Issue 
(24/07/1915) 172. Zweites Blatt
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waren, deren Verfauf als Lumpen aber unwi i N wäre. Das Rote Kreuz hat deshalb diese Rest⸗ estände von der Stadt übernommen, und in einer in den oberen Räumen des Liebigmuseums eingerichteten Schnei⸗ derwerkstatt 493 Hosen, 484 Westen, 574 Sackröcke, 291 Ueberzieher, 84 Schoßröcke, 3 Schlafröcke, 26 Uniform⸗ röcke, 5 Knabenhosen, 10 Knabenjacken und 9 Knabenüber⸗ zieher herstellen lassen. Die Kleidungsstücke wurden nicht nur ausgebessert, sondern auch gereinigt und aufgebügelt. Es ist beabsichtigt, diese Kleidungsstücke aufzubewahren, um sie nach Beendigung des Krieges an zurückkehrende Sol⸗ 5 daten, die brauchbare Zivilkleider nicht besitzen, unent⸗ 5 geltlich abzugeben. Jedoch sollen auch jetzt schon Bedürf⸗ tige aus diesen Beständen gekleidet werden, wenn die 5 städtische Armendeputation das Bedürfnis anerkannt hat. ö An in Kriegsgefangenschaft befindliche Deutsche wurden vor wenigen Tagen 50 Anzüge abgeschickt. Die Kosten der Herstellung der Anzüge wurden aus dem Verkauf der nur noch als Lumpen verwertbaren Restbestände bestritten. Für Lumpen wurden erlöst 1775,93 Mk. an Schneiderlöhnen und Materialanschaffungen wurden verausgabt 960,89 Mk. Der Ueberschuß von 815,04 Mk. soll zusammen mit dem für die Decken erzielten Erlös zunächst verzinslich an⸗ gelegt und später im Interesse unserer heimkehrenden Krieger verwendet werden.

* Hessische Handwerkskammer. Man schreibt uns: Vor kurzem fand eine Besprechung der süddeutschen Handwerks- kammern in Baden statt. Als Gegenstand der Verhandlung war vor allem die Einführung einer geeigneten festgefügten Orga⸗ nisation der Handwerkszweige, damit diese sich weiter⸗ hin an den erforderlichen Lieferungen für die Heeresverwaltung nutzbringend beteiligen können. Allgemein wurde es für un⸗ exläßlich bezeichnet, daß die einzelnen Handwerkszweige sich immer enger fachlich organisieren, da nur auf diesem Unterbau eine erfolgreiche Behandlung der wirtschaftlichen Fragen betrieben werden kann. Die in den einzelnen Kammerbezirken bestehenden Handwerks⸗Organisationen sollen in zweckdienlicher Weise weiter ausgebaut werden, wobei es den einzelnen Kammern über⸗ lassen bleibt, die geeignete Organisationsform unter Berück- sichtigung der im Kammerbezirk vorliegenden Verhältnisse herbei⸗ zuführen. Mehrfach wurde auch davor gewarnt, schon wieder eine

neue Organisationsform in die Handwerkerbewegung hineinzu⸗ tragen und empfohlen, möglichst an der bewährten Grundlage deer reichsgesetzlichen Innungen festzuhalten und diese Korpora⸗ tionen als Unterlage für jegliche weitere Tätigkeit zu benutzen.

Weiter verhandelte man über die Beleihung von Grund⸗ 5 stücken unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse des Handwerkers. Das ausführliche Referat wird demnächst im deutschen HPiandwerksblatt erscheinen. Auch bei dieser Besprechung ist das Lehrlingswerbeunwesen, das von einigen Agenten für

