Ausgabe 
(26.7.1915) 173. Erstes Blatt
Seite
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Harsdhal. 4 nell.

5 wir erfolgreich in der Nacht zum 23. Juli einen Angriff des Fein⸗ des auf dem linken Ufer der Pissa trotz Anwendung von Grana⸗ ten mit giftigen Gasen durch den Feind zurück. Der Feind macht dadußerste Anstrengungen, um den Narew auf der Front

Riani⸗Pultusk zu überschreiten; ein hartnäckiger Kampf tobt in dieser Gegend. Bei der Weichsel keine wichtige Veränderung. Wir schlugen einige feindliche Angriffe gegen

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Nowo⸗Georgiewsk und Iwangorod zurück. Zwischen Weichsel und Bug fand am 23. Juli in der Gegend von Lublin hestiges Artilleriefeuer statt. Der Feind in der Richtung Belzice vorzugehen. An

versuchte 0 ehen. 1 der Front Cholm⸗Woislawice toben hartnäckige Kämpfe. In der Nacht zum 23. Juli machten unsere Truppen zahlreiche erfolgreiche Gegenangriffe, wobei sie mehrfach bis zu den Stellungen der feindlichen Artillerie gelangten, jedoch infolge der Kampfverhältnisse. die durch den Feind preisgegebenen Geschütze

nicht mitzunehmen vermochten. In den Gegend von Grube sch o w Feind große Kräfte zusammen, die sich nach hartnäckigen etwas nach Norden ausdehnen konnten. Am Bug bet dauerten die Kämpfe fort. Die frühere Front ist un⸗

Proviantzug. Der Angriff auf Warschau und Iwaugorod. 35 Berlin, 26. Juli. Nach demBerliner Lokalanzeiger teilt die Petersburger Telegraphen-Agentur mit: Die Fabriken und Werkstätten von W. arschau und Umgebung, die für die Miilitärkommandos arbeiten, wurden wegen der Schwierigkeit der Beschaffung von Brennmaterial und wegen der Nähe der Front auf Kosten der Regierung ins Innere des Landes ver- legt.

Berlin, 26. Juli. Nach derVossischen Zeitung meldet Tribune de Gendve, daß die Oesterreicher sieben 42 5 Zentimeter⸗ und zwei 50⸗Zentimeter⸗Kanonen vor Iwangorod geführt haben, welches jetzt mit furchtbarer Wirkung bombardiert wird.

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Die Kämpfe an den Dardanellen.

Konstantinopel, 24. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers. An der Dar danellenfront in der Nacht vom 22. zum 23. Juli bei Ari Bur nu zbeitweise Artilleriekampf. Am Morgen des 23. Juli hatte eine Gegenmine, die wir zur Explosion brachten, um die Wirkung einer feindlichen Mine gegen unser Zentrum auf⸗ zuheben, ein gutes Ergebnis. Am Nachmittag kraf während einer erfolglosen Beschießung unserer Stellungen auf dem linken Flügel durch zwei Monitore ein Volltreffer unserer Artillerie einen Monitor, worauf sich beide sofort ent⸗ fernten. Am Vormittag des 23. Juli schlugen wir einen Angriff gegen einige unserer Gräben unseres rechten Flü⸗ ls bei Sedd⸗ül⸗Bahr ab. Unsere Artillerie brachte e feindliche Artillerie, die unsere Gräben beschoß, zum Schweigen. Unsere anatolischen Batterien zerstreuten feind⸗ iche Truppen, die Verschanzungen bei Sedd⸗ül-Bahr auf⸗ warfen. Auf den anderen Fronten ereignete sich nichts Wesentliches. ALNonstantinopel, 25. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das ptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront bei ri Burnu gegenseitigenr Minenkampf. Am 21. Juli wurde die feindliche Landungsstelle beschossen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr schwaches Feuergesecht. Unsere Artillerie zwang eine feindliche 3 Haubitzenbatterie westlich Hissarlick vor unserem linken Flügel die Stellung zu wechseln und brachte sie zum Schweigen, als die

gatterie das Feuer wieder begann. Auf den übrigen Fronten chts von Bedeutung.

Athen, 25. Juli.(W. Nichtamtlich) Telegramm unseres Privattorrespondenten. Aus Salonik kommt die Meldung, daß der englische Truppentransportdampfer Arrewurous(7) von einem Unterseeboot tor pediert worden ist.

