Ausgabe 
(31.7.1915) 178. Drittes Blatt
Seite
180
 
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N Drittes täglich mit Ausnahme des Sonntags. DieSießzener Familienblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den kreis Gießen zweimal

wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit⸗ fragen erscheinen monallich zweimal.

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Samstag, 31. Juli 1015

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗

straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: e851, Schrist⸗

leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Der Durchbruch bei Prasznuysz.

* Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Von der P unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls von Hindenburg stehen⸗ den Truppen wiederum kräftig vor. Im Rahmen dieser großen Offensive erhielt der General der Artillerie v. Gallwitz den Auf⸗ trag, mit den Truppen, die unter seiner Leitung seit Monaten die Wacht an der Südgrenze West⸗ und Ostpreußens gehalten hatten, und einige Verstärkungen die feindliche Stellung zu durch- stoßen. Die Aufgabe mußte als außerordentlich schwer erscheinen.

hatten doch die Russen die Zeit der Ruhe ausgenutzt, um ein 5

Netz von günstig gelegenen und sehr stark befestigten Stellungen zwischen ihrer vordersten Linie und den Narewfestungen auszu⸗ breiten. Wer jetzt diese teils erstürmten, teils einfach verlassenen Befestigungswerke durchschreitet, der staunt immer von neuem über das Maß der aufgewandten Arbeit und technischen Sauber⸗ keit. Meilenweit ziehen sich in einer Tiefe von nur 1520

hintereinander hin, ützengräben von einer Tiefe und Stärke, wie sie erst der hartnäckige Stellungskrieg geschaffen hat. Hundert⸗ tausende dicker Baumstämme sind da hineingearbeitet, Millionen von säcken liegen auf den Brustwehren und türmen sich zu breiten Seitenwehren. Stellenweise sind bombensichere Unter⸗ und Pferdeställe tief in die Erde eingebaut. Ueberall dichte Drahthindernisse vor der Front, oft versenkt und in zwei bis drei Reihen hintereinander. Vorspringende Bastionen, bequeme und sichere Beobachtungsstände leiten zum Festungs⸗ charakter über. Das Gelände ist stark hügelig, hier und da bergig mit weit überragenden Höhen und steilen Abhängen. Von den zahlreichen Wäldern haben die Russen einen erheblichen Teil niedergelegt, um freiere llebersicht und weiteres Schußfeld zu erhalten. Eine soche Front in ganzer Breite frontal anzugreifen, ist unmöglich. Eine Umfassung des Gegners war ausgeschlossen, da sich die deutschen und die russischen Linien ununterbrochen nahe gegenüberlagen. 5 General v. Gallwitz entschloß sich

0 0 zum Durchbruch an zwei Stellen, die so nahe aneinanderliegen,

die hier gelingenden

diesmal den zur Rechten und zur L Schoß

Wie die Schneiden tapf

deuts T. 1 Prasentf 1 W sich unaufhaltsam jenseits der Stadt 9

er. 1 nich aber

allmählich ben und. Batterien mit dem Einschießen begannen, an keinen ernsthaften Angriff geglaubt. Ein Stück hinter Praszuysz fanden unsere Truppen eine fertige Feldbahn, r ge am müchsten Tage der Personenverkehr beginnen ollte.

Erst der Morgen des 13. Juli weckte die Russen unsanft aus ihrem Sicherheitsgefühle. Die Sonne war kaum aufgegangen, als aus Hunderten von Feuerschlünden die Geschosse leichten, schweren und schwersten Kalibers auf die russischen Stellungen hernieder⸗ sausten. Es war eine Kanonade, die schon auf die deutschen Trup⸗ pen einen tiefen Eindruck machte, die russischen aber völlig um die Besinnung brachte. Trotz des unklaren regnerischen Wetters schoß unsere Artillerie ausgezeichnet. Den Schützen in so starken Feld⸗ stellungen ist ja nur durch Volltreffer größerer Kaliber beizu⸗ kommen. Hageldicht schlugen diese kurz vor und hinter den russi⸗