große Baufirmen zurzeit in einzelnen Kammerbezirken betrieben wird, zur Sprache gebracht worden, wodurch mehrfach Handwerks⸗ lehrlinge zum Vertragsbruch verleitet worden sind. Allgemein machte sich die Ansicht geltend, daß sowohl im Interesse des Nach⸗ 5 wuchses im Handwerk, als auch in dem der Lehrlinge selbst, * 35 gegen ein solches Treiben Stellung genommen werden müsse. * FKraftfahrschulen. Die Inspektion des Kraft⸗ fahrwesens hat mitgeteilt, daß bei den Kraftfahrtruppen nur solche Leute eingestellt werden, die eine längere Aaätigkeit als Kraftfahrzeugführer nachweisen können, ferner Schlosser, Monteure usw., die infolge ihrer technischen Vor⸗ bildung besonders geeignet erscheinen; für letztere sind bei den Ersatzabteilungen des Kraftfahrbataillons Fahr⸗ schulen eingerichtet, die für das vorhandene Bedürfnis genügen. Die vielfach erscheinenden Inserate, in denen 5 kurzer Lehrkursus bei Fahrschulen zwecks Erzielung er Einstellung bei den Kraftfahrtruppen empfohlen wird, sind, wie man uns ersucht mitzuteilen, irreführend. Leute, die erst seit kurzem einen Führerschein besitzen, werden bei der Einstellung nicht bevorzugt. e Oberhessischer Kunstverein. Die Illner⸗ Ausstellung wurde seit ihrer Eröffwung von über 400 Personen besucht. Ein Porträt wurde der Ausstellung neu überwiesen, verkauft wurde das PastellbildGroßherzog von Hessen, das in hiesigen Privatbesitz überging. 5** Anlagemusik. Am morgigen Sonntag, vormit⸗ tags 11½ Uhr, findet in der Süd⸗Anlage Konzert der Kapelle des Landsturm⸗Ersatz⸗Bataillons Gießen mit nach⸗ stehender Spielfolge statt: Litanei auf das Fest Allerseelen von Franz Schubert, Ouverture zur OperetteDie Ver⸗ lobung bei der Laterne von J. Offenbach.An der Weser Lied für Posaune, von G. Pressel,Mondnacht auf der Alster, Walzer, von V. Fetras, Soldateska 187071, Pot⸗ pourri, von H. Seidenglanz, Freundestreue, Marsch, von H. Blankenburg.

*Die Gießener freiwillige Feuerwehr hat, wie man uns schreibt, bei der letzten Einberufung wieder ckeinige ihrer Mitglieder zum Heeresdienst gestellt. Da auch

die Mannschaften der Pflichtfeuerwehr zum größten Teil einberufen sind, kann gegenwärtig nur noch eine kleine Schar von geübten Feuerwehrleuten bei Ausbruch eines Brandes sich mit einem Teil der Geräte an den Löscharbeiten betätigen. Es ist daher an der Zeit, dafür Sorge zu tragen, die Zahl der Feuerwehrleute sich so erhöht, daß alle eräte von geübten Feuerwehrmännern bedient werden. Sehr erwünscht und erfreulich wäre es deshalb, wenn recht viele Bürger als aktive Mitglieder der Feuerwehr beiträten, wodurch sie ihrer Vaterstadt einen schönen Dienst erweisen würden. Anmeldungen nimmt der Vor⸗ stand der Gießener freiwilligen Feuerwehr entgegen. Auch sind Anmeldeformulare im Turmhaus am Brand erhältlich. Solchen Bürgern, die nicht mehr aktiv sich zu betäti wünschen, ist Gelegenheit Keren als außerordentli Mitglied(Jahresbeitrag 5 Mark) die Wehr zu unterstützen.

Kreis Lauterbach.

r. Aus dem Vogelsberg, 22. Juli. Die Roggen ernte hat in dieser Woche in den meisten Gemarkungen be⸗ Len nur in den klimatisch ungünstig und hoch gelegenen

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eldern ist die Reise noch im Rückstaude, doch ist sie in etwa acht agen zu erwarten. Im allgemeinen fällt die Ernte der Winter- frucht recht gut aus, die Aehren sind vorzüglich entwickelt, und was im vergangenen Herbst durch Schneckenfraß vernichtet wurde, wird durch den reichen Körnerertrag überwiegend ersetzt, nur wird der Ausfall an Stroh durch das Dünnestehen des Ge treides der Landwirtschast sühlbar werden. Die Sommerfrucht, iusbesondere der Hafer, wird indessen weniger günstige Ernte er⸗

geben.

