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äußern sich heute ziemlich pessimistisch. Der„Temps“ fragt besorgt, welch Ergebnis die Schlacht im Osten haben werde, deren Phasen man nur anzudeuten brauche, um ihre Größe und ihren Ernst anzuzeigen.— Der„Figaro“ schreibt: Wir erleben wieder einmal tragische Stunden.— Oberstleut⸗ nant Rousset stellt im„Petit Parisien“ fest, die Lage sei leider nicht so glänzend, wie die Alliierten wünschten.
9 Die„Eintracht“ der feindlichen Dardanellenbestürmer. 5 Konstantinopel, 26. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ein türkischer Kriegsberichterstatter, der das Lager der Kriegsgefangenen hinter der Dardanellenar mee besucht hat, berichtet, daß nach den Aussagen von Kriegsgefangenen verschie⸗ dener Nationalitäten ein tiefes Zerwürfnis zwischen den verschie⸗ denen Truppen der Alliierten herrscht. Die Franzosen beklagen sich, daß die Engländer nichts tun und alle wichtigen Angriffe 4 den Franzosen und Indern überlassen, sich selbst jedoch jeden Er⸗ solg zuschreiben. Dagegen behaupten die Engländer, daß die Fran⸗ zofen viel Lärm machten und viele patriotische Lieder singen, jedoch bei dem Angriffe der Türken die Flucht ergreifen. Ein indischer Kriegsgefangener sagte, die ganze Last des Krieges ruhe auf den indischen Truppen, die sich außerdem fortwährend unter der Drohung der hinter ihnen aufgestellten Maschinengewehre be— fänden, so daß sie die Gefangenschaft als die einzige Rettung betrachten.
Aus Tripolis. 5 Berlin, 27. Juli. Nach einer Meldung des Berliner „Lokalanz.“ aus Chiasso sind dem„Secolo“ zufolge feind⸗ liche Araber vor den Toren der Stadt Tri⸗ . polis angekommen. Unter den dortigen Europäern ist eeine Panik ausgebrochen.
Die Lage am Balkan.
Zürich, 26. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Der„Neuen Zür⸗ cher Zeitung“ zufolge bringt der„Corriere della Sera“ einen Artikel über die Lage am Balkan, in dem u. a. Griechen⸗ land mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt wird. Es heißt darin: Die Staaten des Vierverbandes seien um die Sicherstellung ihrer Ausfuhr über Saloniki sehr besorgt und hätten deswegen bei der griechischen Regierung Schritte unternommen. Wenn das nichts helfe, so sei eine Truppenlandung in Salonkr in Aussicht genommen. Die Ueberwachung des griechischen Schiffs⸗ verkehrs werde rigoros durchgeführt.— Bezüglich der Rück⸗ kehr Venizelos heißt es, daß diese allerdings wahrscheinlich mit schwerer Kriese verbunden sei, da Venizelos nicht nur gegen diaie deutschen und österreichisch-ungarischen Agenten, sondern auch gegen die deutschfreundliche Gesinnung des Volkes und des Ge⸗ neralstabes anzukämpfen habe.— Dasselbe Blatt meldet aus Bukarest, daß Rumänien die Petroleum nach der Türkei verboten hat. 35
Berlin, 27. Juli. Aus Rotterdam berichtet die„Vossische Zeitung“, daß der Vierverband gegenwärtig in Bukarest und Sofia die vberlockendsten Angebote macht: Ru⸗ mänien soll Siebenbürgen, das Banat und alle von Rumänen. bewohnten Teile Bessarabiens erhalten, und Bulgarien ganz Maze— donien. Die Könige von England und Italien und Präsident Poincaré ständen wegen der Ballanverhandlungen in persönlichem Depeschenwechsel mit dem Zaren.
Athen, 26. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Von unserem Son⸗ derberichterstatter. Die Seeblockade Griechenlands, die, seitdem die englische Admiralität förmlich erklärt hat, sie halte alle griechischen Handelsschiffe an, deren Papiere nicht von den englischen Marinebehörden geprüft sind, vollständig wurde, greist 5—— schon störend in das tägliche Leben ein. Es ist so weit ge⸗ kommen, daß sich die griechischen Schiffe nicht ohne Gefahr, auf⸗ ten zu werden, von einem griechischen Hafen zum andern be⸗ geben können. Viele Wagen mit Postkollis notwendigster Handels⸗ artikel können daher nicht nach Athen gebracht werden. Die Auf⸗ regung über das rücksichtslose Vorgehen Eng⸗ lands wird immer größer, da man den vollständigen Zusammenbruch eines großen Teiles des griechischen Handels voraussieht, wenn die Engländer nicht die Kapertaktik einstellen. Berlin, 27. Juli. Einer Meldung der„Vossischen Zeitung“ zufolge hat die griechische Regierung die von England gegen die griechische Schiffahrt verfügten Maßregeln damit beant⸗ wortet, daß sie erklärte, die für Serbien bestimmten Mu⸗ nitionstransporte nicht mehr durch griechisches Gebiet durchlassen zu wollen.