3 UKunst und wissenschaft.

Tiere als Schlachtenbummler. Seit es Kriege 17 t, gibt es auch Schlachtenbummler. Heute allerdings ist das berwachungssystem im Felde so streng organisiert, daß die Zahl dieser merkwürdigen Individuen auf ein Minimum eingeschränkt, wenn nicht gar gänzlich abgeschafft ist wenigstens was die menschlichen Schlachtenbummler betrifft. Aber auch unter den Tieren gibt es Schlachtenbummler; und die vielen wahren Ge⸗ schichtchen aus dem Felde beweisen, daß diese vierbeinigen Zivilisten an der Front bedeutend zahlreicher sind und mit weitaus größerer Freude begrüßt werden, als die zweibeinigen. Der Krieg scheucht auf seinem rauhen Marsch Haustiere aller Art aus ihren friedlichen Ställen und Behausungen auf, und nicht selten geschieht es, daß diese umherirrenden Flüchtlinge die Lieblinge der Soldaten werden und so an der Front eine neue Heimat finden. Eine Anzahl interessanter Beobachtungen über die Haustiere in der Feuerlinie weiß dieDaily Mail!zu berichten:Die Zähigkeit und die praktischen Lebenskenntnisse der Katzen find allgemein bekannt. Der Einsturz des Hauses, in dem sie ihren warmen Platz hatte, das Verschwinden derer, die ihr Speise und Trank gaben, die Veränderungen und hütterungen der Luft all dies läßt die kluge Katze bald erkennen, daß es gefährlich wäre, noch weiter an Ort und Stelle zu bleiben. Sie wandert fort und begegnes unweit der Ruinen ihres Heims einem Geschlecht menschlicher esen, die wie Kaninchen in einer Wirrnis von tiefen Löchern und Hohlen leben. Und gleich begreift die Katze die Vorzüge dieser Einrichtungen. Niemand bemerkt ihr Erscheinen; aber ohne lange Ueberlegung zieht sie mit ihrer Familie ein, und bald fühlt sie sich vollkommen heimisch. Die Mahlzeiten in den Schützen⸗ 79 75 sind regelmäßig, und auch sonst gibt es allerhand Bequem⸗ ichkeiten, auch Säche und dergleichen, auf denen man sich zusammen⸗ rollen und träumen kann. Und in kalten Nächten schmiegt man sich an die Schulter eines schlafenden Kriegers. Die wachen Stunden sind mit allerhand interessanten Betrachtungen und Er⸗ lebnissen efüllt. Die Sappeure, die nachts die Schützengräben ausbessern, sehen sich oft von einer neugierigen kleinen Katze begleitet, und meist ist solch ern pierbeiniger Abgesandter anwesend, um mit sunkelnden die Munitions verteilung 2 überwachen. Ein Offizier erzählte, daß er nachts im Flammenschein der Ge⸗ schütze ganz in seiner Nähe eine kleine Katze erblickte, die wie ein erfreuter Zuschauer das Feuerwerk betrachtete. Die Katzen bewahren auch im heftigsten Kampf ihre furchtlost Ruhe. Weitaus ängst⸗ 0 bebärden sich die Kaninchen; aber auch unter ihnen haben viele eine den Umständen angepaßte Philosophie zurecht

egt und sind Fatalisten geworden. So sah man vor einem chossenen Bauernhause eine Anzahl Kaninchen, die sich damit en, ein Lattichbeet zu zernagen, während ringsum die

