr. Besteuerung der Kriegs gewinne und der Antrag Dr. Schmitt und Genossen über die Gewährung von Steuernachlaß während des Krieges in Beratung ge⸗ nommen werden. Die Sitzung dehnte sich bis kurz vor 2 Uhr aus.

Aus Stadt und Cand. f Gießen, 4. August 1915.

Einkauf und Verkauf von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs. Der Stellvertretende kommandierende General des 18. Armeekorps hat folgende Verordnung erlassen: Auf Grund des ß 9 des Gesetzes über den Be ageriggszzustand vom 4. Juni 1851 bestimme ich für den Bezirk des 18. Armee⸗ 1 Ausnahme des Befehlsbereichs der Festungen Mainz un enz: 1. Auf allen Wochenmärkten(Markthallen) ist der Einkauf Zwischenhändler sowie der Verkauf an Zwischenhänd⸗ t von 10 Uhr vormittags an erlaubt. 2. An Wochenmarkttagen ist außerhalb des Wochenmarkts der Verkauf von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs, die von auswärts zum Marktorte gebracht werden, an Zwischen händler 2 der Ankauf durch Zwischenhändler bis zum Marktschlusse erboten. Hierunter fällt nicht die mäßige Lieferung bestellter n Wee 1 ihren Wohnhäusern und Klein 1 75 3. Zuwiderhandlungen 1 die vorstehenden Bestim mungen werden gemäß 8 9 b des setzes über den Belagerungszustand Feste 7 1851 mit Gefängnis bis zu einem Jahre estraft. i 12 Der Kommandierende General: gez.: Freiherr von Gall, General der Infanterie,

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Diese neue Verordnung des stellvertretenden General⸗ kommandos bedeutet eine Ergänzung der früheren Ver fügungen gegen den Lebensmittelwucher sowie der neuen auf den glei Gegenstand bezi 95 Ven Bundesratsverord⸗

diese

dur ler

nung; sie dürfte geeignet sein, Bestimmungen wirksam n. Die Verhältnisse auf dem Wo a0

zu unterstütze Gießen werden durch die neue Verordnung nicht direkt

tsverordnung

markt in

getroffen, da bekanntlich vor etwa drei Wochen die hiesige

Marktpolizeiverordnun den ist, daß auf dem Gießener nmarkt der gewerbs⸗ mäßige Einkauf von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs sogar während des ganzen Markttages, nicht nur vor 10 Uhr morgens, verboten ist. Es ist anzunehmen, daß diese Bestimmung, da sie die gleichen Ziele wie das Generalkommando verfolgt, ohne weiteres fortbesteht. Sie

schon dahin ergänzt wor⸗

das Generalkommando für Zuwiderhandlungen auch seiner⸗ seits Gefängnisstrafen androht. 20

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Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Rittmeister und Eskadr.-Führer Hubert von Enke Drag.⸗Rgt. 23, aus Darmstadt. Musk. Karl Bill, Del. Ju Rgt. 221, aus Mauenheim. Gardeschütze Wilh. Messer⸗ schmidt, Feld⸗Masch.⸗Gewehr⸗Abt. 140, aus Ulm, Kr. Wetzlar. Musk. Heinrich Ehrhardt, Inf.-Rgt. 168, aus Ostheim bei Butzbach.

erfährt nur insofern eine bedeutsame Unterstreichung, als

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