8 Hessen-Nassau.

a b. Höch sst a. M., 23. Juli. Ueber daswohlassortierte Diebslager in einem Hause der Schlachthofstraße mußte die Polizei ein umfangreiches Verzeichnis ausstellen, das u. a. folgende

Nummern enthält: I vollständiges Zweizylinderauto, 1 photo-

graphischer Apparat, 1 Dezimalwage für 80 Zentner Tragkrast, 1 französisches Seitengewehr, 2 Bohrmaschinen, zablreiche Hand-

wagen, das Wirtsschild vom Schützenhof, 2 Scheinwerfer, 16 Schmelz- tiegel, 9 Dutzend Pitchpine-Leisten, Schraubstöcke, Bücher usw.

Dem Diebe ist eine gewisse Vielseitigteit nicht abzusprechen.

. Treue Uameradschaft. N Am 31. 5., abends um 11 Uhr, so schreibt ein Kompagnie⸗ flührer, wurde mir eine sehr große Freude zuteil! Bei unserm

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mal rausgegangen war, im Verwundete zu holen, schließlich selbst nicht zurückgekehrt, und wir waren alle überzeugt, er sei gefallen. Es war aber nicht möglich, ihn im Gelände zu entdecken. Ich wurde nun heute ans Telephon gerufen und höre: Feldwebel Artes lebt und liegt in einem Granatloch dicht vor dem feindlichen Schützen⸗ graben. Sein Putzer, der Wehrmann Franz Buwai, geboren 24. 11. 1882 in Niedziliska, zuletzt in Diesdorf i. Altmark, hatte sich, ohne einen Menschen etwas von seiner Absicht zu sagen, bei Dunkelheit auf dem Vanche kriechend, ins Vorgelände begeben und den Vermißten nach zweistündigem Suchen gefunden. Da Artes aber einen Schuß durch das Knie hatte, und infolge des drei⸗ tägigen W neben den seelischen Aufregungen auch körperlich sehr angegriffen war, konnte er ihn nicht mit zurückbringen. Er war ja nur rausgegangen, um die Leiche zu suchen, deshalb hatte er außer dem Gewehr auch nichts bei sich. Artes war schwerverwun⸗ det in ein Granatloch gekrochen, 15 Schritt vor dem feindlichen Graben, in das im Laufe der folgenden Tage Handgranaten ge⸗ worfen wurden, weil wir glaubten, es sei eine feindliche Sappe. Zwei dieser Granaten, die nicht krepiert waren, brachte Buwai zurück. Nachdem Buwai den Feldwebel gefunden hatte, sprach er ihm eine Zeitlang Trost zu, er schlich sich dann wieder in den Schützengraben zurück, um sich eine Zeltbahn zu holen. Auf dieser wollte er seinen Feldwebel zurückziehen, denn an ein aufrechtes Tragen war wegen des rasenden Feuers nicht zu denken. In der Kompagnie fand sich auch gleich ein Krankenträger, Karl Fölsche, geboren 10. 2. 93 in Friede⸗ burg a. Saale, bereit, mitzugehen, um den Zugführer zu holen. Bange Minuten vergingen nun, bis man hörte, was aus diesem Unternehmen werden würde. Sollte man es überhaupt verbieten, um nicht das Leben zweier so braver Leute aufs Spiel zu setzen? Sie wären dann heimlich rausgegangen. Nach Stunden kamen sie zurück und brachten Artes mit. Die Freude in der ganzen Kompagnie war unbeschreiblich. Ein herrliches Beispiel treuer Kameradschaft! Und wie hat er es gemacht? Wieder ging es auf dem Bauche raus. Dann die Zeltbahn unter den erschöpften Verwundeten gelegt, einen Gewehrriemen rechts, einen links an die Zeltbahn geknotet, jeder von den beiden Leuten knüpft sich den Gewehrriemen an sein Koppel und nun kriechen sie wieder zurück und ziehen so ihren Feldwebel über etwa 70 Meter bis in unseren Graben. Gewiß kein beneidenswerter Transport für einen Ver⸗ wundeten, dafür ist er aber gerettet und konnte nun gleich im Auto in das nächste Lazarett gefahren werden. Seine Verwundung ist, Gottlob, nicht ernst, wenn auch schwer. Sein Zustand ist leidlich. Ich machte dem Regiment Meldung von dem Vorfall und erwirkte die Ernennung des Buwai zum Gefreiten, zur Belohnung für seine heldenhafte Tapferkeit, inzwischen habe ich ihm auch das Eiserne Kreuz besorgen können.