Granaten in den Boden schl! Die Soldaten mußten fu ein Offtzier bemersle, wie ein Kaninchen das

e 1 N es eiligst unter sei ter kroch. Bei einer der e i 1

ein Kaninchen von Soldaten als

ilica bis zum baltischen Ostseerande rücken die T

Kilometer drei, vier, ja fünf Systeme von Schützengräben 8

schen Linien ein, oft genug auch unmittelbar in die Wurde dadurch auch nur ein kleiner

verhältnismäßig wenig Verluste hatte. Auf 8 Uhr morgons war für einen großen Teil der Truppen der Angriff festgesetzt, für einen anderen etwas später, und schon eine Viertelstunde danach,

fielen fünf russische Kanonen zur Beute, deren heraneilende Protzen unser Schnellfeuer vertrieben hatte. Ebenso sah es an den anderen

r Artillerie rreicht: Binnen 24 Stunden flankiert und nicht mehr zu

Am 14. Juli ging fast ununterbrochen ein feiner Regen nieder. Der Durchzug durch das ausgebrannte, völlig menschenleere Praszuysz war melancholisch genug, aber unsere Soldaten klapp ten wohlgemut die Zange zu und vereinigten sich südlich davon zu einer Ramme, die nun die neue feindliche Stellung, die letzte geschlossene vor der Narew-⸗Linie, mitten entzweibrach. Die Russen hatten alle Zwischenlinien aufgegeben und schleunigst die seit Mo naten vorbereitete, außerordentlich star ke Verteidigungsstellung Wysogrod.Ciechanow ZielonaSzezuliKrasnosiele besetzt, die wieder aus mehreren Reihen hintereinander bestand. Unsere Trup⸗ pen mochten zunächst im Zweifel sein, ob sie hier noch stärkeren Widerstand zu erwarten hätten.

Der 15. Juli gab eine ernste Antwort. Als nach kräftiger Artillerievorbereitung die Schützenlinien vorzugehen begannen, empfing sie überall ein hefti Gewehr- und Maschinengewehr feuer. Der Feind setzte o r alles daran, das letzte Boll bis zum Aeußersten zu verteidigen. So ging es an den meisten Stellen nur langsam vorwärts und öfters mußte die für das Wir⸗ kungsschießen der Artillerie angesetzte Zeit verlängert werden. 127 des der e Wetters, das eine gute Beobachtung zulie war der Erfolg nicht mehr so durchschlagend wie am ersten Tage. Gerade in der Mitte der Hauptdurchbruchsfront aber lagen Truppen, deren Draufgängerlust ganz besonders ausgebildet ist. Die eine Di⸗ vision hatte als Angriffsziel die Höhen südlich und südöstlich von Zielona und war schon am Vormittage stellenweise bis auf 300 Mtr. an den Feind herangekommen. Die Garde⸗Regimenter auf dem rechten Flügel, die sehr bedeutende Anstrengungen hinter sich hatten, sollten eigentlich das Vorgehen der Nachbarn abwarten da mel⸗ deten sie um ½2 Uhr: Sie hielten die feindliche Stellung für sturmreif und würden in einer halben Stunde angreifen. Als dies die Truppen des linken Flügels hörten, wollten sie natürlich nicht zurückstehen, und so trat die Division Punkt 2 Uhr zum Sturm an. Es war ein gewagtes Unternehmen, diesen Stoß ohne die heranbeorderten Verstärkungen zu unternehmen. Sein Gelingen ist dem hervorragenden Zusammenwirken von Infanterie und schwerer

Schoßtier mitgenommen. Lange. Zeit erfreute es sich eines behag⸗ lichen Lebens inmitten der kriegerischen Ereignisse, bis es in

von den Indern als geweiht verehrt werden.

