Ausgabe 
(29.7.1915) 176. Erstes Blatt
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sausg: i elf rei ein Darlehen gewähren. Der itragsteller 1 e daß man während des Krieges don den Darlehnskassen wohl gegen Verpfändung von Waren und Wertpapieren jederzeit ein Darlehen erhalten könne, dagegen wicht gegen Verpfändung eines schuldenfreien Haus⸗ undstückes, was doch recht merkwürdig sei. Ueber alle agen wurde längere Zeit eingehend beraten und alsdann eschlossen, durch Eingaben und persönliche Besprechungen mit der Regierung zu erreichen zu versuchen, daß die Re 3 die Forderungen als berechtigt anerkennt und, wenig⸗ ens für die Dauer des Krieges, Abhilfe schafft. Bevor die

Eingaben an die Regierung abgehen, soll zunächst versucht werden, bei den in Betracht kommenden Ministerien persön⸗

lich vorzusprechen und mit den zuständigen Dezernenten über die Wünsche zu verhandeln. In letzterer Beziehung wurde das Erforderliche inzwischen bereits veranlaßt.

* Der Spenglermeister Bimbächer, dem am Dienstag abend das ausverkaufte Stadttheater eine so freundliche Aufnahme bewies, wird am Samstag abend 8 Uhr noch einmal und zwar zum letztenmal aufgeführt werden. Wir verweisen auf die betreffende Anzeige. a

Kreis Friedberg.

r. Bad- Nauheim, 28. Juli. Heute vormittag sprang eine junge Dame, die mit ihrer Mutter hier zur Kur weilt, in selbst mörderischer Absicht in den großen Teich. Ein in der Nähe be findlicher Soldat, der Oberjäger Mathies, vom Reserve-Jäger- Bataillon 18, sprang der Lebensmüden nach und rettete sie. Gestern erhängte sich im hiesigen Amts-Gesängnis ein Aus- länder, der vom Schöffengericht wegen Diebstahls zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt war. Da der Mann von verschiedenen aus wärtigen Gerichten gleichfalls wegen begangener Diebstähle ge sucht wurde, dürfte ihn die Furcht vor noch zu erwartenden Strasen in den Tod getrieben haben.

Starkenburg und Rheinhessen.

ö. Mainz, 28. Juli. In der heutigen Stadtverord⸗ netensitzung wurden die Haushalts⸗Voranschläge der Stadt für das Rechnungsjahr 1915 beraten. Von einer Spe⸗ zialberatung wurde abgesehen und nur kurze Erklärungen von den Fraktionsvorsitzenden der Paxteien abgegeben. Sämtliche Redner waren mit dem Antrag des Oberbürgermeisters und des Finanz⸗ ausschusses einverstanden, daß die bisher vorgesehenen Abschrei bungen auf gemeindliche Betriebe und Unternehmungen in diesem Jahre unterbleiben und die auszuschlagende Steuerziffer auf 100 Mark Steuerwert des Vermögens von 27 Pfg. auf 29,25 Pfg. und der auf 1 Mark Ktaatliche Einkommen- steuer zu erhebenden Umlage von 132 Pfg. auf 144 Pfg. zu er⸗ höhen. Die Sozialdemokraten erklärten, sie hätten es für rich⸗ tiger gefunden, wenn die bisherigen Abschreibungen weiter erfolgt und der Fehlbetrag von 909 788 Mark durch Steuererhöhung ge⸗ deckt worden wäre. Die Haushaltungsvoranschläge wurden schließ⸗ lich einstimmig angenommen. In der anschließenden weiteren Sitzung wurde ein Nachtrag zur Marktordnung an⸗

nommen, nach derselben darf der Zwischenhandel auf dem ochenmarkt erst nach 9 Uhr von den Produzenten kaufen. Es wurde dabei mitgeteilt, daß festgestellt worden, daß die Händler nach Einkauf der Waren von den Landwirten dieselben um 100. 0 höher verkauften. Auch der Kreis hat eine Marktordnung erlassen, um den Lebensmittelwucher für den Kreis zu steuern. Kreis Wetzlar.