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1 5 Der Seekrieg. 7 London, 26. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Nach einer Meldung aus Cape Wrath ist der französische Dampfer„Danae“(1505 Tonnen) nord⸗ westlich Cape Wrath durch zwei deutsche Unter⸗ seeboote versenkt worden. Die Besatzung wurde nach
Ausfuhr von
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Stornaway gebracht.— Der Dampfer„Firth“(406 Ton⸗ nen) aus Aberdeen ist torpediert worden. Vier Mann der Besatzung wurden getötet, sechs an Land gebracht. Auch der Fischdampfer„Briton“ aus Aberdeen ist verloren gegangen. Nach dem Bericht der Admiralität wurde der . Kapitin getötet, fünf Mann der Besatzung ertranken. Die Lowestofter Fischdampfer„Henry Charles Kath⸗ leen“,„Activity“ und„Prosper“ fielen deutschen Anterseebooten zum Opfer. Die Besatzungen wurden an 5 Land gebracht. Aus Grimsby wird gemeldet, daß der Fisch— dampfer„Perseus“ am Samstag in der Nordsee in die Luft geflogen ist. Neun Mann der Besatzung wurden getötet. 5 London, 26. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der englische Dampfer„Grange⸗ wood“, von Archangelsk nach Havre unterwegs, ist am 24. Juli in der Nordsee von einem deutschen Unterseebool versenkt worden; die Besatzung wurde gerettet. —
5 Kriegsbriefe aus dem Westen.
g Von unserm Kriegsberichterstatter.
(Unberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten) Der stille Krieg im Sundgau.
Großes Hauptquartier, 20. Juli.
Als nach der zweiten Schlacht bei Mülhausen die Franzosen die Besetzung des Oberelsasses als vorläufig oder endgültig un⸗ möglich erkannten und sich auf die von ihnen stark befestigten Vogesenhöhen zurückgezogen, war es nicht möglich, sie aus dem . letzten Zipfel der Ebene zu vertreiben. Denn ein Teil des Sund⸗
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gaues liegt auf dem Glacis der Festung Belfort, deren Geschütze bis nach Dammerkirch reichen. Diesen Bezirk mußte man ihnen 2 überlassen, so lange es im Gesamtplane der deutschen obersten f Heeresleitung lag, das Oberelsaß als Nebenkriegsschauplatz zu 5 behandeln. Andererseits war es aus rein politischen Gründen unerwünscht, daß die Franzosen dort einen Schritt vorwärts kamen und die sinkende Hoffnung ihres Landes mit der Wegnahme einiger Ortschaften des Reichslandes beleben konnten, Das war der gegebene Rahmen, in dem sich dort der Krieg abspielen mußte. Eine Reihe von Nebenumständen haben dafür gesorgt, daß er sehr
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Auf der Fahrt von Mülhausen nach Altkirch, der ehemaligen Hauptstadt des Sundgaues, hatte ich Gelegenheit, die Zerstörung der Eisenbahnbrücke bei Illfurt durch die Franzosen zu 1 Mit weittragendem, eigens zu diesem Zwecke herbeigeschafften Geschütz haben sie, bei ziemlich schlechten Treffleistungen schließlich ihr Ziel erreicht. Die steinernen Pfeiler sind schief geschossen worden, die eisernen Träger eingestürzt. Wie an Draht aufge⸗ fädelt, Ane noch die Schwellen an den zerrissenen Schienen⸗ strängen. Ein paar leere Güterwagen, die in der Nähe auf dem Bahndamm standen, sind durch die Erschütterung ins Rollen ge⸗ kommen und in den Abgrund gestürzt. Ueber Trümmerhaufen schäumen die hier silberhellen Wellen der schmalen Ill. Weit im Wiesen⸗ und Ackergelände ringsum sind tiefe Granattrichter auf⸗ gerissen, die sich mit Regenwasser gefüllt haben und kleine Teile bilden, in denen allerhand Schwimmkäfer ihr Wesen treiben. Im Bahndamme und unter dem Rasen der Matten stecken vine Anzahl Blindgänger. Zum Glück ist das nahe romanische Kirch⸗ lein von Illfurt von keinem der abirrenden Geschosse getroffen worden, und wie durch eine gute Fügung hat niemand von den zahlreich in der Gegend befindlichen Eisenbahnbeamten und Landes⸗ einwohnern Schaden erlitten.