Neue Erwerbungen der Berliner National⸗ galerie. In der SeemannschenZeitschrift für bildende Kunst macht G. J. Kern von der Berliner Nationalgalerie Mitteilungen über einige Neuerwerbungen dieser Sammlung, die künstlerisch und kunstgeschichtlich von besonderem Werte und Interesse sind. Dazu gehört zunächst ein vorzügliches Bild aus Karl Spitzwegs Frühzeit, die in den Sammlungen überhaupt sehr selten vertreten ist. Es heißt, Der Liebesbrief und erhält eine bezeichnende Note durch, die Verbindung einer miniaturartig durchgeführten Freilichtmalerei mit einem gegenständlich-novellistischen Motive. Im schattigen Winkel des Gartens haben Mutter und Tochter Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen gesucht. Die alte ist ein⸗ genickt, da taucht über der Gartenmauer der Kopf des Briefboten auf. Die Tochter mahnt ihn mit erhobener Hand zur Ruhe und der Bote antwortet stumm, indem er den Dut lüftet und den Brief zeigt. Die Gruppe derintimen landschaftlichen Studien und Bilder aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr eine Bereicherung durch den Ankauf einer Lehmgrube an einem von Olivenbäumen bewachsenen Hange von Karl Steffeck vom Jahre 1843. Es ist das einzige bisher bekannt 8 Bild, das Steffecks Zusammenhang mit seinem Lehrer Blechen bekundet, zugleich ein schönes Zeugnis der Begabung Steffecks für die Landschaftsmalerei. Als ein vorzügliches Stück, das gleichwertig neben die besten Werke der besten französischen Maler der acht⸗ ziger Jahre gestellt werden kann, ist das 1879 entstandene Be⸗

äbnis im Hofe des Invalidenpalastes zu Paris von Louis Lol zu bezeichnen, ein Bild, das durch und durch malerisch, in großem Zuge und mit vollendeter Meisterschaft aufgeführt ist. Goya und Manet scheinen dabei Pate gestanden zu haben. Den Beschluß der Neuerwerbungen macht ein Entwurf Schiders zu einer Bauernmahlzeit. Schider, dessen Bild in der Kunst⸗ felhsete noch schwankt, war gleich Leibl ein Schüler Rambergs, nüpfte mit Leibl eine enge Freundschaft an und heiratete seine Nichte. Auch künstlerisch ist er ihm, wie die Erwerbung der Nationalgalerie zeigt, nahe getreten. Schiders Bilder, besonders die zwischen 1873 und 1876 in München entstandenen, haben

Artillerie zu verdanken. Im vollen Vertrauen auf die Treffsicherheit derschwarzen Brüder sprangen die Schützen durch das hohe Korn⸗ feld vor, sobald eine Lage Granaten vor ihnen eingeschlagen war. Durch verabredete Zeichen gaben sie ihre neue Linie zu erkennen. Dann legte die Artillerie ihre Geschoßgarbe 100 Meter weiter vor⸗ wärts und unter ihrem Schirm stürzten jene in die frischen Granat⸗ löcher. So ging es ununterbrochen vorwärts. Weder das russische Schnellfeuer noch das doppelte Trahthindernis vermochten den Sturm aufzuhalten. Als das deutsche Hurra rollte, liefen die Russen, ver⸗ blüfft durch solche Elementargewalt, in hellen Haufen davon. Um Uhr erhielt der Divisionsstab vom linken Flügel die Fern⸗ sprechmeldung: Die feindliche Stellung ist genommen, und kaum war der Apparat frei, so traf vom rechten Flügel dieselbe Nach⸗ richt ein. Wenig später und ebenfalls aus eigenem Antriebe heraus stürmte die Nachbardivision, die aus jungen, erst während des Krieges eingestellten Mannscheften zusammengesetzt ist, in glän⸗ zendem Anlauf die Bastion bei Klonowo. Die Wirkung dieses ersten Durchbruchs durch die russische Hauptstellung pflanzte sich im Laufe des Nachmittags und der Nacht über die ganze Front hin fort. Neue Kräfte wurden in die erweitern. Zwar leistete der Feind an vielen Stellen noch hart⸗ näckigen Widerstand, aber den Ansturm von vorne und den Druck auf die Flanke konnte er schließlich nirgends aushalten. Ein nicht ungeschickter Versuch, die zuerst durchgebrochenen deutschen Truppen durch Besetzung einer Seitenstellung zu bannen, wurde von diesen durch einen neuen, scharfen Anlauf vereitelt. Noch weniger konnte der Todesritt einer russischen Kavallerie⸗ Brigade die südöstlich der bereits gefallenen starken Opinogura⸗ Stellung unsere Infanterie attackierte, irgend einen Erfolg ver⸗ sprechen; Kosaken und einzelne rückwärtige unter den Stößen ünserer siegesfroh vorwärtseilenden Truppen, die erst vor der befestigten Narew-Linie Halt machten. Ueberraschend schnell und vollkommen war erreicht Durchbruch nur irgend erwarten konnte. In einer Breite von etwa 120. Kilometern sind unsere Truppen um 40 bis 50 Kilometer weiter in Feindesland eingedrungen, haben ein reiches und schönes Stück russischen Bodens besetzt und Zehntausende von Gefangenen sowie viel Kriegsmaterial erbeutet. Bis Ciechanow fahren bereits seit dem 18. Juli deutsche Züge durch. An dem schönen Erfolge haben natur⸗ gemäß auch die Truppenteile, die zur Seite der mittleren Stoß⸗ kolonnen vorgingen, ihren erheblichen Anteil. So war das kon⸗ zentrische Vorrücken beiderseits der Eisenbahn MlawaCiechanow, das zum Aufrollen der feindlichen Stellungen bis nach Plonsk hinunter führte, eine vorzügliche Leistung. Auf dem linken Flügel wurde nicht minder tapfer gekämpft und drauflosgegangen. Die

