mehreren Monaten wurden vom Landesverein für zwei im Osten stehende Reservedivisionen je 2 Kranken- kraftwagen neuester Bauart ins Feld geschickt, die nach 1 Mitteilungen der zuständigen Kommando⸗ stellen große Dienste leisten.
* Hess. Schutzverein für strafentlassene Ge—
fsangene. Unter dem Vorsitz des Generalstaatsanwalts Ge— heimerat Dr. Preetor ius fand gestern nachmittag im Justiz⸗ gebäude zu Darmstadt die diesjährige ordentliche Mitglieder⸗ versammlung des Schutzvereins für entlassene Straf⸗ gefangene statt, zu der die Vertrauensmänner und Mitglieder zahlreich erschienen waren. Der Vorsitzende gab einen inter⸗ essanten Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Durch den kaiserlichen Amnestieerlaß wurde die Zahl der Strafgefangenen von 470 auf 317 verringert. Durch besondere Begnadigungen at sich diese Zahl noch verringert, und auch die Bestrafungen ind erfreulich zurückgegangen. Bei der Mobilmachung wurden der Direktor des Landeszuchthauses Marienschloß und 28 Haus⸗ beamte einberufen. Von Vorstandsmitgliedern stehen die Herren Direktor Stumpf und Bürgermeister Dr. Müller zurzeit im Felde. Der größte Teil der Unterstützungen an Strafentlassene wurde in Geld gegeben. Die von dem Hess. Schutzverein geführte Sta⸗ tistik über die Führung entlassener Pfleglinge mußte wegen Ueber⸗ lastung der Ueberwachungsbehörden in diesem Jahre ausfallen. Bei der Vorstandswahl wurden einstimmig wiedergewählt: Provinzial⸗Direktor Geheimer Rat Best-Mainz, Provinzial⸗ Direktor Fey-Darmstadt, Geh. Reg.⸗Rat Dr. Kayser⸗Worms, Ober⸗ landesgerichtsrat Lang-Darmstadt, Geh. Oberkonsistorialrat D. Pe⸗ tersen-Darmstadt, Domdekan Dr. Selbst⸗Mainz, Landgerichts präsi⸗ dent Thevbald⸗Darmstadt und Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Usinger⸗Gießen. Der Voranschlag für 1916 wurde mit 12 950 Mk. in Einnahme und 11550 Mk. in Ausgabe fest⸗ gesetzt. Die Unterstükungen an entlassene Strafgefangene wurden mit 8500 Mk. für 1916 bestimmt.(Darmst. Ztg.) * Denkmalsweihe in Wloclawek. Ein in Gießen tätig gewesener Eisenbahner, der augenblicklich im Osten Dienst tut, sendet uns eine kurze Schilderung von den Einweihungsfeierlichkeiten des deutschen Krieger⸗ denkmals auf dem Friedhof in Wloclawek, auf dem gar viele brave Soldaten von der Armee Mackensen nach deren erstem ruhmreichen Sieg in Polen zur letzten Ruhe ge⸗ bettet 1 Denkmalsfeier begann am 18. Juli um 11.30 Uhr vormittags. Nach mehreren Kirchenliedern und einer Ansprache des Geistlichen fiel die Hülle. Der Etappen⸗ kommandant wies auf den Sinn des nksteins hin und stellte seine beiden Schöpfer vor, zwei Elsässer aus der 3. Komp. Landsturmbat. Dietenhofen. Sie wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.— Der Briefschreiber hat gleichzeitig die letzte Nummer der„Feldzeitung“, vom 18. Juli, der deutschen Kriegszeitung in Polen, beigefügt. Das Blatt, das ähnlich wie die Liller Kriegszeitung im Felde redigiert, ge t und versandt wird, enthält drei ausgezeichnete Ansichten des neuen Denkmals und eine ausführliche Schilderung desselben, aus der wir hier einiges folgen lassen:
„In zehnwöchiger, unermüdlich fleißiger und treuer Arbeit ist der Denkmalsbau von 21 Landsturmleuten, Bauhandwerkern von Beruf, vollendet worden und vor unsexen Augen das schönste und