Märkte.

Gießen, 24. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1.45 1,70, Hühnereier das St. 16 00 Pfg., 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig, 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pia. 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 78 Pfg., Käsematte 2 Stick 60 Pfg.: Tauben das Paar 1,001,40 Mk., Hühner das Stück 1,002,0 Mk., Hahnen das Stück 1,00 2,50 Mk., Enten das Stück 2,503,00 Mk., Welsche 45 Mk.; Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,161,24, Rind⸗ fleisch das Pfund 11200 Un, Kuhfleisch 0000 Pfg., Schweine- fleisch das Pid. 1,501,60 Mt., Kalbfleisch das Pid. 100 104 Pfg., Hammelfleisch das Pfd. 96110 Pig. Kartoffeln 100 Kilo alte 20-60 Mk., neue 2530 Mk., Milch das Liter 24 Pfg.: Aepfel das Pfund 2025 Pfg.: Niisse 100 Stück 60 Pig. Weißtraut 25 und 30 Pfennig, wiebeln der Zentner 3540 Nik.: Kovfsalat 10 bis 15 Pfg.; irsing 20 25 Pfg., Bohnen 20 Pfg. das Pfd.; Erbsen das Pfd. 3540 Pfg.; Heidelbeeren 1 Liter 50 Pig., Himbeeren 30 Pfg. ½ Liter, Pflaumen 3040 Pig. das Pfd., Mirabellen 60 Pig. das Pid.: Gurken große 2025, kleine 36 Pfennig. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr.

3 Woͤchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 27. Woche. Vom 27. Juni bis 3. Juli 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 22,46%,. Nach Abzug von 9 Ortsfremden: 7,90%

Kinder Es starben an Zul.. im 1. gedens⸗ vom 2. pls jahr 15. Jahr Rose 1059 10 Lungentuberkulose 3(1) 2(1) 1 3 Lungenentzündung 10) 10) anderen Erkrankungen der Atmungsorgane 1 1 Krankheiten der Kreislauf- 200 0 organe(2 10 1 Krankheiten des Nerven- 0 00 systems 1 1 Magen- und Darmkatarrh 1 1 Krebs 3(63) 3 63) anderen benannten Todes- ursachen 100 10) Summa: 14(9) 9(7 8(1) 2(J)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach. gebrachte Kranke kommen.

Kirchliche Nachrichten. 1 Cvangelische Gemeinde.

Sonntag, den 2. Juli, 8. nach Trinttatis. Kollekte für die innere Mission. Gottesdienst.

5 In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Piarrer Schwabe.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus- gemeinde.

Vormittags Uhr: Pfarrer Mahr.

Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus⸗ gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für die Matthäus gemeinde.

Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. 8 Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausseld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes⸗ gemeinde.

Vormittags Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes⸗ gemeinde gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11½ Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Pfarrer Bechtols heimer.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im

Johannessaal.