sich auf das Mittel- und Hauptstück dieser groß⸗ und eigenartig von General von Gallwitz angelegten Offensive richten: Auf die nnd von Prasznysz und den Rammstoß von Zie⸗ on a. 5

* Beer und Flott i Neues zur Geschichte des ersten deutschen

Unterseeboot⸗Erbauers. Auch der Gedanke des Unter⸗

es sei nur an Lionardo da Vincis f Feuerluftschiffe erinnert von früheren Jahrhunderten vor⸗ weggenommen worden. Wir kennen Konstruktionen von Corne Tribbel um 1620, von Symons um 1750, Day 1773, N 1775 und Fulton 1810. Die bekannteste ist die von dem Ingenieur Wilhelm Bauer aus dem Jahre 1850, der mit einem acht Meter langen Tauchboot in der Kieler Bucht gelungene Probe⸗ fahrten anstellte. Als er aber die dänische Blockadeflotte angreifen wollte die Torpedos waren längst bekannt und schon von

Jahren wurde das Boot wieder gehoben und ist jetzt im Hof des Berliner Museums für Meereskunde aufgestellt. Wenig bekannt

besserungen seines Tauchbootes beschäftigte, worüber jetzt Archivar d. D. Rothe in derNassovia manches Interessante berichtet. Vielleicht haben die 5 oft Tatsache ist, daß Bauer mit einem neuen Tauchboottyp ge⸗ lungene Fahrten vor Kronstadt ausführte, ohne daß sich der Zar zum Ankauf entschließen konnte. Bauer hatte eben sein Leben lang

Die Zeit war für den Maler und seine Ziele noch nicht reif und dann hat seine Lehrtätigkeit in Basel Schider ziemlich früh der Kunst entzogen. Heute stehen mir mit froher Bewunderung vr s den reichen und feinen malerischen Qualitäten der Bauernmahlzei die jetzt in den Besitz der Nationalgalerie übergegangen ist.

