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im Osten
Mr D
Die Reorganisation der russischen Artillerie durch Japaner.
Paris, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Eclair“ erfährt aus Petersburg, daß die Mission der japa⸗ nischen Artillerieoffiziere seit Mitte April die Ausbildung der russischen Artilleristen übernommen hat. Die japanischen Offiziere werden keinesfalls an die 5 3 gehen, sondern höchstens die Aufmontierung und Handhabung der. Geschütze leiten. Die Aufgabe der Mission bestehe lediglich darin, die Reorganisation der russischen Artillerie in die Wege zu leiten.
Die französischen Kritiker.
Paris, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Militär⸗ lrititer besprechen ausführlich die letzten Ereignisse auf der russischen Front, und erklären, die russi⸗ schen Tagesberichte seien unklar und verworren, so daß man lein rechtes Bild von der Lage gewinnen könne. Die deut⸗ N Offensive an der Narewfront überrasche, sowohl durch die Plötzlichkeit, als durch die Breite der zum Offen⸗
sivstoß angesetzten Front. Die Militärkritiker sind der An⸗ sicht, daß es der russischen Heeresleitung durch Verstär⸗ kungen, welche von anderen Frontstellungen entnommen werden müßten, gelingen könne, der deutschen Offensive Einhalt zu gebieten. Allerdings sei die Eisen⸗ bahnlinie Warschau— Wilna— Petersburg schwer bedroht. Major de Civrieux erklärt im„Matin“, die letzten Ereignisse zwängen die Russen, an den Flügeln bei Lublin—Cholm und Lomza.—Praszuysz nicht zurückzu⸗ gehen, denn ein Rückzug an diesen Stellen würde das russische Zentrum in eine ernste Lage bringen. Es sei besser, in diesem Falle die Frontlinie zu berichtigen, und hinter die Weichsel zurückzugehen. Es sei für die Armee wichtiger, sich der Umfassung zu entziehen und die Kraft der eigenen Armee zu bewahren, als sich um einige Kilometer Landes willen den größten Gefahren auszusetzen. Der„Radi⸗ lal“ erwartet den Beginn einer entscheidenden Schlacht, deren Ergebnis eine unmittelbare Rückwirkung auf die französische Front haben werde.
Ein neuer Statthalter von Galizien.
3 Wien, 19. Juli.(WW. Nichtamtlich.) Die„Wiener Zeitung“ teilt mit, daß der Statthalter von Gali⸗ gien, Ritter von Forytowski, auf sein Ansuchen seines Amtes enthoben und der General der Infanterie Herman von Gollard zum Statthalter ernannt wor⸗ den ist. Die Verfügung hängt mit der Wiederbesetzung des rößten Teiles von Galizien zusammen. Der neuernannte Landeschef verknüpft mit seinem Amt keinerlei militärische Funktionen. Er tritt lediglich in den normalmäßigen Wir⸗ lungskreis seines Amtsvorgängers und ist dem Ministerium verantwortlich. Korytowski scheidet unter Beweisen aller⸗ höchster Gnade aus dem Amt. Ein allerhöchstes Hand⸗ chreiben in Worten wärmster Anerkennung der erfolgreichen Betätigung behält dessen Wiederverwendung vor. Der neue Lande ist der Landessprachen kundig und mit den Ver⸗ hältnissen des Landes vertraut. Er wird zunächst bei der
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Förderung aller auf die wirtschaftliche Wiederbelebung des el Find gerichteten Bestrebungen ein reiches Feld der Tätig⸗ eit finden. 5
Eine Erklärung der polnisch⸗nationalen Partei Oesterreichs.
Wien, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) In der parlamen⸗ tarischen Kommission des Polenklubs hat Reichsratsabge⸗ ordneter Glabinski eine Erklärung abgegeben, in der er feststellt, daß die polnische nationale Partei stets im Dienste der polnischen Nationalidee gestanden hat unter Wahrung der im, Parteiprogramm ausgesprochenen vollen Loyalität gegenüber der allerhöchsten Dynastie und der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die Partei sei niemals mit Faktoren und Elementen in irgendeine Verbindung getreten, welche die polnische Nation unterdrückt haben, oder der Monarchie feindlich 92 stehen. Sie könne daher für Ebuslassungen einzelner Personen oder Zuschriften, die ihrem Programm oder ihren Beschlüssen zuwiderlaufen, nicht Verant⸗ wortung übernehmen.
Zum Untergang des„Giuseppe Garibaldi“.