roßartigste Kriegerdenkmal hier im Osten entstanden. Klassisch chön und edel in seiner Gliederung, echt deutsch, kraftvoll, ja wuch⸗ tig durch seine Masse, wirkt es bei seiner ansehnlichen Höhe von 8,40 Mtr. auf jeden Beschauer gewaltig als Verkörperung deutscher Volkskraft und deutscher Volkskunst. Auf kollossalem, stufenförmigem Unterbau aus Granitblöcken verschiedenster Färbung, steht, durch vier Säulen mit kunstvollen Füßen und Kapitälen edel gegliedert, durch eine wuchtige, stufenförmige Ueberdachung wundervoll ge⸗ eint, fest und unerschütterlich wie des Deutschen Reiches Bau, der Ruhmestempel vom deutschen Aar gekrönt, der seine Fittiche aus⸗ spannt zu weiterem Siegesfluge. Tas Innere des Tempels birgt unter leichtgewölbter, lieblich ausgemalter Kuppel das Glanzstück des Denkmals, den über 2 Meter hohen Roland. An Ort und Stelle entstand er unter des Künstlers Hand aus sächsischem Sand- stein. Sinnend und forschend, seiner Kraft und seines Wertes sich bewußt, schaut der Roland ernst und streng, gestützt auf sein breites Schwert und seinen mit dem deutschen Reichsadler gezierten Schild über die Heldengräber zu seinen Füßen hinweg ins eroberte Feindes⸗ land hinein. Seine Lippen scheinen zu sprechen:„Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ ö
Der Briefschreiber erklärt sich schließlich noch bereit, Angehörigen gefallener Krieger Auskunft über die Lage der Gräber bis in den Bezirk Lowitsch hinein zu geben, soweit es in seinen Kräften steht. Seine Adresse ist: Eisenbahn⸗ gehilfe Wilhelm Luh, Alexandrowo.
* Nochmals die Obstankäufer. Man schreibt uns zu diesem Thema noch: Gegenwärtig werden die Land— wirte im Taunus- und Maingebiete förmlich von Händ⸗ lern und Spekulanten bestürmt, die noch an den Bäumen hängende Kernobsternte schon jetzt zu ver⸗ kaufen. Erfreulicherweise weisen viele Obstbaumbesitzer diesen Leuten in ungeschminkter Weise die Tür. Aber immer— hin haben die Aufkäufer hier und da doch Glück. Unter den Spekulanten sollen sich glaubwürdigen Versicherungen zu⸗ folge Leute befinden, die in ihrem Leben nie zuvor auch nur einen einzigen Apfel gekauft haben, jetzt aber ledig— lich der Geldgier wegen diese Pfade ziehen.
* In der städtischen Schulküche in der Neu⸗ stadt fand am Dienstag zum zweiten Male unter Leitu der städtischen Haushaltungslehrerinnen Frl. Anthes un Frl. Fehr ein Fischschaukochen statt, das sich einer lebhaften Teilnahme erfreute. Besonderes Interesse wurde dem Kochen im Kochbeutel entgegengebracht. Auch das Fisch— schaukochen am Montag in der Aliceschule war sehr stark
besucht. 4 1 0 nach dem Ausland müssen offen sein. Die Bestimmung der in den Schalterfluren der Post— anstalten aushängenden Bekanntmachung, wonach im Ver- kehr mit dem Auslande nuroffene Briefsendungen
zur Postbeförderung angenommen werden, wird von den Ab⸗ . 33 häufig nicht berücksichtigt. Die Bestimmung ist noch voll in Kraft. Wenn solche geliefert werden, müssen sie den Absendern zurückgegeben
ndungen verschlossen auf—
oder wenn diese nicht bekannt sind, nach den Vorschriften für anbetelbere Sendungen behandelt werden. Es liegt
daher im eigenen Vorteil der Absender, solche Sendungen nur 1 75 aufzuliefern.
* Pferdeversteigerung. Freitag, den 23. Juli, vormittags 10 Uhr, kommen in dem Hose der alten Train⸗ kaserne ca. 12 ausrangierte Militärpferde sowie 7 Zug- esel zur Versteigerung. Zu der Pserdeversteigerung werden nur bessische Landwirte zugelassen. Die Versteigerung der Zugesel dagegen ist allgemein freigegeben. Die Steigerer müssen sich ver⸗— pflichten, die Tiere nur in ihrem Betriebe zu verwenden und sie während des Krieges nicht zu verkausen. Die Versteigerung er- folgt nur gegen Barzahlung.
