Ausgabe 
(21.7.1915) 169. Erstes Blatt
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. kommen, als die Beratung beendet war. Er habe nur noch

eine Aufklärung auf der Insel Giuppana aus. Die feindlichen Panzerschiffe, welche, obschon sie nicht von modernem Typ waren, doch unserer Division alter und bescheidener Kreuzer hätten die Stirn bieten können, kamen nicht aus dem Hafen heraus, obgleich sie alle ihre Maschinen unter Dampf hatten. Während unsere Schiffe sich entfernten, wurden Angriffe von Tauchbooten auf sic gemacht und derGaribaldi wurde, nachdem er einem ersten Angriff entgangen war, von einem Tor pedo getroffen und sank. Die Besatzung bewahrte vollkommene Disziplin und Ruhe und rief wiederholtEs lebe der König!, bevor sie sich den erhaltenen Befehlen gemäß ins Meer warf. Sie wurde zum größ⸗ ten Teil gerettet. 5

Unter den bemerkenswertesten Aktionen ist das am 7. Juli durch eines unserer Luftschiffe gegen das bereits durch die vorher⸗ gegangene Beschießung vom 4. Juli schwer beschädigteStabili- mento Tecuico Triestino ausgeführte Bombardement zu erwähnen. Diesmal riefen die auf diese wichtige Werft geworfenen Bomben einen so ausgedehnten Brand hervor, daß er noch auf 40 Kilometer Entfernung sichtbar war. Zu erwähnen ist noch der Abwurf von Bomben durch eines unserer Wasserflugzeuge auf die im Kanal von Fasano bei Pola am 14. Juli entdeckten Tor pedo⸗ zerstörer, ferner ein am 16. Juli mit ausgezeichneten Ergebnissen durch eines unserer Luftschiffe ausgeführtes intensives Bombarde⸗ met des Bahnhofes von Grignano. Endlich wurde am 17. Juli ein feindliches Wasserflugzeug, das zu dem Geschwader gehört, wel⸗ ches Bari und Barletta überflogen hatte, mitsamt den beiden an Bord befindlichen Offizieren unschädlich gemacht. l

gez.: Thaon di Revel.

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5 Die Ergebnisse des Kriegsrats in Calais.

Berlin, 21. Juli. Ueber den jüngsten Kriegsrat der Verbündeten in Calais, der fast eine Woche dauerte, ssickern jetzt allerlei Einzelheiten durch. Danach hätten, wie die Morgenblätter zu melden wissen, fünf englische, drei französische und zwei belgische Generale daran teilgenom men, General Por ro sei erst in dem Augenblick ange-

Gelegenheit gehabt, sich kurz mit den anderen Herren zu besprechen. Als Hauptergebnis des Kriegsrats wurde an gegeben: Die Rückkehr der alten Abnutzungstheorie gegen über dem Feinde, also systematische Defensive, damit die Deutschen durch die ihnen aufgezwungene Offensive so viel Menschen als möglich verlieren, alsdann verschiedene Truppenverschiebungen und Vorbereitung des mit Sicher- heit erwarteten Winterfeldzuges. 8 Ein englischer Minister über die Kriegsdauer. London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Minister b sagte auf einer Konferenz, daß der Krieg wahr⸗ cheinlich noch ein weiteres Jahr dauere. Die arbeitswilligen Frauen in England. 1 London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ein großer Zug Frauen aller Klassen, die bereit sind, für die Munitrons⸗ bherstellung zu arbeiten, bewegte sich am Samstag durch die Straßen Londons. Eine Abordnung, an der Spitze die Frauenrecht⸗