5 Berlin, 26 Juli. DieVossische Zeitung meldet aus Athen, daß ein von Mudros in Athen eingetrofsener englischer Offizier die Verluste der Alliierten bei den Darda⸗ nellen bisher auf 80000 Mann schätzt und versichert, daß die Nachricht von Munitionsmangel der Türken unrichtig ist

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Italien vor der Kriegsertlärung an Deutschland? Zürich, 25. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer

Aufforderungen desPopolo d' Italia, die Regierung möge Deutschland den Krieg erklären, bisher immer von der Zensur gestrichen worden. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall. Heute enthält das Blatt einen Aufruf, der die Notwendigkeit der Kriegserklärung beweisen soll.

Vom italienischen Kriegsschauplatz.

Berlin, 26. Juli. Die Wiener Blätter bringen Einzel- heiten über die Kämpfe am Monte Pia no und bei Schlu⸗ derbach. Die Italiener suchten den schon auf ihrem Ge biet liegenden Berg um jeden Preis wieder zu gewinnen. Nach Beschießung mit schwersten Granaten stürmten drei mal fünf italienische Bataillone und drangen stellenweise in die Gräben ein. Sie wurden aber jedesmal den Berg wieder hinabgejagt, und waren schließlich ihrer furchtbaren Verluste wegen nicht mehr vor- wärts zu bringen. Tote lagen vor unserer Front. Hunderte sind die Felsen hinabgestürzt und tot oder ver wundet. Wir hatten nur 20 Tote und 42 Verwundete.

Der ungediente Landsturm Italiens. 0

Rom, 25. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das amtliche Militärblatt veröffentlicht eine Verordnung, durch die die Jahrgänge 1884 bis 1888 des ungedienten N. unter die Waffen gerufen werden. Alle Einberufenen müssen sich in den Morgenstunden des 31. Juli stellen. Das Militärblatt veröffentlicht ferner eine Ver⸗ ordnung, durch die die Provinzen Cremona, Piacenza, sowie ein Teil der Provinz Rovige, der bisher nicht zur Kriegs⸗ zone gehörte, als Kriegsgebiet erklärt werden.

Die Serben in Albanien.

Paris, 25. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps meldet aus Nisch: Die serbische Regierung hat beschlossen,

schiedenen albanischen Städten, u. a. mit Duraz zo, zu errichten. Das Befinden des Königs der Hellenen.

Athen, 24. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der König hat sich zur vollständigen Wiederherstellung seiner Gesund⸗ heit in einem besonderen Krankenautomobil nach seinem Sommerschloß Totoi begeben.

Die Erweiterung des holländischen Landsturmdienstes.

Haag, 24. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zweite Kammer hat gestern mit 55 gegen 13 Stimmen das Gesetz über die Erweiterung des Landsturmdienstes angenommen. Die Sozialdemokraten stimmten dagegen.

Aufhebung von Vergeltungsmaßregeln

5 gegen Frankreich. Berlin, 25. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) DieNord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung teilt mit: In Nr. 192, 1. Aus⸗ gabe vom 13. ds. Mts. hatten wir mitgeteilt, daß in dem französischen Fort Entrevaux etwa 50 kriegsgefan⸗ gene deutsche Offiziere in vier stets verschlossen gehaltenen Räumen untergebracht werden, daß diese Offi⸗ ziere sich tagsüber nur eine Stunde auf einem kleinen Hofe bewegen und sich nicht gegenseitig besuchen dürfen. In⸗ folgebessen seien 50 gefangene französische Offiziere ent⸗ sprechenden Beschränkungen unterworfen worden. Inzwi⸗ schen hat die deutsche Regierung unter Vermittelung einer neutralen Macht von der französischen Regierung die Nach⸗ richt erhalten, daß sich gegenwärtig die deutschen Offi⸗ ziere tagsüber im Hof des Forts frei bewegen und miteinander verkehren dürfen. Daraufhin sind die den fran⸗ zösischen Offizieren auferlegten Beschränkungen alle auf gehoben worden.