Landkreis Gießen.
* Rabertshausen, 20. Juli. Kaum ist die drohende Futternot durch den letzten durchdringenden Landregen gemäßigt, so tritt schon wieder in hiesiger Gegend eine neue Schädigung auf. Es ist eine dunkle Raupe, die an den jungen Dickwurzpflanzen die Blattherzen ausfrißt, so daß viele davon eingehen. Trotz eifri⸗ gem und wiederholtem Nachsetzen will es den Landwirten nicht gelingen, Herr über den Schädling zu werden. Selbst fleißiges Ab⸗ lesen nützt nicht viel, da die Raupe in zu großen Massen auftritt.
Von der Rabenau, 21. Juli. Die Bienenzüchter rechnen alle Jahrzehnt auf ein reiches Bienenjahr. Ein solches ist das diesjährige. Aller Gläservorrat der Imker reichte nicht aus, den Honigsegen zu fassen. Man mußte nach steinernen Töpfen, ja zu Eimern greisen.
Kreis Alsfeld.. §Ruppertenrod, 21. Juli. Der Musketier Otto Weber von hier ist im Lazarett in Stryj an einer Verwundung ge⸗ sto x b en.— Dem Trainsoldaten Johann Geeb von hier wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.
c Elpenrod, 21. Juli. Einen solch reichen Himbeer segen haben unsere Waldungen seit langem nicht gehabt wie in diesem Sommer. Das hatte niemand erwartet, da der erste Beeren ansatz vertrocknete. Nach den ersten Niederschlägen quollen die Beeren nur so hervor. Die Himbeersträuche sehen geradezu rot aus vor lauter Früchten. Ganze Eimer voll werden aus den Wäldern geholt. Jung und alt, arm und reich beteiligt sich am Beerenpflücken. Das Kriegsbrot braucht nicht trocken gegessen zu
werden. Kreis Lauterbach.
ri. Landenhausen, 21. Juli. Durch die schon viel beob- achtete Unsitte, beim Weiden des Viehes aus Bequemlichkeit sich den Strick um zubinden, mußte gestern nachmittag ein neunjähriger Junge sein Leben einbüßen. Er hütete etwa 10 Mi- nuten vom Orte entfernt eine Kuh und band sich dabei das An- bindeseil um den Oberkörper. Plötzlich wurde das Tier scheu und rannte dem Dorfe zu, den Jungen hinter sich herschleisend, der sich den Strick nicht mehr rechtzeitig losbinden konnte. Erst mitten im Ort konnte das Tier aufgehalten werden, nachdem es den Jungen etwa einen Kilometer weit über die rauhe Chaussee nachgeschleift hatte. An seinen Wunden starb dieser noch vor Eintreffen des
Arztes. Starkenburg und Rheinhessen.
[ Mainz, 20. Juli. Unter Beteiligung der nam⸗ haftesten Getreidetaffee⸗Fabrilen Deutschlands wurde gestern in Köln der„Verband deutscher Getreidekaffee⸗ n gegründet. Der Verband bezweckt die
ahrung und Vertretung gemeinsamer Interessen der an der Malzkaffee-Fabrikation und Getreiderösterei beteilig- ten Firmen im Deutschen Reiche. Zum Sitz wurde Mainz bestimmt und zum Vorsitzenden Herr Kommerzienrat Aug. Feine⸗Mainz gewählt.
Kreis Wetzlar.
F. Lützellinden, 20. Juli. Die hier im Laufe der letzten Woche gesammelte Spende„Vaterlands Dank“ zum Besten der Hinterbliebenen der im Felde Gesallenen hatte ein recht erfreuliches Ergebnis. Neben einer größeren Anzahl von Silber- ringen, die in früherer Zeit nur bei besonders sestlichen Gelegen- heiten getragen wurden, wurden in bar 467,50 Mk. gegeben, ein Beweis für die Dankbarkeit der Bewohner unseres Ortes.