Es war ein Sonntagmittag, als ich in Altkirch ankam. Eben war die Kirche aus, und auf den Straßen standen Gruppen von Einwohnern in festtäglichen Gewändern plaudernd umher, oder schlenderten nach Hause. Niemand wäre bei ihrem Anblick auf den Gedanlen gekommen, daß die Stadt dicht bei der feindlichen Front liegt, daß man aus ihren Fenstern in den Krieg sehen kann. Das ist keine Uebertreibung, so befremdlich es klingen mag. Man sieht zwischen den hellen Häusern, wo an allen Fenstern die Blumen blühen, nach der von der schönen Kirche überragten Altstadt hin⸗ auf und freut sich beim Durchschreiten der hügeligen Straßen, daß man keine Spuren von Zerstörung sieht. Nur der Bahnhof ist von einigen Granaten durchlöchert und das Innere verwüstet. Und auf das alte Stadttor, das die obere Stadt abschließt, haben die Franzosen geschossen, vielleicht weil ihnen das Denkmal deutscher Vergangenheit ein Dorn im Auge war. Sie haben dabei ein großes Granatloch in ein benachbartes Bürgerhaus geschlagen. Sonst haben sie Altkirch geschont, und das hat frine guten Gründe. 5
Denn einmal 1 so wiege Altkirch sich in der Reich⸗
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weite der französischen Artillerie befindet, Tammerkirch in der Feuerzone der deutschen Geschüte, so daß Granate um Granate vergolten werden könnte. Zum zweiten aber haben die Franzosen, die sonst in letzter Zeit elsässische Ortschasten ganz sinnlos und frevelhaft zerstören, Altkirch gegenüber besondere Gründe zur Zu⸗ rückhaltung. Vielleicht geben sie die Hoffnung noch nicht auf, daß ihnen durch einen Kriegszusall die alte Hauptstadt des Sundgaues, die früher als andere Teile des Elsasses unter ihrer Herrschaft ge⸗ raten ist, noch einmal in die Hände gelangen könnte, und dann machen sich als Kulisse für die Bilder vom Einzuge der Fran⸗ zosen in den illustrierten Zeitungen die malerischen Giebelhäuser besser als ein Trümmerhaufen. Schließlich aber rechnen sie mit Sympathien eines Teiles der Bevölkerung, welche sie nicht ver⸗ scherzen möchten, und nicht umsonst sind die Notablenfamilien dieser Eegend die Gilardonis,„ e Italiener, die hier die Falz⸗ ziegelfabrikation zu einer bedeutenden Industrie entwickelt haben. Ein Gilardoni aber steht als Divisionsgeneral drüben auf fran⸗ zösischer Seite, während das Familienvermögen teils in Altlirch in deutschem Gewahrsam, teils in Dammerlirch vor den deutschen Kanonen liegt. Die Franzosen haben also einigen Anlaß, die Lands⸗ leute ihres Generals glimpflich zu behandeln.