*** Der Seelrieg.

Englische Hinterlist. 0 Berlin, 24. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Wie wir von zuständiger Seite erfahren, hat ein deutsches Unterseeboot am 20. Juli, um 11 Uhr vormittags, etwa 180 Seemeilen östlich des Firth of Forth einen ca. 800 Ton- nen großen Dampfer angehalten, der die da- nische Flagge führte. Der Dampfer. plö tz⸗ lich aus zwei Geschützen Feuer auf das Untersee⸗ boot, holte nach der ersten Salve die dänische Flagge nieder

Mitteilung derNeuen Zürcher Zeitung sind die radikalen

und feuerte weiter, ohne daß er eine Flagge setzte und erst nach der fünften oder sechsten Salve dis englische

eine Telegraphenlinie zwischen Nisch und den ver-

Kriegsflagge zeigte. Es

schreiben, daß bab Hike e e 5

nicht zum Opfer gefallen ist. 9 5 Eine neue Note Wilsons an England. 9

Washington, 24. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter. Präsident Wilson beriet mit Lansing über die neue Note an England die sich auf das Recht der Neutralen, mit Deutschland Handel zu treiben, bezieht. Man glaubt, daß die Note an England binnen einer Woche abgeht.

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London, 25. Juli.(WT. Nichtamtlich.) 8 des Reuterschen Bureaus. Eine Ueberficht über die bis⸗ herigen 22 Wochen des Unterseebootkrieges ergibt folgende Daten: Die Gesamtzahl der Schiffe, die in dem Vereinigten Königreich angekommen oder von dort ausgefahren sind, betrug 31385. Es wurden 96 en 2 1 Handelsschiffe versenkt; 502 Menschen kamen dabei um. Außerdem sind 95 neutrale Schiffe versenkt worden. Die englische Handelsflotte hat während dieser Zeit mehr neue Schiffe bekommen, als ihr durch den Untersee otskrieg verloren gegangen sind. Ende Juni waren im ganzen 442 Schiffe mit einem Inhalt von 1506925 Tonnen im Bau, während die Gesamttonnenzahl aller seit dem Beginn des Krieges verlorenen Schiffe 212000 betrug.(Reuter will also beweisen: Busines as usual. Wozu dann aber der Lärm über unseren Unterseebootkrieg?)

London, 24. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das FischerfahrzeugStar of Peace aus Aberdeen wurde von einem deutschen Unterseeboot auf der Höhe der Orkneyinseln ver⸗ senkt. Die Besatzung wurde in Stromneß gelandet.

London, 26. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter russische DampferRibonial, mit Kohlen von Cardiff nach Rußland. unterwegs, ist bei den Orkneyinseln von einem deutschen Unterseeboot ver- senkt worden; die Besatzung wurde gerettet.

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Japaus Politik,

London, 25. Juli.(WTB. 3 DieMorning Post meldet aus Tokio: In Japan 1 innt die Ueberzeugung an Boden, daß der Mißerfolg der Verhandlungen mit China auf den Widerstand Englands und Ameri⸗ kas gegen die japanischen Forderungen zurück⸗ zuführen ist, daß dieser Widerstand einer bestimmten politi⸗ schen Richtung dieser Staaten entspricht, und daß Japans Zu⸗ lunft von der Möglichkeit abhänge, diesem Widerstand, der sich künftig vermutlich noch steigern werde, wirksam zu begegnen. Die erste Antwort auf diese Herausforderung war der Beschluß, die Armee und Flotte stark zu vermehren. Die japanische Militäxpartei hatte zwar vor den Verhandlungen mit China zwei neue Divisionen gefordert. Später erklärte Ministerpräsident Okuma, der der Vorsitzende der japanischen Friedensgesellschaft ist, Japan könne nicht zufrieden sein, bevor es 25 Divisionen besitze. Das Schiffbauprogramm umfaßt vier Ueberdreadnoughts, 21 Zerstöxer. zwei Aufklärer, acht Unterseeboote für die nächsten vier Jahre, aber das neue Programm sieht acht Schlachtkreuzer, acht Dreadnoughts, sechs Aufklärer, 64 Zerstörer, 24 Unterseeboote und mehrere Transportschisse vor. Japan ist entschlossen, die eigene Macht und das eigene Ansehen in China durch curopäische Mächte nicht zurückdrängen zu lassen. Das Empfinden, daß der 1 Krieg das deut siche System dem en, lischen Ne kundig als praktischer erwiesen hat, ist vielleicht darauf zurück⸗ zuführen, daß so viele japanische Gelehrte und Militärs deutschg Erziehung genossen haben. Die Gefahren des Militarismus, gegen 1 die in England und Amerika gepredigt wird, bekümmern Japan nicht im geringsten.