Aßlar, 21. Juli. Gestern nachmittag wurde hierselbst unter reger Beteiligung seiner Kollegen Lehrer a. D. Ludwig Ulmer zu Grabe getragen. Der Verstorbene war 38 Jahre, von 1873 bis 1911, Lehrer in Niederbiel. Er ist in dieser langen Zeit nicht nur ein äußerst gewissenhafter und fleißiger Lehrer ge⸗ wesen, sondern war allen Gemeindegliedern ein treuer Freund und Berater, dessen Hilse von niemand vergebens nachgesucht wurde.
2 Hohensolms, 21. Juli. Hier wurden zwei Hirsche in den Fürstlichen Waldungen zur Strecke gebracht. Das männliche Rotwild, ein Zehnender, wog ausgenommen 170 Pfund, die Hirschkuh 183 Pfund.
Hessen⸗Nassau.
r. Frankfurt a. M., 21. Juli. Der Direktor des hiesigen Kaiserlichen Archäologischen Instituts, Professor W. Eduard Barthel, ist im Alter von 34 Jahren auf dem Schlachtfelde gefallen. In Barthel, der erst seit vorigem Herbst an der Spitze der Anstalt stand, verliert die archäologische Wissenschast einen ihrer besähigsten Köpse, die Altertumssorschung in Westdeutschland aber einen ihrer warmherzigsten Förderer und Berater.
h. Frankfurt a. M., 21. Juli. Für Maßnahmen zur Unterstützung notleidender Künstler sordert der Magistrat von der Stadtverordnetenversammlung die Bewilligung von 40000 Mark. Aus diesem Gelde sollen neben dem Ankauf von Kunstwerken, die sich in Händen der Künstler befinden, auch Wettbewerbe veranstaltet werden, durch die den Leuten Gelegen- heit zur künstlerischen Betätigung geboten wird.
h. Frankfurt a. M, 21. Juli. Durch die Einführung von Milchhöchstpreisen für den hiesigen Kleinverkauf macht sich Milch⸗ knappheit bemerkbar. den Bäckereien klagt man über man⸗ gelnde Milchzufuhr, Viele Händler schränken ihren Milchverkauf nur auf die unumgänglich nötigste Menge ein, weil die Landwirte ihnen die Milch nur zu einem erheblich höheren Preise als sonst liefern. Den Milchhändlern bleibt infolge der Höchstpreise nur ein Verdienst von etwa 1—2 Pfennige fürs Liter übrig, eine Summe, die eutschieden zu gering ist. Vielfach halten auch die Landwirte die Milch zur Verarbeitung zu Käse und Butter zurück.— Auf dem Kurfürstenplatz warf heute nachmittag ein wild gewor⸗ denes Pferd einen Artilleristen ab; dieser schlug mit dem Kopfe auf das Pflaster und mußte in hoffnungslosem Zustande dem Elisabethenkrankenhause zugeführt werden.— Beim Waschen wurde ein 21jähriges Dienstmädchen von der plötzlich hervorbrechenden Herdflamme erfaßt. Die Kleider des Mädchens gerieten in Brand; trotz rascher Hilfe erlag die Unglückliche nach kurzer Zeit ihren Verletzungen.. 8
h. Frankfurt a. M., 20. Juli. Von auswärtigen Agenten wird augenblicklich versucht, hiesigen Bäckern zum Brotbacken„Mehl“ mit dem Bemerken anzubieten, daß von diesem Mehl hergestelltes Brot zum Verkauf ohne Brotmarken freigegeben sei. Da es sich hier um ein Mehl⸗ ersatzmittel handelt, warnt die Polizei vor dem Ge⸗ brauch desselben, falls sich das Mittel nicht in einwand⸗ freiem Zustande befindet und die Bäcker dessen Verwendung nicht zur Kenntnis der Käufer bringen.
h. Königstein, 20. Juli. Die hiesigen Milchhändler mußten, der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, auf Ver- anlassung der Stadtverwaltung den Milchpreis von 28 Pfg. auf 26 Pfennig das Liter herabsetzen.
———— Vvermischtes.
»»Berlin, 21. Juli. Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Rantau zu dem Badeunglück, bei dem sechs Schulmädchen in der Ostsee ertranken, solgende Einzelheiten: Am Montag spielten 26 Mädchen unter Aufficht einer Lehrerin an einer seit Jahren zum Baden benutzten Stelle, wo sich vermutlich in der letzten Zeit eine tiese Stelle gebildet hatte, denn plötzlich ver⸗ schwanden mehrere Mädchen im Wasser. Die Lehrerin stürzte so sort ins Wasser und brachte fünf Kinder in Sicherheit. Als ihre Krast versagte, zogen zwei Gumbinner Gymnastasten, die Brüder Paslack, die sast bewußtlose Lehrerin aus dem Wasser und
R
rettelen noch eine Anzahl Kinder. Vier davon konnten ins 1 zurückgerufen werden, sechs jedoch, sämtlich aus Königsberg, ind tot.