lerin Pankhurst, wurde von Lloyd George empfangen. Der Minister begrüßte die arbeitswilligen Frauen und führte aus: 750 Bisher arbeiteten 50000 Mann in den Munitionswerken gegen 500 000 in Deutschland; es sei notwendig, die ganze Nation ein⸗ schkließlich der Frauen zu organisieren. Tie Regierung plane alle Werkzeugfabriken zu übernehmen. Lloyd George hielt darauf eine Ansprache an die draußen versammelte Menge, in der er sagte: Im Ostensteigen dunkle Wolken auf, aber ich betrachte ssie mit voller Zuversicht. Das unbezwingliche Rußland wird den Sturm überwinden, wie es manchen Orkan zuvor überwand. Die Gegner werden zerstreut werden. Rußland wird sich erneut und furchtbarer erheben und den großen demokratischen Völkern des Westens den großen Sieg für Europas Freiheit erringen helfen. 1 11 unterbrach den Minister mit dem Rufe: Wie steht es mit dem Wahlrecht? Lloyd George fuhr fort: Wir sind um

zwölf Monate zurück. Wir sind bemüht, einen Feind zu *der jahrelang seine Vorbereitungen traf, aber wir wer⸗ den es tun. Ich habe keine Zweifel, daß die Nation, die so manchen

Despoten in Europa niederwarf, es wieder tun wird.

5 Die Kriegskosten Englands.

1 London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Regierung fordert heute im Anterhaus einen weiteren Kriegskredit von 150

Millionen Pfund Sterling, was mit den bis⸗

herigen Kriegskrediten eine Gesamtsumme von 600 Mil- lionen Pfund Sterling ergibt.

43 Kanonendonner in der flandrischen Front.

Berlin, 21. Juli. Aus der Richtung der flandri⸗ 5 1 Front wurde, wie verschiedene Morgenblätter nach demNieuwe Rotterdamsche Courant melden, den ganzen gestrigen Vormittag heftiger Kanonendonner vernommen. 5 5***

Die Zuversicht der Türken.

Berlin, 21. Juli. Ueber Philippopel berichtet laut

Voss. Ztg. Magrini demSecolo unter dem Titel Deutschland in der Türkei: Die Siege in Galizien und andererseits die Mißerfolge an den Dardanellen, die die Alliierten zu buchen haben, haben die Zuversicht, der Be⸗ völkerung in Konstantinopel gehoben.

Die Haltung Bulgariens.

. Paris, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Minister⸗ bräsident Radoslawow erklärte dem Sofioter Bericht⸗ erstatter desTemps, das Interesse Bulgariens sei Rees nicht, die Neutralität immerwährend bei 1 aber um einzugreifen, müsse das bulgarische Volk das feste Ver⸗ sprechen haben, sichere Vorteile zu erzielen. Augenblicklich verhandle Bulgarien diesbezüglich offiziell mit dem Vier- verbande; es unterhandle ferner mit der Türkei betreffs 17 der Eisenbahnen in Thrazien. Bulgarien unterhandle mit niemand anderem. Bisher habe sich die Orientierung der bulgarischen Politik nicht geändert, aber es gebe immerhin ein neues Element: die bulgarische Armee, welche nach den Kriegen von 1912/13 erschöpft war, sei jetzt neugebildet und stärker denn jemals. Sie habe ein Cadre junger, rühriger And vertrauensvoller Offiziere mit Kriegserfahrenheil. Mit 93 seiner Armee sei Bulgarien auf Eventualitäten vorbereitet. 8

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. Amerika und die englischen Prisengerichte.

London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Das Reutersche Bureau verbreitet folgende Meldung derTimes aus New Pork: Die Vereinigten Staaten haben eine Note nach Groß⸗ britannien gesandt, in der sie darauf bestehen, daß die Rechte der amerikanischen Bürger gemäß dem Völkerrecht anerkannt werden müssen und durch britische Kabinettsorders und ähnliche Ver⸗ fügungen nicht angetastet werden dürsen. Die Vereinigten Staaten weigern sich, die Urteile der Prisengerichte, soweit sie mit dem Völkerrecht im Widerspruch stehen, anzuerkennen. Berlin, 21. Juli. Nach einem Züricher Telegramm der Berliner Morgenpost berichtet derLyon Républicain aus New Jork, die amerikanischen Baum wollproduzenten hät⸗

sowie den Konservenfabriken zusammengetan, um gegen die englische Kupferfabrikation und die englische Beschlagnahme von Schiffen zu protestieren.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 21. Juli 1915.