Mittwoch, den 28. Juli, abend 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Aus feld.

Wartburg, evangelischer Jünglings- und männer bereln. (Diezstraße 15.) Sonntag, den 25. Juli: Vortrag. Dienstag, den 27. Juli, abends Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 29. Juli, abends 825 Uhr: Leseabend. Samstag, den 31. Juli, abends 8⅛ Uhr: Aeltere Abteilung. Fibelnnzch 2 0 183.

a en für* ter Lehranstalten. Für die jüngere Abteilung n 67 die. 1 Machen von 3 Uhr.

30* aus Johannesgemei Jeden Dienstag von 67 Uhr im Johannessaal. 5 4

. uuaatpes 5 . 24. Julk:

Uhr, für

Samstag, den

Unternehmen, am 29. abends, war der Vizefeldwebel der Reserve, Artes, der 4. Kompagnie des Reserve⸗Regiments 264, der drei⸗

Nachmittags um 5 Uhr

d abends 8 8 4. un um 8 Uher: Gelegenheit

Sonntag, den 25. J 9. Sonntag ena Vormittags von Uhr an: Gelegenheit zur h um 7 Uhr: Die erste heil. Messe. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kom um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 5 um 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf

Andacht für die

Abgestorbenen. Dienstag und Freitag abend um 8 Uhr ist Kriegsbittandacht. Diaspora⸗Gottesdienst.

In Grünberg um 93 Uhr. g In Hungen um Uhr. 0 In Lich um 8 Uhr.

1 5 5

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2. E 23 223 f

Juli g 8, 5 N 8 2 3 2 1 2 2 SSS SEF 1

175 f 8 3 8 85 8 8* 5 4 3

23 25% 743,7 17,6 189 87 8 2 10 Regen

23. 1 436 16,7 12,0 85 SSW 2 10

24.% 744,9 15,3112 88 8 2 9

Höchste Temperatur

am 22. bis 23. Juli 1915 22,0» C. Niedrigste 22. 1915 Ti30 1

Niederschlag: 4,2 mm. 8

Sdol zur Zahnpflege Amtlicher Teil. Bekanntmachung.. Betr.: Regelung des Verkehrs mit Brokgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915; hier: das Ausdreschen des Getreides. Auf Grund der§s 2 und 3 der Verordnung über den Ver⸗ kehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915(R.⸗G. Bl. S. 363) und der Ausführungsanweisung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern hierzu vom 19. Juli 1915 Hare städter Zeitung Nr. 166 vom 19. Juli 1915) sowie der 88 2 und 3 der Verordnung über den Verkehr mit Gerste aus dem Erntejahr 1915(R.⸗G.⸗Bl. S. 384) und§ 1 der Bekanntmachung des Gro herzoglichen Ministeriums hierzu vom 12. Juli 1915(Darm⸗ städter Zeitung Nr. 161 vom 13. Juli 1915) wird bis auf weiteres folgendes bestimmt:

23.

91

Wer als Eigentümer oder Besitzer Brotgetreide, uäm⸗ lich Roggen, Weizen, Spelz(Dinkel, Fesen), sowie Emer und Ein⸗ korn allein oder mit anderem Getreide außer Hafer gemengt, oder Ger ste ausdreschen will, hat dies dem Bürgermeister der Gemeinde, in der der Ausdrusch stattfinden soll, spätestens bei Beginn des Dreschens anzuzeigen.

Die Anzeige muß enthalten:

a) den Namen des Eigentümers oder Besitzers des Getreides, 0

b** 1 des Dreschmaschinenbesitzers, der den Ausdrusch

esorgt, c) die Art des auszudreschenden Getreides, d) den Tag oder die Tage** Ausdruschs.

Wer als Eigentümer oder Besitzer Getreidesorten der in§ 1 erwähnten Art ausgedroschen hat oder hat ausdreschen lassen, t sofort nach Beendigung des Dreschgeschäfts dem zuständigen ürgermeister(siehe 8 1) die ausgedroschene Fruchtgattung ihrer Menge nach in Zentnern anzuzeigen.