Ein französisches Kriegsgefangenenbrot, Das von der sranzösischen Regierung unseren Gefangenen gelieferte Brot scheint hinsichtlich seiner Frische zu wünschen übrig gelassen haben; jedensalls tritt jetzt Professor Fleurant von der Pariser Hochschule für Kunst und Handwerk an die französische Akademie drr Wissenschasten mit der Anregung heran, die Gefangenenlager mit einer Art Dauerbrot zu versorgen. Nach seinem Vorschlage soll der dazu nötige Teig in Würselsorm zur Gärung gebracht werden; zu beachten ist dabei, daß die Oberfläche möglichst frei on Unebenheiten sein und das Brot weniger als ein Kilogramm chwer sein muß. Es wird ein wenig länger als gewöhnlich ge⸗ backen, dann in zwei Papiere eingepackt, deren Liegefalten über- einandergreisen, verschnürt und dann noch einmal in den Osen geschoben, um dort 15 bis 20 Minuten einer Temperatur von 120 bis 130 Grad ausgesetzt zu werden. Sind die so behandelten Brote herausgenommen, erkaltet und zum Versand fertig gemacht, so sollen die auf diese Weise hergestellten Brote sich nach Professor Fleurants Versuchen bei feuchter Lagerung selbst einen Monat lang srisch erhalten.
Handel.
O Selters- Sprudel Augusta Victoria zu Selters a. d. Lahn. Die Gesellschast hielt am 13. d. Mts. in Darmstadt ihre Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 1914/15 ab. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß der Absatz der Produkte unter den Einwirkungen des Krieges gelitten hat. Nach ordnungsmäßigen Abschreibungen in Höhe von Mk. 19 033,69 verbleibt ein Rengewinn von Mk. 37 188,51(40 871,28), so daß zuzüglich Mk. 3 725,02 Vortrag insgesamt Mk. 40 913,53 zur Ver fügung standen. Die Versammlung beschloß eine Dividenden- verteilung von 5 Prozent(wie im Vorfahre).
f Märkte. g FC. Wiesbaden. Viehhof-⸗ Marktbericht vom 21. Jult. Auftrieb: 142 Rinder(darunter 20 Ochsen, 15 Bullen, 107 Kühe), 264 Kälber, 39 Schafe, 220 Schweine. Bei langsamem Handel und gleichen Preisen wie am 19. ds. Mts., wurde der Auftrieb bald geräumt. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) 85 je. Frankfurt a. M. Schweinemarktberischt vom 21. Juli Ausgetrieben waren 456 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 117.50— 122.00 Mk., Schlachtgewicht 145.00— 148.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 113.50 117.50 Mk., Schlachtgewicht 135.00— 140.00 Mk.; vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 117.00 122.00 Mk., e 460 2e Bebendgeroegt 110 30.42.00 e. Schlachgewi is kg Lebendgew 122.0 1 ewi 144.00— 148.00 Mk. Geschäft ziemlich rege. se. Frankfurt a. M., 21. Juli. Frucht markt. Gerste 3— 3 Mais 62—63 Mk., Kleie 5152 Mk., Kokoskuchen
Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatseier am 24. Juli 19188: eitag abend 8.00 Uhr. amstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.15 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Die nordwestliche Depression bat ihren Einfluß heute wieder in südöstlicher Richtung nach dem Kontinent zu ausgedehnt. Win werden deshalb morgen mit zunehmender Bewölkung ohne erheb- liche Niederschläge zu rechnen haben.
in Hessen am Freitag, den 23. Juli 1915: Ziemlich bedeckt, meist trocken, südwestliche Winde.