So ergibt sich ein Zustand, der sonst im modernen Kriege fast undenkbar ist und an die Zeit erinnert, wo hier Bernhard von Weimar und die Schweden durch das Land zogen. Man ergeht sich auf der Promenade unter den schattigen alten Bäumen, und sieht dabei in die feindlichen Linien hinein, wie man früher von den Zinnen einer Burg oder den Wällen einer Stadt auf die Laufgräben der Belagerer hinabsah. meter in das Wiesental vorgeschoben heben sich deutlich die ein⸗ ander dicht genäherten deutschen und französischen Stellungen, wie mit heller Farbe auf den Rasengrund gezeichnet, ab. Hier braucht sich keiner die Mühe zu geben, dem anderen seine Schützen⸗ gräben zu verheimlichen, denn viel besser noch, als hier von der begangenen Straße kann man von den teils in deutschen und teils in französischen Händen befindlichen Hügeln die beiderseitige Lage überblicken. Aber selbst hier, wo man einen ganzen Kriegsschau⸗ platzausschnitt vor sich hat, hört man nichts vom Kampfe. Selten einmal erheben sich ein paar Infanterieschüsse, selten tackt ein Maschinengewehr dazwischen. Die Spaziergängerinnen, die in ihren weißen Sommerkleidern, das Gebetbuch in der Hand und ein paar Blumen an der Brust, den Franzosen mit bloßem Auge sicht⸗ bar sind, wie man jeden Franzosen sehen müßte, der es sich etwa einfallen ließe, sich in seinen Stellungen zu erheben, nehmen kaum Notiz ron dem Gewehrfeuer. Sie sind nachgerade doch etwas mehr vom Kriege gewohnt. Erst vor einer Stunde ist in die Grenze des Weichbildes von Altkirch geschossen worden. Ein deutsches Flugzeug, dessen Beschädigung am folgenden Tage der französi— sche Generalstabsbericht triumphierend gemeldet hat, war beim Ueberfliegen der französischen Stellungen am Steuer verletzt wor⸗ den und hatte auf einer Wiese vor der Stadt niedergehen müssen. Die Franzosen, welche die Stelle einsehen konnten, hatten die Straße sofort mit Schrapnellen belegt, so daß diese gesperrt wurde. Von der Promenade aus konnte man das verunglückte Flugzeug liegen sehen und betrachten, wie es durch sofort herbeigeeilte Me- chaniker abmontiert wurde. In Gruppen versammelt, besprachen die Einwohner lebhaft dieses Ereignis.
Wir gingen weiter der Front entgegen, Carsbach zu, dessen. schönes Kurhaus Sonnenberg sehr durch Beschießung gelitten hat. An einem Straßenbaum ist eine Tafel angenagelt:„Straße ge—⸗ sperrt! Zuwiderhandelnde laufen Gefahr, erschossen zu werden. Der Ortskommandant.“ Diese Mahnung nützt nicht viel, wie man beobachten kann. Denn während bei der großen Nähe und der vor⸗ züglichen Beobachtung jeder Soldat hier die tiefen, sicheren An- näherungswege benutzt, gehen die Landbewohner frei und unbe- kümmert über die Straßen, die auf unserer Seite ebenso wie die jenseits der französischen Linien.
Von einem Beobachtungsstande kann man bis über Dammer⸗ kirch hinaussehen und namentlich die Zerstörungen des dortigen. Viadukts feststellen. In monatelanger Arbeit hatten die Fran⸗ zosen den großen Talübergang, der ihnen den Nachschub durch die Cisenbahn erleichterte, wieder aufgebaut. Schon sollte am folgenden Tage das Werk wieder eingeweiht werden und war mit Trikoloren und Kränzen geschmückt, als es mit wenigen Schüssen wieder zer⸗ schmettert wurde. Man kann sogar die Einschläge der Granaten erkennen. Die erste saß etwas kurz, die zweite traf besser, aber wirkte noch nicht genügend, die dritte und die folgende zertrüm⸗ merten die hochtragenden Bogen vollkommen, und mit der Ein- weihungsfeier, zu der schon die Ehrengäste mit schwungvollen Er⸗ öffnungsreden im Notizbuche angereist waren, wurde es Essig. Von hier, wo wir jetzt stehen, könnte ein Zeichner das ganze Gelände der vordersten Stellungen aufnehmen. Aber niemand würde ihm Glauben schenlen, wenn er darunter schriebe:„Das ist der Krieg!“ Ganz unkriegerisch ist die Landschaft. Sogar der, der ein geschärftes Auge hat, muß sich selbst daran erinnern, daß hier der Krieg noch Gegenwart und vielleicht bald einmal lichter⸗ loh brennende Zukunft ist. Dabei befindet man sich im Bereiche des feindlichen Gewehrfeuers, und jener Waldrand dort vor uns ist eine stark besetzte Hauptstellung der Franzosen, wenn er auch nur durch eine Grabenaufschüttung ahnen läßt, daß er voll unter⸗ irdischen Lebens wimmelt. a
Wir kehren zurück nach Altkirch. Es ist Essenszeit, und die Straßen sind leer. An allen Fenstern prangen die Blumen, an einem Hause, das schon die Stürme des dreißigjährigen Krieges miterlebt hat, hängt ein vergoldeter Granatapfel des Wappens, ein frohes Sinnbild unserer Vorfahren, in der grellen Sonne. Der Mann, dem das Geschoß, welches dem Stadttor gelten sollte, die Hauswand eingehauen hat, hat zwei Flaschen mit Oleanderstecklingen an das Fenster daneben gehängt. Er muß den Krieg, den er doch jeden Morgen beim Aufstehen aus. seinem Zimmer sehen kann, für weit entfernt halten und wenig Furcht haben, daß er wiederkommt. Möge er sich nicht täuschen. Es wäre ein Jammer um das schöne Städtchen, wenn der stille schlummernde Krieg in seiner Bannmeile laut würde.
still blieb.