Zürich, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Einer Privat- meldung der„Neuen Zürcher Zeitung“ zufolge haben die italieni⸗ schen Morgenblätter feinen Bericht über den Untergang des Panzerkreuzers„Giuseppe Garibaldi“ enthalten. Ein großer weißer Fleck in der Spalte der Kriegsnachrichten läßt vermuten, daß die Meldung im letzten Augenblick von der Zensur gestrichen worden ist. Die letzten deutschen Berichte von der Westfront sind in den Zeitungen garnicht, oder verstümmelt wiedergegeben; dagegen sind die deutschen Sieges mel⸗ dungen von der Ostfront heute vollständig in den Morgen⸗ blättern enthalten.— In Modena haben einige Tansend Stu- denten den Eid als Offiziersschüler geleistet.
Der italienische Bericht.
Rom, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Kriegs⸗ bericht von gestern nachmittag. Man meldet kleine, für uns günstige Tressen in der Gegend von Tirol, Trentino und Kärnten. Am 16. Juli verursachte das Feuer unserer schweren Artillerie gegen feindliche Werke am Predilpaß Explosionen und eine Feuersbrunst, die lange dauerte. An der Isonzofront ist die Lage un verändert.
Die italienische Anleihe.
Berlin, 20. Juli. Bei Abschluß der italienischen Nationalanleihe scheint die Regierung, wie verschie⸗ dene Morgenblätter aus Lugano melden, das Ergebnis durch phantastische Meldungen erhöhen zu wollen, vor allem durch das unkontrollierbare Gerücht, die Italie⸗ ner in Amerika hätten ½ Milliarde gezeichnet.
Unterschlagungen in Italien.
Mailand, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Se⸗ colo“ meldet: Im Hafen folgt eine größere Unterschla⸗ gung der anderen beinahe täglich auf dem Fuße. Die Be⸗ hörden machen betrübliche Entdeckungen. Gestern wurden Unterschlagungen von Oelfässern festgestellt, die von den Ladeplätzen gestohlen und in der Stadt verkauft worden waren, heute handelt es sich um einen ungeheuren Betrug, in den bekannte Genueser Firmen ver⸗ wickelt sind, und der zum aden der Stadt ausgeführt worden ist, Um was es sich bei dem Betruge handelt und
Cador na.
wie er ausgeführt worden ist, weiß nie Behörden größtes Stillschweigen bewahren. Dem men na handelt es sich dabei um Beträge vo eine halbe Million Lire. ** 8 Der türkische Bericht. Konstatinopel, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) des Hauptquartiers. An der Dardanellenfront hat sich am 18. Juli bei Ari Burnu nichts von Bedeutung ereignet. Bei Sedd⸗ ül-Bahr griff ein Teil der feindlichen Kräfte morgens einige Gräben unseres linken Flügels an; der Feind wurde bis an die Gräben herangelassen und dort niedergemacht. Wir machten einige französische Soldaten zu Gefangenen. Unsere anatolischen Batterien beschossen heftig die Lager und Landungsstellen des Feindes bei Tekke Burnu. Die Beschießung verursachte einen Brand, der, von Explosionen von Munition begleitet, eine halbe Stunde dauerte. An der Front im Drak versuchte der Feind, nachdem er in der Schlacht bei Kalatulnedjin besiegt worden war, keinen neuen Angriff. Die Ueberführung der feindlichen Verwundeten in Schiffen nach Süden hat seit zwei Tagen begonnen und dauert fort.— An den anderen Fronten nichts Wichtiges. f 5 Die Verluste der Engländer an den Dardanellen. London, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Unter⸗ hause erklärte Premierminister Asquith, daß die Ge⸗ samtverluste der Flotte und der Landstreitkräfte an den Dardanellen an Offizieren und Mannschaften betragen: 8084 tot, 26814 verwundet, 7536 ver⸗
mißt. Prinz zu Hohenlohe in Sosia.
Sofia, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare. Der außerordentliche deutsche Botschafter in Konstantinopel, Prinz zu Hohen⸗ lohe, ist gestern nachmittag vom König in besonderer Audienzempfangen worden.