—
—
Letzte Nachrichten. Die Schlacht in Polen. 5 Wien, 22. Juli. Aus dem Kriegspressequartier wird ge⸗
meldet: Die Schlacht in Polen dauert fort. Sie ist zwar zur Ve-
duohnahöchlacgz, geworden, aber noch immer gilt es, Widerstände zu brechen. Die starken russischen Nachhuten, die den Rückzug decken, stellen sich in jeder Geländefalte. Sie können die vor⸗ rückenden Truppen natürlich nicht an der ununterbrochenen ener⸗ gischen Fortsetzung der Verfolgung hindern, zwingen diese jedoch zu einer Aktion, die zäh und schrittweise vorgetragen werden muß. Mit großer Begeisterung gehen unsere Truppen vor und immer mehr bedrängt ihr Ansturm die russischen Befestigungen. Von
ßer Bedeutung ist das Vorrücken der westlich der Weichsel sehenden Kräfte, die den Widerstand an der Ilzanka gebrochen haben und über den Fluß vorgedrungen sind. Damit gelang es diesen, zur Eisenbahnlinie Lublin⸗Jwangorod vor⸗ zustoßen. Auch östlich der Weichsel wurde Boden gewonnen und es 2 jetzt um jene Punkte der Kampf, bei denen sich im Augußt
s Vorjahres bei Krasnik die unter dem Befehl des Generals Dankl stehende Armee siegreich gegen die 12 Divisionen der da⸗ maligen vierten russischen Armee stellte.
Die englische Seeherrschaft. Amsterdam, 22. Juli. Der„Telegraaf“ meldet aus Gent, daß in Zeebrügge deutsche Untersee⸗ boote seien. Er fragt, wie dies trotz der englischen Seeherrschaft möglich sei.
Neue italienische Einberufungen.
Wien, 22. Juli. In Erwartung, daß, nachdem die Russen aus ihren Stellungen verdrängt, auch starke deutsche Heeresteile gegen Italien auftreten könnten, sowie auf Grund der Nach⸗ richten aus Tripolitanien, die die Entsendung neuer Truppen dorthin ratsam erscheinen lassen, hat der König von Italien, wie die„Reichspost“ meldet, die Einberufung aller Jahresklassen des zweiten und dritten Aufge⸗ bots verfügt. Der Einberufungstermin ist der 5. August.
Die Rückgabe von Tsingtau an China.
Der„Ostasiatische Lloyd“ läßt sich aus Peking melden:„Aus japanischer Quelle perlautet, daß der japanische Gesandte Hio kt und der chinesische Minister des Auswärtigen Lu Chenghfrang jetzt die Rückgabe von Tsingtau an China besprechen. Hierzu be⸗ merkt das Blatt:„Japan verlangt danach als Gegenleistung die Oeffnung der Bucht von Kiautschou als Handelshafen, die Er⸗ richtung einer japanischen Niederlassung in einer don ihm anzu⸗ gebenden Gegend sowie eine besondere internationale Niederlassung und außerdem ein besonderes Uebereinkommen mit China in bezug auf die Verfügung über die öffentlichen Gebäude und das Eigentum der— 5 2—— 5 1
Anschließer ieran werden verschiedene Pressestimmen zur Er⸗ ledigung der japanisch-chinesischen Verhandlungen aus den halb- amtlichen„Japan Times“ abgedruckt, die Interesse verdienen. Natürlich sind nur japanfreundliche Aeußerungen aufgenommen. Die„Times“ preisen die Bescheidenheit Japans, das sich das Ver⸗ trauen des Auslandes gewonnen habe. Es heißt weiter:„daß die in 9— geforderten Eisenbahngerechtsame nicht nur eng⸗ lische Interessen, sondern sogar englische Rechte verletzt hätten. Diese Forderungen hätten sich nicht mit den Zusagen Japans bei Beginn der Verhandlungen vereinen lassen und hätten fuͤr die Zukunft sehr ährlich werden müssen, wenn Japan nicht darauf verzichtet
Der„Ostasiatische Lloyd“
ätte.“ schreibt:„Es findet sich ferner auch ö völlig neue und sehr auffällige Bemerkung, daß es jetzt ein Geheimnis sei, daß England Weihaiwei an
China zurückgeben würde. Wenn das richtig ist, dann scheint aller⸗
1 England Japan ungeheure Zugeständnisse gemacht zu haben. —— aber erst noch eine Bestätigung von anderer Seide i— zu en.“ 5 5 g