Das Stellvertretende Generalkommando gegen den Lebens mittelwucher.

Das Frankfurter Stellvertretende Generalkom⸗ mando ist dem Vorbild der bayerischen Generale gefolgt und hat eine für den Lebensmittelmarkt tief einschneidende Verordnung erlassen, von deren energischer Durchführung man erwarten kann, daß ein guter Teil der in den letzten Wochen eingetretenen Mißstände auf dem Gebiete der Le⸗ bensmittelversorgung aufhören wird. Die Verordnung hat folgenden Wortlaut:

Auf Grund des 8 9b des Gesetzes über den Belage⸗ rungszustand vom 4. Juni 1851 bestimme ich, daß mit Ge⸗ fängnis bis zu einem Jahre bestraft wird: 5

1. wer bei dem gewerbmäßigen Einkauf von Gegenstän⸗ den des täglichen Bedarfes Preise bietet, die un⸗ angemessen hoch sind, wenn nach den Umständen des Falles die Absicht anzunehmen ist, eine Preis⸗ steigerung oder Heraufsetzung bestehender Höchstpreise herbeizuführen;

2. wer, um eine Preissteigerung oder Heraufsetzung der bestehenden Höchstpreise herbeizuführen, Gegenstände des täglichen Bedarfes, die an sich zum Verkauf be⸗ stimmt sind, aus dem Verkehr zurückhält, oder bisher zum Verkauf gestellte Gegenstände des täg⸗ lichen Bedarfs einer anderweiten Verwen⸗ dung zuführt, z. B. Milch, die bisher als solche verkauft wurde, zu Käse oder Butter verarbeitet oder verfüttert;

3. wer beim gewerbsmäßigen Kleinverkauf für Gegen⸗ stände des täglichen Bedarfs Preise fordert oder annimmt, die nach der Marktlage ungerecht⸗ fertigt hoch sind; 5

4. wer aus Eigennutz als Verkäufer von Gegenständen des täglichen Bedarfs, solange seine Vorräte reichen, Käufern die Abgabe seiner Verkaufsgegenstände

gegen entsprechende Bezahlung verweigert.

Verurteilungen wegen Aa gegen die vorstehende Verordnung werden vom Generalkommando öffentlich bekannt gemacht.