e. Wetzlar, 28. Juli. In aller Stille beging gestern unsere Stadt den Gedenktag ihrer hundertjährigen Zu⸗ gehörigkeit zu Preußen. Ehedem eine freie Reichsstadt, aber durch äußere wirtschaftliche Verhältnisse fast bis zur Be⸗ deutungslosigkeit herabgesunken, wurde Wetzlar erst wieder im Reiche bekannt, als 1693 das Reichskammergericht nach hier verlegt wurde. 1803 verlor die Stadt ihre Selbständigkeit und lam an den Fürsten Dalberg, der sie zu einer Grafschaft machte. Drei Jahre später ging auch das Reichskammergericht seligen Ge denkens ein. 2 Wiener Kongreß teilte dann Wetzlar 1815

Preußen zu. Wetzlar ist durch den Aufenthalt Goethes eine inter⸗ essante literaturgeschichtliche Stätte 88 Des DichtersWer⸗ ther wurzelt in der jetzt blühenden Lahnstmidt, die ihr fast 1100jähr.

Hessen⸗Nassau.

X. Hanau, 28. Juli. Der Feldschütz Völp aus Bergen hat am Sonntag abend an der Grenze der Gemarkung Bergen-Vilbel zwei kriegsgesangene Franzosen, die von dem Arbeits- kommando in Büdesheim(Oberhessen) entwichen waren, fest⸗ enommen. Die wieder eingefangenen Kriegsgefangenen trugen Touristenkleider mit Rucksäcken, die angeblich von ihren Angehörigen geschickt worden sind.. 5 8 bh. Eltville, 28. Juli. Heute früh vernichtete ein gewaltiges Großfeuer das Besitztum der bekannten Sektfabrikanten Georg und Bernhard Müller, einen aus dem Jahre 1811 stammenden kunstgeschichtlich wertvollen Herrensitz. Gerettet konnte nur wenig werden. Der Kellereibetrieb erfährt durch den Brand keine Störung.. 8 h. Aus Unterfranken, 28. Juli. Das Kriegsjahr 1915 wird für das frünkische Untermaintal ein treffliches Wein⸗ jahr, ergiebig an Menge und an Güte. Wenn die bisherigen günstigen Witterungsverhältnisse weiter anhalten, rechnet man mit einem Qualitätsjahr, das mit seinen Erzeugnissen dem Jahr 1893 rühmlichen Gedenkens ebenbürtig angereiht werden darf. In der Umgebung von Aschaffenburg bis hinauf nach Miltenberg gibt es gegenwärtig derart viel Fal lobst, daß es den Besitzern nicht möglich ist, den Segen zu bergen und zu verwerten. Für den Zentner bester Fallobstware bezahlen die Händler 1,50 bis 2 Mark. Trotz dem reichlichen Obstabfall fällt die Obsternte aller⸗ orten recht ergiebig aus. 7

Die Organisationen der technischen Angestellten und Beamten während des Urieges.

Erhebungen steht die Hälfte der Mitglieder isationen der technischen Angestellten und Beamten im Felde. Die Gesamtzahl der im Felde stehenden Techniker dürfte ungefähr 100 000 betragen. Da den im Felde stehenden Mit⸗ liedern die Beiträge erlassen werden, wird die Finanzkraft der Verbände durch den n Ausfall an Beiträgen stark berührt. Immerhin hat der Deutsche Techniker⸗Verband im Jahre 1914

uber 533 000 Mk. Beiträge hereingebracht und schließt mit einer Gesamteinnahme von 654000 Mk. ab. Die Kriegshilfen