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. N 1 Aus dem Reiche. 2 Berlin, 23. Juli.(Nichtamtlich.) Tem Jungdeut 12 0 landbund ist, wie dieNordd, Allg. Zeitung meldet, zur För⸗ derung seiner Zwecke diec9 ing erteilt worden, in den l Jahren 1915 bis einschließlich 1919 eine in fünf Jahressereien 7 auszuspielende Geldlotterie zu veranstalten und die Lose in N der ganzen Monarchie zu vertreiben. Die Ziehung der ersten Serie ist auf den 26. und 27, Oktober d. I: festgesetzt. f N Berlin, 25. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Heeres⸗ verwaltung teilt mit, daß für einen etwa kommenden 9 Winterfeldzug der Bedarf an warmer Unterklei⸗ dung, nene an Handschuhen, Pulswärmern und Kopf⸗ schützern, schon jetzt gedeckt sei. a 8. a München, 24. Juli. WTB. Nichtamtlich) Die Korre⸗ spondenz Hoffmann meldet: Der König empfing am Freitag vormittag den Generaladjutanten des Kaisers, v. Chelius, in Audienz, der ein Handschreiben des Kaisers zu überbringen. hatte, in dem der Kaiser seine Bereitwilligkeit erklärte, der Bitte des Königs entsprechend die Würde eines Generalfeldmarschalls der bayerischen Armee anzunehmen. 0 ͥ̃ Aus Stadt und Cand. g Gießen, 26. Juli 1915.

L. U. Universitäts nachricht. Der Schlußvortrag des Kollegs über experimentelle Pfsychologie und Psychiatrie von Geheimerat Sommer mit dem Thema: e e und Familienforschung auf dem Boden der beobachtenden Psycho⸗ logie findet nicht Freitag von 56, sondern am Dienstag, den 27. Juli 1915, abends 8½¼ Uhr im Hörsaal der 2 rank⸗ furter Straße 99, stalt. Auch Studierende, die das Kolleg nicht belegt haben, 8 Inhaber von Dauer- und Einzelkarten zu den akademischen Kriegsvorträgen sind willkommen. 1 5

Enthält keine schriftlichen Mitteilun⸗ gen. Die Bestimmung, wonach Päckchenbriefe mit Wareninhalt an deutsche Kriegs- und Zivilgefangene im Auslande den Vermerk:Enthält keine schrift⸗ lichen Mitteilungen tragen sollen, wird vielfach 5 nicht beachtet. Es wird daher im Interesse der Absender 1 erneut auf diese Vorschrift hingewiesen. Sendungen ohne 1 diesen Vermerk dürfen von der 1 nicht befördert werden.

Mehr Sorgfalt bei en empfiehlt die Post verwaltung in folgender Zuschrift: Die verschiedenen in letzter Zeit durch die Presse veröffentlichten Hinweise auf die Unzuträglichkeiten, die aus der mangelhaften Verpackung der Feld⸗ postsendungen mit frischem Obst, Butter, Honig usw. entstehen, haben leider bisher nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Noch immer werden Erdbeeren, Kirschen, Honig, Butter usw. in einfachen Pappkäst chen, ja sogar in bloßer Papierumhül⸗ lung bei den Postanstalten aufgeliefert. Bei aller Würdigung der die Absender ohne Zweifel leitenden guten Absicht, die Krieger im Felde mit ihren Gaben zu erfreuen, kann doch nur immer wieder von der Versendung solcher, Feuchtigleit absetzenden und überdies leicht verderblichen Lebensmittel während der Sommermonate drin⸗ gend abgeraten werden, weil bei den besonderen für die. in A kommenden Verhältnissen keine Gewähr dafür besteht, daß die Empfänger die Saß auch wirklich noch in genießbarem Zustande erhalten. Mindestens aber hat die Versendung von frischen und auch eingemachten Früchten, von Butter, 5 Marmelade und Ahnlichen Waren in Blechbehältern mit sest schließenden Deckeln zu erfolgen. Dabei ist auch darauf zu achten, daß die Aufschriften auf den Sendungen 1 angebracht werden, damit sie nicht unterwegs abfallen und die Sendungen dann herrenlos werden. Bei dieser Gelegenheit sei noch an die e Verpackung von Fla mit Flüssigkeit erinnert. Bei Verpackung solcher 8 durch eine genügende Einlage von Baumwolle, S.

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