Nach den Wochen steigender Erbitterung gegen die will⸗ kürliche Preisgebarung und die Schutzlosigkeit des Verbrau⸗ chers gegenüber der zum großen Teil ungerechtfertigten Teue rung wirkt diese Verfügung, die mit wünschenswerter Deut⸗ lichkeit das Kind beim Namen nennt, wahrhaft erfrischend und muß in den breitesten Volksschichten Befriedigung dar⸗ über auslösen, daß man sich nunmehr der wohlverstandenen Interessen der Konsumenten und das sind wir doch fast alle durchgreifend annimmt. Es wäre im Volke nicht verstanden worden, wenn man ihm nicht von oben zur Siche rung seiner Lebenshaltung die unterstützende Hand gereicht hätte. Man begann es bitter zu empfinden, daß dem gleichen Volke, das sein Gut und Blut dem Vaterlande opfert, im Inlande selbst diedebensbedingungen lünstlich erschwert wur⸗ den. Die neue Verordnung bietet nun die Handhabe, Aus- * 5 wirksam entgegenzutreten. Eine Ueberwachung des Marktes, an der sich zu eigenem Vorteil das Publikum be- teiligen dürfte, wird dafür zu sorgen haben, daß die Bestim⸗ mungen nicht Schall und Rauch bleiben. Wie übrigens von einer gut unterrichteten Berliner Korrespondenz gemeldet wird, steht ein gesetzgeberisches Vorgehen des Bundesrats in der ganzen Frage in Aussicht, die vor allem auch von dem Standpunkt zu begrüßen wäre, daß es unmöglich würde, durch Aus fuhr die Einzelbestimmungen von Bezirken zu umgehen. Die neuen Wucherparagraphen werden, so heißt es in derKorrespondenz, natürlich ein Kautschukgebilde dar⸗ stellen. Das ist nicht verwunderlich bei der Schwierigkeit der ganzen Materie, aber unvermeidlich, wenn der Ausbeutung der durch den Krieg hervorgerufenen Notlage des Volkes wirksam entgegengetreten werden soll. Die Verhandlungen in den zuständigen Berliner Regierungskreisen sind zurzeit noch nicht abgeschlossen. Durch ein n Vorgehen der Regierung würde übrigens auch die Zuständigkeitsfrage der Militärbehörden, denen nach dem Buchstaben nur die vollziehende Gewalt zusteht, geregelt werden. Jedenfalls bietet die Maßnahme des Frankfurter Generalkommandos bis zu der reichsgesetzlichen Regelung den Weg, dem Wucher die Spitze abzubrechen.

Deutsches Obst für England.

Durch die Zeitungen ging vor einigen Tagen die Mit⸗ teilung von großen Obstankäufen in Westdeukschland, die durch holländische Händler anscheinend in englischem Auftrage getätigt werden.(Siehe auch Nr. 163 des Gieß. Anz..) Da seit Kriegsbeginn ein Obstausfuhrverbot besteht, wurden Zweifel in die Richtigkeit der Meldung eäußert. Unser Gewährsmann stellt nun dazu folgendes est:Die Notiz über den Verkauf von Obst an Händler zur Weiterveräußerung nach Holland bzw. England beruht auf Mitteilungen, die mir während einer Reise zu Be⸗ ginn voriger Woche in verschiedenen Orten des Mittelrhein⸗ 3 gemacht wurden. Gleichzeitig hörte ich auch hier, am Niederrhein die 3 Erscheinung beobachtet wurde. Vor allem ging aus dem Rheingau ein großer Teil der Aprikosen- und Pfirsichernte zu Schiff rheinabwärts. In den letzten Wochen wurde dann der Versuch gemacht, die Kernobsternte aufzukaufen, ein Gebaren, das schließlich doch Verdacht erregte und in der Oeffentlichkeit lebhaft besprochen wurde. Gleichzeitig erschienen in Ber⸗ liner Blättern, in Mainzer Zeitungen und vor allem in derKölnischen Volkszeitung scharfe Artikel, die sich mit diesem Obstverkauf befaßten und verschiedene Einzelheiten. brachten, besonders von niederrheinischen Orten, wo das Unwesen in besonderer Blüte zu stehen schien. Die Folge dieser Veröffentlichungen und Hinweise war erfreulicher⸗ weise die, daß man behördlicherseits auf das Treiben auf⸗ merksam wurde und verschiedentlich die Bevölkerung vor dem Verkauf der Waren an fremde Händler warnte(so estern z. B. das Landratsamt in Höchst a. M.). Wie nun lbamtlich aus Berlin durch dieKreuzzeitung und die Neue Polit. Korresp. mitgeteilt wird, sucht man zwar die Tatsache des Obstverkaufs nach Holland zu bestreiten und weist auf das im September 1914 erlassene Ausfuhrverbot für Obst hin. Doch kann dieser Hinweis nur als Warnung und als Folge der in der vorigen Woche geschehenen Auf⸗

werden. Die Behörden mußten, so ist die Meinung der mit den Verhältnissen vertrauten ise, schon längst einge⸗ riffen haben, sie waren aber zu arglos. Jetzt Haben bie Zeitungsnotizen das bewirkt, was man schon vor Wochen

ten sich mit den Industriellen und Kupferfabrikem

erwartete, nämlich dieAuffrischung des Ausfuhr⸗ verbots und dieMobilmachung des Publikums. 8