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der Organisationen zur Unterstützung der Familien der im Felde . Mitglieder haben gute Erfolge zu verzeichnen. Die Kriegs⸗ hilfe des Deutschen Techniker⸗Verbandes weist Mitte Juli 1915 eine Einnahme von 133000 Mk. und eine Ausgabe von 107000 Mark auf. Die organisatorische Verbindung von Privatangestellten und öffentlichen Beamten im Deutschen Techniker⸗Verbande hat sich gut bewährt, da die letzteren, die auf Grund des§ 66 des Reichs- militär⸗Gesetzbuches das ganze Gehalt weiterbeziehen, wesentlich zur Stärkung der Kriegshilfe beitragen konnten. Hinsichtlich der Stellenlosen⸗Unterstützung, des Sterbegeldes und der Solidaritäts⸗ und Gemaßregelten⸗Unter⸗ stützung gehen die verschiedenen Organisationen auseinander. Der Bund der technisch-industriellen Beamten hat die satzungs⸗ mäßigen Leistungen aufgehoben. Er begnügt sich bei den Stellen⸗ losen mit 3 von Fall zu Fall. Das Sterbegeld ist in Wegfall gekommen. Die Solidaritäts⸗ und Gemaßregelten⸗Unter⸗ stützung ist aufgehoben. Der Deutsche Techniker⸗Verband hat von Kriegsausbruch bis Januar 1915 Stellenlosen-Unterstützung gleich- falls von Fall zu Fall gewährt. Vom J. Februar 1915 au ist die satzungsmäßige Stellenlosen⸗Unterstützung wieder eingeführt worden und zwar zu den halben Sätzen. Von Januar bis Juli 1914 sind 52000 Mk. Stellenlosen⸗Unterstützung ausgezahlt worden. Das Sterbegeld wird in voller Höhe auch an die Familien der im Felde gefallenen Mitglieder gezahlt. Bis Mitte Juli 1915 sind 51000 Mk. Sterbegeld fällig geworden. An der Solibaritäts⸗ und dungs regelten⸗Unterstützung hat sich durch den Krieg nichts ge⸗ ändert.

Rechtsschutz und Stellen vermittlung haben die Organisationen in vollem Umfange aufrecht erhalten. Der Deutsche Techniekr⸗Verband hat 1914 für erstere 24000, für letztere 14000 Mark aufgewandt. An Darlehen wurden 1914 an die Mit⸗ glieder des Verbandes 22 000 Mf. gewährt. Soweit es der Burg⸗ riede zuließ, haben die Organisationen auch für die wirt⸗ schaftliche Besserstellung ihrer Mitglieder sich bemüht.

Es sei nur auf die Bekämpfung der Gehaltskürzungen und des

Ueberstundenwesens, die Bemühungen wegen der Kriegszulage an die Militärbgutechniker, die Bestrebungen, den auf Prioatdienst⸗ vertrag bei Staat und Gemeinde beschäftigten Technikern, die ein⸗ gezogen werden, einen Teil des Gehaltes zu sichern, die Förderung der Konsumentenbewegung usw. verwiesen. Der Fürsorge für kriegsbeschädigte Techniker wird besondere Aufmerksam⸗ keit geschenkt. In den örtlichen Ausschüssen arbeiten die Vertreter

des Deutschen Techniker-Verbandes bereits auf dem Gebiete der

Berufsberatung und Arbeits vermittelung mit.

Leider hat der Krieg eine weitere Zersplitterung der Organisationen der technischen Angestellten gebracht. Während die Organisationen der Handlungsgehilfen untereinander Frieden schließen, die Arbeiter-Organisationen einander näherkommen und die Beamtenverbände sich nach größeren Gesichtspunkten zusammen⸗ schließen, hat sich im Bunde der technisch-industriellen Beamten in⸗ folge der Kriegsmaßnahmen des Bundes eine Spaltung vollzogen, und sich eine neue Organisation, derBund der technischen Angestellten gebildet. Nach dem Kriege sind ohne Zweifel in der Technikerbewegung größere Auseinandersetzungen zu er⸗ warten. Die Organisationen, die sich als leistungsfähig während des Krieges erwiesen haben, werden auch nach dem Kriege das Vertrauen der technischen Beamten und Angestellten genießen.

Märkte.

ch. Bingen, 28. Juli. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 00,00, Hafer Mk. 00,00, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk, 10,50, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00,, Bohnen 00,00 Weißmehl Mk. 5200, Roggenmehl Mk. 38,0; alles für 100 Klgr. Butter 1 Kelgr. Mk. 3,80, Milch 1 Liter 24 Pig., Eier 10 Stück Mk. 1.60.

ch. Nieder⸗Ingelheim, 28. Juli. Stachelbeeren 20 Mk., Reine- klauden 2022 Mk., Aprikosen 60 Mk., Pfirsiche 4560 Mk, Mirabellen 2545 Mk., Frühbirnen 1025 Mk., Frühäpfel 14 bis 22 Mk., Frühzwetschen 2035 Mk., Pflaumen 2030 Mk. der

entner. 8 ch. Heidesheim, 28. Juli. Buschbohnen 1518 Mk., Stangen bohnen 20 23 Mk., Johannisbeeren 1518 Mk., Stachelbeeren 17-20 Mk., Frühbirnen 1014 Jmk., Aprikosen 45 Mk., Pfirsiche 4550 Mk., Pflaumen 1822 Mk., Mirabellen 30 Mk., Reineklauden 2025 Mk., Frühzwetschen 2022 Mk., Sommeräpfel 2023 Mk.

der Zentner.

Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatseiee an 31. Juli 1915: Freitag abend 7.50 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.05 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen der Stalson Plehn.

8. 3 8 Jul S8 8 8 8 8 52 (16[ESS Z SS Ss Wetter 1075 882 583 SSS 2 2 88.8 1& 8 2 28. 2% 749,2 20,1 7.9 45 SW 6 6 Sonnenschein 28. b 751,5] 14,9 9,8 77 still sstill 2 Bew. Himmel 29 7% 51,8 12,5 1 83 ESE 2 3 Sonnenschein Höchste Temperatur am 27. bis 28. Juli 1915 n d. Riedrigste, n n, Niederschlag: 0,0 mm. e.*

Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Die nordwestliche Depression ist ostwärts vorgedrungen und lagert mit ihrem Kern über Slandinavien. Unter dem Einfluß des auf ihrer Rückseite ansteigenden Lustdruckes werden wir auch weiter trockenes Wetter erwarten dürsen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 30. Juli 1015: Ziemlich heiter, trocken, etwas wärmer, nordwestliche Winde.

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eetzte Nachrichten.

Zum Jahrestag des Kriegsausbruchs.

i. Köln, 29. Juli. Eine Sonderausgabe desKirchlichen Anzeigers für die Erzdiözese Köln enthält eine Verfügung des Kölner Kardinals von Hartmann, wonach am nächsten Sonn⸗ tag, dem Jahrestage des Kriegsbeginns, besondere Dank⸗ und Bittgottesdienste in allen katholischen Kirchen der Erzdiözese Köln abgehalten werden sollen.

Die Lage am Isonzo.

i. Köln, 29. Juli. Der Sonderberichterstatter der ln. Volksztg. hatte gestern eine Unterredung mit General Bor ö⸗ witz, dem Besehlshaber der österreichischen Südarmee, der sich sehr zuversichtlich über den Stand der Operationen am Isonzo aussprach. Der General lud den Journalisten ein, die äußerste Linie zu besichtigen, um sich aus eigener Anschauung von der Zuversicht und dem Selbstvertrauen der Oesterreicher zu über⸗ zeugen. Der General erklärte, die zweite Isonzoschlacht, die seit neun Tagen zwischen dem Dobardoplateau und der Stadt Görz mit allen Kräften wüte, stehe durchaus günstig für uns. Nach zehn Wochen der Kriegführung stehe der Feind immer noch genau da, wo er bei Anfang seines Feldzuges gestanden habe.

0 Eine Kritik der Isonzoschlacht.

Genf, 29. Juli.Guerre Mondiale bespricht den Verlauf der ersten sechs Tage der Isonzoschlacht und sagt unter anderem: Die Italiener wissen recht gut, daß ihre Stunde geschlagen hat, wenn die Oesterreicher die Russen abgefertigt haben; deshalb ihre verzweifelten, aber fruchtlosen Angrisse gegen die Isonzofront. Aus neutralen Mitteilungen über die Schlacht geht hervor, welche furchtbaren Verluste die Italiener bisher erlitten haben. Im Juli wurden ihnen drei Korps außer Gefecht gesetzt. Die Lazarette von Piemont und der Lombardei sind mit Verwun⸗ deten überfüllt.

Die italienische Schlappe in Libyen.

Köln, 29. Juli. DieMorning Post läßt sich aus Rom melden: Die italienische Presse macht Anspielungen auf die Zustände in Libyen.Giornale d'Italia macht seine Leser darauf aufmerksam, daß die Lage in Tripoli⸗ tanien sich zu verschlechtern drohe. Die italienischen Besatzungen sind nach der Küste zurückgekehrt.

Der italienische Flaggenbetrug.

Athen, 29. Juli. In der Angelegenheit des italienischen Kriegsfahrzeuges, das, unter griechischer Flagge fahrend, von einem griechischen Torpedobvot aufgegriffen und nach Korfu gebracht worden war, hat jetzt die italienische Regierung die Kühnheit gehabt, anzufragen, wie Griechenland dazu komme, ita⸗ lienische Kriegs fahrzeuge anzuhalten. Die grie⸗ chische Regierung hat nun ihrerseits unter Vorlage eines eingehen⸗ den Berichtes der Behörden von Korfu mitgeteilt, daß nur ein die griechische Flagge führendes Kriegsfahrzeug aufgegriffen wurde und nochmals um Aufklärung ersucht, wie das italienische e dazu komme, die griechische Flagge zu

ühren..