Die gleiche Anzeigepflicht liegt dem Dreschmaschinenbesitzer oder, sofern es sich um einen Gemeindedreschsatz handelt, dem mit Leitung des Dreschgeschäfts bei diesem Dreschsatz Beauftragten sowohl hinsichtlich der Person, für die ausgedroschen worden ist, wie auch in Bezug auf die für diese Person ausgedroschene Getreide⸗ N gattung und menge ob. Die Ermittlung des Gewichts des er⸗ droschenen Getreides hat unter Benutzung einer bei dem Dresch⸗ satz aufzustellenden Dezimalwage zu erfolgen. Für das Vorhanden⸗ sein einer solchen richtiggehenden Wage hat sowohl der Eigentümer bezw. Besitzer des Getreides, wie auch der Dreschmaschinenbesitzer oder Leiter des Dreschsatzes, zu 8

83.

Die Vorschriften der 88 1 und 2 finden auf Getreide, das mit der Hand oder mit eignen Maschinen ausgedroschen wird, entsprechende Anwendung. Die Anzeige- und Wiegepflicht liegt in solchen Fällen dem rr ob.

der Pirherelser ut die ie e be Paragraphen gemachten N eine Liste einzutragen.

9.5.

An dem ausgedroschenen Getreide dürfen, unbeschadet d nächstiger, das Ausmahlen desselben regelnder behördlicher. ordnungen, ohne Zustimmung des für den Aufbewahrungsort zu⸗ ständigen Kommunalverbands vor dem 16. August l. Is. Ver⸗ änderungen nicht vorgenommen werden. Das Getreide ist viel⸗ mehr von dem Besitzer ordnungsmäßig aufzubewahren und pfleg⸗ lich zu behandeln. 4

8 6. 5 bezw. Besitzer von Getreide, die bereits aus⸗ gedroschen haben, müssen die vorgeschriebenen Anzeigen nach⸗ holen. Das Gleiche gilt für die esche

Wer den vorstehenden Bestimmungen zuwiderhandelt, wird nach 8 60 der Verordnung vom 28. Juni 1915 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft, sofern nicht die schwereren Strafen des§ 9 der Verordnung vom 28. Juni 1915(Gefängnis bis zu einem Jahre oder Geldstrase bis zu 10 000 Mk.) verwirkt sind.

8 8.

Die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie haben sich durch häufige Revisionen von der Richtigkeit der nach den 88 13 gemachten Anzeigen zu überzeugen. 3

Gießen, den 22. Juli 1915.*

Großherzeglich Kreisamt Gießen. r. Usinger. Betr.: Wie oben. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an dee Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. 5

Die vorstehende Bekanntmachung ist sofort auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen. Die von der Verordnung betroffenen Personen sind auf die 5 1 danach obliegenden Verpflichtungen besonders hinzuweisen. Zu diesem Zweck wird Ihnen eine be⸗ schränkte Anzahl von Sonderabzügen der Verordnung in e zugehen. Musterformulare für die nach§ 4 zu führende Li werden ihnen ebenfalls baldigst zugehen; es kann durch Ein⸗ nähen von Einlagebogen ergänzt werden. In diese Liste sind die⸗ jenigen Einträge alsbald zu übertragen, die Sie schon in das Formular eingetragen haben, welches Ihnen durch unser über⸗ gedrucktes Ausschreiben vom 10. Juli 1915, betreffend: Ernte⸗ ergebnis, mitgeteilt worden ist.

Gießen, den 22. Juli 1915.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr Ü singer.

Uekanntmachung. Betr.: Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche.

Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß in Kinzenba die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist.* 0 Gießen, den 23. Juli 1915. 1 i Großherzogliches Polizeiamt Gießen. 8 Hemmerde. g 1 0

ee