1

deckung der tatsächlich erfolgten Obstverkäufe angesehen] Ta

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3. dieser A

es ist festgestellt, daß große Mengen der Verordnung vom 5. Sept. 1914 aus dem 9

lande, insbesondere auch aus dem Festungsbereiche gekauft und unter falscher Deklaration holländische Grenze gebracht worden sind. Es beste Vermutung, daß das Obst nach England weiter F f Der Gouverneur von Köln bestätigt also an der einwandfreier Beweise trotz allen Ableugnungs- und Wider legungsversuchen, daß das gute deutsche Obst in groß Mengen über Holland nach England gebracht wird. i nun die bedeutenden Obstmengen geblieben, die Händler im Rheingau aufkauften und vielleicht auch heute noch auf⸗ laufen? Für den Bereich der Festung Köln erließ General von Held über die Obstausfuhr außerordentlich scharfe Be⸗ stimmungen. Mögen diese auch an jedem anderen Orte in Kraft treten! Aber Eile tut dringend not, sonst ist es zu spät. 8 a 3

* Die deutschen Universitäten und der Krieg. Man stellt uns aus Leserkreisen eine Uebersicht über die zahlenmäßige Beteiligung der deutschen Stu⸗ dentenschaft am Heeresdienst zur Verfüt⸗die für die einzelnen Hochschulen die Prozentziffer der Hriegs⸗ teilnehmer berechnet. Was die Aufstellung für unsere Stadt besonders bemerkenswert macht, ist die Haute ee Gießen hinsichtlich der Zahl der dem Vaterlande dienen⸗ den Studierenden an dritter Stelle steht. Nur Königs⸗ berg, wo die Nähe der Russengefahr eine mächtige Anregung gebildet haben 10 95 und Tübingen übertreffen die Landes⸗ universität um 10 bezw. 3 Proz. Nach der 5 Kriegsteilnehmer auf je 100 Studenten in Königsberg 84, Tübingen 77, Gießen 74, Kiel 74, Marburg 70, Rostock 69

gel 5

Greifswald 68, Freiburg 68, Halle 66, Göttingen 61, Er⸗ langen 61, Heidelberg 60, Jena 57, Leipzig 57, 56, Berlin 54, Würzburg 52, Straßburg 46, lau 46, Bonn

42, Münster 35, Frankfurt 11.

3 nDem Ass.⸗Arzt Dr. med. Teipel im Pionier-Regt. 29 wurde das hessische Sanitätskreuz am Bande der hess. Tapferkeitsmedaille verliehen, nach⸗ dem er sich das Eiserne Kreuz im November vorigen Jahres

erworben hatte. Landkreis Gießen. N

Q Langsdorf, 20. Juli. Leutnant der Reserve Otto Kneipp von hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse, erhielt auch die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Bad⸗Nauh. der heutigen S

r. Bad⸗ Nauheim, 20.* seutigen Stadt⸗ verordneten versammlung wurde der wiedergewählte Bei⸗ Reinhard Knieriem mit einer längeren Anf e des dorsitzenden Bürgermeister Dr. Kayser in sein Amt ein, Auf des Kreisamtes soll die Wochen markt⸗ Ordnung wiederholt auch im Amtsverkündigungsblatt bekannt gemacht werden. Unter gewissen Bedingungen Bekanntgabe in den Zeitungen und Aushang in den umliegenden Ortschaften ist die Versammlung damit einverstanden, daß die hiesigen Apotheken jeweilig abwechselnd den Nacht⸗ dienst immer für eine Woche übernehmen. Verschiedene An⸗ träge des Städtebeamten verbandes, betreffend Beurlaubungen in der Kriegszeit, Schlußzeit am Samstag(nachmittags dienstfrei) und Teuerungszulage werden nach kurzer Aussprache als zur Unzeit gestellt abgelehnt.