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Das aussichtslose Dardanellenabenteuer.

Sofia, 29. Juli. Wie das hiesige BlattUltro meldet, hat General Hamilton einem Journalisten in einem Interviem mitgeteilt, daß an eine Fortsetzung der Dardanellenbezwingung nicht zu denken sei. Ein neuer Angriff habe nur dann Aus⸗ sicht auf Erfolg, wenn es gelinge, mit einem der Balkanstaaten ein Abkommen zu treffen. Eine solche Vereinbarung müßte sich aber in jedem Falle darauf stützen, daß der betreffende Staat min⸗

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bestens selbst aktiv eingreife oder den Durchmarsch einer russischen

Armee gestatte.

Ein schwedischer Professor über Deutschlands Ueberlegenheit.

Stockholm, 29, Juli. Der bekannte schwedische Professor der Nationalökonomie Sechser kam dieser Tage von einer Pale nach Deutschland, Holland und der Schweiz zurück, wo er die wirtschaftliche Wirkung des Krieges studiert hatte. In einem Interview sagte er: Deutschland ist ohne Zweifel das Land, das si augenblicklich am besten steht und alles deutet darauf hin, dug Deutschland, so lange es wünscht, aushalten kann. In England hatte man vor dem Kriege nichts getan, um die Industrie den Kriegsver⸗ hältnissen anzupassen. Die englische Ober- und Mittelklasse sind völlig mobil gemacht zur Verteidigung des Landes, aber bei den Ar⸗ beiterklassen zeigen sich die nicht zu klein anzurechnenden Symptome von Streikgefahr. In Frankreich merkt man sofort, wie übel es steht. Die Staatssinanzen sind in einem jämmerlichen Zustände. Die Industrie leidet durch die deutsche Okkupation; es ist zweifelhaft, ob Frankreich jemals wirtschaftlich auflebt. Ich bin überzeugt, sagte der Professor, daß nur politische und militärische Gründe dem Krieg ein Ende machen können, nicht wirtschaftliche.

Die Stimmung im russischen Volk.

Petersburg, 29. Juli. Die Dumaabgeordneten versammeln sich allmählich und bringen Stimmungsberichte aus ihren Wahlkreisen mit. Der Finanzminister Bark hat sich die offene Feindschaft der sozialistischen und der Arbeiterparter zu⸗ gezogen, indem er Vertreter sämtlicher Fraktionen mit Aus⸗ nahme dieser beiden zu einer Konferenz über die beabsichtigte weitere Notenausgabe in Höhe von einer Million Rubel zu sich eingeladen hatte. Ein großer Teil der Abgeordneten befindet sich noch in Moskau, wo der russische Städtetag nach großen 9 endlich von der Regierung Erlaubnis erhalten

t, zu tagen.

Ausstände in Petersburger Militärfabriken.

Genf, 29. Juli. Pariser Meldungen wissen von nicht un⸗ bedenklichen Ausständen zu berichten, die in mehreren Peters⸗ burger Werken und Fabriken ausgebrochen sind, die mit Herstellung von Kriegsmaterial beschäftigt sind. Der Kommandant von Pe⸗ tersburg, General Rußkij, ließ sofort durch öffentliche An⸗ schläge zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordern und befahl, die strengsten Maßnahmen zu ergreifen, damit die Betriebe keine Stö⸗ rung erleiden. Trotzdem müssen mehrere Werke noch mit hal⸗ bem Betriebe arbeiten.

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In das Genossenschaftsregister unterzeichneten Gerichts wurde heute eingetragen bezüglich der Bestattungsgenossenschaft der freien Schreiner-Ver⸗ einigung, e. G. m. b. H. zu Gießen: Nach Beendig⸗ ung der Liquidation ist die Vertretungsbefugnis der Liquidatoren Georg Haubach zu Gießen und Wilhelm Weigel daselbst erloschen.

Gießen, 27. Juli 1915.

Großherzogliches Amtsgericht.

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