Sofia, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare. Nach der Audienz beim König wurde Prinz zu Hohenlohe von der Königin empfangen. Gestern 1 vormittag besuchte der Botschafter den Ministerpräsidenten Radoslawow. Am Abend reiste der Botschafter nach Konstantinopel ab. ü 5. Der Ausstand in England. 0
Berlin, 20. Juli. Zu den Streikunruhen in Wales meldet die Amsterdamer„Tyd“ aus London: Im Gruben⸗ streikgebiet sind in Pambloy bei Lanelly Unruhen ausgebrochen. Acht Personen wurden verhaftet. Die Sprengstoffabrik Croigola bei Swansea, die größte der Welt, mußte ihren Betrieb ein⸗ stellen, da es an Kohle mangelt. 2000 Arbeiter sind arbeitslos. Die Londoner„News“ melden, die Mu ni⸗ tionsfabriken hätten der Regierung mitgeteilt, daß die Kohlenzufuhr seit 10 Tagen so gut wie gänzlich auf⸗ gehört habe. ö
London, 19. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im füdwalisischen Loh lendistrikt ist heute eine merkliche E e ein⸗ getreten. Die—— sind mit Aussicht auf Erfolg be e Juli( T.. chtamtlich) Die Press
aris, 19. 55 Ni i ie Presse erklärt, der Streik der Kohlenarbeiter in Eng⸗ land unter den augenblicklichen Verhältnissen sei mehr als ein Verbrechen, nicht nur an England, sondern auch an seie auf ble hen 5 3 5 Die. N eien auf die lenproduktion Englands angewiesen. englische Regierung müsse e die schärfsten Mittel ergreifen, den schmachvollen Streik zu beendigen. Wenn die bisherigen Gesetze und das Munitionsgesetz nicht enügten, sollte die eng 180925 Regierung neue gesetzli Mittel vom Parlament fordern, um nötigenfalls mit Zwang gegen die Streikenden vorzugehen. Ausstandsbewegung in den amerikanischen Munitionsfabriken.
Berlin, 20. Juli. In den amerikanischen Ge schoßfabriken greift nach einer Meldung des„Ber⸗ liner Tageblatts“ die Streikbewegung immer mehr s um sich. Ihr Hauptherd sei die einflußreiche Structural Iron Workers Union in Kentucky. In Pennsylvania sind Pulverfabriken in die Luft geflogen. 0
Aus dem Reiche.
Berlin, 20. Juli. Zu der Gemüsenot in Berlin schreibt der„Berliner Lokalanzeiger“: Es ist Tatsache, daß große Gemitfezüchtereien in der Nähe von Berlin vor mehreren Wochen Tausende von Zentnern verkaufsfähigen Spinats unterge⸗ pflügt haben, weil sie auf dem Berliner Markte einen ihnen an⸗ gemessen erscheinende Absatzgelegenheit nicht fanden. Dasselbe hat sich zu gleicher Zeit mit Weißkohl abgespielt. Von beteiligten Kreisen wird der Regierung nahegelegt, daß es mabweisliche Pflicht der staatlichen Behörden sei, sofort Vorkehrungen dagegen zu treffen, daß die jederzeitige Aufnahme der auf dem Markt nicht unterzubringenden Bestände wertvoller Nahrung gesichert und deren Vernichtung in der Zukunft ausgeschlossen wird.
Aus Stadt und Cand. f Gießen, 20. Juli 1915. Jugendwettkämpfe. 8
Wenn das Wetter der letzten Woche auch die Durch⸗ führung der für Samstag und Sonntag vorgesehenen 5 . 1 t unmöglich erscheinen ließ, so trat
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gerade an diesen beiden Tagen eine kleine Besserung ein, so daß die Kämpfe dennoch zum Austrag kommen konnten. Die Zahl der Teilnehmer wurde ja die
zweifelhaften Witterungsverhältnisse, insbesondere beim Wettschwimmen, beeinträchtigt, auf die Stimmung der Teil- nehmer waren sie aber ohne Einfluß.
An dem. 1 f Wetts 1 1 1 am Samstag nachmittag, unter Leitung nkl⸗ beamten 959 ermann stand, beteiligten sich 21 Jungen. Die Wettkämpfe kamen in 3 Stufen: Unter-, Mittel- und penee zum Austrag. Es errangen Preise: 1. Unterstufe: Brustschwimmen(Bahnlänge 30 m) 1. Theo Ech 30 Sekunden, 2. Curt Neuenhagen 31 Sek., 3. Hans⸗ martin Handrick 2 Sel Ruückenschwimmen länge 30 u) 1. Ther Ech 2 ¼ Sek., 2. Hanzmartin Handrick 27 Seb 3. Karl Rust und Curt Neuenhagen, 29, Sek. Hand über Hand A m) 1. Theo Eck 27¼ Sek., 2. Hansmartin Handrick 31¾8„ 3. Karl Rust 32% Sek. Springen: 1. Theo Ed 24½½ Punkte, 2. Karl Rust 21 Punkte, 55 Handrick und Ernst Müller 19 Punkte. 1