Aniversitäts⸗Nachrichten.

Frankfurt a. M., 20. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie dieFJranksurter Universitäts-Zeitung meldet, ist an Stelle des scheidenden Rektors Prof. Dr. Richard Wachsmuth der ordent⸗ liche Prosessor sür Staats wissenschaften und Dekan der wirtschafts⸗ und sozialwissenschastlichen Fakultät Dr. Ludwig Pohle zum Rektor der Universität Frankfurt a. M. für die mit dem 1. Oktober 1915 beginnende neue, Rektoratsperiode erwählt worden.

Gegen Italien! Kriegsbericht von Paul Lindenberg. N Vom K. K. Kriegs pressequartier genehmigt.

III. f i Am Isonzo. de dgora⸗Höhen. Die Spuren der F In r dem Blodumterteenb, Die Italiener greifen an. Im tollsten Feuer. Im Wacht am

Isonzo. 2 N 1 Borsichi 1 14

70 nochmals, meine Herren, Vorsicht und wieder Vorsicht, h nicht Ihr Leben und das unserer braven Soldaten in Gefahr bringen, meinte zum Abschied General Z., der ebenso tat⸗ kräftige und umsichtige, wie feinsinnige und 1 5

jener heldenmütigen Truppen, die nun schon Woche um wichtigste Stelle am Isonzo gegen eine beden ver⸗ teidigt.Ich habe bisher noch Niemanden den Besuch der Pod⸗ gora-Höhen erlaubt und tue es nur, weil am N dig 3 einen gewaltigen Angriff auf jenen Berg den Nüesen been oss fe dre de ale cha e ürften heute öpft sein. Aber sie passen 5 g Beobachter und sparen nicht mit der Munition. Gott befohlen und

auf frohes Wiedersehen! N

fende, durch V a deren ö und Dächer wie 2 waren von Schrapnells. Doppelt er⸗ schütternder Anblick in bieser herrlichen, südlichen Natur, mit frucht⸗ beladenen Feigenbäumen und blü rchsprenkelten Oleander⸗ lcd 8. und ern en den, mit i Ortschaften altersgrauen en.. e ee ette fließt sein ich kri a. ersich, na g es hohe Gebirgspässe verlassen, durch fruchtbare Gefilde end,

überspannt von mehreren Brücken, gegen welche die Italiener N und wieder ihre 1 05 richten. Hätten diese Erfolg, being, ch i den Fe der ee de e änge, sich in den Be odgora⸗* J 5 uns aufragten, nachdem wir einzeln und hastigen Schrittes auf

auf einen falls nötig, rasch zerstörbaren Holzstege jenseits des Flusses

i, wie sah es in den dort befindlichen großen Anlagen einer Papier- und Zellulose⸗Fabrit aus! Hier hatten die schweren Ge⸗ schosse tüchtige Arbeit getan! Die Mauern en oder zu⸗ sammengestürzt, die Dächer abgedeckt, die Wege e 9 ein ähnliches Bild wilder Zerstörung zeigte die Waldhöhe vor uns, deren D in einer te von hundert und mehr 8 völlig fortgerissen worden war, als ob ein jäher Wirbelsturm die nnen geknickt. Die Italiener hatten durch ihr Feuer das Heran⸗ holen von Reserven verhindern wollen, sich aber auch darin ge⸗ hörig verrechn

et. Auf schmalem, stolperigen Pfade ging es steiler und steiler bergan, über Gezweig und Aeste, die von den Geschossen herunter⸗ gesplittert waren, an Felsblöcken empor, um kl. 5 anat-

trichter herum; an einer Stelle lag noch so ein Dings, nicht zerplatzt. Allmählich gelangten wir