Ein Jubiläum des Bleistiftes. In friedlichen Zeiten hätte man sicherlich nicht so ganz vergessen, wie es jetzt tatsͤͤchlich geschehen ist, daß vor 250 Jahren der Bleistift erfunden worden ist. 1664 entdeckte man zu Borrowdale in Cumberland eine Graphit⸗ grube, die man 1665 ausnützte, indem man aus ihrem Material ein Schreibzeug herzustzllen versuchte. Denn man hatte sofort er⸗ kannt, daß diese Ent g. für das praktische Leben sowohl wie für die Kunst wichtige, wohltätige Neuerungen im Gefolge haben konnte. Die Graphitblöcke wurden gefördert, in längliche Stückchen zersägt, mit Holz umschlossen und so auf einem neugeschaffenen Londoner Graphitmarkte, das Kilogramm für ungefähr 350 Mark Durchschnittswert zur Versteigerung gebracht. Der Erfolg war außerordentlich. Er war so groß, daß man eine Erschöpfung der kostbaren Grube befürchtete und sie darum jährlich nur 6 Wochen lang offen hielt; in dieser kurzen Frist wurden stets für etwa 500000 Mark Graphit gewonnen Trotzdem verminderte sich all⸗ mählich die Ergiebigkeit, und nach Jahrhunderten hatte das Material so viel von seiner Güte eingebüßt, daß man es im Grunde nur noch mit einer Abfallmasse des einst' wundervoll zarten und reinen Bleis zu tun hatte. Damals siedelte die junge Industrie nach Frankreich über. 1765 kam man dort auf den Gedanken, das Graphit durch eine Beimischung von Ton noch brauchbarer zu machen. Es geschah und erwies sich als eine bedeutende Ver⸗ besserung. Aber man wußte selbst, daß man die Höhe der Leistungs⸗ fähigkeit nicht erreicht hatte; es wurden wohl schon Bleistifte ver⸗ schiedener Sorten und Härtegrade verfertigt, doch es fehlte noch die Feinheit der Bearbeitung, die der spröde Stoff verlangte, um den hohen Anforderungen namentlich für die dung durch die Künstler zu genügen. Sie hat man im Laufe der Jahre ber eingehendem Studium und gewissenhafter Arbeit mühsam er⸗ worben... Bei uns bürgerte sich der Bleistift erst verhältnismäßig spät ein. Die frühesten Spuren der Bleistiftfabrikation stammen aus dem Jahre 1726 und aus dem Dorfe Stein bei Nürnberg. 1766 errichtete Graf Gronsfeld mit landesherrlicher Bewilligung zu Jettenbach eine Bleistiftfabrik. 1777 erwähnte bereits Beckmann in seinerTechnologie die Kunst derBleistiftmacherei, aller⸗ dings nur in kurzen, ganz oberflächlichen Bemerkungen. 1816 schuf die bayrische Regierung in Oberzell eine Fabrik, die sie nach ihrem Ausbau in Privathände gab. Zu Budweis, Regensburg, Nürn⸗ berg, Passau erstanden weitere Fabriken. Die größte aber, die in der Zukunft die erste werden sollte, gründete 1767 Kaspar Faber in Stein bei Nürnberg. Sie besteht noch heute, sie wuchs sich aus zu der Größe und Bedeutung, die jeder kennt, und sie wurde schließlich zu einem Beweis dafür, was deutscher Fleiß aus be⸗

amals großes Aufsehen erregt: Makart pflegte diese tonigen

Freilichtbilder alsSchweinskoteletten mit Spinat zu bezeichnen.

ständen zu leisten vermag.

Bresche geworfen und halsen siee

Husaren wurden im Nu niedergemacht. Aucß Zwischenstellungen des Feindes fielen bald

Aufmerksamkeit auch späterer Zeiten wird aber doch in erster Linie 1

seebootes ist, wie so manche andere technische Großtat der Neuzeit: Flugmaschinenentwürfe und

Fulton verwendet worden, sank das Boot auf den Grund. barst aber, so daß die Mannschaft sich retten konnte. In den 80er

aber war bisher, daß Bauer sich später noch fortwährend mit Ver⸗

Russen damals den Anschluß verpaßt, wie so 5

scheidenen Anfängen und zunächst unter denkbar ungünstigen um

worden, was man von den