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
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Knappe anderthalb Kilo- w
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machungen: Ueber die Errichtung einer Rei 0 itte! die Höchstpreise für Brotgetreide, über die Aenderung der Ver⸗ ordnung über den Verkehr mit Brotgetreide und Me N Ernte 1915 vom Juni 1915, über die Höchstpreise für Gerste, über die Höchstpreise fuͤr Hafer, über die Aufhebung des Verbots der Kaufverträge über Brotgetreide, Gerste und Hafer, ferner gegen die übermäßige Preissteigerung. 2
Berlin, 26. Juli. WB. Amtlich.) Die nächste Voll siz ung des deufschen Reichs tages findet am d Ang uf nachmittags 2 Uhr statt. Der Haushaltsausschuß des Rei tages wird seine Beratungen am 17. August vormittags 10 Uhr 3 wieder aufnehmen. 8 0 1 Aus Stadt und Cand. 958
Gießen, 27. Juli 1915. Warum gehören alle Goldstücke in die sbant??
Immer noch sind viele Millionen Gold in. 2 7 Die Ausführungen, die im folgenden ein angesehener Bank⸗ fachmann macht, seien deshalb warm der Aufmerksamkeit unserer Leser empfohlen:.
Der Bedarf an Zahlmitteln ist, wie jedermann weiß, häufig größer als unser Vorrat an Geld und Geldzeichen. Dann muß die Reichsbank helfen. Sie tut das, indem sie Vanknoten hergibt. Diese aber müssen, so verlangt es jeder Nehmer im In- und Ausland, vollwertig, sie müssen ge⸗ deckt sein, eine Unterlage haben. Diese Unterlage muß so beschaffen sein, daß die bare Einlösung der vorkommenden Noten unbedingt sichersteht. Die Unterlage besteht neben sicheren Ausständen(guten Wechseln), die nach kurzer Frist in Geld eingehen müssen, zu einem großen Teil in Gold. Wenn dieser Goldbestand der Reichsbank unter den dritten Teil der Banknoten herabzusinken droht, dann muß die Weiterausgabe von Banknoten aufhören. Vorher wird der Zinsfuß gesteigert, um die Nachfrage nach Geld einzu- dämmen oder abzuwehren. Also: Je mehr Gold der Reichs⸗
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bank zugeführt wird, desto mehr Geldzeichen kann sie der
Bevölkerung zur Verfügung stellen, desto niedriger kann sie den Zinsfuß für Leihgeld halten. Muß die Reichsbank mit ihrem Zinsfuß heraufgehen, dann folgen die anderen Banken nach, dann geht der Zinsfuß überhaupt in die Höhe. Wer demnach sein Gold zur Reichsbank fließen läßt(etwa da⸗ durch, daß er bei der Post Gold gegen Scheine umwechselt), der leistet der Allgemeinheit im deutschen Vaterland wert⸗ volle Dienste, ohne daß er Opfer bringen muß, denn: Er hilft vorsorgen für die Zeiten stärkeren Bedarfs an Geld⸗ zeichen. Er hilft Handel und Industrie in Gang halten. Er hilft mit, daß die Zinssätze nicht übermäßig in die Höhe gehen, daß auch im Ausland unsere Banknote und damit unsere Währung als unerschütterlich anerkannt bleibt. Denn es ist klar: Je höher unser Geldwesen im Ausland bewertet wird, desto mehr gilt die deutsche Mark. Je mehr sie gilt, desto billiger ist die Wareneinfuhr.(Andere Ein⸗ flüsse auf die Währung können hier unerwähnt bleiben.) Späterhin wird man Gold nicht gut ausgeben können, ohne auf Blicke des Erstaunens zu treffen und zwar des Erstaunens darüber, daß dieses Gold im Versteck gehalten orden war. Das Gold zurückzuhalten ist nicht nur eine Torheit. Es ist auch eine Versündigung am Vaterland, ein Unrecht all den Volksgenossen gegenüber, die Gut und Blut der Allgemeinheit opfern, ein um so ärgeres Unrecht, als nicht einmal ein Opfer verlangt wird. Denn verlangt wird nur die Einsicht, daß der Einzelne nichts aufgibt, wenn er seine Goldmünzen der Reichsbank zuführt. Dort leisten sie aber, wie sich jeder klar machen kann, der deutschew 4 Volkswirtschaft die wichtigsten Dienste. Dem wird kein ver⸗ ständiger Mensch im Weg sein wollen. Es gibt keine Recht fertigung für das Beiseitelegen von Gold. 7 Darum: Das Gold zur Reichsbank!
* Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen N den Nachbargebieten.)
Landwehrmann Gg. eivogel aus Westhosen bei Worms. — Ers.-Res. Wilh. Müller, Res.-Inf.-⸗Ngt. 83, aus Waldgirmes. — Schütze Karl Mohr, Res.-Juf.-Agt. 221, aus Reiskirchen bei Wetzlar.— Ers.-Res. Heinr. Müller aus Stockheim.— Jäger Phil. Roth, Res.⸗Jäger⸗Bat. 19, aus Worms⸗Pfisfligheim.— Musk. Willy Schwindt, In'-Agt. 118, aus Worms.— Gefr. Lehrer Heinr. Röh ich, Juf.-Rgt. 186, aus Darmstadt.— Musk. Aug. Krämer, Inf.-Ngt. 224, aus Dillenburg.— Musk. Aug. Sauer wald, Res.-Inf.-Ngt. 253, aus Haiger.— Musk. Jakob Wilhelm Wagner, Inf.⸗Agt. 258, aus Offenbach a. M.— Ers.⸗ Res. Franz Schäfer, Inf.-Agt. 115, aus Offenbach.— Ers.-Res. Gg. Schlierbach, Ins.-Rgt. 118, aus Ossenbach g. M.— Res. Phil. Gauck, Ins.⸗Agt. 118, aus Worms-Neuhausen.— Vize⸗ seldwebel Eisenbahnassistent Franz Krüger, e 1 aus Marburg.— Musk. Heinr. Horny aus Laubach.— Einj.⸗ Freiw. Hans Kraiker, Res-Inl.-Agt. 222, aus Wetzlar.— Unteroff. Jak. Marx aus Niederweisel.— Kriegsfreiw. Georg Eckle, Landsturm-Inf.-Batl. Bielefeld, aus Darmstadt.
—* 1
» Ritter des Eisernen Kreuzes: Feldunter⸗ arzt Franz Huyeng im Juf.⸗Ersatz⸗Regt. 7. Uffz. Fritz Reuter aus Ziegenhain. Fähnrich Josef Grohe aus Butzbach, Inf. Regt. 168. Vizefeldw. d. R Ludwig Tho⸗ mas aus Friedberg-FJauerbach. Leutn. d. R. Heinr. Köster aus Wetzlar, 3. Seebataillon. Uffz. Emil Hach aus Belters⸗ hain, bei einer Feldart-Mun.⸗Kolonne. g
* Auszeichuungen. Den nachbenannten, auf dem west⸗ lichen Kriegsschauplatze kämpfenden Soldaten: Ludwig Seibert aus Wieseck, Friedrich Paul aus Ober- Bessingen, Karl Bin zer aus Kirch-Höns und Robert Werner aus Hungen wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
* Zum Rektor an der Landesuniversität für die Zeit vom 1. Oktober 1915 bis zum 30. September 1916 wurde von der Großherzogin der Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Wilhelm Sievers ernannt.
» Von der Gewerbeschule. Die Großher⸗
zogin hat den Hauptlehrer an der Gewerbeschule in
kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß-
Bimbächer“ hingewiesen. Die sorgfältige Vorbereitung *Die deutschen Zivilgefangenen in Ruß⸗
Gießen Ludwig Traber auf sein Nachsuchen, unter n⸗ erlennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit mütigen verliehen.
* Stadttheater. Nochmals sei auf die heute abend schert dem Stück eine freundliche Aufnahme, zumal man 1 die Echtheit seiner lokalen e viel Mittel gewandt
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land. Nach einer Calc dung der russischen Regierung ist 1 den deutschen Zivilgefangenen 1 N 197
Wirkung vom 1. Oktober 1915 an, in den Ruhestand 1 versetzt 1 55 ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritter, K 8 Uhr im Stadttheater durch die Mitglieder der Freilicht⸗ bühne veranstaltete Aufführung des„Spenglermeister
hat. Dieser kommen z. B. mehrere Gießener Stadtbilder aus dem Fundus unserer Bühne bestens zustatten. f Briefverkehr mit der Heimat un
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